Montag, 4. Oktober 2021

Beyond Eurovision (235): Guinea-Bissau


Guinea-Bissau
- Guinea-Bissau ist ein kleiner westafrikanischer Stadt, der geographisch insbesondere durch den vorgelagerten Bissagos-Archipel ins Auge sticht. 1446 erreichten portugiesische Händler auf ihren Entdeckungsfahrten die Küste des Landes, 1879 wurde die Provinz Portugiesisch-Guinea gegründet, in die Unabhängigkeit wurde das Land jedoch erst 1974 entlassen. Ein kurzlebiger Einigungsversuch mit den Kapverdischen Inseln scheiterte, ebenso wie die sozialistische Ausrichtung nach dem Vorbild der Sowjetunion. Zwei Bürgerkriege blieben von der Weltöffentlichkeit recht unbemerkt.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Bissau
Sprachen
Portugiesisch
Fläche
36.125km²
Währung
CFA-Franc (XOF)
Einwohner
2,0 Mio.
Internet-TLD
.gw
Zeitzone
UTC
Wiki-Info

Heute steht das Land für die Produktion und weltweiten Export von Cashewnüssen und den traditionellen Fischfang der lokalen Bevölkerung im Einbaum. Nach wie vor haben naturalistische Rituale und Gepflogenheiten einen großen Stellenwert in der Bevölkerung, die in diesem Jahr die Marke von zwei Millionen Einwohnern überstieg. Die Bevölkerung von Guinea-Bissau ist recht homogen, weniger als 0,1% sind Ausländer, typische Zuwanderer kommen aus den umliegenden Ländern wie dem Senegal, Guinea und Mauretanien. Die meisten Bissauer sind Fulbe, die rund 28% der Bevölkerung darstellen. Insgesamt werden 25 verschiedene Ethnien mit ihrem eigenen kulturellen Erbe gelistet.

Durch die lange Verwaltung des Landes durch Portugal, hat sich das Portugiesische als alleinige Amtssprache durchgesetzt. Auch kulturell spürt man den Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht noch heute. Hervorzuheben ist u.a. die Klangfarbe moderner Musik aus Guinea-Bissau, die ebenso wie der portugiesische Fado etwas Verträumtes und Melancholisches hat. Aus Guinea-Bissau selbst bzw. auch aus den benachbarten Ländern stammt der Gumbe bzw. Goombay, ein Rhythmus, den man heute vielmehr mit den karibischen Inseln wie Jamaika verbindet. In den 80er Jahren wurde er als eigener Zouk-Stil auch in Europa und Nordamerika populär.

Eine der bekanntesten Sängerinnen des Landes ist Karyna Gomes, die schon früh traditionelle Musik hörte und später eigene Kompositionen verfasste. Inspiration findet sie in der westafrikanischen Lebensart "Convívios do Quintal" und mixt diese Rhythmen mit modernen westlichen Klängen. 2014 erschien ihr erstes Soloalbum "Mindjer" ("Frau"). Das Album, mit dem sie ein Zeichen für den Stellenwert der Frau setzen wollte, wurde auch in Portugal und anderen portugiesischsprachigen Ländern veröffentlicht. Einer der darauf enthaltenen Songs ist der hier vorgestellte, leicht an den Fado angelehnte Titel "Amor livre". 

Karyna Gomes - Amor livre

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