Montag, 25. Februar 2019

Ukraine: Maruv veröffentlicht Auszüge aus Teilnahmevertrag



Ukraine - Mittlerweile ist bekannt, mit welcher Maschinerie das ukrainische Fernsehen UA:PBC offenbar seit Jahren Kandidaten verpflichtet, quasi ihre Karriere für den Eurovision Song Contest an den Nagel zu hängen und mit Methoden zur Eurovision schickt, die Menschenhandel gleichen. Sängerin Maruv, die den Teilnahmevertrag von UA:PBC ausgehändigt bekommen hat, hat diesen nun publik gemacht und sich kritisch über das Prozedere geäußert.

Via Facebook stellte Maruv Teile des Knebelvertrags vor. Sie berichtet u.a. "Die letzten 24 Stunden waren die emotionalsten in meinem Leben. (...) Ich bin Ukrainerin, ich liebe mein Land und ich bin stolz, dass ich die Ukraine in Tel Aviv beim Eurovision Song Contest vertreten darf (...)", und das, obwohl sie von drei anderen Ländern Anfragen erhalten hatte. Ferner sei Maruv bereit, ihre Auftritte in Russland abzusagen und hat brav alle Fragen der Jury nach ihrem Gusto beantwortet.

So sei sie nach 2014 nicht auf der Krim gewesen und kein ukrainisches Recht verletzt. Zudem trägt sie alle Auslagen für die Eurovision selbst. Aus dem Vertrag von UA:PBC zitiert sie: "Mir wird jegliche Improvisation auf der Bühne ohne Genehmigung von NTU verboten.", nicht abgestimmte Gymnastik-Einlagen würden die Sängerin bis zu zwei Millionen UAH Strafe kosten, was nach heutigem Stand etwa 65.000 Euro entspricht. Darüber hinaus muss sie sich den Anforderungen und Weisungen von NTU fügen.

"Theoretisch könnten sie mich zwingen auf der Geburtstagsparty des Vizepremiers zu tanzen und mich im Falle einer Absage disqualifizieren und mich erneut mit einer Strafe von zwei Millionen UAH belegen.", so Maruv. Ihr sei es untersagt, mit Journalisten ohne Zustimmung von NTU zu sprechen, was gegen die Meinungsfreiheit und Menschenrechte verstoße. Hinzu kämen diverse weitere absurde Klauseln, die nicht näher genannt wurden. Maruv erhalte im Gegenzug außer ihrem Startrecht in Tel Aviv keinerlei Vergütung oder Belohnungen, selbst ihren Trip nach Tel Aviv und um das Visum muss sie sich selbst kümmern, erklärte sie.

Maruv - Siren song

1 Kommentar:

  1. Sie hat den Vertrag nicht unterschrieben und startet wohl nicht für die Ukraine.

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