Dienstag, 23. April 2019

News-Splitter (745)



Israel - Während ich mich durch IC-Verbindungen von Köln über Paderborn und Bebra nach Leipzig schlage und mich mit der Fahrradmitnahme im Fernverkehr beschäftige, ist in Europa wieder einiges rund um den Eurovision Song Contest geschehen. So berichten israelische Medien, dass Dana International das Finale am 18. Mai eröffnen wird. Die Internationale gewann 1998 mit "Diva" den Wettbewerb in Birmingham und ist seither zu einer Ikone des Song Contests aufgestiegen. Offenbar wird sie einen Mix aus ihrem Siegertitel von damals und dem Song "Tel Aviv" singen.

Spanien - Bekannt und bestätigt wurde bereits, dass die spanische Jurywertung in diesem Jahr aus Granada kommt. Die Alhambra dürfte dementsprechend im Hintergrund der Punktevergabe aus Spanien zu sehen sein. Als Spokesperson benannte das spanische Fernsehen das Model und TV-Moderatorin Nieves Álvarez, die diese Funktion 2019 bereits zum dritten Mal wahrnimmt. Spanien wird in diesem Jahr von Miguel Núñez Pozo alias Miki und "La venda" im Finale am 18. Mai vertreten.

Europa - Produktionsleiter Ola Melzig hat in einem Interview mit der israelischen Zeitung "Hayom" die Professionalität der Gastgeber gelobt. Es sei seiner Meinung nach der richtige Schritt gewesen, Tel Aviv den Eurovision Song Contest 2019 anzuvertrauen. Er und sein Team freuen sich über eine bunte und vielfältige Stadt, die aufgrund ihres Strandes zugleich eine entspannte Atmosphäre schafft. Für die TV-Zuschauer des Events verspricht er eine technisch einwandfreie Show, auch wenn die Halle eine ganze Ecke kleiner ist als in vorherigen Jahren. Dafür verspricht Melzig eine der schönsten Bühnen, für die er jemals die Verantwortung übernommen hat.

Deutschland - Und wer am Samstag noch nicht weiß, was er mit seinem Abend anfangen soll und nicht schon wieder Harry Potter und den Feuerkelch schauen möchte, dem sei die ZDF-Show "50 Jahre ZDF-Hitparade" empfohlen. In Erinnerung an den, im vergangenen Jahr verstorbenen, Dieter Thomas Heck erinnert Thomas Gottschalk in einer 2,5stündigen Show an die Show aus den Berliner Union Filmstudios. Gezeigt werden noch einmal die Highlights seit 1969, mit Auftritten von Marianne Rosenberg, Howard Carpendale, Matthias Reim, Nicole und vielen mehr.

Programmtipp:
Sa., 27. April 2019 - 20:15 Uhr
50 Jahre ZDF-Hitparade
Moderation: Thomas Gottschalk
Flashback: u.a. mit Nicole, Matthias Reim, Marianne Rosenberg

Road to Tel Aviv (31/41): Serbien


Serbien - Serbia - la Serbie - Сpбија

Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Belgrad (Luftlinie nach Tel Aviv: 1.881km)
Einwohner: 7,0 Mio.
Fläche: 77.474km²
Sprachen: Serbisch
*Fläche ohne Kosovo

Trivia To Go: Kikinda in der Vojvodina wird im Winter alljährlich Schauplatz eines einmaligen Spektakels. Hunderte Waldohreulen tummeln sich hier und sorgen durch ihr Fiepen für unruhige Nächte bei den Einwohnern. Aufgrund der intakten Natur und dem reichen Nahrungsangebot finden sich die Tiere, die ansonsten Einzelgänger sind, für gemeinsame Raubzüge zusammen.

