Donnerstag, 17. September 2026

Irland: RTÉ setzt Song Contest-Boykott 2027 fort


Irland
- Der irische Sender RTÉ hat heute seine Entscheidung für die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 in Burgas gefällt und hält an seinem Boykott des Wettbewerbs fest. In einer Stellungnahme heißt es, die Position von RTÉ bleibt "unverändert" und verweist weiterhin auf die anhaltende Situation im Gazastreifen und die daraus resultierende humanitäre Krise. RTÉ zeigt sich zudem zutiefst besorgt über die anhaltende Weigerung internationale Journalisten Zugang zu gewähren.

RTÉ betonte zugleich, dass man den Wettbewerb auch im kommenden Jahr nicht ausstrahlen werde. Dies war bereits in diesem Jahr der Fall, als man sich dem Boykott der Eurovision nach der Generalversammlung der EBU im Dezember letzten Jahres den Sendeanstalten aus Island, den Niederlanden, Slowenien und Spanien anschloss. Song Contest-Direktor Martin Green drückte sein Bedauern über die Entscheidung des irischen Fernsehens aus.

"Sie bleiben ein geschätzter Teil unserer Familie und wir werden sie vermissen (...) Wir werden den Dialog mit RTÉ fortsetzen und hoffen, sie in Zukunft wieder beim Wettbewerb begrüßen zu dürfen.", so Green. Irland ist damit das erste der genannten fünf Länder, das seinen Boykott offiziell bestätigt hat. Irland ist trotz der Pleiten der letzten Jahre nach wie vor mit sieben Siegen das erfolgreichste Land im Wettbewerb, der letzte Sieg ist nunmehr jedoch schon 30 Jahre her, damals gewann Eimear Quinn mit "The Voice" in Oslo.

Mittwoch, 16. September 2026

News-Splitter (1162)


Montenegro
- Das montenegrinische Fernsehen RTCG hat seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 in Burgas bestätigt. Wie der Sender mit Sitz in Podgorica verlauten lässt, wird man definitiv einen Interpreten zum nächsten Song Contest schicken, auf welche Art und Weise dieser bestimmt wird ist jedoch noch nicht endgültig entschieden. "Die Öffentlichkeit wird zu einem späteren Zeitpunkt darüber informiert, ob der Beitrag durch einen nationalen Wettbewerb oder durch eine interne Auswahl ermittelt wird.", so RTCG. In den letzten beiden Jahren wurde der Act durch den Montesong ermittelt.

Ukraine
- Auch die kriegsgebeutelte Ukraine wird nächstes Jahr mit dabei sein. Der Sender Suspilne nimmt auch 2027 zum insgesamt 25. Mal teil. Senderchef Mykola Chernotytskyi erklärte: "Der Eurovision Song Contest ist heute ein wichtiges Instrument für die direkte Interaktion mit Hunderten Millionen Europäern. Für die Ukraine geht es bei der Teilnahme am Wettbewerb in erster Linie um Subjektivität, den Schutz der kulturellen Souveränität und die Möglichkeit, den ukrainischen Kontext bis zum Schluss im Fokus der Weltöffentlichkeit zu halten." Gesucht wird in der Ukraine der Nachfolger von Leléka, die in Wien den neunten Platz belegte. 

Spanien
- Spanische Medien berichten heute, dass der Verwaltungsrat von RTVE in dieser Woche darüber beraten wird, ob man am Eurovision Song Contest 2027 teilnehmen oder eben diesen aufgrund der Teilnahme Israels weiterhin boykottieren wird. Der spanische Sender war neben den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aus Irland, Island, den Niederlanden und Slowenien einer von fünf Sendern, der seine Teilnahme in Wien aus Protest absagte. Die Europäische Rundfunkunion hat dem niederländischen Senderverbund NPO sowie dem belgischen Sender VRT unterdessen eine verlängerte Bedenkzeit für die Teilnahmebestätigung eingeräumt.

Sonntag, 13. September 2026

News-Splitter (1161)


San Marino
- Denny Montesi, Delegationsleiter für den Song Contest in San Marino, erklärte, dass Künstler aus über 50 Ländern Interesse an einer Teilnahme in Burgas angemeldet haben. Wie üblich findet vor dem TV-Vorentscheid eine Reihe von Castingrunden statt, die erste Phase läuft bereits am 9. und 10. Oktober sowie später noch einmal Ende November. Das Format erstreckt sich über die "Stage" und "Live Academy"-Phase für die rund 240 Bewerber ausgewählt werden. Der eigentliche Vorentscheid vereint Nachwuchsbewerber mit bekannten Künstlern und findet voraussichtlich im März statt.

