Dienstag, 19. Mai 2020

Andorra: Susanne Georgis ambitioniertes Projekt



Andorra - Eigentlich ist die Geschichte Andorras beim Eurovision Song Contest 2021 seit gestern erzählt, der Sender RTVA hat erneut eine Absage rausgehauen und verzichtet auf den potentiellen Startplatz bei der Eurovision. Nun meldet sich aber die seit Jahren passionierte Sängerin Susanne Georgi zu Wort und erklärt: "Ich habe das Geld zusammen!", um ein andorranisches Comeback möglich zu machen. In einem Podcast schildert sie, dass sie bestrebt ist Andorra zum Wettbewerb zurückzubringen.

Die letzte andorranische Teilnehmerin im Wettbewerb erklärte, sie werde nicht eher Ruhe geben, bis Andorra zurück ist. Sie selbst wolle nicht singen, ihr ehrenwertes Bestreben sei jedoch, Andorra nach über 10 Jahren zurück zu bringen, es ginge nicht um den Sieg, sondern um die Werbung für das Land in der ganzen Welt. Susanne Georgi erklärte, dass sie die Regierung von Xavier Espot über Einzelheiten bereits Ende 2019 informiert habe, der Coronavirus und die daraus resultierende Schwerpunktverlagerung habe das Projekt bisher aber auf Eis gelegt.

Von staatlicher Seite hat sie bisher keinerlei Antwort erhalten. Die Rede ist von rund 150.000 Euro, die Andorra die Teilnahme am Eurovision Song Contest kosten würde. "Man kann die Werbung für das Land nicht mit Geld bezahlen.", so Georgi weiter. RTVA-Senderchef Xavier Mujal betonte im letzten Jahr, man habe sich zu informellen Zwecken mit der Regierung getroffen, die letztlich die Zügel über die Teilnahme am Eurovision Song Contest in der Hand hält. Dem kleinen EBU-Mitglied, das aus Kostengründen zeitweise sogar einen Ausstieg aus der Rundfunkunion beabsichtigte, sind durch die finanziellen Belastungen die Hände gebunden.

Über die Jahre hinweg gab es eine Vielzahl von Bestrebungen, Andorra zum Eurovision Song Contest zurück zu bringen, die allerdings alle erfolglos blieben. Eine Kooperation mit katalanischen Fernsehsendern scheiterte ebenso wie die direkte Einladung der Europäischen Rundfunkunion im Jahr 2015. Laut Agustí Mas, der Teil der andorranischen Song Contest-Delegation ist, soll Jon Ola Sand dereinst angekündigt haben für weitere Gespräche persönlich in die Pyrenäen zu reisen. Susanne Georgi werde ihre Pläne fortsetzen, sie verglich das Engagement Andorras beim Song Contest mit dem von San Marino, das seit Jahren teilnehme und dem es auch nicht darauf ankomme, stets im Finale zu landen.

Andorra gab sein Debüt im Jahr 2004 mit "Jugarem a estimar-nos" von Marta Roure, die damals die katalanische Sprache zum Song Contest brachte, jedoch nur auf den 18. Rang kam. Bis 2009 war Andorra Teil des Eurovision Song Contests und veranstaltete in drei Jahrgängen mit "12 Punts", "Desitja'm Sort" und "Passaport a Moscou" sogar eigene Vorentscheide. Allerdings flogen alle andorranischen Beiträge im Halbfinale raus. Bis heute ist Andorra das einzige Teilnehmerland, das sich nie für das Finale qualifizieren konnte. Suanne Georgi wird sich unterdessen weiter dafür engagieren, die Vorzüge einer Teilnahme bei den staatlichen Instanzen Andorras vorzutragen.

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