Dienstag, 16. Oktober 2018

Memories: Eurovision Song Contest 1976


Niederlande - Am 3. April 1976 war das Nederlandse Omroep Stichting (NOS) wieder einmal für die Ausrichtung des Eurovision Song Contests verantwortlich. Aus dem Congresgebouw von Den Haag meldete sich zur besten Sendezeit erstmals eine Moderatorin zu Wort, die den Wettbewerb bereits gewinnen konnte, Corry Brokken. Sie hatte das Pläsier 18 Nationen anzukündigen, eine weniger als im Vorjahr. Zwar waren die Österreicher nach dreijähriger Pause wieder dabei und auch Griechenland wagte einen erneuten Versuch, dennoch fehlten gleich drei Länder, die 1975 noch dabei waren.

Der Gastgeber des Vorjahres, Sveriges Radio verzichtete bewusst auf die Teilnahme, nachdem es im eigenen Land zu viel Protest gegen die kommerzielle Veranstaltung gegeben hatte. Offiziell wurde das Fernbleiben damit begründet, dass die Ausrichtung in Stockholm zu teuer sei und die musikalische Qualität unter dem Niveau des schwedischen Fernsehens sei. 1977 sollte das Land wieder dabei sein. Malta zog sich nach drei Platzierungen die jenseits ihrer Hoffnungen lagen, bis Anfang der 90er zurück und auch die Türkei blieb dem Wettbewerb in Den Haag fern.

Dies lag insbesondere am griechischen Comeback. Die Sängerin Mariza Koch nahm die türkische Invasion auf Zypern zum Anlass, um die Geschichte aus griechischer Sicht ganz Europa zu präsentieren. In "Panaghia mou, panaghia mou" ("Meine Allheilige, meine Allheilige") ging es u.a. um die Schönheit der Orangenblüte und Olivenbäume in der Sonne, gleichzeitig aber auch um Zelte von Flüchtlingen, die darunter campierten, um Napalm-Angriffe und um verbrannte Erde. Dadurch provoziert setzte die Türkei aus, übertrug zwar den Wettbewerb, blendete den griechischen Auftritt aber in Gänze aus und zeigte ein eigenes, patriotisches Heimatlied. Mariza Koch erreichte mit dem Klagelied und dem fledermausähnlichen Gewand den 13. Platz.

Die Querelen zwischen Griechenland und der Türkei blieben von der EBU allerdings ungestraft, Konsequenzen gab es für keine der beiden Rundfunkanstalten. Es war allerdings nicht der einzige politisch motivierte Song des Abends, auch Portugal erbat sich Gehör mit einem Lied über die Schönheit des eigenen Landes. Carlos do Carmo sang "Uma flor de verde pinho", über eine grüne Pinienblume, die die neu gewonnene Freiheit nach dem Sieg über die Diktatur symbolisieren sollte, die Komponisten des Liedes waren beide Mitglieder der sozialistischen Partei. Portugal platzierte sich damit einen Rang höher als die Griechen. 

Neben den Liedern über Verzweiflung und Demokratie gab es auch seichte Unterhaltungsmusik und diese kam ausnahmslos aus den deutschsprachigen Nationen. Die Schweiz beispielsweise schickte zum zweiten Mal das Trio Peter, Sue & Marc zum Eurovision Song Contest, diesmal auf Englisch. "Djambo, Djambo" handelte von einem Clown, den man zur visuellen Untermalung nebst Leierkasten auf die Bühne brachte. Tatsächlich zündete das Lied bei den europäischen Juroren, die nun schon zum zweiten Mal nach dem heute noch eingesetzten "Douze points"-Prinzip abstimmten. Platz vier war für die Schweiz das beste Ergebnis seit 1970. Zweimal sollte das Trio in Zukunft noch an der Eurovision teilnehmen.

Die Nachbarn aus Österreich konnten sich nach einer Pause wieder darauf besinnen, der Eurovision beizuwohnen und taten dies ebenfalls in englischer Sprache. Das Duo Waterloo & Robinson, welches zuvor bereits mehrere Hits gelandet hatte, belegte mit "My little world" den fünften Platz. Beide wurden später insbesondere in der BRD gern gesehene Gäste in der ZDF-Hitparade oder "Disco". Da der Erfolg in Österreich selbst aber ausblieb ging man ab 1981 getrennte Wege. Beide rauften sich ein Jahrzehnt später wieder zusammen, Waterloo hatte zwischenzeitlich in nordamerikanischen Indianerreservaten Erleuchtung gefunden und diesen Stil in seine Musik aufgenommen. 2004 nahmen beide nochmals am österreichischen Vorentscheid teil, "You can change the world" wurde hinter Tie Break Zweiter.

Weniger erfolgreich verlief der Abend für die deutsche Delegation. Schon im Vorfeld war es eine unrühmliche Geschichte, denn ursprünglich hatte Tony Marshall den Vorentscheid "Ein Lied für Den Haag" deutlich per Postkartenvoting gewonnen. "Der Star", so stellte eine in München lebende israelische Sängerin namens Nizza Thobi wenige Tage später fest, sei ihr Lied, mit ausdrücklicher Genehmigung des Autoren Detlef Petersen. Da sie es schon 1973 öffentlich gesungen hatte, wurde Tony Marshall, davon nichts wissend, disqualifiziert. Marshall weigerte sich daraufhin jemals wieder am deutschen Vorentscheid teilzunehmen.

