Mittwoch, 24. Juni 2020

Beyond Eurovision (141): Myanmar



Myanmar - Myanmar, das hierzulande besser unter seinem alten Namen Birma bzw. Burma bekannt ist, liegt in Südostasien und stand zwischen 1962 und 2011 unter einer Militärherrschaft, die es zu einem der isoliertesten Staaten der Welt gemacht hat. Von den Briten in die Unabhängigkeit entlassen, folgten sogleich ethnische Spannungen zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen. Die unübersichtliche Situation nutzten verschiedene Militärregimes, zuletzt General Thein Sein, um bis zur ersten freien Wahl im Jahr 2011 autokratisch über das Land zu herrschen. 

 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Naypyidaw
Sprachen
Birmanisch
Fläche
676.578km²
Währung
Kyat (K)
Einwohner
53,4 Mio.
Internet-TLD
.mm
Zeitzone
UTC +6:30
Wiki-Info

Trotz oder gerade aufgrund seiner abgeschotteten Politik bewahrte sich Myanmar seine eigene Kultur, wenngleich dies auch mit Einschränkungen im öffentlichen Leben verbunden war. Buddhistische Mönche wurden geächtet, die spätere Friedensbotschafterin Aung San Suu Kyi, die mittlerweile selbst aufgrund ihrer Rohinya-Politik in der Kritik steht, stand jahrelang unter Hausarrest und aufgrund von Angst vor einem Sturz wurde die Hauptstadt aus der Millionenstadt Rangun in ein Holzfällerdorf im Urwald verlegt. Naypyidaw gilt heute als Geisterstadt, 24spurige Straßen auf denen kaum ein Auto fährt, bestimmen dort die Kulisse.

Kulturell ist Myanmar buddhistisch geprägt, überall stechen Stupas und Tempelanlagen aus der Landschaft heraus, sehenswert sind hier u.a. die Tempel von Bagan sowie die Shwedagon-Stupa in Rangun. Zudem hat die birmanische Sprache ein eigenes Alphabet, das so exotisch und komplex ist, dass es westliche Computer nur selten darstellen können. Musikalisch unterscheidet sich die birmanische Melodie deutlich von denen seiner Nachbarländer, die verschiedenen ethnischen Gruppen in den verschiedenen Landesteilen, die hier Divisionen heißen, wie die Mon, Karen oder Chin haben zudem nochmal ihre eigenen Musiktraditionen. 

Überregional bekannt ist die Sängerin Ni Ni Khin Zaw, die 1991 in Yekyi in der Irrawaddy-Division geboren wurde und in der Talentshow "Melody World" entdeckt wurde. Auch andere heute gefragte Interpreten wie Chan Chan oder Irene Zin Mar Myint nahmen an dieser Show teil. Bevor sie die Show gewann schloss Ni Ni Khin Zaw zunächst ein Medizinstudium in Rangun ab, seither fährt sie diverse Preise und Ehrungen in Myanmar ein. 2013 sang sie bei der Eröffnungs- und Abschlussfeier der Südostasienspiele in Naypyidaw, 2018 war sie als Künstlerin des Jahres bei den M Music Awards nominiert. Inzwischen hat sie vier Alben veröffentlicht, zuletzt "Party Khin Zaw" im Jahr 2019.

Ni Ni Khin Zaw - A la kar pae

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