Mittwoch, 16. September 2020

Beyond Eurovision (178): St. Martin



St. Martin - Den niederländischen Teil der Insel St. Martin haben wir bereits in einer früheren Folge von "Beyond Eurovision" vorgestellt, heute ist der französische Teil dran. Auf dem Eiland, das 1493 am Namenstag des Heiligen Martin von Christoph Kolumbus entdeckt wurde, berühren sich die Staatsgrenzen von Frankreich und den Niederlanden. Während der Südteil ein autonomes und weitestgehend eigenständiges Land innerhalb der Niederlande ist, hat der französische Nordteil den Ruf eines französischen Überseegebiets und ist damit Teil der EU und nutzt den Euro als Währung.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Marigot
Sprachen
Französisch
Fläche
53km²
Währung
Euro (€)
Einwohner
35.300
Internet-TLD
.mf
Zeitzone
UTC -4
Wiki-Info

Diesen Status hat St. Martin erst seit 2007, zuvor bildete es gemeinsam mit der Insel Saint-Barthélemy ein Arrondissement von Guadeloupe. Der wesentliche Teil der politischen Geschicke der Insel wird in Paris entschieden. Durch die Sonderstellung fließen hier auch EU-Gelder, was man insbesondere bei der Infrastruktur, etwa Straßen und Institutionen merkt, die in einem wesentlich besseren Zustand sind, als auf dem niederländischen Südteil der Insel. Zentrum des französischen Inselteils ist Marigot, eine kleine Hafenstadt mit vielen typischen Bauten im Kolonialstil, ansonsten haben auch hier internationale Marken Einzug gehalten.


Zu den kulturellen Wurzeln kann man prinzipiell das Gleiche schreiben, wie bei vielen anderen karibischen Inselstaaten, es ist ein bunter Mix aus europäischen Siedlern, insbesondere Franzosen, Briten und Niederländern, Nachfahren einstiger Sklaven und Indios. Während Französisch offizielle Amtssprache ist, sind Englisch und Niederländisch neben Kreol weit verbreitet. Auch die Musikszene ist breit gefächert und besteht im Wesentlichen aus einer Mischung aus Zouk, Soca und modernen westlichen Elementen. Insbesondere die US-Musikszene hat sich hier stark etablieren können, die Insel wird im Rahmen von Kreuzfahrten regelmäßig von Florida aus angesteuert.

So erstaunt es auch nicht, dass der Titel, den ich für den französischen Inselteil herausgesucht habe eine Mischung aus allen oben genannten Faktoren ist. Der Sänger Oswald hat meiner Recherche zufolge haitianische Wurzeln, lebt nach dem Sieg bei einem Talentwettbewerb auf Guadeloupe inzwischen aber auf St. Martin und ist dort bei Rock'n'Vibes unter Vertrag. Sein musikalisches Repertoire repräsentiert Reggae, Funk, Calypso und Salsa, gemischt mit Rapeinlagen. Zu seinen bekannteren Titeln zählt die Single "My baby yolo" aus dem Jahr 2012, womit er gemäß der Zeitlinie die gebräuchliche Jugendsprache in seinen Texten einfließen ließ. In den letzten Jahren ist es um Oswald etwas ruhiger geworden.

Oswald - My baby yolo

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