Schweden
- Der schwedische Sender SVT vermeldet unterdessen, dass insgesamt 4.077 Lieder für den Vorentscheid, das Melodifestivalen 2027 eingereicht wurden. Das entspricht einem neuen Rekord, der bisherige Rekord an Einsendungen lag im Jahr 2026 bei 3.888 Beiträgen. SVT wird nun alle Beiträge sichten und eine Vorauswahl von 30 Acts wählen, die sich in den fünf Vorrunden des Vorentscheids gegenüberstehen. Das große Finale des schwedischen Melodifestivalen ist für Samstag, den 13. März 2027 in Stockholm angesetzt. Moderiert werden alle Shows von Björn Kjellman und Oscar Zia. 

Laos
- Inzwischen hat die Eurovision auch die finale Zahl an Teilnehmern für den ersten Eurovision Song Contest Asia in Bangkok bekannt gegeben. Insgesamt gehen elf Nationen an den Start, zuletzt meldete sich das mongolische Fernsehen an. Der laotische Sender VTE 9 gab jüngst bekannt, dass die Thinlamphone Mahavong kurz Thinla in Bangkok an den Start gehen wird. Ihr Musikstil wird als Mischung aus Morlum, Pop und R&B beschrieben, bekannt ist sie u.a. durch eine Asientournee und ihren Auftritt beim ASEAN-Gipfe. Ihr Lied soll am 23./24. September in einer TV-Auswahl gekürt werden.

Montag, 7. September 2026

Estland: ERR sucht Beiträge für Eesti Laul 2027


Estland
- Ende vergangener Woche hat das estnische Fernsehen ERR seine Teilnahme am Eurovision Song Contest in Burgas bestätigt. Zudem werde es im Vorfeld wieder einen nationalen Vorentscheid, den Eesti Laul 2027, geben. Bewerbungen hierfür nimmt das estnische Fernsehen bis zum 8. Oktober entgegen, der Vorentscheid selbst ist für den 30. Januar angekündigt.

Insgesamt sollen zwölf Beiträge beim Vorentscheid in der Unibet Arena in Tallinn vorgestellt werden. Wie üblich wird der Sieger in zwei Wertungsrunden ermittelt. Zunächst werden in einer Mischung aus Jury- und Televoting die drei Superfinalisten ermittelt, in der zweiten Runde wird der Beitrag, der Estland in Burgas vertritt, durch reines Televoting bestimmt.

Dem Regelwerk hinzugefügt wurde, in Abstimmung mit den Regularien des Eurovision Song Contests, dass teilnehmende Interpreten mindestens 18 Jahre alt sein müssen und sich im Klaren darüber sein müssen, dass sie Estland auf internationaler Bühne vertreten. Gesucht wird in Estland der Nachfolger von Vanilla Ninja, die in Wien mit "Too Epic To Be True" als Elfte im Halbfinale des Song Contests ausschieden.

Donnerstag, 3. September 2026

Ungarn: EBU räumt Sender verlängerte Bedenkzeit ein


Ungarn
- Ungarische Medien, etwa die Online-Zeitung 24.hu berichtet, dass das ungarische Fernsehen MRTV vor einer Rückkehr zum Eurovision Song Contest in Burgas steht. Man bezieht sich damit auf Berichte, dass die Interimsverwaltung des Senders mit der Europäischen Rundfunkunion in Kontakt steht, eine Rückkehr zum Song Contest 2027 zu planen. Die EBU kommt dem Sender offenbar auch finanziell entgegen.

Demnach hat die EBU dem ungarischen Fernsehen eine deutliche Reduzierung der Teilnahmegebühr in Aussicht gestellt, ebenso wie eine verlängerte Bedenkzeit bis zum 7. Dezember diesen Jahres. Eine finale Entscheidung wird vom ungarischen Fernsehen erst erwartet, sobald sich der unabhängige öffentlich-rechtliche Medienrat beraten hat. Interimsleiter András Horváth erklärte, dass MRTV kürzlich Gespräche mit der EBU geführt hat.

Die letzte Entscheidungsgewalt liegt beim neu bestimmten permanenten Generaldirektor des Senders. MRTV wird derzeit grundsätzlich umgebaut um unabhängige Standards wieder zu erreichen. Die Berichte greifen Forderungen des neu gewählten Ministerpräsidenten Péter Magyar auf, der sich Anfang des Jahres für eine Rückkehr Ungarns ausgesprochen hatte. Das Land nahm zuletzt 2019 in Tel Aviv teil, anschließend zog der Sender ohne offizielle Gründe vom Wettbewerb zurück.