Samstag, 8. Mai 2021

Tag 1: Slowenien, Russland und Schweden


Slowenien
- Die undankbare und zumeist auch verschmähte Startnummer zwei im ersten Halbfinale muss in diesem Jahr Slowenien über sich ergehen lassen. Nach dem fleißigen Auftakt durch The Roop stand unmittelbar danach die slowenische Sängerin Ana Soklič auf der Bühne im Ahoy. Barfuß und mit einer unfassbaren Stimme, wie ich finde, präsentierte sie sich im weißen Gewand vor einem wirklich hübschen Background, der imposante Grafiken aus dem Weltall inklusive der Welt bei Nacht zeigt, besonders gut zu erkennen ist im Video die Lichtverschmutzung in Indien... Beim großen Finale des Liedes, nämlich dem "Hallelujah" nach 2:30 Minuten gibt es die unvermeidbare Supernova im Hintergrund. Es ist eine stimmige erste Darbietung, könnte und wird vermutlich in der Masse an Liedern aber untergehen.


Russland
- Die ersten Pyroeffekte des Semifinals zündet Manizha aus Russland an dritter Stelle. Und sie bietet eine neue Form des Trickkleides an. Beginnt sie doch zunächst in einem wulstigen Kleid, dass diverse traditionelle Muster russische Trachten abbildet, im Anschluss daran wird es ihr jedoch nicht, wie üblich vom Leib gerissen, sie stapft seitlich heraus und präsentiert ihren sowjetroten Trainingsanzug, den wir schon aus der Vorentscheidung kennen. Kunstkritiker werden darin wohl den Ausbruch aus traditionellen Verhaltensweisen zu Aufgewecktheit und dem Bruch mit staubigen Ansichten im einstigen Zarenreich sehen können, für den Zuschauer bleibt es eine kurzweilige Darbietung, die mit Zeichnungen slawisch dekorierter Frauen ergänzt wird, die zum Ende hin von Videos Frauen abgelöst werden, die sich modern und zeitgemäß zeigen. Die Botschaft wird einem trotz der russischen Sprache unmissverständlich aufgedrückt.


Schweden
- Wie schon in den letzten Jahren immer wieder zu sehen, ist auch der diesjährige schwedische Beitrag von Tusse beim Melodifestivalen nahezu servierfertig gewesen. Nennenswerte Änderungen im Vergleich zum Auftritt beim Vorentscheid gab es im Background und der Performance zu "Voices" kaum. Erwähnenswert ist eventuell, dass man sich bei der ersten Probe gegen ein Sakko und dafür für ein ärmesloses rotes Teil entschieden hat, garniert mit schwarzen, juwelenbesetzten Stulpen. Begleitet wird Tusse in Rotterdam von vier Tänzern, gesanglich war die Leistung angesichts des operativen Eingriffs in Ordnung, aber noch ausbaufähig. Schweden überzeugt heuer wieder durch Klasse, jedoch nicht durch völlige Neuheiten beim Song Contest.

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