Samstag, 21. September 2019

Island: RÚV muss 5.000 Euro Strafe zahlen



Island - Die Europäische Rundfunkunion hat das isländische Fernsehen mit einer relativ milden Strafe von 5.000 Euro sanktioniert. Grund hierfür war das Zeigen der palästinensischen Flagge während der Punktevergabe beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv, was als klares politisches Statement gewertet wurde. Die EBU verhängt erstmals eine entspreche Strafe, ähnliche politische Bekundungen wie z.B. 2016 in Armenien blieben bisher unbestraft.

Das isländische Fernsehen RÚV legte gegen die 5.000 Euro (umgerechnet 685.731 isländische Kronen) Protest ein und erklärte in einem offiziellen Statement, man könne niemanden bestrafen, wenn dieser alle Maßnahmen im Rahmen seiner Möglichkeiten ausgeschöpft habe, um einen Regelbruch zu unterbinden. Bereits vor dem Finale von Tel Aviv sprach die EBU eine Warnung an das isländische Fernsehen aus, politische Aktionen nicht zu tolerieren.

Hatari wurden während der Punktevergabe von Tel Aviv vom mehrheitlich israelischen Publikum ausgebuht worden, nachdem sie mehrere Schals mit "Palestine"-Aufdruck und der palästinensischen Flagge in die Kamera streckten. Diese Szene ist u.a. auch nicht auf der offiziellen DVD des Wettbewerbs zu sehen, stattdessen flackert die isländische Fahne über den Screen. RÚV vertritt die Ansicht, dass sich derartige Statements nie gänzlich vermeiden lassen werden. Die Teilnahme Islands in Rotterdam ist hingegen nicht in Gefahr.

Freitag, 20. September 2019

Spanien: Interne Auswahl für Rotterdam



Spanien - Kaum ist die "Operación Triunfo" abgeschrieben, da blüht die Gerüchtsküche auf. Kurz nachdem der Sender RTVE bestätigte, für das kommende Jahr auf eine interne Auswahl für Rotterdam 2020 zurückzugreifen, meldet FormulaTV, dass der Sender mit Diana Navarro und Ruth Lorenzo in Verhandlungen steht, das Land im kommenden Jahr zu vertreten. 

Beide Interpretinnen haben sich in den vergangenen Jahren um die spanische Musikszene verdient gemacht. Während Spaniens letzte Top Ten-Platzierung beim Eurovision Song Contest Ruth Lorenzo und ihrem "Dancing in the rain" im Jahr 2014 zu verdanken ist, handelt es sich bei Diana Navarro um eine andalusische Sängerin, die ihren Durchbruch im Jahr 2005 mit dem Titel "Sola" schaffte. Die 41jährige vermischt in ihren Songs spanische Flamenco-Rhythmen mit arabischen und klassischer Musik. Seit 2005 sind acht Studioalben erschienen. 

Der Sender RTVE hat sich bisher nicht näher zu den Gerüchten beider Interpretinnen geäußert, detaillierte Informationen sollen allerdings in den kommenden Wochen folgen. Spanien, das in diesem Jahr durch Miki und "La venda" in Tel Aviv vertreten wurde, ist als Teil der Big Five, also der größten Beitragszahler beim Eurovision Song Contest, direkt für das Finale am 16. Mai 2020 in Rotterdam qualifiziert. 

Irland: Sandie Jones mit 68 Jahren verstorben



Irland - Im Alter von 68 Jahren ist gestern die irische Song Contest-Vertreterin von 1972, Sandie Jones, in den Vereinigten Staaten nach langer Krankheit verstorben. Wie die Irish Post meldet sammelt ihre Familie nunmehr Geld, um ihre Asche nach Irland zu überführen und sie im Grab ihrer Eltern zu bestatten, da sie seit drei Jahren keine Auftritte mehr absolvieren konnte und keinerlei Einkünfte erzielen konnte.

Sandie Jones wurde 1951 in Dublin als eines von elf Geschwistern geboren und ist bis zum heutigen Tage die einzige irische Song Contest-Vertreterin, die mit einem Titel in gälischer Sprache zur Eurovision gefahren ist. Ihr Titel "Ceol an ghrá" ("Die Musik der Liebe") aus der Feder von Joe Burkett und Liam McUistín belegte beim Song Contest in Edinburgh den 15. Platz. Sie sang in Bands wie The Dixies, The Royal Earls und in ihrer eigenen Band, ehe sie in den 90er Jahren in die USA übersiedelte.

Später trat sie gelegentlich in Programmen des irischen Senders RTÉ auf, zuletzt absolvierte sie 2016 ein Engagement des Senders auf der Suche nach dem irischen Vertreter für den Junior Eurovision Song Contest. In den letzten Jahren musste sie krankheitsbedingt kürzer treten und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Mit ihrem Tod verliert die irische Musikszene eine der wenigen, über die Landesgrenzen hinaus bekannte, Sängerinnen, die sich der irischen Sprache verschrieben hatten.

