Freitag, 27. November 2020

Beyond Eurovision (188): Guyana


Guyana
- Ein im Schatten anderer großer südamerikanischer Länder stehender Staat ist die Kooperative Republik Guyana, die zwischen Venezuela, Brasilien und Suriname eingequetscht im Norden des Kontinents liegt und vor physisch vor allem durch dichte Regenwälder, sumpfige Mangrovenlandschaften und eine schlammige Küstenregion geprägt ist. Mit gerade einmal drei Einwohnern pro Quadratkilometer hat das Land eine der niedrigsten Bevölkerungsdichten weltweit, nur eine Dreiviertelmillion Menschen lebt hier, ein Großteil davon hat seine Ursprünge in Indien.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Georgetown
Sprachen
Englisch
Fläche
214.970km²
Währung
Guyana-Dollar (G$)
Einwohner
750.000
Internet-TLD
.gy
Zeitzone
UTC -4
Wiki-Info

Im 19. Jahrhundert war es schick Expeditionsreisen in das unbekannte Hinterland zu unternehmen, weit gekommen sind viele Forscher jedoch nicht. Noch heute gibt es weiße Flecken im tropischen Urwald, ähnlich wie im Norden Brasiliens und im Nachbarland Suriname, mit dem Guyana sich seit Jahren um ein Gebiet jenseits des Flusses Corantijn streitet. Guyana stand zunächst mit den Kolonien Essequibo, Demerara und Berbice unter britischem Einfluss, noch heute ist das Land das einzige auf dem südamerikanischen Kontinent, in dem Englisch die Amtssprache ist. Das Land machte seit der Unabhängigkeit selten von sich reden, abgesehen vom sogenannten Jonestown-Massaker im Jahr 1978.

Den Briten ist es auch zu verdanken, das ein Großteil der Bevölkerung heute indische Wurzeln hat. Mehr als 40% der Bevölkerung sind Nachkommen von angeworbenen Arbeitskräften aus Britisch-Indien. Um die Plantagen Guyanas am Laufen zu halten wurden viele Inder als Kontraktarbeiter ins Land geholt, die bis heute eine wichtige Rolle im Land spielen und ihre Kultur mit dem der britischen Kolonialherren und der nativen Bevölkerung Guyanas vermischt haben. In allen Lebensbereichen dominiert heute ein Mix aus indischer und indigener Tradition, auch die Musik ist davon nicht ausgenommen.

Und so verwundert es nicht, dass ich mit Poonam Singh eine indischstämmige Sängerin vorstelle. Schon als 15jährige stand sie im Finale eines lokalen Musikwettbewerbs und wurde 2016 zur guyanischen Vertreterin bei der Miss Global International-Wahl. Sie veröffentlichte mehrere Lieder, darunter den Titel "Life is a gift", der bemerkenswerte 160.000 Youtube-Klicks generiert hat, was in Anbetracht der geringen Bevölkerungszahl Guyanas schon ein großer Erfolg ist. Aus Heimatliebe hat sie auch eine Lobhymne auf das Land geschrieben, den Titel "Guyana" möchte ich heute auch im Rahmen dieser Länderserie vorstellen.

Poonam Singh - Guyana

Mittwoch, 25. November 2020

Zypern: Elena Tsagkrinou fährt nach Rotterdam!


Zypern
- Sandro sollte es nicht sein, das stand schon länger fest. Nach der gestrigen Ankündigung, heute den Namen des Interpreten für Rotterdam bekannt zu geben, hat das zypriotische Fernsehen CyBC Wort gehalten und die 26jährige Elena Tsagkrinou (Έλενα Τσαγκρινού) für den nächsten Eurovision Song Contest nominiert. Auch der Titel ihres Liedes steht bereits fest und reiht sich mit "Fuego" in die Liste zypriotischer Beiträge mit spanischer Headline ein, er heißt "El Diablo". Elena ist damit die erste Interpretin, die für das kommende Jahr bekannt gegeben wurde und 2020 noch nicht auf der Agenda stand.