Aus 64 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 2007 mit Marija Šerifović
Teilnahmen insgesamt: 11*
Im Ewigen Medaillenspiegel: Platz 24 (101)
Im letzten Jahr: 19. Platz mit Sanja Ilić & Balkanika
Qualifikationen im Semifinale: 7 von 10
Größer Punktelieferant:  Nordmazedonien (174)
Zuständiger Rundfunk: RTS
*Teilnahmen als Jugoslawien und Serbien-Montenegro sind nicht mitgerechnet

Die letzten drei Jahre: Serbiens Song Contest-Bilanz ist relativ ausgeglichen, Marija Šerifović siegte gleich als erste Interpretin für ihr unabhängiges Land, danach ging es peu á peu bergab, 2014 verzichtete Serbien aus finanziellen Gründen auf die Teilnahme, danach qualifizierten sich Bojana Stamenov und Sanja Vučić für das Finale. "Goodbye (shelter)" belegte den 18. Platz im Finale von Stockholm. Ein Jahr später versuchte Serbien mit Mainstream-Pop von Tijana Bogićević ins Finale zu kommen, vergeblich, der Song "In too deep" wurde in Kiew nur Elfter im Halbfinale. Dafür konnte Serbien im letzten Jahr mit "Nova deca" und einer ganz klassischen Balkanschmerz-Nummer wieder ausgleichen. Sanja Ilić & Balkanika holten in Lissabon den 19. Platz.

Was uns in Tel Aviv erwartet:
Interpret: Nevena Božović
Titel: Kruna
Gesungen auf: Serbisch*
Text & Musik: Nevena Božović
Teilnahme im…: 1. Semifinale am 14. Mai
*zwei Zeilen des Liedes sind auf Englisch

Über den Künstler: Nevena Božović (Невена Божовић) wurde am 15. Juni 1994 in Kosovska Mitrovica im heutigen Kosovo geboren und gewann 2007 mit "Piši mi" den serbischen Vorentscheid für den Junior Eurovision Song Contest. In Rotterdam belegte sie den dritten Platz. 2009 kehrte sie musikalisch zum Festival Sunčane Skale zurück, 2012 folgte die Teilnahme bei "The Voice of Serbia", wo sie hinter Mirna Radulović Zweite wurde. Gemeinsam mit Mirna und Sara Jovanović formte sie 2013 das Trio Moje 3, das für Serbien mit "Ljubav je svuda" zum Eurovision Song Contest nach Malmö fuhr, dort allerdings im Halbfinale hängen blieb. 2015 saß sie in der serbischen Song Contest-Jury, die Beovizija 2019 gewann sie mit Unterstützung der Jury, während die Zuschauer Nataša & Una mit "Samo bez straha" bevorzugten.

Eurofire’s Kommentar:
Bewertung: 6 von 10

Was wäre ein Eurovision Song Contest ohne mindestens eine Ballade vom Balkan. Das übernimmt in diesem Jahr Nevena Božović für Serbien und ich finde, sie macht ihre Sache gut. Unter all den ruhigen Titeln, die dieses Jahr durch die Halbfinals geistern berührt mit der serbische Beitrag am meisten und ich fände es gut, wenn man Serbien die Möglichkeit gibt, sich auch im Finale entfalten zu können. Allerdings bleibt bei mir ein kleiner fader Beigeschmack, da Nevena primär durch die Jury bei der Beovizija gewonnen hat. Das Publikum war eindeutig auf der Seite von Nataša & Una, deren Lied ich noch ein kleines bisschen besser gefunden hätte, aber ich will mich nicht beklagen.

Georgi’s Kommentar:
Schwiegermutti Geeo's Experten Bewertung: 8 von 10

ENDLICH wieder eine serbische Ballade nach meinen Gusto? Ich weiß, dass viele Fans enttäuscht von Nevena sind und den Song als "zu langweilig" abstempeln, aber für mich macht sie alles richtig. Mich würde es aber erst 100 % abholen, wenn sie ein bisschen mehr Schmalz in die Stimme reinlegen würde.

Video:

Montag, 22. April 2019

Bulgarien: BNT bekommt neuen Senderchef



Bulgarien - "Don't jinx it!" sagt der Brite, wenn man nichts verschreien soll, aber ein Wechsel in der obersten Führungsetage von nationalen Rundfunkanstalten hat schon so manch einen Sender zum Eurovision Song Contest zurückgebracht. Während es vor wenigen Tagen noch hieß, der Wettbewerb habe keinen Platz mehr im Senderprogramm von BNT, könnte sich das Blatt nun wenden.

