Dienstag, 23. Juli 2019

Luxemburg: Fokus auf Nachrichten statt Eurovision



Luxemburg - Nein, auch Petitionen und das Engagement ehemaliger Song Contest-Teilnehmer bewegt das Großherzogtum Luxemburg nicht zur Rückehr zur Eurovision. Wie der Sender RTL gegenüber ESCtoday.com bestätigte, wird es auch im Jahr 2020 in den Niederlanden kein Comeback des Landes geben, das abgesehen von Marokko am längsten dem Wettbewerb fern bleibt.

RTL erklärte auf Anfrage, dass sich der Sender momentan auf eigene Nachrichtenformate und weniger um Musik- und Unterhaltungssendungen bemüht. Daher und vor allem auch, weil die Song Contest-Teilnahme eine enorme finanzielle Belastung für den Sender darzustellen scheint, bleibt man auch im nächsten Jahr abstinent und zerschießt die Vorfreude diverser Fans.

Luxemburg, das im Ewigen Medaillenspiegel mit insgesamt fünf Siegen immer noch ganz weit oben in der Statistik steht, verzichtet seit 1994 auf die Teilnahme am Wettbewerb. 2004 war das Land zwar zeitweise auf der provisorischen Teilnehmerliste gemeldet, zog sich aber wegen der finanziellen Situation zurück, seither hagelt es Jahr für Jahr Absagen aus Luxemburg.

Montag, 22. Juli 2019

Albanien: Festivali i Këngës dient wieder als Vorentscheid


Albanien - Auch das albanische Fernsehen RTSH wird im nächsten Jahr wieder mit dabei sein, wenn die Eurovisionshymne aus den Niederlanden ertönt. Heute Nachmittag bestätigte der Sender seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2020 und stellte sogleich richtig, dass das Festivali i Këngës wieder als nationaler Vorentscheid fungieren wird.

Das momentan laufende Bewerbungsfenster für das Festival endet am 15. September. Interessierte Künstler können ihre Bewerbung per E-Mail an festival@rtsh.al oder direkt beim Sender in Tirana abgeben. Die Termine für das 58. Festivali i Këngës stehen allerdings noch nicht fest, sehr wahrscheinlich dürfte es wieder in den letzten Tagen des Jahres ausgerichtet werden.

Albanien blickt mittlerweile auf eine 16jährige Song Contest-Geschichte zurück. Seinen Einstand feierte es 2004 mit Anjeza Shahini in Istanbul. In diesem Jahr wurde das Land durch Jonida Maliqi vertreten, die es mit ihrem "Ktheju tokës" und 90 Punkten auf den 17. Platz im Finale des Eurovision Song Contests in Tel Aviv schaffte. 

Beyond Eurovision (5): Neuseeland



Teil fünf unserer Serie "Beyond Eurovision" führt uns ins rund 18.500 Kilometer entfernte Neuseeland. Matthias stellt euch das Land und seine musikalischen Produktionen etwas näher vor.

Neuseeland - Es zieht uns wieder ans andere Ende der Welt. Wer bereit ist, sich mehr als 12 Stunden ins Flugzeug zu setzen, der landet am Ende im „Land der langen weißen Wolke“, wie die Maori, die Ureinwohner, Neuseeland nennen. Oder auch, in ihrer Sprache, Aotearoa. Die Maori besiedelten das Land ab ca. 1300 nach Christus. Die Besiedlung durch Europäer begann dagegen erst fast 500 Jahre später.

Neuseeland ist ein wunderschönes Land mitten im Südpazifik, das aus zwei Hauptinseln – der Nord- und der Südinsel – sowie mehreren kleineren Inseln besteht, darunter als größte Stewart Island südlich der Südinsel. Neuseeland gehört zum Commonwealth of Nations, daher ist die britische Königin Elizabeth II. Staatsoberhaupt. Sie wird durch eine Generalgouverneurin vertreten.

Für uns in Europa mag Kiwi Country „gleich neben Australien“ liegen, doch tatsächlich trennen mehrere tausend Kilometer Meer die beiden Länder. Auch kulturell: Während Australien ESC-interessiert ist und nun schon seit 2015 am Eurovision Song Contest teilnimmt, ist der Wettbewerb in Neuseeland quasi unbekannt.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Wellington
Sprachen
Englisch, Te Reo Māori, neuseeländische Zeichensprache
Fläche
268.680km²
Währung
Neuseeländischer Dollar (NZ$)
Einwohner
4,8 Mio.
Internet-TLD
.nz
Zeitzone
UTC +12
Wiki-Info

So isoliert wie Neuseeland nun mal so im Pazifik liegt, so abgeschieden blieb auch lange die Musikszene. Lange verband man hier in Europa Musik aus NZ in erster Linie mit der Band Crowded House („Don’t Dream It’s Over“, 1986). 

Inzwischen hat sich das geändert. Einer der wichtigsten Musikexporte kennt man auch bei uns: Lorde. Die Sängerin hatte mit „Royals“ auch in Deutschland einen Riesenhit. Die Band OMC aus Auckland, Neuseelands größter Stadt im Norden der Nordinsel, hatte 1996 den großen Hit „How Bizarre“. Und Gotye hatte seinen Hit „Somebody That I Used to Know” dank der Stimme von Kimbra, einer Sängerin aus Neuseeland!

