Dienstag, 12. November 2019

Norwegen: Melodi Grand Prix zieht nach Trondheim um


Norwegen - Erstmals seit den späten 80er Jahren wird der norwegische Vorentscheid nicht in Oslo stattfinden. 1989, als Britt Synnøve Johansen mit "Venners nærhet" gewann, fand der Melodi Grand Prix in Stavanger statt, seither wurde er immer in der norwegischen Hauptstadt ausgetragen. Dies soll sich 2020 ändern. Nachdem diverse Regeländerungen und neue regionale Vorrunden angekündigt wurden, bestätigte NRK-Delegationsleiter Stig Karlsen, dass man in die Provinz ausweicht.

Zwar sollen die Vorrunden in Oslo ausgetragen werden, das große Finale mit zehn Interpreten geht allerdings nach Trondheim. Das Trondheim Spektrum bietet rund 12.000 Zuschauern Platz und sei laut Karlsen an der Reihe, eine große Party am 15. Februar 2020 auszurichten. Geplant ist seiner Aussage nach eine "große Show mit Konfetti, Pyroeffekten und großartigen Künstlern die fantastische Lieder performen" werden. Bis es soweit ist, müssen allerdings erst einmal fünf Vorrunden überstanden werden.


NRK behält sich vor fünf Interpreten intern für das Finale auszuwählen, hinzu kommt pro Vorrunde jeweils ein Kandidat aus den regionalen Shows, die nach geographischen Kriterien besetzt werden. So umschließt die Vorrunde "Nord-Norge" beispielsweise nur Künstler, die in den Provinzen Nordland, Troms, Finnmark und Svalbard gelistet sind. Die Landesteile waren in früheren Melodi Grand Prix-Finals schon einmal von Bedeutung als Juroren der jeweiligen Regionen ihre Stimmen an die Finalisten vergeben haben.


Landesteil
Fylke (Provinzen)
Nord-Norge
 Finnmark,  Nordland,  Troms,  Svalbard
Trøndelag
 Trøndelag
Østlandet
 Hordaland,  Møre og Romsdal,  Rogaland, 
 Sogn og Fjordane
Vestlandet
 Akershus,  Buskerud,  Hedmark,   Oppland, 
 Oslo Telemark,  Vestfold,  Østfold
Sørlandet
 Aust-Agder,  Vest-Agder

Was die einzelnen Fylke, also die Provinzen angeht, gilt es allerdings hinzuzufügen, dass sie nur noch bis zum 31. Dezember diesen Jahres Bestand haben. Ähnlich wie Frankreich seine Regionen zusammengewürfelt und neu sortiert hat, beschloss auch das norwegische Storting 2017, die einzelnen Provinzen zu sechs neuen Regionen zusammenzuschließen, lediglich Spitzbergen, das gemeinhin auch nicht zu den eigentlichen Provinzen zählt, behält seinen ursprünglichen Status. Begründet wird die Fusion der Provinzen durch mögliche verwaltungstechnische Kosteneinsparungen.

Sonntag, 10. November 2019

Beyond Eurovision (67): Indonesien



Indonesien - 17.508 Inseln und über 264 Millionen Einwohner, von denen die Hälfte auf der Insel Java lebt, zeichnen die Republik Indonesien aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg löste sich Indonesien von den Niederlanden und entwickelte sich unter Langzeitdiktatoren wie Suharto zu einer der größten Volkswirtschaften Asiens. Bekannt ist das Land zum einen für seine touristisch erschlossenen Inseln Bali, Lombok und Komodo, andererseits für bedrohte Natur auf Borneo und Sumatra. Dazwischen entwickelte sich eine spannende und vielfältige Kultur.

 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Jakarta
Sprachen
Indonesisch
Fläche
1.904.569km²
Währung
Indones. Rupiah (Rp.)
Einwohner
264,1 Mio.
Internet-TLD
.id
Zeitzone
UTC+7 bis UTC+9
Wiki-Info

Schon zur Kolonialzeit machten Gamelans, indonesische Orchester und Puppen- und Schattenspiele von sich Reden. Die Musik des Landes lässt sich nicht einheitlich zusammenfassen, dafür sind die einzelnen Regionen des Landes zu verschieden. Die traditionelle Musik der islamisch geprägten Region Aceh im Norden von Sumatra weicht deutlich von der der unterdrückten Völker in Westpapua ab, dazwischen liegen noch diverse andere ethnische Gruppen von den Gewürzinseln, den Molukken über Sulawesi bis in die Hauptstadt Jakarta. Lediglich die moderne Popmusik lässt sich heute grob als I-Pop zusammenfassen.


