Montag, 4. Mai 2026

Eurovision 2026: Aktuelles aus Wien


Europa
- In der österreichischen Hauptstadt Wien haben die Proben für den Eurovision Song Contest begonnen. Die 70. Ausgabe des Wettbewerbs steht dabei nicht nur unbedingt im Fokus fröhlicher Musik und diverser Genres sondern mehr denn je im politischen Kontext. Die Europäische Rundfunkunion hat erklärt, dass man den Dialog mit den fünf Ländern sucht, die in diesem Jahr aufgrund der israelischen Teilnahme fernbleiben, nicht zuletzt, weil Geld nach wie vor eine große Rolle spielt und mit Spanien etwa eines der Big Five-Länder fehlt.

Martin Green, Direktor des Eurovision Song Contests erklärte im Gespräch mit dem niederländischen Sender NOS auch, dass man sehr genau auf mögliche Einflussnahme achten werde und etwa unverhältnismäßige Werbekampagnen unterbinden werde. "Obwohl wir Juroren haben, die für ein ausgewogenes Abstimmungsergebnis sorgen, werden wir diese Art von Aktivitäten absolut nicht tolerieren. Ich denke, wir waren in den letzten Jahren vielleicht nicht streng genug.", so Green.

Vorschläge Länder die direkt an kriegerischen Auseinandersetzungen involviert sind, auszuschließen käme jedoch nicht in Frage, dies würde nicht zuletzt auch die Ukraine bestrafen, die sich seit 2022 der russischen Invasion ausgesetzt sieht. Anders als beim Ausschluss Russlands gäbe es bei der Teilnahme Israels jedoch "keinen Konsens" erklärte Green, nicht zuletzt, da der israelische Rundfunk demokratisch ausgerichtet ist und sich selbst der Einflussnahme der israelischen Regierung ausgesetzt sieht.

Unabhängig davon gibt es in Wien auch erfreuliche Nachrichten. So heißt es inzwischen, dass Vicky Leandros, die zweifach für Luxemburg am Eurovision Song Contest teilnahm, das erste Halbfinale am 12. Mai eröffnen wird. Vicky nahm 1967 mit "L'amour est bleu" teil und gewann schließlich 1972 in Edinburgh mit "Après toi". "Ich freue mich sehr, nach Wien zurückzukehren, wo mit meiner ersten Teilnahme am Grand Prix Eurovision de la Chanson mit "L’amour est bleu" alles begann!", wird Vicky Leandros zitiert.

Ebenfalls, wenngleich noch nicht bestätigt, hält sich die Meldung aus gut informierten Kanälen, dass die EBU bei der Ergebnisverkündung im Halbfinale zum klassischen Modell zurückkehrt und die qualifizierten Acts der Reihe nach und individuell in zufälliger Reihenfolge präsentieren wird. Im letzten Jahr hatte man jeweils drei Acts vorselektiert und daraus dann einen Beitrag genannt, der weiterkommt. Die EBU hat diese Meldung allerdings noch nicht formell bestätigt. Das 70jährige Jubiläum des Eurovision Song Contests hat die EBU zudem dazu veranlasst, sich auf die Suche nach Videomaterial der beiden verlorenen Ausgaben der Jahre 1956 und 1964 zu machen. 

In einer weltweiten "Suchaktion" hofft man Aufnahmen, ob nun teilweise oder vollständig, der beiden Jahrgänge zu erhalten. Das dänische Fernsehen erklärte auf seiner Website: "Leider besitzt DR und kein anderer Sender, die vollständige Aufzeichnung der damaligen Sendung. DR verfügt nur über Ausschnitte. Als DR den Dansk Melodi Grand Prix von 1957 bis 1966 ausstrahlte, war die Sendung, wie auch heute, live, wurde aber nicht aufgezeichnet. Dasselbe galt für den Eurovision Song Contest 1964 in Kopenhagen."

