Dienstag, 26. März 2019

Road to Tel Aviv (03/41): Russland


Russland - Russia - la Russie - Росси́я

Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Moskau (Luftlinie nach Tel Aviv: 2.642km)
Einwohner: 144,5 Mio.
Fläche: 17.098.242km²
Sprachen: Russisch

Trivia To Go: Im Auftrag des russischen Zaren wurden zwischen 1885 und 1917 in der Werkstatt Peter Carl Fabergé in St. Petersburg die gleichnamigen prunkverzierten Eier hergestellt. Die „höchste“ Form der Goldschmiedekunst galt damals als Symbol für Reichtum und verleitete die Prominenz des 19. Jahrhunderts dazu, edelsteinbesetzte Eier in Auftrag zu geben.

Aus 64 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 1994 mit Youddiph
Teilnahmen insgesamt: 21
Im Ewigen Medaillenspiegel: Platz 16 (143)
Im letzten Jahr: 15. Platz im Semifinale mit Julia Samoylova
Qualifikationen im Semifinale: 9 von 10
Größer Punktelieferant:  Armenien (171)
Zuständiger Rundfunk: RTR

Die letzten drei Jahre: Die vergangenen drei Jahre stehen im Kontrast zu dem sonst so souveränen Russland beim Eurovision Song Contest. 2016 räumte Sergey im Televoting von Stockholm ab, musste sich am Ende aber Jamala aus der Ukraine geschlagen geben und beendete den Abend als Drittes. Im Jahr darauf wollte Russland den Song Contest in Kiew nutzen, um die Ukraine ins Wanken zu bringen. Die angeschlagene Julia Samoylova durfte nicht nach Kiew reisen, Krim-Krise und so..., 2018 schickte der Perwy Kanal dann nach Lissabon, wo sie als erste russische Vertreterin gnadenlos floppte und selbst mit Nachbarschaftshilfe nur den 15. von 18 Plätzen belegte.

Was uns in Tel Aviv erwartet:
Interpret: Sergey Lazarev
Titel: Scream
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Phillip Kirkorov, Dimitris Kontopoulos, Sharon Vaughn
Teilnahme im…: 2. Semifinale am 16. Mai

Über den Künstler: Sergey Lazarev (Сергей Лазарев) wurde am 1. April 1983 in Moskau geboren und landete erste Erfolge mit der Band Smash!, die sich im Jahr 2006 allerdings auflöste. Seither stieg er zu einem der erfolgreichsten Musiker Russlands auf, 2008 bewarb er sich mit "The flyer" beim russischen Vorentscheid für Belgrad, wurde aber nur Vierter. Im gleichen Jahr gewann er den MTV Music Award und arbeitete 2009 mit dem erfolgreichen Produzenten Timati zusammen. Inzwischen sind sechs Alben erschienen. 2016 vertrat er Russland schon einmal beim Song Contest in Stockholm und gewann mit "You are the only one" aus der Feder von Kirkorow und Kontopoulos das Televoting, wurde hinter der Ukraine und Australien schlussendlich aber nur Dritter. 

Eurofire’s Kommentar:
Bewertung: 6 von 10

Wie groß waren doch meine Erwartungen in Sergey Lazarev und sein Dreamteam. Drei Jahre nach seinem sensationellen "You are the only one" kehrt er mit ganz anderen Tönen zum Wettbewerb zurück. Leider fehlt mir bei seinem Lied ein richtiger Refrain, ein langgezogenes "Scream" rettet da nicht viel. Immerhin sind die Strophen schwer in Ordnung und aufgrund seines Bekanntheitsbonus rechne ich wieder mit einem Top-Ergebnis für Russland. Ein Siegerlied ist Kirkorow und Co dort aber nicht gelungen.