Ab den 60er Jahren entwickelte sich die heutige Popkultur in Indonesien, die stark von westlichen Einflüssen, etwa aus Amerika, Großbritannien, Japan oder Korea geprägt wurde, vermischt mit malaiischem und nationalem Folk. Zeitgenössische Künstler, die heute von MTV Asia mit Sitz in Singapur gespielt werden, sind beispielsweise die Gruppe Noah, D'Masiv oder Anggun, die 2012 für Frankreich zum Eurovision Song Contest nach Baku gefahren ist, mit "Echo (You and I)" aber nur bescheiden abschnitt. Präsent ist bis heute das Damen-Sextett Sensation of Stage, das sich kurz einfach nur S.O.S. nennt.

2012 wurde die Gruppe durch das Castingformat Galaxy Superstar geformt und macht seither gemeinsam Musik. Dazu gehören Maria Budiman, Sannia Arumasari, Jodis Mangiwa, Andi Manambung, Veronica Febrianty und Yedi Dongoran. 2013 erschien mit "Start of Sensation" das erste Album, auf dem das hier vorgestellte "Drop it low" enthalten war. Der ganz große Erfolg blieb der Gruppe allerdings verwehrt, im Anschluss folgten nur kleinere Singleveröffentlichungen. Dennoch finde ich dieses Lied charakteristisch für den Phänotyp der asiatischen Girlband, der auch aus Korea oder Japan hätte kommen können und so sind sie unser Sonntagshäppchen für unsere weltweite "Beyond"-Reise.

S.O.S. - Drop it low

Italien: Nicola Caligiore verlässt RAI



Italien Und noch ein bekannter Name aus dem Kreis des Eurovision Song Contests nimmt Abschied. Wie die italienische Website eurofestivalnews.com meldet, tritt Nicola Caligiore nach dem Junior Eurovision Song Contest in Gleiwitz als Delegationsleiter der italienischen RAI zurück und verlässt nicht nur den Sender sondern gibt auch seinen Platz in der Reference Group bei der Europäischen Rundfunkunion ab. Er war seit der Rückkehr Italiens zum Song Contest 2011 als Delegationsleiter tätig.

Auch wenn es ihm nicht allein zu verdanken ist, so hat Nicola Caligiore in den letzten Jahren doch mit viel Engagement dafür gesorgt, dass der Eurovision Song Contest in Italien wieder ins kollektive Gedächtnis gerufen wurde und das Land zum erfolgreichsten Big Five-Mitglied dieser Dekade gemacht. Unter seiner Führung erholten sich die Quoten des Wettbewerbs, der fast eine Generation lang nicht im italienischen Fernsehen zu sehen war und brachte Italien gleichzeitig auch zum Junior Eurovision Song Contest. 

Er ist nach Jan Bors bereits der zweite Delegationsleiter innerhalb von wenigen Wochen, der seinen Posten räumt. Sogleich machen unter Eurovisionsfans Meldungen die Runde, er würde sich für den Job als Executive Supervisor des Song Contests interessieren, seine Beweggründe die RAI zu verlassen, teilte Caligiore allerdings nicht mit. Italien ist bereits für den Song Contest 2020 in Rotterdam gemeldet und wird seinen Vertreter wie in den letzten Jahren auch, mittels San Remo-Festival im Februar ermitteln.