Sie wurde 1994 in Athen geboren und wurde im griechischsprachigen Raum als 14jährige durch "Greece Got Talent" bekannt. Sie wurde Teil der Band OtherView, mit denen sie gut fünf Jahre zusammenarbeitete. Im Anschluss machte sie solo weiter und veröffentlichte mehrere Hits, die auch bei Youtube viral gingen. Dem folgten Kooperationen mit bekannten Acts wie Melisses und Konstantinos Argyros, außerdem machte sie sich auch als Moderatorin einen Namen, seit Oktober hat sie ihre eigene TV-Show namens "K-Pop Stars" auf MAD TV. 

"El Diablo", zu Deutsch "Der Teufel" wurde von Jimmy Thornfeldt, Laurell Barker, Oxa und Thomas Stengaard geschrieben, die Veröffentlichung soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Der ursprünglich für 2020 ausgewählte Sandro alias Alessandro Rütten erklärte bereits Anfang Juni, dass er nicht an der Auswahl in Zypern beteiligt sein wird und der Kontrakt nicht verlängert werde. Anschließend begab sich das zypriotische Fernsehen erneut auf die Suche und wählte intern seine neue Sängerin aus. Sandro hätte Zypern mit dem Titel "Running" vertreten.

Elena Tsagkrinou - Amore (Songprobe)

Dienstag, 24. November 2020

Serbien: RTS gibt Hurricane 2021 eine zweite Chance


Serbien
- Der nächste Act für den Eurovision Song Contest 2021 steht fest, die serbische Gruppe Hurricane. Das Damentrio gewann in diesem Jahr mit dem Lied "Hasta la vista" den serbischen Vorentscheid Beovizija und hätte nach Rotterdam fahren sollen, coronabedingt fiel diese Reise ins Wasser. Bis heute stand im Raum, ob Hurricane vom Sender RTS erneut nominiert werden oder ein komplett neues Vorentscheidungsverfahren zur Anwendung kommt. 

Nun steht fest, dass Sanja, Ivana und Ksenija auch 2021 auf der Teilnehmerliste der Eurovision stehen werden. RTS-Unterhaltungschefin Olivera Kovačević erklärte im Online-Interview mit 24sedam.rs: "Hurricane werden Serbien bei der Eurovision im kommenden Jahr vertreten, wenn er wie angekündigt stattfinden wird. Der Song, mit denen sie antreten werden, wird separat ausgewählt." Die Nominierung von Hurricane ist die dritte interne Auswahl Serbiens nach 2012, 2016 und 2017. 

Hurricane besteht aus Sanja Vučić, die gemeinsam mit ihrer Band Zaa bereits 2016 am Eurovision Song Contest in Stockholm dabei war, Ivana Nikolić und Ksenija Knežević, der Tochter des montenegrinischen Sängers Knez, bei dem sie 2015 im Background auftrat. Wie das weitere Verfahren in Serbien ausschaut, ist bislang noch unbekannt, ob es einen Vorentscheid mit mehreren Titeln oder eine interne Songauswahl geben wird, bleibt abzuwarten. Serbien ist seit 2007 als unabhängiger Staat beim Song Contest vertreten.

Sonntag, 22. November 2020

News-Splitter (825)


Italien
- Wer im nächsten Jahr am San Remo-Festival in der Kategorie Campioni, also bei den etablierten Künstlern, in der Line Up auftaucht und damit nicht nur um den Sieg beim italienischen Musikfestival sondern auch um das Startrecht beim Eurovision Song Contest antritt, entscheidet sich am 17. Dezember. Dann gibt die RAI die Namen der insgesamt zwanzig Künstler bekannt, die vom 2. bis 6. März am Festival teilnehmen. Der Sieger des San Remo-Festivals erhält von der RAI das Privileg, am Eurovision Song Contest teilzunehmen, muss sich dem jedoch nicht zwangsläufig beugen, sondern kann sein Vorrecht auch abgeben. In diesem Fall nimmt die RAI Kontakt mit den anderen Teilnehmern des Festivals auf.

Kroatien
- Damir Kedžo, der diesjährige Gewinner der diesjährigen Dora, hat seine Teilnahme am kroatischen Vorentscheid 2021 ausgeschlossen. Der Sänger von "Divlji vjetre" erklärte im Interview mit dem IN Magazine, dass er trotz der Aufnahme von neuen Songs, kein Lied hat, das er 100% für den Song Contest geeignet hält. Damit wird der nächste kroatische Repräsentant bei der Eurovision definitiv neu gewählt, Damir Kedžo hätte vom Sender HRT ohnehin kein automatisches Startrecht bei der Dora 2021 erhalten. Wie seine Pläne für die Zukunft aussehen, ließ er zunächst offen, eine neuerliche Bewerbung beim Vorentscheid in den nächsten Jahren ließ er unkommentiert.