Mittwoch, 15. April 2026

News-Splitter (1152)


Island
- Vergangenen Donnerstag verstarb Björgvin Helgi Halldórsson im Alter von 74 Jahren unerwartet. Er wurde 1951 in Hafnarfjörður geboren und warte Mitglied mehrerer Bands wie Bendix und Brimkló, ehe er Island 1995 mit "Núna" beim Eurovision Song Contest in Dublin vertrat, wo er den 15. Platz belegte. Zudem war er als Sprecher beim Radiosender Stöð 2. 2017, als seine Tochter Svala für Island beim Song Contest in Kiew teilnahm, vergab er die isländischen Jurypunkte. In seiner Karriere veröffentlichte er über 20 Alben. 

Ungarn
- Nach der Abwahl von Viktor Órban in Ungarn mehren sich die Spekulationen um eine mögliche Rückkehr Ungarns zum Eurovision Song Contest. Mehrere Medien berichten, dass durch den pro-westlichen Kurs von Peter Magyar auch der Anschluss an die Eurovision wieder in den Fokus rücken könnte. Vor seiner Wahl erklärte Magyar: "Ich weiß nicht, ob die Regierung dafür verantwortlich ist, aber wenn ja, dann werden wir uns darum kümmern." Aus seiner Sicht sei der Rückzug ab 2020 ein Fehler gewesen. Die letztliche Entscheidung über den Eurovision Song Contest hängt jedoch vom Sender MTVA ab.

USA
- Der Eurovision Song Contest 2026 wird in diesem Jahr erstmals via Youtube auch in den Vereinigten Staaten zu sehen sein. Dies vermeldet die Europäische Rundfunkunion, die mit Youtube entsprechende Vereinbarungen getroffen hat. In den letzten Jahren war der Contest lediglich über den Streaming-Service Peacock von NBC in den USA verfügbar. Der offizielle Livestream bei Youtube war durch Geoblocking in den USA nicht zu sehen. Zuvor hatten mehrere kleine Lokal- und Spartensender den Song Contest in den USA übertragen.

Freitag, 3. April 2026

Eurovision 2026: Startreihenfolge festgelegt


Österreich
- In etwas mehr als einem Monat findet der Eurovision Song Contest in Wien statt, mittlerweile steht auch die Startreihenfolge der Halbfinalisten fest. Den Auftakt in diesem Jahr erledigt Moldawiens Satoshi, beendet wird das erste Halbfinale von Lavina aus Serbien. Das zweite Halbfinale wird von Bulgarien eröffnet und von Jonas Lovv aus Norwegen beendet. Zudem treten auch die Finalisten zwischendrin als Gastacts auf.

Die Startreihenfolge im ersten Halbfinale am 12. Mai:
01. - Moldawien - Satoshi - Viva, Moldova!
02. - Schweden - Felicia - My system
03. - Kroatien - Lelek - Andromeda
04. - Griechenland - Akylas - Ferto
05. - Portugal - Bandidos do Cante - Rosa
06. - Georgien - Bzikebi - On replay
07. - Finnland - Linda Lampenius x Pete Parkkonen - Liekinheitin
08. - Montenegro - Tamara Živković - Nova zora
09. - Estland - Vanilla Ninja - Too epic to be true
10. - Israel - Noam Bettan - Michelle
11. - Belgien - Essyla - Dancing on the ice
12. - Litauen - Lion Ceccah - Sólo quiero más
13. - San Marino - Senhit feat. Boy George - Superstar
14. - Polen - Alicja Szemplińska - Pray
15. - Serbien - Lavina - Kraj mene

Die Startreihenfolge im zweiten Halbfinale am 14. Mai:
01. - Bulgarien - Dara - Bangaranga
02. - Aserbaidschan - Jiva - Just go
03. - Rumänien - Alexandra Căpitănescu - Choke me
04. - Luxemburg - Eva Marija - Mother Nature
05. - Tschechien - Daniel Žižka - Crossroads
06. - Armenien - Simón - Paloma rumba
07. - Schweiz - Veronica Fusaro - Alice
08. - Zypern - Antigoni - Jalla
09. - Lettland - Atvara - Ēnā
10. - Dänemark - Søren Torpegaard Lund - Før vi går hjem
11. - Australien - Delta Goodrem - Eclipse
12. - Ukraine - Leléka - Ridnym
13. - Albanien - Alis - Nân
14. - Malta - Aidan - Bella
15. - Norwegen - Jonas Lovv - Ya Ya Ya

