Donnerstag, 28. Oktober 2021

Beyond Eurovision (256): Deutschland


Deutschland
- Unsere musikalische Weltreise geht heute nach über zweijähriger Reisedauer in Deutschland zu Ende. Nachdem wir 255 Länder und Regionen von den Polkappen bis in die tiefste Sahara durchforstet haben, befinden wir uns nun wieder auf heimischem Terrain. Über die deutsche Geschichte brauche ich nicht zu philosophieren, auch weniger über die Entwicklung von mittelalterlicher Kammermusik bis hin zur heutigen Situation der deutschen Charts, in denen man vorrangig Rapper wie Capital Bra, Samra und Konsorten findet, daher greift in unserem Abschlussposting das Motto des Fernmeldewesens "Fasse dich kurz!"

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Berlin
Sprachen
Deutsch
Fläche
357.581km²
Währung
Euro (€)
Einwohner
83,1 Mio.
Internet-TLD
.de
Zeitzone
UTC +1
Wiki-Info

Wie es bei Wikipedia heißt, hatte die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2013 den drittgrößten Musikmarkt der Welt, nach den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich. Erfasst werden dabei alle Laien vom Kirchenchor über Singer/Songwriter, die ihre Werke bei Youtube und Instagram veröffentlichen und natürlich all diejenigen, die seit der ersten Erfassung 1953 die deutschen Hitlisten bevölkern. Gab es nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst vorrangig Gassenhauer der Schlagerszene und volkstümliche Musik, die nach und nach selbst aus dem TV-Programm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens verschwunden ist, orientierte sich die Musiklandschaft hierzulande vor allem an Trends aus den USA oder England.

In der ehemaligen DDR hingegen waren Musikschaffende weniger frei in ihren Entfaltungsmöglichkeiten. Zum einen gab es staatliche Förderungen für musikalische Bildung, zum anderen stießen einige Interpreten und Bands an die, von der SED vorgegebenen, Grenzen der Meinungsfreiheit. Um kapitalistischen Strömungen Einhalt zu gebieten, ließ man beim Kessel Buntes Interpreten wie Frank Schöbel wenig tiefgründige Texte singen oder erfand Tänze wie den Lipsy, während Bands wie City mit "Am Fenster" Metaphern in ihren Texten verpackten und subtil an der staatlichen Zensur vorbei veröffentlichten. Kritik am System musikalischer Zensur äußerte dereinst Udo Lindenberg in seinem "Sonderzug nach Pankow", die posthume Hymne zum Mauerfall lieferten 1989 die Scorpions mit "Wind of change".

Um noch einer Künstlerin eine Plattform zu bieten, die vielen außerhalb der ZDF-Fernsegarten-Bubble unentdeckt blieb, möchte ich heute Diana Sorbello vorstellen. Die Sängerin wurde 1979 in Bocholt geboren und gelang über Ballett und Jazztanz an den Sänger und Strippenzieher der Gruppe Wind. 1997 erhielt sie ihren ersten Plattenvertrag, 1998 nahm sie gemeinsam mit Wind an der Song Contest-Vorentscheidung teil, mit "Laß' die Herzen sich berühren" erreichten sie allerdings nur den fünften Platz. Die Schlagersängerin arbeitete mit diversen Produzenten zusammen, veröffentlichte u.a. 2008 eine eigene Coverversion des Italo-Schlagers "Sara perche ti amo" und 2006 den Titel "Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an", der eigentlich von der viel zu früh verstorbenen Schweizer Sängerin Monica Morell stammt.

Diana Sorbello - Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an

...und damit endet die Serie "Beyond Eurovision", wenngleich es phasenweise etwas schwer war, einen Interpreten zu finden oder es etwas langatmig wurde um diese Reihe fortzusetzen, so habe ich hoffentlich einen ganz gescheiten Eindruck ins musikalische Spektrum von 256 Ländern und Regionen dieser Erde vermitteln können. Wer sich alles noch einmal von Anfang an durchlesen möchte, findet hier die vollständige Liste aller Artikel.

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