Mittwoch, 12. Juni 2019

Eurovision 2020: Entscheidung fällt im August



Niederlande - Der niederländische Rundfunk NPO hat heute bekannt gegeben, dass die Entscheidung, in welcher Stadt der 65. Eurovision Song Contest im nächsten Jahr stattfinden wird, im August fallen soll. Bislang liegen neun Anmeldungen diverser Städte in den Niederlanden vor, aus denen die Organisatoren eine Auswahl treffen können.

Bis einschließlich 10. Juli können sich interessierte Gemeinden und Städte für die Ausrichtung des Eurovision Song Contests bewerben. Bisher liegen Anmeldungen aus Amsterdam, Arnhem, Breda, Den Haag, Leeuwarden, Maastricht, Rotterdam, 's-Hertogenbosch und Utrecht vor. Im Anschluss an die Bewerbungsphase prüfen die Organisatoren die Angebote der jeweiligen Städte.

Der Katalog an Voraussetzungen für die Ausrichtung des Wettbewerbs wurde dem Verbund der Rundfunkanstalten NPO, AVROTROS und NOS bereits durch die Europäische Rundfunkunion übermittelt. Neben der Gastgeberstadt ist auch der Termin des Finals unbekannt. Sehr wahrscheinlich dürfte die Endrunde am 16. Mai stattfinden, am 23. Mai findet bereits der DFB-Pokal statt.

Montag, 10. Juni 2019

Georgien: Talentsuche geht auch 2020 weiter


Georgien - Ein bisschen langweilig ist es in den letzten Tagen schon rund um den Eurovision Song Contest geworden, die Zahl der erwähnenswerten Nachrichten lässt aber bekanntermaßen im Juni schnell nach und so bin ich heute ganz froh, dass ich zumindest berichten kann, dass das georgische Fernsehen GPB im kommenden Jahr wieder seinen Vertreter für den Song Contest mit Hilfe seines "Idols"-Ablegers ermitteln wird.

Zeitgleich erfolgt damit die Bestätigung aus Tiflis, 2020 wieder mit von der Partie zu sein. Schon in diesem Jahr wurde Oto Nemsadze durch die Talentshow "Sakartvelos varskvlavi" ermittelt, in deren Jury u.a. die Vorentscheidungsteilnehmerin Natia Todua saß. Qualitativ war es ein ordentlicher Vorentscheid, das Ergebnis bei der Eurovision ließ allerdings wieder zu wünschen übrig.

Georgien nimmt seit 2007 am Eurovision Song Contest teil und steuert seit Jahren außergewöhnliche Lieder bei, die entweder sehr abgedreht oder musikalisch höchst anspruchsvoll sind, für eine Samstagabendshow aber zu komplex gestrickt sind. Wir dürfen dennoch gespannt sein, womit uns Georgien 2020 überraschen wird, die Weichen für die Song Contest-Teilnahme in den Niederlanden sind nun auf jeden Fall gestellt.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Slowakei: Geringes Interesse an Rückkehr 2020


Slowakei - Wer sich Hoffnungen auf ein slowakisches Comeback beim Eurovision Song Contest 2020 gemacht hat, dürfte nun jäh enttäuscht worden sein. Der Sender RTVS in Bratislava teilte mit, dass man keinerlei Ambitionen habe, im nächsten Jahr eine Rückkehr zu wagen, als Grund wurde das verschwindend geringe Interesse an der Veranstaltung genannt.

Die tschechische Website eurocontest.cz zitiert Erika Rusnáková, eine Sprecherin von RTVS mit den Worten: "Wir planen im nächsten Jahr keine Teilnahme, da das Verhältnis des Sendeumfangs zum Publikumsinteresse und der Bewertung unzureichend ist." Die Slowakei nahm zuletzt 2012 mit Max Jason Mai in Baku teil und belegte den letzten Platz im Halbfinale.

