Sonntag, 9. Dezember 2018

Türkei: Neue Kooperation mit der EBU?



Türkei - Kein Boykott hält ewig, das haben viele auch gemerkt, nachdem Ferrero deutschlandweit die Rezeptur von Nutella verändert und mehr Milchpulver zugesetzt hat. Irgendwann überkommt einen die Lust, doch wieder in ein Nutellabrot zu beißen. Und indirekt verhält es sich auch so mit dem türkischen Fernsehen TRT und dem Eurovision Song Contest. Wie ESCTurkey.com berichtet, wünscht man sich in Ankara wieder an Eurovisionsveranstaltungen teilzunehmen.

Momentan wehen am Bos-
porus keine ESC-Fahnen
In dieser Woche wurde bei der Generalversammlung der Europäischen Rundfunkunion an der Besetzung des Executive Boards geschraubt, einer der Mitglieder dieses Exklusivteams ist nunmehr der TRT-Generaldirektor İbrahim Eren. Das war derjenige, der vor etwas über einem Jahr den Satz "Abnormale Menschen gewinnen den Wettbewerb und niemand unternimmt etwas dagegen.", prägte und auf Conchita Wurst abzielte.

Wie es nun von der EBU heißt, sucht das türkische Fernsehen wieder den Dialog mit Vertretern der Rundfunkunion, in einer E-Mail erklärte die EBU: "TRT hat bestätigt, dass sie in diesem Jahr nicht am Wettbewerb teilnehmen. Allerdings sagte uns İbrahim Eren, dass er die Kooperation mit der EBU in 2019 in allen Bereichen wiederaufnehmen möchte." Abhängig von der Intensität dieser Kooperation sei eine Song Contest-Teilnahme nicht ausgeschlossen.

Sertab Erener gewann 2003
als einzige Türkin den ESC
Die Türkei kehrte der Eurovision nach dem Song Contest in Aserbaidschan 2012 den Rücken und fehlt seither, da man sich zu wenig in den Kreis der EBU integriert und beachtet fühlt. Zusätzlich sei das Regelwerk der Eurovision nicht mit den Interessen von TRT kompatibel. Aus diesem Grund hat die Türkei 2013 mit der Türkvizyon ihren eigenen Song Contest erfunden und strebt für 2019 auch eine Teilnahme an Eurovision Asia in Gold Coast, Australien, an.

Die Europäische Rundfunkunion hat im Laufe der Jahre diverse Anstrengungen unternommen, die Türkei stärker einzubinden und heißt sie regelmäßig beim Eurovision Song Contest willkommen, muss sich aber wie jede andere Nation an das Regelwerk des Wettbewerbs halten. Insofern bleibt abzuwarten, ob wieder einmal nur heiße Luft aus Ankara kommt oder doch eine vielversprechende Kooperation entsteht, die schlussendlich dazu führt, dass die Türkei zum Song Contest zurückkehrt.

1 Kommentar:

  1. Hmm... ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich den türkischen Menschen des öffentlichen Lebens abkaufen soll... Die nehmen den Mund immer zu voll, machen auf dicke Hose und fünf Minuten später ist das alles vergessen und sind dann wieder zu einer Kooperation bereit.
    Man versucht stur gegen irgendwas anzukämpfen, merkt, dass es keinen juckt und dann stoßen sie wieder dazu. Ist mir auch in der Politik aufgefallen. Versucht man quasi mehr Macht dadurch zu erlangen? Komische Einstellung...

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