Ich habe euch jetzt zwei Künstler mitgebracht, die man hierzulande nicht so kennt. Zum einen Sons of Zion. Die sechsköpfige Band aus Auckland macht seit 2007 Musik und mischt Funk, Reggae, Pop und Dub. Auf Festivals in Neuseeland haben sie sich einen Namen gemacht, aktuell touren sie auch wieder durchs Land. Auftritte in Australien, Tahiti, Japan, Samoa und den USA kamen dazu. Bei uns dagegen kennt man sie eher nicht. Leider, denn es lohnt sich. „Drift Away“ ist eine unglaublich relaxte Nummer, 2018 erschienen und im Sommer 2018 wochenlang das meistgespielte Lied in den NZ-Radios.

Sons of Zion - Drift Away

Als zweites wollte ich euch Musik von Maori vorstellen. Da gibt es richtig schöne Sachen. „Wairua“ der Gruppe Maimoa Music etwa ist ein Gute-Laune-Lied, das ich gerne höre. Die Maori-Sängerin Bic Runga ist auch bei uns ein wenig bekannt. Eher ungewöhnlich ist Tiki Taane, der seit 2007 eher Experimentalmusik macht (manchmal auf Māori). Seine Alben verkaufen sich in Neuseeland wie geschnitten Brot. Hörtipp: „Tangaroa“. 

Aber ich habe mich jetzt für Moana Maniapoto entschieden. Die Sängerin aus Invercargill, ganz im Süden, mischt inzwischen traditionelle Maori-Gesänge mit modernen Klängen. Ihr Stück „Aotearoa“ aus dem 2014er-Album „Rima“ (s.u.) ist recht typisch: Trommeln, dazu Rufe wie bei einem Haka, dem rituellen Tanz der Maori. 

In den 1990er Jahren war Moana als Moana and the Moa Hunters in NZ erfolgreich (Moa waren heute ausgestorbene Laufvögel in Neuseeland). Ein Kernthema der Band (und auch der Nachfolge-Band Moana and the Tribe) ist das Wachhalten der Maori-Kultur: In einem der bekanntesten Songs („A.E.I.O.U. - Akona te reo“) fordert Moana die Maori-Jugendlichen auf, Kultur und Geschichte der indigenen Bevölkerung sowie deren Sprache zu erlernen – viele junge Maori sprechen Te Reo Māori nicht mehr.

Moana and the Tribe - Aotearoa

Sonntag, 21. Juli 2019

Spanien: TVE sucht ab Oktober wieder OT-Teilnehmer



Spanien - Ab Oktober sucht das spanische Fernsehen TVE wieder junge Talente für seine Castingshow, die nächste Staffel der allseits beliebten Operación Triunfo, die dem Sender regelmäßig Traumquoten beschert. Die Auditions starten in Barcelona und erstrecken sich über das gesamte spanische Staatsgebiet von Bilbao bis auf die Kanarischen Inseln.

Geplant sind öffentliche Castingtermine neben Barcelona und Bilbao auch in Las Palmas auf Gran Canaria, in Madrid, Málaga, Palma de Mallorca, Santiago de Compostela, Sevilla und Valencia. Wer sich lieber auf dem Online-Weg bewerben möchte um an der Hauptrunde der Operación Triunfo teilzunehmen, kann dies ebenfalls tun, 211 Kandidaten haben es bereits hierüber auf die nächste Stufe geschafft.

Das spanische Fernsehen hat sich bislang nicht zu seinem Plänen geäußert, auf welche Art der nächste Vertreter für die Eurovision ermittelt wird, die Operación Triunfo hat, nachdem sie aus der Versenkungen geholt wurde, aber bereits mit Alfred y Amaia sowie Miki in diesem Jahr zwei Song Contest-Vertreter hervorgebracht, die unabhängig vom eigentlich Castingablauf in einer speziellen Eurovisionsgala ermittelt wurde.

Freitag, 19. Juli 2019

USA: Song Contest 2019 und 2020 auf Netflix



Vereinigte Staaten - Die Europäische Rundfunkunion macht den Eurovision Song Contest in den USA zugänglich, zwar nur on demand, dafür aber auf dem größten Streaming-Portal der Welt, Netflix. Am Montag wurde ein entsprechender Vertrag geschlossen, der sowohl den Song Contest von Tel Aviv als auch den bevorstehenden Wettbewerb 2020 in den Niederlanden nachträglich in das Portal einspeist.

Zuschauer in den USA haben somit die Möglichkeit nachträglich die beiden Halbfinals und das Finale von Tel Aviv per Stream anzuschauen, was bisher aufgrund von Geoblocking via Youtube nicht möglich war. Auch der Song Contest 2020 soll nach seiner Austragung auf den amerikanischen Servern eingespielt werden. 

Laut Jon Ola Sand stellt diese Neuerung einen perfekten Auftakt zur Einführung des amerikanischen Song Contests im Jahr 2021 dar. In den vergangenen Jahren wurde die Eurovision auf Logo TV in den USA übertragen, sprach dort aber nur ein kleines Publikum von 52.000 bzw. 74.000 Zuschauern auf dem größten Fernsehmarkt der Welt an.