Gemessen an den Ergebnissen der Dekade 2010 bis 2019 ist die Slowakei die schlechteste Nation im Ranking. Zwischen 1993 und 1998 nahm die Slowakei dreimal am Finale teil, das beste Ergebnis war der 18. Platz im Jahr 1996. Anschließend blieb die Slowakei dem Song Contest bis 2009 fern, Kamil Mikulčík & Nela Pocisková erreichten in Moskau den 18. Platz im Halbfinale. Besser lief es auch für die Folgekandidaten nicht.

Seit 2013 fehlt die Slowakei erneut beim Song Contest, zunächst wurden finanzielle Gründe genannt, mittlerweile scheint der Sender in Bratislava aber so ehrlich zu sein und zuzugeben, dass man keinerlei Ambitionen hat, den Wettbewerb im eigenen Land zu promoten. Anders läuft es mittlerweile beim Nachbarn Tschechien, wo der Sender Česká Televize sogar schon den Termin für den Vorentscheid 2020 bekannt gegeben hat.

Spanien: RTVE bestätigte Teilnahme in den Niederlanden


Spanien - Das nächste Land, das wir auf die Liste der bestätigten Nationen für 2020 setzen können ist España. Das spanische Fernsehen RTVE hat über seine Eurovisions-Website die Teilnahme beim 65. Eurovision Song Contest in den Niederlanden offiziell gemacht. Die Teilnahme im nächsten Jahr ist die 60. in der spanischen Song Contest-Geschichte.

Wie der spanische Repräsentant allerdings ermittelt wird, ließ man in Madrid noch offen. In den vergangenen beiden Jahren wurde die Operación Triunfo dazu genutzt, einen Kandidaten zu finden. Die ausgewählten Interpreten Alfred y Amaia und Miki belegten beim Song Contest allerdings nur hintere Plätze. 

Unabhängig davon hat TVE-Direktor Eladio Jareño angekündigt, dass Anfang 2020 eine neue Staffel der Castingshow über den Äther gehen wird. Die Option, dass erneut ein Nachwuchsinterpret Spanien beim Song Contest vertreten wird, bleibt damit gewahrt. Nach jahrelanger Pause holte das spanische Fernsehen die Talentshow, durch die u.a. Rosa Lopez, Ramón und Soraya Arnelas bekannt wurden, aus der Versenkung.

Dienstag, 4. Juni 2019

Eurovision 2020: Bisher sieben Bewerber für Ausrichtung



Niederlande - Für mich gehen zwei anstrengende Tage zu Ende, für alle die es interessiert, gestern fand die schriftliche und heute die mündliche Prüfung bei der DB statt, die ich mit 88 und 100% erfolgreich hinter mir gelassen habe. Am Dienstag folgt nun noch die praktische Prüfung und dann darf ich mich offiziell Zugbegleiter im Fernverkehr nennen. Vielen Dank an alle, die es mir nachgesehen haben, dass die Berichte aus und über Tel Aviv etwas kürzer ausfielen und die aufmunternden E-Mails und Kommentare.

Trotz aller bahntechnischen Anliegen geht es in der Welt des Eurovision Song Contest natürlich weiter. Nach der Eurovision ist vor der Eurovision und nach diesem Credo arbeiten die niederländischen Rundfunkanstalten. Nachdem die Bewerbungsphase für interessierte Städte eingeleitet wurde, vermeldet Babet Verstappen vom Sender NPO, dass sich mittlerweile sieben Städte offiziell um den Wettbewerb 2020 beworben haben und man davon ausgehe, dass man am Ende der Phase etwa zehn Bewerbungen auf dem Tisch liegen haben werde. Vier Wochen bleiben den jeweiligen Städten nun, eine tragfähige Kampagne und Bewerbungsmappe beim niederländischen Fernsehen einzureichen. 

Wie ESCtoday.com meldet, handelt es sich bei den Städten um Rotterdam, Arnhem, Utrecht, Maastricht, Leeuwarden und Den Bosch ('s-Hertogenbosch). Hinzu kommt die Hauptstadt Amsterdam, die den Eurovision Song Contest aber nicht um jeden Preis haben möchte. Aus dem Rennen sind Städte wie Zwolle, Tilburg und Groningen. Ein Sprecher der Groninger Stadtverwaltung erklärte gegenüber RTL Nieuws: "Wir haben dies im Stadtrat besprochen und die Mehrheit war gegen die Bewerbung." Der Prozess dürfte das herannahende Sommerloch etwas minimieren, zur PED ist es bei mir bisher noch nicht gekommen, ein gutes Zeichen.