Georgi’s Kommentar:
Schwiegermutti Geeo's Experten Bewertung: 6 von 10

Ohje... Das ist der Fall wo das "Erbe" bzw. der Name des Künstlers größer ist als der Beitrag an sich. Sergey hat uns eine große Bühnenshow versprochen und ich glaube Russland wird seinem Namen alle Ehre machen, denn das Lied ist eher "meh". Passt also zum Jahrgang :)

Video:

Montag, 25. März 2019

Road to Tel Aviv (02/41): Spanien


Spanien - Spain - l'Espagne - España

Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Madrid (Luftlinie nach Tel Aviv: 3.544km)
Einwohner: 46,5 Mio.
Fläche: 505.970km²
Sprachen: Spanisch

Trivia To Go: Neben der Royal Air Maroc ist die regionale Fluggesellschaft Binter Canarias die einzige Airline, die den Flughafen Hassan I. von El Aaiun in der Westsahara anfliegt. Jeden Freitag verbindet die Fluggesellschaft die "Residentes", also Bewohnern der Kanaren Vergünstigungen anbietet, Gran Canaria mit der Hauptstadt der umstrittenen Region.

Aus 64 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 1960 mit Conchita Bautista
Teilnahmen insgesamt: 58
Im Ewigen Medaillenspiegel: Platz 11 (241)
Im letzten Jahr: 23. Platz mit Alfred y Amaia
Qualifikationen im Semifinale: Big Five
Größer Punktelieferant:  Portugal (209)
Zuständiger Rundfunk: TVE

Die letzten drei Jahre: Hinter Spanien liegen schwere Jahre. Seit 2015 krebst das Land im Punktekeller jenseits von Platz 20 herum. Barei legte nicht nur einen Fake-Sturz in Stockholm hin sondern landete auch nur auf Rang 22 mit "Say yay!". Vor dem Triple der roten Laterne rettete Deutschland 2016 Manel Navarro mit seinem "Do it for your lover", ehe es für das, durch die Operacíon Triunfo gecastete Pärchen Alfred y Amaia und seinen Schmachtfetzten "Tu canción" immerhin noch für den 23. Platz reichte. Das verliebte Paar ist mittlerweile übrigens nicht mehr zusammen.

Was uns in Tel Aviv erwartet:
Interpret: Miki
Titel: La venda
Gesungen auf: Spanisch
Text & Musik: Adrià Salas
Teilnahme im…: Finale am 18. Mai

Über den Künstler: Miguel Núñez Pozo, kurz Miki, wurde am 6. Januar 1996 im katalonischen Terrassa geboren und lernte bereits im frühen Kindesalter Gitarre- und Klavierspielen. Er war Sänger in der Coverband Dalton Bang, ehe er sich 2018 für die Wiederauflage der spanischen Castingshow "Operación Triunfo" anmeldete. Dort schaffte er es auf den sechsten Platz. Bei der anschließenden Eurovisionsgala der Show hatte er gleich drei Titel im Rennen, ein Duett mit seiner Mitstreiterin Natalia Lacunza sowie zwei Solotitel namens "El Equilibrio" und seinen späteren Siegertitel "La venda". Er wurde durch ein reines Televoting für den Eurovision Song Contest nominiert. Sein Lied, das übersetzt den Titel "Die Augenbinde" trägt, landete auf der #13 der spanischen Charts. Auch sein Duett "Nadie se salva" erreichte immerhin die #41. Ein Album hat Miki bisher nicht veröffentlicht. 

Eurofire’s Kommentar:
Bewertung: 3 von 10

Das spanische Lied hat bei zu hoher Dosierung den gleichen Nervcharakter wie "Ai se eu te pego" von Michel Telo oder "Balada boa" von Gusttavo Lima. Auch wenn er versucht mit latinesker Leichtigkeit durch seine drei Minuten zu dirigieren, schafft es Miki bei mir nicht, Sommergefühle auszulösen. Eher löst er bei mir Bedauern darüber aus, dass Spanien sich nicht für "Muérdeme" von Maria entschieden hat, obwohl sie wollte ja auch partout nicht zum Song Contest. Spanien wird es mit dieser billigen Nummer auch 2019 schwer haben, sich oberhalb der 20er-Marke zu platzieren.