Dienstag, 16. Juli 2019

Eurovision 2020: Reise nach Maastricht oder Rotterdam



Niederlande - Auch die Last Minute-Bestrebungen von Utrecht haben nichts genützt, die Europäische Rundfunkunion hat heute die Anzahl der Städte, die sich weiterhin Hoffnungen auf den Eurovision Song Contest 2020 machen dürfen auf zwei reduziert. Im kommenden Jahr geht die Reise für die Eurovisionsgemeinschaft entweder nach Rotterdam oder Maastricht.

Die EBU teilte mit, dass beide Städte sehr starke Bewerbungen abgegeben haben und die richtigen Einrichtungen bieten, um sowohl die TV-Show als auch die Rahmenveranstaltungen wie den Euroclub oder die Eröffnungszeremonie ausrichten zu können. Executive Producer Sietse Bakker erklärte, man sei überwältigt vom Enthusiasmus und den Mühen, die alle Bewerberstädte an den Tag gelegt haben.

Wo genau der Eurovision Song Contest 2020 stattfinden wird, soll nach gründlicher Analyse in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Fernsehen erfolgen. Eine Delegation der EBU unter Vorsitz von Supervisor Jon Ola Sand wird beide Städte besichtigen und gemeinsam mit dem Rundfunkverband der niederländischen TV-Anstalten die Entscheidung treffen. Die Bekanntgabe der Gastgeberstadt ist für August geplant.

Montag, 15. Juli 2019

News-Splitter (761)



Georgien - Das georgische Fernsehen GPB sucht fortan willige und vor allem talentierte Interpreten, die sich der nächsten Staffel von "Georgian Idol" stellen möchten. Gesucht wird auf diesem Wege neben einem neuen Castingshow-Sieger auch der Vertreter des Kaukasuslandes beim nächsten Eurovision Song Contest in den Niederlanden. Wer die Nachfolge von Oto Nemsadze antreten möchte, der mit "Sul tsin iare" im Halbfinale von Tel Aviv ausschied, kann sich hier über die Teilnahmebedingungen informieren.

Zypern - Sehr wahrscheinlich wird das zypriotische Fernsehen CyBC auch 2020 wieder auf internem Wege seinen Vertreter beim Eurovision Song Contest suchen. Die Teilnahmebestätigung in den Niederlanden erfolgte bereits heute via ESCtoday.com. In diesem Jahr nominierte das zypriotische Fernsehen die Sängerin Tamta, die mit "Replay" den 13. Platz in Tel Aviv belegte. Sie ist nach Eleni Foureira bereits die zweite Künstlerin aus Griechenland in Folge, die sich dort zunächst vergeblich bewarb und anschließend in zypriotischen Diensten antrat.

Norwegen - Während in Israel am Vorentscheid gespart wird, fährt das norwegische Fernsehen NRK zu neuen Höchstformen auf und kündigt einen Melodi Grand Prix mit insgesamt 40 Titeln an. Das Land, das sein 60jähriges Dienstjubiläum beim Song Contest feiert, wird fünf regionale Vorrunden mit jeweils acht Songs ausrichten, jeweils zwei Interpreten pro Show erreichen dann das Finale. Obwohl die Kandidaten nach geographischen Indikatoren in die Vorrunden eingeteilt werden, finden alle fünf Shows unbekannten Datums in Oslo statt. Norwegen gewann mit Keiino und "Spirit in the sky" das diesjährige Televoting beim Song Contest, in der Summe sprang ein sechster Platz dabei heraus.

Israel: "Hakochav haba" kommt stark reduziert zurück



Israel - Vom gefeierten Gastgeber zum gewöhnlichen Teilnehmerland, dieses Los hat Israel im kommenden Jahr wieder inne. Nach der erfolgreichen Ausrichtung des Eurovision Song Contests in Tel Aviv haben die Planungen für das kommende Jahr in Israel begonnen und dafür wird am bestehenden Format "Hakochav haba" geschraubt.

Zuletzt wurde der Sender KAN für die unnötig in die Länge gezogene Show mit über 30 Ausstrahlungen kritisiert, 2020 soll dieses Format nun gestrafft und auf zwei Shows begrenzt werden, wie Eurovoix.com meldet. In der kommenden Woche sollen der Sender KAN und die Produktionsfirma Reshet die Einzelheiten zur Bewerbung für "Hakochav haba" präsentieren.

Bislang lief der israelische Vorentscheid äußerst erfolgreich, alle bisher gewählten Vertreter Israels durch die Show erreichten das Finale. 2015 schaffte es Nadav Guedj erstmals seit 2010 wieder, sein Land in die Endrunde zu bringen, Netta Barzilai konnte den Song Contest mit "Toy" sogar gewinnen. In diesem Jahr wurde Israel durch Kobi Merimi vertreten, der mit "Home" den 23. Platz belegte.

Sonntag, 14. Juli 2019

Beyond Eurovision (4): Israel



Israel - Hinter "Beyond Eurovision" muss sich nicht zwangsläufig ein Land in Übersee verbergen, auch auf dem europäischen Markt bzw. in den Ländern, die beim Eurovision Song Contest teilnahmeberechtigt sind, gibt es durchaus Musik, die ich gerne einmal näher beleuchten möchte und es noch nicht zum Eurovision Song Contest geschafft haben. Insofern habe ich mir für den heutigen Sonntag Israel zur Brust genommen, wo mir die Auswahl eines Liedes schwer fiel, dort hätte ich noch viel mehr Material gehabt, dass die Welt einmal hören sollte.

