Sonntag, 24. Oktober 2021

Beyond Eurovision (250): Kanada


Kanada
- "A mari usque ad mare" ("Von Meer zu Meer") ist der Wahlspruch Kanadas, dem zweitgrößten Land der Erde und er stimmt, erstreckt sich das Land doch vom Pazifischen Ozean bis zum Atlantik. Trotz seiner enormen Größe lebt der Großteil der rund 38 Millionen Einwohner südlich des 49. Breitengrades, der über weite Teile die Grenze zu den USA darstellt und die weltweit längste Grenze zwischen zwei Staaten darstellt. Kanada und die USA teilen sich viele Gemeinsamkeiten, sind in Teilen aber auch grundverschieden. Dafür bietet Kanada unberührte Natur, sobald man die Großstädte wie Vancouver, Toronto oder Montréal verlässt ist man nahezu allein.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Ottawa
Sprachen
Englisch, Französisch
Fläche
9.984.670km²
Währung
Kanadischer Dollar (kan$)
Einwohner
38,0 Mio.
Internet-TLD
.ca
Zeitzone
UTC -3:30 bis -8
Wiki-Info

Sprachlich wie kulturell ist Kanada gespalten, während die Region Québec französisch geprägt ist, sind die restlichen Provinzen und Territorien englischsprachig. Neben europäischen Einwanderern leben insbesondere in den nördlichen Gebieten Kanadas noch zahlreiche First Nations, indigene Völker, die einst über die Beringstraße nach Nordamerika kamen und heute salopp entweder als Indianer oder Eskimos bezeichnet werden, 1999 wurde mit dem Territorium Nunavut erstmals eine Verwaltungseinheit mit mehrheitlich indigener Bevölkerung geschaffen. Diese zelebrieren ihre eigene Kultur und ihre Bräuche weitgehend unabhängig vom Rest des Landes.

Die kanadische Musikkultur ist geprägt von europäischen Siedlern, es entstanden nach dem Vorbild westlicher Nationen Orchester, später im Zeitalter der Schallplattenindustrie und neuer Medien auch viele Pop- und Rockbands. Der kanadische Musikmarkt hat im Laufe der Jahrzehnte viele Künstler hervorgebracht, die heute international erfolgreich sind, wenngleich der lokale Markt kleiner ist, als der der Vereinigten Staaten. Genannt seien hier Interpreten wie Bryan Adams, Michael Bublé, Nelly Furtado, Shania Twain, Justin Bieber oder Avril Lavigne. Auch Céline Dion, die 1997 den "Titanic"-Soundtrack sang, kommt aus Kanada, ihren Sieg bei der Eurovision 1988 verschweigt sie in ihrer Vita hingegen. Auch Rockbands wie Nickelback oder Billy Talent stammen aus Kanada.

Ebenfalls aus Québec, nämlich aus Sainte-Félicité am Sankt-Lorenz-Strom, stammt die 1972 geborene Sängerin Isabelle Boulay. Ihre musikalische Karriere begann eher zufällig, als sie 1988 von Freunden bei einem Musikfestival angemeldet wurde und dort als Siegerin hervorging. Nach mehreren Festivalauftritten ging sie nach Frankreich und trat dort u.a. für Radio Canada im Périgord auf, 1996 erschien mit "Fallait pas" ihr erstes Studioalbum. Seither hat sie diverse Alben veröffentlicht, die sowohl in Frankreich als auch in Kanada erfolgreich waren. 2008 landete sie mit "Nos lendemains" ihren ersten Nummer-Eins-Hit in den kanadischen Albumcharts. Inzwischen besitzt die Chanson-Sängerin mehrere Goldene und Platin-Schallplatten. Da ich zwei Lieder von ihr großartig finde, stelle ich unten heute "Parle-moi" vor und empfehle zugleich den Titel "Ton histoire".

Isabelle Boulay - Parle-moi

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