Georgi’s Kommentar:
Schwiegermutti Geeo's Experten Bewertung: 6 von 10

Finde es interessant, dass die drei unsympathischsten Kandidaten im Superfinale standen, aber das ist mittlerweile auch schon Schnee von gestern und wir schauen jetzt geradeaus in beide Richtungen genau wie Miki. Zu Miki fällt mir folgender geklauter Witz unserer Schwester, Mutter und Göttin Trixie Mattel ein: Miki reminds me of TLC and just like the famous 90's rap group his left eye is also dead. Back to the Song! "La Venda" hört sich für mich nach einem spaßigen Lied an nachdem man seinen 5. Eimer Sangria geballert hat. Find ich im Großen und Ganzen so mittel-gut.

Video:

Sonntag, 24. März 2019

Road to Tel Aviv (01/41): Portugal


Portugal - Portugal - Portugal - Portugal

Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Lissabon (Luftlinie nach Tel Aviv: 4.010km)
Einwohner: 10,3 Mio.
Fläche: 92.090km²
Sprachen: Portugiesisch

Trivia To Go: 120km nördlich von Lissabon am Atlantik liegt die Kleinstadt Nazaré, die zu den bekanntesten Surfdestinationen in Europa gehört. Durch eine Meeresschlucht mit einer Tiefe von bis zu 5.000m entstehen gewaltige Meeresströmungen, die so gelenkt werden, dass hier Monsterwellen von bis zu 23m Höhe auf das Festland prallen.

Aus 64 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 1964 mit António Calvário
Teilnahmen insgesamt: 50
Im Ewigen Medaillenspiegel: Platz 27 (1, 0, 0)
Im letzten Jahr: 26. Platz mit Cláudia Pascoal
Qualifikationen im Semifinale: 4 von 12
Größer Punktelieferant:  Frankreich (250)
Zuständiger Rundfunk: RTP

Die letzten drei Jahre: Portugal war bis auf eine einzige Ausnahme nie auch nur in der Nähe eines Sieges beim Eurovision Song Contest, 2016 sorgten knappe Kassen sogar für ein Fernbleiben beim Song Contest in Stockholm. Dafür schickten sie 2017 mit Salvador Sobral den Mann, der seine Mitbewerber zu Statisten degradierte. "Amar pelos dois" konnte souverän den Wettbewerb in Kiew gewinnen, wodurch Portugal erstmals in 50 Jahren die Verantwortung für den Song Contest übertragen bekam. Cláudia Pascoal erreichte als Gastgeberin in Lissabon mit "O jardim" aus der Feder von Isaura aber nur den letzten Platz.

Was uns in Tel Aviv erwartet:
Interpret: Conan Osíris
Titel: Telemóveis
Gesungen auf: Portugiesisch
Text & Musik: Conan Osíris
Teilnahme im…: 1. Semifinale am 14. Mai

Über den Künstler: Conan Osíris heißt eigentlich Tiago Miranda und wurde am 5. Januar 1989 in Lissabon geboren. Seinen Künstlernamen, den er in Anlehnung an den altägyptischen Gott der Wiedergeburt erhielt, bekam er von seinem Förderer und Stylisten Rúben de Sá Osório, den er während seiner Tätigkeit als Graphikdesigner kennenlernte. 2011 veröffentlichte er mit "Cathedral" seine erste LP, 2016 und 2017 veröffentlichte er zwei Alben, die sich zwar nicht in den portugiesischen Charts platzieren konnten, ihm dafür aber einige TV-Auftritte bescherten. Zwischenzeitlich verdiente Conan seine Brötchen aber auch als Verkäufer in einem Lissaboner Erotikhandel. Seinen Eurovisionsbeitrag "Telemóveis" ("Mobiltelefone") schrieb er selbst und gewann das Festival da Canção mit der maximalen Punktezahl aus Jury- und Televoting. 

