Samstag, 8. Mai 2021

Tag 1: Australien, Nordmazedonien und Irland


Australien
 - Aufgrund verschiedener bürokratischer Ein- bzw. Ausreisehürden muss die Eurovisionswelt in diesem Jahr auf einen australischen Liveauftritt verzichten. Dafür bietet Eurovision.tv einen kleinen exklusiven Einblick in das sogenannte Backup-Video, dass Montaigne in Australien unter Aufsicht gedreht hat und das am 18. Mai als Ersatz abgespielt wird. Man erhascht jedoch einen kleinen Einblick auf die Kostümwahl von Montaigne, die sich gemäß ihres Songtitels "Technicolor" eine regenbogenfarbene Kurzhaarfrisur und einen schwarzen Lackanzug gegönnt hat. Und auch wenn man bereits erahnen kann, in welche Richtung das Staging in Bezug auf den TV-Auftritt gehen wird, sind wir nach der "Probe" kaum schlauer als zuvor...

Zum australischen Video

Nordmazedonien
- Gemäß seinem Songtitel "Here I stand" präsentiert sich Vasil Garvanliev eigenständig und völlig allein auf der großen Bühne im Ahoy von Rotterdam. Der nordmazedonische Sänger trägt dabei einen schwarzen Anzug, mit Pathos und Inbrunst singt er sein melodramatisches Lied, das in den Wettquoten ganz weit hinten rangiert und Nordmazedonien wohl auch trotz der eindringlichen Performance nicht ins Finale bringen wird. Im Verlauf seiner Darbietung reißt sich Vasil dann das Hemd auf, zu sehen ist der Schimmer einer aufgenähten Discokugel, was ein bisschen too much wirkt. Auch der wunderschöne Bühnenhintergrund mit den warmen orangefarbenen Sternchen und dem Flitter wird nicht viel nützen und Vasil wirkt ein bisschen allein gelassen. Man erkennt im Verlauf der Probe jedoch auch, dass das Team aus Nordmazedonien noch ein wenig experimentiert.

Zum nordmazedonischen Video

Irland
- Der Tag endet mit der irischen Probe von Lesley Roy und hier kann man sagen, dass der gesehene Schnipsel wohl kaum mit den visuellen Effekten übereinstimmen wird, den der TV-Zuschauer bei der fertigen Choreographie erleben wird. Lesley, die stimmlich heute offenbar noch nicht 100% gab, ist allein auf der Bühne, die in Sonnenuntergangsstimmung gehalten ist und scheint mit Scherenschnitten und Daumenkino eine Story erzählen zu wollen. Was hier noch wie eine sehr technische Darbietung scheint, kann am Fernseher in Bild und Ton aber natürlich ganz anders wirken. Ich bin sehr gespannt, was sich die Iren da haben einfallen lassen und freue mich schon auf den aussagekräftigeren zweiten Durchlauf in ein paar Tagen.


Relativ erkenntnisarm endete somit dieser erste Probentag in Rotterdam. Für mein Empfinden gibt das von Eurovision.tv zur Verfügung gestellte Material auch wenig her, um schon ein Gefühl dafür zu bekommen, was der Zuschauer am 18. Mai am Fernseher erleben wird. Mit Sicherheit wird noch eine ganze Menge bei den heute aufgetretenen Delegationen ge- und verändert, wir dürfen also gespannt sein. Morgen Vormittag startet Zyperns Sängerin Elena Tsagkrinou als erste in den Probentag. Außerdem sehen wir noch die ersten Grundschritte von Norwegen, Kroatien, Belgien, Israel, Rumänien, Aserbaidschan, der Ukraine und abschließend Malta. Damit ist das erste Halbfinale dann bereits einmal komplett aufgetreten und hat sich an die Gegebenheiten in der Halle von Rotterdam gewöhnt.

Tag 1: Slowenien, Russland und Schweden


Slowenien
- Die undankbare und zumeist auch verschmähte Startnummer zwei im ersten Halbfinale muss in diesem Jahr Slowenien über sich ergehen lassen. Nach dem fleißigen Auftakt durch The Roop stand unmittelbar danach die slowenische Sängerin Ana Soklič auf der Bühne im Ahoy. Barfuß und mit einer unfassbaren Stimme, wie ich finde, präsentierte sie sich im weißen Gewand vor einem wirklich hübschen Background, der imposante Grafiken aus dem Weltall inklusive der Welt bei Nacht zeigt, besonders gut zu erkennen ist im Video die Lichtverschmutzung in Indien... Beim großen Finale des Liedes, nämlich dem "Hallelujah" nach 2:30 Minuten gibt es die unvermeidbare Supernova im Hintergrund. Es ist eine stimmige erste Darbietung, könnte und wird vermutlich in der Masse an Liedern aber untergehen.


Russland
- Die ersten Pyroeffekte des Semifinals zündet Manizha aus Russland an dritter Stelle. Und sie bietet eine neue Form des Trickkleides an. Beginnt sie doch zunächst in einem wulstigen Kleid, dass diverse traditionelle Muster russische Trachten abbildet, im Anschluss daran wird es ihr jedoch nicht, wie üblich vom Leib gerissen, sie stapft seitlich heraus und präsentiert ihren sowjetroten Trainingsanzug, den wir schon aus der Vorentscheidung kennen. Kunstkritiker werden darin wohl den Ausbruch aus traditionellen Verhaltensweisen zu Aufgewecktheit und dem Bruch mit staubigen Ansichten im einstigen Zarenreich sehen können, für den Zuschauer bleibt es eine kurzweilige Darbietung, die mit Zeichnungen slawisch dekorierter Frauen ergänzt wird, die zum Ende hin von Videos Frauen abgelöst werden, die sich modern und zeitgemäß zeigen. Die Botschaft wird einem trotz der russischen Sprache unmissverständlich aufgedrückt.


