Sonntag, 12. Juli 2026

Italien: Peppino di Capri mit 86 Jahren verstorben


Italien
- Gestern verstarb auf Capri der Sänger Peppino di Capri. Der 86jährige Sänger war seit den 50er Jahren musikalisch aktiv und konnte zweimal das Sanremo-Festival gewinnen. 1991 vertrat er Italien mit dem bisher einzigen neapolitanischsprachigen Titel beim Song Contest in Rom und belegte mit "Come è ddoce 'o mare" den siebten Platz. In Italien machte er sich einen Namen, indem er den Twist salonfähig machte.

Peppino di Capri wurde 1939 als Giuseppe Faiella auf Capri geboren und tat sich mit seinem Freund Ettore Falconieri zusammen um als Duo Caprese auf der Insel erste Auftritte zu absolvieren. 1957 erhielt er seinen ersten Plattenvertrag und spezialisierte sich u.a. auf Coverversionen internationaler Songs und traditionelle neapolitanische Musik. 1961 gelang ihm mit einer Version von Chubby Checkers "Let's Twist Again" sein erster Nummer Eins-Hit.

In seiner musikalischen Laufbahn nahm er insgesamt 15x am Sanremo-Festival teil, 1973 konnte er es mit "Un grande amore e niente più" gewinnen. 1976 gewann er mit "Non lo faccio più" ein zweites Mal. Er ist damit der Interpret mit den meisten Teilnahmen am Festival. Es folgten diverse Alben, 2005 wurde er von Präsident Ciampi mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik ausgezeichnet. 2005 nahm er mit "La Panchina" ein letztes Mal am Festival von Sanremo teil.

Peppino di Capri - Comme è ddoce 'o mare

Donnerstag, 9. Juli 2026

Luxemburg: Kriterien für Vorentscheid vorgestellt


Luxemburg
- Nachdem der luxemburgische Sender RTL über ein staatlich autorisiertes Song Contest-Budget berichtet hat, gilt die Bewerbungsphase für den Luxembourg Song Contest, den nationalen Vorentscheid des Landes nunmehr für eröffnet. Auch die Kriterien für den Auswahlprozess sind mittlerweile öffentlich kommuniziert worden.

Für Künstler gilt, dass diese am 15. Januar 2027 mindestens 18 Jahre alt sein müssen, die luxemburgische Staatsangehörigkeit oder einen permanenten Wohnsitz im Land besitzen. Sollte beides nicht der Fall sein müsste der Interpret zumindest eine starke Verbindung zur luxemburgischen Musikindustrie aufweisen. Bewerbungsfristen für Interpreten verstreichen am 20. September 2026. 

Für Komponisten und Songwriter gelten keinerlei Beschränkungen, Songs müssen sich an die geltenden EBU-Regularien halten, Songs dürfen in jeder Sprache sein, wobei man ausdrücklich Lieder in luxemburgischer Sprache willkommen heißt. Die Deadline für Songs endet am 29. Oktober. Mitte Oktober sollen Auditions mit eingeladenen Interpreten stattfinden, eine internationale Jury wird eine Vorauswahl treffen.

Anschließend werden die Bewerber von Branchenexperten und Coaches auf die potentielle Song Contest-Teilnahme vorbereitet, hierbei soll auch ermittelt werden, welcher Song die künstlerische Identität des Acts am besten widerspiegelt. Die finale Entscheidung mit welchem Titel der Interpret zum Vorentscheid am 30. Januar fährt, trifft der Interpret selbst. Der Sieger jenes Vorentscheids vertritt Luxemburg beim Song Contest in Bulgarien.

Vereinigtes Königreich: Bonnie Tyler ist tot!


Vereinigtes Königreich
- Im Alter von 75 Jahren ist Bonnie Tyler vergangene Nacht verstorben. Ihre Familie bestätigte, dass die Sängerin in einem Krankenhaus im portugiesischen Faro verstorben ist, nachdem sie dort Anfang Mai notoperiert und wochenlang im künstlichen Koma lag, aus dem die später wieder erwacht ist. Bonnie Tyler hatte in den 70er Jahren Welthits mit "It's a heartache" und "Holding out for a hero".

Bonnie Tyler wurde 1951 als Gaynor Hopkins im walisischen Neath geboren und gründete bereits früh eine eigene Band, mit der sie in Kneipen und Clubs in Wales auftrat. 1975 veröffentlichte sie mit "My! My! Honeycomb" ihre erste Single. Ihre zweite Single "Lost in France" ebnete ihr später den Weg zu einer Weltkarriere, 1977 erschien ihr erstes Album. Kurze Zeit später unterzog sie sich einer Stimmband-OP, die für ihre rauchige Stimme verantwortlich war.

