Donnerstag, 24. Juni 2021

Bosnien-Herzegowina: Finanzierung weiter schwierig


Bosnien-Herzegowina
- Seit Jahren beschäftigen wir uns schon mit dem Schuldenstand des bosnischen Fernsehens BHRT und auch in diesem Jahr steht die Teilnahme des Landes beim Eurovision Song Contest unter keinem guten Stern. In einem Interview heißt es von Senderverantwortlichen, dass man ohne ein funktionierendes Gebührensystem keinerlei Chance hat, die Ausstände bei der EBU zu begleichen und damit eine Rückkehr zur Eurovision zu gewährleisten. BHRT benötigt hierfür mindestens zwei gewinnbringende Jahre in Folge.

"Auch jetzt und in den kommenden Jahren stellt BHRT sein professionelles Team, seine Produktions- und technischen Kapazitäten zur Verfügung, aber leider verfügt BHRT nicht über die finanziellen Mittel, einen Teilnehmer für Bosnien-Herzegowina zum spektakulärsten und teuersten TV-Event der Welt zu schicken.", so die Meldung aus Sarajevo. Trotz geringer Einnahmen durch TV-Gebühren erwirtschaftete BHRT einen Verlust von 2,8 Millionen Euro. Eine Rückzahlung der Schulden an die EBU und die Rückkehr zur Eurovision sei nur durch ein Zusammenspiel verschiedener Parteien möglich.

"Nur mit der Unterstützung von Wirtschaft, staatlichen Institutionen, der Bevölkerung und gemeinsamer Investitionen in BHRT sei es möglich, Bosnien-Herzegowina schnell zum Eurovision Song Contest zurückzubringen.", man betonte, dass der Wettbewerb nicht nur eine Pflichtveranstaltung um das beste Lied sondern sehr viel mehr sei. Bosnien-Herzegowina musste sich nach 2012 aus finanziellen Gründen zurückziehen und schaffte lediglich 2016 durch Sponsorenhilfe einen bis heute letzten Beitrag, der jedoch im Halbfinale ausschied.

In den späteren Jahren erklärte der Sender BHRT immer wieder, dass man aufgrund von angehäuften Schulden bei der EBU nicht mehr in der Lage sei, am Wettbewerb teilzunehmen, ehe diese beglichen seien. Die EBU forderte vom bosnischen Staat weitgehende Unterstützungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der jedoch nur ein Schattendasein fristet. In Bosnien-Herzegowina greift ein kompliziertes Verwaltungssystem zwischen der Föderation Bosnien-Herzegowina und der Republik Srpska, die jeweils ihre eigenen TV-Anstalten unterstützen.

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