Schweden
- Wie schon in den letzten Jahren immer wieder zu sehen, ist auch der diesjährige schwedische Beitrag von Tusse beim Melodifestivalen nahezu servierfertig gewesen. Nennenswerte Änderungen im Vergleich zum Auftritt beim Vorentscheid gab es im Background und der Performance zu "Voices" kaum. Erwähnenswert ist eventuell, dass man sich bei der ersten Probe gegen ein Sakko und dafür für ein ärmesloses rotes Teil entschieden hat, garniert mit schwarzen, juwelenbesetzten Stulpen. Begleitet wird Tusse in Rotterdam von vier Tänzern, gesanglich war die Leistung angesichts des operativen Eingriffs in Ordnung, aber noch ausbaufähig. Schweden überzeugt heuer wieder durch Klasse, jedoch nicht durch völlige Neuheiten beim Song Contest.

Tag 1: Lasst die Spiele beginnen


Litauen
- Spielende Kinder im Gleis bei Witzenhausen, einem kleinen Nest im hessischen Werra-Meißner-Kreis haben es verdorben, eigentlich sollten die ersten Impressionen von den Proben in Rotterdam schon früher online gehen, nun müssen wir uns für den ersten Tag auf eine kompakte Zusammenfassung einstellen, bei dem ich die gezeigten und veröffentlichten Bilder und Videos einmal kurz anreiße, bevor es dann ab morgen ausführlichere Berichte vom Geschehen in Rotterdam gibt. Sieben Nationen waren heute erstmals dazu aufgerufen, ihre Kandidaten auf die Bühne zu stellen und zu testen, singen und analysieren, wie sie das Maximum aus ihrer Performance herausholen können. 

Glücklicherweise bieten die Offiziellen von Eurovision.tv auf Youtube einminütige Ausschnitte der einzelnen Auftritte an, die zumindest erahnen lassen, was die Delegationen der 38 Nationen heuer als Konzept geplant haben. Den Auftakt machten The Roop aus Litauen, die für Rotterdam eine von der Vorentscheidung abweichende Bühnenshow ankündigten. Nicht verändert im Gegensatz zur Choreographie hat sich die dominierende Textilfarbe gelb. Alle Akteure auf der Bühne, Frontmann Vaidotas Valiukevičius beweist, dass er sich sowohl energetisch bewegen, inklusive Mr. Spock- und Ägypter-Moves, und gleichzeitig auch noch singen kann. Dabei sind eine Tänzerin, ein Tänzer und seine Bandkollegen Mantas und Robertas.

Man hat sich beim Bühnenbild natürlich auf Disco-Elemente verlassen, der Background ist dunkel, bläulich-violett, im Refrain dominierten wehende Schachbrettmuster die LED-Wände, die auch in Rotterdam nicht fehlen dürfen. Im Anschluss an die Proben folgte das Meet & Greet, was aus hygienischen Gründen natürlich nur einem eingeschränkten Personenkreis zugänglich war. Viel obligatorisches Geplänkel stand hier im Vordergrund, man erklärte, die Farbe Gelb stünde in der Performance für Frohsinn und Hoffnung, was angesichts der diesjährigen Trendfarbe Illuminating (einem fröhlichen Sonnengelb) nicht gelogen ist.

1. Probe - Litauen: The Roop - Discoteque

Freitag, 7. Mai 2021

Road to Rotterdam (39/39): Niederlande


Niederlande - Netherlands - Nederland - Nederland

Hauptstadt: Amsterdam
Einwohner: 17,5 Mio.
Tritt beim ESC an seit...: 1956
Zuständiger Rundfunk: AVROTROS
Bestes Ergebnis: 1. Platz (1957, 1959, 1969, 1975, 2019)

Der Beitrag für den ESC 2020:
Interpret: Jeangu Macrooy
Song: Grow
Gesungen auf: Englisch
Feedback: Der Name des Titels ist Programm, das Lied von Jeangu war im letzten Jahr der größte Grower der Saison bei mir. Mit gutmütiger Ruhe und Selbstsicherheit stellte er eine Ballade vor, die im sonstigen Teilnehmerfeld ihresgleichen sucht. Am Anfang fand ich "Grow" öde, auch weil die Instrumentalisierung sehr zurückgenommen war, gerade das zeichnet den Song aber aus. Schade, dass Jeangu, der vom niederländischen Fernsehen intern ausgewählt wurde, keine Chance erhielt, dieses Lied bei der Eurovision im eigenen Land zu singen..

Der Beitrag für den ESC 2021:
Interpret: Jeangu Macrooy
Song: Birth of a new age
Gesungen auf: Englisch, Sranantongo
Text & Musik: Jeangu Macrooy, Pieter Perquin
Auswahlmodus: Interne Auswahl von Jeangu, der schon im letzten Jahr nach nicht-öffentlichem Beschluss des niederländischen Fernsehens ausgewählt wurde um die Nachfolge von Duncan Laurence anzutreten.
Tritt an im...: Finale von Rotterdam am 22. Mai

Über den Interpreten:
 
Jeangu wurde am 6. November 1993 in der surinamischen Hauptstadt Paramaribo geboren. Gemeinsam mit seinem Bruder Xillan gründete er das Duo Between Towers. Er studierte zunächst am Konservatorium in Paramaribo, 2014 zog er nach Enschede um dort sein Studium fortzusetzen. Dabei wurde er vom Produzenten Perquisite entdeckt, der ihn 2015 unter Vertrag nahm und mit ihm die EP "Brave enough" veröffentlichte. Sein Album "High on you" erreichte die #1 der surinamischen Top 40, er wurde in den Niederlanden als "Serious Talent" ausgezeichnet. 2019 war er auf Tour und sang u.a. beim Festival Mundial in Tilburg und beim Reeperbahn-Festival in Hamburg. Stets von seinen Eltern in dem Wunsch bestärkt, Musik zu machen, wurde er schließlich 2020 vom niederländischen Fernsehen für die Eurovision ausgewählt.