So wurden die Zweitplatzierten Les Humphries Singers mit dem Nonsens-Lied "Sing Sang Song" nach Den Haag geschickt. Ralph Siegel hatte mit dem Lied seinen ersten Beitrag für die BR Deutschland im Rennen und Jürgen Drews als Teil der Gruppe einen seiner ersten großen Auftritte, nachdem er bereits zuvor als Musiker unterwegs war und u.a. auch in den "Paukerfilmen" mit Pepe Nietnagel und Co. aufgetreten war. Während die Les Humphries Singers zuvor mit Liedern wie "Mexiko" in den Hitparaden abräumten, blieb der Erfolg beim Eurovision Song Contest aus und es blieb wieder nur der 15. Platz. 

Nach dem Finale gab es Kritik von Seiten der Medien und Zeitungen. In einem Artikel hieß es brüskiert: "Die Bundesrepublik, nach den USA und Japan das Land mit dem größten Schallplattenumsatz in der Welt, ging beim "Grand Prix Eurovision" der europäischen Fernsehanstalten wieder einmal leer aus. (...) Das Lied "Sing Sing Song" war für die Laienjurys offensichtlich noch nicht simpel genug, um den derzeit internationalen Musikgeschmack zu treffen, der sich durch einen spartanischen Text mit wenigen Reizwörtern und einen Rhythmus zum Mitklatschen auszeichnete." 

Ob vielleicht die Dritte vom Vorentscheid, die aufgescheuchte Maggie Mae, mit ihrem Lied "Applaus für ein total verrücktes Haus" besser gelegen hätte, ist fraglich. Zumindest ging ihre Eröffnungszeile "Seit Wochen spielt ein Türke schon auf dem Balkon Marimbaphon" in die Geschichte ein, brachte ihr Lied doch die damals wildromantische Idee einer multikulturellen, musizierenden Hausgemeinschaft in drei Minuten auf den Punkt. Weitere Nebendarsteller des deutschen Vorentscheids waren u.a. Lena Valaitis ("Du machst Karriere"), Ireen Sheer ("Einmal Wasser, einmal Wein"), Bruce Low ("Der Jahrmarkt unserer Eitelkeit"), Ina Deter ("Wenn du so bist wie dein Lächeln") und Tina York ("Das alte Haus").

Die bundesdeutsche Jury schien es Jürgen Marcus unterdessen übel zu nehmen, dass er nach mehreren gescheiterten Anläufen im deutschen Vorentscheid nun sein Glück in Luxemburg probierte, wurde er doch von ihnen beim Voting mit null Punkten abgestraft. Sein Lied "Chansons pour ceux qui s'aiment" ("Lieder, für jene, die sich lieben") setzte sich beim Vorentscheid in Luxemburg u.a. gegen Marianne Rosenberg durch, die mit "Tout peut arriver au cinema" eine Lobpreisung auf das Lichtspielhaus sang. Jürgen Marcus erhielt für sein Fremdgehen ohnehin nur 17 Punkte und landete damit nur knapp über der BRD auf Platz 14. Jürgen Marcus, dessen Lied "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" noch heute auf keiner Oldie-Fete feiern darf, entsagte daraufhin dem Song Contest, zumindest bis zum deutschen Vorentscheid 1982.

Richtig bitter wurde es derweil für die norwegische Sängerin Anne-Karine Strøm, die nun schon zum dritten Mal beim Eurovision Song Contest dabei war. Ihr Lied "Mata Hari" über die gleichnamige niederländische Exotiktänzerin, die zeitgleich als deutsche Spionin im Ersten Weltkrieg ihr Schicksal beim Erschießungskommando in Paris fand, garnierte sie im goldenen Paillettensuit mit einer überdimensionalen Sonnenbrille. Immerhin hält sie bis heute den Rekord als Interpretin, die bei drei Teilnahmen zweimal auf dem letzten Platz landete und wurde insbesondere dafür in Norwegen gefeiert. 

Auch sie wurde nie wieder beim Eurovision Song Contest gesehen. Ein weiterer Wiederholungstäter war der finnische Sänger Fredi, der schon 1967 in Wien dabei war und nun begleitet von drei Miezen, die als Begleitgruppe Ystävät auftraten, den Titel "Pump-Pump" sang. Choreographisch mutete die Nummer eher lächerlich an, tangierte der beleibte Barde bei jedem "Pump-Pump" mit Hüftstößen seine Sängerinnen. Die Juroren hatten hierfür den elften Platz übrig. 

Damit lag er besser im Rennen als die schwermütige jugoslawische Formation Ambasadori, zu deren Mitgliedern unter stetigem Wechsel zeitweise auch Hajrudin Varešanović, heute Leadsänger von Hari Mata Hari oder Zdravko Čolić, Jugoslawiens Interpret von 1973, gehörten. "Ne mogu skriti svoj bol" ("Ich kann meinen Schmerz nicht verstecken") endete zunächst auf dem letzten Platz der Wertungstabelle, da die französische Jury jedoch beim Zuschalten vier Punkte unterschlagen hatte, zogen sie später noch an Norwegen vorbei.