Beyond Eurovision (66): Åland



Åland - Am Eingang des Bottnischen Meerbusens erstreckt sich zwischen Schweden und Finnland der Archipel der Ålandinseln. Anders als im Rest Finnlands ist Schwedisch hier die einzige offizielle Amtssprache. Die Inseln gehören zwar zu Finnland, genießen allerdings weitreichende Autonomie. Zudem sind sie vor allem für den Schifffahrtsverkehr abhängig, der Touristen auf die Inseln spült, die hier aufgrund steuerlicher Sonderregelungen zollfrei einkaufen können. Daher hat sich insbesondere von schwedischer Seite her ein reger Einkaufstourismus, vergleichbar mit der Insel Helgoland, entwickelt.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Mariehamn
Sprachen
Schwedisch
Fläche
1.580km²
Währung
Euro (€)
Einwohner
29.100
Internet-TLD
.ax
Zeitzone
UTC+2
Wiki-Info

Während das åländische Tourismusbüro im Jahr 1964 nur knappe 300.000 Besucher, vornehmlich Tagestouristen zählte, waren es heuer 1,5 Millionen. Wer doch mehr als die Tax-Free-Shops sehen möchte, kann sich per Fahrrad einen Überblick über die zerfledderte Inselwelt machen und von gemütlichen Dörfern bis hin zum Aktiv- und Angelurlaub alles machen, was auch die großen Nationen Skandinaviens zu bieten haben. Markant für die Ålandinseln sind die zahlreichen traditionellen Bauernhöfe, zu denen früher auf jeden Fall eine Windmühle gehörte. Noch heute sind rund 100 davon in Betrieb.

Überschaubar ist hingegen der Musikmarkt der Ålandinseln. Abgesehen von einigen Folkloregruppen, die die altehrwürdigen Kulturgüter pflegen und vor allem dem Tourismus dienlich sind, hat sich zumindest eine recht stattliche Gothic- und Metalszene durchsetzen können, wo man doch die Nähe zu Finnland spürt. Seit 2009 existiert so beispielsweise die Gruppe Lamori aus der Hauptstadt Mariehamn, bestehend aus Sänger Matias, Gitarrist Pellas, Bassist Mikael, Keyboarder Jens und Schlagzeuger Sanchez. 

Musikalisch inspiriert wurden sie vor allem durch die Großen des Genres, Metallica, Iron Maiden oder auch HIM, wenngleich ihr Stil wesentlich schwerer und dunkler ist. Das Debütalbum "Deadley desires" erschien im Jahr 2013, unmittelbar darauf folgte ein erster Plattenvertrag, 2016 mit "To die once again" das erste große Album. Ihr Erfolg beschränkt sich vornehmlich auf die Anrainerstaaten Schweden und Finnland. 2020 soll mit "Neo Noir - The New Black" ein neues Album erscheinen. Vorstellen möchte ich an dieser Stelle das düstere "Follow the ghost", eines der melodischsten Lieder der Band die ich entdeckt habe.

Lamori - Follow the ghost

Slowenien: Erste Woche der EMA Freš abgeschlossen



Slowenien - Die ersten Duelle beim vorangeschalteten Auswahlmodus EMA Freš sind absolviert, nach drei K.o.-Duellen standen entsprechend drei Bewerber zur Auswahl, von denen sich zwei nunmehr für das Finale der slowenischen Vorrunde qualifiziert haben. Nicht gereicht hat es demnach für Martina und ihren Titel "Pleši", während Stella und das Duo Younite sich für das Zwischenfinale qualfiizieren konnten. In der kommenden Woche geht es mit drei Duellen weiter.

Die Duelle der nächsten Woche:
11.11.19 - Klarity vs. Tilen Lotrič
12.11.19 - Marko Škof vs. Petra Ceglar
13.11.19 - Parvani Violet vs. Sara Petešič

Die bislang ausgeschiedenen Kandidaten können sich aber weiterhin Hoffnungen auf einen Startplatz machen, da der Sender RTVSlo noch einen zweiten Durchgang anbietet, über den sich vier weitere Lucky Loser qualifizieren. Das Finale mit zehn Kandidaten findet im Anschluss daran statt, die beiden Bestplatzierten erhalten einen Startplatz bei der EMA, dem slowenischen Vorentscheid für Rotterdam.

Samstag, 9. November 2019

Spices: Moldawien mit interner Vorauswahl?



Moldawien - Besonders still ist es nach wie vor um Moldawien, ein Land, das 2005 den Sprung in den Kreis der Eurovisionsfamilie geschafft hat. Damals berichtete ESCtoday.com exklusiv über die Premiere des südosteuropäischen Landes beim Song Contest in Kiew. Damals belegte die Gruppe Zdob și Zdub aus dem Stand heraus den sechsten Platz, ein Ergebnis das erst 2017 durch das SunStroke Project getoppt werden konnte. Die meisten Beiträge des Landes wurden durch einen Vorentscheid ermittelt.