Montag, 3. Juni 2019

Finnland: Öffentliche Bewerbungsphase bei YLE



Finnland - Gestern wurde angekündigt, dass das Konzept für den finnischen Vorentscheid 2020 vorgestellt wird, heute war es dann schon soweit. Für 2020 wird es in Finnland wieder eine öffentliche Ausschreibung und eine Bewerbungsfrist für Songmaterial geben, heißt es aus Helsinki. Allerdings dauert die Bewerbungsphase noch bis November an.

Zwischen dem 1. und 8. November können sich interessierte Komponisten und Interpreten für den Vorentscheid "Uuden Musiikin Kilpailu" bewerben. Neben dem Fernsehsender wird auch die YLE-Radiostation YLEX eine wichtigere Rolle beim Vorentscheid einnehmen. Am Ende des Vorentscheids entscheidet wieder das Publikum, welcher Interpret mit welchem Lied zum Song Contest reist.

In den letzten beiden Jahren verwarf das finnische Fernsehen seinen ursprünglichen, klassischen Vorentscheid und nominierte intern den Interpreten für die Eurovision, der Song wurde dann im Anschluss in einer kleinen TV-Vorauswahl ermittelt. Darude feat. Sebastian Rejman wurde so das Lied "Look away" zugeschrieben, mit denen beide in Tel Aviv baden gingen.

Sonntag, 2. Juni 2019

Finnland: Konzeptvorstellung in der nächsten Woche


Finnland - Der Finne an sich lässt sich von Pleiten beim Eurovision Song Contest nicht erschüttern, dafür haben sie über 40 Jahre Erfahrung mit schlechten Platzierungen. Insofern erstaunt es nicht, dass der Sender YLE nach dem letzten Platz von Darude und Sebastian Rejman in Tel Aviv schon wieder Pläne für das kommende Jahr schmiedet und seinen Vorentscheid Änderungen unterzieht.

Aus Helsinki heißt es, dass in der nächsten Woche eine offizielle Bekanntmachung zum Vorentscheid "Uuden Musikiin Kilpailu" gemacht wird. Es sollen Änderungen in der Durchführung des Vorentscheids vorgenommen werden, mit Einzelheiten hielt sich YLE bisher aber noch nicht auf. Ob das Konzept der internen Künstlerwahl beibehalten wird, wie zuletzt bei Saara Aalto und Darude, ist noch nicht bekannt.

Finnland ist seit 1961 Teil des Eurovision Song Contests und konnte bis zum Sieg von Lordi im Jahr 2006 keine Top Five-Platzierung vorweisen. Auch nach dem Sieg in Athen rutschte das Land wieder ab, die beste Platzierung seither war ein elfter Platz in Kopenhagen durch die Band Softengine. Darude feat. Sebastian Rejman belegten mit "Look away" in Tel Aviv den letzten Platz mit 23 Punkten.

Samstag, 1. Juni 2019

Irland: Drohungen für Sarah McTernan nach Eurovision


Irland - Gegenüber der Irish Sun gab Sarah McTernan ihr erstes Interview seit ihrer Song Contest-Teilnahme in Tel Aviv und spricht davon, dass sie seit ihrem Ausscheiden im Halbfinale diverse Drohungen erhalten hat. Darunter waren "schockierende Online-Nachrichten, in denen mir angedroht wurde, dass man mir etwas antut."

Auch postalisch erhielt Sarah mehrere Drohungen, sie solle aufpassen, wohin sie in Zukunft geht. Diese Briefe hätten sie emotional so fertig gemacht, dass sie in den folgenden Tagen kaum das Haus verlassen habe, so die 25jährige. Auch bei Twitter meldete sie sich vorübergehend ab. Mittlerweile sei sie aber bereit offen darüber zu sprechen. Dennoch erklärte sie, sie sei stolz, Irlands Repräsentantin beim Song Contest 2019 gewesen zu sein. 