Zu den weiteren Interpreten des Abends zählten u.a. der irische Solist Red Hurley, der im eigenen Land schon kleinere Erfolge hatte, beim Eurovision Song Contest mit seinem fragenden "When" aber nicht wirklich überzeugen konnte und sich mit Platz zehn im Mittelfeld platzierte, ebenso wie es der spanische Sänger Braulio mit "Sobran las palabras" ("Worte sind überflüssig") nicht über den 16. Platz hinausschaffte. Er feierte seine Erfolge dreimal beim spanischen Musikfestival von Benidorm, 1979 als Sieger beim chilenischen Musikfestival in Viña del Mar oder beim Yamaha Music Festival 1982 in Japan.

Die Gastgeber aus den Niederlanden ließen Sandra Reemer auf heimischem Terrain singen. Sie hatte bereits 1972 für die Niederlande in Edinburgh als Teil des Duetts Sandra & Andres gesungen verschlechterte sich mit ihrem Lied "The party is over" nunmehr aber von Rang vier auf Platz neun. Drei Jahre später sollte sie als Xandra noch einmal zum Eurovision Song Contest fahren. Bis zu ihrem krankheitsbedingten Tod 2017 war sie gern gesehener Gast bei Eurovisionsveranstaltungen, u.a. als Moderatorin von "Eurovision in Concert", welches alljährlich in Amsterdam ausgerichtet wird.

Italien schickte Al Bano & Romina Power nach Den Haag. Die beiden, die die Glanzzeit ihrer Karriere erst in den 80er Jahren mit Liedern wie "Felicità", "Sharazan" oder "Ci sarà" haben sollten, als die Italo-Welle über Deutschland hereinbrach, verzeichneten immerhin den siebten Platz mit "Noi lo rivivremo di nuovo (We'll live it all again)", das sie teils auf Englisch teils auf Italienisch vortrugen. Ihre Platzierung in Den Haag sollten sie wenige Jahre später noch einmal beim Eurovision Song Contest wiederholen. Beide, zwischenzeitlich verheiratet, machten auch nach dem Verschwinden ihrer Tochter Ylenia Carrisi weiter Musik, dennoch zerbrach ihre Ehe, seit 2013 sind sie gelegentlich wieder gemeinsam zu sehen. 

Israel nominierte drei fesche Soldatinnen der Armee. Ruthie Holzman, Leah Lupatin und Yardena Arazi traten als Chocolate Menta Mastik, zu Deutsch "Schokolade, Minze, Kaugummi" auf und machten bis 1978 gemeinsam mit Pop- und Discotiteln eingängie Musik. Ihr Eurovisionsbeitrag "Emor shalom" ("Sag hallo") wurde in einigen Ländern zum kommerziellen Erfolg und in den Airplay-Charts gespielt. Insbesondere Yardena Arazi sollte später beim Eurovision Song Contest noch in verschiedene Rollen schlüpfen, darunter als Solistin und als Moderatorin des Wettbewerbs. In Den Haag reichte es 1976 aber zunächst nur für den sechsten Platz.

Wesentlich erfolgreiche lief es an jenem Abend für die beiden französischsprachigen Beiträge aus Monaco und der Grand Nation selbst. Für Monaco trat kurioserweise eine aus Luxemburg stammende Sängerin namens Maria Christina Ruggeri unter ihrem Alias Mary Cristy an. Vom deutschen Schlager über Paris kam sie zum Hörfunk Radio Europe 1 und wurde mit "Toi, la musique et moi" ("Du, die Musik und ich") vom monegassischen Fernsehen verpflichtet und kehrte mit einem erfolgreichen dritten Platz aus den Niederlanden zurück. Ende der 70er widmete sie sich nach dem Ablauf ihres Plattenvertrags vermehrt dem Theaterschauspiel.

Die Silbermedaille ging nach Frankreich. Cathérine Ferry konnte sich mit ihrem Lied "Un, deux, trois" lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem späteren Siegerlied initiierten, zog dann aber doch den Kürzeren. Dennoch blieb es der erfolgreichste französische Titel des Abends, da sie nicht nur Monaco sondern auch den gelangweilt wirkenden Belgier Pierre Rapsat und Jürgen Marcus für Luxemburg hinter sich ließ. Gewinnen sollte aber die britische Gruppe Brotherhood of Man mit ihrer Akrobatikperformance zu "Save your kisses for me", die an Warm up-Übungen beim Skifahren angelehnt war und die die ganze Sendung mit Startnummer eins eröffnen sollten.