Wie die bulgarische Website btvnovinite.bg meldet, hat sich der bisherige Senderchef Konstantin Kamerarov selbst ins Aus geschossen, nachdem er wegen Trunkenheit am Steuer zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt wurde. Der Senderchef war bereits im Juni 2016 mit 1,6 Promille von der Polizei angehalten, inzwischen ist das Urteil rechtskräftig und die Stelle des BNT-Senderdirektors fortan vakant.

Von BNT hieß es derweil, dass die Suche nach einem neuen Generaldirektor bis Ende des Monats abgeschlossen sein soll. Voraussichtlich am Mittwoch soll bei einer Vorstandssitzung eine Lösung gefunden werden. Je nachdem, wie aufgeschlossen der neue Vorstand sein wird, könnten die Weichen für Bulgarien beim Eurovision Song Contest in Kürze neu gestellt werden. Der Sender zog sich in diesem Jahr zurück, Ex-Senderchef Kamerarov erklärte zwischenzeitlich, der Wettbewerb passe nicht in das Senderkonzept.

Molwanien: 14 Jahre nach der Disqualifikation


Molwanien - Ich hoffe, all unsere Leser haben die Ostertage gut überstanden und fiebern nun mehr oder weniger stark dem Eurovision Song Contest in Tel Aviv entgegen. Passend zum Ostermontag und dem päpstlichen Segen "Urbi et orbi" möchte ich eine Geschichte ausgraben, die schon seit 2005 in meiner Schublade liegt und für die es keinen besseren Platz gibt als Ostern. Wie vielleicht einige wissen, hat sich die fiktive post-kommunistische Republik Molwanien 2004 und 2005 um die Teilnahme am Eurovision Song Contest bemüht.

Zlad bewarb sich zweimal
vergeblich für den ESC
2004 wollte das Land, dessen Regierung stark mit der Mafia verflochten ist und Republikflüchtlingen alte Zigeunerflüche aufhalst, den intern nominierten Sänger Zladko Vladcik alias Zlad zum Eurovision Song Contest schicken. Sein damaliger Wettbewerbstitel "Elektronik Supersonik" wurde allerdings disqualifiziert, ebenso wie sein Anlauf im Jahr 2005. "I am the anti-pope" wurde aufgrund seiner unterschwellig satanistischen Botschaft zurückgewiesen. Seither hat sich Molwanien nicht mehr um die Teilnahme bemüht.

Molwanien, auch "Das Land des schadhaften Lächelns" genannt, ist die Parodie australischer Journalisten, die 2004 mit ihrem "Reiseführer" einen internationalen Bestseller landeten und die negativen Klischees postkommunistischer Staaten hochleben ließen. Das Buch wurde auf der ITB 2005 mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. Impressionen von der Nation, die es ebenso wenig wie Liechtenstein zum Eurovision Song Contest geschafft hat, gibt es hier.

Zlad - I am the anti-pope

Road to Tel Aviv (30/41): Zypern


Zypern - Cyprus - Chypre - Κύπρος/Kıbrıs

Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Nikosia (Luftlinie nach Tel Aviv: 368km)
Einwohner: 1,2 Mio.
Fläche: 9.251km²
Sprachen: Griechisch, Türkisch

Trivia To Go: Seit Herbst 2016 wurde in der Türkei und auch in Nordzypern der Wechsel von Sommer- und Winterzeit abgeschafft. In den Wintermonaten ist es damit im türkischen Nordteil eine Stunde später als im griechischen Südteil. Während des Sommerhalbjahres gilt allerdings auf der gesamten Insel die Osteuropäische Sommerzeit (GMT+2).

