Sonntag, 26. Mai 2019

Italien: Neuer Wertungsfehler im Halbfinale?


Italien - Fehlerhafte Jurywertungen und der Patzer der Europäischen Rundfunkunion bei der aggregierten weißrussischen Wertung haben die Eurovisionswelt in den letzten Tagen in Atem gehalten und offenbar gibt es ein weiteres offenes Kapitel in Bezug auf falsche Punktevergaben, nämlich in Italien. Wie ESCxtra.com meldet, gibt es Abweichungen zwischen dem Halbfinalergebnis der RAI und den Punkten, die die EBU veröffentlicht hat.

Die RAI hat auf ihrer Website die kompletten Anrufzahlen für das zweite Halbfinale vorgestellt, in dem Italien wertungsberechtigt war. Dabei gibt es Abweichungen ab der Acht-Punkte-Marke. Während Albanien mit 16,08% im Televoting vorne lag und Rumänien mit 10,39% die zweite Position im Televoting bekleidet, erhielt Sergey Lazarev aus Russland mit 9,92% die dritthöchste Marke. Die EBU nennt als drittplatzierte Nation allerdings Norwegen, die auch acht Punkte erhielten.

Abweichungen gibt es auch auf den folgenden Rängen. Mit 8,66% steht Moldawien an vierter Stelle bei der RAI, die EBU listet hier Russland. Bei der RAI kommen daraufhin Norwegen (8,58%), die Schweiz (5,93%), Nordmazedonien (5,47%), Aserbaidschan (5,4%), Malta (4,42%) und Litauen mit 4,13%. Die EBU listet die Nationen anders, sodass die Schweiz sechs Punkte erhält, dahinter Moldawien, Aserbaidschan, die Niederlande, Malta und Nordmazedonien, dass im RAI-Ergebnis eigentlich vier Punkte erhalten hätte, nur einen Zähler gutgeschrieben bekam.

Platz
Pkt.
EBU
RAI
Prozent
01
12
 Albanien
 Albanien
16,08%
02
10
 Rumänien
 Rumänien
10,39%
03
8
 Norwegen
 Russland
9,92%
04
7
 Russland
 Moldawien
8,66%
05
6
 Schweiz
 Norwegen
8,58%
06
5
 Moldawien
 Schweiz
5,93%
07
4
 Aserbaidschan
 Nordmazedonien
5,47%
08
3
 Niederlande
 Aserbaidschan
5,40%
09
2
 Malta
 Malta
4,42%
10
1
 Nordmazedonien
 Litauen
4,13%
11


 Niederlande
4,04%
12


 Dänemark
3,50%
13


 Schweden
3,27%
14


 Kroatien
2,99%
15


 Armenien
2,88%
16


 Lettland
1,66%
17


 Irland
1,54%
18


 Österreich
1,13%

Ein Sprecher der RAI bestätigte, dass die Ergebniszahlen auf der Seite des öffentlichen Fernsehens richtig seien und man von den widersprüchlichen Ergebnissen auf der Website der EBU nichts wusste. Verschiebungen hätte es lediglich in einem Fall gegeben, Litauen hätte laut RAI-Ergebnis einen Punkt erhalten und käme damit auf 94 Zähler, was einen Gleichstand mit Dänemark auf dem zehnten Platz im Halbfinale bedeutet hätte. Im Falle eines Gleichstandes auf einem Rang hätte die EBU-Regel gegriffen, dass die höhere Anzahl an Zwölf-Punkte-Wertungen angewendet wird.

Unter diesen Umständen hätte sich Litauen für das Finale qualifiziert, da es im Televoting drei Höchstwertungen, nämlich aus Irland, Norwegen und dem Vereinigten Königreich erhalten hat, Dänemark hingegen hat nur einmal zwölf Punkte von der italienischen Jury erhalten. ESCxtra.com hat die Europäische Rundfunkunion um eine Stellungnahme gebeten. 

1 Kommentar:

  1. Sollte sich bestätigen, ist das einfach nur peinlich und würde mir für Litauen leid tun.

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