Sonntag, 22. März 2020

Beyond Eurovision (103): Bahrain



Bahrain - Das Königreich Bahrain ist mit seinen rund 750km² etwas kleiner als das Bundesland Hamburg. Das Land der "zwei Meere", wie es im Arabischen heißt, hat seine Umrissform allerdings größtenteils durch künstliche Aufspülungen ähnlich wie Dubai oder Abu Dhabi selbst erzeugt. 1971 wurde der Inselstaat, der sich mit dem Nachbarn Katar um die Hawar-Inseln streitet, in die Unabhängigkeit entlassen, seither versucht der Emir aus der staubtrockenen Landschaft ein für Ausländer attraktives Urlaubs- und Wirtschaftsziel zu machen.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Al-Manama
Sprachen
Arabisch
Fläche
750km²
Währung
Bahrain-Dinar (د.ب)
Einwohner
1,5 Mio.
Internet-TLD
.bh
Zeitzone
UTC +3
Wiki-Info

Das Land verzeichnete im Jahr 2017 mehr als 12,7 Millionen Touristen. Ein Großteil stammt aus Saudi-Arabien, mit dem es seit 1986 durch den King Fahd Causeway, einer Brücke zum Festland, verbunden ist. Bei den Saudis ist Bahrain insbesondere aufgrund seiner lockeren Sitten und den Umgang mit Alkohol beliebt. Westliche Touristen erfreuen sich seit 2004 am "Großen Preis von Bahrain", dem Formel Eins-Rennen, für welches extra ein eigenes Getränk entwickelt wurde, um dem Sieger trotz reglementiertem Alkoholausschank eine Champagnerdusche zu ermöglichen.

Kulturell ist Bahrain stark durch den Islam geprägt, wenngleich die Handhabung wesentlich liberaler ausgeführt wird wie in den arabischen Nachbarländern. Die islamische Kultur spürt man auch in der lokalen Musikszene, erst seit den 80er Jahren öffnet sich das Land ganz langsam auch anderen Stilrichtungen. So wurde die Band Osiris in den 80er Jahren gegründet, die neben Folkelementen vor allem progressiven Rock in ihren Liedern verarbeiten. Inzwischen existieren im Königreich eine ausgeprägte Electro- und DJ-Szene, überdeckt wird dies jedoch nach wie vor von typisch arabischen Klängen.

Und eine dieser Verfechterinnen ist Ahlam bint Ali bin Hazeem Al Shamsi, kurz Ahlam. Sie wurde 1968 in Abu Dhabi geboren, hat jedoch eine bahrainische Mutter und wuchs auch in Bahrain auf. Sie nahm an diversen Musikfestivals der Region teil, darunter das Doha-Qatar Festival 2003, bei dem sie zur Königin der Arabischen Kunst gekürt wurde. 2011 wurde sie Mitglied des arabischen Ablegers von "Idols". Ein weiteres TV-Format namens "Queen" mit ihr wurde aufgrund starker Kritik wieder eingestellt. Seit 1995 hat Ahlam insgesamt 13 Alben veröffentlicht, einer der Titel darauf ist der unten vorgestellte Track "Fog ma tesawar", bei dem ich vor allem das sich ständig wiederholende Video in "typisch arabischem Wüstenumfeld" lustig finde.

Ahlam - Fog ma tesawar

Keine Kommentare:

Kommentar posten