 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Jerusalem
Sprachen
Hebräisch, Arabisch
Fläche
22.380km²
Währung
Schekel ()
Einwohner
9,0 Mio.
Internet-TLD
.il
Zeitzone
UTC +2
Wiki-Info

Einer von ihnen ist Chaim Issac Bezalel Raviv, der der Einfachheit halber nur unter seinem Alias Bezalel auftritt. Er wurde 1979 als Sohn tunesischer Juden in Israel geboren und machte erstmals im Jahr 2006 durch die Veröffentlichung seines Liedes "
Into my life" auf sich aufmerksam. Er ist das jüngste von zwölf Geschwistern und studierte an einer konservativen Religionschule bevor er den obligatorischen Armeedienst in Israel ablegte.

Eine Dokumentation über Madonna bewegte ihn schließlich dazu, nach New York zu reisen und dort in Clubs und Bars aufzutreten. Insbesondere in der dortigen Gayszene machte er sich einen Namen. 2006 kam er zurück nach Europa und veröffentlichte "Into my life". Zwei Jahre später komponierte er den Titel "Tunisia", eine Oriental-Popnummer, in der er seine eigene Geschichte und die seiner Heimat Tunesien verarbeitet. 2013 versuchte er sich beim Kdam-Eurovision in Israel, mit "No war" schaffte er es aber nicht über das Halbfinale hinaus.

Ähnlich wie im israelischen Song Contest-Beitrag von 2000 geht es um eine Liebesbeziehung zwischen einem arabischen Mann und einer jüdischen Frau. Der Titel erlangte nicht nur in seiner Heimat Israel sondern auch in der arabischen Welt Bekanntheit und verbreitete sich über die Social Media-Kanäle rasend schnell, sodass er auch im palästinensischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Eine besondere Rolle spielte der Song später im Aufwind der Jasminrevolution in Tunesien, wo man ihn noch einmal verstärkt als Hymne der Freiheit zu hören bekam.

Bezalel - Tunisia

Donnerstag, 11. Juli 2019

Schweiz: SRF bleibt interner Auswahl treu


Schweiz - Angeheizt durch den vierten Platz von Luca Hänni in Tel Aviv, dem besten Ergebnis der Schweiz seit 1993, hält das Schweizer Fernsehen an seinem Auswahlverfahren für den Eurovision Song Contest 2020 fest. Der Interpret wird auf internem Wege ermittelt, dafür werden eine internationale Expertenjury und ein Panel aus Zuschauern und Fans nominiert.

Schon Luca wurde durch ein 20köpfiges, internationales Expertenteam, zu dem u.a. Ruth Lorenzo und Tinkara Kovač gehörten und ein Fan-Panel ausgewählt, für die Schweiz zur Eurovision zu fahren. Für die Zuschauerauswahl haben sich über 6.100 Bewerber gemeldet, einhundert von ihnen durften dann hinter verschlossenen Türen an der Auswahl mitwirken. Komponisten, Texter und Künstler können sich ab dem 2. September beim Schweizer Fernsehen bewerben. 

Alle Einzelheiten und Regularien des mehrstufigen Prozesses kann man sich hier in einer PDF-Übersicht, abgesegnet von Delegationsleiter Reto Peritz, anschauen. Auf der Seite des SRF sind auch Versionen auf Englisch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch verfügbar. Die Bewerbungsphase endet am 16. September, danach wird das Gremium den Schweizer Beitrag für die Niederlande 2020 auswählen. An der Auswahl wirken alle vier öffentlichen Rundfunkanstalten der Schweiz, SRF, RTS, RSI und RTR, mit.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Eurovision 2020: Maastricht wirbt mit "Come closer"



Niederlande - Der Eurovision Song Contest 2019 ist noch nicht einmal ganz abgekühlt, da legen sich die niederländischen Städte schon mächtig ins Zeug, das Entscheidungsgremium von sich und ihrer Bewerbung für die Ausrichtung im nächsten Jahr zu überzeugen. Allen voraus ist derzeit die Stadt Maastricht, Hauptstadt der Provinz Limburg, die ein feines Bewerbungsvideo veröffentlicht hat.

Neben der knapp zweiminütigen Bewegtbild-Empfehlung hat die Stadt Maastricht auch schon einen passenden Slogan für den Song Contest 2020 gefunden. "Come closer" ist nicht nur der Name der Info-Website für Derpart-Reisebüros sondern auch das Motto des Eurovision Song Contests im nächsten Jahr, sofern sich das niederländische Fernsehen und die EBU auf Maastricht als ausrichtende Stadt verständigen können.

Eigens für die Bewerbung zum Eurovision Song Contest kann man auf der Seite der örtlichen Tourismusbehörde die Sektion "Eurovision" auswählen. Darin heißt es, Maastricht könne alles bieten, was es für die Organisation des Wettbewerbs und die Beherbungen zahlreicher Touristen aus der ganzen Welt benötigt. Unterstützung erhält Maastricht auch von einem ihrer bekanntesten Söhne, dem Violinisten und Orchesterleiter André Rieu.

