Sonntag, 19. Mai 2019

Deutschland: Knapp daneben? Nö, weit vorbei!



„Sorry Germany“: Deutschland bekam in Tel Aviv keinen einzigen Punkt im Televoting. Was rein theoretisch auch heißen könnte, dass man immer knapp 11. geworden ist. Aber wirklich nur rein theoretisch. Matthias hat sich die Detailergebnisse angeschaut.

Das Punktesystem des ESC bringt es ja mit sich, dass nur die beliebtesten 10 jeweils Punkte aus einem Land erhalten. Also selbst wer überall 11. wird, landet am Ende mit 0 Punkten ganz hinten.

Angesichts des gestrigen Televoting-Ergebnisses für „Sister“ scheint also die Frage erlaubt: War’s knapp? Schauen wir uns dazu die Ergebnisse in den 39 anderen Ländern mal genauer an (aus Weißrussland fehlen nach wie vor die detaillierten Ergebnisse).

Der grundsätzliche Trend des ESC-Abends, dass der deutsche Beitrag eher ein Lied für die Jurys war, stimmt auch generell. Und: Knapp war es in der Tat fast nirgendwo. In der Schweiz landeten die S!sters beim Televoting auf Platz 11; in Österreich, Albanien und Dänemark reichte es bei den Zuschauern jeweils für den 17. Platz. Das sind in der Tat die höchsten Platzierungen des deutschen Acts im Televoting – sonst steht jeweils eine 2 vorn.

Tatsächlich Letzte wurden die beiden Mädels aber auch selten. Die Zuschauer in Australien, Belgien, Finnland, Italien, Montenegro und Zypern setzten S!sters auf ihren allerletzten Platz. (Plus San Marino – da weiß man aber ja nicht so recht, wie das TV-Votum entsteht.) Vorletzte wurde „Sister“ im Televoting in Schweden, Griechenland, Norwegen, UK, Ungarn, Georgien und Serbien.

Bei den Jurys ist das Bild ähnlich. Bekanntlich bekam Deutschland Punkte von den Jurys aus Dänemark (8) und Belarus (8), aus der Schweiz (6), Litauen (5), Australien (3) und Irland (2). Knapp war es nur bei den Jurys in Albanien, Niederlande und Moldawien, die jeweils „Sister“ auf ihrem 12. Platz hatten. Österreichs Jury dann immerhin noch mit Rang 14, und die Juroren Portugals setzten Deutschland auf die 15.

Kurzum: Von Punkten war das deutsche Duo in den allermeisten Fällen eher weit entfernt. Höchstens aus der Schweiz hätte vielleicht noch knapp ein Televote-Punkt kommen können. Hätte nichts gerettet. Es bleibt, wie es ist: ein unterirdisches Ergebnis, das sich in die Riege 2015/2016/2017 einreichen darf.

Land
Tele
Jury
Land
Tele
Jury
Land
Tele
Jury
ALB
17
12
FRA
23
17
MNE
26
23
ARM
22
17
GBR
24
23
NED
21
12
AUS
25
8
GEO
25
16
NOR
24
17
AUT
17
14
GRE
24
23
POL
24
21
AZE
23
22
HUN
25
19
POR
24
15
BEL
26
24
IRE
23
9
ROU
23
20
BLR

3
ISL
22
17
RUS
23
24
CRO
22
21
ISR
22
18
SER
24
17
CYP
25
25
ITA
25
18
SLO
21
23
CZE
23
16
LAT
24
18
SMR
25
23
DEN
17
3
LIT
22
6
SUI
11
5
ESP
20
17
MDV
24
12
SWE
24
22
EST
23
19
MKD
22
18



FIN
26
18
MLT
20
20



1 Kommentar:

  1. Sollte den NDR eine Lehre sein einfach eine Wildcard zu vergeben und irgend ein Song aus der Schweizer Restrampe zu nehmen und gezielt dafür zu werben und denen auch noch die beste Startnummer zu geben, fühlte sich alles nach Schiebung an. Und die Performance gestern das langweiligste was ich seit langem gesehen habe, die hatten über Monate Zeit und dann sowas. Das späte Video war doch schön, da hätte man was auf die Bühne bringen können. Also der NDR hat alles falsch gemacht was man falsch machen konnte. Die internationale Jurys kannst du weglassen beim Vorentscheid, würde dem ESC-Panel mehr Gewichtung geben, weiß nicht ob wir mit Aly mehr Punkte bekommen hätten aber mir hatte das einfach besser gefallen. Aber bis dahin ist ja noch Zeit.....

    Naja ich weiß nicht ob der NDR irgendwann mal mutig ist aber beim nächsten Mal hätte ich gerne mehr Auswahl und bitte mehr an den Auftritten arbeiten.

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