Montag, 6. Mai 2019

Tag 3: Von Muskeln, Sandmalerei und Anämie



Schweiz - Imri Ziv tritt Eric Saade, das war mein erster Eindruck, als ich den Schweizer Schnipsel gesehen habe. Oberarmfrei stand Luca Hänni zunächst vor einem roten Background, später tauchen an seiner Seite dann jeweils zwei Tänzer und Tänzerinnen auf. Es war eine ordentliche Probe, doch irgendwie wirkt die Bühne für mich dennoch ein wenig leer. Choreographin Sacha Jean-Baptiste hat sich aber Mühe gegeben und einen hervorragenden Bewegungsablauf zusammengeschustert, der durchaus Feuer verbreitet. Gesanglich war die Handbremse noch etwas angezogen, aber man muss sein Pulver auch nicht bei der ersten Probe komplett verschießen. Die Schweiz bleibt meiner Meinung nach weiterhin im Rennen.

Video von Eurovision.tv - Luca Hänni - She got me

Moldawien - Es gibt viele Kritiker, die den moldawischen Song in diesem Jahr belanglos finden und ihm unterstellen, er wurde beim Ausfegen der Hall of Fame aus 48 anderen Liedern zusammengestellt. Ich finde ihn trotzdem gut, Anna Odobescu bedient eben ein klassisches Klientel in diesem Jahr. Ob es ein Bonus ist, dass man sich eine Sandmalerin ins Boot geholt hat, bleibt abzuwarten, bei Mika Newton und ihrem ebenfalls eher unauffälligem Lied hat es damals gut funktioniert. Wozu auf dem Sandmaltisch aber noch ein Vogelkäfig, zwei Kerzen und ein halbleeres Weinglas stehen, erschließt sich nicht, das Art Department wird sich dabei aber etwas gedacht hat. Immerhin: Anna hat eine großartige Stimme, die sie auch gut einzusetzen weiß.

Video von Eurovision.tv: Anna Odobescu - Stay

Rumänien - Nach der verzögerten moldawischen Probe waren die romanischen Nachbarn dran. Das rumänische Fernsehen soll in diesem Jahr viel Geld in die Hand genommen haben, wobei man nicht viel davon sieht. Der rote Lehnensessel ist in Tel Aviv mit am Start, im blau gefärbten Hintergrund sieht man eine antike Tempelpforte und Säulen, später auch eine Uhr. Schrecklich gewählt wurde allerdings ihr Outfit, Ester sieht aus wie die Tochter von Graf Dracula und wurde dermaßen bleich geschminkt, dass es zum Fürchten ist. Neben ihr sind zwei Tänzer auf der Bühne, die inmitten von Pyroeffekten scheinbar durch ihre Choreographie versuchen, die Interpretin in die Unterwelt herabzuziehen. Das Finale wird Rumänien damit meiner Meinung nach nicht erreichen.

Video von Eurovision.tv: Ester Peony - On a Sunday

Lässt die Muskeln spielen: Luca Hänni bei seiner ersten Probe
Spuren im Sand, Anna Odobescu gräbt einen Effekt von 2011 wieder aus
Was ist da vorgefallen? Die blutunterlaufenen Augen von Ester sind hoffentlich ein Ausrutscher

1 Kommentar:

  1. Finde auch das Schweiz weiter im Rennen bleibt, aber bisschen zweifel ich das er es auch bis nach ganz oben schaffen, gesanglich noch ein bisschen zulegen aber sonst ganz gut Top 5 immer noch drin.

    Dieses mit der Sandmalerei hab ich auch schon tausend mal gesehen, finde das schon langweilig, damit hat man sich jetzt kein gefallen getan, auch hier muss sich jetzt gesanglich überzeugen, da warte ich auch auf die zweite Probe.

    Ohh Gott ist die krank???? Warum wird die sooo entsetzlich geschminkt, wer hat das zu verantworten??? Ich weiß nicht gefällt mir nicht, überzeugend fand ich das jetzt auch nicht, so sehe ich da fast keine Chance? Wenn es überhaupt eine gab, bin fast geschockt....

    AntwortenLöschen