Zuletzt bestimmte der Sender TRM 2007 eine Interpretin auf internem Wege für den Song Contest. Natalia Barbu musste für ihre Teilnahme in Vorkasse gehen und erhielt die Auslagen nur unter der Bedingung wieder, beim Song Contest mindestens den zehnten Platz zu belegen, was ihr mit Ach und Krach auch gelang, "Fight" erzielte 109 Punkte, Marija Šestić aus Bosnien-Herzegowina 106 Punkte. Damit sicherte sie sich nicht nur Platz zehn sondern auch einen Haufen Geld.

Geld ist bei Moldawien oder der Republik Moldau, wie sie offiziell heißt, öfters so eine Sache, weshalb Gerüchten zufolge für 2020 wieder eine interne Auswahl zur Debatte steht. Zwar liegt bislang noch keine Bestätigung der Teilnahme aus Chișinău vor, mit einer Teilnahme darf allerdings fest gerechnet werden, nicht zuletzt weil die Eurovision eine der wenigen Möglichkeiten ist, das Land europa- und weitwelt für einen Augenblick ins Rampenlicht zu rücken. 

Wie ESCxtra.com mit einem Fragezeichen berichtet, halten sich nunmehr die Gerüchte, TRM stünde bereits mit einem namhaften Interpreten in Verhandlungen, auch einen Komponist habe man angeblich schon gefunden. Ob dieser auf den Namen Phillip Kirkorow hört oder ob es sich bei der ganzen Geschichte um ein Windei handelt bleibt abzuwarten. TRM hat sich bisher in keinster Weise zum Eurovision Song Contest 2020 geäußert. Zuletzt schied die Sängerin Anna Odobescu mit dem klassischen "Stay" im Halbfinale von Tel Aviv aus.

Montenegro: Doch noch keine finale Entscheidung getroffen



Montenegro - Gestern hieß es noch, die Würfel in Montenegro seien gefallen, heute machen Meldungen die Runde, dass in Podgorica noch gar nichts entschieden wurde und man weiterhin Teil der provisorischen Starterliste für den Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam sei. Diese Meldung verbreitete das montenegrinische Nachrichtenportal vijesti.me und beruft sich dabei auf den Generaldirektor von RTCG.

Božidar Šundić, der eben jene Position beim montenegrinischen Fernsehen bekleidet, sagte auf Anfrage: "Ich weiß nicht, wer diese Information verbreitet hat, aber es kann nicht richtig und offiziell sein, weil wir nicht über die Eurovision sprechen können, solange der Rat von RTCG darüber entschieden hat.", er selbst könne als Generaldirektor keine alleinige Entscheidung über die Song Contest-Teilnahme fällen.

Diese senderinternen Gespräche sollen in den kommenden Tagen geführt werden, sodass eine verbindliche Ab- oder Zusage in der nächsten Woche getroffen werden kann. Solange bleibt Montenegro einer von 41 Startern auf der provisorischen Teilnehmerliste für Rotterdam. Gestern meldeten mehrere Websites, dass RTCG trotz gründlicher Vorplanung und Beratung nicht die vorgegebenen Anforderungen erfüllen könne, die an eine Teilnahme geknüpft sind.

Freitag, 8. November 2019

Montenegro: RTCG sagt Teilnahme in Rotterdam ab


Montenegro - Im nächsten Jahr werden wir keinen Beitrag aus Montenegro beim Eurovision Song Contest hören. Wie das montenegrinische Fernsehen RTCG gegenüber ESCtoday.com bestätigt hat, hat man sich regelkonform von der provisorischen Teilnehmerliste des Wettbewerbs streichen lassen. Im Kern heißt es, man habe das Beste versucht, es am Ende aber doch nicht geschafft, die Anforderungen an Rotterdam 2020 zu erfüllen, weshalb man in Podgorica diesen Schritt gehen muss.

RTCG hatte sich eigens hierfür von der Europäischen Rundfunkunion eine Fristverlängerung bis zum 10. Oktober erbeten. Ursprünglich hatte RTCG sogar darauf spekuliert den nationalen Vorentscheid Montevizija von fünf auf bis zu 20 Interpreten auszudehnen, diese Plänen stehen nun aber entweder organisatorische oder, was eher wahrscheinlich ist, finanzielle Aspekte im Weg, weshalb sich Montenegro nach 2009 für zwei Jahre vom Song Contest zurückzog und weder in Oslo noch in Düsseldorf dabei war.