Aus 64 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 1981 mit Island
Teilnahmen insgesamt: 35
Im Ewigen Medaillenspiegel: Platz 31 (010)
Im letzten Jahr: 2. Platz mit Eleni Foureira
Qualifikationen im Semifinale: 7 von 13
Größer Punktelieferant:  Griechenland (400)
Zuständiger Rundfunk: CyBC

Die letzten drei Jahre: Zypern schwappte bis zum letzten Jahr im hinteren Mittelfeld des Eurovision Song Contests herum. 2015 belegte Giannis Karagiannis den 22. Platz in Wien, seine beiden Nachfolger, die Gruppe Minus One und Hovig belegten jeweils den 21. Platz. Sowohl "Alter Ego" als auch "Gravity" wurden vom schwedischen Fließbandkomponisten Thomas G:son produziert. Erst im letzten Jahr konnte Zypern sich zum ersten Mal seit den 80er Jahren in den Top Drei platzieren. Der Sender CyBC schnappte den Griechen hierfür Eleni Foureira weg, die sich dort mehrmals vergeblich anbot, jedoch immer von ERT abgelehnt wurde. Mit "Fuego" heftete sie sich an die Fersen von Netta Barzilai, unterlag allerdings im finalen Televoting. Dennoch war es der größte Erfolg, den Zypern bisher zu verbuchen hat.

Was uns in Tel Aviv erwartet:
Interpret: Tamta
Titel: Replay
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Alex Papaconstantinou, Geraldo Sandell, Viktor Svensson, Albin Nedler, Kristoffer Fogelmark
Teilnahme im…: 1. Semifinale am 14. Mai

Über den Künstler: Tamta Goduadse (თამთა გოდუაძე) wurde am 10. Januar in Tiflis in der Georgischen SSR geboren und zog nach ihrem Abschluss an der Tbilisi State University nach Griechenland, wo sie zunächst als Haushälterin arbeitete, ehe sie 2003 an "Super Idol" teilnahm und dort Zweite hinter Stavros Konstantinou wurde. Sie erhielt einen Plattenvertrag und veröffentlichte mit dem Sieger der Show im Jahr 2004 den Titel "Eisai to allo mou miso". 2006 erschien ihr Debütalbum. Ein Jahr später nahm sie mit "With love" am griechischen Vorentscheid teil, wurde allerdings nur Dritte. 2014 und 2015 war sie Jurorin beim georgischen Ableger von "X Factor", 2016 und 2017 Jurorin bei "X Factor Greece". Sie wurde intern vom zypriotischen Fernsehen für Tel Aviv nominiert, nachdem sie mehrfach vergeblich versuchte beim griechischen Fernsehen ERT zu landen.

Eurofire’s Kommentar:
Bewertung: 8 von 10

Meine Platz drei in diesem Jahrgang. Viele behaupten, "Replay" sei nichts weiter als eine gedrückte Wahlwiederholung von "Fuego", womit die Kritiker phasenweise wohl auch nicht falsch liegen. Einige Parallelen in der Machart sind durchaus zu beobachten, was aber auch nicht erstaunt, da in beiden Fällen das Team um Alex Papaconstantinou beteiligt ist. Aber ich kann es den Zyprioten nicht verübeln, die gleiche Herangehensweise wie im Vorjahr noch einmal zu versuchen, schließlich ist man damit stark erfolgreich gewesen. Das Lied ist catchy, zündet schon zum ersten Refrain und dürfte das Finale von Tel Aviv spielend erreichen. Ich gehe davon aus, dass es für Zypern in diesem Jahr auch wieder hoch hinausgehen dürfte.

Georgi’s Kommentar:
Schwiegermutti Geeo's Experten Bewertung: 9 von 10

Bin jedes Mal schockiert, wenn ich mich daran erinnere, dass Tamta fast 40 ist und eine erwachsene Tochter hat. Sie ist in Griechenland DIE Style-Ikone schlechthin und ich sitze hier mit meinen 30 Jahren und schreibe "funny" Reviews und snacke mich währenddessen in den nächsten Herzinfarkt. Anyway! "Replay" ist für die ältere Schwester von "Fuego", die es nicht mag sich dreckig zu machen, deswegen haben wir einen cleanen Sound bekommen mit Summer-BANGER-Qualitäten. Zypern kann von mir aus gerne den Sieg mit nach Hause nehmen, verdient wäre es.

