Dienstag, 26. Oktober 2021

Beyond Eurovision (253): Kamerun


Kamerun - Im Knick des Golfs von Guinea erstreckt sich Kamerun, 1472 landeten portugiesische Seefahrer an der Küste und benannten die Region des Wouri-Flusses nach den Camarões, den Krabben, die hier in Fülle zu finden waren. In Kamerun setzte später, wie in vielen Staaten Afrikas der Kolonialhandel ein, die Ausfuhr von Sklaven, Elfenbein und Palmöl bestimmten die Wirtschaft der Handelsposten in der Region. Im imperialistischen Wettlauf sicherte sich das Deutsche Reich ab 1884 das Gebiet Kameruns, es verblieb bis zum Vertrag von Versailles 1919 unter deutscher Führung, später wurde das Mandat auf Großbritannien und Frankreich übertragen.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Yaoundé
Sprachen
Französisch, Englisch
Fläche
475.442km²
Währung
CFA-Franc (XAF)
Einwohner
28,5 Mio.
Internet-TLD
.cm
Zeitzone
UTC +1
Wiki-Info

Im Afrikanischen Jahr 1960 löste sich der französische Teil als Republik Kamerun aus der Ära der europäischen Kolonialisierung, ein Jahr später wurde Französisch-Kamerun mit dem britischen Teil vereinigt. Bedingt durch die Teilung sind Englisch und Französisch heute gleichwertige Amtssprachen in dem Gebiet, das sich vom Kamerunberg an der Küste bis zur Region Extrême Nord am Tschadsee erstreckt. Durch die landschaftliche Diversität vom Hochgebirge über Grassteppen bis zur Küste trägt Kamerun den Beinamen "Little Africa". Im Land existieren über 250 verschiedene Ethnien, die zusätzlich für eine reiche und vielfältige Kultur mit eigenen Riten und Bräuchen sorgen. 

So dominieren in ländlichen Regionen nach wie vor die zeremoniellen Feste mit Tänzen und folkloristischer Musik. Es kommen, wie auch in anderen Teilen West- und Zentralafrikas Trommeln, Flöten, Saiteninstrumente und Xylophone zum Einsatz, die das reichhaltige Erbe der afrikanischen Völker widerspiegelt. Auch in der Neuzeit leben Tänze wie der Assiko aus dem Süden des Landes in der modernen Popmusik weiter. Mit Verbreitung von Funk und Fernsehen wuchs auch die Musikszene des Landes, in der heute die typischen Stilrichtungen Makossa und Bikutsi die Hitlisten dominieren. Ein Zentrum für Musiker des Landes ist die Küstenstadt Douala, von wo aus Talente wie Manu Dibango, Francis Bebey und Petit-Pays ihre Karrieren starteten.

Eine für ihr Weltmusik-Œuvre bekannte Sängerin ist die 1969 geborene Coco Mbassi. Bereits mit sieben Jahren gewann sie einen Gesangswettbewerb und verließ Anfang der 80er Jahre die Hauptstadt Yaoundé um in Paris zunächst Gospel und später als Backgroundsängerin ihre Karriere voranzutreiben. 1996 gewann sie den Prix Découvertes des französischen Auslandssenders RFI, es dauerte jedoch bis 2001 als beim Label Tropical Music ihr erstes Album "Sepia" erschien, an dem sie selbst mitwirkte. Sie behandelt in ihren Liedern die Probleme der afrikanischen Gesellschaft, 2003 und 2014 erschienen weitere Alben. Beim BBC Radio wurde sie als Newcomerin des Jahres nominiert, hierzulande kennt man sie u.a. aus einer ZDF-Dokumentation mit Roger Willemsen. Der hier vorgestellte Titel "Iwiye" erschien 2001 auf ihrem Debütalbum.

Coco Mbassi - Iwiye

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