Samstag, 28. Dezember 2019

Beyond Eurovision (83): Dem. Rep. Kongo



Demokratische Republik Kongo - Zwischen den Jahren befassen wir uns mit einem Land, das eine wechselhafte und größtenteils auch blutige Geschichte hinter sich hat, der Demokratischen Republik Kongo. Das flächenmäßig zweitgrößte Land Afrikas musste unter Belgiens König Leopold II. eine grausame Kolonialverwaltung erdulden, das Land war die persönliche Kolonie des Königs, der sie insbesondere für die Kautschukgewinnung gnadenlos ausbeuten ließ. 1960 erlangte das Land die Unabhängigkeit, ein Aufschwung gelang nicht. Mitverantwortlich ist der Diktator Mobutu Sese Seko, der 32 Jahre lang autokratisch regierte.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Kinshasa
Sprachen
Französisch, Kikongo, Lingala, Suaheli, Tschiluba
Fläche
2.344.858km²
Währung
Kongo-Franc (F)
Einwohner
85,3 Mio.
Internet-TLD
.cd
Zeitzone
UTC+1,+2
Wiki-Info

Dem Mann mit dem Leopardenfellhut ist es zu verdanken, dass das Land in Zaïre umbenannt wurde. 1997 wurde er von Laurent-Désiré Kabila gestürzt, dessen Sohn bis vor Kurzem das Zepter in der Hand hielt. Auf sich aufmerksam machte Zaïre lediglich 1974. Mobutu organisierte eine Kampagne in deren Rahmen Popkonzerte und der legendäre "Rumble in the Jungle", der Boxkampf zwischen George Foreman und Muhammad Ali, in Kinshasa stattfand. Im gleichen Jahr war Zaïre erst- und letztmals Teil der Fußball-Weltmeisterschaft. Der "größte Boxkampf aller Zeiten" war auch Inspiration für den Titel "In Zaire" von Johnny Wakelin.

Heute wird das Land mit seinen über 200 Ethnien durch diverse lokale Kriege und Konflikte geschwächt. Insbesondere im Osten des Landes flammen immer wieder Kriege auf, in die auch zahlreiche andere Länder verwickelt sind. Problematisch ist zudem die rasante Bevölkerungsentwicklung, seit 1984 hat sich die Zahl der Einwohner verdoppelt, jährlich kommen rund 2,4% hinzu. Für 2050 werden somit knapp 200 Millionen Kongolesen prognostiziert. Unter all den Bewohnern haben sich auch einige bekannte Musiker etabliert, darunter u.a. Jessy Matador, der Frankreich 2010 mit seinem "Allez ola olé" vertreten hat und die Musiktraditionen seiner Heimat in Frankreich erfolgreich vermarktet.

Zu den inländischen Topstars der D.R. Kongo gehört Antoine Christophe Agbepa Mumba alias Koffi Olomide. Er wurde 1956 in Kisangani geboren und lernte schon früh die Rhythmen der "Rumba Congolaise" kennen. Er veröffentlichte in den späten 70ern erste Lieder, schrieb später für den kongolesischen Topstar Papa Wemba, der 2016 verstarb. 1983 erschien seine erste CD namens "Ngounda". Er wurde Mitglied der Gruppe Quartier Latin und 1994 zum besten Sänger Afrikas gewählt. Er gilt als Erfinder des Tschatcho, einer Musikrichtung in der es textlich vor allem um Zuneigung, Liebe und Frauen geht. Vorstellen möchte ich, stellvertretend für sein Repertoire den Titel "Loi".

Koffi Olomide - Loi

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