Montag, 12. Juli 2021

Beyond Eurovision (203): Kroatien


Kroatien
- Fast 1.800 Kilometer ist die kroatische Küstenlinie entlang des Adriatischen Meeres lang, die vielen Inseln eingeschlossen sind es sogar weit über 6.000 Kilometer. Hinzu kommt die Lage am Ostrand der Adria, was dem Land von Djuveč-Reis und Ćevapčići, allabendlich traumhafte Sonnenuntergänge über dem Meer und durch vorwiegend Kiesstände ein fantastisches türkisblaues, klares Meer bietet. Nicht nur in neuester Zeit, auch schon als Jugoslawien noch existierte war das Land ein gefragtes Reiseziel. 2003 holte ich mir hier beim Wohnmobil-Urlaub mit meinen Eltern im Übrigen den Sonnenbrand meines Lebens.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Zagreb
Sprachen
Kroatisch
Fläche
56.594km²
Währung
Kuna (kn)
Einwohner
4,1 Mio.
Internet-TLD
.hr
Zeitzone
UTC +1
Wiki-Info

Die Besitzverhältnisse in Kroatien wechselten über die Jahrhunderte, die jeweiligen Regenten haben sowohl gesellschaftlich als auch kulturell Spuren hinterlassen. Im Altertum war die Region römisch bzw. venezianisch besetzt, später byzantinisch, es folgten Ungarn, Osmanen, Österreicher und schließlich die Serben. Bis 1991 formte Kroatien eine sozialistische Republik innerhalb Jugoslawiens, trat einseitig aus und wurde Zielscheibe eines jahrelang andauernden Krieges mit der Jugoslawischen Volksarmee. Seit 2013 wurde Kroatien das bis heute jüngste Mitglied der Europäischen Union.

Typisch für den traditionellen kroatischen Musikstil ist die Tamburica. Hierbei formen Kleingruppen mit Saiteninstrumenten eine musikalische Einheit und singen eine Mischung aus Volksmusik des Alpenraumes und vom Balkan. Auch beim Eurovision Song Contest, bei dem Kroatien seit 1993 vertreten durch HRT teilnimmt, hat man diesen speziellen Stil in den Anfängen häufiger gesehen. Empfehlenswerte Titel mit entsprechendem Popmusik-Einwurf sind u.a. "Marin" von Maja Blagdan oder "Obori me s mogu" von Maja Šuput. Zudem kennt die, vor allem dalmatische Region, noch den Klapa, einen polyphonen Männergesang, der auch schon bei der Eurovision dabei war.

Gewidmet ist diese persönliche Empfehlung aber Jelena Rozga, die 1977 in Split geboren und nach ihrer Karriere als Balletttänzerin zur Leadsängerin der Gruppe Magazin wurde. Zehn Jahre lang trat sie mit Miro Crnko, Tonči Huljić und Ante Miletić auf, ehe sie sich ihrer Solokarriere widmete. 2006 erschien das Debütalbum "Oprosti mala", mit dem sie beim Musikfestival von Split Preise kassierte. Im gleichen Jahr versuchte sie sich mit "Ne zovi me Marija" bei der kroatischen Dora für die Eurovision in Athen und wurde Sechste. Ein Jahr später folgte mit der wunderschönen Ballade "Nemam" der siebte Platz. Jelena ist neben ihrer musikalischen Karriere auch ehrenamtlich tätig und tritt für Minderheiten wie die LGBT-Community oder die Roma im Land ein.

Jelena Rozga - Sve se meni čini

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