Sie dankte im gleichen Atemzug dem irischen Delegationsleiter Michael Kealy für die Unterstützung und die Möglichkeit, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen. "Es war eine fantastische Erfahrung.", gab Sarah zu Protokoll, sie wurde von Tamara Todevska nach Nordmazedonien eingeladen und wolle auch mit der griechischen Sängerin in Kontakt bleiben. Sarah wurde mit "22" Letzte im zweiten Halbfinale von Tel Aviv.

Litauen: Zwölfter Anlauf für Aistė Pilvelytė?



Litauen - In der auslaufenden Woche hat man vor allem von Litauen gehört. Gleich mehrere Unregelmäßigkeiten im Voting des zweiten Halbfinals wurden bekannt und in jenen Fällen hätte die Korrektur eine Qualifikation des baltischen Landes für das Finale stattgefunden. Während die EBU bekräftigt, dass das von ihr veröffentliche Votingergebnis korrekt sei, forscht der Sender LRT derzeit in Italien nach, wie sich deren Televoting zusammensetzt.

Unterdessen hat der litauische Delegationsleiter Audrius Giržadas in einem Interview mehrere Änderungen beim nationalen Vorentscheid "Eurovizijos" angekündigt. Unter anderem ist geplant, die litauische Musikszene und die Plattenindustrie stärker in den Vorentscheid einzubinden, nach estnischem Vorbild. Auch soll der Wettbewerb weiter gestrafft werden, in diesem Jahr fanden sieben Shows statt, ehe Jurijus Veklenko als Sieger feststand.

Bis zum heutigen Tage wartet zudem die Sängerin Aistė Pilvelytė auf ihr Ticket zum Eurovision Song Contest. Bisher unterlag sie in jedem Vorentscheid gegen ihre Konkurrenten, für 2020 plant die Sängerin einen weiteren Anlauf, ihren Zwölften. Zuletzt bewarb sich Aistė mit dem Titel "I'm like a wolf" aus der Feder von Aminata Savadogo aus Lettland. Geplant ist offenbar ein Duett mit Valerija Iljinaitė, die auch schon zweimal versucht hat, Litauen beim Song Contest zu vertreten. 

Haben schon zusammen gesungen: Aistė Pilvelytė und Valerija Iljinaitė

Armenien: Wiederauflage von "Depi Evratesil" geplant


Armenien - Auch Armenien wird im nächsten Jahr wieder beim Eurovision Song Contest mit von der Partie sein. In Yerevan heißt es, dass man eine Wiederauflage des nationalen Vorentscheids "Depi Evratesil" plant, da auch die interne Auswahl von Srbuk für die Eurovision in Tel Aviv keinen nennenswerten Erfolg gebracht hat. Im Gegenteil, Armenien schied bereits zum zweiten Mal in Folge im Halbfinale aus.

Während das Land in den Anfängen seiner Teilnahme stets in den Top Ten vertreten war, rutschten die Platzierungen in den vergangenen Jahren deutlich ab. Seit 2013 konnte Armenien nur mit Aram mp3 und Iveta Mukuchyan unter den besten Zehn landen, Sevak Khanagian und Srbuk mussten sogar vorzeitig die Segel im Halbfinale streichen. Die Organisatoren von "Depi Evratesil" planen nunmehr eine neue Staffel ihres Vorentscheids.

"Wir erwarten die nächste Staffel auf Channel 1.", heißt es auf der Website der Show. Die Ergebnisse der letzten beiden Jahre haben das armenische Publikum nicht sonderlich erfreut, sodass man durch einen neuen Vorentscheid versuchen möchte, die Situation zu retten. Nähere Einzelheiten, wie das Format aussehen wird, ist bisher nicht bekannt. Sevak Khanagian wurde ebenfalls durch die Show für Lissabon ausgewählt, die Show bestand damals aus zwei Vorrunden mit je zehn Kandidaten und einer Finalshow.

