Freitag, 6. Dezember 2019

Beyond Eurovision (74): US Minor Outlying Islands



United States Minor Outlying Islands - Zugegeben, die Kleineren Amerikanischen Überseeinseln wie sie übersetzt heißen, sind keine eigenständige Nation und nicht mehr als eine Sammelbezeichnung für neun Inselchen, die aufgrund des Guano Island Acts zum Territorium der USA gehören und selbst dies nur für statistische Zwecke des United States Census Bureaus. Dennoch führten sie zumindest bis ins Jahr 2008 eine eigene Top-Level-Domain und tauchen hin und wieder in sehr ausführlichen Länderlisten auf.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
N/A
Sprachen
Englisch
Fläche
34km²
Währung
US-Dollar ($)
Einwohner
300
Internet-TLD
.um
Zeitzone
UTC-12, -11, -10, -5, +12
Wiki-Info

Sie bestehen aus dem Navassa-Atoll in der Karibik sowie acht Inseln bzw. Inselgruppen im Pazifischen Ozean. Dazu zählen beispielsweise die Midwayinseln auf denen bedeutend mehr Fregattvögel als Menschen leben, das Wake-Atoll, das vor allem für seinen Militärstützpunkt bekannt ist oder die Howlandinsel in der Nähe der Schnittstelle von Äquator und 180°-Meridian, auf der sehr wahrscheinlich die Flugpionierin Amelia Earhart 1937 bei ihrer Pazifikquerung abstürzte. Ferner gehören noch die Bakerinsel, Jarvisinsel, das Johnston-Atoll, das Kingmanriff und das Palmyra-Atoll hinzu.


Jede Besiedelung der Inseln scheiterte, in den 30er Jahren versuchte man mit dem Baker, Howland and Jarvis Colonization Scheme dauerhafte Siedlungen zu installieren, vergebens. Folglich kann man auf den Inseln nur noch die Ruinen der Orte Itascatown, Meyerton und Millersville bestaunen kann. Eine Besiedlung auf Navassa war ebenfalls zum Scheitern verurteilt, da der Boden der Insel so scharfkantig war, dass der Schuhsohlen zerschneiden konnte, so Wikipedia. Somit gibt es auch keine permanente Bevölkerung, die musikalisch aktiv werden kann. Dafür behandeln wir hier heute die Musik von Hawaii, das zumindest nicht allzu weit von den Midwayinseln entfernt liegt, denn auf dem Archipel, der Geburtsort der Ukulele ist, haben im Laufe der Jahre einige Interpreten eine Karriere starten können.

Der wohl bekannteste Musiker Hawaiis ist zweifelsohne der 1997 verstorbene Israel Kamakawiwoʻole, der mit seinem "Somewhere over the rainbow" im Jahr 2010 auch in Deutschland posthum an die Spitze der Charts kletterte. Viel interessanter ist allerdings der Titel "Oua oua" des Duos Kanui & Lula, das in den 1920er Jahren mit Hula und Ukulele weit über die Inselkette hinaus bekannt wurde und 1922 in Europa diverse Schallplatten aufnahm. Auch "Oua oua" wurde reaktiviert, 2001 wurde der Titel von den Max Brothers remastert und Werbejingle für eine österreichische Mobilfunkmarke. Mehrere Wochen stand die Neufassung an der Spitze der österreichischen Charts und erhielt sogar einen Amadeus Austrian Music Award für die "Single des Jahres".


Kanui & Lula - Oua oua

Beyond Eurovision (73): Saudi-Arabien



Saudi-Arabien - Seine Ölexporte haben Saudi-Arabien zu einem der reichsten Länder der Erde gemacht, der konservative Wahhabismus, die staatliche Auslegung des Islam hält jedoch viele davon ab, sich näher mit Saudi-Arabien zu beschäftigen. Die Meinungsfreiheit und Menschenrechte werden durch eine nahezu mittelalterliche Auslegung des islamischen Rechts gebremst und sind praktisch nicht gegeben. Seit der Regentschaft von Kronprinz Mohammed bin Salman öffnete sich das Land in einer vorsichtigen Art und Weise. So sind einige Teile des Landes auch für westliche Touristen zugänglich.

 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Er Riad
Sprachen
Arabisch
Fläche
2.149.690km²
Währung
Saudi-Riyal (S.RI)
Einwohner
33,9 Mio.
Internet-TLD
.sa
Zeitzone
UTC +3
Wiki-Info

Die heiligen Stätten in Mekka bleiben dennoch den Muslimen vorbehalten, die einmal in ihrem Leben zum Haddsch, der Pilgerfahrt zur Kaaba in Mekka aufbrechen sollen. Das Land bildete sich 1932 nach dem Zusammenschluss des Emirats Al Rashid, dem Sultanat Nadschd und dem Königreich Hedschas unter Führung der Saud-Familie, die bis heute die politische Gewalt im Land ausübt. Wenn das Land heute in den Medien auftaucht geht es zumeist um deutsche Rüstungsexporte, die Einmischung in den Konflikt im Jemen oder zaghafte Versuche das Land zu reformieren, indem man z.B. Frauen das Autofahren eröffnete oder die Arbeitsaufnahme ohne das ein männlicher Vormund dies gestattet.

