Montag, 24. August 2026

Niederlande: EBU reagiert auf AVROTROS-Statement


Niederlande
- Nachdem der niederländische Rundfunk AVROTROS seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 abgesagt und gleichzeitig die Verantwortlichkeit für den Wettbewerb zurück an den Dachverband NPO übertragen hat, hat sich inzwischen auch die Europäische Rundfunkunion geäußert. In einem Statement erklärte Song Contest-Direktor Martin Green, dass man die Entscheidung des Senders bedauert.

"Wir bedauern die Entscheidung von AVROTROS, nicht mehr am Eurovision Song Contest teilzunehmen, verstehen aber ihre Wahl und respektieren die Ansichten unserer Mitgliedssender. (...) Wir werden nun unseren Dialog mit NPO, dem Dachverband der niederländischen öffentlich-rechtlichen Medien, über die Möglichkeiten für eine Beteiligung eines weiteren Senders fortsetzen. Wir hoffen sehr, dass das Publikum und die Künstler in den Niederlanden auch weiterhin beim Eurovision Song Contest vertreten sein werden."

Zwei weitere niederländische EBU-Mitglieder haben die Übernahme von AVROTROS bereits abgelehnt. Der christlich ausrichtete Sender KRO-NCRV kommunizierte in einer Pressemeldung: "Programmtechnisch passt dies nicht zum Programmangebot von KRO-NCRV, daher haben wir keine Pläne dafür." Ebenso lehnte der Sender BNNVARA ab: "Wir betrachten dies als eine starke und mutige Entscheidung von AVROTROS und unterstützen unsere Kollegen dabei voll und ganz."

Kanada: Bewerbungsportal ab Montag freigeschaltet


Kanada
- Das kanadische Fernsehen CBC-Radio Canada lässt die Bevölkerung am Auswahlverfahren für den Eurovision Song Contest 2027 in Burgas teilhaben. Wie die EBU heute vermeldet, plant der kanadische Sender, der 2027 erstmals teilnahmeberechtigt ist, zunächst den Interpreten für den Song Contest auszuwählen, im Anschluss soll der passende Song und die entsprechende Performance erarbeitet werden.

Wie es auf der Website von CBC heißt, öffnet das Bewerbungsfenster für interessierte Künstler am Montag, den 31. August und endet am 9. September. Ein Registrierungsportal soll zeitnah online eröffnet werden. Die Teilnahmebedingungen werden ebenfalls dort veröffentlicht. Anschließend soll eine Auswahlliste von Finalisten erarbeitet werden, die die Vielfalt der kanadischen Musikszene widerspiegelt, im Herbst werden die Finalisten bekannt gegeben.

Daraufhin soll online abgestimmt werden, wer Kanada beim Eurovision Song Contest vertritt. Zur öffentlichen Abstimmung kommt auch ein Juryvoting von Experten aus der kanadischen Musikbranche. Doug Smith, Vizepräsident von CBC erklärte: "Wir suchen eine charismatische kanadische Künstlerin oder einen charismatischen kanadischen Künstler mit echter Leidenschaft für die Repräsentation Kanadas und nachweislicher Erfahrung darin, ein sehr großes Live-Publikum zu begeistern."

Niederlande: AVROTROS gibt Verantwortung an NPO zurück


Niederlande
- Der niederländische Sender AVROTROS, der in den letzten Jahren für die Organisation der niederländischen Song Contest-Teilnahme zuständig war und u.a. den Song Contest 2021 in Rotterdam durchgeführt hat, hat seine Verantwortlichkeit an den Dachverband NPO übertragen. AVROTROS zieht sich damit von der Durchführung des Wettbewerb zurück. In einem heute veröffentlichten Statement wird erklärt, dass die Eurovision derzeit nicht mit den Werten des Senders vereinbar seien.

In der Pressemitteilung heißt es: "AVROTROS wird 2027 nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen, da die Veranstaltung nicht mehr als neutral gelten kann, solange ein teilnehmendes Land in einen großangelegten militärischen Konflikt verwickelt ist. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben erhebliche Auswirkungen auf den Wettbewerb und haben zu tiefen Spaltungen geführt. (...) Eine Teilnahme ist daher nicht mehr mit den Werten von AVROTROS vereinbar: Vertrauenswürdigkeit, Unabhängigkeit und Menschlichkeit."

AVROTROS verweist auf das humanitäre Leid im Gazastreifen und die anhaltenden Einschränkungen der Pressefreiheit, der Sender habe die EBU mehrfach aufgefordert, transparente Regeln festzusetzen, die "jüngst von der EBU angekündigten Änderungen bieten jedoch nicht das nötige Vertrauen, dass der unabhängige und neutrale Charakter des Eurovision Song Contest wiederhergestellt wurde." AVROTROS hat seine Verantwortung daher zurück an den Dachverband der niederländischen Rundfunkanstalten übertragen.