Meine Meinung zum Beitrag: Die Reise unser Previews endet in den Niederlanden mit einem Gospel-Lied, das erstmals in der Song Contest-Geschichte auch Elemente der surinamischen Amtssprache Sranantongo enthält. Das finde ich ehrenwert, das Lied selbst bleibt aber ziemlich hinter meinen Erwartungen, die ich nach "Grow" hatte, zurück. Den Niederlanden könnte das gleiche Schicksal blühen wie Portugal im Jahr 2018, nämlich Gastgeber auf dem letzten Platz zu werden. In einem Jahrgang, wo wir durchaus viele ordentliche Lieder auf ähnlichem Niveau haben, wird es Jeangu schwer haben, sich in der Konkurrenz durchzusetzen. Von mir gibt es 3/12 Punkten, und nun: Brokkoli-Witze in 3, 2, 1,...

Jeangu Macrooy - Birth of a new age

Donnerstag, 6. Mai 2021

Deutschland: Barrierefreies und Göttliches


Deutschland
- Und wo wir schon dabei sind, folgen hier auch sogleich die deutschen Programmhinweise für die Eurovisionswoche, denn der Eurovision Song Contest 2021 wird auch in diesem Jahr wieder im Sinne der Inklusion für Hör- und Sehgeschädigte übertragen. So bietet der NDR zu allen drei Liveshows aus Rotterdam sowohl Untertitel als auch Audiodeskription und Übersetzungen in deutscher Gebärdensprache an. Für schwerhörige und gehörlose Zuschauer gibt es wie schon seit vielen Jahren den Service über die entsprechenden Videotexttafeln.

Alle Shows werden zusätzlich auch von Thorsten Rose durch Gebärdensprache für gehörlose Menschen begleitet. Dieser übersetzt sowohl die Songtexte als auch den Kommentar von Peter Urban. Für Menschen mit Sehbehinderungen wird per zweiter Tonspur die Audiodeskription, die auch per Livestream auf Eurovision.de zu sehen ist, angeboten. Nähere Informationen gibt es hier auf der offiziellen Seite der Eurovision. Auch die Vor- und Nachberichterstattung mit Barbara Schöneberger soll per Videotext zugänglich sein.

Zu guter Letzt möchte ich noch über das legendäre Wort zum Sonntag schreiben, welches natürlich wieder in der obligatorischen Chips-holen-Pause ab 20:55 Uhr (MEZ) am Samstagabend gesprochen wird. In diesem Jahr wird es wieder vom katholischen Pfarrer Gereon Alter aus Essen verlesen, der schon 2011 vor dem Wettbewerb in Düsseldorf, aber auch 2015 und 2018 vor der Eurovision über Gott und die Welt sprach. Für die Gläubigen und Interessierten gibt es hier weitere Informationen.

Österreich: Andi Knoll kommentiert im ORF


Österreich
- Auch in Österreich kann man sich auf Routine verlassen, der ORF hat Andi Knoll erneut als Kommentator für den Eurovision Song Contest 2021 bestätigt. Damit ist er einer der dienstältesten Kommentatoren im Wettbewerb und kann sich mit Peter Urban die Hand geben. Neben den Halbfinals und den Finalshows wird Andi Knoll auch wieder mit seiner "Mr. Song Contest proudly presents"-Show aufschlagen, in denen er u.a. den österreichischen Kandidaten Vincent Bueno begleitet. 

Vincent, der nach 2020 auch für dieses Jahr vom ORF intern ausgewählt wurde und mit "Amen" antreten wird, hat bereits seine Koffer in den Nigthjet nach Amsterdam geladen und hat seine erste Bühnenprobe im Ahoy am Montag, den 10. Mai gegen 13:40 Uhr. Im Anschluss daran findet ein Meet & Greet statt, ansonsten bleibt sein Aufenthalt in Amsterdam auf die offiziellen PR-Termine beschränkt. Alle drei Liveshows aus Rotterdam zeigt das österreichische Fernsehen im Hauptprogramm ORF 1. Wie üblich werden die Shows durch Werbeblöcke in verschiedene Teile zerrissen.

Road to Rotterdam (38/39): Deutschland


Deutschland - Germany - Deutschland - Duitsland

Hauptstadt: Berlin
Einwohner: 83,1 Mio.
Tritt beim ESC an seit...: 1956
Zuständiger Rundfunk: NDR
Bestes Ergebnis: 1. Platz (1982, 2010)

Der Beitrag für den ESC 2020:
Interpret:
 
Ben Dolic
Song: Violent thing
Gesungen auf: Englisch
Feedback: Das Gremium hatte sich 2020 darauf verständigt, den slowenischen Sänger Ben Dolic nach Rotterdam zu schicken. Der Song "Violent thing" war auch tatsächlich mal wieder eine tolle, tanzbare Nummer. Uns wurde erklärt, die Show beim "deutschen Finale" in der Elbphilharmonie wäre nah an der eigentlich geplanten Performance für die Eurovision gebaut und spätestens da wären die Hoffnungen wieder zunichte gemacht worden. Der Auftritt wirkte unmotiviert, Bens Stimme schwach. Er wollte sich ursprünglich auch 2021 der Kandidatenauswahl des NDR stellen, zog dann jedoch aus freien Stücken zurück. Woran es gelegen hat, werden wir wohl nie erfahren.

