Samstag, 21. Juli 2018

Liechtenstein: EBU vermeldet bislang keine Bewerbung


Liechtenstein - Und den nächsten Dämpfer für Eurovisionsfans gibt es gleich hinterher. Wie die Europäische Rundfunkunion gegenüber ESCxtra.com erklärte, hat sich der Sender 1FL TV erneut nicht für die Vollmitgliedschaft in der Union beworben. Pläne eines Einstandes zum 300jährigen Jubiläums von Liechtenstein, haben sich damit in Luft aufgelöst. Ein Debüt Liechtensteins wird es auch 2019 in Israel nicht geben.

Ende 2017 schürte der damalige Programmdirektor Peter Kölbel wieder einmal große Hoffnungen, indem er sagte, sich für rund 300.000 Euro die Mitgliedschaft in der EBU und das damit verbundene Recht der Song Contest-Teilnahme anlässlich des Jubiläums des kleinen Fürstentums in den Alpen zu sichern. Selbst einen nationalen Vorentscheid á la "Liechtenstein Song Contest" wollte 1FL TV ausrichten, um den ersten Kandidaten des Landes zu ermitteln.

Die Europäische Rundfunkunion dämpfte mit der Aussage "Die EBU hat keine Bewerbung für die Mitgliedschaft von 1FL TV, Liechtenstein, erhalten." nun die Erwartungen vieler Fans, die sich ein Debüt des Landes wünschen erneut. Gänzlich gestorben ist der Plan jedoch noch nicht, über neue Mitglieder wird bei der Europäischen Rundfunkunion erst im Dezember diesen Jahres entschieden. Dennoch bleibt der Wunsch hier Vater des Gedanken.

Erschwerend kommt hinzu, dass Programmchef Peter Kölbel im Februar diesen Jahres an Krebs verstorben ist. Er war die treibende Kraft hinter der angestrebten EBU-Mitgliedschaft. Offenbar sucht der Sender 1FL TV weiterhin nach einem Nachfolger. Der Sendebetrieb soll nach Angaben der Zeitung "Vaterland" aufrecht gehalten werden. "Einzig das Programm wird sich leicht verändern.", erklärte Peter Heeb, Träger der Media Holding AG. Der Senderbetrieb ist dennoch defizitär und hält sich nur mit Unterstützung der oben genannten Holding über Wasser.

Luxemburg: Kein Interesse am Song Contest in Israel


Luxemburg - Auch für die Saison 2019 gibt es keine erfreulichen Nachrichten aus Lëtzebuerg. Der nationale Rundfunk RTL schloss auch für Israel im kommenden Jahr eine Teilnahme kategorisch aus. Der Sender bestätigte gegenüber Eurovoix.com, dass die Zeiten, in denen man hätte Erfolg haben können längst vorbei sind. Zudem seien die finanziellen Möglichkeiten des Senders stark eingegrenzt.

Bereits 1956 stellte sich Luxemburg erstmals dem Eurovision Song Contest. Die Folgejahre versprachen dem Großherzogtum, dass sich bei der Kandidatenauswahl häufig in den Nachbarländern Frankreich und Deutschland bediente, Großes. Bis zum Jahr 1983 fuhr das Land insgesamt fünf Siege ein und steht nach wie vor in den Top Five des Ewigen Medaillenspiegels. Die letzte Platzierung im einstelligen Bereich erreichte Lara Fabian 1988 in Dublin mit "Croire".

Nachdem die Gruppe Modern Times 1993 einen letzten Versuch startete, verzichtete Luxemburg ab 1994 auf die Teilnahme am Eurovision Song Contest. Seither gibt es immer wieder Gerüchte um ein Comeback, die sich aber Jahr für Jahr als falsch erweisen. Auch aus einer "shared participation" mit San Marino wurde schlussendlich nichts. Luxemburg fehlt 2019 zum 26. Mal, womit das Land in Sachen Abstinenz das monegassische Fernsehen überholt hat, dieses pausierte "nur" zwischen 1979 und 2004.

