Bosnien-Herzegowina - Der öffentlich-rechtliche Rundfunk von Bosnien-Herzegowina ist in einen Notbetrieb übergegangen und sendet nunmehr lediglich Nachrichten, sämtliche weiteren wurden aufgrund des finanziellen Zusammenbruchs eingestellt. BHRT hat gestern bekannt gegeben, dass man sich in einer "ernsten finanziellen und operativen Krise" befindet.
Laut BHRT habe man nur noch zwei Tage Zeit, seine Schulden bei der Europäischen Rundfunkunion zu begleichen, ehe ein Zwangsvollstreckungsfahren eingeleitet werden könne. Die Schulden bei der EBU belaufen sich auf 11,25 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere Steuerschulden und Ausstände bei Lieferanten, sodass sich insgesamt rund 100 Millionen Mark bzw. 51,13 Millionen Euro anhäufen.
Zurückzuführen sind die Schulden u.a. auf den fehlenden Anteil der von RTRS, dem Fernsehen der Republika Srpska, das sei Jahren die Rundfunkgebühren nicht entsprechend abführt, sowie die seit 2013 nicht mehr angepasste Finanzierung, die Inflationen einrechnet. Da der Sender stark defizitär ist, erklärte BHRT, dass man auf einen Notkredit und die sofortige Abführung der Rundfunkgebühren von RTRS hofft.
BHRT lässt in seinem TV-Programm aktuell ein Spruchband laufen, dass vor den Folgen einer dauerhaften Schließung warnt und die Zuschauer aufklärt, dass es sich nicht um einen technischen Fehler handelt, sollte es zu einer möglichen Abschaltung kommen. Bosnien-Herzegowinas Rundfunkanstalt befindet sich seit Mitte der 2010er Jahren in einer tiefen finanziellen Krise, die auch die Teilnahme am Eurovision Song Contest unmöglich macht.








