Dienstag, 15. Mai 2018

Eurovision 2018: Hintere Platzierungen des Votings bekannt



Portugal - Inzwischen sind auch die kompletten Detailwertungen der drei Shows von vergangener Woche auf Eurovision.tv verfügbar. Bislang waren nur die Punkteränge einsehbar. Und es gibt noch ein bisschen was aufzuarbeiten. So hat es im armenischen Televoting am Dienstag tatsächlich ein Beitrag geschafft, unterhalb von Aisel aus Aserbaidschan zu landen, nämlich der isländische Titel "Our choice". Ansonsten blendeten Juroren und Zuschauer den Titel aus dem verfeindeten Nachbarland komplett aus.

In Aserbaidschan landete "Qami" sowohl im Tele- als auch im Juryvoting geschlossen auf dem letzten Platz. Offenbar hat sich niemand getraut, für den Nachbarn zu votieren, nachdem es u.a. im Jahr 2009 polizeiliche Vorladungen an Aseris gab, die für den armenischen Titel von Inga & Anush gestimmt hatten. Bemerkenswertes aus Osteuropa gibt es auch im Finale, insbesondere von der litauischen Jury. Diese hat den moldawischen Beitrag der DoReDos, gecoacht vom russischen Produzenten Phillip Kirkorow ausnahmslos aus den 25. Rang gesetzt. Die Zuschauer waren für die Spaßnummer empfänglicher und haben Moldawien auf der #16 einsortiert. 

Eine ähnliche Jurywertung gibt es in Tschechien und Polen zu beobachten, dort landeten die DoReDos ebenfalls auf dem letzten Rang im Finale. Bei den russischen Juroren hingegen lag "My lucky day" mit Ausnahme vom Juroren Wladimir Matetsky auf dem ersten Rang und erhielt die zwölf Punkte aus der Heimat. Die sonst im Zwielicht stehenden Juries aus Montenegro und Malta blieben diesmal unauffällig. Bekanntermaßen landete Schweden beim deutschen Juryvoting im Finale an der Spitzenposition und kassierte die zwölf Punkte. Im Televoting hingegen reichte es bei Schweden nur für den 21. Platz. 

Eine knappe Entscheidung war dies also nicht. Eine ähnliche Differenz bezüglich Schweden kann man auch bei anderen Nationen beobachten. In Armenien gab es ebenfalls zwölf Punkte von den Juroren, beim Televoting landete Benjamin Ingrosso dagegen nur auf dem 24. Platz, in Belgien waren es acht Jurypunkte, beim Televoting Platz 22. Die wenigsten Anrufe aus Deutschland erhielt die spanische Ballade von Alfred & Amaia. Portugal, das in einer Reihe von Nationen im Televoting auf dem letzten Platz landete, erreichte in Deutschland zumindest Rang 18. 

Zu hinterfragen bleibt zudem das "Televoting" aus San Marino. Aufgrund des Anschlusses an das italienische Telefonnetz gibt es keine Anruferzahlen aus San Marino. Dafür wird ein Querschnitt des Televoting aus einer handvoll anderer Nationen genutzt und ein Mittelwert errechnet. In diesem Fall hat Dänemark die volle Punktezahl im Halbfinale erhalten. Die Europäische Rundfunkunion hat die Nationen, aus deren Grundlage das Televoting gebildet wurde nicht bekannt gegeben, in der Vergangenheit wusste nicht einmal beim sanmarinesischen Fernsehen jemand Bescheid, woher diese Stimmen kamen.

Im zweiten Semifinale kommt dieser Abstimmung nun aber noch besondere Aufmerksamkeit zu, da die späteren Plätze zehn und elf, also die Qualifikationsgrenze, betroffen sind. So erhielt das ungarische Lied von AWS im "Televoting" acht Punkte, die rumänische Darbietung null Punkte. Ohne diese Punkte hätte es Ungarn nicht ins Finale geschafft. Ob dies nun gerecht ist oder nicht muss jeder für sich entscheiden. Die Wertungen aller drei Shows kann man hier auf Eurovision.tv unter "Detailed voting results" anschauen.

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