Freitag, 11. September 2020

Beyond Eurovision (177): Kirgisien

Kirgisien - Die sowjetische Nachfolgerepublik, die im offiziellen Kontext als Kirgisistan bezeichnet wird, ist von landschaftlich rauer Schönheit, so der Einleitungstext von Google. Tatsächlich erstreckt sich das Land in Zentralasien zwischen dem fruchtbaren Ferganatal und dem Pamir- und Tianshan-Gebirge, das mit dem Dschengish Tschokusu bis zu 7.439m Höhe erreicht. Die Kirgisen waren dereinst ein nomadisch lebendes Turkvolk, heute leben die meisten Einwohner in der Hauptstadt Bischkek, das zu Sowjetzeiten nach einem einstigen Heerführer Frunse hieß.
 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Bischkek
Sprachen
Kirgisisch, Russisch
Fläche
199.900km²
Währung
Kirgisischer Som (C)
Einwohner
6,5 Mio.
Internet-TLD
.kg
Zeitzone
UTC +6
Wiki-Info

Insgesamt 40 Stämme prägen die kirgisische Gesellschaft, diese finden sich in der Symbolik der Landesflagge wieder. Das Rot steht für die mongolischen Ursprünge, die gelbe Sonne ist angelehnt an das Dach einer traditionellen Jurte, die Sonnenstrahlen repräsentieren die 40 Stämme. Dispute gibt es immer wieder mit den benachbarten Usbeken und Tadschiken um die Grenzziehung. Südlich der zweitgrößten Stadt Osch liegen mehrere Exklaven beider Länder auf kirgisischem Gebiet, die größten davon sind Sokh und Vorukh. Nach mehreren Streitigkeiten und der Grenzschließung zu Kasachstan, von dem das Land maßgeblich abhängig ist, orientiert sich Kirgisien zunehmend an China.

Sprachlich ist das kirgisische mit dem Kasachischen und entfernt mit dem Türkischen verwandt. Zu Sowjetzeiten setzte sich die russische Sprache als Verkehrssprache durch, noch heute sprechen viele Kirgisen die ehemalige Amtssprache, auch in der Literatur kommt das Russische noch heute zum Einsatz. Das Kirgisische wird anders als die umliegenden Sprachen mit dem kyrillischen Alphabet niedergeschrieben. Zentrale Faktoren der lokalen Kultur sind die nomadischen Bräuche, etwa die Pferdezucht oder das Bauen von Jurten. Auch musikalisch hat die kirgisische Popkultur eine Vielzahl folkloristisch klingenden Rhythmen und Instrumente, die auch die Sowjet-Ära überwunden haben.

Zu den bekannteren Interpretinnen des Landes zählt die Sängerin Gulzada Ryskulova (Гулзада Рыскулова), die sich ebenfalls entsprechender Folklore in ihren Liedern bedient. Viele ihrer Lieder, auch der anderer Musiker, sind vom Manas-Epos geprägt, einer Reihe von Erzählungen, die im 9. Jahrhundert im Kampf gegen die westwärts strömenden Uiguren entstanden und sich inhaltlich auf den Batyr, den Nationalhelden konzentrieren, der durch große Taten die Einigung der kirgisischen Völker förderte. Wie präsent der Manas-Epos noch heute ist, zeigen diverse Baudenkmäler, etwa ein Mausoleum östlich von Talas oder auch die Kulturstätte Ruch Ordo in Cholpon-Ata am Issyk-Kul-See.

Gulzada Ryskulova - Tolgonuu

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