Sonntag, 29. April 2018

Tag 1: Together we can ease the pain, Island lässt kalt



Island - Irgendwann am späten Abend die isländische Delegation nach siebenstündigem Zwischenstopp in London in Lissabon angekommen und nach einer kurzen Nacht ging es für das Team um Ari Ólafsson direkt in die Altice Arena. Irgendwie sind sich auch alle Reporter einig, dass die Darbietung, die sehr dem Auftritt vom Söngvakeppnin ähnelt, viel zu wenig ist, um in diesem Killerhalbfinale zu bestehen. Diesen Eindruck kann ich nach dem Gesehenen auch unterstreichen.

Ari trägt einen weißen Anzug mit roten Streifen, die an ein Metronetz erinnern, seine Backings, die ihn später auf der Bühne begleiten und zu denen auch Komponistin Þórunn Erna Clausen gehört, tragen ebenfalls Rot und Schwarz. Die Bühne ist dunkel gehalten, zum Finale hin entzündet sich der Hintergrund gelb-rot. Auch ein bisschen Bodennebel kommt zum Einsatz, während Ari sich stimmlich nicht anmerken lässt, dass er vermutlich nur wenig Schlaf hatte. Trotz der souveränen Gesangsdarbietung plätschert der Auftritt leider vor sich hin und auch wenn Ari stimmlich aus den Vollen schöpft, so wird "Our choice" vermutlich nach dem Versiegen des Applauses in der Halle direkt wieder in Vergessenheit geraten. 

Hinzu kommt, dass seine Backings allesamt sehr unmotiviert um ihn herum platziert wurden. In diesem Sinne hätte ich die fünf irgendwo am Rand platziert und Ari in den absoluten Fokus gerückt. Irgendwie schade, dass Ari dieses Lied singt, wo er so engagiert alle Promotermine wahrgenommen hat und offenbar wirklich Freunde in der Community gefunden hat. So sehr ich auch Sympathien für Island in diesem Jahr hege, so offen muss ich zugeben, dass ich die Nummer für einen Anwärter auf den letzten Platz in diesem Halbfinale halte. 

Für ein Weiterkommen fehlt es definitiv an Feuer. Bleibt zu hoffen, dass die Isländer sich die Proben genau anschauen und Korrekturen vornehmen und vor allem Ari in einen etwas zeitgemäßeren Anzug stecken, der macht ihn nämlich locker zwanzig Jahre älter... Beim Meet & Greet sang Ari mit seinem Team ein Best Of diverser Song Contest-Titel und gab an, selbst Song Contest-verrückt zu sein. So habe er selbstredend auch alle Preview-Konzerte auf dem Weg nach Lissabon mitgenommen und dabei auch Freundschaften geknüpft, insbesondere mit Ryan aus Irland und dem Pärchen aus Spanien.

Hat backstage Eugent Bushpepa gefunden: Ari Ólafsson
Erste Bühnenerfahrungen für das isländische Team, seine Backings stören in den Totaleinstellungen
Leider passiert drei Minuten nichts auf der Bühne, nur stimmlich läuft es rund für Ari

1. Probe: Ari Ólafsson - Our choice

1 Kommentar:

  1. Kein guter Song, kein gutes Staging. Ergo kein gutes Ergebnis. Das einzig positive ist seine Stimme. Und die backings hätte ich auch mehr in den Hintergrund gerückt.

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