Montag, 6. Juli 2026

Andorra: RTVA bestätigt Song Contest-Absage für 2027


Andorra
- Und weiterhin wird es kein Comeback des andorranischen Fernsehens RTVA beim Eurovision Song Contest geben. RTVA hat gegenüber Eurofestivales bestätigt, dass man auch 2027 nicht am Song Contest in Bulgarien teilnehmen werde. Eine formelle Begründung lieferte der Sender mit Sitz in Andorra la Vella keine, zuletzt wurde argumentiert, dass der Wettbewerb nicht mit der redaktionellen Linie des Senders übereinstimmt.

Wie es weiter heißt, verfügt RTVA im laufenden Jahr mit rund 6,2 Millionen Euro über das größte Haushaltsbudget in der Geschichte des Senders, 67% davon sind für das Personal vorgesehen, weitere 410.000 Euro sollen für die Erneuerung veralteter technischer Ausrüstung investiert werden. Die Entrichtung einer Teilnahmegebühr für den Eurovision Song Contest sei hingegen zu hoch und liege nicht im Ermessen des Senders.

Andorra nahm lediglich im Zeitraum von 2004 bis 2009 am Eurovision Song Contest teil und ist bis zum heutigen Tage das einzige Land, das es niemals über das Halbfinale eines Song Contests hinaus geschafft hat. Mehrfach gab es Gerüchte und Kampagnen das Land in den Pyrenäen zum Song Contest zurückzubringen, doch sowohl eine Initiative der letzten Teilnehmerin Susanne Georgi als auch eine mögliche Kooperation mit dem katalanischen Sender TV3 wurden nicht umgesetzt.

Italien: Sanremo um Eurovisionsabstimmung ergänzt


Italien
- Stefano De Martino, Artistic Director des Sanremo-Festivals hat bestätigt, dass der italienische Vertreter für den Eurovision Song Contest 2027 am 19. Februar in der vierten Wettbewerbsnacht ermittelt wird. Gegenüber der Corriere della Sera bestätigte er, dass man ein eigens hierfür eine vom Festival unabhängige Abstimmung abhalten wird. Gleichzeitig versicherte De Martino, dass die Cover-Night nicht aus dem Programm gestrichen wird.

"Die Künstler erhalten die Möglichkeit, ihre Darbietungen nach ihrer eigenen kreativen Vision zu gestalten. Und ich glaube, dies ist bereits ein kleiner Schritt hin zu einer internationaleren Ausrichtung des Festivals.", so De Mattino. Die Cover-Night wird auf den Donnerstag verschoben, der Song Contest-Vorentscheid auf den Freitag. Das Finale des Sanremo-Festivals findet weiterhin am Samstagabend statt. 

Dennoch ist es möglich, dass der Sieger des Sanremo-Festivals Italien beim Eurovision Song Contest vertritt, sofern die Abstimmungsergebnisse übereinstimmen. Der genaue Abstimmungsmodus ist noch nicht kommuniziert worden. Das Sanremo-Festival selbst findet in der Woche vom 16. bis 20. Februar im Teatro Ariston in der ligurischen Kleinstadt Sanremo statt. Italien ist als Big Five-Mitglied direkt für das Finale der Eurovision qualifiziert.

Freitag, 3. Juli 2026

Bosnien-Herzegowina: Kein Comeback im Jahr 2027


Bosnien-Herzegowina
- Vor zehn Jahren hat Bosnien-Herzegowina zum bisher letzten Mal am Eurovision Song Contest teilgenommen und dies wird auch für ein weiteres Jahr die vorletzt letzte Teilnahme gewesen sein. Wie ESCtoday.com heute meldet, hat das bosnische Fernsehen BHRT bestätigt, keinen Vertreter zum Eurovision Song Contest schicken zu können. Weiterhin greifen die Sanktionen der EBU.

Nach wie vor hat BHRT Schulden in Höhe von über elf Millionen Euro bei der Europäischen Rundfunkunion und den Sender somit von den Diensten der EBU, einschließlich der Teilnahme am Song Contest ausgeschlossen. "Wir benötigen finanzielle Unterstützung im Kampf um den Erhalt unseres Sendesignals, da die Institutionen unseres Staates und die internationalen Vertreter nicht bereit sind, uns eine stabile, systematische Finanzierung zu ermöglichen.", so BHRT vor zwei Wochen. 