Im Vorentscheid setzte sich die Gruppe u.a. gegen Tony Christie ("(Is this the way to) Amarillo") durch bescherte dem United Kingdom nicht nur den ersten Sieg seit Lulu 1969 sondern auch einen der bis heute kommerziell erfolgreichsten Evergreens aller Zeiten, der je beim Eurovision Song Contest dabei war. Im Vereinigten Königreich blieben Brotherhood of Man weiterhin erfolgreich, landeten später noch zwei Nummer-Eins-Hits mit "Angelo" und "Figaro" und traten in später wechselnder Besetzung bei diversen Eurovisionsveranstaltungen auf, etwa dem 50jährigen Jubiläum der Show in Kopenhagen oder dem deutschen Vorentscheid 2006. Und somit durfte die BBC schon wieder die Zügel in die Hand nehmen.

Der Eurovision Song Contest 1976 erfuhr, beiläufig bemerkt, auch eine Neuerung. So wurden neben dem vor Ort wirkenden Orchester erstmals auch Playback-Töne von der Technik eingespielt, sofern die entsprechenden Parts nicht von einem Live-Orchester hätten umgesetzt werden können. Außerdem kam ein neuer Verteilungsschlüssel bei der Finanzierung des Wettbewerbs zum Einsatz. Hatte man bisher dem ausrichtenden Sender die gesamte Finanzierung aufgedrückt, gab es nun eine gerechte Aufteilung des Budgets. 

50% der Kosten trugen die heute als Big Five bekannten Nationen, zum damaligen Zeitpunkt rund 46.000 DM. Ein Drittel der Kosten trugen "Gruppe-Zwei"-Länder wie Belgien, Finnland, Jugoslawien oder die Schweiz und der Rest wurde auf die übrigen Teilnehmerländer wie Luxemburg oder Monaco verteilt. Passive Rundfunkanstalten, die den Wettbewerb ausstrahlten wurden mit etwa 7.000 DM zur Kasse gebeten. Abgesehen von der Höhe der Beiträge hat sich an diesem Verfahren bis heute nur wenig geändert.

Nur eine Sängerin durfte nicht am Liederwettstreit und der niederländischen Gastfreundschaft teilhaben, die sich dadurch auszeichnete, dass jeder Interpret einen Strauß Tulpen in die Hand gedrückt bekam, nachdem dieser fertig intoniert hatte und erstmals Interviews im Greenroom geführt wurden. Die junge Biggi Bachmann wurde als erster Beitrag Liechtensteins beim Eurovision Song Contest gemeldet. Angeblich soll das Parlament des Landes darüber entschieden haben, die Sängerin, die 1975 mit "Herzbrecher" unter dem Label Ariola ihre erste Single auf den Markt geworfen hatte, für Den Haag zu nominieren. Leider war die Problematik mit Liechtenstein 1976 die gleiche wie heute, es gibt keinen Rundfunk der Mitglied der EBU ist.

Und so gab es "Little cowboy" nicht in Den Haag zu sehen oder hören. Aufnahmen des Liedes scheinen nicht zu existieren. Mit der Gruppe Pretty Maid Company hatte Biggi Bachmann später noch kleinere Erfolge, ebenso als Solistin mit Titeln wie "Musik, Musik", mit dem sie 1979 beim Schweizer Vorentscheid nochmals ihr Glück versuchte aber nur Sechste wurde oder "Mokka in Mekka". Seither hörte man nichts mehr von Biggi bzw. ihrer Musikkarriere. Von Liechtenstein, das seit 1992 einen staatlichen TV-Sender und seit 2008 auch einen Privatkanal besitzt, gibt es jedes Jahr aber außer Wohlwollen keine Ambitionen am Song Contest teilzunehmen.

Die Teilnehmer:
01. - 164  Brotherhood of Man - Save your kisses for me
02. - 147 -  Cathérine Ferry - Un, deux, trois
03. - 093 -  Mary Cristy - Toi, la musique et moi
04. - 091 -  Peter, Sue & Marc - Djambo, Djambo
05. - 080 -   Waterloo & Robinson - My little world
06. - 077 -  Chocolate Menta Mastik - Emor shalom
07. - 069 -  Al Bano & Romina Power - Noi lo rivivremo di nuovo
08. - 068 -  Pierre Rapsat - Judy et cie
09. - 056 -  Sandra Reemer - The party is over
10. - 054 -  Red Hurley - When
11. - 044 -  Fredi & Friends - Pump-pump
12. - 024 -  Carlos do Carmo - Uma flor de verde pinho
13. - 020 -  Mariza Koch - Panaghia mou, panaghia mou
14. - 017 -  Jürgen Marcus - Chansons pour ceux qui s’aiment
15. - 012  Les Humphries Singers - Sing Sang Song
16. - 011 -  Braulio - Sobran las palabras
17. - 010 -  Ambasadori - Ne mogu skriti svoju bol
18. - 007 -  Anne-Karine Strøm - Mata Hari

News-Splitter (677)



Bulgarien - Die Europäische Rundfunkunion hat sich entgegen früherer Jahrgänge zur bulgarischen Absage vom Song Contest in Tel Aviv geäußert. In einer Pressemeldung heißt es: "Wir bedauern die Entscheidung von BNT, nicht am Eurovision Song Contest 2019 teilzunehmen. BNT war ein enthusiastischer Teilnehmer und hat in den letzten Jahren große Erfolge im Wettbewerb erreicht. Wir freuen uns darauf, sie in der Zukunft wieder begrüßen zu können." BNT setzt seine Teilnahme 2019 aus finanziellen Gründen aus.