Freitag, 31. Mai 2019

Niederlande: Limburger Regierung unterstützt Maastricht



Niederlande - Die regionale Verwaltung der niederländischen Provinz Limburg stellt sich hinter die Stadt Maastricht in ihrem Bestreben, den Eurovision Song Contest 2020 in die südlichste Provinz des Landes zu holen. Maastricht sei, insbesondere durch die gleichnamigen EU-Verträge von 1992 und ihre Lage die europäischste Stadt des Landes, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme.

So groß wie Wolfsburg: Maas-
tricht in der Provinz Limburg
Zuspruch für Maastricht kommt auch vom weltbekannten Violinisten André Rieu, der dort 1949 zur Welt kam. Das niederländische Fernsehen nimmt derzeit Bewerbungen von Städten und Regionen entgegen und betont, dass insbesondere die Bewerbung von kleineren Destinationen mehr als willkommen sind, insbesondere da die größte Metropole, Amsterdam, den offenen Wettbewerb um die Ausschreibung scheut.

In der niederländischen Hauptstadt wäre man zwar froh, den Zuschlag zu erhalten, jedoch nicht um jeden Preis. Die Tourismusverwaltung der Stadt warb sogar damit, aufgrund der Eindämmung und Lenkung von Touristenströmen in der Stadt, den Eurovision Song Contest in einer anderen Stadt auszutragen. Amsterdam verfügt auch so über genügend Großveranstaltungen, die die Touristen in die Stadt bringen. Maastricht würde den Wettbewerb aber gern übernehmen und hätte mit dem Messezentrum MECC bereits eine passende Location im Visier.

Nordmazedonien: Präsident empfängt Tamara Todevska


Nordmazedonien - "Du bist zu einer Heldin geworden, eine starke Stimme des Stolzes von Mädchen und Frauen, die für ihre Rechte kämpfen.", wird der nordmazedonische Präsident Zoran Zaev bei einem gestrigen Treffen mit der Sängerin Tamara Todevska in Skopje zitiert. Der Präsident des Landes lobte und würdigte Tamaras herausragende Platzierung beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv.

Präsident Zoran Zaev empfing
gestern Tamara Todevska
Die nordmazedonische Song Contest-Delegation wurde gestern vom Büro des Präsidenten empfangen und für ihren Erfolg in Tel Aviv gelobt. Tamara holte mit ihrem Titel "Proud" nicht nur den siebten Platz im Gesamtklassement sondern gleichzeitig auch noch den Sieg beim Juryvoting, nachdem die konstruierte weißrussische Juryabstimmung korrigiert wurde. In Anerkennung dieses Ergebnisses gab es für Tamara auch noch eine der höchsten Auszeichnungen des Landes.

Zaev betonte, Tamara sei mit ihrer Song Contest-Teilnahme eine Botschafterin ihres Landes gewesen und hätte auch dafür gesorgt, den neuen Landesnamen Nordmazedonien international bekannter zu machen. "Proud" wurde intern vom Sender MKRTV ausgewählt, um Nordmazedonien beim Song Contest zu vertreten. Tamara Todevska, ohnehin schon eine der bekanntesten Sängerinnen des Landes, vertrat ihr Land bereits 2008 in Belgrad, schied damals allerdings im Halbfinale aus.

Donnerstag, 30. Mai 2019

Israel: Teilnahme am Song Contest 2020 gesichert


Israel - Vor zwei Wochen war Israel noch der Gastgeber des Eurovision Song Contests, nunmehr verblassen die Spuren der Veranstaltung in Tel Aviv. Angespornt durch die Ausrichtung des Wettbewerbs erfolgte sogleich die Bestätigung, dass Israel auch 2020 wieder beim Eurovision Song Contest dabei sein wird. Geplant ist für das kommende Jahr wieder eine öffentliche nationale Vorentscheidung.

Der Vorentscheid "Hakochav haba" bleibt dem israelischen TV-Publikum erhalten, der Song, mit dem der oder die Künstler beim Song Contest antreten werden, soll aber wie gewohnt im Rahmen einer weiteren Sendung ermittelt werden. In der Show sollen zwischen drei und fünf Lieder für den ausgewählten Interpreten vorgestellt werden, die Entscheidung obliegt den Zuschauern.