Der Beitrag für den ESC 2021:
Interpret: Jendrik
Song: I don't feel hate
Gesungen auf: Englisch, Deutsch
Text & Musik: Jendrik Sigwart, Christoph Oswald
Auswahlmodus: Interne Auswahl von Jendrik durch ein 100köpfiges Jurypanel, die entsprechend ihrer Treffsicherheit beim Eurovision Song Contest als Experten gehandelt wurden.
Tritt an im...: Finale von Rotterdam am 22. Mai

Über den Interpreten:
 
Jendrik Sigwart wurde am 27. August 1994 in Hamburg geboren. Er wuchs in Hamburg-Volksdorf auf und lernte schon früh Klavier und Geige spielen. Später studierte er am Institut für Musik in Osnabrück und trat in verschiedenen Musicals auf, darunter "My fair lady" und "Hairspray". Bekannter wurde er später jedoch durch seinen Youtube-Kanal, auf dem er eigene Songs mit Ukulelen-Begleitung einstellte. Im Februar wurde er dann vom NDR als Song Contest-Vertreter vorgestellt, dessen Bewerbung mit 11,82 von 12 möglichen Punkten die bisher höchste Zustimmungsrate im Panel fand. Die Botschaft seines Liedes ist, Hass der ihm zu teil wird, nicht mit Gegenhass zu beantworten sondern mit Mitleid zu quittieren.

Meine Meinung zum Beitrag: Nun... ich tue mich nach wie vor schwer mit dem Lied. Besonders die Ukulele ruiniert die durchaus verständliche Botschaft, Hass nicht mit Hass zu bekämpfen. Ich verstehe, was die Intention hinter Jendriks Lied ist und würde sagen, der NDR hat seinen "Concept Song" mit Botschaft definitiv gefunden. Das Video ist farbenfroh aber ebenso bekloppt, insgesamt fällt es mir schwer, ein Urteil über das Lied zu fällen. Daher belasse ich es bei einem diplomatischen "Ich wünsche Dir eine derbe nice Zeit in Rotterdam, Jendrik!" Und weil beim Eurovision Song Contest der Grundsatz "You can not vote for your own country" gilt, fasse ich meine Meinung auch nicht in Punkte.

Jendrik - I don't feel hate

Mittwoch, 5. Mai 2021

Eurovision 2021: Generation Ü70 ausgeschlossen


Niederlande
- Die Stadtverwaltung von Rotterdam hat heute die Ticketinhaber über 70 Jahren darüber informiert, dass sie im Rahmen der Bestimmungen des Fieldlab-Events Eurovision Song Contest nicht live vor Ort dabei sein können bzw. dürfen. Diese Regelung gilt auch für diejenigen, die einen Negativtest oder eine vollständige Corona-Schutzimpfung nachweisen können. Die Richtlinien dieser Testreihe sogenannter Fieldlab-Events sieht den Ausschluss der Ü70-Zuschauer vor.

Im letzten Jahr wurde eine gewisse Anzahl von Song Contest-Eintrittskarten an eben diese Zielgruppe ausgegeben, bis gestern sollten diese auch die Möglichkeit haben, Karten für den diesjährigen Song Contest zu kaufen. Nunmehr wurden sie von dieser Regelung der EBU ausgenommen, sollen aber im Gegenzug von den Veranstaltern mit Eurovisionspaketen, die u.a. Flaggen, Schals und Wertungstafeln enthalten, entschädigt werden, die nach Hause geliefert werden. Die übrigen Karteninhaber des Vorjahres erhalten weiterhin die Möglichkeit einen der 3.500 verfügbaren Plätze zu erhalten.

Anders als in den letzten Jahren vor der Pandemie wird der Greenroom im Ahoy von Rotterdam das Innenfeld der Halle ausfüllen, sodass die Zuschauer lediglich auf den Tribünen platziert werden können. Im Rahmen der Fieldlab-Events soll hier ein negativer Coronatest ausreichen um die gängigen Abstands- und Maskenverordnungen obsolet zu machen. Ob sich die Veranstalter mit diesen Maßnahmen Freunde machen oder der Eurovision Song Contest somit zu einem Spreading-Event werden kann, bleibt abzuwarten, die Regelungen erscheinen mir jedoch in jeglicher Hinsicht unverständlich.

Road to Rotterdam (37/39): Aserbaidschan


Aserbaidschan - Azerbaijan - 
Azərbaycan - Azerbeidzjan

Hauptstadt: Baku
Einwohner: 10,1 Mio.
Tritt beim ESC an seit...: 2008
Zuständiger Rundfunk: iTV
Bestes Ergebnis: 1. Platz (2011)

Der Beitrag für den ESC 2020:
Interpret: Samira Efendi
Song: Cleopatra
Gesungen auf: Englisch
Feedback: Neben Little Big war Efendi meine Favoritin für den Eurovision Song Contest 2020, das rollende R, das japanische Mantra, das ganze Drumherum, es war eine tolle Hommage an die ägyptische Pharaonin. Damals gab es zwölf Punkte von mir und ich war hoch erfreut, dass Samira auch 2021 die Chance vom aserbaidschanischen Fernsehen erhalten hat nach Rotterdam zu fahren.

Der Beitrag für den ESC 2021:
Interpret: Samira Efendi
Song: Mata Hari
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Amy van der Wel, Luuk van Beers, Tony Cornelissen, Josh Earl
Auswahlmodus: Interne Auswahl von Samira Efendi, nachdem sie bereits 2020 das Direktticket vom Sender iTV erhalten hat. Mehrere Songs waren in einer internen Auswahl dabei, die Wahl fiel auf "Mata Hari".
Tritt an im...: 1. Halbfinale von Rotterdam am 18. Mai

Über den Interpreten:
 
Samirə Əfəndiyeva, romanisiert Samira Efendi, wurde am 17. April 1991 in Baku geboren und startete musikalisch in mehreren TV-Wettbewerben durch, darunter die Show "Yeni ulduz" im Jahr 2009 oder auch an der damaligen Vorentscheidungsshow "Böyük Səhnə" im Jahr 2014. Den größten Karrieresprung legte sie jedoch 2015 hin, als sie bei "The Voice of Azerbaijan" den dritten Platz belegte. Sie wurde zur nationalen Vertreterin beim kasachischen Musikfestival "Silk Way Star" in Almaty auserkoren und wurde auch dort Dritte. Nachdem sie bereits die Jahre zuvor immer wieder in der engeren Auswahl des Senders iTV war, wurde sie 2020 zur Teilnehmerin für den Eurovision Song Contest ausgesucht. Ihr "Cleopatra" wurde auch von Senhit eingesungen, am Ende ging der Titel jedoch in den Kaukasus. 