In dieser restriktiven Umgebung findet kaum ein kulturelles Leben statt. Theater oder Kinos sind mit der islamischen Prägung nicht vereinbar, öffentliche Aufführungen im Regelfall einer strengen Zensur unterworfen. Die überschaubare Musikszene basiert auf traditionellen Stammesgesängen oder den Rhythmen von Beduinen, westliche Popmusik gilt als "haram" und damit als unislamisch. Insofern hat kaum ein saudischer Interpret es über die Landesgrenzen hinaus geschafft. Bekannt sind lediglich Omar Basaad, der erste Electromusiker des Landes sowie einige Kandidaten, die beim länderübergreifenden Arab Idol teilnahmen, etwa Majed al-Madani.

Als erste Frau in der saudischen Musikwelt machte Etab von sich reden. Sie wurde 1947 als Tarouf Abdel-Kheir Adam (طروف عبد الخير آدم) in Saudi-Arabien geboren, wanderte aber nach ihrer Hochzeit im Jahr 1978 nach Ägypten aus, wo sie ihre professionelle Musikkarriere ins Rollen brachte. Sie ist seit den 60er Jahren aktiv gewesen und erinnert optisch an eine junge Whoopy Goldberg. Bekannt wurde sie durch ihre Kooperationen, u.a. mit dem 'oud-Spieler Hayat Saleh oder Talal Maddah, einem Komponisten, der die arabische Musikkultur im 20. Jahrhundert entscheidend beeinflusste. Etab starb 2007 in Folge einer Krebserkrankung in Kairo.

Etab - Mejare7

News-Splitter (784)



Australien - Sechs von zehn Interpreten, die am australischen Song Contest-Vorentscheid teilnehmen werden sind nunmehr bekannt. Nachdem Vanessa Amorosi, Casey Donovan, Mitch Tambo und Iota bereits feststanden, hat SBS mit Didirri und Montaigne zwei weitere Künstler präsentiert, die am 8. Februar in Gold Coast um die Teilnahme in Rotterdam singen werden. Didirri ist ein Folkmusiker, der mit seiner EP "Measurements" über 30 Millionen Streams verbuchen kann und sowohl in Australien als auch in Europa durch diverse Festivalteilnahmen bekannt wurde. Montaigne alias Jessica Alyssa Cerro aus Sydney macht Art Pop und wurde 2016 als "Breakthrough Artist" bei den Aria Music Awards ausgezeichnet.

Albanien - Nach dem schweren Erdbeben Ende November in Albanien wurde viel darüber spekuliert, ob der Sender RTSH das traditionelle Festivali i Këngës möglicherweise ins neue Jahr verlegt. Angeblich hätte das dreiteilige Event im Kongresspalast der Hauptstadt Tirana um einen Monat auf Ende Januar verschoben werden sollen, dies hat RTSH nun aber dementiert. Das Festivali i Këngës wird wie geplant am 19., 20. und 22. Dezember stattfinden. Wie auch schon seit Anbeginn der albanischen Song Contest-Teilnahme wird der Vertreter des Landes, der Sieger des Festivals, durch eine Juryentscheidung ermittelt.

Frankreich - Irgendwie wird in diesem Jahr ein Delegationsleiter nach dem nächsten verheizt. Wie es nun aus Paris heißt, tritt der erst vor einem Jahr eingesetzte Delegationsleiter Steven Clerima beim Sender France 2 zurück und gibt damit seine Verantwortung für den Eurovision Song Contest ab. Insgesamt wirkte er vier Jahre lang im französischen Team mit, war auch für den Junior Eurovision Song Contest zuständig, wo Angélina mit "Jamais sans toi" 2018 den zweiten Platz belegte. Neue Delegationsleiterin wird die Unterhaltungschefin Alexandra Redde-Amiel, die kürzlich den Vorentscheid "Destination Eurovision" auf Eis legte.