Dieses Format ähnelt dem finnischen Vorentscheidungskonzept "Uuden Musiikin Kilpailu" der letzten zwei Jahre, bei denen zunächst der Interpret hinter verschlossenen Türen ausgewählt wurde und in einem kleinen TV-Vorentscheid drei Titel zur Auswahl für das Publikum standen. In diesem Jahr brachte die Methode Finnland allerdings kein Glück, Darude und Sebastian Rejman schieden als Letzte im Halbfinale aus.

Litauen: EBU bestätigt eigenes Televotingergebnis



Litauen - Auf Nachfrage des litauischen Fernsehens LRT bei der Europäischen Rundfunkunion hat sich der Verbund nun zu der Sachlage um die italienischen Televotingstimmen im Halbfinale geäußert. Die EBU erklärt, dass es keinen Grund gibt, das Ergebnis von Eurovision.tv anzuzweifeln und die Darstellung der RAI nicht korrekt ist.

Zwischen dem Endergebnis auf Eurovision.tv und den Zahlen des italienischen Televotings auf der Website der RAI gab es entscheidende Unterschiede, die im Zweifel eine Finalqualifikation Litauens eingeschlossen hätten. Dänemark und Litauen wären punktgleich gewesen, Litauen aufgrund der höheren Einzelwertungen hätte sich allerdings für das Finale der Eurovision in Tel Aviv qualifiziert.

LRT wurde zugetragen, das Ergebnis der EBU sei gültig und Änderungen werden im Nachhinein nicht vorgenommen. Die Anrufzahlen, die in der Nacht des zweiten Halbfinals aus Italien überliefert wurden, wurden anschließend von Digame verifiziert. Wie der Unterschied zwischen EBU und RAI zustande kommt, ist weiterhin unklar. LRT hat mittlerweile Kontakt zum italienischen Fernsehen aufgenommen.

Mittwoch, 29. Mai 2019

Eurovision 2020: Bewerbungsprozess für Städte beginnt



Niederlande - Mögen die Spiele beginnen! Nur wenige Tage nach dem Sieg von Duncan Laurence hat in den Niederlanden die Bewerbungsphase für jene Städte begonnen, die den nächsten Eurovision Song Contest austragen möchten. Der Zusammenschluss der Rundfunkanstalten NPO, AVROTROS und NOS ruft alle interessierten Städte auf, sich fortan mit einem aussagekräftigen Bewerbungskonzept vorzustellen.

Der Bewerbungsprozess gliedert sich in drei Phasen. Anfang Juni erhalten die Bewerberstädte ein Formdruck, der ausgefüllt an das niederländische Fernsehen zurückgeschickt werden muss. Darin werden Kriterien und notwendigen Mindestbestimmungen vorab gecheckt. Die Städte, die danach noch im Rennen sind, erhalten im Anschluss vier Wochen, um eine Bewerbungspräsentation einzureichen. 

Im Laufe des Juli sollen die Organisatoren der Eurovision die verbliebenen Städte dann augenscheinlich nach ihrer Tauglichkeit prüfen. Die Entscheidung, wo der 65. Eurovision Song Contest stattfinden wird, erfolgt in Absprache mit der Europäischen Rundfunkunion. Bisher haben diverse Städte ihr Interesse bekundet. In Zwolle wird der Song Contest aber nicht stattfinden, die Stadt hat dem Wettbewerb schon eine Absage erteilt. Zuletzt fand der Wettbewerb 1980 in Rotterdam statt.

Luxemburg: Petition wirbt für Rückkehr von RTL


Luxemburg - 26 Jahre ist es her, dass Luxemburg zuletzt beim Eurovision Song Contest gesehen wurde. 1993 trat die Band Modern Times mit "Donne-moi une chance de te dire" in Millstreet Town auf, danach versiegten die Bestrebungen des Senders RTL, dem Wettbewerb weiterhin beizuwohnen, offiziell aus finanziellen Gründen. Nach dem Sieg der Niederlande legt sich ein Team aus nationalen Fans und ehemaligen Song Contest-Teilnehmern ins Zeug, das Großherzogtum zurückzubringen.

