Freitag, 13. August 2021

Beyond Eurovision (211): Mikronesien


Mikronesien
- Die Föderierten Staaten von Mikronesien setzen sich aus vier Teilstaaten zusammen, die quer im Pazifischen Ozean verstreut liegen. Jeder dieser Teilstaaten, namentlich sind dies von West nach Ost Yap, Chuuk, Pohnpei und Kosrae, hat eine eigene Flagge und eine eigene offizielle Amtssprache. Politisch gesehen orientiert sich Mikronesien an den USA, von denen es 1991 endgültig unabhängig wurde, nachdem man sich bereits 1979 eine Verfassung gab und in freier Assoziation mit den USA stand. 1899 wurden die Inseln von Spanien ans Deutsche Reich verkauft, nach dem Ersten Weltkrieg wurden sie zum UN-Treuhandgebiet unter US-Verwaltung erklärt.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Palikir
Sprachen
Kosraenisch, Pohnpeanisch, Chuukesisch, Ulithisch, Woleaianisch, Englisch, Yapesisch
Fläche
702km²
Währung
US-Dollar ($)
Einwohner
114.000
Internet-TLD
.fm
Zeitzone
UTC+10, +11
Wiki-Info

Wie bei vielen Inselstaaten im Pazifik existiert keine nennenswerte Außen- oder Exportpolitik, die einzigen Güter, die ins Ausland verschifft werden sind Kopra und Phosphate. Aufgrund der Abgeschiedenheit und fehlender Infrastruktur hat Mikronesien auch nur bedingt touristisches Potenzial. Mit der Ruinenstadt Nan Madol auf Pohnpei, eine zeremonielle Stätte, die auf Korallenbänken errichtet wurde, zählt das Land aber ein Weltkulturerbe. Bemerkenswert ist noch das bis zu vier Meter große "Steingeld", ein gängiges Zahlungsmittel auf Yap. Seit 2000 nimmt das Land an Olympischen Spielen teil, ist jedoch kein FIFA-Mitglied und tritt abgesehen vom Verkauf seiner Internet-TLD .fm an Radiostationen weltweit, nicht auf großer Bühne in Erscheinung.

Ende der 1990er machte lediglich das Atoll Pingelap auf sich aufmerksam, nämlich als "Insel der Farbenblinden", eine Folge der Inzucht, aufgrund des rapiden Bevölkerungsschwundes nach einem Taifun im Jahr 1775. Gut ein Viertel der Bewohner ist heute farbenblind. Die Einwohner Pingelaps erklären, man nehme hierdurch zahlreiche Kontraste wahr, die einem beim Fischfang zu Gute kommen. Zwar zählen alle Atolle zum mikronesischen Kulturkreis, haben aber aufgrund ihrer Isolation eine eigene gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung genommen. Aufgrund der kolonialen Geschichte sind neben den lokalen Sprachen auch Englisch und teilweise auch Japanisch vertreten. 

Musikalisch bietet jeder Teilstaat seine eigenen Facetten. Traditionell geht es in den Melodien jedoch um heimatbezogene und soziale Themen, gepaart mit Varietäten verschiedenster Rhythmen und Tänze. So gehören Stocktänze ebenso zum kulturellen Erlebnis Mikronesiens, wie auch Sitztänze auf Yap und Chuuk. Oftmals werden jene Tänze auch in Wettbewerben zur Schau gestellt. Wie in allen anderen pazifischen Inselstaaten zählen vor allem aus Naturalien hergestellte Trommeln und Flöten zu den typischen Instrumenten. Eine der bekannteren Formationen Mikronesiens, die gemeinsam auftreten und ihre Musik auch im Ausland präsentieren ist die hier vorgestellte yapesische Gruppe M-Polen.

M-Polen - Likobaak

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