Dienstag, 25. Juni 2019

Beyond Eurovision (1): Westsahara


Westsahara - ...das Sommerloch bietet immer wieder die Möglichkeit neue Methoden zu finden, um diese Website mit Leben zu füllen. Da sich über die Jahre hinweg mein Musikordner auf dem Laptop zu einer Fundgrube an spannenden Stücken aus aller Welt entwickelt hat, möchte ich die kommenden Wochen und Monate ein wenig mit Musik aus verschiedenen Regionen füllen, die keine Chance haben, auf der Eurovisionsbühne zu landen. So entstand die Idee zu "Beyond Eurovision", einer Sammelkiste für Musik aus aller Welt.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
El Aaiun
Sprachen
Arabisch, Spanisch
Fläche
266.000km²
Währung
Sahara-Peseta
Einwohner
570.800
Internet-TLD
.eh
Zeitzone
UTC +1
Wiki-Info

Den Anfang machen wir heute in der Westsahara, einem kargen Landstreifen am Atlantik, der immer noch den Beinamen "letzte Kolonie Afrikas" trägt und seit den 70er Jahren von Marokko besetzt wurde. Auch hier, in einer der unwirtlichsten Regionen der Erde gibt es Musik und zwar nicht nur traditionelles Getrommel oder Flötenspiel sondern auch moderne Klänge, etwa von der 43jährigen Aziza Brahim (عزيزة ابراهيم
), die 1976 in einem Flüchtlingslager in der Nähe der algerischen Stadt Tindouf zur Welt kam. 

Aziza Brahim
Ihre Mutter kam im Jahr zuvor hierher, nachdem marokkanische Truppen die Westsahara annektierten. Mit elf Jahren erhielt sie ein Stipendium auf Kuba, kehrte jedoch 1995 zurück nach Algerien. Ihre musikalische Laufbahn startete sie im "freien" Teil der Westsahara, wo sie bei einem Gesangswettbewerb teilnahm und später mit einer sahrauischen Band durch angrenzende Länder tourte.

2008 erschien ihre erste EP mit dem Titel "Mi canto", inzwischen ist sie mit einer baskischen Gruppe auch in Europa unterwegs. Heute lebt sie in Spanien und hat eine Tochter sowie schon mehrere Schauspiel-Arrangements hinter sich. 2011 spielte sie im Film "Wilaya" mit, für den sie den Soundtrack komponierte. Auch ihr Schicksal und das ihres Volkes verarbeitet sie in ihrer Musik, so erschien 2016 das Album "Abbar el hamada", in dem sie auf das Leid der Sahrauis aufmerksam machte.

Aziza Brahim - Julud

Tschechien: Bewerbungsfrist bis Ende Juli verlängert


Tschechien - Česká Televize war der erste europäische Sender, der seinen Vorentscheidungstermin für den Eurovision Song Contest 2020 bekannt gegeben hat und das sogar schon im Januar diesen Jahres, kurz nach der Wahl von Lake Malawi für Tel Aviv. Nun hat der Prager Sender die Bewerbungsphase ausgedehnt.

Wie Eurovoix.com meldet, können interessierte Kandidaten sich bis einschließlich 31. Juli per E-Mail an escmusic@ceskatelevize.cz wenden. Der Künstler bzw. bei Gruppen mindestens ein Bandmitglied müssen die tschechische Staatsbürgerschaft besitzen. Ausgetragen wird der Vorentscheid im Forum Karlín in Prag vor rund 3.000 Zuschauern. Erstmals in seiner Song Contest-Geschichte wird die Show live im Hauptprogramm ČT1 zu sehen sein.

Zuletzt veranstaltete ČT im Jahr 2008 einen Vorentscheid. Als Siegerin stand nach dem absolvierten "Eurosong" Tereza Kerndlová fest, die mit "Have some fun" nach Belgrad reiste. Heuer belegte Lake Malawi mit "Friend of a friend" den elften Platz im Finale. Von den 157 Punkten stammten insgesamt 150 von den Juroren, lediglich sieben aus dem Televoting. Das beste Resultat fuhr Mikolas Josef im Jahr zuvor mit "Lie to me" ein.

Montag, 24. Juni 2019

EBU: Anpassung der Aufnahmekriterien?



