Mittwoch, 26. Mai 2021

Spanien: Scharfe Kritik gegenüber RTVE


Spanien
- Auch nach der neuerlichen Pleite für den spanischen Sänger Blas Cantó beim Eurovision Song Contest in Rotterdam gibt es große Kritik am spanischen Sender RTVE. Vom neuen Senderdirektor José Manuel Pérez Tornero werden demnach Neubesetzungen innerhalb der spanischen Delegation gefordert, um die Phase diverser Misserfolge zu beenden. Konkret geht es dabei um die Neubesetzung der Posten der Delegationsleiterin Ana María Bordás und des Unterhaltungschefs Toñi Prieto.

Bordás übernahm zunächst temporär die Funktion als Delegationsleiterin, nachdem ihr Vorgänger Federico Llano nach dem Wertungsdrama beim Vorentscheid Objetivo Eurovisión seinen Hut nahm. Kritik gibt es auch von mehreren ehemaligen Vertretern Spaniens, u.a. Karina, die 1971 für Spanien nach Dublin fuhr. Von ihr heißt es: "RTVE glaubt nicht an den Wettbewerb und dafür kann man weder die Sänger noch die Songs verantwortlich machen, sie müssen einfach wieder an die Eurovision glauben." Ähnliche Kritik äußerten Soraya Arnelas und Lucía Pérez.

Anders als zum Beispiel im Vereinigten Königreich suchen die spanischen Medien den Schuldigen jedoch nicht außerhalb der Landesgrenzen, sondern fragen sich, wie etwa die Zeitung El País, warum es Spanien nicht schafft, mit anderen Ländern gleichzuziehen. Ähnlich wie beim NDR vertritt der Sender RTVE jedoch derzeit die Auffassung, dass nicht zu gewinnen nicht gleichzeitig auch ein Versagen darstellt. Andererseits ist Spanien das einzige Land der Big Five, das seit mehreren Jahren grundsätzlich jenseits von Platz 20 landet und bescherte RTVE zuletzt eine Quote von 29,4% Marktanteil mit rund vier Millionen Zuschauern.

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