Eurofire’s Kommentar:
 Bewertung: 4 von 10

Nachdem Conan das Festival da Canção gewonnen hatte dachte ich, die Portugiesen hätten jeden Sinn und Verstand verloren, so eine schiefe Nummer für die Eurovision auszuwählen. Mittlerweile habe ich mich an die schräge Darbietung gewöhnt, der ein oder andere Zuschauer wird die Eurhythmie seines Tänzers sicherlich amüsiert zur Kenntnis nehmen. Dass Portugal damit auch nur einen Hauch von Chance haben wird, wage ich zu bezweifeln. Angesichts der 40 noch ausstehenden Beiträge, verdient der Gastgeber des Vorjahres aber immerhin vier Punkte.

Georgi’s Kommentar:
Schwiegermutti Geeo's Experten Bewertung: 7 von 10

Aknenarben werden der nächste Sommertrend, guys! Mark my words. Ein Hoch auf vergoldete Pusteln und Zysten! Haltet mich für wahnsinnig, aber das Lied hat eine wunderschöne Melodie und Instrumentalisierung. Die Sex Shop Experience scheint Conan wohl mental ein bisschen mitgenommen zu haben, aber mir gefällt das was ich höre und sehe (außer die schlimmen Sneakers).

Video:

Samstag, 23. März 2019

Irland: "22" war für männlichen Interpreten gedacht



Irland - Der irische Song Contest-Beitrag "22" wurde nicht für eine weibliche Sängerin konzipiert, erklärte Irlands Delegationsleiter Michael Kealy. Im Interview mit dem Radiosender Liffey Sound FM sagte Kealy, dass die Demoversion, die bei RTÉ eingereicht wurde ursprünglich männliche Vocals hatte und auch das Auswahl-Panel zunächst der Meinung war, dass der Titel eher für einen Mann geeignet wäre.

Nachdem man im Sender allerdings die Version von Sarah McTrenan gehört habe, hatte man seine Meinung jedoch noch einmal geändert. Kealy betonte, dass er recht zuversichtlich ist, dass es Irland auch in diesem Jahr wieder ins Finale schafft. "Wir hatten im letzten Jahr ein sehr starkes Halbfinale und alle haben gesagt, dass wir uns nicht qualifizieren werden, dass es wir es schwer haben werden und zu qualifizieren, und wir haben uns ganz locker qualifiziert."

Ryan O'Shaughnessy wurde im Halbfinale von Lissabon mit "Together" Sechster, 85 Punkte vom elften Platz entfernt, dabei ließ er Bulgarien, Albanien, Litauen und Finnland hinter sich. Für Tel Aviv möchte Kealy zwar noch keine Prognose wagen, gibt allerdings zu bedenken, dass in diesem Jahr viele Lieder ähnlich gestrickt seien oder von männlichen Interpreten gesungen werden und "22" von Sarah McTrenan sich von der Masse abhebt. Empirische Beweise liegen am 16. Mai vor, nachdem das zweite Halbfinale über die Bühne gegangen ist.

Sarah McTrenan - 22

Freitag, 22. März 2019

Eurovision 2019: Neue Präsentationsweise beim Voting?



Israel - Jan Bors, der tschechische Delegationsleiter hat offenbar verlauten lassen, dass die Art und Weise, wie die Punkte beim Eurovision Song Contest vergeben werden, erneut abgeändert wird. Sinngemäß sagte er, dass die Präsentationsweise noch dramatischer sei, als sie es ohnehin schon ist. Details gab es bisher aber weder vom israelischen Fernsehen noch von der EBU.

Seit 2016 schaut es so aus, dass zunächst alle 41 Jurywertungen einzeln präsentiert werden. Die Punkte eins bis zehn erscheinen automatisch auf dem Scoreboard, nur die zwölf Punkte der Juroren werden durch die Spokesperson noch selbst verlesen. Hierbei spart die Europäische Rundfunkunion kostbare Sendezeit, damit die Show nicht 4,5 Stunden dauert. Die Zuschauerpunkte werden bislang aus allen Nationen zusammenaddiert und dann der Wertigkeit steigend auf das Tableu geworfen. 