In diesem Jahr verpasste die Gruppe D-Moll mit "Heaven" zum vierten Mal in Folge den Finaleinzug Montenegros. Das Land, das seit 2007 als eigenständige Nation am Wettbewerb teilnimmt, konnte sich bisher nur zweimal für das Finale qualifizieren, das beste Ergebnis erreichte der Sänger Knez 2015 mit "Adio" in Wien, zuvor nahm man als Teil Jugoslawiens oder im Staatenbund Serbien-Montenegro am Song Contest teil. Die Zahl der bestätigten Nationen beim Eurovision Song Contest sinkt damit wieder auf 40, Statements fehlen bislang weiterhin aus Ungarn und Moldawien.

Donnerstag, 7. November 2019

Beyond Eurovision (65): San Marino



San Marino - Es gibt Länder, die wurden vor wenigen Jahren unabhängig und haben eine derart reichhaltige Musikszene, dass es schwer wird einen Künstler für dieses Format auszuwählen und es gibt Länder, die sind seit Jahrhunderten auf der Landkarte eingetragen und dennoch hat man das Gefühl, dass sämtliche Musiker, die dort ihre Wurzeln haben in den letzten Jahren schon zum Eurovision Song Contest gescheucht wurden. San Marino beispielsweise hat außer einem kleinen Markt für Metal-Fans eigentlich nur eine handvoll Interpreten, die innerhalb der Landesgrenzen geboren wurden.

 Schnelle Fakten
Hauptstadt
San Marino
Sprachen
Italienisch
Fläche
61km²
Währung
Euro (€)
Einwohner
33.400
Internet-TLD
.sm
Zeitzone
UTC+2
Wiki-Info

Dies erschwert logischerweise auch die Suche, wenn man Google zunächst soweit bringen muss, alle Song Contest-Teilnehmer der letzten Jahre wie etwa Valentina Monetta, auszublenden. Nicht einmal die englischsprachige Version von Wikipedia weiß mehr zu berichten, als dass es im 17. Jahrhundert einen Komponisten namens Francesco Maria Marini di Pesaro gab, 1894 von Federico Consolo eine textlose Nationalhymne mit dem unkreativen Titel "Inno Nazionale della Republica" komponiert wurde und der einzige musikalisch spannende Auftritt im Land die Blasmusik der sanmarinesischen Streitkräfte ist.

Der Mangel hat Künstlern, unabhängig von ihrem Erfolg, verleitet San Marino immer wieder Song Contest-Teilnehmer aus dem Ausland einzuladen, wie z.B. Serhat aus der Türkei oder die gleiche Künstlerin gleich vier Mal zu nominieren, wie es mit Valentina Monetta getan wurde. Dazwischen waren tatsächlich aber auch lokale Interpreten wie die beiden Junior-Teilnehmer Anita Simoncini und Michele Perniola, die nach Kräften von Ralph Siegel unterstützt wurden, dabei. Auch der allererste Song, den San Marino 2008 in Belgrad zum Vortrag brachte, war eine lokale Produktion der Gruppe MiodioZumindest zwei der vier Bandmitglieder stammen aus der ältesten Republik der Welt. 

2002 gründeten Sänger Nicola Della Valle, Gitarrist Paolo Macina, Bassist Andrea Pollice und Keyboarder Francesco Sancisi die Gruppe, die bis zu ihrer Song Contest-Teilnahme nur kleinere Songveröffentlichungen hatten und 2008 intern von SMRTV für Belgrad verpflichtet wurden. Dort erreichten sie mit "Complice" allerdings nur fünf Punkte und den letzten Platz im Halbfinale. Drei Jahre später probierten sie ihr Glück noch einmal im Nachwuchswettbewerb des italienischen San Remo-Festivals, aber auch dort blieb ihnen der Erfolg verwehrt. So sollen sie zumindest heute mit der Vorstellung ihres Liedes "Oltre le nuvole" ("Jenseits der Wolken") ihren Platz in der Hall of Fame erhalten.

