Donnerstag, 19. August 2021

Beyond Eurovision (213): Jordanien


Jordanien
- Im Maschrek stellt Jordanien eine vergleichsweise ruhige und sichere Bank dar, nach mehreren Konflikten mit dem Nachbarn Israel und dem Grenzvertrag mit Saudi-Arabien, nahm das Haschemitische Königreich Jordanien, wie es offiziell heißt, seine heutige Form an. Jordanien war über Jahrzehnte hinweg eines der wenigen arabischen Länder, das Beziehungen zu Israel führte, 1994 wurde ein Friedensvertrag unterzeichnet. Durch den Gebietsaustausch mit Saudi-Arabien erhielt Jordanien zudem einen breiteren Küstenstreifen am Golf von Akaba und damit Zugang zu den Weltmeeren und internationalem Seehandel.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Amman
Sprachen
Arabisch
Fläche
89.342km²
Währung
Jordanischer Dinar (JD.)
Einwohner
10,1 Mio.
Internet-TLD
.jo
Zeitzone
UTC +2
Wiki-Info

Fast 80% der Jordanier leben heute in den Städten, allen voran in der Hauptstadt Amman, in einem fruchtbaren Gebiet im Nordwesten des Landes. Die Wüstenregion im Osten des Landes ist kaum besiedelt. Bedingt durch den Nahostkonflikt nahm das Land in den letzten Jahren viele Flüchtlinge aus Palästina und Syrien auf, sodass die Bevölkerungszahl in den letzten zehn Jahren um über drei Millionen anstieg. Rund 98% der Bevölkerung sind Araber, was zu einer recht homogenen Kultur führt. Islamische Traditionen werden gepflegt, wenngleich die generelle Einstellung liberaler ist, als in den umliegenden Nationen. 

Jordanien hat sich auch zu einem Touristenziel entwickelt, besonders hervorzuheben ist die Felsenstadt Petra oder das Wadi Rum. Das kulturelle Leben spielt sich vor allem in der Hauptstadt Amman ab. Hier existiert auch eine gewisse Liftstyle- und Clubszene. Musikalisch gesehen gilt für die jordanische Popmusik aber das Gleiche wie für die umliegenden Nationen, nahezu alle Titel jordanischer Interpreten haben einen sehr starken arabischen Einfluss mit traditioneller Instrumentalisierung. Oftmals vermischt sich die moderne Musik auch mit dem Zajal, einer arabischen Gedicht- und Liedform, die auch im Libanon großen Anklang findet. Zu den typischen Instrumenten zählen die 'Oud und die Bechertrommel Tablah.

Vorstellen möchte ich heute die Sängerin Diana Karazon (ديانا كرزون), geboren am 30. Oktober 1983, die ursprünglich aus Kuwait stammt, aber in Jordanien aufgewachsen ist. Bekannt wurde sie im Jahr 2003, als sie "Superstar", die arabische Version von Idols gewann. Dort setzte sie sich im Finale gegen die syrische Sängerin Rouwaida Attieh durch und startete in Jordanien und den angrenzenden Ländern eine erfolgreiche Karriere. Seither sind vier Alben entstanden, zudem nahm sie 2003 mit der Eigenkomposition "Ensani ma binsak" am Format "Superstar Weltweit" teil, an dem internationale Idols-Gewinner antraten und nach dem ESC-Wertungsschema von den Zuschauern bewertet wurden. Sie belegte punktgleich mit Alexander Klaws den neunten von elf Plätzen.

Diana Karazon - Howe meen

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