Meine Meinung zum Beitrag: Wie schon im letzten Jahr gehen meine zwölf Punkte an Aserbaidschan. Die grandiose Mischung aus Exotik, orientalischen Ethno-Elementen und der Story über eine Femme fatale, die in Weltkriegszeiten als Spionin tätig war und um die sich Mythen ranken, verdient meinen ersten Platz. Samira hat ein Gespür dafür große Damen der Welthistorie zu besingen, schon "Cleopatra" war fantastisch umgesetzt und ich bin fest davon überzeugt, dass Aserbaidschan das Ding nach Hause holen will. Ob es für die Spitze reicht, wage ich derzeit noch zu bezweifeln, eine Top Five-Platzierung könnte je nach Performance aber drin sein. 12/12!

Samira Efendi - Mata Hari

Dienstag, 4. Mai 2021

Road to Rotterdam (36/39): Estland


Estland - Estonia - Eesti - Estland

Hauptstadt: Tallinn
Einwohner: 1,3 Mio.
Tritt beim ESC an seit...: 1994
Zuständiger Rundfunk: ERR
Bestes Ergebnis: 1. Platz (2001)

Der Beitrag für den ESC 2020:
Interpret: Uku Suviste
Song: What love is
Gesungen auf: Englisch
Feedback: Uku Suviste gewann im letzten Jahr den Eesti Laul mit einem Lied, das von vielen als ähnlich schlimm wie Tom Leebs "The best in me" bezeichnet wurde. Der Song war genauso angestaubt, wie das Mikrofon im Musikvideo, große Chancen hätte der Titel nicht gehabt. Ein Jahr später musste sich Uku erneut dem estnischen Vorentscheid stellen, eine Direktnominierung erfolgte nicht.

Der Beitrag für den ESC 2021:
Interpret: Uku Suviste
Song: The lucky one
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Uku Suviste, Dimitris Kontopoulos, Sharon Vaughn
Auswahlmodus: Eesti Laul, nationaler Vorentscheid mit zwei Vorrunden und einer Finalshow am 6. März in Tallinn. Insgesamt waren zwölf Finalisten vertreten, im Superfinale setzte sich Uku mit 24.081 Stimmen gegen Sissi und Jüri Pootsmann durch, die knapp 15.000 bzw. 12.800 Stimmen erhielten.
Tritt an im...: 2. Halbfinale von Rotterdam am 20. Mai

Über den Interpreten:
 
Uku Suviste wurde am 6. Juni 1982 in Võru geboren. Mit sechs Jahren sang er im Tallinn Boys Choir, später wurde wurde er IT-Systemadministrator, ein Jahr später studierte er an der Georg Ots School of Music und am Berklee College in Boston. Er nahm an mehreren Musikfestivals wie dem New Wave Festival und auch an der russischen Version von "The Voice" teil. 2017 folgte die Erstteilnahme am Eesti Laul, wo er mit "Supernatural" im Halbfinale ausschied. 2019 wurde er mit "Pretty little liar" Zweiter und löste schließlich im vergangenen Jahr mit "What love is" das Ticket zur Eurovision. Die Leser des Lifestyle-Magazins Kroonika wählten ihn 2010 zum "Sexiest Man of Estonia", zudem war er Teilnehmer der Tanzshow "Tantsud tähtedega" und ist UNICEF-Botschafter in Estland.

Meine Meinung zum Beitrag: "The lucky one" ist irgendwie die Fortsetzung von "What love is". Während es im ersten Song noch darum geht, eine alte Liebe neu zu entfachen, scheint die Beziehung ein Jahr später an die Wand gefahren zu sein, wenngleich sie am Ende des Videos zu ihm zurückkehrt. Uku bleibt seinem Stil treu, sein neuer Beitrag ist aber nur geringfügig peppiger als 2020. Ich finde, man kann das Lied anhören, soo sensationell wie die Votingzahlen in Estland es vermuten lassen, ist der Song aber dann auch nicht. Dafür sieht Uku blendend aus, da werden sich einige Mädels freuen. 7/12.

Uku Suviste - The lucky one

Montag, 3. Mai 2021

News-Splitter (850)


Israel
- Die nächste Spokesperson steht fest, die israelischen Jurypunkte werden in diesem Jahr von Lucy Ayoub verlesen. Lucy ist uns hinlänglich als Moderatorin des Eurovision Song Contests 2019 in Tel Aviv bekannt, wo sie primär für die Berichterstattung im Green Room verantwortlich war. Schon 2018 hat sie die israelischen Punkte verlesen. Zudem stellte der Sender KAN sein Kommentatorenteam für Rotterdam vor, alle drei Shows werden von Assaf Lieberman kommentiert, der mit Guela Even und Akiva Novik wechselnde Begleitung an den drei Abenden erhält.

Zypern
- Dass das zypriotische Fernsehen in den letzten Jahren darum bemüht ist, große Namen zu verpflichten ist  bekannt. Heute bestätigte Helena Paparizou, dass sie vom Sender CyBC für den Eurovision Song Contest 2021 angefragt wurde. Aus welchen Gründen sie die Teilnahme ablehnte ist unbekannt, versuchte sie ihr Glück doch nach ihrem Sieg im Jahr 2005 mit "My number one" für Griechenland mehrfach beim schwedischen Melodifestivalen. Stattdessen griff der Sender auf Elena Tsagkrinou zurück, die Zypern nun mit "El diablo" in Rotterdam vertritt.