Video:

Sonntag, 21. April 2019

Frankreich: 2020 mit dritter Staffel Destination Eurovision



Frankreich - Das erfolgreiche Vorentscheidungsformat "Destination Eurovision", welches seit vergangenem Jahr in Frankreich zur Kür des Eurovisionsvertreters zum Einsatz kommt, wird auch im nächsten Jahr dazu dienen, einen Repräsentanten zu finden. Der Sender France 2 bestätigte, dass die quotenreiche Sendung 2020 in die dritte Runde gehen wird. Weitere Einzelheiten zu möglichen Veränderungen gab der Sender aber noch nicht preis. 

Im letzten Jahr wurde das Duo Madame Monsieur durch ihren Sieg mit "Mercy" zum Eurovision Song Contest nach Lissabon geschickt. Die beiden erreichten schlussendlich den 13. Platz im Finale. In diesem Jahr kehrte der Vorentscheid zurück, diesmal wurden alle drei Shows, auch die beiden Vorrunden live übertragen. Als Sieger ging der 19jährige Bilal Hassani mit "Roi" hervor, der bei den Juroren zwar nicht zündete, beim französischen Publikum aber erdrutschartig gewann und nun am 18. Mai im Finale von Tel Aviv auftreten darf.


Eurofire: Frohe Ostern 2019!



Deutschland - Dem Vollmond ist es geschadet, dass wir Ostern in diesem Jahr so spät zelebrieren und uns vier entspannende Tage auf dem Sofa oder gemeinsam mit der Familie machen können. Für mich heißt Ostern allerdings auch lernen, da Mitte Mai, kurz vor dem Eurovision Song Contest meine erste Prüfung im Bereich "Service & Tarif" der Deutschen Bahn ansteht. Daher möchte ich mich noch einmal dafür entschuldigen, dass die Flut an Nachrichten in diesem Jahr stark reduziert ist.

Andererseits habe ich in diesem Jahr auch das Gefühl, dass es in der Überbrückungszeit zwischen den letzten Vorentscheiden Mitte März und dem Beginn der Festivitäten in Tel Aviv kaum etwas passiert. Natürlich wird Tel Aviv für die internationalen Gäste herausgeputzt und natürlich sind die Delegationen aus 41 Ländern damit beschäftigt, ihre Choreographien zu routinieren oder bei Promotion-Auftritten auf Stimmenfang zu gehen, aber trotzdem dringt davon wenig nach außen.

Auf die Wettquoten brauchen wir ebenfalls nicht schielen, dort steht Duncan Laurence aus den Niederlanden souverän Woche um Woche ganz vorne und verschiedene Städte in den Pays-Bas haben bereits ihr Interesse signalisiert, den Eurovision Song Contest 2020 zu hosten, sollte "Arcade" siegreich aus Tel Aviv zurückkehren. Entsprechende Prüfungen liegen bereits aus Amsterdam, Rotterdam und Maastricht vor. 

Ganz so weit ist es allerdings noch nicht, zunächst bleiben den anderen Nationen noch fast vier Wochen um auf die Niederlande aufzuschließen. Bevor es soweit ist und in Tel Aviv das bunte Treiben ausbricht, entspannen wir uns nunmehr erst einmal beim Eiersuchen und ruhigen Ostertagen sowie mit den verbliebenen Previews, die langsam aber sicher auch meine eigenen Favoriten einschließen. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern, die hier nach wie vor vorbeischauen ein ganz tolles Osterfest und sonnige Tage! 

Road to Tel Aviv (29/41): Georgien


Georgien - Georgia - la Géorgie - საქართველო

Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Tiflis (Luftlinie nach Tel Aviv: 1.391km)
Einwohner: 3,7 Mio.
Fläche: 69.700km²
Sprachen: Georgisch

Trivia To Go: Der Ort Tschiatura in der georgischen Region Imeretien war zu Sowjetzeiten eine wichtige Minenstadt, in der Mangan abgebaut wurde. Aus diesem Grund wurden in der Stadt 26 Personen- und 50 Frachtseilbahnen installiert, die sämtliche Ortsteile miteinander verbinden. Trotz schlechter Wartung sind die meisten Seilbahnen noch heute in Betrieb.