Für die Top Ten im Televoting lassen sich die Moderatoren der Show etwas mehr Zeit um den Spannungsbogen zu erhöhen. Ob und wie genau dieses Prozedere geändert wird, bleibt abzuwarten, bis eine offizielle Bestätigung vorliegt. Die Änderung von Bestandteilen der Show setzt die Abstimmung der Reference Group voraus. Wird Schweden im Televoting automatisch 100 Punkte Vorsprung bekommen? Wird das UK, gespalten wie es ist, in vier Votings zerteilt? Cliffhanger, es bleibt spannend...

Donnerstag, 21. März 2019

Eurovision 2019: Preparations in full swing



Europa - Das begrenzte Veröffentlichen von Neuigkeiten in diesen Tagen ist höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Delegationen aus 41 Ländern inzwischen mit ihren Vorbereitungen auf den Eurovision Song Contest in Tel Aviv begonnen haben. Aus mehreren Nationen ist zu hören, dass die Proben für das Staging im Mai gestartet sind. So meldet z.B. das georgische Team, dass der Clip für die Postkarte im Kasten ist und man in Tiflis nun am Auftritt feilt.

Auch Tamta hat ihren ersten Probentag mit Sacha Jean-Baptiste abgeschlossen. Bei Instagram ist zu sehen, wie die beiden vor der bekannten Spiegelwand die Performance für Tel Aviv planen. Andere Nationen haben darüber hinaus ihre Backgroundsänger und -tänzer benannt. Tamara Todevska aus Nordmazedonien wird von vier Backings begleitet, etwa Antonia Gigovska, die schon 2018 bei Eye Cue auf der Bühne in Lissabon stand.

Gastgeber Israel nutzt die Sechs-Personen-Regel voll aus. Neben Kobi Merimi steht u.a. Maayan Bukris mit auf der Bühne, die im letzten Jahr für Netta Barzilai bei "Toy" mitgewirkt hat. Ergänzt wird das israelische Team durch den 23jährigen Yossi Mark, die aus Usbekistan stammende Lera Axelrod, Ofree Israeli und Lrion Nathan Levo. Zudem hat die serbische Delegation die finale Version von "Kruna" veröffentlicht, das Audio von Nevena Božović kann man sich hier anhören.

PS: ...und auch wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, alle 41 Previews sind im Kasten, ab Sonntag stellen wir die einzelnen Beiträge kreuz und quer durch Europa im Rahmen der "Road to Tel Aviv" vor.

Dienstag, 19. März 2019

Norwegen: NRK plant Ausbau seines Vorentscheids



Norwegen - In den letzten Jahren hatte das norwegische Fernsehen NRK seinen Melodi Grand Prix auf eine einzige Show zusammengestrichen, bei der zehn Kandidaten um das Startticket beim Song Contest buhlen. Nunmehr plant der Sender NRK im großen Stil und kündigt für das kommende Jahr einen massiv ausgedehnten Vorentscheid mit fünf regionalen Vorrunden und einer Finalshow an.

Jede dieser fünf Vorrunden soll in Oslo stattfinden, eine Tour wie beim Melodifestivalen quer durch das Land oder in früheren Melodi Grand Prix-Jahrgängen, wird es nach Senderangaben nicht geben. Dennoch soll bei den einzelnen Shows der Fokus auf die einzelnen Regionen Norwegens und deren Interpreten gelegt werden. Die Aufteilung soll in die Divisionen Nord-, Ost-, Süd-, West- und Zentralnorwegen vorgenommen werden.

Produktionsleiter Stig Karlsen erklärte: "Wir schauen voller Vorfreude auf die Vermittlung großartiger Musik aus dem ganzen Land." Wie genau das regionale Konzept des Vorentscheids aussehen soll, ist noch nicht bekannt. Derzeit läuft bereits die Bewerbungsphase für den Vorentscheid 2020. Noch bis 17. Mai können sich interessierte Künstler und Komponisten bei NRK bewerben. In diesem Jahr wird Norwegen zunächst von Keiino mit "Spirit in the sky" vertreten.