Maastrichts Bewerbungsvideo für den Song Contest 2020

Bosnien-Herzegowina: BHRT wird auch 2020 fehlen



Bosnien-Herzegowina - Wie in den letzten Jahren auch, gibt es wieder einmal unerfreuliche Nachrichten aus Bosnien-Herzegowina. Der nationale Rundfunk BHRT kann auch für das Jahr 2020 nicht die notwendigen finanziellen Mittel auftreiben, um zum Eurovision Song Contest in den Niederlanden zurückzukehren. Mit Ausnahme von 2016 bleibt Bosnien weiterhin ausgesperrt.

In Sarajevo scheint generell Interesse am Wettbewerb vorhanden zu sein, aufgrund der nach wie vor hohen Schulden, die der Sender BHRT bei der Europäischen Rundfunkunion hat, und ein Ende der desolaten Finanzlage nicht abzusehen ist, bleibt Bosnien-Herzegowina weiterhin nichts weiter übrig, als dem Wettbewerb fernzubleiben. Die EBU hat BHRT mit Sanktionen belegt, die ein Comeback verhindern.

Auch aus den Nachbarländern Bosniens gibt es erste Informationen. Wie der Sender HRT gegenüber ESCxtra.com mitteilt, steht derzeit noch nicht fest, ob Kroatien 2020 mit dabei sein wird. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es zu früh, um Zusagen zu machen, bzw. abzusagen. Kroatien schied mit Roko im Halbfinale von Tel Aviv aus. Ebenso verhält es sich mit Slowenien, eine Bestätigung der Teilnahme im nächsten Jahr gilt aber als sehr wahrscheinlich.

Dienstag, 9. Juli 2019

Spanien: EBU erteilt TV3 Absage für Mitgliedschaft



Spanien - Die Europäische Rundfunkunion hat nicht nur dem Kosovo den Weg zur Vollmitgliedschaft versperrt, sondern nun auch gegenüber dem katalanischen Rundfunk TV3 den Zugang zur Rundfunkunion dicht gemacht. Wie es in einer Stellungnahme der Organisation heißt, wurde die Bewerbung der Corporació Catalana de Mitjans Audiovisuais abgelehnt.

"Die EBU hat keine und hatte noch nie regionale Fernsehstationen eines Mitgliedslandes der Internationalen Telekommunikationsunion oder des Europarats als eigenständiges Mitglied aufgenommen. Die Statuten der EBU lassen diese Möglichkeit nicht zu.", so EBU-Sprecherin Claire Rainford. Im Falle des Vereinigten Königreichs sei die Situation allerdings eine andere, da es sich hier um vier eigene Staaten handelt.

Hier seien es keine Regionen sondern handlungsbefugte, recht unabhängige Landesteile, die auch mit verschiedenen Mannschaften an Sportveranstaltungen mitwirken. TV3, das Teil der oben genannten CCMA ist, hatte sich im April für die Vollmitgliedschaft in der EBU stark gemacht und eine Bewerbung eingereicht. Dies weckte auch Hoffnungen, Andorra zum Eurovision Song Contest zurückzubringen, da der Sender einst das andorranische Fernsehen finanziell und logistisch unterstützte.

Freitag, 5. Juli 2019

Niederlande: Produktionsteam für 2020 vorgestellt



Niederlande - Die Rollenverteilung beim Eurovision Song Contest 2020 hat begonnen, der Verbund der niederländischen Rundfunkanstalten NPO, AVROTROS und NOS hat die ersten vier Namen des Produktionsteams bekannt gegeben. An Bord ist auch ein alter Bekannter und ausnahmsweise handelt es sich nicht um Melodifestivalen-Supervisor Christer Björkman, als Executive Producer kehrt Sietse Bakker zurück.

Bakker ist bekannt als Gründer der ersten erfolgreichen Song Contest-Website ESCtoday.com kehrt nach einigen Jahren der Pause wieder in die Produktionsriege beim Eurovision Song Contest zurück. 2015 räumte er seinen von der EBU angebotenen Posten als Event Supervisor, nachdem seine Produktionsfirma aufgrund unlauteren Wettbewerbs in die Kritik geriet. 2020 soll er als Executive Producer im Bereich "Event" zurückkehren. Als Executive Producer TV wurde Inge van de Weerd bestätigt. 

Sie arbeitet bereits seit 1995 beim Sender NOS und hat bereits an diversen Produktionen, etwa der königlichen Hochzeit von Willem-Alexander und Maxima mitgewirkt. Von 2007 bis 2009 war sie die niederländische Delegationsleiterin bei der Eurovision. Als ihre jeweiligen Stellvertreter wurden Emilie Sickinghe, die akutelle Delegationsleiterin und Jessica Stam vom Sender NOS nominiert. Das genannte Core Team wird in Absprache mit der EBU die Zügel für 2020 in der Hand halten, u.a. auch was den Austragungsort angeht.

Beyond Eurovision (3): Vanuatu



Vanuatu - Der dritte Teil der musikalischen Weltreise führt uns nach Vanuatu, einen kleinen Inselstaat im Südpazifik, der sich über 83 größtenteils vulkanische Inseln erstreckt und Zankapfel zwischen Briten und Franzosen war. 1980 wurde der Archipel, der geographisch zu Melanesien gehört, unabhängig und hat in den letzten Jahren starke Ambitionen an den Tag gelegt, an den angekündigten Musikwettbewerben der Asia-Pacific Broadcasting Union und auch am Eurovision Asia Song Contest teilzunehmen.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Port Vila
Sprachen
Bislama, Englisch
Fläche
12.190km²
Währung
Vatu
Einwohner
258.000
Internet-TLD
.vu
Zeitzone
UTC+11
Wiki-Info

Eine der bekanntesten Sängerinnen des Landes ist Vanessa Diandra Sally Ann Kiristiana Quai, kurz Vanessa Quai. Sie wurde 1988 in der Hauptstadt Port Vila geboren und nahm ihr erstes Album schon im Alter von neun Jahren auf. Sie war eine von insgesamt 3.000 Teilnehmern am South Pacific International Song Contest und erreichte den dritten Platz in der Kategorie Gospel. Im gleichen Jahr nahm sie auch an einem Kinderwettbewerb in Kairo teil.