Norwegen
- Der norwegische Interpret Tix wird bei seinem Auftritt in Rotterdam von vier Tänzern begleitet. Wie das Stavanger Aftonbladet berichtet, bestätigte der Sender NRK Eivind Dundas, John Masaki, Reno Andersen und Bjørn Reime als visuellen Support für den Interpreten, der mit bürgerlichem Namen Andreas Haukeland heißt. Gegenüber seinem Auftritt beim Melodi Grand Prix sollen "merkbare Veränderungen" zu sehen sein, die Dämonen-Nummer der Backgroundtänzer bleibt jedoch erhalten. Tix vertritt Norwegen zunächst im ersten Halbfinale am 18. Mai mit dem Titel "Fallen angel".

Frankreich: France Télévision plant Vorentscheid für 2022


Frankreich
- Das französische Fernsehen plant nach Angaben der Delegationsleiterin Alexandra Redde-Amiel für das Jahr 2022 wieder einen nationalen Vorentscheid. Zugleich kann die Durchführung einer nationalen Auswahl als Teilnahmebestätigung für das kommende Jahr verstanden werden. Gegenüber L'Eurovision au Quotidien erklärte sie: "Ja, das Format wird sich im nächsten Jahr wiederholen und darüber freuen wir uns sehr." In diesem Jahr hatte Frankreich seinen Vorentscheid umgebaut.

Man hat jedoch einige Schwachstellen erkannt, die im kommenden Jahr nachjustiert werden sollen. Dabei geht es aber nur um Kleinigkeiten, das grundsätzliche Format von "Eurovision France - C'est vous qui décidez" bleibt erhalten. Der französische Vorentscheid erzielte in diesem Jahr eine Einschaltquote von 2,37 Millionen Zuschauern, am Ende der Show ging Barbara Pravi mit "Voilà" vom Platz. Der Vorentscheid wurde eingeführt, nachdem man 2020 auf eine interne Auswahl zurückgegriffen hat.

Frankreich steht seit Jahren für wechselnde Formate, 2018 und 2019 wurde beispielsweise die "Destination Eurovision" durchgeführt, ein Vorentscheid mit zwei Vorrunden und einer Finalshow, davor wurde immer wieder intern ausgewählt. Unabhängig vom Auswahlmechanismus ist Frankreich, eines der Gründungsländer der Eurovision, die schon seit 1956 aktiv dabei sind, automatisch als Big Five-Mitglied für das Finale gesetzt, so auch in diesem Jahr am 22. Mai.

Road to Rotterdam (35/39): Irland


Irland - Ireland - Éire - Ierland

Hauptstadt: Dublin
Einwohner: 4,8 Mio.
Tritt beim ESC an seit...: 1965
Zuständiger Rundfunk: RTÉ
Bestes Ergebnis: 1. Platz (1970, 1980, 1987, 1992, 1993, 1994, 1996)

Der Beitrag für den ESC 2020:
Interpret: Lesley Roy
Song: Story of my life
Gesungen auf: Englisch
Feedback: Lesley, intern von RTÉ für die Eurovision ausgewählt, hat Bock auf den Song Contest und ich finde das merkte man 2020 auch bei "Story of my life". Das infantile "Na na na na na" hätte zwar nicht sein müssen, der Song hat aber trotzdem gute Laune verbreitet. Da war es nur sinnig, dass Irland Lesley auch 2021 eine neue Chance gibt und sie weiterhin ihren Traum verwirklich kann.

Der Beitrag für den ESC 2021:
Interpret: Lesley Roy
Song: Maps
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Lesley Roy, Lukas Hällgren, Philip Strand, Normandie, Deepend, Emelie Eriksson
Auswahlmodus: Interne Auswahl von Lesley Roy, wie schon im Vorjahr. Der Song "Maps" wurde im Rahmen einer Radioshow auf RTÉ 2fm am 26. Februar vorgestellt.
Tritt an im...: 1. Halbfinale von Rotterdam am 18. Mai

Über den Interpreten:
 
Lesley Roy wurde am 17. September 1986 in Dublin geboren. Sie erhielt 2006 einen Plattenvertrag bei einem US-amerikanischen Label und veröffentlichte 2008 ihr Debütalbum "Unbeautiful", das von Max Martin produziert wurde. Neben ihrer eigenen Gesangskarriere ist sie auch als Songwriterin unterwegs und arbeitete so u.a. mit Adam Lambert, Medina und Brendan Murray zusammen. Lesley lebt abwechselnd in Irland und in den Vereinigten Staaten, seit 2010 ist sie mit einer Amerikanerin verheiratet. Sie wurde intern vom Sender RTÉ ausgewählt, Irland beim Song Contest 2020 mit dem selbstgeschriebenen "Story of my life" zu vertreten, nach der Absage des Wettbewerbs ging sie sogleich wieder ins Tonstudio und wurde später auch für 2021 gesetzt.

Meine Meinung zum Beitrag: Lesley ist ein grundsympathischer Mensch, der man ansieht, dass sie Spaß bei dem hat, was sie musikalisch auf die Beine stellt. Schon im letzten Jahr gefiel mir ihr Stil und auch "Maps" finde ich großartig, erinnert etwas an Katy Perry. Es ist eine angenehme Produktion, die wahrscheinlich niemand wirklich schrecklich findet, aber eben auch niemand wirklich herausragend. Von daher wird es für Irland in diesem Jahr, insbesondere im ersten Halbfinale sehr schwer. Ein Ergebnis wie durch Sarah McTernan dürfte sich aber nicht wiederholen. 8/12.