Sandie Jones - Ceol an ghrá

Mittwoch, 18. September 2019

Beyond Eurovision (45): Südsudan



Südsudan - Der Südsudan ist der jüngste Staat der Erde, 2011 löste sich das Land vom Sudan und rangiert aufgrund der miserablen Infrastruktur, dem fünfjährigen Bürgerkrieg und der geringen Wirtschaftsleistung im Human Development Index auf den letzten Plätzen. Dabei könnte der Südsudan ein reiches Land sein, sitzt auf 80% der Ölvorkommen des Gesamtsudan, die aufgrund von Streitigkeiten über die Nutzung der Pipelines aber nicht genutzt wurden, wenngleich der Export über Äthiopien nach Dschibuti angestrebt wird.

 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Juba
Sprachen
Englisch
Fläche
644.329km²
Währung
Südsudan-Pfund (SSP)
Einwohner
12,9 Mio.
Internet-TLD
.ss
Zeitzone
UTC+3
Wiki-Info

Obwohl der Südsudan eine eigene kulturelle Landschaft mit vielfältiger Ausprägung aufgrund der diversen ethnischen Gruppen im Land hat, war deren Auslebung dem arabischen Sudan untergeordnet. Aufgrund des Sezessionskrieges und der dramatischen Situation im Land flohen viele Südsudanesen ins umliegende Ausland oder gar auf andere Kontinente. Erst langsam entfaltet sich die eigene Kultur und die damit verbundene Musikszene wieder. So veröffentlichen diverse Interpreten ihre Songs aus dem Ausland heraus, etwa Yaba Angelosi, der heute Teil der Serie ist.


Er wurde als Angelo Maku in der Nähe von Juba geboren und wanderte mit seiner Familie im Jahr 2000 in die Vereinigten Staaten aus, wo er auch seine musikalische Karriere begann und dort u.a. auch im Weißen Haus sang. Er war einer der größten Unterstützer der Kampagne für die Unabhängigkeit des Südsudans und verarbeitete dies auch in einem 18-Track-Album auf dem auch der Titel "Time to vote" enthalten ist. Musikalisch gehört er zu den bekanntesten R'n'B- und Zouksängern des Landes, wenngleich die größte Anhängerschaft die südsudanesische Diaspora im Ausland ist.

Vorrangig besingt er in englischer Sprache verschiedene Themen von afrikanischer Tragweite, u.a. in den Liedern "Black is beautiful" oder "African lady". Er singt aber auch auf Suaheli, wie den unten stehenden Titel "Junubia" ("Juni"). Unabhängig von Yaba Angelosi arbeiten mittlerweile diverse Künstler unter südsudanesischer Flagge, in den vergangenen beiden Jahren war das Land auch beim AfriMusic Song Contest vertreten, wenngleich die dortigen Interpreten Samse Sam und Single D keine nennenswerten Erfolge verzeichnen konnten.

Yaba Angelosi - Junubia

Deutschland: Ein Concept Song für Rotterdam?



Deutschland - Es ist traurig mit anzusehen, wie es um den deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest steht, wenn man sich den jüngsten, fast unbemerkten, Aufruf für 2020 anschaut. Digame, offizieller Partner beim Wertungssystem der Eurovision, hat ein Bewerbungsformular online gestellt, bei dem sich interessierte Künstler und Nachwuchskandidaten die Chance ihres Lebens erfüllen können. Bis zum 1. Oktober bleibt den Bewerbern hierfür Zeit.

"Wenn Du einen Song hast, von dem Du überzeugt bist, dass er die Welt begeistern wird", heißt es in der Einleitung, so sei er über diese Website einzureichen. Alle Einsendungen werden vertraulich behandelt, erwünscht sind ausdrücklich Songtexte mit "starker, klarer und verständlicher Message". Hierfür liefert die Website gleichzeitig Anregungen für thematische Bezüge. Gesucht wird für Deutschland im kommenden Jahr also ein "Concept Song".

Erstaunlicherweise hat sich der Norddeutsche Rundfunk bisher in keiner Weise zur Song Contest-Teilnahme im nächsten Jahr geäußert oder seine Pläne bezüglich eines Vorentscheids kundgetan. Zwar erfolgte umgehend nach dem Song Contest von Tel Aviv die Zusage für 2020, seither ist es allerdings still geworden. Sobald es weitere Informationen zur deutschen Song Contest-Teilnahme in Rotterdam gibt, werden wir natürlich darüber berichten.