Vanessa Quai
2002 landete sie mit "Freedom" einen Hit, der nicht nur in den Radiostationen Vanuatus sondern auch auf den Salomonen und in Papua-Neuguinea in den Charts landete. Sie trat seither auf internationalen Musikfestivals auf und wurde von Pacific Islands Radio als "sehr beliebte Künstlerin in der gesamten Pazifikregion" beschrieben. Mittlerweile zählt die inzwischen 30jährige zu den erfolgreichsten Interpretinnen des gesamten Südpazifik und ist auch in Französisch-Polynesien bekannt. Als erste melanesische Sängerin tourte sie auf Tahiti. 

Sprachlich ist sie sehr bewandert und singt neben ihrer Muttersprache Bislama, das auch Amtssprache in Vanuatu ist, auf Tok Pisin, Motu und Fidschianisch. Der vorgestellte Titel "Galala kece sara", einer ihrer ersten kommerziellen Erfolge, den ich hier auch schon einmal angeschnitten habe, schlummert schon seit Jahren auf meiner Festplatte und vermittelt angesichts der trüben Regentage, unter denen sich Hamburg momentan präsentiert, ein bisschen pazifisches Urlaubsfeeling.

Vanessa Quai - Galala kece sara

Donnerstag, 4. Juli 2019

Eurovision 2020: Amsterdam zieht Bewerbung zurück!



Niederlande - Schon in den letzten Tagen haben sich einige Städte aus dem Rennen um die Ausrichtung des Eurovision Song Contests 2020 verabschiedet. Zunächst traf es kleine Städte wie Leeuwarden oder Breda, nun ist aber auch die Hauptstadt Amsterdam raus. Die Stadtverwaltung bestätigte, dass man keine Bewerbung beim niederländischen Fernsehen einreichen werde.

Lokale Medien und auch der Rundfunk NOS bestätigen, dass Amsterdam nicht länger an der Austragungsdebatte teilnehmen wird. Bürgermeisterin Femke Halsema erklärte, dass der Hauptgrund für die Absage darin liege, dass die bevorzugte Location aufgrund anderweitiger Events nicht zur Verfügung steht. Neben dem Ziggo Dome seien auch die übrigen potentiellen Hallen nicht verfügbar.

"Amsterdam wünscht Rotterdam, Utrecht, 's-Hertogenbosch, Arnhem und Maastricht viel Erfolg bei der Vorbereitung ihrer Bewerbungsunterlagen.", so Halsema. Nach dem Rückzug der niederländischen Hauptstadt dürfte die zweitgrößte Stadt Rotterdam die besten Karten haben, sich den Zuschlag der EBU zu sichern. In Rotterdam fand 2007 bereits das Finale des Junior Eurovision Song Contests statt.

UNESCON: "Musik, die meine Geige spielt"



ESC-Künstler mit Liveorchester – das gelungene Debüt der UNESCON in Hannover

Von Claes-Göran Hederström bis Chingiz: Irving Wolther hatte sieben Acts der ESC-Geschichte nach Hannover geholt, um am letzten Juniwochenende (ihre) ESC-Hits zu präsentieren. Mit 26-köpfigem Orchester. Das Ergebnis: eine grandiose Gala, bei der ein Highlight das nächste jagte. Wir warten 2020 auf das „Replay“! 
Ein Bericht von Matthias Breitinger

Wie mag wohl Loreens „Euphoria“ mit einem Liveorchester klingen? Wer sich immer diese Frage gestellt hat, bekam am Samstagabend in Hannover die Antwort: bei der ersten UNESCON, der ESC Convention, die Irving „Dr. Eurovision“ Wolther auf die Beine gestellt hatte. (Ein Um-die-Ecke-gedacht-Wortspiel aus „ESC“, „Convention“ und der Tatsache, dass Hannover Unesco-Stadt der Musik ist.) 

Die Idee war brillant – und man fragt sich hinterher, warum in all den orchesterlosen Eurovisionsjahren noch keiner darauf kam, ESC-Künstler mit Livemusikern auftreten zu lassen. Denn es klang einfach großartig. Auch „Euphoria“. Zwar nicht von Loreen herself vorgetragen, aber Chiara aus Malta sang den 2012er-Siegersong sehr gut. 

Wobei klar ist: Auch in der Nach-Orchester-Ära gab und gibt es viele ESC-Songs, die (anders als „Euphoria“) mit Orchester aufgenommen oder durchaus für Orchester konzipiert sind. „Rise like a phoenix“ etwa, oder auch Chiaras letzten ESC-Beitrag von 2009, „What if we“. Und viele Lieder, die am Samstagabend im Pavillon an der Lister Meile zu hören waren, stammten auch aus der Zeit, als ein Liveorchester zum ESC gehörte wie zuhause der Käseigel vorm Fernseher.