Lesley Roy - Maps

Sonntag, 2. Mai 2021

Road to Rotterdam (34/39): Dänemark


Dänemark - Denmark - Danmark - Denemarken

Hauptstadt: Kopenhagen
Einwohner: 5,8 Mio.
Tritt beim ESC an seit...: 1957
Zuständiger Rundfunk: DR
Bestes Ergebnis: 1. Platz (1963, 2000, 2013)

Der Beitrag für den ESC 2020:
Interpret:
 
Ben & Tan
Song: Say yes
Gesungen auf: Englisch
Feedback: Gewohnte Mittelmäßigkeit gewann im Vorjahr den Dansk Melodi Grand Prix. Benjamin Rosenbohm und Tanne Balcells, kurz Ben & Tan drohten Europa mit "Say yes" heimzusuchen. Die beiden, die sich während der zwölften Staffel von X Factor kennenlernten, wollten eigentlich gar nicht als Duo auftreten, fanden aber irgendwie doch zueinander. Für 2021 bewarben sie sich ebenfalls wieder für den dänischen Vorentscheid, der Sender DR nahm sie aber nicht in die Line Up auf, "Iron heart" entsprach nicht dem Geschmack der internen Auswahljury.

Der Beitrag für den ESC 2021:
Interpret: Fyr og Flamme
Song: Øve os på hinanden
Gesungen auf: Dänisch
Text & Musik: Laurits Emanuel, Rune Borup
Auswahlmodus: Dansk Melodi Grand Prix am 6. März mit acht Kandidaten. Im Superfinale setzten sich Fyr og Flamme mit 37% gegenüber Jean Michel (34%) und Chief 1 & Thomas Buttenschøn (29%) durch.
Tritt an im...: 2. Halbfinale von Rotterdam am 20. Mai

Über den Interpreten:
 
Fyr og Flamme, zu Deutsch "Feuer und Flamme" besteht aus Jesper Groth und Laurits Emanuel. Die beiden landeten mit der Single "Menneskeforbruger" im letzten Jahr einen großen Erfolg und belegten im September auch die #1 der P3 Listen Charts, auch ihre Folgesingle "Kamæleon" stieg bis auf die #7 der Charts ein. Das Duo, beide knapp über 30 Jahre alt, werden musikalisch vom Charme und Stil der 80er Jahre inspiriert, was man auch ihrer dritten Single "Øve os på hinanden", der letztlich auch ihr Bewerbungssong für Rotterdam wurde, merkt. Zudem singen sie konsequent in Dänisch, was erfreulich ist, da Dänemark seit Wegfall der Sprachenregelung im Jahr 1999 noch keinen Titel auf Dänisch entsendet hat..

Meine Meinung zum Beitrag: Das Comeback der Schulterpolster und Modern Talking-Trainingsanzüge sowie das Comeback der dänischen Sprache zum Eurovision Song Contest sind schon Grund genug, das Duo zu lieben. Das Lied kann bedenkenlos in die frühen 90er Jahre gepackt werden, damals klangen die dänischen Lieder ähnlich. Trotz oder gerade weil sie nicht in die Zeitlinie des musikalischen Gros der Eurovision der Neuzeit passen, stechen sie hervor und ich finde sie machen einen tollen Job. Bei allem Wohlwollen kann mich mir allerdings nicht vorstellen, das Dänemark das Finale erreicht. 8/12.

Fyr og Flamme - Øve os på hinanden

Samstag, 1. Mai 2021

Road to Rotterdam (33/39): Moldawien


Moldawien - Moldova - Moldova - 
Moldavië

Hauptstadt: Chișinău
Einwohner: 3,6 Mio.
Tritt beim ESC an seit...: 2005
Zuständiger Rundfunk: TRM
Bestes Ergebnis: 3. Platz (2017)

Der Beitrag für den ESC 2020:
Interpret: Natalia Gordienko
Song: Prison
Gesungen auf: Englisch
Feedback: Die Republik Moldau ist seit einigen Jahren so etwas wie die Spielwiese von Kirkorow geworden. Schon im letzten Jahr hätte Natalia mit einem Lied von ihm antreten sollen. "Prison" gewann ohne Mühe den Vorentscheid "O Melodie Pentru Europa". Das Lied, das zeigt, dass Natalias englische Aussprache noch ausbaufähig ist, war okay aber irgendwie auch nichts Besonderes. Trotz allem hat TRM an ihrem Auftreten festgehalten und sie für 2021 erneut nominiert bzw. sie hat sich selbst eingeladen.

Der Beitrag für den ESC 2021:
Interpret: Natalia Gordienko
Song: Sugar
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Dimitris Kontopoulos, Phillip Kirkorow, Sharon Vaughn
Auswahlmodus: Interne Auswahl von Natalia Gordienko, die schon selbst sehr früh bestätigte, dass sie auch 2021 antreten wird. Der Sender TRM machte ihre Nominierung Ende Januar öffentlich, der Song "Sugar" wurde in einer eigenen TV-Show die primär zur Selbstbeweihräucherung von Kirkorow diente, vorgestellt. 
Tritt an im...: 2. Halbfinale von Rotterdam am 20. Mai

Über den Interpreten:
 
Natalia Gordienko wurde am 11. Dezember 1987 in Chișinău geboren. Sie hat ukrainische Wurzeln und sang bereits im Schulchor. 2005 wurde sie Leadsängerin der Band Millennium, mit der sie 2005 beim nationalen Vorentscheid für Kiew teilnahm, im gleichen Jahr nahmen sie zudem am Cerbul de Aur-Festival in Rumänien teil. 2006 wurde sie gemeinsam mit Arsenium von O-Zone und Connect-R mit "Loca" für den Song Contest in Athen ausgesucht und belegte dort den 20. Platz. Ihr Debütalbum "Time" erschien 2010. 2012 folgte das zweite Album "Canuna de flori", bis zu ihrer zweiten Verpflichtung für den Eurovision Song Contest erschienen diverse weitere Singles, darunter "Habibi" in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Sänger und Vorentscheidungsteilnehmer Mohombi.

