Dienstag, 1. Mai 2018

Tag 3: Abendgruß nach dem dritten Probentag



Portugal - "The month of May is just around the corner!", pflegte Lynda Woodruff zu sagen und nun ist er auch wieder da, der Monat in dem der 63. Eurovision Song Contest stattfindet. In Lissabon laufen die Proben auf Hochtouren, heute gab es Eindrücke in die Pläne der Nationen, die im zweiten Halbfinale in der ersten Hälfte antreten, von Norwegen bis Australien. Mit dabei waren wieder Aufsteiger, etwa Moldawien mit seinem Fensterkabinett aber auch Verlierer wie die Niederlande.

Aus dem heute wieder abgehaltenen Pressevoting der anwesenden Journalisten gingen die DoReDos klar als Sieger hervor, während Russlands Sängerin Julia Samoylova keinen einzigen Punkt erhielt. Mit nur jeweils einem Punkt beendeten die Niederlande und Serbien den Tag. Dabei hat Julia ohnehin schon einen schweren Stand, sie benötigt in Lissabon eine Dolmetscherin und wirkt irgendwie ausgegrenzt. Dabei kann sie am wenigsten dafür, dass Russland in diesem Jahr nicht ankommt. Gerüchte aus Moskau tun da ihr übriges.

Wie Ryan O'Shaughnessy schon vermutet hat, plant der russische Perwy Kanal das erste Halbfinale am 8. Mai nicht live auszustrahlen und setzt stattdessen lieber auf aktuelle Folgen einer nicht näher genannten Serie. Als möglicher Grund gilt hierbei der irische Auftritt, bei dem zwei Männer gemeinsam tanzen, womit die russische Rechtsprechung sich schon auf ihr Gesetz zur Vermeidung von Homo-Propaganda berufen könnte. Bestätigt ist dies nicht, angeblich soll die Show aber tatsächlich erst um 22:30 Uhr (Moskauer Zeit) zeitversetzt ausgestrahlt werden.

Das zweite Halbfinale wird in jedem Fall live in Russland zu sehen sein, als Kommentatoren sollen Yuri Aksyuta und Yulia Churikova berichten. Etwas angenehmere Programminformationen gibt es derweil aus Österreich. Auch in diesem Jahr sendet der ORF wieder massiv vom Wettbewerb. Neben der Ausstrahlung der drei Liveshows auf ORF eins sind diverse Programme rund um den Wettbewerb freigeschaufelt worden. So gibt es vor jeder Show ab 20:15 Uhr wieder die Sendung "Mr. Song Contest proudly presents" mit Kommentator Andi Knoll.

Auch die ORF-Landesstudios werden laut einer Pressemitteilung in ihren Shows "Seitenblicke" und "Guten Morgen Österreich" vom Geschehen in Lissabon berichten. Der Radiosender Ö3 wird ebenfalls regelmäßig Meldung machen. Alle Shows werden per ORF-Teletext mit Social Media-Einblendungen unterlegt, von der Redaktion ausgewählte Tweets werden unter der Texttafel 780 abrufbar sein, eine Erklärung wie genau das funktioniert gibt es auf der Seite 781. 

Ferner bietet der ORF mit seiner TVthek für hör- oder sehbeeinträchtigte Menschen einen barrierefreien Zugang zum Wettbewerb und bietet Untertitel und Audiokommentare an. Die Shows sind zudem sieben Tage on demand abrufbar. Was uns im deutschen Programm erwartet werden wir in einem eigenen Posting noch erfassen, später blicken wir aber schon auf das Konkurrenzprogramm, das am 12. Mai parallel zum Eurovision Song Contest im deutschen Fernsehen laufen wird. Durch die Umstellung verschiedener Sender, ihr TV-Programm nicht mehr sechs Wochen im Vorfeld zu veröffentlichen, musste dieses Posting bislang hintenan gestellt werden.

Während in Lissabon die Meet & Greets ihr Ende finden, blicken wir auf den Probenplan für morgen, den 2. Mai. Dann sind die letzten Semifinalisten an der Reihe, beginnen werden wir zu früher Stunde mit Georgien. Den Journalisten vor Ort sei nahegelegt, sich für die georgische Probe einen extra starken Kaffee zu holen. Es folgt Polen mit seinem "Light me up", Malta und Ungarn, im zweiten Probenblock Lettland, Schweden und Montenegro, zum Schluss gibt es Lea Sirk aus Slowenien und Mélovin aus der Ukraine. Am Donnerstag wiederholt sich das erste Halbfinale, dann gibt es aber auch offizielle Pressekonferenzen, die etwas umfangreicher ausfallen werden, als die bisherigen Meet & Greets.


