Freitag, 3. Juli 2026

Bosnien-Herzegowina: Kein Comeback im Jahr 2027


Bosnien-Herzegowina
- Vor zehn Jahren hat Bosnien-Herzegowina zum bisher letzten Mal am Eurovision Song Contest teilgenommen und dies wird auch für ein weiteres Jahr die vorletzt letzte Teilnahme gewesen sein. Wie ESCtoday.com heute meldet, hat das bosnische Fernsehen BHRT bestätigt, keinen Vertreter zum Eurovision Song Contest schicken zu können. Weiterhin greifen die Sanktionen der EBU.

Nach wie vor hat BHRT Schulden in Höhe von über elf Millionen Euro bei der Europäischen Rundfunkunion und den Sender somit von den Diensten der EBU, einschließlich der Teilnahme am Song Contest ausgeschlossen. "Wir benötigen finanzielle Unterstützung im Kampf um den Erhalt unseres Sendesignals, da die Institutionen unseres Staates und die internationalen Vertreter nicht bereit sind, uns eine stabile, systematische Finanzierung zu ermöglichen.", so BHRT vor zwei Wochen. 

BHRT hat sich inzwischen in einer Kampagne an Zivilpersonen und Unternehmen gerichtet und eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Wie der österreichische Standard berichtet, zahlt der Sender RTRS, der Rundfunk der Republika Srpska seit 2017 keine Gebühren: "Bis Ende des Vorjahres häuften sich die ausgebliebenen Beitragszahlungen der Republika Srpska auf etwa 53 Millionen Euro. Der Sender der Föderation Bosnien und Herzegowinas zahlt hingegen seinen Anteil weiterhin."

Ungarn: Änderung des Mediengesetzes verabschiedet


Ungarn
- Mit 145 Ja- zu 39 Nein-Stimmen hat das ungarische Parlament einer Änderung des Mediengesetzes zugestimmt. Während die oppositionelle Fidesz den Vorschlag ablehnte, wurde die Änderung von der regierenden Tisza-Partei und Mi Hazánk unterstützt. Darin geht es, die öffentlich-rechtlichen Medien umzustrukturieren und ihre Nutzung für Propagandazwecke abzuschaffen. Dies sieht u.a. die Auflösung des Senders MTVA vor.

MTVA und Duna Média Service sollen durch zwei neue Organisationen ersetzt werden, Magyar Rádio és Televízío, das ungarische Fernsehen und Radio sowie Magyar Távirati Iroda (das ungarische Telegraphenamt). Die Führungsebene von MTVA und Duna sollen ausgewechselt werden, die neuen Vorsitzenden durch öffentliche Ausschreibungen statt direkte Ernennungen ausgewählt werden. Ministerpräsident Magyar machte es sich zu seinem Ziel, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wieder unabhängig zu gestalten.

Beiden Sendern wurde unter der Kontrolle der Regierung Órban vorgeworfen, zu sehr unter staatlicher Kontrolle zu stehen. Ob die neu aufgestellten Rundfunkanstalten die rechtliche Nachfolge von MTVA und Duna antreten bleibt abzuwarten. Falls nicht, müsste sich das ungarische Fernsehen erneut um die EBU-Mitgliedschaft bemühen um u.a. am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Die EBU hat in der Vergangenheit bereits Ausnahmen für Sender gemacht, die auf die Vollmitgliedschaft warteten, etwa den Sender KAN im Jahr 2018.

Niederlande: Entscheidung über Teilnahme Ende August


Niederlande
- AVROTROS, der für den Eurovision Song Contest in den Niederlanden zuständige öffentlich-rechtliche Rundfunk hat erklärt, dass man Ende Augst/Anfang September über die Teilnahme am Song Contest 2027 in Bulgarien informieren werde. "Unsere Entscheidung wird Ende August, Anfang September fallen. Wir werden sie dann auch bekanntgeben. Kanadas Teilnahme ändert daran nichts.", wird ein Sprecher von AVROTROS zitiert.

Der niederländische Rundfunk zog sich unmittelbar nach der EBU-Generalversammlung in Genf im Dezember 2025 vom Song Contest zurück und begründet dies, ähnlich wie Irland, Island, Slowenien und Spanien mit der anhaltenden Teilnahme Israels im Wettbewerb. Der Song Contest wurde daraufhin aus dem Programm von AVROTROS verbannt, von den Sendeanstalten NOS und NTR aber dennoch in den Niederlanden übertragen.