Europa - In dieser Woche findet die Generalversammlung der Mitglieder der Europäischen Rundfunkunion statt. Dabei geht es neben allgemeinen Themen auch um die Frage, ob die Aufnahmekriterien für neue Mitglieder geändert werden sollen. Insbesondere geht es hierbei wohl vor allem um eine Passage im Regelwerk, die die Grenzen der EBU definiert.

Sollte eine Regelung gefunden werden, dass Länder, die in Europa liegen, Mitglied der EBU werden können, so könnte Kasachstan alsbald ein Vollmitglied werden, da es zwar geographisch teilweise innerhalb Europas liegt, momentan aber außerhalb der EBU-Grenzen von 40° Ost und 30° Nord und das Land kein Mitglied im Europarat ist, wie z.B. die drei Kaukasusländer, die ebenfalls außerhalb der 40° Ost-Marke liegen.

Sollten Änderungen an den Aufnahmekriterien vorgenommen werden, könnte dies gleichzeitig aber auch bedeuten, dass u.a. das kosovarische Fernsehen RTK einen neuen Mitgliedsantrag stellen müsste. Bislang gibt es hierzu nur Spekulationen. Dem kosovarischen Fernsehen wurde in Aussicht gestellt, dass der Mitgliedsantrag im Rahmen der Generalversammlung bearbeitet wird.

USA: Neues zum Song Contest aus Nordamerika



USA - Madonna hat sich erstmals zu ihrem Auftritt beim Eurovision Song Contest geäußert. "Ich war sehr zufrieden damit. Ich habe genau das gemacht, was ich auch geplant hatte und bin sehr stolz auf die Botschaft, die ich geteilt habe." Im Speziellen ging es ihr darum für den Frieden zwischen den Israelis und den Palästinensern einzustehen. "Deshalb bin ich gekommen.", so Madonna. 

Auf die Frage, ob sie es im nächsten Jahr wieder tun würde wich sie diplomatisch aus, in dem sie sagte, sie wolle den Niederlanden keinen Ärger bereiten. Madonna war für ihren Auftritt als Interval in die Kritik geraten, nicht nur aufgrund ihrer Gesangsleistung sondern auch für das unnötig hohe Honorar und das Durcheinanderwirbeln der Proben für das Finale. Die Performance von Song Contest-Sieger Duncan Laurence lobte sie, er habe eine tolle Stimme und das Lied getragen. 

Und da ich das Video bisher nicht sinnig in ein anderes Posting integrieren konnte, kommt der traditionelle Songcheck "Generations React" zum Eurovision Song Contest erst heute. Mit dabei, wenn Amerikaner versuchen, den Wettbewerb zu verstehen und die Top Ten zu sortieren, sind u.a. Sharon Fredrickson und Sheila Curiel, die schon im letzten Jahr bei "Adults React" dabei waren. Viel Spaß bei diesem Viertelstünder.

Generations React: Eurovision Song Contest 2019

Donnerstag, 20. Juni 2019

Malta: TVM plant zweite Staffel von X Factor


Malta - Es ist noch nicht offiziell bestätigt, dass X Factor Malta auch im nächsten Jahr wieder einen Vertreter für den Eurovision Song Contest ausspucken wird, aber auf jeden Fall wird auch 2020 wieder eine Staffel der Erfolgsserie stattfinden. TVM bestätigte, dass es um den Jahreswechsel 2019/20 eine zweite Staffel geben wird.

Fortan können sich alle Interessierten per WhatsApp-Nachricht an die 9920 2019 bewerben, sofern sie über 15 Jahre alt sind und einen einminütigen Clip hochladen, in dem sie ihr Gesangstalent unter Beweis stellen. Das Produktionsteam der Show wird sich im Anschluss schnellstmöglich mit den Bewerbern in Verbindung setzen.

X Factor Malta fand in diesem Jahr erstmals statt und wurde zum Quotenmagnet. Als Siegerin ging Michela Pace hervor, die anschließend neben einem Plattenvertrag bei Sony Music Italy auch das Ticket für den Eurovision Song Contest löste. Mit dem sehr feschen Titel "Chameleon" belegte Malta den 14. Platz im Finale. Die Jury von X Factor bleibt unverändert, u.a. sitzt darin auch die zweifache Song Contest-Vertreterin Ira Losco. 