Faktisch setzt AVROTROS damit seinen Boykott aus dem Vorjahr fort, wenngleich dies nicht automatisch bedeutet, dass die Niederlande keinen Vertreter nach Burgas schicken. Theoretisch könnte jeder andere EBU-Mitgliedsender die Organisation übernehmen, bislang zeigte sich jedoch kein anderer Sender interessiert. 2026 wurde der Song Contest von NOS und NTR übertragen, eine eigene Teilnahme steht jedoch nicht zur Debatte. Auch die übrigen Sendeanstalten wiegelten bislang ab, zuletzt zog Omroep Max sein Angebot zurück.

Dabei berichteten niederländische Medien, dass es womöglich zu einer Rückkehr der Niederlande im Jahr 2027 kommen könnte, als potentielle Interpretin wurde Davina Michelle genannt, die aktuell zu den bekanntesten Musikerinnen des Landes zählt. AVROTROS war nach der Generalversammlung der EBU vergangenes Jahr in Genf der erste Sender, der seine Teilnahme in Wien aufgrund der israelischen Teilnahme absagte, später folgten Irland, Island, Slowenien und Spanien.

Freitag, 21. August 2026

Schweden: SVT sucht Acts für Melodifestivalen 2027


Schweden
- Das schwedische Fernsehen ist nun auch offiziell im kommenden Jahr als Teilnehmer für den Eurovision Song Contest in Burgas gelistet. SVT hat seine Teilnahme bestätigt und zugleich das Melodifestivalen als nationalen Vorentscheid angekündigt. Vom 21. August, sprich heute, bis zum 11. September können sich interessierte Komponisten, Autoren und Künstler für den schwedischen Vorentscheid anmelden, 30 Beiträge werden für die TV-Shows gesucht.

Mindestens 30% aller Beiträge sollen der Empfehlung nach größtenteils in schwedischer Sprache gesungen werden. Die Komponisten und Künstler, die es über die Bewerbungsphase hinaus geschafft haben sollen im November oder Dezember auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden. Der neue Melodifestivalen-Direktor Hans Abrahamsson erklärte, dass man das Melodifestivalen weiterhin als Kronjuwel der Unterhaltung sieht.

"Es ist mir eine Ehre und zugleich eine Herausforderung, an der Weiterentwicklung des Programms mitzuwirken. Vor allem aber ist es ein unvergessliches Fest.", so Abrahamsson. Gesucht wird der Nachfolger von Felicia, die mit "My System" für schwedische Verhältnisse ungewöhnlich schlecht abschnitt und im Finale von Wien lediglich den 20. Platz belegte, das schlechteste Ergebnis im Finale seit Malena Ernman im Jahr 2009. Weitere Einzelheiten sollen in Kürze folgen.

Donnerstag, 20. August 2026

Bulgarien: Regierung sichert 20 Millionen Euro zu


Bulgarien
- Die bulgarische Regierung mobilisiert 20 Millionen Euro für die Ausrichtung des Eurovision Song Contests 2027 in Burgas. Der stellvertretende Ministerpräsident Ivo Hristov erklärte im Anschluss an ein Treffen mit Dimitar Nikolow, dem Bürgermeister von Burgas, dass man die Finanzierung für den Wettbewerb im kommenden Jahr mit unterstützen werde. 

15 Millionen davon müssen als organisatorische Garantie hinterlegt werden, die übrigen fünf Millionen sind für den unmittelbaren operativen Bedarf geplant. Zudem werde man mit jenen Mitteln die Infrastruktur, das Transportsystem, Unterkünfte und die allgemeine Förderung des Tourismusziels Bulgarien unterstützen. "Wir in der Regierung sehen den Eurovision Song Contest als Chance, Bulgarien als Marke zu positionieren, denn wir haben alles zu bieten, die gesamte Bandbreite an touristischen Dienstleistungen.", so Hristov.

Weiter: "Wir bieten köstliches Essen, Berge, Skigebiete, das Meer sowie Kultur- und Geschichtstourismus, sind aber auf dem Tourismusmarkt noch nicht so bekannt wie Italien und Griechenland. (...) Burgas hat mit seiner starken Motivation und seinem proaktiven Ansatz überzeugt, die wir in unseren Gesprächen beobachten konnten. Dank der operativen Arbeit des Teams haben wir die Chance, die Fristen für die öffentlichen Vergabeverfahren einzuhalten. Wir freuen uns auf eine sehr spannende Saison."