Donnerstag, 19. Juli 2018

Schweiz: Neues Modell soll 2019 zum Erfolg führen



Schweiz - Wie ESCtoday.com meldet, "verschrottet" das Schweiz Fernsehen seinen nationalen Vorentscheid. Wieder einmal kommt ein neuer Modus zum Einsatz, mit dessen Hilfe die Schweizer ihren Repräsentanten für den Song Contest 2019 finden wollen. Der Grund hierfür sind Sparmaßnahmen, die auch eine Liveshow verzichtbar machen. SRF, RTS und RSI werden weiterhin gemeinsam nach einem Kandidaten für die Eurovision suchen.

Aufgrund der finanziellen Situation des Schweizer Fernsehens, das jüngst Kürzungen beim jährlichen Etat hinnehmen musste, verzichten die Schweizer Sender auf eine Live-TV-Show und ersetzen das Televoting durch ein 100köpfiges Jurypanel, bestehend aus Fans und Musikinteressierten sowie einer internationalen Fachjury. Zwischen dem 1. September und dem 1. Oktober können sich interessierte Künstler beim Schweizer Fernsehen melden. Das komplette Regelwerk kann man hier einsehen.

Ausdrücklich geben die Schweizer Rundfunkanstalten eine Anregung, Songs mit inhaltsstarker Message und Bezug zum aktuellen Zeitgeschehen einzureichen. "Bei Eurovision Song Contest geht es u.a. auch darum durch das Aufgreifen von bestimmten Themen die Gefühle der Zuschauer und Juroren zu wecken. Wir ermutigen daher Komponisten und Autoren auch Songs einzureichen, die Themen zum aktuellen Zeitgeschehen aufgreifen oder durch Ihren Inhalt eine emotionale Reaktion oder Wiedererkennung beim ESC Zuschauer hervorrufen.", heißt es im Regelwerk. 

Die 20 internationalen Juroren und das 100köpfige Panel werden alle Einsendungen bewerten, die Rundfunkanstalten SRF, RTS, RSI und RTR haben zusätzlich die Möglichkeit Wildcards zu vergeben. Abgestimmt wird am Ende zu je 50% per internationalem und nationalem Juryvoting. Die Einsparungen am nationalen Vorentscheid sind der Medienreform geschuldet, durch die die SRG besser mit ihrem Budget haushalten muss. In diesem Jahr schieden die Zibbz für die Schweiz erneut im Halbfinale aus.

Mittwoch, 18. Juli 2018

Rumänien: Cerbul de Aur 2018 mit Eurovisionskandidaten



Rumänien - Die Sommermonate bedeuten neben einer gehörigen Eurovisionsflaute auch, dass die Festivalsaison beginnt. So ist dies auch in Rumänien, wo die Trophäe des Goldenen Hirsches, dem "Cerbul de Aur" in Brașov verliehen wird. Mit dabei sind auch einige Eurovisionsteilnehmer, die für ihre Heimatländer antreten. So treten u.a. Ryan O'Shaughnessy und Lidia Isac in der Show auf, die vom rumänischen Sender TVR übertragen wird.

Die Teilnehmer beim Cerbul de Aur 2018:
 Inis Neziri
 Amaliya Margarian
 Kaye Olivier Fabian C
 Kelly-Joyce Bale
 Ryan O'Shaughnessy
 Omer Netzer
 Damiano Borgi
 Tiziana Camelin
 Dinara Kairova
 Antonia Gigovska
 Lidia Isac
 Dora Gaitanovici
 Ovidiu Anton
 Raluca Bejusca
 Jorge Gonzalez
 Sebastian Schmidt
 Karl William Lund
 John Karagiannis

Lidia Isac nahm 2016 für Moldawien in Stockholm teil, John Karagiannis vertrat Zypern ein Jahr zuvor. Ovidiu Anton hätte Rumänien eigentlich 2016 vertreten sollen, da TVR jedoch kurzfristig disqualifiziert wurde, blieb er ohne Eurovisionsteilnahme. Ryan O'Shaughnessy vertrat Irland in diesem Jahr mit "Together" in Lissabon. Daneben sind mit Inis Neziri, Sebastian Schmidt und Karl William Lund auch einige Vorentscheidungsteilnehmer dabei. Das Festival beginnt am 29. August und endet am 1. September.

Deutschland: Aufstockung beim Vorentscheid?