Schweden - Das schwedische Aftonbladet hat, wie in jedem Jahr, über die möglichen Teilnehmer des Melodifestivalen 2019 spekuliert. Demnach sollen einige bekannte Gesichter unter den Interpreten des schwedischen Vorentscheids für Tel Aviv sein. Unter anderem meldet das Boulevardblatt die Rückkehr von FO&O-Mitglied Oscar Enestad sowie von Nano, der 2017 mit "Hold on" den zweiten Platz belegte. Auch Zweifachteilnehmerin Wiktoria und der Gruppe Arvingarna, die 1993 mit "Eloise" in Millstreet dabei waren, werden gute Chancen eingerechnet. In der Vergangenheit lag das Aftonbladet mit seinen Vermutungen meist richtig.

Dänemark - Nachdem die Rundfunkgebühren in Dänemark abgeschafft wurden und der Sender DR die Zahl seiner Mitarbeiter um 20% zurückschrauben musste, gab es nunmehr das erste prominente Opfer der Sparmaßnahmen. Der langjährige Song Contest-Kommentator Ole Tøpholm machte publik, dass er von seiner bisherigen Position in der Nachrichtenredaktion entbunden wurde und ein Alternativangebot der Regionalabteilung in Næstved erhalten hat. Ob er weiterhin den Eurovision Song Contest kommentieren wird, bleibt abzuwarten. Tøpholm arbeitet seit 19 Jahren bei DR.

Irland - Brendan Murray, Irlands Song Contest-Vertreter von Kiew 2017, hat es mit seiner Interpretation von "Nothing compares 2 U" von Sinéad O'Connor in die Liveshows von "X Factor UK" geschafft. Louis Tomlinson, Juror und Frontmann von One Direction, sicherte ihm seinen Startplatz in den Liveshows zu, nachdem er überzeugend im Judge's House performt hatte. Brendan Murray verpasste als 13. mit seinem Eurovisionslied "Dying to try" den Einzug ins Finale von Kiew.

Brendan Murray - Nothing compares 2 U

Montag, 15. Oktober 2018

Georgien: Suche nach neuem Star beginnt am 1. Januar



Georgien - Das georgische Fernsehen scheint den Jahreswechsel für seine Eurovisionsentscheidungen zu mögen. Während im letzten Jahr am Silvesterabend die interne Nominierung der Gruppe Iriao nach außen getragen wurde, beginnt am 1. Januar 2019 die erste TV-Ausstrahlung von "Georgia's Star", der Idols-Adaption, mit deren Hilfe der Vertreter für Tel Aviv gefunden werden soll.

Am 27. Oktober finden in der Hauptstadt Tiflis die ersten öffentlichen Vorsingen statt, weitere Auditions in ganz Georgien werden folgen. Ab dem 1. Januar, bis zu einem noch nicht näher genannten Zeitpunkt, sollen dann die einzelnen Shows gezeigt werden. Der Sieger der Castingshow wird Georgien beim 64. Eurovision Song Contest in Israel vertreten. 

Zum ersten Mal in der georgischen Song Contest-Historie wird der Vertreter des Landes direkt durch dieses Format ermittelt. 2013 wurde das Land durch Sopho & Nodiko mit "Waterfall" vertreten, die zuvor an der vierten bzw. fünften Staffel der Castingshow teilgenommen haben und in Malmö den 15. Platz belegten. Nach dem letzten Platz im Halbfinale von Lissabon kann es für Georgien aber nur bergauf gehen.

Memories: Eurovision Song Contest 1975


Schweden - ABBA hatten es mit "Waterloo" geschafft und den Eurovision Song Contest für die kommenden Jahre und Dekaden musikalisch nachhaltig zu verändern. Der Wettbewerb sollte auf seiner Reise durch Westeuropa am 22. März 1975 erstmals in Stockholm Halt machen und von Sveriges Radio (SR) ausgerichtet werden. Doch wer glaubte, der Wettbewerb 1975 war von der typischen Perfektion und Leichtigkeit der heutigen Generation geprägt, der irrte. In Stockholm hab es zu bisher nicht dagewesenen Sicherheitsvorkehrungen.

Nicht nur die erneute Teilnahme Israels sorgten für Geleitschutz vom Flughafen in die Herbergen der Künstler, auch die deutsche Delegation wurde besonders geschützt, da sich ein angeblicher Jürgen Marcus-Fan (der im Vorentscheid den Kürzeren zog) telefonisch Morddrohungen aussprach. Auch die RAF plante angeblich einen Anschlag auf das Treffen von Musikbarden aus ganz Europa, tatsächlich kam es vier Wochen nach der Eurovision in der bundesdeutschen Botschaft in Stockholm zu einem Anschlag. Hinzu kam, das der Zorn vieler im damals sehr linksausgerichteten Schweden gegen den Kommerz, den die Eurovision mit sich brachte, in offenem Protest mündete.

