Freitag, 3. August 2018

90er Voting: Die Plätze 44 bis 40



Europa - Heute komplettieren wir die Top 40 unseres 90er Jahre-Rankings mit vielen starken Frauen, die uns sowohl wunderbare Balladen, als auch Uptempo-Songs geliefert haben. Selbst Ralph Siegel, der heute mit der 85. Wiederholung von "Ein bisschen Frieden" oder seichten Popliedchen, dargeboten von Nachwuchs-Mäuschen sein Glück versucht, konnte im Jahr 1994 noch vorzeigbare und einigermaßen zeitgemäße Songs produzieren, wie unser Platz 44 unter Beweis stellt. Viel Spaß mit euren heutigen Favoriten.

Platz 44 - 26 Punkte - Deutschland 1994
MeKaDo - Wir geben 'ne Party

Melanie Bender, Kati Karney und Dorkas Kiefer bildeten im Jahr 1994 das Trio MeKaDo, dessen Name aus den Anfangsbuchstaben einer jeden Sängerin zusammengesetzt wurde. Die Formation wurde durch Song Contest-Veteran Ralph Siegel zusammengestellt, "Wir geben 'ne Party" wurde bei Siegels Label Jupiter Records veröffentlicht. Der dritte Platz in Dublin war die erste nennenswerte Platzierung seit 1987. Da die Gruppe nur für den Zweck des Song Contests zusammengestellt wurde, trennten sich die Wege der Interpretinnen bald darauf wieder, Dorkas Kiefer ist heute als Schauspielerin tätig und hatte u.a. Auftritte bei "Unter uns" und "Höllische Nachbarn".

Platz 43 - 27 Punkte - Schweden 1998
Jill Johnson - Kärleken är

Jill Johnson startete ihre musikalische Karriere mit einer Coverband aus Helsingborg, ehe sie einen Plattenvertrag erhielt und einen Plattenvertrag erhielt. Der Sieg beim Melodifestivalen 1998 mit "Kärleken är" ("Liebe ist") ist bis heute ihr größter Erfolg gewesen. Das Lied wurde mit Gold ausgezeichnet und erreichte in der Spitze den fünften Platz. Beim Song Contest in Birmingham ging es für die Sängerin, die offenbar aufgrund ihrer High-Heels wie fest zementiert auf der Bühne stand, nicht ganz so hoch hinaus, Platz 10. 2003 probierte sie es mti dem Countrysong "Crazy in love" erneut beim Vorentscheid und wurde Vierte. Später folgten diverse weitere Alben, mit Schwerpunkt auf Countrymusik.

Platz 42 - 27 Punkte - Großbritannien 1996
Gina G - Ooh aah... just a little bit

Der 18. Mai 1996 sollte für Gina Mary Gardiner aus Brisbane, Queensland den Weg für eine große Karriere ebnen. Sie gewann mit über 60.000 Anrufen Vorsprung den britischen Vorentscheid und war der haushohe Favorit auf den Sieg des Song Contests in Oslo. Allerdings hatten die Briten die auf irische Balladen verbohrten Juroren der Veranstaltung nicht auf der Rechnung. "Ooh aah... just a little bit" wurde mit einem teuren Paco Rabanne-Kleid aufgehübscht und mit zwei Tanzmiezen dekoriert. Und auch wenn der Song es sogar in die US-Billboard-Charts schaffte, bei der Eurovision wurde sie nur Achte. Im UK folgten einige kleinere Erfolge, nachdem Gerüchte um die fragile Gesundheit und Drogen die Runde machte, zog sich Gina aus dem öffentlichen Leben zurück.

Platz 41 - 28 Punkte - Malta 1994
Chris & Moira - More than love

1993 trat William Mangion beim Eurovision Song Contest in Millstreet auf und hatte einen Gitarristen namens Christopher Scicluna und eine Backingsängerin namens Moira Stafrace dabei. Die beiden verstanden sich offenbar so gut, dass sie den Plan schmiedeten, es als Duo selbst beim Song Contest zu versuchen. Nach dem erfolgreich absolvierten maltesischen Vorentscheid, wo sie u.a. ihre Backing-Kollegin Phylisienne Brincat ausstachen, durften Chris & Moira mit ihrer Ballade "More than love" nach Dublin reisen. Der fünfte Platz stellt bis heute eines der besten Ergebnisse des Landes dar. 1999 traten beide ein weiteres Mal beim Song Contest in Erscheinung, als sie als Komponisten von "Believe 'n peace" des Alufolien-Trios Times Three tätig waren.

Platz 40 - 31 Punkte - Kroatien 1996
Maja Blagdan - Sveta ljubav

Maja Blagdan aus Kroatien hätte ich in unserem Ranking wesentlich weiter oben gesehen. Die Sängerin, die ihre Karriere Mitte der 80er Jahre mit der Rockband Stijene in Jugoslawien startete, war ab 1993 solo unterwegs und bewarb sich 1996 bei der Dora, dem kroatischen Vorentscheid. "Sveta ljubav" ("Heilige Liebe") belegte den vierten Platz in Oslo, das bis dahin beste Ergebnis Kroatiens beim Eurovision Song Contest. Ihrem äußerst beeindruckenden Timbre ist es zu verdanken, dass ihr Auftritt und der spitze Schrei bis zur Nominierung von Kaliopi für Mazedonien 2012 im kollektiven Gedächtnis blieben. Maja blieb musikalisch aktiv, nahm weitere Male an der kroatischen Vorentscheidung teil, zur Eurovision schaffte sie es jedoch nicht mehr.