Im ersten Halbfinale gibt es zudem die Beiträge aus Italien (nach Georgien) und Deutschland (nach Israel) zu hören, im zweiten Halbfinale treten Gastgeber Österreich (nach Tschechien), Frankreich (nach Zypern) und das Vereinigte Königreich (nach der Ukraine) außer Konkurrenz auf. In den Halbfinals kommt, analog zum Finale, wieder ein Mix aus Jury- und Zuschauervoting zum Einsatz, wie dies bereits zwischen 2010 und 2022 der Fall war, auch das Rest of the World-Voting bleibt erhalten.

Donnerstag, 2. April 2026

Asien: Eurovision Asia feiert Debüt am 14. November


Thailand
- Fast 20 Jahre lang gab es Planungen für einen Wettbewerb in Asien, der dem Konzept des Eurovision Song Contests gleicht. Nun hat die Produktionsfirma Voxovation gemeinsam mit der EBU erklärt, dass der erste Eurovision Song Contest Asia am 14. November 2026 in Bangkok stattfinden soll. Zehn Länder sollen an dem Format teilnehmen, das ähnlich wie der Eurovision Song Contest auf jeweils 50% Zuschauer- und Televoting basiert. Als Gastgeber wurde das thailändische Fernsehen Channel 3 berufen.

Die Teilnehmerländer des Eurovision Song Contest Asia 2026:
01. -Bangladesch (NTV)
02. -Bhutan (BBS)
03. -Kambodscha (TV5)
04. -Laos (VTE9)
05. -Malaysia (TV3)
06. -Nepal (Himalaya TV)
07. -Philippinen (ABS-CBN)
08. -Südkorea (ENA)
09. -Thailand (Channel 3)
10. -Vietnam (VTV)

Mit Stand 2. April handelt es sich hierbei um eine vorläufige Teilnehmerliste, die sich noch erweitern könne. Das australische Fernsehen SBS hat unterdessen bereits bestätigt, dass es nicht an der geplanten Erstausgabe teilnehmen werde. SBS erklärte jedoch, dass man "die Entwicklung mit Interesse verfolgen wird". Gemäß der Vorgabe sollen alle angebundenen Rundfunkanstalten die Show live übertragen, die EBU werde die Show zudem auf ihrem Youtube-Kanal übertragen.

Sonntag, 29. März 2026

Ungarn: Re Va Dame gewinnt "A Dal" 2026


Ungarn
- Wäre Ungarn noch aktives Teilnehmerland am Eurovision Song Contest, wäre dies der Beitrag für dieses Jahr geworden. Mit "Veled álmodtam" gewann Re Va Dame gestern Abend das Finale von A Dal, dem ursprünglichen Vorentscheid des ungarischen Fernsehens MTVA. Nachdem sich das Land jedoch 2020 vom Eurovision Song Contest verabschiedet hatte, wurde der Wettbewerb lediglich auf nationaler Ebene fortgeführt.

An A Dal nahmen in diesem Jahr 30 Interpreten teil, elf davon nahmen gestern Abend an der Finalshow in Budapest teil. Mit 22 Punkten im Juryvoting landete "Veled álmodtam" zwar nur auf dem dritten Platz, in Kombination mit der Telefonabstimmung konnte Re Va Dame jedoch an BariLaci mit "Talán" und Dorimoczi mit "Szuzi" vorbeiziehen, die bei den Juroren zuvor 28 Punkte erreichten. Ungarn nahm zuletzt 2019 mit Joci Pápai am Song Contest in Tel Aviv teil.

Re Me Dame - Veled álmodtam