So wurde parallel zur Eurovision ein Alternativfestivalen in einem Außenbezirk Stockholms veranstaltet, wer wollte, konnte dort auftreten. Man beklagte, Sveriges Radio würde seinen Etat für internationale Popmusik ausgeben und dabei die lokale Kultur nicht ausreichend fördern. Die Proteste rissen auch nach dem Song Contest nicht ab, sodass sich SR schließlich im Herbst 1975 gezwungen sah, sich von der Eurovision zurückzuziehen, offiziell weil die Ausrichtung des Wettbewerbs zu teuer war. Zunächst aber sollte Karin Falck aus der Stockholmsmässan moderieren und erstmals 19 Nationen ankündigen.

Neben Frankreich, das nach einjähriger Pause wieder dabei war, wollte auch Malta wieder mitsingen, diesmal in seiner zweiten Amtssprache Englisch, nachdem zwei Lieder auf Maltesisch nicht aus dem Quark kamen. Erstmals dabei war zudem die Türkei, was nach der Besetzung des Nordteils der Insel Zypern im Sommer 1974, die Absage des griechischen Fernsehens zur Folge hatte. Zwar wurde der Wettbewerb in Griechenland übertragen, der politische Konflikt um Zypern ist allerdings bis heute ungeklärt und es sollte noch fast 30 Jahre dauern, ehe sich Griechen und Türken erstmals beim Song Contest mit Punkten bedachten.

Eröffnet wurde der Eurovision Song Contest auch sogleich von seinen späteren Gewinnern, den Niederlanden und der Gruppe Teach-In. John Gaasbeek, Chris de Wolde, Ard Weeink, Koos Versteeg, Rudi Nijhuis und die österreichische Sängerin Getty Kaspers sprangen melodiös auf den fahrenden ABBA-Zug auf. Ihr "Ding-a-dong", klingt mit 40 Jahren Abstand, wie ein seichter Abklatsch des Gewinnerliedes von 1974. Immerhin gab es sechsmal die Höchstwertung der abstimmenden Juroren und aus allen teilnehmenden Nationen Punkte. 1976 verließ Kaspers die Gruppe, zu Revival-Auftritten kommen die Bandmitglieder aber heute noch zusammen. Aus Österreich konnte es in diesem Jahr wieder keine Punkte geben, da der ORF aufgrund zu kurzer Vorbereitungszeit erneut absagen musste.

Das Wertungssystem wurde aufgrund von Protesten zahlreicher Rundfunkanstalten komplett umgekrempelt, das klassische Format, wie wir es bis 2015 kannten, kam zum Einsatz. Insgesamt durften die jeweiligen Juroren zehn Lieder bewerten, von einem bis acht Punkte sowie zehn und zwölf Zähler. Der deutsche Kommentator Werner Veigel erklärte damals auch, dass es keine neun und elf Punkte gäbe, damit der Sieger nicht mit einem durchschnittlichen Ergebnis den Wettbewerb gewinnt. Bis zum Splitten in Jury- und Televoting 2016 sollte dieses Konzept nun Teil des Eurovision Song Contests werden.

Allerdings gab es auch anfängliche Stolpersteine. So musste die Moderatorin Karin Falck nachhaken: "How much is seven in French?" Die Punkte wurden dabei in der Reihenfolge der Auftritte vorgelesen und nicht in ihrer Wertigkeit steigend. In den Genuss zwölf Punkte zu erhalten kam die deutsche Kandidatin Joy Fleming leider nicht, 15 Zähler insgesamt, davon acht aus Luxemburg, waren das Ergebnis ihres wuchtigen Auftritts, der offenbar mit viel zu viel garniert wurde. Joy, geboren als Erna Liebenow in Rockenhausen im Donnersbergkreis/Rheinland Pfalz, machte ihrem Geburtsort alle Ehre und rockte die Bühne in Stockholm wie keine Zweite an diesem Abend, fand nur leider kein Gehör.

Das bedeutungsschwangere "Ein Lied kann eine Brücke sein" erwies sich als modernste Nummer des Abends, dargeboten von einer großen jazzigen Stimme, die sich nicht zu schade war, aus den Vollen ihrer Stimmbänder zu schöpfen und dabei sogar noch den Schlussakkord auf Englisch zu singen um sich international verständlich zu machen. Das Drumherum mit dem "Raketen", wie Joy ihre Backgroundsängerinnen selbst betitelte und sie in einem sackartigen beißend grünen Kleid gegen das sie selbst unerfolgreich protestierte, sowie mit Ketten und Schmuck behangen, wirkte allerdings viel zu überladen, sodass es für Joy nur den 17. Platz von Stockholm, dafür aber einen Platz in der Hall of Fame deutscher Grand Prix-Beiträge gab.

Joy Fleming versuchte es 1986, 2001 und 2002 in verschiedenen Kombinationen mit anderen Künstlern und Bands noch mehrfach beim Vorentscheid, war 2004 sogar Teil der Expertenjury, die in Stefan Raabs Miniformat "SSDSGPS" nach Max Mutzke fahndete und gern gesehener Gast bei deutschen Eurovisionsformaten. Am 27. September 2017 verstarb Joy Fleming im Alter von 72 Jahren. Beim deutschen Vorentscheid 1975, wo ihre Performance weit weniger ausladend wirkte, duellierten sich zuvor die Größen der deutschen Musikszene. 

