Mittwoch, 2. September 2020

Beyond Eurovision (173): Südafrika



Südafrika - Die Republik am südlichen Ende Afrikas nennt sich heute gerne Regenbogennation, aufgrund der Tatsache, dass hier Schwarze, Weiße, Asiaten und alle Völker gemeinsam unter einem Banner leben. Bis es soweit war, zogen jedoch Jahrzehnte ins Land, die geprägt waren von Burenkriegen und später durch die Apartheid. Erst 1994 wurde das System geändert, das der schwarzen Bevölkerung des Landes die gleichen Rechte einräumt, wie den weißen Bewohnern. Heute ist Südafrika in Sachen Offenheit auf dem afrikanischen Kontinent federführend, erlaubte es doch als eines der ersten Länder weltweit die gleichgeschlechtliche Ehe.

 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Pretoria
Sprachen
Afrikaans, Englisch, Xhosa, Zulu, Süd-Ndebele, Nord-Sotho, Sesotho, Setswana, Siswati, Tshivenda, Xitsonga
Fläche
1.221.037km²
Währung
Südafrik. Rand (R)
Einwohner
59,6 Mio.
Internet-TLD
.za
Zeitzone
UTC +2
Wiki-Info

Ihren Höhepunkt erreichte die Apartheid in den 70er Jahren, als die Südafrikanische Union Teile ihres Staatsgebiets in Homelands umbastelte, in denen die schwarze Bevölkerung getrennt von der weißen Bevölkerung leben sollte. Vier davon wurden von Südafrika formell in die Unabhängigkeit entlassen, international jedoch nicht anerkannt. Diese hießen Venda, Transkei, Ciskei und Bophuthatswana, in letzterem wurde u.a. Motsi Mabuse geboren. Diese Länder waren in hohem Maße weiterhin von Südafrika abhängig, wenngleich einige von ihnen sogar eine eigene Airline besaßen und fleißig Briefmarken herausgaben, die heute unter Sammlern geschätzt sind.

1990 hob die Regierung unter internationalem Druck das Verbot des African National Congress (ANC) auf, einer ihrer wichtigsten Anführer, nämlich Nelson Mandela, wurde aus dem Gefängnis auf Robben Island entlassen, 1994 freien Wahlen für alle Einwohner abgehalten, Mandela wurde Präsident und erhielt gemeinsam mit Frederik Willem de Klerk den Friedensnobelpreis. Genauso bunt wie die Gesellschaft ist, ist auch die Musiklandschaft, von traditionellem Soweto-Gospel über die weltweit bekannte Sängerin Miriam Makeba und ihrem auf Xhosa gesungenen "Pata Pata" ist alles vertreten, einen lokalen Idols-Ableger brachte das Land hervor, dessen erster Gewinner Heinz Winckler sich sogar bei World Idol mit Alexander Klaws durchsetzen konnte.

Vorstellen möchte ich aber eine Sängerin, die heute relativ zurückgezogen vom Musikgeschäft lebt, nämlich die 1967 in Gauteng geborene Patricia Lewis. 1992 startete sie mit "Don't tempt me" ihr Debütalbum, darauf enthalten sind vor allem Sons in Afrikaans. Sie trat mit diversen Größen der Musikszene wie z.B. David Hasselhoff auf und startete auch eine Film- und Moderationskarriere. Dem einen oder anderen Eurovisionsfan ist sie bereits bekannt durch diverse Coverversionen, u.a. von "Après toi" ("Die één") oder "To nie ja" ("'n Nuwe Lewe"). Inzwischen hat sie zwölf Platin-Alben herausgebracht und eine mehrjährige Auszeit genommen. Um ein bisschen Eurovisionsfeeling in der Beyond-Reihe zu versprühen, kommt hier nun das Cover von Francine Jordis Titel von 2002, "Dans le jardins de mon âme" in Afrikaans.

Patricia Lewis - Tuine van my siel

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