Samstag, 25. Juli 2020

Beyond Eurovision (154): Usbekistan



Usbekistan - Im Herzen Zentralasiens zwischen der Kaspischen Senke, der weiten Steppe und dem Ferghanatal erstreckt sich die Republik Usbekistan, neben Liechtenstein das einzige Land der Erde, das ausschließlich von Binnenstaaten umgeben ist. Bis 1991 war das Land Teil der Sowjetunion, welche durch exzessive Bewässerungsprojekte für Baumwollfelder entlang des Flusses Amudarja verantwortlich für das Austrocknen des Aralsees, dem einst viertgrößten See der Erde, ist. Noch heute spielt Baumwolle eine wichtige Rolle in der usbekischen Wirtschaft, wenngleich sich das Land langsam auch für den Tourismus öffnet.


 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Taschkent
Sprachen
Usbekisch
Fläche
448.978km²
Währung
Usbekischer Som (UZS)
Einwohner
33,3 Mio.
Internet-TLD
.uz
Zeitzone
UTC +5
Wiki-Info

Eben jene Touristen besuchen das Land, wenn sie sich auf der legendären Seidenstraße auf Rundreise begeben. Neben der Hauptstadt Taschkent ist vor allem die Stadt Samarkand so zu großem Reichtum gekommen. Das nomadisch lebende Volk der Usbeken wurde in seiner Geschichte immer wieder von anderen Völkern überrannt, seine Blütezeit erlebte die Region als sich islamische Khanate gründeten, deren Wirtschaftlichkeit auf dem lukrativen Karawanenhandel zwischen Fernost und Europa entstand. Im Zuge des Great Games zwischen Großbritannien und Russland erlangte der Zar die Kontrolle über Usbekistan, wie auch die anderen Turkrepubliken Zentralasiens war das Land bis 1991 Teil der Sowjetunion.

Kulturell mischt sich in Usbekistan vor allem der Einfluss arabischer, türkischer und zuletzt auch russischer Geschichte, auch die usbekische Musikszene ist seit Jahrhunderten von den Nachbarn geprägt worden. Klassische Folklore heißt in Usbekistan Shashmaqam, die wohl im 16. Jahrhundert in der Region um Buchara entstand und Sufi-Gedichte mit traditionellen Instrumenten wie der Tanbur-Laute. 1936 wurde in Taschkent ein Konservatorium eröffnet, zu Sowjetzeiten waren westliche Rhythmen verpönt, auch heute hört man vor allem lokale Interpreten im Radio und im Fernsehen, sofern sie nicht wie Sherali Jo'rayev bei der Regierung in Ungnade fallen und mit Auftrittsverboten belegt werden.

Zu den bekanntesten Interpretinnen jüngerer Popmusik zählt die heute 43jährige Sevara Nazarkhan, die den typischen usbekischen Folk mit zeitgemäßer Musik verbindet. Sie begann ihre Karriere im Jahr 2000 und veröffentlichte 2003 mit "Yo'l bo'lsin" ihr erstes Album in Zusammenarbeit mit dem französischen Produzenten Hector Zazou. Ihre Musik kann im weitesten Sinne auch zur Weltmusik gezählt werden, auch Kooperationen mit anderen internationalen Größen wie z.B. Peter Gabriel sind zu verzeichnen. Mit "A on ne prišel" landete sie auch in den umliegenden GUS-Ländern einen Hit. Sie nahm an der russischen Ausgabe von "The Voice" teil und spielte in mehreren usbekischen Filmproduktionen mit.


Sevara Nazarkhan - Meni sev

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