Freitag, 10. Mai 2019

Tag 6: Die Finalisten proben, Teil eins



Liebe Freunde der Eurovision, die erste Hürde ist gemeistert, die Reise bei der Deutschen Bahn kann weitergehen, die Service & Tarif-Prüfung liegt erfolgreich hinter mir. Nun können wir uns in Ruhe auf den Eurovision Song Contest bzw. auf die letzten stattfindenden Proben in Tel Aviv konzentrieren. Unter anderem sind heute die Big Five und Gastgeber Israel das erste Mal dran gewesen und genau um diese sechs Nationen kümmern wir uns nun im Schnelldurchlauf, da wir den Rest ja bereits einmal gesehen haben.

Israel - Wie erwartet schwülstig kommt der Gastgeber Israel in diesem Jahr mit Kobi Merimi daher. Es gibt Glitzerregen und ganz bewegende Noten. Kobi wird von drei männlichen und zwei weiblichen Backings begleitet, die allesamt vor schiefen Fragmenten stehen. Insgesamt wirkt die Nummer wie die Performance aus Montenegro, nur weniger kindlich und dafür mit dem Pathos in der Stimme, die zeigt, dass der israelische Sänger alles gibt. Er nutzt auch den Catwalk der Bühne, ballt die Faust und macht große, dramatische Gesten. Allerdings bleibt das Lied immer noch viel zu aufgeblasen, sodass ich bei meiner Meinung bleibe, Israel möchte heuer nicht noch einmal gewinnen.

Video von Eurovision.tv: Kobi Merimi - Home

Frankreich - Nicht minder theatralisch präsentiert sich Bilal Hassani, der sich extra für den Eurovision Song Contest noch Extensions in das platinblonde Haar eingeflochten hat und nun noch mehr nach der älteren Schwester von Zena aus Weißrussland aussieht. Das weiße, bauchfreie Outfit hatte Britney in den 2000ern sicherlich auch im Schrank. Reduziert man den französischen Beitrag nicht nur auf das Outfit, so sieht man eine spannende Mischung, denn Bilal wird von zwei Tänzerinnen begleitet, eine XL-Model und eine sehr dürre Dame, die Bilal umtanzen. Auf den Backscreens ziehen Spruchbänder á la "This is me" umher, die LEDs sind violett gehalten, alles wirkt stimmig, die Franzosen erzählen in drei Minuten mal wieder eine tiefgreifende Story mittels ihrer Choreographie.

Video von Eurovision.tv: Bilal Hassani - Roi

Spanien - Keine Geschichte, sondern einfach nur um Spaß geht es währenddessen in der spanischen Auftrittszeit. Miki hat auf der Bühne die tanzenden Tornados dabei, die krampfhaft mit ihren Moves versuchen, die spanische Leichtigkeit mit Aerobic zu verkörpern. Dabei laufen sie vor einem überdimensionalen IKEA-Regal umher, in das man eine Treppe, Lampen und eine spärliche Wohnzimmereinrichtung gestellt hat. Auf den LEDs spielen sich psychedelische Dreiecksanimationen ab, ich schätze nach einem Kübel Sangria hat die Show ihren Reiz, nüchtern wirkt sie zu überladen. Auch die große Puppenkonstruktion, die über die Bühne gezogen wird, überfrachtet den Titel vollends und somit können wir die Hoffnungen Spaniens auf eine vordere Platzierung in diesem Jahr getrost ausbremsen.

Video von Eurovision: Miki - La venda

Kobi Merimi singt stark, hat aber einen arg schleimigen Song am Start
Stilbruch durch Kontraste: Bilal Hassani bei seiner ersten Probe
Zu viel in drei Minuten: Miki und das Möbelgeschäft, die spanische Probe

1 Kommentar:

  1. Israel: Singen kann der gute Kobi definitiv, aber um diesen Song aufzuwerten hätte man echt eine unvergessliche Performance hinlegen müssen. So scheint er gemütlich über die Bühne zu gehen und das wird Israel nicht gut bekommen. Ähnliches Schicksal wie Portugal letztes Jahr? Gut möglich!

    Frankreich: Für mich eine echte Überraschung. Im VE hat mir da halt überhaupt nichts gefallen, aber jetzt scheint Bilal den Song so zu singen, dass er ihm liegt und die Backings helfen natürlich auch gehörig. Das Staging finde ich sehr sehr interessant. Und vorallem innovativ!

    Spanien: Innovativ ist auch Spanien, aber mit einer Gopro die Halle filmen während random eine überdimensionale Puppe die Bühne füllt ist too much. Hätte Miki lieber einfach gesehen wie er simpel Party macht.

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