15 Interpreten nahmen an der vom Hessischen Rundfunk durchgeführten Vorentscheidung in Frankfurt am Main, moderiert von Karin Tietze-Ludwig teil, etwa oben erwähnter Jürgen Marcus mit "Ein Lied zieht in die Welt hinaus" oder Marianne Rosenberg mit ihrem Hit "Er gehört zu mir". Die beiden belegten in der von Regionaljurys bewerteten Sendung aber nur den 9. bzw. 10. Platz. Am ehesten hätte die Sängerin Peggy March mit dem Lied "Alles geht vorüber" aus der Feder von Ralph Siegel den Titel streitig machen können, am Ende fehlten der gebürtigen Amerikanerin allerdings sechs Punkte.

Zu den ebenfalls erfolglosen Nationen gesellte sich die Türkei mit ihrer Sängerin Semiha Yanki, die gerade einmal drei Punkte beim Einstand ihres Landes verzeichnen konnte. "Seninle bir dakika" ("Eine Minute mit dir") kam überhaupt erst nur zum Song Contest, nachdem sie Losglück beim Vorentscheid hatte, lag Semiha doch gleichauf mit der Mädchenband Cici Kızlar. Zu allem Überfluss dauerte es dann auch noch lange bis das Tableu die drei Punkte der monegassischen Jury anzeigte, Karin Falck bangte schon, dass man die Punkte auf einem Blatt Papier niederschreiben müsste, unter großem Applaus tauchten diese dann aber noch auf dem Scoreboard auf.

Geringfügig besser lief es für die Norwegerin Ellen Nikolaysen, die man bereits von den Bendik Singers kannte. Ihr "Touch my life with summer" war nur magere elf Punkte wert. Bis auf eine Bewerbung beim norwegischen Vorentscheid blieb es ihr letzter Auftritt bei der Eurovision, sie widmete sich nun verstärkt dem Schauspiel. Für die Gastgeber aus Schweden lief es etwas besser, Lasse Berghagen und seine Band The Dolls brachten den achten Platz zustande. Der Ex-Mann von Lill-Babs hatte sich bereits in den beiden Jahren zuvor vergeblich beim Vorentscheid beworben. Zwischen 1994 und 2003 moderierte er das beliebte Sommerfestival Allsång på Skansen in Schweden.

Nicht nur der Schwede, auch andere Interpreten sangen auf Englisch oder auf einer halbgaren Mischung aus Landessprache und Englisch. So übersetzte z.B. auch die belgische Sängerin Ann Christy ihren Titel "Gelukkig zijn" teilweise ins Englische. Der erfolgreichste englischsprachige Titel, abgesehen von den niederländischen Siegern kam allerdings aus Großbritannien selbst. Während sie 1973 noch als Begleitband von Cliff Richard auftraten, durften The Shadows nun selbst ran und konnten mit dem Lied "Let me be the one", das zum Mitklatschen hätte einladen können, den obligatorisch zweiten Platz.

Platz drei an diesem Abend ging nach Italien. Das Duo Wess & Dori Ghezzi wagte sich im Refrain von "Era" ("Es war") an die Thematik sonntags in einer dunklen Ecke im Kino rumzuknutschen und verzauberte mit ein wenig Funk die Juroren als letzte Starter des Abends. Beide hatten bereits zuvor am San Remo-Festival teilgenommen. Wess alias Wesley Johnson verstarb 2009 in seiner Heimat, den USA. 

Zwei Plätze hinter Italien platzierte sich Luxemburg. Die Sängerin Géraldine Branagan, eigentlich gebürtige Irin, hatte 1973 in ihrer Heimat vergebens versucht zur Eurovision zu kommen, nun durfte sie auf Einladung des Senders RTL antreten. Ihr Lied "Toi" wurde von Bill Martin komponiert, der schon bei "Puppet on a string" und "Congratulations" seine Finger im Spiel hatte. Mangelnde Französischkenntnisse und eine beileibe dünne Stimme ließen sie aber nur Fünfte werden.

Die beiden anderen französischsprachigen Titel landeten auf den Plätzen drei und 13. Nicole Rieu wurde intern nominiert und sang ihre Ballade "Et bonjour à toi, l’artiste" über die Freuden die Künstler mit ihren Werken bereiten ähnlich inbrünstig wie die monegassische Sängerin Sophie ihr "Une chanson c’est une lettre" ("Ein Lied, das ist ein Brief"). Sophie alias Arlette Hecquet machte erste Bühnenerfahrungen bei Johnny Hallyday und war als Hörfunkmoderatorin bei Radio Monte Carlo tätig, für das sie eben auch beim Eurovision Song Contest auftrat. In den 80er Jahren bekleidete sie bei RTL in Luxemburg das zauberhafte Amt der Programmansagerin, 2012 verstarb sie in Paris.