Finnland
- Auch Finnland erhält einen neuen Song Contest-Teilnehmer, Aksel Kankaanranta bestätigte im Interview mit dem Magazin voice.fi, dass er nicht am Vorentscheid Uuden Musikiin Kilpailu 2021 teilnehmen werde. Damit widerlegt er seine ursprüngliche Aussage, in der er kurz nach der Absage des Wettbewerbs 2020 erklärte, es auf jeden Fall noch einmal mit einem neuen Lied für Rotterdam zu probieren. Eine Teilnahme in den nächsten Jahren könne er sich allerdings vorstellen, nur eben nicht 2021. Den diesjährigen Vorentscheid gewann er mit dem Song "Looking back". Insgesamt nehmen sieben Interpreten am finnischen Vorentscheid teil, die Namen der Teilnehmer stehen noch aus.

Bulgarien
- Sechs Lieder scheint Victoria Georgieva noch in der engeren Auswahl zu haben und dem Sender BNT als Vorschläge für den nächsten Eurovision Song Contest zu unterbreiten. Einer von ihnen trägt den Namen "Ugly cry" und wurde ursprünglich schon im Januar diesen Jahres in London geschrieben. Hinzu kommen aller Wahrscheinlichkeit noch Titel, die im Rahmen des Black Sea Song Writing Camps im Sommer am Schwarzen Meer entstanden sind. Dort trafen mehrere Interpreten und Komponisten, darunter Boris Milanov, zusammen und haben in einem gemeinsamen Workshop an potentiellen Songs gearbeitet. Auch Ben Dolic war dabei, der jedoch inzwischen seine Kandidatur beim deutschen Vorentscheid zurückgezogen hat.

Freitag, 20. November 2020

News-Splitter (824)


Norwegen
- Gegenüber ESCNorge.no erklärte Stig Karlsen, dass der Melodi Grand Prix Änderungen unterworfen wird. So werden die Vorrunden nicht mehr nach regionalen Bezügen gruppiert, stattdessen werden die Beiträge in zwei Duellen gegeneinander antreten und der Sieger in einem weiteren Duell ins Finale gewählt. Zu den daraus ermittelten fünf Qualifikanten gesellt sich ein sechster Beitrag, der in einer Second Chance-Runde noch eine Wildcard ergattern kann. Das Finale des Melodi Grand Prix am 20. Februar wird somit aus zwölf statt bisher zehn Beiträgen bestehen. Wer an den Vorrunden teilnimmt, gibt der Sender NRK jeweils am Montag vor den jeweiligen Shows bekannt.

Niederlande
- Nachdem die EBU auf Beschluss der Reference Group bereits verkündet hat, dass auf die Auslosung der Halbfinalisten beim Eurovision Song Contest verzichtet wird und man sich dem Ergebnis von 2020 bedienen wird, steht nun auch fest, dass der niederländische Interpret Jeangu Macrooy seinen Startplatz #23 im Finale beibehält. Auch dieser Startplatz wurde bereits während der diesjährigen Allocation Draw ermittelt und soll verhindern, dass die Produzenten des Wettbewerbs der gastgebenden Nationen einen Vorteil verschaffen könnten. Die Reihenfolge der Semifinalisten wird im Frühjahr nächsten Jahres festgelegt, sobald alle 41 Titel bei der EBU vorliegen.

Italien
- Claudio Fasulo, stellvertretender Direktor bei Rai 1 sagte, dass man derzeit weiterhin davon ausgeht, das San Remo-Festival im März planmäßig veranstalten zu können. Zuvor habe es in Italien Gerüchte gegeben, die Stadt San Remo hätte die Veranstalter gebeten, das Festival aufgrund der Corona-Pandemie in den April zu verlegen, damit auch Restaurants und Geschäfte wirtschaftlich von der Veranstaltung profitieren können. Der Rai-Vize sagte nun jedoch, es gäbe keinerlei Neuigkeiten und man geht davon aus, dass das Festival wie ursprünglich geplant in der ersten Märzwoche ausgetragen werden könne. In welchem Umfang ist noch ungewiss.