Donnerstag, 5. Dezember 2019

News-Splitter (783)



Litauen - Noch kennen wir die Bewerber, die sich dem litauischen Vorentscheid Eurovizijos stellen noch nicht, die Nachrichtenseite 15min.lt hat jedoch eine Reihe von Interpreten benannt, die nicht daran teilnehmen werden. Unter ihnen finden sich diverse Dauergäste wie Erica Jennings, Jurgis Brūzga, Ruta Šciogolevaitė, Sasha Song und Donny Montell. Laut der Website hat keiner der Genannten die Intention bis zum 8. Dezember einen Song für den Vorentscheid einzureichen. LRT veranstaltet Eurovizijos über eine Dauer von sechs Wochen ab Mitte Januar. 

Niederlande - Die niederländische Regierung hat der Zahlung von 12,4 Millionen Euro zur Finanzierung des Eurovision Song Contests 2020 zugestimmt. Dieses Geld stammt aus einem bereits bestehenden Topf, der für den öffentlichen Rundfunk bereitgestellt wurde. Die geschätzten Ausgaben für den Song Contest in Rotterdam belaufen sich auf etwa 26,5 Millionen Euro. NPO trägt 4,5 Millionen davon, AVROTROS steuert rund 9,6 Millionen Euro bei. Zuvor sprachen sich diverse Politiker in den Niederlanden gegen eine finanzielle Unterstützung aus, letztlich gab es aber wesentlich weniger bürokratischen Aufwand als in der Ukraine oder Israel in diesem Jahr.

Europa - Am 12. Dezember um 12 Uhr mittags beginnt die erste Vergaberunde der Tickets für den Eurovision Song Contest in Rotterdam. Über tickets.songfestival.nl für Niederländer bzw. eurovision.tv für internationale Zuschauer können Tickets für nahezu alle Shows gebucht werden. Die Eintrittskarten für die Semifinals liegen zwischen 68,50 Euro mit eingeschränkter Sicht bis hin zu 158,50 Euro in der ersten Preiskategorie. Für das Finale werden zwischen 88,50 Euro und 248,50 Euro fällig. Zwei Drittel der Eintrittskarten landen im allgemeinen Verkauf, ein Drittel wird auf Delegationen, geladene Gäste und Sponsoren verteilt. Knapp 2.286 Ticketpakete gehen zudem an die nationalen OGAE-Fanclubs.

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Eurovision 2020: Moderatorentrio für Rotterdam vorgestellt



Niederlande - Die Hosts of the Night stehen fest. Der Eurovision Song Contest 2020 wird von einem Trio moderiert von denen zumindest zwei auch in Deutschland bekannt sind. Zum einen wird die TV-Moderatorin Chantal Janzen durch den Abend führen und an der Seite von Klubbb3-Mitglied Jan Smit und der zweifachen Song Contest-Teilnehmerin Edsilia Rombley auf der Bühne im Ahoy von Rotterdam durch den Abend führen.

Chantal Janzen, so habe ich der Vita auf Eurovision.tv entnommen, startete als Musicaldarstellerin, u.a. in "Tarzan" und "Petticoat" und startete 2008 ihre Moderationskarriere beim Sender AVRO, wechselte später aber zu RTL, wo sie u.a. "Holland's Got Talent" und "The Voice of Holland" moderiert. Executive Producer Sietse Bakker lobte sie als eine der besten und talentiertesten TV-Moderatoren im niederländischen Fernsehen. 

Edsilia Rombley muss nicht näher vorgestellt werden, sie wurde 1978 geboren, hatte in der Soundmixshow 1996 ihren Durchbruch und sang 1998 in Birmingham das wunderbare "Hemel en aarde", mit dem sie den vierten Platz belegte. Weniger Glück hatte sie 2007, als sie mit "On top of the world" erneut zum Song Contest nach Helsinki fuhr, dort jedoch im Halbfinale ausschied. In diesem Jahr moderierte sie zudem Eurovision in Concert, selbiges moderiert sie auch im nächsten Jahr.

Jan Smit kennen wir in Deutschland vor allem aus den Schlagershows von Florian Silbereisen, mit dem er gemeinsam mit dem Belgier Christoff das Trio Klubbb3 bildet und Gast bei den "Schlagerchampions" und dem "Schlagerboom" ist. In den Niederlanden gehört er zudem zu den erfolgreichsten nationalen Künstlern und ist mittlerweile auch Teil von De Toppers, die 2009 für die Niederlande zum Eurovision Song Contest fuhren, damals jedoch noch ohne Jan. Er ist in den letzten Jahren als Kommentator und Berater des niederländischen Fernsehens beim Song Contest tätig gewesen.

Albanien: Verlegung des Festivali i Këngës möglich



Albanien - Am 26. November kurz vor vier Uhr morgens ereignete sich nördlich von Tirana ein Erdbeben der Stärke 6,4 und forderte bisher über 50 Menschenleben und richtete erhebliche Sachschäden an. Der Folgetag wurde zum Staatstrauertag erklärt, Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 28. und 29. November wurden abgesagt. Und da das Land derzeit andere Probleme hat, als einen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest, berichten einige albanische Medien nun über eine Verlegung des Festivali i Këngës.