Für ihre Verhältnisse sehr gut schnitten indes die Finnen ab. Die Folkband Pihasoittajat kombinierte in ihrem Lied "Old Man Fiddle" Country mit nikotinfarbenen Obertrikotagen und kassierte zwei Höchstwertungen, darunter auch die der bundesdeutschen Jury und erreichte Platz sieben, was bis heute eines der besten Ergebnisse des Landes darstellt. Eine Position darüber platzierte sich Simone Drexel aus St. Gallen, die zuvor einen Talentwettbewerb der Bravo gewinnen konnte und trotz ihres sechsten Platzes mit einem Lied über einen alten Mann und sein Mikado-Spiel erfolgreich war, einen bürgerlichen Beruf ergriff und später medizinische Assistentin wurde.

Mit Pauken und Trompeten wollte sich Malta nach zweijähriger Pause zurückmelden. Nachdem man zweimal auf Maltesisch baden ging, sollte nun die englische Sprache für den gewünschten Erfolg sorgen. Allerdings machte es der Mitklatschschlager "Singing this song" von Renato Micallef und seine wenig kleidsame, blau-silbrig schimmernde Überwurfgardine mit Fransen den Juroren nicht leicht. Der zwölfte Platz läutete bis 1991 das Ende der maltesischen Song Contest-Bestrebungen ein. Zwar fand im Jahr darauf noch ein Vorentscheid statt, den Enzo Guzman abermals gewinnen konnte, das maltesische Fernsehen war aber offenbar mucksch, sodass auch "Sing your song country boy" nicht zur Eurovision durfte.

Unter "Ferner liefen" traten noch die Brüder Tommy und Jimmy Swarbrigg für Irland an. Als The Swarbriggs wurden sie intern von RTÉ nominiert und sangen "That's what friends are for", den ersten ihrer beiden Eurovisionsbeiträge, sollten sie doch zwei Jahre später als The Swarbriggs Plus Two noch einmal zurückkehren. In Stockholm reichte es zunächst nur für den neunten Platz. 

Weniger erfolgreich aber dafür mit einem niemals wiederholten Triple trat der ehemalige Marineoffizier Duarte Mendes für Portugal an. Er startete als 16. und belegte mit seinem Lied über die Nelkenrevolution den 16. Platz mit 16 Punkten. Angeblich hätte er am liebsten in einer Armeeuniform und einem Gewehr auftreten wollen, diese Idee verwarfen die Portugiesen aber schnell wieder. Die Nachbarn aus Spanien schickten das baskische Duo Sergio y Estíbaliz nach Stockholm, beide waren Gründungsmitglieder von Mocedades. Sie machten sich aber 1972 selbstständig und wurden intern von TVE nominiert. Nach dem zehnten Platz wurde noch im gleichen Jahr geheiratet.

Der Sieg ging allerdings an die Niederlande, es sollte der vierte und bis heute letzte Sieg der Niederlande werden und Getty Kaspers die Schamesröte ins Gesicht treiben, als man ihr mitteilte, was der Ausdruck "And you walk along with your ding-dang-dong" im Englisch ebenfalls bedeuten könne. Die Belanglosigkeit des Textes führte zu Diskussionen, u.a. in deutschen Schmierblättern über die Qualität des Wettbewerbs. Beschweren konnte man sich über mangelnde Quoten dennoch nicht, die EBU berichtete, dass der Wettbewerb neben den Teilnehmerländern auch in Island, Marokko, Jordanien, Hongkong, Südkorea und Japan zeitversetzt ausgestrahlt wurde.

Hinzu kam, dass Sveriges Radio ein Novum lieferte, an dem sich spätere Rundfunkanstalten noch orientieren würden. Erstmals kam es dazu, dass die Interpreten des Wettbewerbs Teil der Postkartenfilmchen vor den jeweiligen Beiträgen mitspielten und kleine Rollen hatten. Dieses Format ist neben schönen Landschaftsaufnahmen und Tourismuswerbung zur Tradition beim Eurovision Song Contest geworden. Im Jahr darauf sollte es zum dritten Mal in die Niederlande gehen, zum Eurovisie Songfestival nach Den Haag.

Die Teilnehmer:
01. - 152 -  Teach-In - Ding-a-dong
02. - 128 -  The Shadows - Let me be the one
03. - 115 -  Wess & Dori Ghezzi - Era
04. - 091  Nicole Rieu - Et bonjour à toi l'artiste
05. - 084 -  Geraldine - Toi
06. - 077  Simone Drexel - Mikado
07. - 074 -  Pihasoittajat - Old Man Fiddle
08. - 072  Lars Bernhagen & The Dolls - Jennie, Jennie
09. - 068  The Swarbriggs - That's what friends are for
10. - 053 -  Sergio & Estíbaliz - Tú volverás
11. - 040 -  Shlomo Artzi - At va'ani
12. - 032 -  Renato - Singing this song
13. - 022 -  Pepel in Kri - Dan ljubezni
13. - 022 -  Sophie - Une chanson c'est une lettre
15. - 017 -  Ann Christy - Gelukkig zijn
16. - 016 -  Duarte Mendes - Madrugada
17. - 015  Joy Fleming - Ein Lied kann eine Brücke sein
18. - 011 -  Ellen Nikolaysen - Touch my life with summer
19. - 003 -  Semiha Yanki - Seninle bir dakika