BHRT hat sich inzwischen in einer Kampagne an Zivilpersonen und Unternehmen gerichtet und eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Wie der österreichische Standard berichtet, zahlt der Sender RTRS, der Rundfunk der Republika Srpska seit 2017 keine Gebühren: "Bis Ende des Vorjahres häuften sich die ausgebliebenen Beitragszahlungen der Republika Srpska auf etwa 53 Millionen Euro. Der Sender der Föderation Bosnien und Herzegowinas zahlt hingegen seinen Anteil weiterhin."

Ungarn: Änderung des Mediengesetzes verabschiedet


Ungarn
- Mit 145 Ja- zu 39 Nein-Stimmen hat das ungarische Parlament einer Änderung des Mediengesetzes zugestimmt. Während die oppositionelle Fidesz den Vorschlag ablehnte, wurde die Änderung von der regierenden Tisza-Partei und Mi Hazánk unterstützt. Darin geht es, die öffentlich-rechtlichen Medien umzustrukturieren und ihre Nutzung für Propagandazwecke abzuschaffen. Dies sieht u.a. die Auflösung des Senders MTVA vor.

MTVA und Duna Média Service sollen durch zwei neue Organisationen ersetzt werden, Magyar Rádio és Televízío, das ungarische Fernsehen und Radio sowie Magyar Távirati Iroda (das ungarische Telegraphenamt). Die Führungsebene von MTVA und Duna sollen ausgewechselt werden, die neuen Vorsitzenden durch öffentliche Ausschreibungen statt direkte Ernennungen ausgewählt werden. Ministerpräsident Magyar machte es sich zu seinem Ziel, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wieder unabhängig zu gestalten.

Beiden Sendern wurde unter der Kontrolle der Regierung Órban vorgeworfen, zu sehr unter staatlicher Kontrolle zu stehen. Ob die neu aufgestellten Rundfunkanstalten die rechtliche Nachfolge von MTVA und Duna antreten bleibt abzuwarten. Falls nicht, müsste sich das ungarische Fernsehen erneut um die EBU-Mitgliedschaft bemühen um u.a. am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Die EBU hat in der Vergangenheit bereits Ausnahmen für Sender gemacht, die auf die Vollmitgliedschaft warteten, etwa den Sender KAN im Jahr 2018.

Niederlande: Entscheidung über Teilnahme Ende August


Niederlande
- AVROTROS, der für den Eurovision Song Contest in den Niederlanden zuständige öffentlich-rechtliche Rundfunk hat erklärt, dass man Ende Augst/Anfang September über die Teilnahme am Song Contest 2027 in Bulgarien informieren werde. "Unsere Entscheidung wird Ende August, Anfang September fallen. Wir werden sie dann auch bekanntgeben. Kanadas Teilnahme ändert daran nichts.", wird ein Sprecher von AVROTROS zitiert.

Der niederländische Rundfunk zog sich unmittelbar nach der EBU-Generalversammlung in Genf im Dezember 2025 vom Song Contest zurück und begründet dies, ähnlich wie Irland, Island, Slowenien und Spanien mit der anhaltenden Teilnahme Israels im Wettbewerb. Der Song Contest wurde daraufhin aus dem Programm von AVROTROS verbannt, von den Sendeanstalten NOS und NTR aber dennoch in den Niederlanden übertragen.

Die Niederlande nahmen entsprechend zuletzt 2024 am Song Contest in Malmö teil, damals wurde der Beitrag "Europapa" von Joost Klein jedoch nach dem Halbfinale von der EBU disqualifiziert. Vorangegangen war ein angeblicher Vorfall zwischen Klein und einer TV-Mitarbeiterin, nachdem die schwedischen Behörden Ermittlungen aufgenommen hatten, wurden diese später eingestellt, da keine kriminelle Handlung nachgewiesen werden konnte. Die EBU stand weiterhin zu ihrer Disqualifikation.