Beyond Eurovision (44): Luxemburg



Luxemburg - Jahrzehntelang gehörte das einzige Großherzogtum der Welt zu den erfolgreichsten Nationen beim Eurovision Song Contest, fünf Siege, vornehmlich von französischen Interpreten eingefahren, stehen bis heute ganz weit oben im Medaillenspiegel des Grand Prix. Doch dann kam das Jahr 1993, in dem sich das Song Contest-Gründungsmitglied Luxemburg sang- und klanglos mit der Gruppe Modern Times in Millstreet verabschiedete. Der Sender RTL hat seither nie wieder am Wettbewerb teilgenommen, wodurch das Land, das stellvertretend für die Europäische Union und die von ihr beschworene Einigung Europas steht, eine Lücke hinterlässt, die man bisher nicht wieder zu füllen gedenkt.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Luxemburg
Sprachen
Luxemburgisch, Französisch, Deutsch
Fläche
2.586km²
Währung
Euro (€)
Einwohner
614.000
Internet-TLD
.lu
Zeitzone
UTC+1
Wiki-Info

Dabei braucht sich die luxemburgische Musikszene gar nicht vor der europäischen Konkurrenz verstecken. Der Größe des Landes ist natürlich der geringe Umfang geschuldet, dennoch gibt es sowohl in der klassischen als auch in der Popmusik durchaus Musiker, die über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich sein könnten. Im klassischen Bereich gilt das Luxembourg Philharmonic Orchestra, das schon 1933 gegründet wurde, als prominentestes Beispiel klassischer Musik. Hinzu kommen einige international bekannte Geiger, Pianisten und Komponisten. Und selbst im Bereich der Popmusik haben sich einige Interpreten etabliert.

Ein Projekt, das sich allerdings nicht bewährt hat, ist die Show "Talents 2002", ein Versuch des luxemburgischen Fernsehens auf den damals sehr angesagten Castingshow-Zug aufzuspringen. "Talents" war der lokale Ableger von "Popstars", in dessen Finale die Zuschauer für ihre Lieblingskandidaten anrufen konnten und somit die Band ODC zusammenstellten. Der erste Song "Lift me up", den wir hier heute in der Lëtzebuergesch-Version "Fänk mech op" vorstellen möchten, war zugleich der einzig erfolgreiche der Gruppe. Die zweite Single "Mayday" verkaufte sich schon ungleich schlechter. 

ODC, die gemeinhin als erste und einzige Castingband Luxemburgs betitelt wurden, trennten sich wenig später, ebenso die Mitglieder Noemie und Christoph, die zeitweise ein Paar bildeten. Selbst die intensivste Recherche hat keine Informationen über deren Verbleib ergeben. Bekannt ist lediglich, dass der luxemburgische Song Contest-Club den Titel "Fänk mech op" beim OGAE Song Contest 2003 einreichte, dafür jedoch nur acht Punkte und damit den vorletzten Platz kassierte. Nur wenig erfolgreicher waren Modern Times bei ihrem letzten Song Contest-Ausflug, "Donne-moi une chance de te dire" erreichte den 20. von 25. Plätzen, Luxemburg hätte aufgrund dessen 1994 in die Relegation gemusst.

ODC - Fänk mech op

Spanien: Operación Triunfo dient nicht der Künstlersuche



Spanien - Nach zwei ernüchternden Ergebnissen durch die Vertreter Spaniens beim Eurovision Song Contest, wird das Auswahlverfahren der Operación Triunfo wieder auf's Abstellgleis verfrachtet. Die Castingshow wird zwar regulär bei TVE ausgestrahlt, eine Gala um den Vertreter für Rotterdam zu finden, wird es nach Aussagen des TVE-Programmchefs Fernando López Puig aber nicht geben. Stattdessen werde man einen neuen Weg einschlagen.

Derzeit wägt man bei TVE ab, ob man den Kandidaten für Rotterdam intern oder doch durch einen nationalen Vorentscheid bestimmen wird. Der Programmchef räumte ein, dass es schwer wird, einen prominenten Namen für die Eurovision zu verpflichten, da der Wettbewerb angesichts der mäßigen Platzierungen in den vergangenen Jahren im Ansehen gelitten hat und kein bekannter Interpret dieses Risiko tragen möchte. Seit 2015 landeten alle spanischen Beiträge unterhalb der 20er-Marke.

Als Teil der Big Five ist Spanien automatisch für das Finale der Eurovision qualifiziert. Nach dem letzten Platz mit Manel Navarro in Kiew holte TVE seine einstige erfolgsversprechende Castingshow "Operación Triunfo" aus der Versenkung und ließ Alfred y Amaia und Miki für den Song Contest auswählen. "Tu canción" erreichte in Lissabon den 23. Platz, während Miki mit "La venda" den 22. Rang belegte. Spanien hat den Song Contest bisher zweimal gewonnen, 1968 und 1969, sprich vor über 50 Jahren.