Die Website lajme.net berichtete als erstes, dass das traditionelle Festivali i Këngës, das bekanntlich immer Ende des Jahres rund um die Weihnachtszeit stattfindet, möglicherweise in den Januar verlegt werden könnte. Dabei bezieht sich das Online-Magazin auf Quellen innerhalb der Geschäftsführung des Senders RTSH. Geplant war, das Festival am 19., 20. und 22. Dezember im Kongresspalast von Tirana stattfinden zu lassen, als neue Termine wurden der 22., 23. und 25. Januar genannt.

Bestätigt wurde der neue Termin bislang noch nicht vom albanischen Fernsehen. Am Festivali i Këngës, das seit der ersten Teilnahme Albaniens beim Eurovision Song Contest auch als Vorentscheid genutzt wird, sollten einige prominente Kandidaten wie Olta Boka, Kamela Islamaj und Bojken Lako teilnehmen. In diesem Jahr wurde Albanien von Jonida Maliqi und "Ktheju tokës" vertreten. Sie erreichte damit das Finale und belegte in Tel Aviv den 17. Platz.

Dienstag, 3. Dezember 2019

News-Splitter (782)



Niederlande - Gestern wurde die Bühne des Eurovision Song Contests 2020 vorgestellt und wie schon in vielen der letzten Jahre stammt der Entwurf vom Österreicher Florian Wieder, der sich mit seinem Vorschlag gegen diverse andere Entwürfe durchsetzen konnte. Dabei wurde bekannt, dass der Greenroom 2020 wieder zurück in die Haupthalle ziehen wird und nicht, wie in Tel Aviv, in einem Nebengebäude untergebracht wird. Wieder erklärte: "Ich wollte ein unkonventionelles, minimalistisches und modernes Konzept für die Show im nächsten Jahr schaffen." Dieser Vorschlag stieß auch beim niederländischen Fernsehen auf Gegenliebe. Eindrücke der Bühne kann man sich hier auf Eurovision.tv anschauen.

Ungarn - Die Website ESCbubble.com hat mehrere Reaktionen von ungarischen Song Contest-Teilnehmern zur Absage des Landes eingefangen. So erklärte Kati Wolf in einem RTL-Interview: "Ich habe Dank der Eurovision viele neue Fans gewonnen. Seitdem ich 2011 teilgenommen habe war ich in ganz Europa unterwegs und ich denke, dass wir hinfahren und performen und nicht bloß zuhause rumsitzen sollten." Auch AWS-Sänger Örs Siklósi erklärte: "Wir sind durch unsere Teilnahme gewachsen. Ich bin sehr traurig darüber, dass Ungarn nächstes Jahr nicht teilnimmt. Ehrlich gestanden habe ich den Wettbewerb vor unserer Teilnahme nicht beachtet, aber dieses Jahr habe ich alles verfolgt und Joci angefeuert."

Malta - Im Rahmen der Six Chair Challenge beim maltesischen X Factor-Ableger haben sich neben sechs "Girls" auch sechs "Groups" für die nächste Runde qualifizieren können. In der Show setzten sich Bloodline, Chord, Reign, Sweet Chaos, Yazmin & James sowie die "Girl Group without a name", bestehend aus Ema, Megan, Demi, Chanelle und Maya Sesay durch. Bemerkenswert ist hierbei, dass Maya Sesay während der Show eigentlich die Gruppe 6Teen anführte und nachträglich gefragt wurde bei der namenlosen Formation der anderen vier Mädels aufzutreten. X Factor dient in diesem Jahr schon zum zweiten Mal, den maltesischen Vertreter für die Eurovision zu finden.

Slowenien - Nachdem über drei Wochen hinweg Kandidaten für die zweite Runde von EMA Freš ausgewählt wurden und mit Stella, Younite und Martina die ersten Kandidaten für das Finale ermittelt wurden, fanden vergangene Woche die "Happy Losers"-Duelle statt. In denen konnten sich Parvani Violet, Saška, Pia Nina, Nuša Pliberšek und Alfirev qualifizieren. Somit verbleiben noch zwei freie Startplätze für den Vor-Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. Hierfür findet unter allen bisher ausgeschiedenen Kandidaten eine letzte Runde statt, das Finale von EMA Freš bringt dann zwei Kandidaten hervor, die einen Startplatz bei der richtigen EMA erhalten.