Miodio - Oltre le nuvole

News-Splitter (776)



Israel - Am 23. November beginnt in Israel wieder die lange Reise durch unzählige Vorrunden, ehe die Auswahl für das Finale steht. "Hakochav haba", die Suche nach dem Vertreter für den Eurovision Song Contest startet in gut zwei Wochen mit den ersten Auditions. Als Moderatoren werden wieder Rotem Sela und Song Contest-Moderator Assi Azar eingesetzt, in der Jury vergeben Shiri Maimon, Assaf Amdursky, Keren Peles, Itay Levy und Static & Ben El Tavori ihre Pluspunkte. Anders als in den letzten Jahren wird es eine Extrashow geben, bei der das Publikum auch den Song für Rotterdam auswählen kann. Bisher oblag dies der IBA bzw. IPBC.

Früher war mehr Schlager:
Linda Bengtzing (2006)
Schweden - Nach neuesten Recherchearbeiten der stets gut informierten schwedischen Boulevardzeitung Aftonbladet steht die mehrfache Melodifestivalen-Teilnehmerin Linda Bengtzing in den Startlöchern um sich 2020 auf ein Comeback zum Vorentscheid einzulassen. Ihren bislang letzten Versuch startete die inzwischen 45jährige vor drei Jahren, als sie mit "Killer girl" bereits in der Vorrunde von Gävle ausschied. Erstmals nahm sie 2005 mit "Alla flickor" am Vorentscheid teil. Ihre Hochzeit beim Melodifestivalen erreichte 2008 als sie mit "Hur svårt kan det va?" den fünften Platz erreichte. 2006 mit "Jag ljuger så bra" und 2010 mit "E det fel på mej" wurde sie jeweils Siebte im Finale.

Georgien - In Georgien stehen die zehn Nachwuchskünstler fest, die sich den TV-Liveshows des Idols-Ablegers "Sakartvelos varskvlavi" stellen dürfen. Nachdem sie die Juroren überzeugt haben, dürfen sich nunmehr Anri Guchmanidse, Barbara Samxaradse, David Rusadse, Liza Shengelia, Mariam Gogoberidse, Mariam Shengelia, Merab Amzoevi, Nika Kalandadse, Tamar Kakalashvili und Tornike Kipani berechtigte Hoffnungen machen, der nächste georgische Starter beim Eurovision Song Contest zu werden. Bis es soweit ist stehen nun noch mehrere Wochen verschiedene Liveshows an, bei denen die Zuschauer auch online via Facebook abstimmen dürfen, wer die nächste Runde erreicht.

Portugal: Festival da Canção steigt am 7. März



Portugal - Auch Portugal meldet Neuigkeiten in Bezug auf sein Festival da Canção und hat nach der Bekanntgabe der 16 Komponisten, die einen Beitrag für den Vorentscheid zur Verfügung stellen auch die Termine der beiden Halbfinals und der Finalshow bestätigt. RTP erklärte, dass die beiden Vorrunden am 22. und 29. Februar, das Finale am 7. März 2020 stattfinden werden. 14 der 16 Komponisten wurden direkt von RTP eingeladen, hinzu kommt ein Komponist von Antena 1 und ein Masterclass-Bewerber.

Die teilnehmenden Komponisten am Festival da Canção 2020:
- António Avelar Pinho
- Blasted Mechanism
- Dino d'Santiago
- Elisa Rodrigues
- Filipe Sambado
- Hélio Morais
- Jimmy P
- João Cambrita
- Marta Carvalho
- Meere
- Pedro Jóia
- Rui Pregal da Cunha
- Throes + The Shine
- Tiago Nacarato
- Cláudio Frank (Masterclass)
- Dúbio feat. +351 (Antena 1)

Die beiden Vorrunden des Festival da Canção finden in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon statt, der Austragungsort des Finals am 7. März steht bislang noch nicht fest. Ebenso wenig ist bisher bekannt, welche Interpreten die von den oben genannten Komponisten erstellten Beiträge singen werden. Portugal wurde in diesem Jahr vom eigenwilligen Song "Telemóveis" von Conan Osiris in Tel Aviv vertreten, der, obwohl er diverse Anhänger unter Fans gefunden hat, als 15. sehr deutlich im Halbfinale ausschied.