Montag, 18. März 2019

Andorra: RTVA offen für Kooperation mit TV3



Andorra - Ob es sich wieder nur um ein Windei handelt oder in naher Zukunft zu einer Rückkehr Andorras zum Eurovision Song Contest führt bleibt abzuwarten, dennoch dürften die heutige Meldung aus der Tageszeitung "El Nacional" Hoffnungen von Eurovisionsfans wecken, die sich seit zehn Jahren die Rückkehr des Fürstentums Andorra wünschen.

Xavi Mujal, Generaldirektor von Ràdio i Televisió d’Andorra erklärte, man könne eine Zusammenarbeit mit dem katalanischen Fernsehen TV3 in Betracht ziehen, um sein Land zum Eurovision Song Contest zurückzubringen. Das katalanische Fernsehen half im Jahr 2004 mit, einen Auswahlprozess für das Debüt Andorras in Istanbul, zu initiieren. Damals waren auch die Zuschauer Kataloniens aufgerufen, über die potentiellen Beiträge abzustimmen.

Zwischen 2004 und 2009 nahm Andorra erfolglos am Eurovision Song Contest teil und ist bis zum heutigen Tage das einzige Land, das es nie über das Halbfinale hinaus geschafft hat. Nachdem die Teilnahmen keinen Erfolg zeigten und sich die finanzielle Situation von RTVA nicht besserte, zog Andorra nach dem Wettbewerb in Moskau seine Teilnahme zurück und fehlt seither in der alljährlichen Teilnehmerliste, mit dem Verweis, man könne die Aufgabe einer Teilnahme allein nicht stemmen.

News-Splitter (736)



Weißrussland - Der Chef des weißrussischen Fernsehens BTRC hat im Interview angegeben, dass die Entscheidung, in diesem Jahr auf ein Televoting beim nationalen Vorentscheid zu verzichten, von den Interpreten und Produzenten des Wettbewerbs und nicht vom Sender selbst ausgegangen sei. Um den Wunsch der Teilnehmer zu respektieren habe man lediglich eine Jury eingesetzt und kein öffentliches Televoting geschaltet. Als Siegerin ging die 16jährige Sängerin Zena mit "Like it" aus dem Eurofest 2019 hervor.

Schweiz - Luca Hänni ist mit seinem Song Contest-Beitrag "She got me" auf die #11 der Schweizer Hitparade eingestiegen. Damit ist er der beste Eurovisionsteilnehmer der Schweiz seit DJ Bobo 2007, der sich vor dem Wettbewerb in den Charts platzieren konnte. Der letzte Schweizer Beitrag der sich höher platzieren konnte war Sebalter mit "Hunter of stars" im Jahr 2014, damals belegte er die #6 allerdings erst in der Song Contest-Woche. Für Luca ist es der größte Single-Erfolg in der Schweiz seit seinem Debütsong "Don't think about me".

Südafrika - Wie neulich bereits erwähnt, findet in diesen Tagen die erste Wertungsrunde beim Afrimusic Song Contest statt. Bewerber aus 13 Nationen hoffen auf einen der 20 Startplätze und wie nun bekannt wurde, stecken hinter dem Titel "I will never fight again" von Linda Kilian europäische Komponisten, die bereits bei diversen nationalen Vorentscheiden für die Eurovision tätig waren. Der Titel wurde von den schwedischen Komponistinnen Ylva & Linda Persson geschrieben und kann hier angehört werden. Nach wie vor läuft die Abstimmung für den Wettbewerb, zum Votingfenster geht es hier.

Sonntag, 17. März 2019

News-Splitter (735)



Heute zeigt sich die
Welt in Grün
Irland - Es ist das erste Wochenende nach dem Abschluss der Vorentscheidungssaison 2019 und gleichzeitig ist auch noch St. Patrick's Day. Überall auf der Welt wird heute mit Paraden oder dem Einfärben von Sehenswürdigkeiten an den Heiligen Patrick gedacht. Die irische Song Contest-Teilnehmerin Sarah McTrenan ist unterdessen mit dem Shot ihrer Postkarte in Israel beschäftigt. Einzelheiten zu den Clips der einzelnen Interpreten liegen nicht vor, Sarah scheint aber im Eliot-Kibbuz im Süden des Landes gedreht zu haben. Während ihres Aufenthalts in Israel traf sie auch den georgischen Vertreter Oto Nemsadse, mit dem sie sich ausführlich über den diesjährigen Wettbewerb unterhielt.