Meine Meinung zum Beitrag: Billig muss nicht immer schlecht sein, die Discounter-Schokolade schmeckt mir auch besser als Lindt-Pralinen. So verhält es sich auch mit "Sugar" von Natalia. Spätestens als ich das Video zum zweiten Mal gesehen habe war es um mich geschehen. Ich liebe die tanzenden Eiswaffeln, die Hook und generell die ganze Art, mit der sich Natalia präsentiert. Man merkt auch, dass sie seit 2006 erwachsen geworden ist. Warum sie ihren regenbogenfarbigen Verehrer allerdings auf so brutale Weise vernascht, muss noch geklärt werden. Dennoch 10/12 Punkten, Chapeau Moldova!

Natalia Gordienko - Sugar

Freitag, 30. April 2021

Road to Rotterdam (32/39): San Marino


San Marino - San Marino - San Marino - San Marino

Hauptstadt: San Marino
Einwohner: 33.400
Tritt beim ESC an seit...: 2008
Zuständiger Rundfunk: SMRTV
Bestes Ergebnis: 19. Platz (2019)

Der Beitrag für den ESC 2020:
Interpret: Senhit
Song: Freaky
Gesungen auf: Englisch
Feedback: Im letzten Jahr hat das sanmarinesische Fernsehen mit Senhit die nächste Künstlerin aus dem Keller geholt und dem Volk zwei Beiträge angeboten. Per Online-Abstimmung fiel die Wahl auf "Freaky", ein Lied, das sehr wirr daher kam, mit psychedelischen Videoeinstellungen, verruchten Posen und viel zu viel von allem. Damit hätte San Marino zwar wieder den Zwergstaatenbonus erhalten, aber mehr auch nicht. 2021 soll alles anders werden...

Der Beitrag für den ESC 2021:
Interpret: Senhit feat. Flo Rida
Song: Adrenalina
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Chanel Tukia, Jimmy Thörnfeldt, Joy Deb, Linnea Deb, Kenny Silverdique, Malou Ruotsalainen, Senhit Zadik Zadik, Suzi Pancenkov, Thomas Stengaard, Dillard Tramar
Auswahlmodus: Interne Auswahl, nachdem sich das sanmarinesische Fernsehen schon 2020 auf Senhit festgelegt hat. Auch der Beitrag wurde auf direktem Wege von der Rundfunkanstalt ausgesucht.
Tritt an im...: 2. Halbfinale von Rotterdam am 20. Mai

Über den Interpreten:
 
Senhit Zadik Zadik wurde am 1. Oktober 1979 in Bologna geboren und ist die Tochter eritreischer Eltern. Sie wirkte als Musicaldarstellerin, u.a. in "Hair" und im König der Löwen. 2006 erschien ihr erstes Album "Senit", inzwischen sind vier Alben draußen. Senhit trat, damals noch als Senit, 2011 für San Marino beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf an. Der Titel "Standy by" erreichte im Halbfinale jedoch nur den 16. Platz mit 34 Zählern. 2020 wurde sie erneut von SMRTV ausgewählt, da der Wettbewerb jedoch ins Wasser fiel, hielt man an der Künstlerin fest und verpasste ihr mit "Adrenalina" in Zusammenarbeit mit dem US-Rapper Flo Rida einen standfesten Eurovisionsbeitrag.

Meine Meinung zum Beitrag: Ein Gewittersturm brach über Europa herein, als bekannt wurde, dass Senhit mit "Adrenalina" zum Song Contest fährt. Ähnlich wie in den Wettquoten legte San Marino bei mir einen Aufstieg in die oberste Liga hin. Ob mit oder ohne Flo Rida, das Lied wird in Rotterdam zünden und dafür sorgen, dass man San Marino nicht mehr nur als kleine Republik ohne Chancen sondern als ernsthafte Nation mit großen Plänen wahrnimmt. Ein Sieg wird es bestimmt nicht, aber ein Achtungserfolg, sodass sich das Land nicht verstecken muss. 12/12!

Senhit feat. Flo Rida - Adrenalina

Donnerstag, 29. April 2021

Eurovision 2021: Regierung erlaubt 3.500 Zuschauer


Niederlande
- Nun ist es amtlich, der Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam darf mit 3.500 Zuschauern live in der Halle stattfinden. Die niederländische Regierung in Den Haag gab heute grünes Licht, den Song Contest als sogenanntes Fieldlab Test-Event auszurichten. Bis zuletzt war unklar, ob der Wettbewerb im Ahoy vor leeren Rängen oder doch mit einer minimalen Anzahl von Zuschauern stattfinden kann, hatte man dies doch von den Zahl der Intensivpatienten in den Niederlanden abhängig gemacht. 

Um an einer der neun Shows, den Family Shows und den Liveshows, teilnehmen zu können, ist logischerweise ein negativer Corona-Test notwendig, der unmittelbar vor dem Einlass vorgenommen wird. Nunmehr heißt es von den Veranstaltern, dass alle Ticketbesitzer, die für 2020 eine Eintrittskarte erworben haben, ihren gezahlten Ticketpreis vollständig erstattet bekommen und ein neuerlicher Ticketverkauf ab dem 8. Mai um 12 Uhr (MESZ) stattfindet. Hierfür gilt, dass nur diejenigen für 2021 Eintrittskarten erwerben können, die schon im letzten Jahr entsprechende Tickets gekauft haben.

Executive Producer Sietse Bakker erklärt, dass die Einreise in die Niederlande nur aus Nationen der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums möglich ist, was diverse Nationen bereits ausschließt, vornehmlich osteuropäische Nationen. Für alle Zuschauer vor Ort gelten strenge Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien, was dies im Einzelnen bedeutet, bleibt abzuwarten. Die niederländische Regierung behält sich zudem vor, trotz der nunmehr verbindlichen Zusage, je nach Entwicklung der Corona-Zahlen in den Niederlanden, ihre Entscheidung zu revidieren.