Dienstag, 17. September 2019

Beyond Eurovision (43): Montserrat



Montserrat - Ein tragisches Schicksal hat die Insel Montserrat in der Karibik ereilt, am 17. September 1995, heute vor 24 Jahren, brach der Vulkan Soufrière Hills im Süden der Insel aus und machte zwei Drittel der Insel unbewohnbar. Auch die Hauptstadt Plymouth, die heute in einem Sperrgebiet liegt, wurde dabei vollständig zerstört, nur noch einzelne Gebäudespitzen ragen aus der erkalteten Lava heraus. Eine neue Hauptstadt ist in Little Bay im Norden der Insel geplant, de jure bleibt Plymouth aber zunächst weiterhin die Hauptstadt des Britischen Überseegebietes.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Plymouth
Sprachen
Englisch
Fläche
102km²
Währung
Ostkaribischer Dollar (EC$)
Einwohner
4.900
Internet-TLD
.ms
Zeitzone
UTC-4
Wiki-Info

Generell ist der 17. September der Schicksalstag der Insel, 1965 stürzte eine Pan Am auf dem Weg nach Antigua am Chances Peak ab, 1989 traf der Hurrikan Hugo auf die Insel. Dies alles hält die wenigen Bewohner der gebeutelten Insel jedoch nicht davon ab, musikalisch aktiv zu werden. Geprägt wurde die Musik der Insel durch irische Traditionen wie Flöten und Trommeln, die vergleichbar mit den irischen Bodhráns sind, afrikanischen Einflüssen und Calypso. 

Der afrikanische Einfluss spiegelt sich vor allem in der kreolischen Sprache wieder, die Eingang in viele Lieder fand. Weltkannt ist das Aufnahmestudio Air Studios auf Montserrat, das vom britischen Produzenten George Martin gegründet wurde und in dem bereits die Rolling Stones, Sting oder Elton John aufgenommen haben. Nach dem Hurrikan Hugo wurde das Studio allerdings geschlossen. Mittlerweile kommen keine internationalen Stars mehr auf die Insel um dort zu drehen, sodass sich lediglich eine kleine lokale Musikszene hält. Eine dieser Sängerinnen ist Eloise Lynch.

Eloise stammt aus Long Ground, einem Dorf am Fuße des Soufrière Hills, das ebenfalls 1995 zerstört wurde. Seit den 80er Jahren macht sie Musik und veröffentlichte ihre ersten Aufnahmen bei ZJB Radio Montserrat. Zu ihren bekanntesten Liedern zählen "Whose calling now" oder der Titel "Sailing away again", den wir heute hier vorstellen wollen und der noch heute fleißig im Radio gespielt wird. Er ist Teil ihres Albums "Deeper shade". Eloise trat auch schon vor Mick Jagger im Yacht Club von Wapping auf, zu einer Zusammenarbeit zwischen beiden ist es allerdings nie gekommen. 

Eloise Lynch - Sailing away again

Beyond Eurovision (42): Japan



Japan - Japan, das in seiner Landessprache genauso heißt, wie eine schokoladenüberzogene Reiswaffel, blieb bis ins 19. Jahrhundert hinein ein isoliertes Kaiserreich, das sich erfolgreich vor den äußeren Einflüssen zu verteidigen wusste. Seine Expansionspolitik Ende des 19. Jahrhunderts und der Pazifikkrieg im Zweiten Weltkrieg führten später zu dessen Ende. Heute ist Japan hoch entwickelt, besticht durch technisches Know how und hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hinter den USA, was sich auch musikalisch zeigt.

 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Tokio
Sprachen
Japanisch
Fläche
377.835km²
Währung
Japanischer Yen (¥)
Einwohner
126,0 Mio.
Internet-TLD
.jp
Zeitzone
UTC+9
Wiki-Info

Japan ist das Land mit dem zweitgrößten Musikmarkt der Welt, in der Welt des J-Pop werden alljährlich bis zu drei Milliarden durch Musikverkäufe erwirtschaftet. Kein Wunder also, dass im Land der Karaoke derart viele Intepreten Songs auf den Markt werfen, dass es schwer war, hieraus einen Beitrag zu finden, den wir heute vorstellen. Die Wahl ist dann aber schlussendlich auf ein Lied gefallen, dass ich vor Jahren bei einem privaten Contest kennen gelernt habe und das seither zu meinen Favoriten der japanischen Musikszene gehört.


"Viola" wird von der 39jährigen Hitomi Shimatani (島谷 ひとみ) gesungen. Sie wurde 1980 in Kure im Südwesten der Insel Honshū geboren und erhielt ihren Plattenvertrag über ein öffentliches Casting ihres Labels avex trax. 1999 veröffentlichte sie mit "Ōsaka no onna", der "Frau aus Osaka" ihre erste Single, trotz guter Kritiken waren die Absatzzahlen zunächst überschaubar. Nach und nach widmete sie sich weniger der traditionellen Enka-Musik sondern dem J-Pop, der seinen kommerziellen Höhepunkt bereits Ende der 90er erreichte, jedoch noch heute sehr populär ist.