1978 landete sie mit "It's a Heartache" einen Welthit, nach ihrem Album "Faster Than the Speed of Night" im Jahr 1983 und ihrem weiteren Hit "Total Eclipse of the Heart" wurde es Ende der 80er ruhiger um sie. 1991 arbeitete sie mit Dieter Bohlen an einem Comeback, danach wurde es erneut ruhig um die Sängerin. 2013 erschien ein in Nashville produziertes Country-Album namens "Rocks & Honey", im gleichen Jahr wurde sie von der BBC für den Eurovision Song Contest in Malmö ausgewählt.

Mit "Believe in me" erreichte sie jedoch nur den 19. Platz mit 23 Punkten, dennoch absolvierte sie auch in den Folgejahren regelmäßig Konzerte und veröffentlichte 2023 ihre Autobiographie "Straight From the Heart". Im Mai wurde Tyler wegen eines Darmdurchbruchs in Portugal notoperiert und in ein künstliches Koma versetzt. Sprecher des Krankenhauses zeigten sich optimistisch, dass sie sich vollständig erholen würde, ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich jedoch ab Anfang Juli wieder.

Bonnie Tyler - Believe in me

Dienstag, 7. Juli 2026

Ungarn: M1 stellt Nachrichtendienst vorübergehend ein


Ungarn
- Nur wenige Tage nach der Änderung des Mediengesetzes in Ungarn und der damit verbundenen Umstrukturierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat der Sender MTVA seinen Sendebetrieb eingestellt. Ab 16 Uhr (MESZ) wurde die Ausstrahlung eingestellt und durch eine Programmtafel ersetzt, in der sich der Sender öffentlich entschuldigt. Ebenso stellte der Radiosender Kossuth Rádió seinen Betrieb ein.

"Die öffentlich-rechtlichen Medien sollten nicht lügen. Wir entschuldigen uns dafür, dass wir das so viele Jahre lang getan haben! Die öffentlich-rechtlichen Medien befinden sich im Wandel, um in Zukunft unabhängig und glaubwürdig zu sein. Das Nachrichtenangebot ist vorübergehend eingestellt. Bitte bleiben Sie bei uns", heißt es in der schwarz-weißen Einblendung. Der Nachrichtendienst des Senders M1 bleibe vorerst eingestellt, bis hierhin laufen nur Filme.

"Ein historischer Tag. Die Propaganda-Übertragung auf den Flächen der öffentlich-rechtlichen Medien endete heute. Sie haben nachts gelogen, sie haben tagsüber gelogen, sie haben auf jeder Wellenlänge gelogen. Jetzt ist es vorbei.", erklärte Präsident Peter Magyar über soziale Medienkanäle. Magyar setzte sich nach seiner Vereidigung dafür ein, die Unabhängigkeit staatlicher Medien wiederherstellen zu wollen. 

Montag, 6. Juli 2026

Andorra: RTVA bestätigt Song Contest-Absage für 2027


Andorra
- Und weiterhin wird es kein Comeback des andorranischen Fernsehens RTVA beim Eurovision Song Contest geben. RTVA hat gegenüber Eurofestivales bestätigt, dass man auch 2027 nicht am Song Contest in Bulgarien teilnehmen werde. Eine formelle Begründung lieferte der Sender mit Sitz in Andorra la Vella keine, zuletzt wurde argumentiert, dass der Wettbewerb nicht mit der redaktionellen Linie des Senders übereinstimmt.

Wie es weiter heißt, verfügt RTVA im laufenden Jahr mit rund 6,2 Millionen Euro über das größte Haushaltsbudget in der Geschichte des Senders, 67% davon sind für das Personal vorgesehen, weitere 410.000 Euro sollen für die Erneuerung veralteter technischer Ausrüstung investiert werden. Die Entrichtung einer Teilnahmegebühr für den Eurovision Song Contest sei hingegen zu hoch und liege nicht im Ermessen des Senders.

Andorra nahm lediglich im Zeitraum von 2004 bis 2009 am Eurovision Song Contest teil und ist bis zum heutigen Tage das einzige Land, das es niemals über das Halbfinale eines Song Contests hinaus geschafft hat. Mehrfach gab es Gerüchte und Kampagnen das Land in den Pyrenäen zum Song Contest zurückzubringen, doch sowohl eine Initiative der letzten Teilnehmerin Susanne Georgi als auch eine mögliche Kooperation mit dem katalanischen Sender TV3 wurden nicht umgesetzt.