Montag, 30. April 2018

Tag 2: Schau mir in die Augen, Kleiner



Irland - Sechs Punkte gilt es zu schlagen. So viele Zähler hatte Ryans Onkel Gary O'Shaughnessy am Ende des Finales der Eurovision 2001 auf dem Konto. Das dürfte angesichts der süßen Performance durchaus machbar sein und ich freue mich schon auf die ersten Tiraden russischer Politiker, wenn sie das Getanze von Ryans beiden Backings sehen. Die gesamte irische Inszenierung ist stark an das Video zu "Together" angelehnt.

Als Requisiten stehen eine Parkbank und eine Straßenlaterne zur Verfügung, um die Ryans Tänzer agieren und sich mit Hebefiguren und synchronen Moves ganz verliebt geben, insbesondere bei der Zeile "Look me in the eyes". Ryan selbst steht im Vordergrund mit seiner Gitarre am Mikrofonständer und zeichnet sich wieder durch seinen hohen Gesang aus. Ergänzt wird das Bühnenteam der Iren durch eine Pianistin, die im Hintergrund am Flügel sitzt. Es wirkt in sich stimmig, nicht zu überladen.

Die Bühne ist dunkelblau eingefärbt, eben um den Dubliner Himmel am späten Abend zu repräsentieren. Tatsächlich beginnt es im Verlauf der drei Minuten auch noch zu schneien. Das hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht, trotzdem ein netter Effekt, der wieder einmal zeigt, was die Produzenten der Show zu leisten imstande sind. Einziger Kritikpunkt ist eventuell, dass sich die Kameraeinstellungen weniger auf Ryan sondern eher auf die beiden im Hintergrund fixieren. Ryan und die Pianistin machen mehr oder weniger nebenbei ihr eigenes Ding, unabhängig von den Tänzern.

Trotzdem bleibt es eine schöne Nummer, der ich viel Erfolg wünsche. Vermutlich wird Irland aber auch damit im Semifinale kleben bleiben, was ich persönlich sehr schade fände. Es bleibt ein qualitativ hochwertiges Lied mit Inhalt, das aufgrund der Masse an Liedern am Ende auf der Strecke bleiben wird. Dennoch habe ich die Hoffnung in Irland noch nicht verloren, es bleibt abzuwarten, wie die Nummer am Fernseher wirkt. Auf die Frage, bei der PK, ob er Druck verspüre Irland wieder einmal ins Finale bringen zu müssen antwortete er nur schelmisch, dass der Druck nicht bei ihm sondern beim Delegationsleiter läge.

Ryan O'Shaughnessy tritt 17 Jahre nach seinem Onkel für die grüne Insel an
Begleitet von seinen beiden Tänzern, die wir schon aus dem Musikvideo kennen
Ebenfalls omnipräsent: die Straßenlaterne, irgendwann setzt leichter Schneefall ein

1. Probe: Ryan O'Shaughnessy - Together

1 Kommentar:

  1. Ich freue mich, dass die Tänzer dabei sind. Der Song hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber es fällt auf und passt auch wenn genauso gut Mann und Frau hätten tanzen können. So sehr ich den Song auch liebe, für mich im Bunde mit Island und Schweiz ein sicherer Nichtqualifikant.

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