Donnerstag, 9. April 2020

Beyond Eurovision (113): Äquatorialguinea



Äquatorialguinea - Am und im Golf von Guinea liegt die ehemalige spanische Kolonie Äquatorialguinea. Das Staatsgebiet erstreckt sich auf einen kleinen Streifen auf dem afrikanischen Festland zwischen Kamerun und Gabun, genannt Mbini sowie die Insel Bioko auf der sich auch die Hauptstadt Malabo befindet, einige Nebeninseln sowie die isoliert liegende Insel Annobón. Das Land hat sich durch reiche Erdölvorkommen im afrikanischen Vergleich ein hohes Pro-Kopf-Einkommen gesichert, die Einnahmen fließen jedoch vor allem in die Taschen elitärer Politiker, sodass die Armutsquote dennoch hoch ist.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Malabo
Sprachen
Spanisch, Französisch, Portugiesisch
Fläche
28.051km²
Währung
CFA-Franc (XAF)
Einwohner
1,3 Mio.
Internet-TLD
.gq
Zeitzone
UTC +1
Wiki-Info

Viele kennen Äquatorialguinea insbesondere dadurch, dass sich die Fußballnationalmannschaft der Frauen überraschend für die WM 2011 in Deutschland qualifiziert hat, jedoch alle drei Vorrundenspiele verlor. Ansonsten hört man von dem Land, das 1968 seine Unabhängigkeit erlangte und bis dahin als Rio Muni bekannt war, vor allem wenn es um den autoritären Staatspräsidenten Teodoro Obiang geht. Aus Angst vor einem Putsch plant er seinen Regierungssitz und damit die Hauptstadt nach Oyala in den Urwald auf dem Festland zu verlegen. Zum anderen ist das Land in den Schlagzeilen wenn über unsachgemäßes Abladen von importiertem Giftmüll auf der Insel Annobón berichtet wird.

Die Kultur Äquatorialguinea wird stark von den Fang, einem Bantuvolk geprägt, die sich ihre Rituale und Lieder bis heute bewahren und weitergeben. Auf der Insel Bioko, auf der sich ein Großteil des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens abspielt fließt zudem das ehemalige spanische Kolonialerbe ein. Die Fang haben auch eigene Musikinstrumente wie etwa die Mvet, eine Mischung aus Zither und Harfe. Trotzdem sieht sich auch die moderne Popmusik im Aufschwung, hier dominieren afrikanische Stile wie Soukous oder Makossa den aktuellen Musikmarkt, hinzu kommen einige wenige Bands, die sich spanischer Gitarrenmusik verschrieben haben.

Eine der namhaftesten Künstlerinnen des Landes ist die Sängerin Barby, die sich oben genannten Musikstilen bedient und ihren größten Hit, den ich hier heute auch vorstellen möchte als Begleitsong zur Frauen-Fußballweltmeisterschaft hatte. "Super nzalang" nimmt thematisch Bezug auf die WM in Deutschland, in dem Lied kommt nicht nur der afrikanische Rhythmus zum Einsatz, man hört phasenweise auch deutlich heraus, dass es sich um ein Shakira-Cover handelt, die 2010 mit "Waka waka" die WM anfeuerte. Das Video zu "Super nzalang" wurde teilweise ebenfalls in Deutschland gedreht, zu sehen ist Barby, wie sie vor dem Brandenburger Tor Fußball spielt.

Barby - Super nzalang

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