Aus 64 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 2007 mit Sopho Khalvashi
Teilnahmen insgesamt: 11
Im Ewigen Medaillenspiegel: Platz 46 (000)
Im letzten Jahr: 18. Platz im Semifinale von Iriao
Qualifikationen im Semifinale: 7 von 11
Größer Punktelieferant:  Litauen (147)
Zuständiger Rundfunk: GPB

Die letzten drei Jahre: Georgien ist das erfolgloseste der drei kaukasischen Länder im Eurovision Song Contest. Zwar schafften es Nika Kocharov und seine Young Georgian Lolitaz ins Finale von Stockholm, mit "Midnight gold" gingen sie dort allerdings baden und konnten nur den 20. Rang mit nach Hause bringen. Tako Gachechiladse, die Teil der Formation Stephane & 3G von 2009 war, konnte sich mit ihrem "Keep the faith" gar nicht erst in die Endrunde retten, wenngleich sie als Elfte vergleichsweise knapp ausschied. Überhaupt keine Chance hatte im letzten Jahr die Ethno-Jazz Band Iriao, die mit mageren 24 Pünktchen dem letzten Platz im Halbfinale von Lissabon geweiht waren. Dabei bieteten sie einen der anspruchsvollsten Beiträge des Jahrgangs und zudem den ersten, der komplett auf Georgisch gesungen wurde.

Was uns in Tel Aviv erwartet:
Interpret: Oto Nemsadse
Titel: Sul tsin iare
Gesungen auf: Georgisch*
Text & Musik: Roman Giorgadse
Teilnahme im…: 1. Semifinale am 14. Mai
*mit einigen Worten auf Abchasisch

Über den Künstler: Oto Nemsadse (ოთო ნემსაძე) wurde am 18. Juni 1989 in Gori geboren. Bekannt wurde er durch seinen Sieg der fünften Staffel von "Geostar". Dort verbannte er Sopho Gelovani, die 2013 für Georgien beim Song Contest auftrat, auf den zweiten Rang. Fünf Jahre später bewarb er sich bei "The Voice of Ukraine", wo er immerhin den zweiten Platz belegte. Im Jahr 2017 bewarb er sich gemeinsam mit der Gruppe Limbo mit "Dear God" schon einmal beim georgischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest in Kiew, musste sich dort aber mit Platz zehn zufrieden geben. In diesem Jahr bewarb er sich schließlich bei der Castingshow "Sakartvelos varskvlavi", die zur Ermittlung des Interpreten für Tel Aviv diente. In seinem Lied "Sul tsin iare" besingt er seinen Wunsch nach Frieden in seinem Heimatland.

Eurofire’s Kommentar:
Bewertung: 6 von 10

Ich scheine einer der ganz wenigen Personen auf diesem Planeten bzw. außerhalb Georgiens zu sein, dem das Lied von Oto gefällt. Es ist kein standardmäßiger Langeweile-Pop, den man sich von der Stange holt, sondern eine wirklich authentische Ballade, die sich im Verlauf zu einer ausdrucksstarken Dramatik steigert und die Situation im Land mit der Hoffnung auf endlich währenden Frieden, ausdrückt. Spätestens nach zwei Minuten springt meine Begeisterung für das Lied ähnlich auf, wie Natia Todua beim Finale des georgischen Vorentscheids. Dennoch muss auch ich einräumen, dass es das Lied schwer haben wird, objektiv betrachtet, dürfte es für Georgien leider nicht reichen...

Georgi’s Kommentar:
Schwiegermutti Geeo's Experten Bewertung: 4 von 10

Gefühlt ist Natia Todua, die einzige Person, die diesen Song liebt und lebt lol. Ich persönlich finde ihn nicht so schlecht wie er von der Fanbase bewertet wird, muss aber hinzufügen, dass ich mich an schon sehr schnell nach dem dritten Hören satt gehört habe.