Deutschland - Der deutsche Vorentscheid 2019 wird offenbar aufgestockt. Während in diesem Jahr beim ersten Testlauf des reformierten Vorentscheidungskonzeptes nur fünf Interpreten am Start warten, könnte sich ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber vorstellen, dass Teilnehmerfeld auf acht bis zehn Kandidaten zu erhöhen. Die Qualität der einzelnen Beiträge soll natürlich weiterhin auf hohem Niveau bleiben.

Noch bis Ende Juli können sich interessierte Musiker und Bands für den Vorentscheid bewerben, Eurovision.de hat alle relevanten Informationen, ein FAQ und einen Bewerbungsbogen auf seiner Website zur Verfügung gestellt. Der Vorentscheid selbst wird, nach intensiver Zusammenarbeit mit den Interpreten und Songwritern, wie nicht anders zu erwarten, im ersten Quartal 2019 stattfinden. Ein genaues Datum sowie der Austragungsort stehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Auch die Moderationsfrage beim Vorentscheid scheint noch nicht geklärt. In diesem Jahr erhielt Raab-Ziehsohn Elton gemeinsam mit Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis die Möglichkeit, den deutschen Vorentscheid zu moderieren. Barbara Schöneberger, die in den Jahren zuvor diese Funktion inne hatte, war 2018 terminlich verhindert. Abgesehen von der Aufstockung des Teilnehmerfeldes sollen alle übrigen Faktoren des deutschen Vorentscheid mehr oder weniger erhalten bleiben.

Dienstag, 17. Juli 2018

News-Splitter (666)



Australien - Das australische Fernsehen SBS verliert eine Schlüsselperson in Bezug auf den Eurovision Song Contest. Generaldirektor Michael Ebeid, der sich jahrelang für eine Teilnahme Australiens bei der Eurovision eingesetzt hat, hat nach siebenjährigem Vorsitz seinen Stuhl geräumt. Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, SBS sei für ihn wie eine Familie gewesen. Auch wenn es kaum fraglich sein dürfte, so liegt bislang keine Bestätigung aus Syndey vor, ob Australien auch beim Eurovision Song Contest 2019 vertreten sein wird.

Israel - Da es der Bewerberstadt Eilat am Roten Meer an einer passenden Halle für die Ausrichtung des Eurovision Song Contests mangelt, plant die Stadtverwaltung offenbar zwei Hangars miteinander zu verbinden, um die nötige Personenkapazität von 10.000 Zuschauern zu erfüllen. Dass solche Pläne, auch wenn von einer vollwertigen Halle gesprochen wird, an und für sich zum Scheitern verurteilt sind, zeigten mehrere Bewerber in den vergangenen Jahren. Als wahrscheinlichster Austragungsort für den Eurovision Song Contest 2019 gilt mittlerweile Tel Aviv, das sich zunächst vor einer Austragung scheute.

Kroatien - Nach dem zweiten Platz bei der WM in Russland ist die kroatische Fußballnationalmannschaft wieder im eigenen Land angekommen. Wie die kroatische Zeitung Večernji list berichtet, werden sich hierfür alle Mitglieder der Gruppe Riva zusammenfinden, um die vier WM-Helden Luka Modrić, Šime Vrsaljko, Dominik Livaković und Danijel Subašić aus ihrer Heimatstadt in Zadar zu begrüßen. Die Gruppe um Sängerin Emilija Kokić, Sieger des Song Contests 1989 für Jugoslawien, trat seit 1992 nicht mehr gemeinsam auf. Unterdessen machte die Meldung die Runde, dass der kroatische Abwehrspieler Vedran Ćorluka seine Freundin Franka Batelić heiraten wird. Franka nahm in diesem Jahr mit "Crazy" am Eurovision Song Contest in Lissabon teil.

Montag, 16. Juli 2018

News-Splitter (665)



Israel - Nutella-Naschkatze Imri Ziv hat nach vierjährigem Studium seinen Bachelor in der Tasche. In einer Fragerunde erklärte der israelische Song Contest-Vertreter von Kiew 2017 zudem, dass er sich durchaus vorstellen könnte, Israel erneut beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Beim Song Contest 2017 wurde er mit "I feel alive" 23. im Finale von Kiew. Er war der dritte von bislang vier Interpreten, die mit Hilfe des Castingformats "Hakochav haba" für die Eurovision ausgewählt wurden. In diesem Jahr gelang Netta Barzilai der Sieg in Lissabon mit "Toy".

Jetzt will Mama Faniello zum
Eurovision Song Contest
Malta - Ihre Kinder haben drei Song Contest-Teilnahmen und zahllose Darbietungen beim maltesischen Vorentscheid verbuchen können. Nun ist Mama dran, Anna Faniello, Mutter von Claudia und Fabrizio Faniello hat sich in Valletta mit einer Startnummer der Castingshow "X Factor" ablichten lassen und wird aller Voraussicht nach Teil der ersten Edition sein. Zumindest bei den Live Auditions werden wir sie erleben, wann diese ausgestrahlt werden, ist bislang nicht bekannt. Der Sieger von "X Factor" darf Malta beim Eurovision Song Contest 2019 vertreten.

Griechenland - Wie sie im People Magazine zu Protokoll gab, wurde Kalomoira, griechische Song Contest-Vertreterin 2008 in Belgrad vom griechischen Fernsehen ERT auch für den Wettbewerb in diesem Jahr angeworben. "Alles hörte sich gut an, doch mein Instinkt sagte mir, dass nicht zu machen.", so Kalomoira, die mit "Secret combination" dereinst Dritte wurde. Stattdessen wurde Griechenland von Gianna Terzis vertreten, deren Aus im Semifinale sie überraschend fand. Mit "Oneiro mou" wurde Griechenland lediglich 14. im Semifinale von Lissabon.

Sonntag, 15. Juli 2018

Sommerloch-Voting: Back to the 90's!



Europa - Félicitations France, mit einem 4:2 ging in Moskau das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zu Ende und zum ersten Mal seit meinen frühesten Fernseherinnerungen habe ich kein einziges Spiel im TV verfolgt, was zum einen daran liegt, dass das ZDF bei mir zu Hause aktuell immer noch nicht funktioniert und zum anderen, weil mich dieses Jahr das sportliche Großevent kein bisschen interessiert hat. Selbst die spärliche Punktejagd der deutsche Nationalmannschaft habe ich keine einzige Minute live gesehen.

Appellierte an die Herzen:
Samantha Janus (GB 1991)
Wer gerne mit Zahlen spielt, dürfte an diesem Ergebnis heute seine Freude haben und sich darin bestätigt sehen, dass Frankreich die WM gewinnt, wenn Israel zuvor beim Eurovision Song Contest hatte. So war es 1998, so war es 2018. Und da ich mich in den letzten Tagen musikalisch in die 90er zurückversetzt habe, möchte ich das Sommerloch heuer nicht mit irgendwelchen Cocktails stopfen, sondern einen Aufruf starten. Vor ein paar Jahren haben wir schon mal Vorentscheidungsbeiträge bepunktet, diesmal sollen es 90er-Songs vom Song Contest sein.

Zwischen 1990 und 1999 wurden 236 Beiträge auf der Bühne des Eurovision Song Contests vorgestellt (ich weiß, dass die Dekade von 1991 bis 2000 ging). Zwischen Azúcar Moreno in Zagreb bis Evelyn Samuel & Camille in Jerusalem erlebte der Eurovision Song Contest das Auseinanderbrechen des Ostblocks, zahlreiche junge Nationen strömten in die EBU, 1993 präsentierten sich die ersten Nachkommen des auseinandergebrochenen Jugoslawiens, ein Jahr später folgten andere Länder, die mehrere Dekaden hinterm Eisernen Vorhang verborgen lagen. Sie überzeugten in den Anfangsjahren eher weniger, zeigten sich aber sehr authentisch.

Beendete 1999 den Abend:
Evelyn Samuel aus Estland
Ein slowakischer Rocksong in Dublin kam glaubhafter daher, als eine Samantha Janus, die 1991 in Rom über Hunger, Elend und Verzweiflung sang, dabei aber fast stärker geschminkt und püppchenhafter aussah als ihre Konkurrentin Bebi Doll aus Jugoslawien. Nun möchte ich gerne herausfinden, welche Songs der 90er meine Leser in Erinnerung haben und entsprechend gut fanden bzw. finden. Youtube macht es möglich, dass man sich alle Beiträge dieses Jahrzehnts auch rückwirkend anschauen kann. In diesem Sinne möchte ich gern eure Favoriten sammeln und sortieren.

Schickt mir gerne bis einschließlich 29. Juli 2018 im bewährten Song Contest-Schema eure Top Ten aller Songs von Zagreb 1990 bis Jerusalem 1999 via E-Mail an eurofire.blog@web.de. Um die Frage gleich vorweg zu nehmen: Nein, die ausgeschiedenen Beiträge von 1993 und 1996 fließen nicht mit ins Ranking ein. Ansonsten dürften wohl keine Unklarheiten mehr bestehen. Ich bin gespannt, welche Songs ich demnächst in einem Sommerloch-Ranking präsentieren darf. Euch allen einen schönen Abend und den Frankreich-Fans unter euch herzlichen Glückwunsch.

Samstag, 14. Juli 2018

Eurovision Asia: Wettbewerb weiterhin "auf Sicht"


Malaysia - Vor rund einem Jahr hat die Europäische Rundfunkunion den Eurovision Asia Song Contest angekündigt. Seit dieser Ankündigung ist allerdings erneut nicht mehr viel passiert. Die EBU hat in einem Statement gegenüber ESCxtra.com erklärt, dass sich die Vorbereitungen des asiatischen Pendants zum Eurovision Song Contest noch in einem sehr frühen Stadium befinden. Dass die erste Ausgabe fristgerecht über die Bühne geht ist so unwahrscheinlich wie die Fertigstellung des Berliner Flughafens.

Die EBU arbeitet demnach sehr eng mit den lokalen Organisatoren vor Ort zusammen, die Partnerschaft fruchtet offenbar aber nicht in dem Maße, das man sich erhofft hat. Sobald es Neuigkeiten gibt, werden sich die Partner aus Asien mitteilen, heißt es aus Genf. Nach der Bekanntgabe, dass ein solcher Wettbewerb stattfinden wird, eigentlich im Oktober 2018, sagten bereits einige Rundfunkanstalten ihre Teilnahme zu, von den Malediven über China bis hin zu pazifischen Inselstaaten wie Vanuatu oder den Salomonen.

Eine Mitgliedschaft in der Asia-Pacific Broadcasting Union ist demnach nicht zwingend erforderlich, was auch die Teilnahme anderer Nationen, die zwar im asiatisch-pazifischen Raum liegen, aber nicht Teil der Union sind, ermöglichen könnte. Trotz allem scheint der Zeitplan, wie schon bei so vielen angekündigten Wettbewerben in Asien, ins Stocken zu geraten. Bislang ist offenkundig nicht einmal fix bestätigt, wo der erste asiatische Eurovisionswettbewerb stattfinden soll, von Hongkong über Sydney bis hin zu Singapur ist alles offen.

Eurovision 2019: Der Stand der Dinge



Europa - Alljährlich ist der Sommer eine Zeit, in dem die Nachrichten rund um den Eurovision Song Contest nur vereinzelt zu Tage kommen und es kaum Neuigkeiten rund um unseren Lieblingswettbewerb gibt. Zuletzt bestätigte das wallonische Fernsehen RTBF seine Präsenz beim 64. Eurovision Song Contest in Israel. Da Belgien aber nicht die einzige Nation ist, die sich bereits für das nächste Jahr angekündigt hat, wollen wir mal eine aktuelle Zusammenfassung liefern, wer, wann, wo und vor allem was gesagt hat.

Andorra - Das andorranische Fernsehen RTVA hat bereits sehr früh zu verstehen gegeben, dass ein Comeback zum Eurovision Song Contest die finanziellen Grenzen des Senders mehr als überschreitet. Generaldirektor Xavi Mujal sagte: "Das liegt vor allem an den Teilnahmekosten und der Logistik, die für jeden Wettbewerb notwendig sind, die für ein kleines Unternehmen wie uns zu hoch sind."

Belgien - Gestern sagte das wallonische Fernsehen RTBF, das 2019 die Zügel in der Hand hat, für den Eurovision Song Contest zu. Allerdings ist noch nicht bekannt, ob der Sender seiner Linie treu bleibt und intern nach einem Kandidaten sucht oder einen nationalen Vorentscheid austrägt, was allerdings ziemlich ungewöhnlich wäre, da dies eher nach dem Gusto des flämischen Fernsehens wäre.

Bosnien-Herzegowina - Mehr als sechs Millionen Schweizer Franken schuldet der bosnische Staatssender der Europäischen Rundfunkunion für Lizenzen und Übertragungsrechte. Solange diese Rechnungen nicht beglichen sind, wurde BHRT von allen Dienstleistungen der Eurovision ausgeschlossen und kann daher logischerweise auch nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen. 

Bulgarien - Delegationsleiterin Joana Levieva-Sawyer bestätigte bereits wenige Tage nach dem Finale von Lissabon, dass BNT weiterhin bulgarischen Musikern die Möglichkeit bieten möchte, sich und Bulgarien auf der großen Bühne zu repräsentieren. "Unser Ziel ist es, weiterhin zur Qualität des Wettbewerbs beizutragen.", heißt es aus Sofia, Einzelheiten verriet sie aber nicht.

Dänemark - Auch im Jahr 2019 wird es wieder einen Dansk Melodi Grand Prix geben, bestätigte DR-Unterhaltungschef Jan Lagermand Lundme im Mai. Nach der Top Ten-Platzierung mit Rasmussen werde man weiterhin fokussiert mit den Künstlern an servierfertigen Performances arbeiten, sodass man kaum Änderungen zwischen Vorentscheid und Song Contest-Auftritt vornehmen müsse.

Deutschland - Am Format werden nur noch Feinjustierungen durchgeführt, ansonsten bleibt der Ablauf des deutschen Vorentscheid erhalten. 2019 wird wieder durch ein mehrschichtiges Konzept mit Hilfe eines 100köpfigen Euro-Panels, einer Expertenjury und dem Publikum nach dem Vertreter für Israel gesucht. Die Deadline, um Deutschland im nächsten Jahr zu vertreten endet Ende Juli.

Estland - Das estnische Fernsehen ERR hat seine Teilnahmebestätigung für 2019 bereits vor dem Finale von Lissabon abgegeben und startet mit einem neuen Produktionsleiter in die Saison. Der Eesti Laul wird auch im kommenden Jahr wieder abgehalten und sein Sieger zum Eurovision Song Contest geschickt. Genaue Daten stehen aber noch nicht fest.

Finnland - "Uuden Musiikin Kilpailu", der finnische Vorentscheid wird auch im nächsten Jahr wieder stattfinden. Hierzu verschickt der Sender YLE Einladungen an interessante Künstler, ein öffentlicher Aufruf wurde heuer nicht gestartet. Produzent Anssi Autio sagte, dieses Verfahren ermögliche eine bessere Vorbereitung und Zusammenarbeit mit dem Künstler auf den Auftritt beim Song Contest.

Frankreich - France 2 sucht bereits nach interessierten Bewerbern für seinen Vorentscheid "Destination Eurovision". Nachdem das Verfahren in diesem Jahr auf so große Resonanz beim französischen Publikum gestoßen ist, wird Frankreich seinen Kandidaten für Israel 2019 auf eben jene Art und Weise wieder auswählen. Bis zum 30. November läuft die Bewerbungsphase.

Irland - RTÉ hat sich bisher nicht zum Song Contest 2019 geäußert. Im eigenen Land kochen hingegen die Emotionen über. Die eine Seite fordert aus Solidarität zu den Palästinensern einen Boykott der Veranstaltung, die andere Seite, darunter der irische Außenminister Simon Coveney fordern, dass Irland auch im nächsten Jahr als Zeichen der Verständigung an der Eurovision teilnimmt. 

Island - Noch ausstehend ist die Bestätigung des isländischen Fernsehens RÚV. Über 25.000 Isländer haben eine Petition unterzeichnet, den Wettbewerb 2019 zu boykottieren. Die Initiatoren möchten damit ihren Protest gegen die Grenzverletzungen im Gazastreifen aufmerksam machen. RÚV hat sich bisher in Zurückhaltung geübt und keinen Kommentar abgegeben.

Israel - Als Gastgeber des Eurovision Song Contests 2019 wird Israel natürlich mit dabei sein. Der Vertreter Israels wird wieder einmal durch die Castingshow "Hakochav haba" ermittelt. Darüber hinaus suchen der Sender IPBC und die EBU momentan nach einem Termin für den Song Contest und einen geeigneten Austragungsort.

Italien - Eine offizielle Teilnahmebestätigung fehlt zwar von der RAI aus Italien noch, doch darf man fest davon ausgehen, dass der Sender 2019 wieder mit dabei sein wird. Die Termine für das San Remo-Festival stehen bereits fest, vom 5. bis 9. Februar trifft sich das Who is who der italienischen Musikszene wieder im Teatro Ariston an der ligurischen Blumenriviera.

Kosovo - Ein kosovarisches Debüt ist nicht so greifbar, wie uns der Sender RTK uns das immer wieder vermittelt. Es gibt zwar Gespräche über eine vertiefende Zusammenarbeit mit der Europäischen Rundfunkunion, von einer Aufnahme in die Union ist nach einem Statement der EBU aber nicht die Rede. Hinzu kommt, dass Gastgeber Israel den Kosovo bislang nicht als eigenständige Nation anerkennt.

Kroatien - HRT hat die feste Absicht, im nächsten Jahr am Eurovision Song Contest teilzunehmen und wägt nach eigenen Angaben verschiedene Modelle ab, wie der Interpret für Israel 2019 ermittelt werden könnte. Da Kroatien im morgigen Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft steht, liegt die Priorität bei HRT natürlich zunächst auf dem sportlichen Event und nicht im musikalischen Bereich.

Liechtenstein - "Das absolute 300 Jahr Highlight wird die Teilnahme Liechtensteins beim Eurovision Song Contest in 2019.", polterte eine Pressemitteilung des Senders 1FL TV im Novebmer letzten Jahres und kündigt, wie jedes Jahr seit der Gründung 2008 sein Debüt bei Europas größtem Liederwettbewerb an. Daraus geworden ist bisher noch nie etwas, Redaktionsleiter Peter Kölbel erklärte aber, die Verhandlungen mit der EBU verlaufen in "freundlicher Atmosphäre".

Malta - Das maltesische Fernsehen bricht mit seinem bisherigen Konzept "Malta Song For Europe" und räumt dem Sieger der ersten Staffel von "X Factor Malta" die Möglichkeit ein, sein Land beim Song Contest 2019 zu vertreten. Für Malta hatte es die letzten beiden Jahre mit routinierten Interpretinnen nicht für die Qualifikation gereicht.

Neuseeland - Die EU-Abgeordnete Cecilia Malmström stellte Neuseeland bei einem Besuch in Aussicht am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Anders als in Australien gibt es in Neuseeland aber keine Fankultur für den Wettbewerb, in den letzten Jahren übertrug TVNZ nicht einmal den Wettbewerb. Zudem hat die EU nichts mit dem Song Contest zu tun, sodass die Nachricht nicht mehr als ein Aufmacher im Sommerloch war.

Norwegen - Am 31. Januar 2018 bestätigte das norwegische Fernsehen NRK als allererste Nation seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2019, da war Alexander Rybak noch nicht einmal für Lissabon ausgewählt. NRK öffnete bis einschließlich 9. September das Bewerbungsfenster für interessierte Interpreten und Komponisten. Im März 2019 dürfte dann wieder der Melodi Grand Prix stattfinden.

Österreich - "Bezüglich der Teilnahme am Eurovision Song Contest 2019 in Israel sowie zum allfälligen Auswahlprozess liegen uns zum derzeitigen Zeitpunkt leider noch keine Informationen vor.", hieß es Ende Mai aus Wien. Bisher hat sich der ORF nicht zu den Plänen für das nächste Jahr geäußert, eine Reise nach Israel ist aber mehr als wahrscheinlich und die Bestätigung Formsache.

Polen - Im Programmplan des Senders TVP taucht die Übertragung und Teilnahme am Eurovision Song Contest 2019 auf. Somit liegt zumindest eine vorläufige Bestätigung vor. Detaillierte Einzelheiten aus Warschau bezüglich eines nationalen Vorentscheid oder einer anderweitigen Auswahl liegen aktuell noch nicht vor.

Rumänien - Die Führungsetage von TVR kündigte nach dem ersten Aus im Semifinale überhaupt Konsequenzen an und plant, für das nächste Jahr Schlüsselpositionen neu zu besetzen. Dass Rumänien im nächsten Jahr wieder mit dabei ist, gilt daher als sehr wahrscheinlich, auch wenn noch kein finales OK aus Bukarest zu hören war.

San Marino - Der Vorentscheid "1in360" soll nach Angaben der Produzenten im nächsten Jahr weitergehen. Dennoch hat sich das sanmarinesische Fernsehen SMRTV bisher nicht dazu geäußert, ob die Show auch im Zusammenhang mit einer möglichen Teilnahme in Israel steht. Bisher hat der Sender es vermieden, ein Statement zu einer potentiellen Teilnahme abzugeben.

Schweden - Ohne Frage, Schweden ist im nächsten Jahr mit dabei. Am 17. September endet die Bewerbungsfrist für das Melodifestivalen 2019. Christer Björkmans Lebenswerk wird erneut in der Wintersaison durch Schweden touren, als Ausrichter für die Andra Chansen ist die Stadt Östersund im Gespräch. Das Konzept der Show bleibt identisch zu bisherigen Ausgaben, insgesamt gibt es sechs Shows, bis der schwedische Vertreter feststeht.

Schweiz - Trotz starker Leistung in Lissabon flog die Schweiz abermals aus dem Halbfinale. Dennoch werde SRF weiter am Eurovision Song Contest festhalten und gemeinsam mit den drei übrigen Rundfunkanstalten eine "große Entscheidungsshow" veranstalten. Das französischsprachige Fernsehen prüft bereits die Möglichkeit mit der "Option Musique" Teilnehmer für die Show 2019 auszuwählen.

Serbien - Schon während der Probenwochen in Lissabon erklärten Sprecher des serbischen Fernsehens RTS, dass die Neuauflage der Beovizija gezündet hat und man für das nächste Jahr erneut auf den serbischen Vorentscheid zurückgreifen werde. Serbien war damit das erste Land von der Balkanhalbinsel, dass seine Teilnahme 2019 bestätigte. Details zur Beovizija stehen aber noch aus.

Slowakei - "Der Eurovision Song Contest liegt über unseren finanziellen Möglichkeiten, sodass wir nicht zurückkehren können.", ließ der slowakische Senderdirektor Jaroslav Řezník Ende Mai diesen Jahres mitteilen. Die Slowakei, die zuletzt 2012 in Baku mit dabei war, wird erneut aussetzen müssen, obwohl die Nachbarn aus Tschechien gezeigt haben, dass auch chronisch erfolglose Länder mit dem richtigen Song punkten können.

Spanien - Ein 100%iges "Ja" liegt aus Spanien nicht vor, trotz allem hatten die Kandidaten der Operación Triunfo bei Vertragsschluss auch eine Klausel gegenzuzeichnen, die ihnen die Möglichkeit bietet, Spanien beim Eurovision Song Contest 2019 zu vertreten. RTVE hatte mit der Rückkehr zur Castingshow einen Quotenerfolg gelandet und dürfte trotz der Pleite von Alfred & Amaia an seinem Verfahren festhalten.

Tschechien - Martina Pokludová von Česká Televize erklärte, dass man nach dem Achtungserfolg von Mikolas Josef intensive Gespräche führen werde und sich zu einem geeignetem Zeitpunkt über die Pläne für das kommende Jahr äußern werde. Tschechien ist noch nicht auf der Teilnehmerliste für 2019 zu finden, die Bestätigung dürfte nach dem besten Ergebnis des Landes aber früher oder später eintrudeln.

Türkei - Premierminister Binali Yıldırım wetterte gegen die Organisatoren des Wettbewerbs, die Abstimmung sei zu einem Ränkespiel der Europäischen Rundfunkunion verkommen, die alles daran gelegt hätte, dass Israel gewinnt. Immer wieder gibt hagelt es aus Ankara abfällige Bemerkungen und der inzwischen politisch besetzte Senderapparat von TRT steigt mit ein. Somit wird die Türkei sehr wahrscheinlich keine Tickets für 2019 buchen.

Zypern - Mitte Juni bestätigte das zypriotische Fernsehen CyBC seine Teilnahme im nächsten Jahr. Angeheizt wurde die frühe Bestätigung durch den zweiten Platz von Eleni Foureira in Lissabon. Ob und wann der Kandidat wieder durch eine interne Entscheidung ausgewählt wird oder es wieder einmal einen zypriotischen Vorentscheid geben wird, ist derzeit noch nicht fix.