Sonntag, 1. Dezember 2019

Georgien: Nika Kalandadse ausgeschieden



Georgien - Die georgische Vorauswahl mittels Castingshow schreitet voran. Von den ursprünglich zehn Kandidaten, die in den Liveshows antraten, sind nach der heutigen Ausgabe nur noch sieben Teilnehmer im Rennen. Nach der heutigen Runde, in der die Kandidaten bekannte georgische Titel in Landessprache intonieren mussten, verabschiedete sich Nika Kalandadse aus dem Pool der potentiellen Eurovisionsvertreter.

Das Ergebnis der dritten Show von Georgian Idol:
01. - 21,17% - Tornike Kipiani
02. - 14,75% - Barbara Samkharadse
03. - 14,64% - Tamar Kakalashvili
04. - 10,01% - Anri Guchmanidse
05. - 10,01% - Davit Rusadse
06. - 09,98% - Mariam Shengelia
07. - 09,91% - Mariam Gogiberidse
Ausgeschieden:
08. - 09,53% - Nika Kalandadse

Abgestimmt werden konnte wie gewohnt per Televoting und Facebook Messenger. Der Tagessieger Tornike Kipiani hat mit Abstand die beste Leistung hingelegt und kann sich weiterhin berechtigte Hoffnungen auf Rotterdam 2020 machen. Er nahm schon 2017 am georgischen Vorentscheid teil, schnitt mit "You are my sunshine" unter "Ferner liefen" ab und belegte den 23. von 25 Plätzen.

Eurovision am Sonntag (61)


Europa - Die Zeit manierlicher Festlichkeit rauscht heran. In 3,5 Wochen ist mal wieder Heiligabend und passend zum 1. Dezember zeigt sich Hamburg in dunstverhangenem Grau, so wie Stefan Gwildis es schon 2005 in seinem Bewerbungslied für Kiew gesungen hat. Dabei rücken auch die Einschläge des Eurovision Song Contests 2020 näher, die Fülle der Nachrichten aus ganz Europa nimmt zu, egal ob die schwedischen Kandidaten aufgelistet werden oder Frankreich seinen Vorentscheid abschafft.

Auch die ersten Vertreter für Rotterdam stehen mittlerweile fest. Bulgarien und Zypern haben in dieser Woche ihre Interpreten bekannt gegeben und wenn man jüngsten Gerüchten Glauben schenken darf, soll auch Österreichs Vertreter durchgesickert sein. Die österreichische Nachrichtenseite oe24.at meldete gestern, dass ein gewisser Vincent Bueno die Alpenrepublik in den Niederlanden vertreten wird. Allerdings ist der journalistische Anspruch der Seite, die zur überregionalen Tageszeitung "Österreich" gehört nicht besonders groß und die Meldung kann viel bedeuten, sich vor allem aber auch als Ente erweisen.

Vincent Bueno ist Freunden des österreichischen Vorentscheids allerdings bekannt, nahm er doch 2016 mit dem Titel "All we need is that love" an der Vorauswahl für Stockholm teil. Damals belegte er den sechsten Rang. Der ORF hält sich indes bedeckt, gab aber auch an, dass der Beitrag bereits feststünde. Einen verbindlichen Termin für die Präsentation nannte man jedoch noch nicht. Dafür können wir uns seit vorgestern an den estnischen Vorentscheidungsliedern laben. Und wie bei jedem Eesti Laul ist auch in diesem Jahr wieder viel dabei, was... nun ja, gewöhnungsbedürftig ist. Gab es letztes Mal einen Katzensong, so hat man dieses Jahr einen Titel namens "Kapa Kohi-LA" dabei, der zumindest im Videoclip von einer Auswahl Würstchen gesungen wird.

Kunst liegt bekanntlich im Auge
des Betrachters. Und 2014 hat
schon mal eine Wurst gewonnen
Das vollständige Portfolio des Eesti Laul 2020 kann man sich hier auf der Seite des Senders ERR anhören. Nachdem ich mich einmal durch alle Titel durchgehört habe, muss ich offen zugeben, dass mich aktuell noch nichts davon vom Hocker reißt, am ehesten noch "Majakad" von Synne feat. Välihalf. Aber da ich in den letzten Jahren schon häufiger gemerkt habe, dass ich anfangs alles irgendwie mittelmäßig finde und spätestens zur Preview-Zeit im April das Schönhören funktioniert, halte ich mich in dieser Saison mit meiner subjektiven Kritik zurück. Ich bleibe gespannt, was Europa in diesem Jahr auffährt, mit Ausnahme von vier Interpreten kennen wir ja bisher noch keinen einzigen Titel für Rotterdam.

