Mittwoch, 4. November 2020

Beyond Eurovision (186): Marokko


Marokko
- Als einziges afrikanisches und gleichzeitig arabisch geprägtes Land meldete sich Marokko 1980 für den Eurovision Song Contest an, es blieb auch bei einem einmaligen Erlebnis, der damals regierende Monarch hatte sich angesichts des desaströsen Ergebnisses gegen eine Fortsetzung am Wettbewerb ausgesprochen. Seit 40 Jahren hält sich das marokkanische Staatsfernsehen auch an diesen Appell. Dabei gehört gerade das Land an der Nordwestspitze Afrikas zu den musikalisch interessantesten Ländern der Region und nicht nur durch den Werdegang von Samira Bensaïd, die nicht wegen sondern trotz ihres Abschneidens in den Niederlanden zum Topstar aufstieg.

Schnelle Fakten

Hauptstadt

Rabat

Sprachen

Arabisch, Tamazight

Fläche

446.550km²

Währung

Marokk. Dirham (Dh)

Einwohner

33,0 Mio.

Internet-TLD

.ma

Zeitzone

UTC +1

Wiki-Info

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Marokko ist noch heute eine Monarchie, inzwischen hat jedoch Mohammed VI. die Regentschaft von seinem Vater übernommen. Unter den Maghrebländern gilt es als stabil, Badeorte wie Agadir und Nador aber auch das geschäftige Treiben auf den Souks und Königsstädten wie Marrakesch, Tanger oder Essaouira locken Touristen an. Dabei ist Marokko auch Teil eines der am längsten anhaltenden völkerrechtlichen Dispute, nämlich um die Westsahara, die seit dem Grünen Marsch von 1975 besetzt wird und nach wie vor umstritten ist. International aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden, wird die Entscheidung um ein Referendum nach UN-Kriterien seit Jahrzehnten nach hinten geschoben.

Dabei geht es vor allem um Rohstoffe, vor der tristen Küste der Westsahara liegen reiche Fischgründe, im Landesinneren befinden sich große Phosphatlagerstätten. Die Aufnahme der Westsahara in die Afrikanische Union führte zum Austritt Marokkos, inzwischen ist das Land, in dem ein nicht zu vernachlässigender Teil von Berbern in der Bevölkerung lebt, im Januar 2017 wieder eingetreten. Kulturell finden sich Elemente des Maghrebs wieder, zum einen in alltäglichen Situationen wie der typischen Teekultur, aber auch musikalisch, der überwiegende Teil der marokkanischen Musikszene spielt sich auf Arabisch ab, die Künstler aus Marokko haben oft auch in angrenzenden Ländern großen Erfolg, etwas die oben genannte Eurovisionsteilnehmerin Samira Bensaïd.

In diesem Beitrag geht es heute um die 32jährige Nabyla Maan (نبيلة عبدلاوي معان), die 1987 in Fès geboren wurde und im Jahr 2005 ihr Debütalbum "D'nya" auf den Markt brachte. Darauf singt sie vor allem im marokkanisch-arabischen Darija-Dialekt und auf Französisch. Dieses und die folgenden Alben verkauften sich mehrere hunderttausend Mal und schwappten auch auf den europäischen Markt. So trat sie mit 19 Jahren bereits in der Olympia, einer großen Musik- und Konzerthalle in Paris auf. 2009 erschien das zweite Album "Ya Tayr El Ali", auf dem u.a. auch eine Eigeninterpretation des Liedes "Padam padam" von Edith Piaf enthalten ist. Seit 2005 steht sie beim Label des marokkanischen Fernsehens SNRT unter Vertrag.

Nabyla Maan - Ya rouhi

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