Freitag, 29. Mai 2020

Schweden: Frauenquote wird ab 2022 gesteigert



Schweden - In Sachen Gleichberechtigung kann den Schweden niemand etwas vormachen, allerdings würde ich die geplante Regeländerung für das Melodifestivalen 2022 mindestens als fraglich und erfolgsschmälernd bezeichnen, da viele möglicherweise erfolgsversprechendere Titel auf der Strecke bleiben werden. SVT plant, dass ab 2022 bei jedem Komponistenteam mindestens eine Frau beteiligt sein muss.

Die Frauenquote beim Melodifestivalen stieg im Laufe der Jahre von 20% im Jahr 2014 auf zuletzt 50%. Laut SVT haben die bisherigen Regelungen nicht den gewünschten Erfolg gebracht, von 79 Songwritern in diesem Jahr waren nur 21 Frauen beteilt. Einen Nachteil bzw. eine Diskriminierung von Männern sieht Karin Gunnarsson, die Nachfolgerin von Christer Björkman beim Melodifestivalen nicht, dies eröffne sogar neue Horizonte für den Vorentscheid.

Die Regeländerung sei schon Jahre vorher im Gespräch gewesen und werde nun zur Saison 2022 verbindlich eingeführt. Ihr zufolge hat das schwedische Fernsehen mit dem sogenannten "Mello-Kollo" ein Songwriting-Camp nur für Frauen geschaffen. Ob die Änderungen den gewünschten Erfolg bringen werden, bleibt abzuwarten. Der diesjährige Beitrag "Move" der Mamas wurde beispielsweise Melanie Wehbe, Patrik Jean und Herman Gardarfve geschrieben, wäre also im Gegensatz zu "Euphoria" und "Heroes" regelkompatibel gewesen.

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