Ihren Durchbruch schaffte Hitomi mit dem Cover des Janet Jackson-Liedes "Doesn't really matter", danach folgten fünf Studioalben und 22 Singles. Es folgten High School Musical-Cover und Disney-Soundtracks, Markenzeichen der Sängerin sind heute die Namensgebungen ihrer Titel. So existiert von ihr nicht nur der Titel "Viola", sondern auch "Perseus", "Falco" oder "La fiesta". Ihr letztes Studioalbum bisher ("Honjitsu, Tonai, Bousho") erschien im Jahr 2014. Zwischenzeitlich war sie auch als Geschäftsfrau tätig und eröffnete mit Eyes On Me bei FM Yokohama ihr eigenes Radioformat.

Hitomi Shimatani - Viola

Schweden: 2.545 Lieder für das Melodifestivalen 2020



Schweden - SVT präsentierte gestern die Zahl 2.545 als Summe aller eingeschickten Bewerbungen für das Melodifestivalen 2020. Damit stieg die Zahl der eingereichten Songs von 2.295 deutlich an, im allgemeinen Vergleich der letzten Jahre liegt die Zahl der Beiträge im hinteren Mittelfeld. Im Vergleich zu anderen Nationen liegt man allerdings sehr weit vorne. Eine Jury hat nun die ehrenvolle Aufgabe das Feld der Einsendungen auf 13 Beiträge zu kürzen, die einen Startplatz beim schwedischen Vorentscheid erhalten.

Die verbliebenen 14 freien Startplätze in den Vorrunden des Melodifestivalen werden durch das Melodifestivalen-Team des Senders SVT festgelegt. Hinzu kommt die Wildcard für Amanda Aasa, die sich durch den Radiowettbewerb P4 Nästa bereits für den Vorentscheid qualifizieren konnte. Der Auftakt macht das Melodifestivalen am 1. Februar in Linköping, nach drei weiteren Vorrunden und der Andra Chansen findet das Finale am 7. März in der Friends Arena in Stockholm statt.

Moderiert wird der Vorentscheid von Alcazar-Sängerin Lina Hedlund, Jazzsängerin Linnea Henriksson und Comedian David Sundin. Schweden, das zum Juryliebling beim Eurovision Song Contest mutiert ist, belegte in Tel Aviv den fünften Platz mit John Lundvik. Dieser hatte zunächst das Juryvoting gewonnen, nachdem die Stimmen allerdings noch einmal ausgezählt und korrigiert wurden, ging der Sieg im Juryvoting aber an Nordmazedonien. Im Televoting kassierte "Too late for love" nur 93 Punkte.

News-Splitter (766)



Rumänien - Ein weiteres Land, das seine Fühler in Richtung Rotterdam ausstreckt ist Rumänien. Der nationale Rundfunk TVR hat heute seine Teilnahme für den 65. Eurovision Song Contest im nächsten Jahr bestätigt, auch die Finanzierung der Teilnahme sei demnach bereits in trockenen Tüchern. Nach welchem Modus die Rumänen im nächsten Jahr ihren Beitrag ermitteln, ist bisher unbekannt, Ester Peony und diverse andere Kandidaten in den Jahren zuvor wurden jedoch über den Vorentscheid "Selecția Națională" ausgewählt.

Aserbaidschan - Ebenfalls mit dabei ist das aserbaidschanische Fernsehen ictimaiTV. Nach Armenien und Georgien komplettiert iTV damit die Nationen im Kaukasus. Ähnlich wie bei Rumänien ist allerdings noch kein Auswahlmodus bestätigt worden. In den letzten Jahren hat man die Beiträge, die mit einer Ausnahme durchgehend im Finale des Eurovision Song Contests vertreten waren, intern ausgewählt. In Tel Aviv belegte Chingiz Mustafayev mit "Truth" und einer beeindruckenden Lasershow den achten Platz im Finale, das beste Ergebnis Aserbaidschans seit 2013.

Schweiz - In einem Tweet erklärte das Schweizer Fernsehen, das es 515 Bewerbungen für den Eurovision Song Contests 2020 erhalten hat. SRF bestätigte, dass insgesamt 95 Beiträge mehr eingereicht wurden als noch im Vorjahr. Nach dem sensationellen Ergebnis von Luca Hänni und "She got me" für die Schweiz behält sich der Senderverbund aus SRF, RTS, RSI und RTR weiterhin eine interne Auswahl vor. Hierfür agieren eine 20köpfige internationale Fachjury sowie ein 100köpfiges Panel hinter verschlossenen Türen, um den geeignetsten Beitrag für Rotterdam zu finden. 

Montag, 16. September 2019

Großbritannien: BBC und BMG arbeiten 2020 zusammen


Großbritannien - Dass öffentliche Abstimmungen im Vereinigten Königreich gerne mal in einem riesigen Affentheater enden, zeigen tagtäglich die Nachrichten bezüglich des Austritts aus der Europäischen Union. Ob dies ein Mitgrund dafür ist, dass die BBC für das Jahr 2020 andere Wege beim Eurovision Song Contest einschlägt, ist nicht bekannt, am Konzept für die Künstlersuche wurde dennoch gefeilt.