Russland: Little Big nicht automatisch für 2021 gesetzt


Russland
- Auch wenn es wünschenswert gewesen wäre, so bestätigte die russische Band Little Big, dass sie nicht automatisch für den Eurovision Song Contest 2021 gesetzt sind. Im Interview mit dem Radiosender NRJ/Energy Radio, erklärten die Bandmitglieder, dass man allerdings bemüht ist, neues Material beim zuständigen russischen Sender einzureichen. Auf die Frage, ob der Song für 2021 bereits geschrieben sei, antwortete Frontsänger Ilya Prusikin mit "Nein".

Er ergänzt: "...weil es einen Wettbewerb gibt und wir uns gut darauf vorbereiten möchten. Viele Leute denken, dass wir automatisch für 2021 gesetzt sind, aber so ist es nicht." Man werde aber in naher Zukunft damit beginnen, einige Lieder beim russischen Fernsehen einzureichen und man froh wäre, wenn es klappt, man aber nicht davon ausgehen kann, auch 2021 noch einmal die Chance zu erhalten, zur Eurovision zu fahren.

Schon im Mai sagten die Mitglieder von Little Big, dass man gerne zum Song Contest fahren wolle, aber von Seiten des Senders Channel One nichts bestätigt wurde. Die Gruppe wurde intern mit dem Titel "Uno" ausgewählt, das Lied kam aufgrund der Absage des Wettbewerbs aber nicht auf die große Eurovisionsbühne. Dennoch zählt das Lied zu den kommerziell erfolgreichsten Liedern der jüngeren russischen Musikgeschichte, zudem ist es ein Hit auf Streaming- und Videoplattformen.

Dienstag, 17. November 2020

Eurovision 2021: Halbfinalauslosung von 2020 bleibt


Europa
- Im nächsten Jahr wird es keine Allocation Draw beim Eurovision Song Contest geben. Die Europäische Rundfunkunion hat vor wenigen Minuten verkündet, dass man die Aufteilung der Nationen in die Halbfinals vom Vorjahr auf 2021 übertragen wird. Schließlich nehmen die gleichen 41 Nationen am Wettbewerb in Rotterdam teil, die schon für das Jahr 2020 gemeldet waren. Somit wird Deutschland im ersten Semifinale am 18. Mai 2021 abstimmen, in dem u.a. Australien, Russland, Norwegen, Israel und Malta auftreten.

Die Allocation Draw 2020/2021:
Die Teilnehmer des ersten Halbfinals am 18. Mai:
Erste Hälfte:
Zweite Hälfte:
 Nordmazedonien
 Norwegen
 Weißrussland
 Zypern 
 Litauen
 Kroatien 
 Schweden
 Aserbaidschan
 Slowenien
 Malta
 Australien
 Israel 
 Irland
 Ukraine 
 Russland
 Rumänien 

 Belgien

Im ersten Halbfinale stimmen zudem  Italien,  Deutschland und die 
 Niederlande ab.

Die Teilnehmerländer des zweiten Halbfinals am 20. Mai:
Erste Hälfte:
Zweite Hälfte:
 Österreich
 Dänemark
 Moldawien
 Bulgarien
 Polen
 Schweiz
 San Marino
 Finnland
 Serbien
 Armenien
 Island
 Lettland 
 Tschechien
 Georgien
 Griechenland 
 Portugal
 Estland
 Albanien

Im zweiten Halbfinale stimmen zudem  Frankreich,   Großbritannien und  Spanien ab.

Einige Kandidaten wissen somit bereits, wann sie ihren großen Auftritt vor einem Millionenpublikum haben werden. Supervisor Martin Österdahl sagte: "Unter normalen Umständen hätten wir uns auf die Allocation Draw und den Austausch der Insignien gefreut (...) Da aber die gleichen Nationen wie im Vorjahr teilnehmen, hat die Reference Group entschieden, dass es vor allem in Hinblick auf Ticketbesitzer und Rundfunkanstalten Sinn macht, die gleiche Semifinalauslosung wie 2020 anzuwenden." Ob Ticketbesitzer allerdings ob der anhaltenden Pandemie in den Genuss kommen werden, ihre Eintrittskarten auch zu nutzen, bleibt abzuwarten.