Video:

Samstag, 20. April 2019

News-Splitter (744)



USA - Verschiedenen Berichten zufolge soll Madonna beim Eurovision Song Contest ihren 1989 veröffentlichten Welthit "Like a prayer" singen. Bestätigt ist die allerdings noch nicht, ebenso wenig wurde bislang der Titel des zweiten, neu veröffentlichten Songs bestätigt. Spekulationen ranken sich um "Future", das sie gemeinsam mit dem amerikanischen Rapper Quavo singt und den Titel "Dark ballet". Das neue Album von Madonna soll Mitte Juni veröffentlicht werden. Dabei handelt es sich bereits um ihr insgesamt 14. Album. Ausgeschlossen wird, dass sie den Titel "Medellín" singen wird, der am Mittwoch in Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Sänger Maluma erschien.

Pænda bringt ihre Schwester
als Backing mit nach Tel Aviv
Österreich - Die österreichische Sängerin Pænda wird auf der Song Contest-Bühne von Tel Aviv von ihrer Schwester begleitet. Zu ihrer Performance im Halbfinale erklärte sie im Interview mit vienna.at: "Es wäre sehr eigenartig, auf der Bühne herumzuspringen zu dem Lied. Es wird also ruhig. Es ist aber noch vieles zu klären." Pænda erklärte im gleichen Interview, dass ihr ursprünglich für die Eurovision gedachter Titel vom ORF abgelehnt wurde. Zu "Limits" sagte sie: "Ich hatte anfangs auch gedacht, dass es vielleicht eher ein Song wird, der mich so repräsentiert, wie ich meistens bin. Ich war überrascht, dass sie sich für diesen Song entschieden haben."

Deutschland - Delegationsleiter Christoph Pellander freute sich über den Abschluss des Postkartendrehs der S!sters in Israel. Die beiden haben ihr Shooting am See Genezareth abgeschlossen, dass sie u.a. beim Angeln zeigt. Er gab zu Protokoll, dass Deutschland zuvor noch nie eine schönere Postcard als in diesem Jahr erhalten hat. Die beiden S!sters verbrachten zudem einige schöne Tage in Israel, besuchten dabei u.a. die Stadt Jaffa und Yad Vashem, das Holocaust-Mahnmal in Jerusalem. Impressionen zum deutschen Postkartendreh gibt es auf dem offiziellen Instagram-Profil der S!sters. 

Morgen im Fernsehgarten
auf Gran Canaria dabei: Il Volo
Spanien - Und im gleichen Atemzug hauen wir noch einen TV-Tipp für den Ostersonntag raus. Morgen Vormittag findet vor dem eigentlichen Opening der Fernsehgarten-Saison im ZDF der "Fernsehgarten on Tour" auf Gran Canaria statt. Am Playa de Amadores in Puerto Rico begrüßt Andrea Kiewel ab 11:50 Uhr die Zuschauer im ZDF und kündigt u.a. DJ Ötzi, Assaf Kacholi (Teil der Gruppe Adoro), Oonagh und die italienischen Song Contest-Vertreter von 2015, das Trio Il Volo an. Auch am kommenden Sonntag zeigt das ZDF den Fernsehgarten noch einmal von Gran Canaria, bevor er ab dem 5. Mai wieder regulär vom Mainzer Lerchenberg kommt.

Programmtipp:
So., 21. April 2019 - 11:50 Uhr
ZDF-Fernsehgarten on Tour
live aus Puerto Rico, Gran Canaria
Moderation: Andrea Kiewel
Gäste: u.a. Il Volo, Oonagh, DJ Ötzi

Road to Tel Aviv (28/41): Ungarn


Ungarn - Hungary - la Hongrie - Magyarország

Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Budapest (Luftlinie nach Tel Aviv: 2.170km)
Einwohner: 9,8 Mio.
Fläche: 93.028km²
Sprachen: Ungarisch

Trivia To Go: Rovásírás heißt die altungarische Schrift, die an germanische Runen erinnert, obwohl keine Verwandtschaft besteht. Sie entwickelte sich aus den alttürkischen Orchon-Runen und wird von rechts nach links gelesen. In den letzten Jahren erlebt sie ein Comeback. So gibt es immer mehr Gemeinden und Städten, die ihre Ortsschilder auch in Keilschrift abdrucken.