So wird das Verfahren mit dem Namen "You Decide" ad acta gelegt und durch eine neue Kooperation mit der Plattenfirma BMG ersetzt. Auf ihrer offiziellen Website erklärt die BBC, dass man im nächsten Jahr gemeinsam mit einer namhaften Plattenfirma im Gepäck nach Rotterdam reisen wird. Hierfür wurde Kontakt mit mehreren Labels aufgenommen, die ihre Ideen präsentieren konnten, den Zuschlag hat BMG erhalten.

Genannt werden auf der BBC-Seite weltweite Hits wie "Shotgun" von George Ezra oder das Nummer-Eins-Album "Golden" von Kylie Minogue, die BMG jüngst verzeichnen konnte. "Unser Bestreben, den richtigen Song zu finden war nie höher als heute. Die Zusammenarbeit mit BMG, die Zugang zu Weltklasse-Autoren haben, ist eine spannende Aussicht.", so Kate Phillips von der BBC-Unterhaltungsabteilung. Auch bei BMG freut man sich auf die Zusammenarbeit. Was die Kooperation allerdings im Klartext bedeutet, ließen beide Parteien offen.

Samstag, 14. September 2019

Beyond Eurovision (41): Ägypten



Ägypten - Im Altertum waren die Ägypter eine der frühesten Hochkulturen der Welt, von deren geschichtlichen Hinterlassenschaften der Tourismus des Landes heute noch zehrt, die Sphinx, Pyramiden, Tempel entlang des Nils, alles imposante Bauwerke, auf die mehrere Jahrtausende zurückblicken. Die Revolution im Jahr 2011 und der Terror auf dem Sinai haben dem Tourismus jedoch über Jahre schwer zugesetzt, sodass Nilkreuzfahrten und Badeurlaub dem Preisverfall ausgesetzt waren, Planstädte wie El Gouna oder Sharm el Sheikh verweisten. Heute erholt sich die Wirtschaft des Landes mit seinen fast 100 Millionen Einwohnern und dem größten Musikmarkt in der arabischen Welt langsam wieder. 

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Kairo
Sprachen
Arabisch
Fläche
1.001.449km²
Währung
Ägyptisches Pfund (LE)
Einwohner
97,0 Mio.
Internet-TLD
.eg
Zeitzone
UTC+2
Wiki-Info

Die Musikszene, insbesondere Künstler, die in die Kategorie "Independent" fallen oder durch provokante Texte oder Videos auffallen, haben es seit der Revolution und dem Sturz von Hosni Mubarak allerdings schwer, ihre musikalische Leidenschaft auszuleben. So berichten einige ägyptische Interpreten, dass jedes veröffentlichte Lied von der staatlichen Zensurbehörde geprüft wird und oftmals ohne Angabe von Gründen nicht zugelassen wird bzw. Auftrittsverbote ausgesprochen werden. Die durch die Revolution bekannte Band Cairokee beispielsweise erhält überhaupt keine Genehmigungen mehr, öffentlich Konzerte zu spielen. Bandleader Amir Eid sagte gegenüber der ARD einmal: "Fast alle in Ägypten sind verstummt, nur wenige sprechen über in die Situation im Land. Nur noch wenige Sänger trauen sich darüber zu singen, viele haben das Land verlassen.

Wer sich an das System hält, kann in Ägypten allerdings auch weiterhin kommerziell erfolgreich sein, wenngleich man den Preis der Freiheit dafür bezahlt und nicht immer über das Singen kann, was einem auf der Seele brennt. Viele ägyptische Interpreten haben sich daher inzwischen auf den Weg in andere Länder gemacht, wenngleich die Situation in umliegenden Ländern nicht viel besser sein dürfte. Seit Jahren eine feste Größe in der ägyptischen Musikszene ist Amr Diab, der 1961 in Port Said geboren wurde und eine Bilderbuchkarriere hinlegte. Im Radio seiner Heimatstadt sang er die Nationalhymne, wurde vom Gouverneur mit einer Gitarre ausgezeichnet, was ihm später die Möglichkeit eröffnete, in Kairo Musik zu studieren und von Scouts für Probeaufnahmen eingeladen zu werden. 

1985 veröffentlichte er seine erste Musik-Kassette, seither erscheinen fast jährlich neue Alben von ihm. Er gilt als Superstar in der arabischen Welt und wurde mehrfach mit dem World Music Award ausgezeichnet. Er wurde vom deutschen Musikproduzenten Gerhard Augustin für den europäischen Markt entdeckt und erlangte mit seinem mediterranen Musikstil auch in Europa und Amerika große Aufmerksamkeit. Seinen größten Erfolg landete er 1996 mit dem Lied "Nour el ain", die kommerziell erfolgreichste arabische Melodie aller Zeiten. Nach dem Aufkommen des Privatfernsehens in arabischen Ländern drehte Amr vermehrt teuer produzierte Musikvideos und gilt gleichzeitig als Stilikone und Symbol für ein modernes Ägypten.