Dies wird sich spätestens mit dem albanischen Vorentscheid ändern. Das Festivali i Këngës findet in drei Wochen statt, irgendwann in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember kennen wir somit den ersten Beitrag, wenngleich er sehr wahrscheinlich noch einmal auf die eurovisionstypischen drei Minuten gekürzt werden muss und remastert wird. Da ich aufgrund des Arbeitsplans das große Glück habe, ab dem 22. Dezember tolle Weihnachtsferien genießen zu können, werde ich mir den albanischen Vorentscheid natürlich zu Gemüte führen, insbesondere da ich gemerkt habe, dass das Land seit Jahren doch eine Vielzahl von Liedern hat, die mich ansprechen.

Olta Boka ist erwachsen geworden
War Albanien, ein Land, das jüngst von einem schlimmen Erdbeben heimgesucht wurde, in den Anfängen, so zwischen 2004 und 2007 eher ein Land, das zwar teilnahm aber mich nicht getoucht hat, so hat es doch immer wieder grandiose Beiträge ins Rennen geworfen, etwa Olta Boka die heuer zum Festival zurückkehrt oder die faszinierende Arie von Rona Nishliu, auch waren tolle Lieder in der engeren Auswahl, die es leider nicht zum Song Contest geschafft haben, z.B. "Ende ka shpresë", ein bezauberndes Duett von Alban Skenderaj und Miriam Cani. Und spätestens Anfang Januar befindet sich der Vorentscheidsmarathon dann in "full swing", wie es auf Eurovision.tv gerne heißt. Dann nämlich startet in Norwegen der Melodi Grand Prix mit seinen regionalen Vorrunden.

Ich freue mich auf die neue Saison und vor allem kann ich schon jetzt verkünden, dass es 2020 wieder eine bessere Berichterstattung im Vorfeld geben wird als 2019, ich habe in der Probenwoche nämlich Urlaub. Allerdings, und da werde ich bis Mai noch etwas diplomatisches Verhandlungsgeschick beweisen müssen, habe ich in der eigentlichen Eurovisionswoche keinen Urlaub, sodass ich u.U. Gefahr laufe, die Liveshows in Rotterdam nicht sehen zu können, je nachdem wie die Schichten gelegt werden. Aber bis Mai ist es noch lange hin und es kann sich noch viel ergeben, nun wünsche ich aber zunächst einen besinnlichen ersten Adventsabend. 

Samstag, 30. November 2019

Frankreich: Destination Eurovision wieder abgeschafft


Frankreich - Nach zwei Jahren schafft das französische Fernsehen seinen sehr erfolgreichen Vorentscheid "Destination Eurovision" wieder ab. Stattdessen wird der Beitrag unseres EM-Gruppengegners wie in den Jahren zuvor auf internem Wege ermittelt. Dies bestätigte Alexandra Redde-Amiel, Unterhaltungschefin bei France Télévisions und wies gleichzeitig darauf hin, dass man mehr Kontrolle über das Auswahlverfahren haben möchte.

Ob dies nun ein gescheiter Weg ist, ein eigentlich solide laufendes Vorentscheidungskonzept wieder einzumotten und hinter verschlossenen Türen an einem Song zu arbeiten bleibt abzuwarten, laut Redde-Amiel habe der Sender bereits Kontakt zu mehreren Songwritern und Komponisten aufgenommen, erstmals auch mit ausländischen Teams. Der Titel, der Frankreich am 16. Mai in Rotterdam vertreten wird, soll im Rahmen einer speziellen Show gezeigt werden.

Frankreich bestimmte in den letzten beiden Jahren das Duo Madame Monsieur und Bilal Hassani durch einen Vorentscheid, die den 13. bzw. 16. Platz erreichen, was die französische Bilanz seit 2010 deutlich verbessert hat. Jedoch fuhr das Big Five-Land auch in den beiden Jahren zuvor recht erfolgreich, die intern gewählten Kandidaten Amir und Alma erzielten gar die Plätze sechs und zwölf.

Beyond Eurovision (72): Pitcairninseln



Pitcairninseln - Ursprünglich wurden die Pitcairninseln im Südpazifik von der polynesischen Insel Mangareva besiedelt. Man pflegte einen regen Tauschhandel, Kanus gegen Vulkanglas. Nachdem die Insel Magareva jedoch zunehmend entwaldet wurde und kein Handel mehr stattfinden konnte, war die polynesische Bevölkerung sich selbst überlassen und starb aus. 1767 wurde die Insel vom britischen Kadetten Robert Pitcairn wiederentdeckt und 1790 erneut besiedelt. Die heutige Bevölkerung macht sich insbesondere dadurch einen Namen, als das es sich um Nachfahren der Meuterer von der Bounty handelt.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Adamstown
Sprachen
Englisch, Pitkern
Fläche
47km²
Währung
Neusseland-Dollar (NZ$)
Einwohner
39
Internet-TLD
.pn
Zeitzone
UTC -8
Wiki-Info