Aber das 26-köpfige „Orchester im Treppenhaus“ (plus eine Begleitband mit sechs Musikern) hatte auch moderne ESC-Songs arrangiert und einstudiert: Ein Medley etwa enthielt „Hard Rock Hallelujah“ und „Satellite“, ein anderes mit Songs 2019 bot orchestrale Versionen von Luca Hännis „She got me“, „Soldi“ und „Hatrið mun sigra“. Doch neben dem Orchester und dem dreiköpfigen Begleitchor standen natürlich die sieben Stargäste im Mittelpunkt.

Gedenken an Joy Fleming und Maria Guinot
Punkt 20 Uhr begann die Show, vor nicht ganz vollem Saal, mit der Eurovisionshymne (auf Blockflöte gespielt). Dann begrüßten uns die Moderatoren Alina Stiegler und Stefan Spiegel zusammen mit Irving mit „Man gewöhnt sich so schnell an das Schöne“. Und schnell war dann auch schon Stargast Nr. 1 dran: Corinna May, die ihre drei Songs „Hör den Kindern einfach zu“, „I believe in God“ und „I can’t live without music“ präsentierte. 

Mit Claes-Göran Hederström ging es weiter: Der Schwede sang selbstverständlich seinen Beitrag von 1968, „Det börjar verka kärlek, banne mej“, außerdem Cliff Richards „Congratulations“ sowie „Historien om en vän“, mit dem es Claes-Göran 1973 beim Melodifestivalen vergeblich versuchte. Chiara sang neben „Euphoria“ ihre drei ESC-Songs, also „The one that I love“, „Angel“ und „What if we“. 

Zwischendurch erinnerten Irving und Alina an verstorbene ESC-Künstler. Anschließend gedachte das Treppenhausorchester mit „Refrain“ an die erste ESC-Siegerin Lys Assia, ehe Corinna May und Joy Flemings Sohn Bernd Peter Fleming erst „Ein Lied zieht hinaus in die Welt“ von Jürgen Marcus und dann Joys unvergessenen Beitrag „Ein Lied kann eine Brücke sein“ sangen. Und dann kam Manuela Bravo, Portugals ESC-Teilnehmerin von 1979, auf die Bühne und präsentierte das tolle „Silêncio e tanta gente“ von ihrer 2018 verstorbenen Landsfrau (und großen Freundin) Maria Guinot. Ein echter Gänsehaut-Moment.

Anschließend sang Manuela Bravo selbstverständlich auch ihren eigenen ESC-Song „Sobe, sobe, balão sobe“ sowie gemeinsam mit der Estrada Fado Group den Siegertitel „Amar pelos dois“.

Mit der Bitte, das Orchester zum ESC zurückzuholen
Nach einer gut halbstündigen Pause, die man im Foyer u.a. für Drinks und nette Gespräche mit anderen Fans nutzte, ging es mit der Eurovisionshymne des Orchesters („Te deum“ in voller Länge!) weiter. Dann war die türkische Doppel-Teilnehmerin Şebnem Paker an der Reihe. Das Orchester hatte auch mit ihren orientalisch klingenden Songs „Beşinci mevsim“ und „Dinle“ sowie „Çal“ (Şebnems Versuch, 1998 nochmal den türkischen Vorentscheid zu gewinnen) keine Probleme.

Für „Çal“ kam sogar extra ein Musiker mit einem Kanun (orientalische Zither) auf die Bühne. Ganz groß! Das Publikum war begeistert, und Şebnem gab, wie die anderen Künstler auch, ihrer großen Freude Ausdruck, mit einem so wunderbaren Orchester performen zu dürfen. (Bei Elina und Corinna verbunden mit dem Wunsch, der ESC möge das Liveorchester zurückholen…)

Das bereits erwähnte Medley 2019 wurde gekrönt von Estlands Opernsängerin Elina Nechayeva, die mit Sergey Lazarevs „Scream“ die Bühne betrat. Ihre Version des Drittplatzierten von Tel Aviv war wunderbar – so wurde aus „Scream“ mal eben eine Opernarie. Noch besser wurde es danach: Elina hatte sich den österreichischen Beitrag von 1962, „Nur in der Wiener Luft“ der Operettensängerin Eleonore Schwarz, ausgesucht. Mit dem Treppenhausorchester natürlich ganz große Kunst! Danach präsentierte Elina den estnischen Titel von 2012, „Kuula“, und schließlich ihren eigenen Beitrag „La forza“. Ich war nie großer Fan von „La forza“, aber im Saal war ich dann doch ganz angetan von Elina und ihrer Stimme. 

Chingiz mit Flamencogitarre
Danach ein ganz anderer musikalischer Farbtupfer: Chingiz aus Aserbaidschan verzichtete aufs Orchester, er kam mit seiner Gitarre auf die Bühne und begleitete sich selbst zu einer Balladenversion von „Truth“. Anschließend spielte er ein bisschen spanische Flamencogitarre und entwickelte daraus „Milim“ von Harel Skaat. Auch das war absolut brillant. Und dann durfte auch der jüngste ESC-Siegertitel nicht fehlen: Gemeinsam mit Elina sang Chingiz „Arcade“. Er war nicht ganz textsicher, aber das tat dem Ganzen keinen Abbruch. Auch das war einer der vielen Highlights des Abends.