Amr Diab - Ya agmal eyoun

Beyond Eurovision (40): Wales



Wales - Die walisische Sprache sieht geschrieben oftmals so aus, als würde man willkürlich auf die Tastatur seines PCs einhämmern. Dabei handelt es sich um eine der ältesten Sprachen Europas, die trotz ihres Minderheitenstatus noch heute von gut 30% der Einwohner Wales fließend gesprochen und verstanden wird. Sie ist die keltische Sprache mit den meisten Sprechern und war leider bisher nie Teil des Eurovision Song Contests, anders als bei der Junioren-Ausgabe, wo Wales im letzten Jahr sein Debüt als eigenständige Nation gab.

 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Cardiff
Sprachen
Englisch, Walisisch
Fläche
20.735km²
Währung
Pfund Sterling (£)
Einwohner
3,1 Mio.
Internet-TLD
.uk
Zeitzone
UTC
Wiki-Info

Walisisch wird heute aktiv durch mehrere Initiativen das Parlament gefördert und vor dem Aussterben bewahrt, insbesondere in ländlichen Gebieten im Nordwesten von Wales (Cymru) und auf Anglesey liegt der Sprachanteil bei teilweise über 70%. Auswanderer brachten das Walisische zudem ins argentinische Chubut. Seit 2000 gibt es in Wales die Regelung, dass die Sprache entweder als erste  oder als Fremdsprache zu lernen ist. Für Nicht-Walisischsprechende ist das Kymrische aber zu kompliziert, vor allem die vielen Sonder- und Doppellaute machen die Sprache unverständlich und komplex. 

Das LL wird tatsächlich eher wie TL ausgesprochen, ähnlich wie man dies von isländischen Vulkanen kennt. Generell ist das kleine Wales sehr musikalisch veranlagt, man nimmt genauso am Eurovision Choir of the Year teil und zelebriert zahlreiche Musikfestivals, bei denen deutlich das keltische Erbe herauszuhören ist. Auch zahlreiche, teilweise weltbekannte Musiker stammen aus Wales, etwa Donna Lewis, Duffy oder Song Contest-Teilnehmer wie Bonny Tyler und Mary Hopkin. Sie alle singen aber auf Englisch, natürlich um auch außerhalb des Land des roten Drachen Plattenverkäufe zu erzielen.

Ihrer Landessprache treu geblieben sind vor allem Folkmusiker, die zur Harfenbegleitung lyrische Meisterwerke zum Besten geben. Eine davon ist die Sängerin Siân James, die 1961 im Dörfchen Llanerfyl geboren wurde und sowohl Klavier, als auch Geige und Harfe spielen kann. Neben einem Plattenvertrag bei BBC Records und Lesungen an der University of Wales in Bangor ist sie durch Funk und Fernsehen bekannt, tritt sie gelegentlich doch als Schauspielerin in Erscheinung, insbesondere im walisischen Fernsehen S4C. Seit 1990 sind neun Alben, allesamt mit walisischem Titel erschienen. Auch außerhalb Wales tritt sie hin und wieder auf Musikfestivals auf und gilt als bekannteste Botschafterin der walisischen Kultur.

Siân James - Yr eneth gadd ei gwrthod

Finnland: Vorentscheid mit bis zu zehn Kandidaten



Finnland - Wie schon in früheren Meldungen, bestätigte ein Sprecher des Senders YLE, dass der finnische Kandidat für den Eurovision Song Contest 2020 durch einen öffentlichen Vorentscheid ermittelt wird. Nach den Direktnominierungen von Saara Aalto und Darude verabschiedet sich der finnische Rundfunk damit vom Konzept des intern ausgewählten Interpreten, der drei Lieder zur Auswahl stellt und gibt die Entscheidung wieder an die Zuschauer ab.

Geplant ist laut Tapio Hakasen, dem Musikmanager der Radiostation YLEX ein Vorentscheid mit vier bis zehn Interpreten. Wie auch in anderen Ländern möchte man den Fokus hierbei auf Vielfalt an Musikgenres und Diversität legen. Wann genau "Uuden Musikin Kilipailu" stattfinden wird, wurde zwar noch nicht bestätigt, auf Vorrunden wird aber verzichtet, sodass die Entscheidung an einem einzigen Abend fällt. Am 1. November öffnet YLE sein Bewerbungsfenster.

Dieses schließt am 8. November, danach werden alle Bewerbungen gesichtet und die Kandidatenliste festgelegt. Finnland, das verglichen mit den anderen skandinavischen Ländern oft weit abgeschlagen ist, konnte sich in Tel Aviv mit Darude feat. Sebastian Rejman nicht für das Finale qualifizieren, "Look away" belegte mit 23. Punkten sogar nur den letzten Rang im Semifinale. Im Jahr zuvor schaffte es Saara Aalto mit "Monsters" immerhin ins Finale, endete dort aber auch nur als 25.