Zum britischen Überseegebiet gehören neben der Hauptinsel Pitcairn, auf der noch 39 Menschen leben, auch die unbewohnten Inseln Henderson, Oeno und Ducie. Die meisten der Bewohner leben in Adamstown, der Inselhauptstadt die nach John Adams, dem letzten überlebenden Bounty-Meuterer benannt wurde. Vor 70 Jahren lebten noch rund 220 Menschen auf Pitcairn, aufgrund der Isolation und der fehlenden beruflichen Perspektiven zieht es viele Bewohner allerdings nach Neuseeland oder ins Vereinigte Königreich. So wirbt die Insel mit speziellen Anreizen, um Menschen vom Festland anderer Staaten anzuwerben, bisher recht vergeblich.

Einer der auf Pitcairn geboren und später auf die australische Norfolkinsel ausgewandert ist, ist Trent Christian, Sohn des Bürgermeisters und Nachfahre der Bounty-Meuterer in achter Generation. Während er heute touristische Führungen auf der Norfolkinsel anbietet, ist er der einzige bekannte Mensch der Pitcairninseln, der erwiesenermaßen Musik aufgenommen hat. Wie man in dem unten stehenden Video, in dem er eine Ode an seine Heimatinsel singt, erkennen kann, waren seine Aufnahme für 20 neuseeländische Dollar erhältlich. Beachtlich ist, dass trotz der geringen Bevölkerungszahl ein eigener Dialekt auf den Pitcairninseln gesprochen wird.

So hat die Kreolsprache Pitkern rund 400 aktive Sprecher. Entstanden ist diese Sprache aus einer Mischung der englischen und tahitianischen Sprache. Die Meuterer der Bounty verstanden kein Tahitianisch, die damalige Bevölkerung der Insel kein Englisch. Um dennoch eine Kommunikationsbasis zu schaffen, entwickelte sich das Pitkern. Dieser Dialekt wird auch auf der Norfolkinsel (da heißt er Norfuk) gesprochen. Lauschen wir nun aber zunächst der kurzen Einführung in die Geschichte Pitcairns, dar's et (Pitkern für "Das ist alles".

Trent Christian - We're from Pitcairn Island

Beyond Eurovision (71): Niger



Niger - Der afrikanische Binnenstaat Niger erstreckt sich in weiten Teilen über die unwirtliche Sahara sowie entlang des namensgebenden Flusses Niger im Süden des Landes, der die Lebensader eines Großteils der Bevölkerung darstellt. In der Geschichte hat dieser Fluss den europäischen Entdeckern Rätsel aufgegeben, vermutetet römische Kartographen er sei Teil des Nils, im 17. Jahrhundert nahm man an, dass der Fluss in den Senegal mündet. Die Quelle selbst wurde erst 1879 entdeckt. Die Mündung des wichtigsten Flusses Westafrikas liegt in Nigeria.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Niamey
Sprachen
Französisch
Fläche
1.267.000km²
Währung
CFA-Franc (XOF)
Einwohner
21,6 Mio.
Internet-TLD
.ne
Zeitzone
UTC +1
Wiki-Info

Der Name Niger stammt aus dem lateinischen Wort für Schwarz. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Land, das regelmäßig von Dürreperioden heimgesucht wird und die höchste Fertilitätsrate der Welt besitzt. Die Bevölkerung stieg seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 von knapp drei auf heute über 22 Millionen Einwohner an. Die ungebremste Geburtenrate führt auf lange Sicht zu weiteren Problemen, die den Niger jetzt schon im Index menschlicher Entwicklung auf dem letzten Platz rangieren lassen. Die größte Ethnie im Niger stellen die Zarma und Songhai.

Kulturell hervorzuheben gilt es noch die Wodaabe, das "Volk des Tabus", die zu den letzten nomadisch lebenden Stämmen Afrikas gehören und primär als Rinderhirten leben. Ihr Verhaltenskodex wird durch Bescheidenheit und Zurückhaltung bestimmt, wenngleich einmal im Jahr bei einem Brautritual die Männer des Stammes beim Geerewol zeigen was sie können und sich für ihr Empfinden sehr ästhetisch zurecht machen und um die Gunst der potentiellen Bräute werben. Dieses dreitägige Prozedere ist zudem als Dankfest für die üppige Vegetation in der Regenzeit zu verstehen.

Die nigrische Musikkultur lebt vor allem von tief verwurzelten Traditionen, zu denen auch zahlreiche Instrumente wie das Holzblasinstrument Algaita oder das Thardent, ein Zupfinstrument gehören. Die traditionellen Rhythmen werden mit Popmusik verbunden, woraus das Genre Musique Tradi-Moderne entstand, hierfür wurde auch der Musikwettbewerb Prix Dan Gourmou ins Leben gerufen. Einer der Verfechter dieses Stils ist Saâdou Bori, der auch spirituelle Trance-Musik in seinem Repertoire auflisten kann. Der 61jährige landete 1993 mit "Yallerou" einen Hit und arbeitete zeitweise eng mit Moussa Poussy als Niamey Twice zusammen.