Die rumänische Delegation reist im eigenen Bus an | Pressesieger Moldawien

Kommentare:

  1. Die heutigen Proben waren, wie erwartet, nicht wirklich atemberaubend. Die größte Neugierde hatte ich bei Russland und Australien.
    Russland ist wie ich es bislang in Erinnerung hatte: Grausam! Sie kann nicht singen. Fertig! Der Berg macht es da nicht besser. Im Gegenteil. Ich stand mit offenem Mund da, als ich gesehen hab, wie man die Behinderung kaschiert. Aber ich habs leider so erwartet...
    Australien hat jetzt auch nicht das geliefert, was ich mir erwartet hätte. Ja die Schuhe sind grausam, doch das Kleid auch nicht vorteilhaft - und grässlich! Stimmlich ist Jessica gut, keine Frage, doch sie wirkt etwas verloren. Finale aber ist sicher. Wenn nicht Australien, wer dann? :D
    Okay Alexander Rybak schafft es auch sicher ins Finale, auch wenn sein Auftritt jetzt nichts besonderes aufweist. Erstaunlich wie er bei den Wettquoten auf Platz 2 liegt?! Die Quoten ändern sich (Gott sei Dank) aktuell ständig. Das macht es spannender.
    Wem ich bislang keine Finalchancen eingeräumt habe, war Moldawien. Ich bin aber mittlerweile von dem Land sooooo begeistert. Wieder eine Überraschung wie letztes Jahr!!! Von mir aus kann man dieses Auftritt auch ein zweites Mal sehen. Vor allem ist diese Wand was Altes im Musikbusiness, aber dennoch neu beim ESC! Fabelhaft!
    Rumänien finde ich optisch schön anzugucken. Stimmlich auch gut. Finale? Neeee... Zu Serbien, Dänemark und Niederlande kann ich wenig sagen, es hat sich nicht viel verändert.
    San Marino hat mich heute noch mehr enttäuscht als bisher. Die lagen bei mir auf Platz 38 - Spielraum nach unten gibts nicht mehr viel :D da hab ich nichts Positives gesehen. Die Roboter finde ich.. emm.. keine Ahnung?! :D stimmlich auch schlecht... oh man San Marino...

    Morgen bin nur auf Malta gespannt! Der Rest wird wahrscheinlich nichts extravagantes bieten.
    Können wir nicht nur das erste Semifinale ausstrahlen und alle 19 weiterlassen, dafür das zweite Semi streichen? Echt schlimm die Verteilung diieses Jahr :-/

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  2. Dieses Jahr ist der Schnitt zwischen Semi 1 und 2 echt extrem, da hat Jannis recht.
    Heute war definitiv Moldau der Gewinner. Großartige Show mit Humor und Klasse. Damit ist das Finale nur noch Formsache.
    Enttäuscht hat die Niederlande. Was die Musiker da plötzlich so rumzappeln weiß wahrscheinlich nicht mal Waylon.
    Norwegen, Dänemark, Serbien überraschen nicht. Die ersten Beiden werden wir auch im Finale wiedersehen . Serbien dagegen hoffentlich nicht :D
    San Marino bringt was neues, auf die Bühne des ESC, auch wenn es das im Vorentscheid ja schon gab. Aber das haben sie meiner Meinung nach besser gelöst, als noch bei 1in360. Auf die Tänzer hätte ich verzichtet. Aber egal ob mit oder ohne Tänzer, Finale ist leider unerreichbar.
    Russland ist das was erwartet wurde. Grottenschlecht. Das darf niemals im Finale, da passt gar nichts. Australien hat auch ein wenig Federn lassen müssen. Immer noch gut, aber nicht mehr so gut. Einen Siegkandidaten sehe ich nicht mehr.

    Ich bin morgen auch am Meisten auf Malta gespannt, wie man das gute Konzept aus dem Vorentscheid in Lissabon umsetzt.
    Georgien und Montenegro bringen vermutlich ruhige und unspektakuläre Settings. Und Lettland, Schweden, Ukraine, Ungarn, Slowenien und Polen bringen vermutlich baugleiches zi deren Vorentscheid.
    Freue mich eher auf Donnerstag, wenn wir die ersten TV Ausschnitte sehen.

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  3. Ich will gar nicht viel zu den Proben schreiben, aber was mich ziemlich ärgert, ist Russland.
    Offensichtlich das gerade das stärkere ersten Semifinale nicht gezeigt wird, weil zwei Jungs im irischen Beitrag tanzen, schade das Irland im 1 Semi ist und nicht im zweiten, dann wären die Chancen besser aufs Finale gewesen. Alleine das man Julia auf einen Berg sieht und ihrer Behinderung bewusst versteckt wird finde ich traurig, und mehr Aufmerksamkeit auf die Tänzer gelegt wurde.
    Noch nie habe ich mir das Aus von Russland im Semi gewünscht, aber ich habe so das Gefühl das die auch damit ins Finale schaffen, eine Pinkelpause von mir wäre gesichert, nicht wegen Julia einfach weil Russland mich so mit der Performance ärgert will.

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