Mittwoch, 24. Februar 2021

Beyond Eurovision (198): Britische Jungferninseln


Britische Jungferninseln
- 60 Inseln bilden die Britischen Jungferinseln, kleine karibische Eilande, die Namen wie Virgin Gorda, Anadega, Jost Van Dyke oder Tortola haben und insbesondere bei Seglern hoch im Kurs stehen. Sie bilden den nordöstlichen Teil der Jungferninseln, in nächster Nachbarschaft liegen noch die Amerikanischen Jungferninseln und die Spanischen Jungferninseln, die Inseln Vieques und Culebra, die zu Puerto Rico gerechnet werden. Hierzulande sind sie aber weniger als tropisches Paradies sondern vielmehr als Steueroase bekannt.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Road Town
Sprachen
Englisch
Fläche
150km²
Währung
US-Dollar ($)
Einwohner
28.100
Internet-TLD
.vg
Zeitzone
UTC-4
Wiki-Info

Gerade einmal 28.000 Menschen bevölkern die Inseln, dafür aber sind über 800.000 Briefkastenfirmen gemeldet, auch als Billigflagge wird der Union Jack mit der Heiligen Ursula von Köln, die Schutzpatronin der Insel, von vielen Reedereien zweckentfremdet. Kolonialisiert wurde das britische Überseegebiet nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Die indigenen Arawak wurden dabei nahezu komplett vernichtet. Später war der niederländische Freibeuter Joost van Dyk auf Tortola ansässig, ihm zu Ehren wurde die Nachbarinsel benannt. Seit 1960 sind die Inseln eine britische Kronkolonie.

Die Bevölkerung setzt sich aus den Nachfahren afrikanischer Sklaven, dereinst für den Anbau und die Ernte von Zuckerrohr benötigt und europäischen Siedlern zusammen. Seit 2002 sind alle Inselbewohner gemäß Pass britische Staatsbürger. Kulturell fließen hier sowohl europäische bzw. britische Elemente, etwa im Nationalsportart Cricket, als auch amerikanische Einflüsse und die Traditionen der umliegenden Inseln ein. So ist man musikalisch stark vom Calypso, Soca oder Reggae angetan. Dabei kommen improvisierte Instrumente wie die Calabash, ein ausgehöhlter Flaschenkürbis zum Einsatz.

Die Musikszene der Britischen Jungferninseln orientiert sich zudem stark an den Nachbarn von den amerikanischen Inseln. So bin ich auf den Sänger Delyno Brown gestoßen, der 1981 auf St. Thomas geboren wurde und unter seinem Reggae-Künstlernamen Pressure bekannt ist. Seit 2005 macht er als Solist Musik und veröffentlichte im gleichen Jahr sein Debütalbum "The pressure is on", zwei Jahre später hatte er mit dem hier vorgestellten Remix von "Love and affection" einen Hit in Jamaika. Inzwischen sind sieben Reggae-Alben entstanden. Er ist bekennender Rastafari und engagierte sich nach einem Angriff auf ihn gegen Gewalt auf den Virgin Islands.

Pressure - Love and affection

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