Saâdou Bori - Yallerou

Freitag, 29. November 2019

Zypern: Sandro Nicolas singt für Zypern!


Zypern - Vor wenigen Stunden hieß es noch "Loading..." beim zypriotischen Fernsehen und nun steht er fest, der Vertreter der Mittelmeerinsel für den Eurovision Song Contest 2020. Sandro Nicolas alias Alessandro Rütten ist 24 Jahre alt und aufmerksamen "The Voice"-Zuschauern bekannt, nahm er doch 2018 an der achten Staffel der Castingshow in Deutschland teil. Nun ist er in zypriotischen Diensten und darf nach Rotterdam fahren.

Schon vor einigen Wochen wurde spekuliert, CyBC habe Sandro für die Eurovision verpflichtet, heute wurden die Gerüchte aus Nikosia bestätigt. Er stammt aus Heinsberg an der niederländischen Grenze, sein Vater ist Amerikaner, seine Mutter Griechin. Seinen ersten Auftritt hatte er 2015 beim Supertalent, wo er allerdings nicht bestehen konnte und später angab, dass er nicht in dieses Format passt. 2018 stieg er dann mit "In my blood" von Shawn Mendes ins Team von Mark Forster ein. 

2019 vertrat er die USA beim New Wave Festival wo er erstmals auch unter seinem Künstlernamen Sandro Nicolas antrat und dort Sechster wurde. Seinen Song für Rotterdam wird das zypriotische Fernsehen zu einem späteren Zeitpunkt, aller Voraussicht nach wieder kurz vor Ablauf der Deadline durch die EBU, veröffentlichen. Zypern wurde in diesem Jahr mit der ebenfalls intern gewählten Tamta 13. im Finale des Song Contests von Tel Aviv.

Sandro Nicolas aka Alessandro Rütten bei The Voice

News-Splitter (781)



Spanien - Spaniens Delegationsleiterin Ana Maria Bordas erklärte im Interview mit Formula TV, der Sender RTVE habe das Ziel avisiert, den Beitrag, den Blas Cantó in Rotterdam singen wird, Anfang Januar auszuwählen. RTVE arbeitet derzeit eng mit verschiedenen Komponisten und Autoren zusammen um eine Vorauswahl zu treffen. Man habe keinerlei Vorgaben gemacht, welchen Musikstil Blas Cantó vertreten soll, er selbst solle sich allerdings mit dem Titel identifizieren können. Blas Cantó, ehemaliges Mitglied der Boyband Auryn, wurde intern vom spanischen Fernsehen für Rotterdam ausgewählt. Zuvor bewarb er sich 2011 und 2016 vergeblich um die Song Contest-Teilnahme.

Finnland - Das finnische Fernsehen YLE verzeichnete 426 Bewerbungen für den nationalen Vorentscheid "Uuden Musiikin Kilpailu". Aus diesen hat eine zehnköpfige Jury nunmehr sechs Beiträge ausgewählt, die sich der TV-Show und damit dem Urteil der Zuschauer stellen werden. Im Vorfeld erklärten die Produzenten von UMK, dass man zwischen sechs und zehn Interpreten aussortieren werde. Wer es zum finnischen Vorentscheid geschafft hat, erfahren wir am 21. Januar über die Website des Senders YLE. Der Vorentscheid selbst findet am 7. März in den Mediapolis Studios in Tampere statt. In diesem Jahr belegten die intern gewählten Darude feat. Sebastian Rejman mit "Look away" nur den letzten Platz im Semifinale von Tel Aviv.

Ungarn - Nach den aufgekommenen Gerüchten, das ungarische Fernsehen habe seine Song Contest-Teilnahme in Rotterdam abgesagt, weil die Veranstaltung "zu schwul" sei, hat der Sender MTVA diese Vorwürfe als haltlos zurückgewiesen. Auch Zoltan Kovacs, Staatssekretär der ungarischen Regierung erklärte, dabei handelt es sich um nichts weiter als Fake News. Aufgeschnappt wurde diese Meldung u.a. von Guy Verhofstadt, ehemaliger belgischer Premierminister und Mitglied der liberalen Fraktion im Europäischen Parlament, der via Twitter mit "First we had the “gay-free” zones in Poland, now Hungary pulls out of Eurovision because it’s “too gay”. Even Putin shows more restraint in his homophobia." deutliche Worte fand.