Russland - Sergey Lazarev wird auf der Song Contest-Bühne im Mai von vier schwedischen Backings begleitet. Adam Svensson, Jennie Jahns, Erik Segerstedt und Simon Lingmerth werden während des russischen Beitrags mit dabei sein. Adam und Jennie waren schon 2016, als Sergey das erste Mal beim Eurovision Song Contest auftrat Teil der russischen Delegation. Die Bühnenshow zu "Scream" wird in diesem Jahr von Fokas Evagelinos entworfen, der gleichzeitig auch vom spanischen Fernsehen RTVE verpflichtet wurde, die Show zu "La venda" von Miki aufzupeppen. Russland ist im zweiten Semifinale von Tel Aviv dabei.

Sacha Jean-Baptiste
und Luca Hänni
Schweiz - Das Schweizer Fernsehen überlässt in diesem Jahr scheinbar nichts dem Zufall. Nachdem man mit "She got me" von Luca Hänni einen Song ausgewählt hat, der in den Wettquoten ganz weit oben mitspielt, bestätigte SRF inzwischen auch, dass man Sacha Jean-Baptiste als Creative Director für den Beitrag gewinnen konnte. Die schwedische Choreographin hat in den letzten Jahren mit mehreren Delegationen zusammengearbeitet, u.a. mit Australien, Bulgarien und Zypern im vergangenen Jahr. Neben Luca Hänni vertraut auch das zypriotische Team in diesem Jahr auf ihren Rat. Erste gemeinsame Proben fanden bereits gestern statt.

Freitag, 15. März 2019

News-Splitter (734)



San Marino - Serhat erhält für seine Show in Tel Aviv einen professionellen Creative Director an die Seite gestellt. Wie der sanmarinesische Sender SMRTV bestätigte, wird Nick Marianos, der schon am Musikvideo zu "Say na na na" mitgewirkt hat, sich auch den Herausforderungen der Performance in Tel Aviv stellen. Nick war 2009 einer der Backgroundtänzer von Sakis Rouvas, als dieser mit "This is the night" für Griechenland in Moskau antrat und 2012 mit Eleftheria Eleftheriou zusammengearbeitet hat, als diese mit "Aphrodisiac" in Baku an den Start ging. Serhat tritt im ersten Semifinale am 12. Mai an.

Ukraine - Die Europäische Rundfunkunion wird nach dem Eurovision Song Contest über mögliche Sanktionen gegen das ukrainische Fernsehen entscheiden. "Die EBU und KAN sind darauf fokussiert, den Eurovision Song Contest zu einem wirklich spektakulären Event zu machen. Weiter Entscheidungen über den Rückzug von UA:PBC werden wir nach dem Wettbewerb treffen.", heißt es in einer Stellungnahme. Die Beurteilung des Falls wird in Abstimmung mit der Reference Group der Eurovision erfolgen. Die Ukraine zog sich nach den gescheiterten Verhandlungen mit Maruv und anderen Vorentscheidungsteilnehmern Ende Februar zurück.

Russland - In einem seiner ersten Interviews nach der Veröffentlichung von "Scream" mit dem russischen Portal super.ru sagte Sergey Lazarev, dass man von seiner Bühnenshow in Tel Aviv Großes erwarten darf. "Wir hatten bewusst vor, einen "unformatierten" Song zu produzieren, der sich von anderen Eurovisionsliedern abhebt." Als Vergleich zog er Parallelen zu überragenden Soundtracks von Blockbuster-Filmen, erklärte aber, dass seine Performance noch "epischer" sein wird, als man dies von etwaigen Filmen behaupten könne. Wir dürfen von Russland also viel erwarten. Sergey tritt für Russland im zweiten Halbfinale am 16. Mai an.

