Donnerstag, 13. Mai 2021

Tag 6: Zehn Jahre in drei Minuten


Island
- Mit einer seichten lila-eingefärbten LED-Wand beginnt der isländische Beitrag. Man erkennt 
Daði und seine Begleitkombo nur als schwarze Silhouetten. Dann lichtet sich die Bühne und wir sehen die Formation wieder in ihrem gewohnten Dress, türkisfarbener Pulli und schwarze Hose. Daði sticht mit seinen zwei Metern natürlich als ungelenker Körperklaus deutlich hervor. Mit der gewohnten Portion Ironie präsentieren sie einen wenig überraschenden Probendurchlauf. Bei "10 years" kennen wir mittlerweile ja schon alle Einzelheiten, hat sich der Song schließlich seit der Präsentation auf Island weder musikalisch noch visuell großartig verändert. Und in Rotterdam wird dies seine Anhänger finden, da bin ich mir sicher. 

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob Island damit sooo wahnsinnig viel Erfolg haben wird, wie man hinlänglich annimmt. Natürlich lebt die Darbietung von der gespielten Unprofessionalität und den Grimassen der Backings, als hätte man grad ein Glas Lebertran getrunken, das wirkt komisch, aber nicht schlimm-komisch. Man gibt sich mit viel Selbstironie und lässig, ob insbesondere ein osteuropäisches Publikum dies aber auch zu würdigen weiß, werden wir erst am Donnerstag im Halbfinale und dann sehr wahrscheinlich am Samstag im Finale sehen. Eins muss man aber den Isländern im Allgemeinen lassen, sie schaffen es immer wieder verschiedene Stilrichtungen zu schicken. Man erinnert sich an Ari Ólafsson mit seiner braven Ballade, dann an Hatari mit ihrem BDSM-Hardcore und nun eben Daði mit seiner High School-Truppe.



Daði og Gagnamagnið - 10 years

1 Kommentar:

  1. Da widerspreche ich: Das hat durchaus Chancen, den Wettbewerb zu gewinnen. Zwischen all dem Glitzer, den unnötigen Props und Rumgehopse ist die Inszenierung der Isländer angenehm reduziert. Zugleich nehmen sie sich nicht allzu ernst. Das Lied selbst ist auch gut. Ich denke, das kann quer durch Europa (und Australien) gut funktionieren.

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