Schon 2013 warb die OGAE Luxembourg für ein Comeback, damals wehrte sich RTL gegen eine Rückkehr. Heuer heißt es in einer neuen Petition: "Können wir wirklich glauben, dass das Großherzogtum nicht in der Lage ist, 150.000 Euro aufzubringen um an der Eurovision teilzunehmen, anders als das kleine San Marino? Jeder Sponsor würde sich freuen, RTL zu unterstützen und ein großes audiovisuelles Publikum für sich gewinnen."

Die Eurovision sei, so der Wortlaut der Petition, ein Segen für das National Branding und man könne das Gewicht der Eurovision gar nicht abwägen, da sie die europäische Gemeinschaft zusammenführt. Unter den Unterstützern finden sich auch prominente Namen wie z.B. Anne-Marie David, die 1973 für Luxemburg gewonnen hat. Eine Rückkehr Luxemburgs dürfte dennoch sehr unwahrscheinlich sein, wie man Jahr für Jahr von RTL zu hören bekommt.

Dienstag, 28. Mai 2019

News-Splitter (759)



Norwegen - Im kommenden Jahr steht in Norwegen das 60jährige Jubiläums des Melodi Grand Prix an und aus diesem Grund plant der norwegische Sender NRK einen ausschweifenden Vorentscheid mit fünf Vorrunden, die nach Regionen gestaffelt Künstlern aus den verschiedenen Himmelsrichtungen ihren Platz bieten. Hierfür wurde nunmehr die Deadline zum Einreichen von Songs bis zum 31. Juli verlängert. Nähere Informationen gibt es hier (auf Norwegisch). In diesem Jahr gewannen Keiino mit "Spirit in the sky" das Televoting von Tel Aviv, insgesamt belegte Norwegen den sechsten Platz.

Schweden - Das schwedische Radio SR veranstaltet seinen Nachwuchswettbewerb P4 Nästa am 24. August in Linköping. Acht Künstler treten dort an und können mit etwas Glück eine Dauerrotation in den zwanzig Regionalstationen von P4 erhalten. Einer der Teilnehmer, nicht zwangsläufig der Sieger, erhält zudem einen Startplatz beim Melodifestivalen 2020. Seit 2013 kommt diese Regelung zum Einsatz, bei der ein Startplatz in den Vorrunden des schwedischen Auswahlverfahrens eine Wildcard erhält. Die regionalen Vorentscheide von P4 finden im Laufe des Sommers statt.

Albanien - In Albanien läuft unterdessen die Bewerbungsphase für das 58. Festivali i Këngës an. Der Rundfunk RTSH hat heute seinen Aufruf für das Einreichen von Liedern für das albanische Traditionsfestival geschaltet. Interessierte Künstler und Komponisten können sich fortan in Tirana bewerben. RTSH nutzt das Festival seit seinem Debüt im Jahr 2004 als nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. Eine Teilnahmebestätigung Albaniens für 2020 steht derzeit allerdings noch aus. In diesem Jahr belegte Jonida Maliqi für Albanien den 17. Platz.

Eurovision 2019: 182 Millionen Zuschauer weltweit


Europa - Der 64. Eurovision Song Contest wurde in diesem Jahr von rund 182 Millionen Menschen weltweit gesehen. Berechnet wurde dies von der Europäischen Rundfunkunion auf Basis der Einschaltquoten seiner Mitgliedssender, erfasst wurden allerdings alle drei Shows und nicht nur das Finale. Somit haben 182 Millionen Zuschauer mindestens eine Minute der Show verfolgt.

Der größte TV-Markt bleibt Deutschland mit 8,1 Millionen Zuschauern, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 6,9 Millionen Zuschauern. Im Gewinnerland, den Niederlanden, wurde die Show von 4,41 Millionen Menschen gesehen. Insgesamt erreicht der Eurovision Song Contest einen durchschnittlichen Marktanteil von 36,7%, was zum Teil deutlich über dem Tagesdurchschnitt vieler EBU-Mitglieder liegt. In den kleineren Nationen erzielte der Song Contest ebenfalls gute Einschaltquoten. 

