Samstag, 27. Juni 2026

Dänemark: DR öffnet Bewerbungsfenster für 2027


Dänemark
- Das dänische Fernsehen DR hat die Bewerbungsphase für den Melodi Grand Prix 2027 eingeläutet. Bis einschließlich 25. Oktober können sich interessierte Komponisten und Interpreten für den dänischen Vorentscheid bewerben. Insgesamt sollen nach Senderangaben erneut acht Acts am Vorentscheid am 13. Februar in der Sydbank Arena in Kolding teilnehmen.

Der Bewerbung muss ein Audio-File sowie ein Video beigefügt sein, das den Interpreten beim Darbieten des Liedes zeigt. Komponisten, Liedtexter oder Sänger müssen entweder dänische Staatsbürger sein oder eine enge Verbindung zu Dänemark haben. Der Vorentscheid steht auch Personen mit Wohnsitz auf den Färöer-Inseln und Grönland offen. Die Lieder müssen die grundsätzlichen EBU-Regularien einhalten und nicht vorab veröffentlicht worden sein.

Für die Interpreten gilt eine Altersbeschränkung von mindestens 18 Jahren mit Stichtag Ende Mai. Dänemark sucht den Nachfolger von Søren Torpegaard Lund, der mit "Før Vi Går Hjem" den siebten Platz im Finale von Wien belegt hat. Dänemark hat den Song Contest seit seinem Debüt im Jahr 1957 bislang dreimal gewinnen können, zuletzt im Jahr 2013 mit Emmelie de Forest und "Only Teardrops". 

Freitag, 26. Juni 2026

Kanada: CBC plant spätere Berichte zum Song Contest


Kanada
- Nachdem das kanadische Fernsehen CBC durch eine Anpassung der Mitgliedsstatuten nunmehr ein Vollmitglied der Europäischen Rundfunkunion ist, hat sich CBC, das seit 1950 assoziiertes Mitglied der EBU war, erstmals selbst in einem Beitrag zu Wort gemeldet. Leon Mar, Sprecher von CBC/Radio Canada erklärte: "Wir werden später noch ausführlicher über den Eurovision Song Contest berichten." Ein Debüt des Landes gilt nach den neuesten Entwicklungen als wahrscheinlich.

Bereits im Vorfeld des Song Contests von Wien in diesem Jahr gab es erste Anzeichen, im Haushaltsplan des Senders seien für 2025 Gelder vorgesehen, um "eine Teilnahme Kanadas am Eurovision Song Contest zu prüfen", CBC berichtet damals, dass der Premierminister Mark Carney selbst an der Initiative beteiligt gewesen sei. Song Contest-Direktor Martin Green erklärte im Mai, dass er eine kanadische Teilnahme begrüßen würde. 

"Dieses neue Kapitel in unserer Beziehung zur EBU und ihren Mitgliedern wird unsere Zusammenarbeit in einer Zeit vertiefen, in der die kollektive Wirkung der öffentlich-rechtlichen Medien von entscheidender Bedeutung ist.", so CBC-Direktorin Marie-Philippe Bouchard. Auch EBU-Generaldirektor Noel Curran erklärte, Kanada könne einen wichtigen Beitrag zur Europäischen Rundfunkunion leisten. Anders als Australien ist Kanada als Vollmitglied ohne Einladung zur Teilnahme am Song Contest berechtigt.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Irland: Gewerkschaft begrüßt RTÉ-Boykott der Eurovision


Irland
- SIPTU, die größte Gewerkschaft in Irland, hat den Boykott des Eurovision Song Contests von RTÉ begrüßt und wendet sich gleichzeitig an den Sender auch auf die geplante Übertragung der UEFA Nations League-Spiele der irischen Nationalmannschaft gegen Israel zu verzichten. RTÉ erklärte in einer Pressemeldung, dass die Ausgangssituation hier jedoch in einem anderen Rahmen stattfinde, als die freie Entscheidung des Senders, keinen Interpreten zur Eurovision zu schicken oder diese zu übertragen.

"Wir nehmen die Entscheidung von RTÉ und anderen europäischen öffentlich-rechtlichen Sendern zur Kenntnis und loben sie, die Übertragung des Eurovision Song Contest Anfang des Jahres abgelehnt zu haben. Wir fordern RTÉ auf, auch diesmal denselben moralischen Mut zu beweisen und die Übertragung der für September und Oktober geplanten Wettbewerbe zu verweigern", so SIPTU in einer Mitteilung. RTÉ erklärte, dass Übertragung der Fußballspiele hingegen vertraglich geregelt sei und ein Bruch zukünftige Vereinbarungen über Sportübertragungsrechte beeinträchtigen könne.

