Montag, 6. Mai 2019

Tag 3: Dänemark, Österreich und Schweden



Dänemark - Es fällt mir schwer, aber ich muss zugeben, dass ich mich inzwischen sogar mit dem Zuckerwatte-Song aus Dänemark angefreundet habe. Leonora hatte ja bereits beim Dansk Melodi Grand Prix ein fertiges Konzept, das sie nun auch in Tel Aviv umsetzt. Sie sitzt gemeinsam mit zwei anderen auf einem übergroßen Stuhl, an den zwei weitere Teammitglieder Leitern stellen und rückwärts emporklettern. Leonora wippt im Takt mit den Beinen und singt ihr Lied, das immer noch genauso klebrig ist, wie frisch gebackene Schmalzröllchen. Trotzdem hat es einen gewissen Charme, die Leichtigkeit komplettieren die Wölkchen, die über die LEDs im Hintergrund schweben. Nett gemacht, liebe Dänen.

Video von Eurovision.tv: Leonora - Love is forever

Österreich - Zurückgenommen und bis zum Refrain ohne Farbnouancen singt Pænda dem österreichischen Beitrag. Wie schon im Musikvideo zu "Limits" gilt die Devise "Weniger ist mehr". Pænda trägt ein schwarzes Top und eine schwarze Hose, die Haare blau nachkoloriert. Anfangs, während die Einstellungen noch in Schwarz-Weiß verharren fährt die Kamera langsam an die Interpretin heran, die die Augen geschlossen hält. Um sie herum hat die Delegation leuchtende Stangen aufgebaut, die später einen Sternenniedergang simulieren. Gegen Ende des Liedes wird die Bühne in Gold getüncht, beim letzten Durchlauf saß sie schließlich auf einem Hocker, lieferte aber gesanglich auf den Punkt ab. Vielleicht bleibt Österreich dennoch zu ruhig hinter der Konkurrenz...

Video von Eurovision.tv: Pænda - Limits

Schweden - Wie schon bei Dänemark hat auch Schweden ein fertiges Staging im Gepäck. John Sundvik und seine vier Gospeldamen, die jetzt in paillettengespickten schwarzen Kleidern über die Bühne fegen, liefern souverän ab. Im Gegensatz zu den letzten schwedischen Beiträgen wirkt die Show nicht so unterkühlt und unnahbar, sondern vermittelt ein wohliges Gefühl. John singt wirklich gut, die Show kann sich sehen lassen. Die LEDs bleiben dunkel, bis auf die aufgepimpten Kostüme der Chorsängerinnen gab es also keine großen Überraschungen. Und damit schloss Schweden den dritten Probentag in Tel Aviv ab.

Video von Eurovision.tv: John Lundvik - Too late for love

Morgen ist dann der letzte Semifinalteil dran, von Kroatien bis Aserbaidschan treten noch einmal neun Nationen auf. Mit dabei sind u.a. Michela Pace aus Malta mit ihrem Chamäleon-Lied, Mitfavorit Sergey Lazarev aus Russland, der Joik aus Norwegen, "Arcade"-Sänger Duncan Laurence und sein Schwimmpartner aus Aserbaidschan. Mittwoch pausieren dann aufgrund eines nationalen Gedenktages in Israel die Proben, am Donnerstag geht es von vorne los.

Mit großem Mobiliar angereist: Leonora aus Dänemark
Der Auftritt ähnelt dem Video: die erste österreichische Probe
Eine Kopie des Melodifestivalen-Auftritts: John Lundvik hat Routine in seinem Staging

1 Kommentar:

  1. Die Dänen haben es nett gemeint und das Bühnenbild ist auch schön mit diesem Stuhl und den vorbeiziehenden Wolken , aber den Song finde ich immer noch zu langweilig, könnte aber knapp reichen.

    Die Österreicher haben so weit alles rausgeholt was man am Staging machen kann, das mit den Leuchtstäben finde ich schön auch sie gibt alles aber trotzdem glaube ich nicht das es reichen wird aber wer weiß? So wie ich gehört habe soll sie auch eine Träne verdrückt haben und sehr gute gesungen haben.

    John Lundvik alles geblieben wie bei der Mello nur die Backings haben ein paar Steinchen an die Kleider geklebt bekommen. Er weiß schon wie er mit der Kamera spielen kann und macht es auch gut. Aber trotzdem fällt mir der Überraschungsmoment, da hätten sich die Schweden noch was überlegen können. Bin immer noch der Meinung Platz 6 oder 7/8 wäre völlig in Ordnung.

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