Ukraine: Al Bano auf Schwarze Liste gesetzt



Ukraine/Italien - Nachdem die Ukraine sich unrühmlich aus dem diesjährigen Wettstreit in Tel Aviv verabschiedet hat, dreht sich das Anti-Russland-Glücksrad im Land weiter. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, hat das Kulturministerium der Ukraine den italienischen Eurovisionsteilnehmer Al Bano auf die Schwarze Liste gesetzt. Er zählt nunmehr zu den unerwünschten Personen im Land mit der Begründung, seine Nähe zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin stelle eine Gefahr für die nationale Sicherheit dar.

In der Ukraine unerwünscht:
Toto Cutuno und Al Bano
(im Bild mit Fausto Leali)
Auslöser des Einreisebanns scheinen Äußerungen gegenüber der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" zu sein, in der Albano Carrisi sagte: "Er ist ein großartiger Mann. Er hat ein religiöses Lebensgefühl. Er regiert mit eiserner Faust und das ist nichts falsches für mich." Al Bano war darüber hinaus bei den Feierlichkeiten zum 100jährigen Jubiläum des russischen Geheimdienstes KGB aufgetreten. Er selbst versteht die Aufregung nicht: "Ich habe nie ein Wort gegen die Ukraine gesagt. Es ist inakzeptabel, dass ich, der seit jeher für den Frieden singe, jetzt wie ein Terrorist behandelt werde."

Neben dem Einreiseverbot zieht der Eintrag auf der Schwarzen Liste weitere Kreise, so dürfen Musikvideos und Filme mit Al Bano in der Ukraine nicht mehr gezeigt werden. Insbesondere in den 80er Jahren hatten er und seine Partnerin Romina Power in der ehemaligen Sowjetunion viele Auftritte, in Russland ist er noch heute sehr beliebt. Aus dem gleichen Grund plant eine Gruppe ukrainischer Parlamentarier zudem Toto Cutugno auf diese Liste setzen zu lassen. Cutugno, Song Contest-Sieger von 1990, hätte angeblich die Annexion der Krim durch Russland unterstützt, heißt es aus der Ukraine.

Schweden: Zahlen und Fakten zum Melodifestivalen 2019



Schweden - Für die Statistiknerds unter uns hat der schwedische Sender SVT die detaillierten Abstimmungszahlen vom Melodifestivalen 2019 veröffentlicht. In diesem Jahr wurde das Voting per App eingeführt, die Zuschauer wurden dabei in acht verschiedene Altersgruppen eingeteilt. Hinzu kam das klassische Televoting, bei dem man die Radiohjälpen unterstützen konnte. Das SMS-Voting wurde in diesem Jahr aufgrund der geringen Nutzung in den letzten Jahren eingestampft. Die genauen Statistiken kann man sich hier anschauen.

Große Überraschungen in den Vorrunden gibt es keine zu vermelden. In der ersten Show konnte sich Wiktoria deutlich vor Mohombi durchsetzen (90 zu 68 Punkten). Für Witkoria wurden 1,43 Millionen Stimmen abgegeben. In der zweiten Show gewannen Hanna Ferm & Liamoo mit 94 Punkten vor Malou Prytz, die es auf 76 Zähler brachte. In den beiden anderen Vorrunden setzten sich Jon Henrik Fjällgren und John Lundvik von der Konkurrenz ab, wenngleich John nur zwei Punkte Vorsprung vor Bishara hatte. 

In der Andra Chansen fielen die Ergebnisse sehr deutlich aus, so konnte Anna Bergendahl mit 8:0 gegen Andreas Johnson ins Finale einziehen, Nano setzte sich mit 7:1 gegen Vlad Reiser durch, Lisa Ajax ebenfalls mit 7:1 gegen Martin Stenmarck und Arvingarna immerhin mit 6:2 gegenüber Rebecka Karlsson. Mehrere Rekorde wurden beim Melodifestivalen gebrochen, u.a. wurden fast 7,9 Millionen SEK für die Radiohjälpen gespendet, was umgerechnet knapp 750.000 Euro entspricht. Zudem erhielt John Lundvik im Finale die höchsten Anruferzahlen seit Frans im Jahr 2016.