Die Niederlande nahmen entsprechend zuletzt 2024 am Song Contest in Malmö teil, damals wurde der Beitrag "Europapa" von Joost Klein jedoch nach dem Halbfinale von der EBU disqualifiziert. Vorangegangen war ein angeblicher Vorfall zwischen Klein und einer TV-Mitarbeiterin, nachdem die schwedischen Behörden Ermittlungen aufgenommen hatten, wurden diese später eingestellt, da keine kriminelle Handlung nachgewiesen werden konnte. Die EBU stand weiterhin zu ihrer Disqualifikation.

Mittwoch, 1. Juli 2026

Kanada: CBC wird Debüt beim Song Contest 2027 geben


Kanada
- Heute ist der Canada Day, der Nationalfeiertag, der an den British North America Act vom 1. Juli 1867 erinnert. 160 Jahre nach der Gründung Kanadas wird das Land am Eurovision Song Contest teilnehmen. Nach Erlangen der EBU-Vollmitgliedschaft durch CBC/Radio-Canada erklärte die EBU heute, dass Kanada sein Debüt beim Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien geben wird. 

Möglich wird dies durch die Änderungen der Mitgliedsstatuten, die es öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Übersee möglich macht, am Song Contest teilzunehmen, sofern jenes Land einen Beobachterstatus im Europarat besitzt. Dies gilt neben Kanada auch für die USA, Mexiko, Japan und den Heiligen Stuhl. Man freue sich in Kanada bereits auf die erstmalige Teilnahme beim 71. Eurovision Song Contest in Bulgarien.

"An diesem Canada Day, an dem wir mit Kanadiern im ganzen Land und auf der ganzen Welt den Reichtum und die Vielfalt der kanadischen Kultur feiern, freuen wir uns sehr, bestätigen zu können, dass wir das größte Live-Musik-Event der Welt nach Kanada bringen.", so Senderchefin Marie-Philippe Bouchard. Auch die EBU begrüße das Debüt, kam die drittgrößte Wählerschaft beim Rest of the World-Voting doch aus Kanada. Weitere Einzelheiten sollen in Kürze folgen.

Bekannt ist unterdessen bereits, dass der Eurovision Song Contest, sollte Kanada den Wettbewerb gewinnen, tatsächlich auch in Kanada ausgetragen wird. "Für den Fall, dass Kanada gewinnt, würde der Wettbewerb im darauffolgenden Jahr von CBC/Radio-Canada in Kanada ausgerichtet.", so Head of Communication des Eurovision Song Contests, Dave Goodman. Dies stehe damit im Kontrast zum assoziierten EBU-Mitglied SBS in Australien.

Dienstag, 30. Juni 2026

Nordmazedonien: Vlado Janevski mit 65 Jahren verstorben


Nordmazedonien
- Vorgestern verstarb der nordmazedonische Sänger Vlado Janevski (Владо Јаневски) im Alter von 65 Jahren nach kurzer Krankheit in Skopje. Der seit den späten 70er Jahren aktive Musiker und Songwriter vertrat die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien bei ihrem Debüt beim Eurovision Song Contest 1998 in Birmingham. Mit "Ne zori zoro" wurde er dort 19. unter 25 Teilnehmern.

Der Sänger wurde 1960 in Skopje geboren und war in den 70er und 80er Jahren Teil der bekannten jugoslawischen Gruppen Tost Sendvich und Bon-Ton, ehe er ab Ende der 90er Jahre Solopfade ging. Er nahm an diversen Musikfestivals auf dem Balkan teil, u.a. 1992 an der letzten Vorentscheidung Jugoslawiens, wo er mit gemeinsam mit der Gruppe Music Box und "Hiljadu snova" den elften Platz belegte.

1998 gewann er schließlich das Skopje Fest und damit die Berechtigung, Mazedonien beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Janevski trat als letzter Starter im Jahrgang auf, sein Beitrag, der übersetzt so viel wie "Die Sonne möge nicht aufgehen", komponiert von Grigor Koprov, ist damit der letzte in der Geschichte des Wettbewerbs, der mit vollständiger orchestraler Begleitung aufgeführt wurde. 

Vlado Janevski - Ne zori zoro