Lettland: Ja zum Eurovision Song Contest 2020


Lettland - "Unsere Priorität in diesem Jahr hat der Eurovision Song Contest und das neueste Format der Eurovision, Eurovision Choir of the Year.", heißt es von Krista Luize vom lettischen Fernsehen LTV. Für die beiden bevorstehenden Veranstaltungen würden demnach bereits die Vorbereitungen in Riga laufen. Gleichzeitig sagte Lettland seine Teilnahme am Junior Eurovision Song Contest ab.

Lettland ist damit das nächste Land auf der länger werdenden Liste bestätigter Nationen für den Eurovision Song Contest 2020. Das mittlere der drei baltischen Staaten setzt damit seinen Kurs trotz schlechter Platzierungen in den vergangenen Jahren fort. In Tel Aviv reichte es für das Duo Carousel mit "That night" nur für einen 15. Platz im Halbfinale.

Auch in den Jahren zuvor schmiert Lettland im Vergleich zu seinen baltischen Nachbarn deutlich ab. Zwischen 2009 und 2019 gelang lediglich zwei Interpreten der Finaleinzug, Aminata Savadogo 2015 in Wien und Justs 2016 in Malmö. Dagegen stehen im selben Zeitraum vier letzte Plätze im Halbfinale, zuletzt war dies 2017 bei der Gruppe Triānas Parks und "Line" der Fall.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Frankreich: Wiedergeburt des "Spiel ohne Grenzen"?



Frankreich - In den 60er und 70er Jahren war das "Spiel ohne Grenzen" die einzige regelmäßig wiederkehrende Eurovisionssendung neben dem Song Contest. Bis 1999 fand die europaweite Spielshow statt, bei der Mannschaften aus verschiedenen Städten in Geschicklichkeitsspielen gegeneinander antreten mussten. Moderiert wurde die Show u.a. von Camillo Felgen, Frank Elstner und Michael Schanze. Für Deutschland war bis 1980 der WDR dabei.

Die Teilnehmer des "Spiel ohne Grenzen" (zwischen 1965 und 1999):
Land
Teiln.
Siege
Ausstrahlung
 Belgien
20
2
1965-1982, 1988-1989
 Deutschland
16
6
1965-1980
 Frankreich
25
3
1965-1968, 1970-1982, 1988-1992, 1997-1999
 Griechenland
7
0
1993-1999
 Großbritannien
16
4
1967-1982
 Italien
30
4
1965-1982, 1988-1999
 Jugoslawien
6
0
1978-1982, 1990
 Liechtenstein
1
0
1976
 Malta
2
0
1994-1995
 Niederlande
10
0
1970-1977, 1997-1998
 Portugal
15
5
1979-1982, 1988-1998
 San Marino
3
0
1989-1991
 Schweiz
24
2
1967-1982, 1992-1999
 Slowenien
4
0
1994, 1996-1997, 1999
 Spanien
4
1
1988, 1990-1992
 Tschechien
3
2
1993-1995
 ČSSR
1
1
1992
 Tunesien
1
0
1992
 Ungarn
7
3
1993-1999
 Wales
4
0
1991-1994

1998 schwappte eine ähnliche Spielshow aus den USA nach Europa. Jugendliche aus acht Nationen traten bei "Global Guts" gegeneinander an, auch Deutschland war daran beteiligt. Die Show wurde damals auf Nickelodeon gezeigt, wurde allerdings nicht zu Ende geführt, da Nickelodeon damals seinen Sendebetrieb in Deutschland kurzfristig einstellte und erst 2005 wieder on air ging. Insgesamt wurden 126 Episoden der Show produziert, an der neben den USA, Mexiko und dem UK auch Deutschland, Spanien, Israel, Portugal und die GUS-Länder als eine Mannschaft teilnahmen.

ARD-Produktion aus Rust:
"Deutschland Champions"
Ein ähnliches Konzept auf nationaler Ebene versuchte die ARD 2003 und 2004 mit "Deutschland Champions" aus dem Europapark in Rust zu etablieren, es blieb bei den zwei Staffeln, in denen sich Teams aus den 16 Bundesländern konkurrierten. Moderiert wurde der deutsche Ableger von Sportreporter Gerd Rubenbauer, 90er Jahre-Talkmasterin Sabrina Staubitz und Comedian Mirco Nontschew. Als Theme Song nahm man "Libertine" von Kate Ryan. Seither gibt es immer wieder Bestrebungen, das Konzept der Eurovision wiederzubeleben, Eurovoix.com meldet heute, dass es in Frankreich entsprechende Ideen gibt.