Und dann endete die Gala auch schon, mit „Bonne nuit ma chérie“, dem deutschen ESC-Beitrag 1960, auf den Irving einen neuen Text geschrieben hatte („ESC, oh ich träume von dir“). Auf der anschließenden ESC-Disco mit DJ Ohrmeister in einem kleineren dunklen Raum des Pavillon mit Discokugel konnte man noch die halbe Nacht zu Eurovisionshits tanzen.

Gegen Mitternacht trat dort als Special Guest Kaia Tamm auf, die in diesem Jahr beim estnischen Vorentscheid mit „Wo sind die Katzen?“ für ein schräges Guilty Pleasure gesorgt hatte. (Am Nachmittag hatte Kaia auf der UNESCON-Pressekonferenz auf die Frage, warum ausgerechnet eine Estin in der Saison 2019 den einzigen komplett deutschen Song geliefert habe, geantwortet: „Irgendjemand musste es ja machen, ich nehme die Arbeit auf mich“ 😊) 

Kaia rockte die Disco mit „Er gehört zu mir“ und Helene Fischers „Atemlos“, und ihr DJ „Günter“ setzte mit Alf Poiers „Weil der Mensch zählt“ noch eins drauf. Der Katzensong war natürlich das Sahnehäubchen – bei der Zugabe fiel dann allerdings das Halbplayback aus.

Wacken ist ja auch jedes Jahr….
Leider leerte sich nach Kaias Auftritt die Tanzfläche recht schnell, und nur ein kleines Häufchen ESC-Hardcore-Fans blieb bis zum Schluss gegen 2 Uhr. Das war etwas schade…  Vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass es im Disco-Raum keine Bar gab und man jedes Mal durch den ganzen Pavillon laufen musste, um sich vorn im Foyer Getränkenachschub zu besorgen. Einer der wenigen Kritikpunkte einer insgesamt sehr gelungenen Veranstaltung, die Lust auf mehr machte.

Alles in allem war das UNESCON-Debüt großartig. Man hätte Irving gern mehr Zuschauer gegönnt – der eine oder andere Platz im Saal blieb leer, und so blieb wohl unterm Strich ein finanzielles Minus. Mancher Fan war vielleicht abgeschreckt von der Bezeichnung „Convention“ angesichts der schlechten Erinnerungen an ein ähnliches Projekt in Frankfurt… (ich treffe nach wie vor Fans, die nach eigener Aussage immer noch auf die Rückzahlung der vorgestreckten Ticketsumme warten) Und für eine generelle Kulturveranstaltung für den Großraum Hannover ist das Thema ESC mit Künstlern, die außerhalb der Bubble längst vergessen sind, womöglich dann doch zu „nerdig“. 

Auch zum Fado-Konzert mit Manuela Bravo am Sonntagnachmittag kamen nicht allzu viele (bei dem schönen warmen Wetter leider wenig überraschend). Dennoch bleibt zu hoffen, dass „Dr. Eurovision“ sein selbstgenanntes „Wacken für Eurovisionsfans“ im kommenden Jahr wiederholen wird. Schließlich sang er selbst ja: Man gewöhnt sich so schnell an das Schöne! Und außerdem gibt es noch so viele wunderbare ESC-Beiträge, die man mit dem Orchester hören möchte – seien es Klassiker wie „Disco tango“ und „Hold me now“ oder Modernes wie „Crisalide“ oder „Love injected“.

Opening mit Alina Stiegler, Stefan Spiegel und Irving Wolther | Corinna May
Claes-Göran Hederström | Chiara
Manuela Bravo mit ihrer Fado-Gruppe | Şebnem Paker
Elina Nechayeva | Chingiz
Chingiz im Duett mit Elina Nechayeva | Abschlussbild mit den Stars



Wer die Gala verpasst hat: Hier gibt es das komplette Konzert zum Nachschauen.

Mittwoch, 3. Juli 2019

Deutschland: Costa Cordalis ist tot!



Deutschland - Wie sein Sohn Lucas dem Kölner Express gegenüber bestätigt hat, ist Costa Cordalis im Alter von 75 Jahren gestern Nachmittag im Kreis seiner Familie verstorben. Costa zählte über Jahre hinweg zu den bekanntesten Schlagersängern in Deutschland und feierte vor allem in den 70er und 80er Jahren mit Titeln wie "Anita" oder später mit "Viva la noche '97" erfolgreich.

Er wurde 1944 als Konstantinos Kordalis in Elatia, Griechenland geboren und brachte bereits 1965 mit "Du hast ja Tränen in den Augen", einem Elvis-Cover seine erste Schallplatte heraus. Dieser folgten diverse Studioalben und Auftritte, etwa in der ZDF-Hitparade. 2004 machte er Schlagzeilen, als er die allererste Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" auf RTL gewann. Zuletzt wohnte Costa auf Mallorca, wo er im März einen Schwächeanfall erlitt.

Costa probierte es mehrere Male beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. 1980 bewarb er sich mit dem Titel "Pan" aus der Feder von Ralph Siegel und belegte hinter Katja Ebstein und ihrem "Theater" den zweiten Platz bei "Ein Lied für den Haag". Drei Jahre später versuchte er mit "Ich mag dich" erneut sein Glück und erreichte den vierten Platz.

Costa Cordalis - Pan