Samstag, 13. März 2021

Weißrussland: Lukatschenko kündigt neues Lied an


Weißrussland
- Der König hat gesprochen, Weißrussland wird mit einem anderen Lied zum Eurovision Song Contest fahren. Präsident Lukatschenko erklärte am Rand des Sportfestivals Minskaya Lyzhnya gegenüber Journalisten der staatlichen Nachrichtenagentur Belta: "Sie fangen an uns von allen Seiten unter Druck zu setzen, sogar bei der Eurovision. (...) Wir werden ein anderes Lied entsenden, das ist gar keine Frage.", wird er zitiert. Der ursprünglich von BTRC nominierte Song "Ya nauchu tebya" wurde von der EBU abgelehnt.

Das Lied der Gruppe Galasy ZMesta wurde von der EBU mit der Begründung abgelehnt, der Text sei nicht mit der nicht-politischen Natur des Wettbewerbs vereinbar, zudem würde er den Wettbewerb in Verruf bringen. BTRC wurde eine Frist gesetzt, einen neuen Beitrag einzureichen oder eine Disqualifikation in Kauf zu nehmen. BTRC selbst reagierte bisher nicht, dies geht offenbar alles über die präsidiale Ebene. Erstmals seit 2009 hat die Europäische Rundfunkunion ein Lied abgelehnt.

Gleichzeitig, so berechtigt die Ablehnung auch ist, stellt sich die Frage, warum andere Lieder mit ebenso sensiblen politischen Botschaften teilnehmen dürfen, etwa der Siegertitel von Jamala aus der Ukraine 2016 oder auch "Face the shadow" 2015 aus Armenien. Diese haben offiziell zwar geschichtliche Ereignisse aufgearbeitet, die Botschaften dieser Lieder können dennoch als Kritik an Russland bzw. in Hinblick auf den Völkermord des Osmanischen Reichs an den Armeniern 1915 gedeutet werden. Jedenfalls wird es einen neuen weißrussischen Titel "ahead of time" geben, wir sind gespannt.

1 Kommentar:

  1. Weil sich weder Armenien noch die Ukraine in zynischer Weise über unterdrückte Menschen lustig gemacht haben vielleicht? Oh Gott! Kommt mal raus aus eurer PC Ecke und traut euch einen Diktator auch einen Diktator zu nennen.

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