France Télévisions hat demnach bestätigt, dass es noch in diesem Jahr eine Neuauflage von "Jeux Sans Frontières" geben soll. Ausgestrahlt wird diese im September von France 2, das seine Pläne im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gab. Ob die EBU nach wie vor die Rechte an dem Format hält ist nicht bekannt, ebenso wenig, ob die Veranstaltung wieder auf europäischer Ebene stattfinden wird und welche Nationen dabei sein werden. Frankreich, bzw. die Stadt Bar-le-Duc in der Champagne, gewann das Format zuletzt 1979.

Dienstag, 18. Juni 2019

Niederlande: Leeuwarden zieht Angebot zurück



Niederlande - Im friesländischen Leeuwarden wird der Eurovision Song Contest 2020 nicht stattfinden. Die Provinzhauptstadt Frieslands und Kulturhauptstadt von 2018 scheidet aus dem Rennen um die Ausrichtung des kommenden Wettbewerbs aus, aus dem profanen Grund, dass das Dach der vorgeschlagenen Halle nicht hoch genug ist und es betriebliche Probleme geben könne.

Sjoerd Feitsma, Kulturbeauftragter der Stadt erklärte, dass die WTC Expo-Halle nicht die notwendigen Kriterien der Europäischen Rundfunkunion erfüllt, da die Deckenkonstruktion zu niedrig ist und dies ein Problem sei, dass nicht ohne schwerwiegenden Eingriff in die Bausubstanz zu lösen ist. Stattdessen plant Leeuwarden nun ein großes Public Viewing zu dem mehrere Tausend Menschen geladen sind.

Nach dem Ausscheiden von Leeuwarden verbleiben noch acht weitere Städte in den Niederlanden um die Ausrichtung des 65. Eurovision Song Contests, Amsterdam, Arnheim, Breda, Den Haag, Maastricht, Rotterdam, 's-Hertogenbosch und Utrecht. Die finale Entscheidung wann und wo der Wettbewerb stattfinden wird, soll im August fallen.

Spanien: Sendervereinigung stellt EBU-Antrag



Europa - Da sind wir nun also angekommen, im Sommerloch 2019. Fast eine Woche lang gab es überhaupt nichts Gescheites zu vermelden und auch jetzt tue ich mich schwer, einen drei Absätze füllenden Post zu verfassen. Einzig interessant, wenn auch nur indirekt mit dem Eurovision Song Contest in Bezug ist, dass ein Zusammenschluss regionaler Rundfunkanstalten in Spanien namens FORTA sich für die EBU-Mitgliedschaft beworben hat.

Seit 30 Jahren existiert die Organisation, unter deren Namen u.a. Sender wie Radio y Televisión Andalucía, Ens Públic de Radiotelevisió de Iles Balears oder Euskal Irrati Telebista zusammengefasst werden. Insgesamt zählen zwölf regionale Sender zu dem Verbund. Sollte der Mitgliedsantrag erfolgreich sein, könnten jene Sender an Events der Eurovision teilnehmen, an denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk TVE kein Interesse zeigt.

Die Mitgliedssender von FORTA:
-Corporació Catalana de Mitjans Audiovisuals
-Corporació Valenciana de Mitjans de Comunicació
-Corporación Aragonesa de Radio y Televisión
-Corporación de Radio Televisión de Galicia
-Ens Públic de Radiotelevisió de Iles Balears
-Euskal Irrati Telebista
-Radio Televisión Canaria
-Radio Televisión Madrid
-Radio y Televsión de Andalucía
-Radiotelevisión de Castilla-La Mancha
-Radiotelevisión de la Región de Murcia
-Radiotelevisión del Principado de Asturias

Die Bewerbung des spanischen Verbunds ähnelt dem Prinzip, nach dem auch im Vereinigten Königreich gearbeitet wird. Dort sind neben der allumfassenden BBC auch ITV, UTV, der schottische Sender STV und das walisische Fernsehen S4C Teil der Europäischen Rundfunkunion. Die Schotten nehmen in diesem Jahr am "Choir of the Year" teil, während Wales seit letztem Jahr als eigenständige Nation beim Junior Eurovision Song Contest geführt wird.