Freitag, 13. September 2019

Island: Vorentscheid am 29. Februar in Reykjavik


Island - Über die Höhe und Art der Strafe, die das isländische Fernsehen RÚV zahlen muss, da sie die Jungs von Hatari nicht unter Kontrolle hatte, als sie während des Finales von Tel Aviv palästinensische Flaggen in die Kamera hielten, ist bislang noch nichts bekannt. Fest steht dagegen aber, dass der Sender mit Sitz in Reykjavik offenbar im kommenden Jahr wieder mit dabei ist und auch schon ein Konzept für die Vorentscheidung bestimmt hat.

Der Söngvakeppnin, der isländische Vorentscheid der letzten Jahre, wird auch 2020 wieder zum Einsatz kommen. Das Konzept bleibt ebenfalls erhalten, zwei Vorrunden am 8. und 15. Februar mit jeweils fünf Songs stehen zur Auswahl, pro Halbfinale qualifizieren sich zwei Beiträge für das Finale am 29. Februar in der Laugardalshöll. RÚV behält sich zudem das Recht vor, aus den bis dahin ausgeschiedenen Beiträgen eine Wildcard zu vergeben.

In den Halbfinals wird wieder einmal ausschließlich Isländisch gesungen, im Finale fällt die Sprachenregelung dann weg, der Beitrag muss allerdings in der Sprache performt werden, in der er auch für den Song Contest in Rotterdam vorgesehen ist. Noch bis zum 17. Oktober nimmt RÚV Bewerbungen über die Website songvakeppnin.is entgegen. Island belegte mit Hatari in Tel Aviv den 10. Platz mit 232 Punkten, es war der erste Top Ten-Erfolg Islands seit 2009.

Dienstag, 10. September 2019

Beyond Eurovision (39): Malawi



Malawi - Zu kolonialen Zeiten hieß die Region am westlichen Ende des Malawisees noch Njassaland, 1964 erlangte man vom Vereinigten Königreich die Unabhängigkeit und seit eben jener Zeit gibt es auch Streitigkeiten mit dem Nachbarn Tansania um die Besitzverhältnisse im Malawisee. Den Helgoland-Sansibar-Vertrag von 1890 nach gehört die gesamte Wasserfläche zu Malawi, Tansania beansprucht jedoch nach internationalem Recht die Hälfte der Gewässer. Nach Öl- und Gasfunden wurden die Spannungen noch einmal angeheizt.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Lilongwe
Sprachen
Englisch, Chichewa
Fläche
118.484km²
Währung
Malawi-Kwacha (MK)
Einwohner
18,6 Mio.
Internet-TLD
.mw
Zeitzone
UTC+2
Wiki-Info

Der Malawisee bildet die Lebensgrundlage in der Region und war in diesem Jahr sogar schon Teil des Eurovision Song Contests, hieß doch die tschechische Gruppe, die in Tel Aviv an den Start ging, ebenfalls Lake Malawi. Diese waren aber nie zuvor in dem Land, in dem Madonna schon mehrfach Kinder adoptiert hat, zuletzt waren es Zwillinge im Jahr 2017. Europäische und afrikanische Einflüsse haben die neue malawische Musikszene geprägt, von R'n'B und Pop über Gospel bis hin zum Reggae ist alles vertreten. Über die eigenen Landesgrenzen hinaus haben es aber nur die wenigsten Interpreten geschafft.

Ein Phänomen, das mir nun schon häufiger bei Musikvorstellungen auffiel ist, dass zahlreiche afrikanische Interpreten vom Autotune Gebrauch machen und ihre Kompositionen durch den Stimmenverzerrer jagen, offenbar ist dieses Gimmick dieser Tage in der afrikanischen Popmusik das Must Have. Und so verhält es sich auch mit den Titeln, die der malawische Afropop-Sänger Dan-Lu alias Dan Lufani zum Besten gibt, insbesondere bei seinem Lied "Musiye" schöpft er da aus den Vollen. Wir stellen heute mit "Ndi mtima" aber etwas Rhythmischeres vor. 

In der Kategorie Afropop gewann er im Jahr 2011 auch einen Malawi Music Award. Früher war er Teil der Zembani Band, heute ist er als Solist sehr erfolgreich und zählt mit zahlreichen Singleveröffentlichungen zu den bekanntesten Interpreten des Landes. Sein letztes Album "Sorry" erschien Ende 2014, als er es im Lilongwe Golf Club der Öffentlichkeit vorstellte. Wie auch andere Interpreten des Kontinents nutzt er seine Musik, um den Leuten zu vermitteln, dass man mit dem richtigen Engagement alles auf die Beine stellen kann und Träume wahr werden können. 

Dan-Lu - Ndi mtima