Dienstag, 1. Mai 2018

Tag 3: Moldawien begeistert mit Boulevardtheater



Moldawien - Es ist mir ein Rätsel, wie Moldawien es quasi Jahr für Jahr schafft, sich neu zu erfinden und immer wieder neue frische Ideen auf die Eurovisionsbühne zu bringen. Die DoReDos bringen eine weiße Wand mit neun Fenstern mit, die sich hin und wieder öffnen und ein wahres Amüsement einer Dreiecksbeziehung offenbart. Von tanzenden Füßen bis hin zu komplett sichtbaren Doubles, ist alles dabei. Eine wirklich fantastische Idee, die auch in Lissabon direkt positiv aufgenommen wird.

Die drei Sänger der moldawischen Hermes House Band sind in Landesfarben gekleidet, Marina trägt ein gelbes Kleid, ihre beiden Bandkollegen Eugeniu und Sergiu tragen jeweils einen blauen und einen roten Anzug. Sie singen, tanzen und laufen hin und her, inszenieren ein wahres Verwirrspiel und sie müssen aufpassen, dass sie sich nicht gegenseitig in die Quere kommen, die Choreographie ist trotzdem eine der besten, die es bislang bei diesem Song Contest zu sehen gab.

Die Show macht direkt Laune und besticht durch Witzigkeit, sodass die unmittelbar davor startende Katastrophe schnell vergessen ist. Da man vermutlich drei Minuten gespannt auf die Türen und Fenster achten wird, wird ist auch die ein oder andere schiefe Note verzeihlich und auch der skurrilen Text von "My lucky day" wird deutlich durch die Show abgefedert. Da die Melodie etwas anstrengend ist, ist es in meiner Gunst mit der Zeit abgerutscht, die Choreographie pusht es aber direkt wieder nach oben.

Auch in Lissabon ging ein Sturm der Begeisterung durch das Pressezentrum, das Finale ist für die stets spaßmachende Republik Moldau sicher eingebucht. Nach der langen Durststrecke langweiliger und abgedroschener Performances, von Robotern bis hin zum Ausdruckstanz weckt die kleine osteuropäische Nation die Community mit ihrer Revue wie man sie aus Theaterstücken kennt, wo die eine Tür zugeht und die Person aus einem anderen Raum wieder herauskommt, schnell wieder auf. Well done, Moldova!

Waren scheinbar vorher noch was shoppen | Auch hinter der Bühne gehen die Türen auf
Phillip Kirkorow, frisch 51 Jahre alt, hat bei Moldawien seine Finger im Spiel
Eine sehr amüsante Choreographie, die uns die Moldawien da auftischt
Zu sehen gibt es ein herrliches Schauspiel der DoReDos und ihrer drei Doubles

1. Probe: DoReDos - My lucky day

Kommentare:

  1. Coole Idee wieder aus Moldawien, wertet den Song etwas auf.

    AntwortenLöschen
  2. Herrlich, ganz große Klasse Moldau! Sehe ich jetzt sicher im Finale, verdient wäre es.

    AntwortenLöschen