Montag, 24. August 2020

Beyond Eurovision (166): Kongo



Kongo - Im Schatten seines bedeutend größeren Nachbarn mit gleichem Namen liegt die Republik Kongo, eine ehemalige französische Kolonie, die nach dem Erlangen der Unabhängigkeit im Jahr 1960 zunächst versuchte den Weg einer sozialistischen Volksrepublik einzuschlagen. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und damit der wichtigsten Wirtschaftspartner flog das System auch im Kongo 1991 auseinander, seither wurde das Land bis 1999 von einem Bürgerkrieg heimgesucht, inzwischen beginnt der Wiederaufbau von Staat und Struktur.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Brazzaville
Sprachen
Französisch, Lingala, Kituba
Fläche
342.000km²
Währung
CFA-Franc (XAF)
Einwohner
5,0 Mio.
Internet-TLD
.cg
Zeitzone
UTC +1
Wiki-Info

Trotz großem Ressourcenreichtum konnten diese bisher kaum effizient genutzt werden, ein Fünftel des Bruttoinlandsproduktes werden allein durch den aufgebauschten Bürokratieapparat verschlungen, was Wachstum und Entwicklung ausbremst. Der wirtschaftliche Ballungsraum um die Hauptstadt Brazzaville, die gegenüber der zweiten kongolesischen Hauptstadt Kinshasa liegt und die Hafenstadt Pointe-Noire tragen den Großteil des nationalen Einkommens bei. Auch konzentrieren sich die meisten Bewohner des Kongos auf beide Regionen.

Kulturell ist die Republik Kongo ein Schmelztiegel an verschiedensten afrikanischen Ethnien. Rund die Hälfte der Bevölkerung gehört einer von 15 Bantu-Gruppen an, die eine Vielzahl an Sprachen sprechen und verschiedenste religiöse Ansichten vertreten, insbesondere Naturreligionen. Der Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich ist auch heute noch in dem Land am Äquator spürbar, Französisch ist neben Lingala die wichtigste Verkehrs- und Amtssprache. Die Musikkultur der Republik Kongo ist ebenfalls stark traditionell geprägt, afrikanische Musikinstrumente und Musikstile sind alltäglich.

Zu den bekannteren Sängerinnen des Kongos zählt Emma Feron, über deren Herkunft ich allerdings recht wenig in Erfahrung bringen konnte. Sie ist eine unabhängige Künstlerin, die ihre Produktionen, hauptsächlich R'n'B-Titel unter ihrem eigenen Label anbietet. So erschien beispielsweise im Jahr 2016 die Single "Oh Mama" auf dem Debütalbum "Je suis Emma Feron". In diesem Jahr folgte mit "Déterminée" ein weiteres Album, auf dem Lieder wie "Ma vie d'artiste" ("Mein Leben als Künstlerin") oder "Black Power" enthalten sind. Der hier heute vorgestellte Titel "Peine et tristesse" ist noch relativ neu und bisher auf keinem Album vertreten.

Emma Feron - Peine et tristesse

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