Den Entschluss sich dem Boykott der Eurovision 2026 anzuschließen habe RTÉ hingegen frei entscheiden können. Der Sender äußerte sich unmittelbar nach dem Finale von Wien, dass man die Situation in einigen Monaten neu bewerten werde. Sollte Israel die Teilnahme von Seiten der EBU weiterhin gestattet bleiben, gilt eine Rückkehr Irlands 2027 als unwahrscheinlich. Irland gilt innerhalb der Europäischen Union als eines der Länder, die sich historisch bedingt am stärksten mit den Palästinensern solidarisieren. 2024 erkannte Irland Palästina als unabhängigen Staat an und schloss sich der südafrikanischen Völkermord-Klage gegen Israel vor dem IGH an.

Kanada: CBC wird Mitglied in Europäischer Rundfunkunion


Kanada
- In der tschechischen Hauptstadt Prag findet derzeit die 96. Generalversammlung der Europäischen Rundfunkunion statt und dabei wurde sogleich beschlossen und bestätigt, dass der kanadische Rundfunk CBC/Radio Canada das neueste Vollmitglied der Europäischen Rundfunkunion wird. Der Sender ist bereits formell auf der Website der EBU als Mitglied gelistet. Bisher war CBC lediglich assoziiertes Mitglied, ähnlich wie etwas SBS in Australien.

CBC nimmt nun als vollwertiges Mitglied am Nachrichtenaustausch der Europäischen Rundfunkunion teil und genießt umfängliche Rechte, die u.a. auch eine Teilnahme am Eurovision Song Contest ermöglichen, ohne formelle Einladung, wie etwa im Fall des australischen Senders. Daneben wurde die Corporacio Catalana de Mitjans Audiovisuelles, kurz 3CAT, als "Ancillary Member" in die EBU aufgenommen. Die sogenannte Nebenmitgliedschaft wurde neu geschaffen und steht laut EBU-Richtlinien Rundfunkanstalten großer autonomer Sprachgemeinschaften offen.

Bezüglich des kosovarischen Rundfunks RTK gibt es bislang keinerlei neue Informationen, wenngleich Zana Spahiu, Generaldirektorin des Senders Ende Mai erklärte, dass man im engen Kontakt mit der EBU stehe. Die Generalversammlung der EBU findet heute und morgen in Prag statt, aller Voraussicht nach wird hier auch die Nachlese zum Eurovision Song Contest in Wien betrieben, dem fünf Vollmitglieder aufgrund der israelischen Teilnahme fernblieben.

Sonntag, 21. Juni 2026

Norwegen: Kirsti Sparboe mit 79 Jahren verstorben


Norwegen
- Die dreifache norwegische Song Contest-Teilnehmerin Kirsti Sparboe ist im Alter von 79 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben. Die Nachricht wurde von ihrer Enkelin bestätigt: "Oma ist gestern Abend im Krankenhaus friedlich eingeschlafen. Mama und ich saßen bis zum Schluss bei ihr. Ich glaube, Oma hat es sehr geschätzt, dass wir da waren. (...) Besonders traurig ist, dass ich vor sieben Wochen einen Sohn bekommen habe. Sie hat ihn nie kennengelernt."

Kirsti Sparboe wurde am 7. Dezember 1946 in Tromsø geboren und erhielt im Alter von 17 Jahren ihren ersten Plattenvertrag. 1964 hatte sie mit ihrem Lied "Ballerina" erste Erfolge in Norwegen und Schweden, 1965 nahm sie, wie auch 1967 und 1969 am Eurovision Song Contest teil, mit "Karusell" belegte sie 1965 den 13. Platz in Neapel, zwei Jahre später wurde sie mit "Dukkemann" 14. und 1969 mit "Oj, oj, oj, så glad jeg skal bli" 16. und damit Letzte im Finale von Madrid.

1970 versuchte sie ihr Glück mit "Pierre, der Clochard" beim deutschen Vorentscheid, schied jedoch in der ersten Wertungsrunde aus. Ihren größten musikalischen Erfolg verzeichnete sie 1969, als sie mit "Ein Student aus Uppsala" vierzehn Wochen in den deutschen Charts vertreten war, zeitgleich trat sie in diversen Theater- und Filmproduktionen auf. Sie gewann mehrfach den norwegischen Spellemanprisen und erhielt 1998 den Ehrenpreis der Stadt Tromsø.

Ihr bekanntester Erfolg in Deutschland: "Ein Student aus Uppsala"