In Island sahen 171.000 Menschen den Song Contest, was angesichts der 330.000 Einwohner den höchsten absoluten Wert darstellt. In Irland sahen 287.000 Menschen den Song Contest, in Portugal 553.900 Menschen. In Rumänien brach die Quote ein, dort sahen nur 147.000 Zuschauer den Wettbewerb. 40 Millionen Zuschauer haben den Wettbewerb via Youtube verfolgt, insgesamt wurden User aus 225 Staaten und Regionen der Erde verzeichnet. 

Russland: Litauen wieder Opfer einer falschen Wertung


Russland - So langsam bekommt man den Eindruck, niemand hat das Wertungsverfahren des Eurovision Song Contests 2019 verstanden. Nach dem fehlerhaften Voting von Lina Hedlund aus Schweden und einer tschechischen Jurorin ist nun ein dritter Fall von "Backward voting" aufgetaucht. In Russland hat der Igor Gulayev im Halbfinale offenbar auch falsch herum gewertet, wie Wiwibloggs meldet.

Im zweiten Halbfinale hat Gulayev seine Höchstwertung an Dänemark gegeben, die Schweiz auf die #2 und Litauen auf die #3 gesetzt. Auf den letzten Rängen sortierte er Nordmazedonien, Albanien und Aserbaidschan ein. Im Finale hingegen lag Aserbaidschan in seinem Ranking an der Spitzenposition, die Schweiz hingegen nur auf Rang 24, Dänemark auf dem 25. Platz. Aufgrund der abgegebenen Höchstwertung für Leonora erhielt diese von Russland drei Punkte.

Punkte, die Litauen wie schon im Fall des italienischen Televotings, für die Finalqualifikation fehlen. Seine Jurykollegen sortierten Dänemark auf den Rängen 14-10-8-16 ein, wodurch Igor Gulayev hervorsticht, hätte es nur zwei oder weniger Punkte aus Russland gegeben, wäre Jurijus Veklenko am Samstag dabei gewesen. Das litauische Fernsehen hat aufgrund des italienischen Televotings bereits eine Stellungnahme von der EBU gefordert und dürfte über diesen neuen Wertungsfauxpas noch mehr Grund zur Klage haben.

Montag, 27. Mai 2019

Litauen: LRT fordert Aufklärung zum Halbfinalvoting


Litauen - Einen Tag nachdem das italienische Fernsehen RAI seine detaillierten Televotingergebnisse präsentiert hat und diese nicht analog zu den Punkten sind, die die EBU auf ihrer Website veröffentlicht hat, hat sich das litauische Fernsehen LRT in den Fall eingeschaltet. LRT fordert eine offizielle Stellungnahme von Seiten der Europäischen Rundfunkunion, wie der Sender mit Sitz in Vilnius selbst zu Protokoll gibt.

Hätte Litauen einen Punkt im italienischen Televoting erhalten, hätte sich statt Dänemark das baltische Land für das Finale qualifiziert. Delegationsleiter Audrius Giržadas sagt hierzu: "Das ist für uns eine interessante Situation. Wir als Rundfunkanstalt haben ein moralisches und punktetechnischen Schaden erlitten. Der Songwriter und der Künstler können jedoch eine erhebliche finanzielle Entschädigung verlangen (...)", sollte es tatsächlich so sein, dass ihm durch einen Fehler ein breites Publikum verloren gegangen ist.

Jurij Veklenko, der "Run with the lions" in litauischen Diensten gesungen hat, erklärte lediglich: "Ich habe alles getan, was ich tun konnte. Was passiert ist, ist passiert.", er sehe keinen Grund, dieses Thema neu aufzurollen und findet, dass diejenigen, die im Finale dabei waren, dort auch zu Recht ihren Platz hatten. Dennoch fordert das litauische Fernsehen Klarheit von der Europäischen Rundfunkunion, die sich wohl in den kommenden Tagen umfassend mit ihrem Wertungsprotokoll beschäftigen muss.