Aus 64 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 1994 mit Friderika Bayer*
Teilnahmen insgesamt: 16
Im Ewigen Medaillenspiegel: Platz 40 (000)
Im letzten Jahr: 21. Platz mit AWS
Qualifikationen im Semifinale: 10 von 12
Größer Punktelieferant:  Serbien (138)
Zuständiger Rundfunk: MTV
*Ungarn schied 1993 mit Andrea Szulák in der osteuropäischen Vorqualifikation aus

Die letzten drei Jahre: Seit 2011 ist Ungarn durchgängig im Finale des Eurovision Song Contest vertreten gewesen, große Sprünge haben die Interpreten im Ranking aber nicht unternommen. 2016 schickte Ungarn mit Freddie einen gestandenen Interpreten zum Song Contest nach Stockholm, der mit seinem "Pioneer" und insbesondere seinem grauenhaften, pfeifenden Männerchor nur den 19. Platz belegte. Im Jahr darauf schickte man Joci Pápai nach Kiew, über den wir gleich noch mehr zu berichten wissen. Im letzten Jahr gewann die Gruppe AWS den Vorentscheid "A Dal". Mit "Viszlát nyár" heizte die Band in Lissabon ordentlich ein, in Punkten schlug sich das allerdings nicht wieder, Ungarn landete nur auf Platz 21.

Was uns in Tel Aviv erwartet:
Interpret: Joci Pápai
Titel: Az én apám
Gesungen auf: Ungarisch
Text & Musik: József Pápai, Ferenc Molnár Caramel
Teilnahme im…: 1. Semifinale am 14. Mai

Über den Künstler: József "Joci" Pápai wurde am 22. September 1981 in Tata im Komitat Komárom-Esztergom in einer musikalische Roma-Familie hineingeboren. Seinen musikalischen Einstand feierte er 2005, als er an der zweiten Staffel der TV2-Show "Megasztár" teilnahm, jedoch in den Vorrunden ausschied. Danach startete erfolgreiche Projekte mit dem Rapper Majka und dem Sänger Caramel, der auch seinen Beitrag für Tel Aviv schrieb. 2017 gewann er schon einmal den ungarischen Vorentscheid und vertrat das Land mit dem gitanen Titel "Origo". Er belegte beim Song Contest in Kiew den achten Platz. Mit "Az én apám" ("Mein Vater") lag er bereits seit der ersten Vorrunde in der Gunst der Juroren und Zuschauer vorne.

Eurofire’s Kommentar:
Bewertung: 7 von 10

"Az én apám" ist leider nicht ganz so stark wie "Origo", versprüht aber trotzdem eine ganze Menge Charme. In den letzten Monaten ist mir Joci wirklich sehr ans Herz gewachsen, insbesondere Dank seines tollen Auftritts in Kiew, den ich mir nachträglich sehr oft angesehen habe. Es stimmte einfach alles, Landessprache, Botschaft, tolle Show und echte Gefühle. Wenn er es schafft, diese Leidenschaft auch in Tel Aviv rüberzubringen, denke ich, sollte es Ungarn leicht haben erneut ins Finale einzuziehen. Dort räume ich Joci allerdings nur das hintere Mittelfeld ein, wie oben schon erwähnt, ist es eben kein "Origo", sondern eine Klasse drunter, dennoch ein sehr herzlicher Beitrag.

Georgi’s Kommentar:
Schwiegermutti Geeo's Experten Bewertung: 6 von 10

Mensch, Joci... Hasch's wieder zum ESC geschafft :) Auch wenn der Song im Vergleich zu seinem Beitrag von 2017 eher mittelmäßig ist, weiß er, wie man so einen Beitrag performen muss. Vom ersten Hören bis jetzt ist er zwar in meinem Ranking abgestiegen, aber trotzdem ein solider Beitrag.

Video: