Freitag, 2. Dezember 2022

Griechenland: Zwei Gremien suchen nach Interpreten


Griechenland
- Konstantinos Zoulas, Präsident des griechischen Fernsehens ERT, erklärte heute, dass der griechische Song Contest-Beitrag für Liverpool mittels zweier verschiedener Gremien ausgewählt wird. Ein Komitee aus Musikexperten und ein öffentliches Komitee werden den Act für den kommenden Eurovision Song Contest ermitteln, berichtete Zoulas in einer Studio 4-Show. In der öffentlichen Jury sollen mehr als 50 Menschen sitzen und maßgeblich an der Auswahl beteiligt werden.

Zoulas erklärte, dass die Gewichtung beider Gremien einen Anteil von 49,4% Expertenjury und 50,6% Publikumsjury ausmachen soll. Alle Altersklassen sollen hierbei einen repräsentativen Querschnitt durch die griechische Bevölkerung abbilden. Vertreter und Angestellte des Senders ERT sollen an der Auswahl nicht mitwirken. Allerdings soll tatsächlich nur ein Interpret ermittelt werden, der Griechenland dann beim Eurovision Song Contest vertritt, einen anschließenden öffentlichen TV-Vorentscheid wird es 2023 nicht geben.

Ein ähnliches Prozedere wendet die Schweiz seit einigen Jahren an, indem sie ein öffentliches Panel und eine internationale Fachjury zur Beitragsfindung einsetzt, auch Deutschland hat dieses Konzept angewendet. Die Einführung demoskopischer Jurys setzt sich in den Auswahlmechanismen der einzelnen Nationen immer stärker durch, als Vorreiter gelten die Italiener, die beim San Remo-Festival seit Jahren ein dreiteiliges Voting aus Experten, Presse und einem demoskopischen Panel bestimmen lassen.

News-Splitter (946)


Lettland
- Das lettische Fernsehen LTV verzeichnet insgesamt 121 Bewerbungen für seinen nationalen Vorentscheid, die Supernova 2023. Die Zahl der Einsendungen bleibt damit etwa auf dem Vorjahresniveau, als 130 Beiträge eingereicht wurden, Lettland beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Eine senderinterne Jury wird nun alle Titel querhören und eine Auswahl für die Supernova zusammenstellen. Dabei werde man neben dem Text und der Rücksichtnahme auf moderne Trends vor allem die Originalität und die Chancen in einem internationalen Wettbewerb ausloten.

Kroatien
- HRT hat unterdessen bestätigt, dass die Interpreten für den Vorentscheid Dora 2023 feststehen. Aus allen Bewerbungen wurden eine Woche nach Anmeldeschluss insgesamt 28 Beiträge ermittelt, die an den beiden Halbfinals teilnehmen werden. Unter den Bewerbern sind u.a. Igor Cukrov, der Kroatien 2009 in Moskau vertreten hat, Damir Kedžo, der 2020 für Kroatien zum Song Contest hätte fahren sollen und Daniel Popović, der Jugoslawien 1983 in München vertrat. Die Kandidaten sollen bis spätestens 5. Dezember der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Finnland
- Samu Haber wird der finnischen Vorentscheid 2023 moderieren. YLE bestätigte, dass der Frontsänger der Gruppe Sunrise Avenue die Auswahlshow für Liverpool moderieren wird. Samu, hierzulande u.a. als Juror bei "The Voice of Germany" bekannt, erklärte, die Moderation von Uuden Musikiin Kilpailu sei die Krönung eines unglaublich guten Jahres, zu dem etwa die große Abschiedstour von Sunrise Avenue, sein neuestes Album auf Finnisch und die darauf folgende Tour zählten. Der finnische Vorentschied findet am 25. Februar in Turku statt, in diesem Jahr konnten The Rasmus mit "Jezebel" das Ticket über Uuden Musikiin Kilpailu lösen.

Mittwoch, 30. November 2022

Schweden: Line Up des Melodifestivalen vollzählig


Schweden
- Am gestrigen Dienstag stellte SVT die Teilnehmer der ersten beiden Vorrunden des Melodifestivalen vor, heute folgte der Rest der Interpreten, die am 18. und 25. Februar in Lidköping und Malmö an den anderen beiden Vorrunden teilnehmen werden und auch hier sind wieder einige bekannte Gesichter dabei, allen voran Loreen, die 2012 den Eurovision Song Contest von Baku mit "Euphoria" gewinnen konnte, aber auch Laurell Barker, die in diesem Jahr mit "Habit" einen Hit generierte.

Die Teilnehmer der dritten Vorrunde am 18. Februar in Lidköping:
01. - Marcus & Martinus - Air
02. - Melanie Wehbe - For the show
03. - Ida-Lova - Låt hela stan se på
04. - Paul Rey - Royals
05. - Nordman - Släpp alla sorger
06. - Laurell - Sober
07. - Casanovas - Så kommer känslorna tillbaka

Die Teilnehmer der vierten Vorrunde am 25. Februar in Malmö:
01. - Signe & Hjördis - Edelweiss
02. - Axel Schylström - Gorgeous
03. - Emil Henrohn - Mera mera mera
04. - Mariette - One day
05. - Smash Into Pieces - Six feet under
06. - Loreen - Tattoo
07. - Kiana - Where did you go

Laurell Barker hat u.a. an "Sister", "She got me", "Empires" und "El diablo" mitgewirkt und gehört zu den fleißigsten Song Contest-Komponisten der letzten Jahre. Marcus & Martinus sind norwegische Brüder, die seit 2015 mehrere mit Platin ausgezeichnete Alben veröffentlicht und 2017 die norwegischen Jurypunkte präsentiert haben. Hinzu kommen mit der Band Nordman und Mariette mehrfache Melodifestivalen-Teilnehmer, Mariettes bestes Ergebnis bisher ist der dritte Platz 2015 mit "Don't stop believing".

Norwegen: Regelwerk des Melodi Grand Prix angepasst


Norwegen
- 21 Interpreten werden im kommenden Jahr am norwegischen Melodi Grand Prix teilnehmen. Diese werden auf drei statt bisher fünf Vorrunden aufgeteilt. NRK hat an einigen Stellschrauben gedreht und das Konzept des Vorentscheids angepasst. So wird es 2023 keinerlei vorab für das Finale qualifizierten Interpreten geben, alle 21 Akteure müssen sich über ihre jeweiligen Vorrunde für die Finalshow qualifizieren.

Stig Karlsen sagt hierzu: "Es gab verschiedene gute Gründe, vorqualifizierte Acts zu stellen, aber der Melodi Grand Prix ist in ständiger Bewegung. Wir werden das Wettbewerbsmodel verständlicher machen, wenn alle Künstler vom gleichen Startpunkt teilnehmen." Statt Duellen und Trostrunden wird es lediglich drei Semifinals mit sieben Interpreten geben, von denen sich drei für das Finale qualifizieren. Dieses findet am 4. Februar 2023 in Trondheim statt, womit das Finale erstmals seit 2020 wieder außerhalb von Oslo stattfindet.

Im Finale selbst wird es eine internationale Jury bestehend aus Fachpersonal geben, die eingeführt wurden um einen wettbewerbstauglichen Beitrag mit Siegchancen zu finden. Die Interpreten, die am Melodi Grand Prix teilnehmen werden, sollen am 4. Januar bei einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Die Beiträge der ersten Vorrunde folgen fünf Tage später, ehe es am 14. Januar bereits zur ersten Liveshow kommt. Dieses Prinzip wiederholt sich bis zum Finale im wöchentlichen Rhythmus.

Dienstag, 29. November 2022

News-Splitter (945)


Schweiz
- Das Schweizer Auswahlverfahren findet in diesem Jahr wieder intern statt und scheint auf die Zielgrade einzubiegen. Die Auswahljury hat das Feld der Bewerber minimiert und steht offenbar kurz vor der finalen Entscheidung, wer die Schweiz in Liverpool vertritt. Einer der möglichen Bewerber, die es in die letzte Runde geschafft haben, ist nach eigenen Angaben Ovi Jacobsen, der Rumänien gemeinsam mit Paula Seling 2010 und 2014 beim Song Contest vertreten hat. Ausgewählt wird der Schweizer Vertreter durch ein 100 Mitglieder umfassendes Panel sowie eine 20köpfige internationale Fachjury.

Israel
- Wie The Times of Israel berichtet, ist die israelische Sängerin Galit Burg gestern im Alter von 54 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Gemeinsam mit dem zehn Jahre jüngeren Gili Netanel gewann sie 1989 den israelischen Vorentscheid und vertrat das Land beim Eurovision Song Contest in Lausanne. Mit "Darekh hamelekh" belegte das Duo den zwölften Platz mit 50 Punkten. Nach ihrer Song Contest-Teilnahme sang Galit in mehreren Bands und war auch als Solistin tätig, der einzige nennenswerte Erfolg blieb jedoch ihr Song Contest-Beitrag. 2013 nahm sie an den Auditions von X Factor Israel teil. 

Deutschland
- Beim NDR endete gestern die Bewerbungsfrist für den deutschen Vorentscheid "Unser Lied für Liverpool". Intern werden nun alle Bewerbungen von Musikexperten gesichtet und auf eine TV-kompatible Größe reduziert. Wie man mühelos im Internet zusammentragen kann, haben bereits einige Künstler ihre Bewerbung öffentlich gemacht, darunter ist etwa Ikke Hüftgold, der mit "Lied mit gutem Text" für Liverpool empfiehlt. Wie genau sich das weitere Auswahlverfahren gestaltet, wurde vom NDR bisher nicht kommentiert. Der NDR fahndete seit dem 9. November online nach Interpreten, auch eine Bewerbung über TikTok war möglich. 

Schweden: Erste Melodifestivalen-Kandidaten bekannt


Schweden
- Neuigkeiten aus Schweden machen die Runde, denn der Sender SVT hat die Kandidaten der ersten beiden Vorläufe des Melodifestivalen präsentiert und dabei eine ganze Riege an altbekannten Künstlern nominiert. Bei SVT Play präsentierten Farah Ababdi und Jesper Rönndahl mit Victor Crone u.a. einen ehemaligen Song Contest-Vertreter, der jedoch nicht in schwedischen, sondern 2019 in estnischen Diensten stand. Mit Loulou LaMotte ist zudem eine Künstlerin dabei, die mit The Mamas schon beim Song Contest dabei waren.

Die Teilnehmer der ersten Vorrunde am 4. Februar in Göteborg:
01. - Victor Crone - Diamonds
02. - Rejhan - Haunted
03. - Loulou LaMotte - Inga sorger
04. - Eva Rydberg & Ewa Roos - Länge leve livet
05. - Elov & Beny - Raggen går
06. - Tone Sekelius - Rhythm of my show
07. - Jon Henrik Fjällgren, Arc North feat. Adam Woods - Where are you (Sávečan)

Die Teilnehmer der ersten Vorrunde am 11. Februar in Linköping:
01. - Wiktoria - All my life (Where have you been)
02. - Eden - Comfortable
03. - Uje Brandelius - Grytan
04. - Theoz - Mer av dig
05. - Maria Sur - Never give up
06. - Tennessee Tears - Now I know
07. - Panetoz - On my way

Gleich mehrere Kandidaten aus der Line Up haben bereits Erfahrungen beim Melodifestivalen sammeln können. Unter anderem der samische Interpret Jon Henrik Fjällgren, der sich mit Liedern wie "Norrsken (Goesksegh)" oder "En värld full av strider" um die Musik Lapplands verdient gemacht hat, Wiktoria, die ebenfalls mehrfach vertreten war oder den Theoz und den Panetoz. Tone Sekelius wurde zudem mit "My way" in diesem Jahr Fünfte. Die Kandidaten der dritten und vierten Vorrunde werden morgen von SVT vorgestellt.

Italien: Giovani-Kandidaten von San Remo vollzählig


Italien
- Die italienische RAI hat gestern die Liste seiner "Giovani"-Kandidaten publiziert. Über 1.260 Einsendungen wurden bearbeitet und zwei Auditions angesetzt, nunmehr stehen die zwölf Kandidaten fest, die sich neben den vier qualifizierten Area Sanremo-Bewerbungen um Startplätze beim eigentlichen San Remo-Festival bemühen. Drei von ihnen erhalten einen garantierten Platz beim San Remo-Festival im Februar 2023 und damit die Chance, sich für die Eurovision zu qualifizieren.

Die Giovani-Teilnehmer von San Remo:
01. - Collo Zio - Asfalto
02. - Fiat 131 - Pupille
03. - Noor - Tua Amelie
04. - Romeo & Drill - Giorno di scuola
05. - Gianmaria - La città che odi
06. - Giuse The Lizia - Sincera
07. - Maninni - Mille porte
08. - Mida - Malditè
09. - Olly - L'anima balla
10. - Sethu - Sottoterra
11. - Shari - Sotto voce
12. - Will - Le cose più important

Die Entscheidung, welche drei Acts eine Startberechtigung beim San Remo-Festival erhalten, wird am 16. Dezember getroffen. Beim San Remo-Festival selbst, werden die Newcomer und Kandidaten aus der öffentlichen Bewerbungsphase gegen etablierte Künstler der italienischen Musikszene messen und in mehreren Galashows um die Gunst der Zuschauer sowie einer Fachjury und einem demoskopischen Panel singen. Der Sieger von San Remo erhält die Option, Italien 2023 in Liverpool zu vertreten. Macht dieser nicht von seinem Vorrecht Gebrauch, nominiert die RAI einen Künstler aus dem übrigen Teilnehmerfeld.

Mittwoch, 23. November 2022

Schweden: Reform der Andra Chansen für 2023


Schweden
- Nicht nur beim Eurovision Song Contest, auch beim schwedischen Melodifestivalen wurde am Wertungsformat geschraubt. Dies bezieht sich insbesondere auf das Halbfinale, bzw. die Andra Chansen, die am 4. März in Örnsköldsvik stattfindet. Bisher war es so, dass die Zweit- und Drittplatzierten der jeweiligen Vorrunden in der Andra Chansen in zwei Gruppen mit je vier Songs aufgeteilt wurden und sich zwei für das Finale qualifizierten.

Nun sieht das von SVT veröffentlichte Regelwerk vor, dass alle acht Beiträge in einen Topf geschmissen werden und sich die vier Beiträge mit den meisten Punkten qualifizieren. Die Punkte werden, wie in den letzten Jahren auch, per Altergruppe in der offiziellen Melodifestivalen-App und im Televoting vergeben. Die detaillierten Ergebnisse gemäß der Altersgruppen werden während der TV-Show veröffentlicht und sollen maximale Transparenz garantieren. 

Der schwedische Vorentscheid, das Melodifestivalen, beginnt am 4. Februar in Göteborg und endet vier Vorrunden, eine Andra Chansen und eine Finalshow später am 11. März. Die Austragungsorte sind die gleichen, die eigentlich schon 2022 das Festival ausrichten sollten, ehe SVT coronabedingt auf die landesweite Tour verzichtete und alle Shows in Stockholm stattfinden ließ. Damals gewann Cornelia Jakobs mit "Hold me closer" das Melodifestivalen, beim Eurovision Song Contest in Turin wurde sie Vierte.

News-Splitter (944)


Estland
- Nach dem Tod ihres Leadsängers Riho Sibul hat die Band Ultima Thule ihren Rückzug vom estnischen Vorentscheid angekündigt. Gemeinsam mit Wiiralt hätte die Band den Titel "Salalik" beim Eesti Laul vortragen sollen, der nun allein die Performance übernehmen. Martin Saaremäe von Wiiralt erklärte, man werde den Rihos-Stil während des Auftritts beim estnischen Vorentscheid würdigen. Sollten sich auch Wiiralt nachträglich dazu entscheiden, vom Vorentscheid zurückzutreten würde der Sender ERR einen der beiden Ersatzacts nachnominieren.

Zypern
- Jimmy Jansson und Thomas Stengaard stecken nach Angaben des Senders CyBC hinter dem zypriotischen Beitrag für Liverpool 2023. In der Pressemeldung heißt es, dass die beiden Skandinavier als Songwriter- und Produktionsteam hinter dem intern nominierten Andrew Lambrou stehen. Jimmy Jansson nahm selbst als Interpret und später als Komponist beim Melodifestivalen sowie diversen anderen europäischen Vorentscheiden teil. Von ihm stammt u.a. auch "Yes", mit dem Ben & Tan 2020 für Dänemark hätten antreten sollen. Thomas Steengard war u.a. an "Only teardrops" oder "You let me walk alone" von Michael Schulte beteiligt.

Norwegen
- NRK hat bestätigt, dass die 21 Beiträge für den Melodi Grand Prix feststehen, genannt wurden diese jedoch bislang nicht. Delegationsleiter Stig Karlsen teilte via Instagram mit, dass die Namen Anfang 2023 folgen werden. Der norwegische Vorentscheid setzt sich im kommenden Jahr aus drei Vorrunden und einer Finalshow zusammen. Moderiert werden alle Sendungen von Journalistin und NRK P3-Moderatorin Arianrhod Engebø sowie Stian Thorbjørnsen alias Staysman, der bereits mehrfach als Interpret am Vorentscheid teilgenommen hat und war jüngst Teil des TV-Formats "Norges nye megahit", bei dem Prominente versuchen sollten, einen Hit zu schreiben.

Dienstag, 22. November 2022

San Marino: Hoffnung auf eigenes Zuschauervoting


San Marino
- Ein Profiteur der heute von der Europäischen Rundfunkunion vorgestellten Regeländerungen beim Voting des Song Contests 2023 in Liverpool könnte San Marino werden. Delegationsleiter Alessandro Capicchioni sagte gegenüber SMRTV: "Es könnte eine Gelegenheit sein, Televoting auch in San Marino einzuführen, indem die neuen Online-Systeme anstelle von Telefonanrufen verwendet werden." San Marinos Televotingergebnis basiert derzeit auf einem aggregierten Voting.

Da San Marino an das öffentliche Telefonnetz Italiens angeschlossen ist, ist es nicht möglich, Anrufe aus San Marino eigenständig zu filtern und ein Ländervoting beim Song Contest zu generieren. Stattdessen werden die Punkte des Landes seit Jahren durch ein komplexes System auf Grundlage von Nationen errechnet, die ein ähnliches Wertungsverhalten aufweisen. Capicchioni zeigte sich interessiert an der Neuerung und hofft, dass man durch das Online-Voting mittels IP-Adresse sanmarinesische Stimmen filtern könnte.

Die EBU präsentierte heute Änderungen am Wertungsmodus beim Eurovision Song Contest. So wird die Jury im Halbfinale komplett abgeschafft und ein 100%iges Televoting durchgeführt. Im Finale bleibt die 50/50-Regelung erhalten. Dafür können durch ein besonders gesichertes Online-Verfahren erstmals auch Zuschauer aus Nicht-Teilnehmerländern kostenpflichtig Stimmen für ihre Favoriten abgeben. Alle Stimmen werden gesammelt und zählen als "Rest of the World"-Wertung wie die Stimmen eines Teilnehmerlandes. 

Eurovision 2023: Neue Wertungsregeln in Liverpool


Europa
- Die Europäische Rundfunkunion ist bekannt dafür, dass sie das Regelwerk des Eurovision Song Contests in den nunmehr fast 70 Jahren regelmäßig auf den Prüfstand stellt, neue Dinge einführt, alte Dinge verändert und immer wieder neue Wege geht, um den Wettbewerb interessant zu gestalten oder zumindest Richtlinien und Bestimmungen aktuell zu halten. So verhält es sich auch mit dem Eurovision Song Contest 2023 in Liverpool. Die Reference Group hat erneut das Votingsystem geändert.

Gleich mehrere Aspekte am Voting werden modifiziert, beginnend in den Halbfinals. Bislang war es so, dass in allen drei Shows das Konzept des 50%igen Jury- und Televotings gab. Die Juroren aller teilnehmenden Länder fällten sowohl in den Halbfinals als auch im Finale ihr eigenes Urteil und machten 50% des nationalen Ergebnisses aus. Das fällt mit Liverpool 2023 flach, das Juryvoting wird in den Halbfinals abgeschafft. Lediglich die Zuschauer entscheiden zu 100% per App oder Televoting, welche zehn Länder es über die Vorrunde hinaus ins Finale schaffen.

Damit kehrt man in dieser Sicht zum Stand von vor 2008 zurück, damals entschieden ebenfalls lediglich die Zuschauer, welche zehn Länder ins Finale einziehen. Für das Finale greift diese Bestimmung fortan allerdings nicht, dort werden weiterhin Musikexperten und Jurymitglieder 50% des Ergebnisses ausmachen. Hierfür wird weiterhin jedes Land einzeln aufgerufen und die Juryergebnisse auf's Tableu geworfen. Damit bleibt die Punktevergabe, wie wir sie z.B. in Turin erlebt haben, erhalten. Zunächst werden die Jurys aufgerufen und im Anschluss das Televotingergebnis peu á peu ergänzt.

Die Europäische Rundfunkunion teilt zudem mit, dass erstmals auch Zuschauer außerhalb der teilnehmenden Nationen am Voting mitwirken können. Dafür gibt es ein gebündeltes "Rest of the World"-Voting, das als eine separate Länderwertung zählt. Mit Hilfe einer Online-Plattform, sollen Zuschauer außerhalb der teilnehmenden Länder per Klick und mit Hinterlegung der Kreditkartendaten die Möglichkeit erhalten, für ihren Favoriten abzustimmen. Dieses "Rest of the World"-Voting kommt sowohl im Halbfinale als auch im Finale zum Einsatz.

Supervisor Martin Österdahl erklärte in einer Stellungnahme, dass man den Zuschauern weiterhin das Erlebnis einer spannenden Votingsequenz bieten möchte und der Gewinner nach wie vor erst mit der letzten Punktevergabe feststehen wird. Es blieb jedoch offen, welche Länder am "Rest of the World"-Voting angeschlossen werden und welche nicht. Bezüglich der Auswirkungen auf das Teilnehmerfeld im Finale erklärte er, dass aus Sicht des Wettbewerbs in Turin nur minimale Änderungen aufgetreten wären. So hätten sich in den Halbfinals z.B. Albanien und Zypern statt der Schweiz und Aserbaidschan qualifiziert.

Wie jede Änderung des Wertungsverfahrens hat auch diese Neuerung Vor- und Nachteile. Die Abschaffung der Juroren im Halbfinale sorgt zum einen dafür, mögliche und offensichtliche Absprachen, wie es sie etwa in Turin gegeben haben soll, zu unterbinden und den Zuschauern wieder das Gefühl "Power to the people" zu geben. Dass sich dadurch nun wieder vermehrt osteuropäische Nationen qualifizieren, was 2009 zur Einführung der Juroren geführt hat, wird die Zeit zeigen, in den letzten Jahren gab es hierfür jedoch keinerlei Anhaltspunkte.

Durch die Einführung der "Rest of the World"-Wertung erschließt die Europäische Rundfunkunion zudem einen größeren Markt an zahlungswilligen Zuschauern. Nationen die seit Jahren nicht mehr teilnehmen, aus welchen Gründen auch immer, erhalten die Gelegenheit, dennoch Einfluss auf das Endergebnis zu nehmen, wie es z.B. 2006 bei Serbien-Montenegro der Fall war, das sich erst nachträglich vom Wettbewerb zurückzog, aber dennoch seine Punkte mittels Televoting platzieren konnte. Ob dieses Prinzip angenommen wird, werden wir in Liverpool erleben.

Zudem scheint die Abschaffung der Juroren im Halbfinale ein Beweis des guten Willens zu sein, etwa das türkische Fernsehen gnädig zu stellen. TRT kritisierte über Jahre hinweg das Juryvoting und blieb dem Wettbewerb seit 2013 fern, da die bisher stets reichlich geflossenen Diaspora-Stimmen eingedämmt wurden. Ob die Änderung zu einem Comeback oder der Absage anderer Nationen führen wird, bleibt ebenso abzuwarten. Zumindest wird es beim Eurovision Song Contest nicht langweilig und wie jede Änderung der letzten Jahre, sind wir erst nach Veröffentlichung der Details im Mai schlauer und können Schlüsse auf mögliche Wertungsunterschiede ziehen.

Montag, 21. November 2022

Malta: Vorrundenteilnehmer für 2023 vorgestellt


Malta
- Der maltesische Vorentscheid wird im kommenden Jahr größer angelegt, als in den Jahren zuvor, speziell hierfür werden Viertelfinals angelegt, die ab dem 13. Januar starten und im wöchentlichen Rhythmus stattfinden. Insgesamt nehmen 40 Beiträge an den Vorrunden teil, 24 davon schaffen es ins Halbfinale am 9. Februar und 16 den Sprung ins Finale. Der Sender TVM hat heute Morgen die Liste der 40 Vorrunden-Teilnehmer vorgestellt, darunter eine ganze Schar bekannter Namen früherer Jahrgänge. Löblich an dieser Auswahl ist auch, dass scheinbar gleich mehrere Titel in maltesischer Sprache dabei sind.

Die Teilnehmer der Viertelfinals auf Malta:
01. - Aidan - Regina
02. - Andre - Broken hill
03. - Bradley Debono - Blackout
04. - Brooke - Checkmate
05. - Cheryl Balzan - La La Land
06. - Chris Grech - Indescribable
07. - Christian Arding - Eku car
08. - Clintess - Lura qatt
09. - Dan - It'll be OK
10. - Dario - Pawn in a game
11. - Dario Bezzina - Bridle road
12. - Dominic & Anna - Whatever the wind may blow
13. - Eliana Gomez Blanco - Guess what
14. - Fabrizio Faniello - Try to be better
15. - Francesca Sciberras - Masquerade
16. - Geo Debono - The mirror
17. - Giada - I depend on you
18. - Greta Tude - Sound of my stilettos
19. - Haley - Tik tok
20. - Ian - On my own
21. - Jake - Love you like that
22. - James Louis - Dream
23. - Jason Scerri - Anything can happen
24. - Jessika - Unapologetic
25. - John Galea - Trailblazer
26. - Kirstie - Girls get down
27. - Klinsman Coleiro - Piranah
28. - Lyndsay - Haunted
29. - Maria Christina - Our flame
30. - Maria Debono - X'allegrija
31. - Marie Claire - Thankful
32. - Mark Anthony Bartolo - Tears
33. - Matt Blxck - Up.
34. - Maxine Pace - Alone
35. - Mike - Lehen fic-cpar
36. - Nathan - Creeping walls
37. - Ryan Hili - In the silence
38. - Stefan - Heartbreaker
39. - Stefan - What do you want?
40. - The Busker - Dance (Our own party)

Nach zwei Song Contest-Auftritten 2001 in Kopenhagen und 2006 in Athen bewirbt sich Fabrizio Faniello ein drittes Mal für die Eurovision und auch Jessika Muscat hat sich bereits zahlreiche Male für Malta beworben, ehe sie 2018 den sanmarinesischen Vorentscheid "1in360" für sich entscheiden konnte. Mit Aidan ist zudem der Runner Up des Vorjahres dabei, der sich mit "Ritmu" für Turin empfohlen hat, jedoch gegenüber Emma Muscat mit 72 zu 92 Punkten den Kürzeren zog und auch Klinsmann Coleiro kennen wir bereits von diversen maltesischen Vorentscheiden. 

Donnerstag, 17. November 2022

Ukraine: Vidbir-Finalisten von UA:PBC vorgestellt


Ukraine
-
Das ukrainische Fernsehen UA:PBC hat nach seinem öffentlichen Aufruf und einer Longlist bestehend aus 36 Interpreten nun die zehn Beiträge ermittelt, die am nationalen Vorentscheid Vibir teilnehmen werden. Darunter findet sich u.a. mit Krutь alias Maryna Krut auch eine Wiederholerin, die 2020 in ihrem Semifinale als Siegerin hervorging und dort u.a. Go_A und die ebenfalls teilnehmende Jerry Heil auf die Plätze zwei und drei verwies.

Die Teilnehmer des ukrainischen Vorentscheids:
01. - 2Tone - Kvitka
02. - Angelina - Stronger
03. - Demchuk - Alive
04. - Fiinka - Dovbush
05. - Jerry Heil - When God shut the door
06. - Krutь - Kolyskova
07. - Moisei - I'm not alone
08. - Oy Sound System - Oy, tuzhu
09. - Tember Blanche - Ia vdoma
10. - Tvorchi - Heart of steel

Das Finale des ukrainischen Vorentscheids wird am 17. Dezember in der Metrostation Maidan Nezalezhnosti stattfinden und von Timur Miroshnychenko moderiert, der 2017 als Moderator des Song Contests in Kiew auf der Bühne stand und seit Jahren die Shows für den Sender UA:PBC kommentiert. Der Sieger und damit Vertreter der Ukraine wird zu jeweils 50% per Jury- und Zuschauervoting ermittelt, die Jury selbst wurde ebenfalls in einem öffentlichen Voting zusammengestellt.

Mit über 88.000 Stimmen wurde der Sänger der Gruppe Antytila, Taras Topolya in die Jury hineingewählt. Auf dem zweiten Platz und damit ebenfalls Teil der Vidbir-Jury ist Jamala, gefolgt von Julia Sanina, Mitglied der Gruppe The Hardkiss, die 2016 beim Vorentscheid den zweiten Platz belegten. Nicht in die Jury haben es u.a. Tina Karol (Platz 4), Go_A-Frontsängerin Kateryna Pavlenko (Platz 6) und Zlata Ognevich (Platz 7) geschafft. Die Ukraine ist aufgrund des Sieges vom Kalush Orchestra in Turin direkt für das Song Contest-Finale am 13. Mai 2023 qualifiziert.

Montag, 14. November 2022

Australien: Interne Auswahl für Liverpool 2023


Australien - SBS hat, nachdem sich bereits abzeichnete, dass es im kommenden Jahr keinen Vorentscheid nach dem Prinzip von "Australia Decides" geben wird, eine interne Auswahl für die Kandidatensuche 2023 bestätigt. In einem Statement des Senders heißt es: "Nach drei Jahren des gemeinsamen Feierns und der Zusammenarbeit mit nationalen Interpreten im Rahmen der Auswahlshow für die Eurovision haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, das Programm 2023 nicht fortzusetzen".

Stattdessen plant man aufgrund "einer Vielzahl von Faktoren", die zu dieser Entscheidung beigetragen haben, eine interne Auswahl für Liverpool durchzuführen. Nähere Informationen macht der australische Sender bislang nicht. Der Sender freute sich allerdings darauf, im kommenden Jahr "40 Jahre Eurovision in Australien" zu feiern. Seitdem überträgt Australien den Song Contest. 2022 wurde das Land durch Sheldon Riley vertreten, der mit "Not the same" den 15. Platz im Finale von Turin belegte.

SBS hat von der Europäischen Rundfunkunion lediglich eine Vereinbarung, bis 2023 am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Ob diese Entscheidung verlängert wird oder man das Projekt auslaufen lässt, ist bislang nicht gewiss. SBS wurde 2015 in Wien zunächst einmalig an Bord geholt, um das 60jährige Jubiläum der Show zu feiern, daraus ist später ein ungeschriebenes Gesetz geworden, das mit einer garantierten Teilnahme bis 2023 offiziell gemacht wurde.

Sonntag, 13. November 2022

News-Splitter (943)


Albanien
- Das Festivali i Këngës in Albanien wird vom 19. bis 22. Dezember in Tirana stattfinden. RTSH erklärte, dass das Festival, welches gleichzeitig als albanischer Vorentscheid dient, erstmals seit 2010 wieder über vier Tage hinweg veranstaltet wird. Die Direktion der Veranstaltung übernimmt Arbana Osmani. Das Festival hält einige Neuerungen bereit, so wird der Sieger des Festivals nicht automatisch das Ticket für den Eurovision Song Contest lösen. Während der Gesamtsieger per Juryabstimmung ermittelt wird, soll der Song Contest-Vertreter durch ein Televoting bestimmt werden, unabhängig von seiner Platzierung beim Këngës.

Georgien
- GPB, das georgische Fernsehen, hat die komplette Jury von The Voice of Georgia vorgestellt. Neben Stephane Mgebrishvili, der 2009 gemeinsam mit dem Damentrio 3G zum Song Contest nach Moskau hätte fahren sollen, bekommt Sopho Toroshelidse an die Seite gestellt, die als Frontsängerin der Gruppe Eldrine 2011 beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf dabei war sowie Filmmusik- und Theaterkomponist Dato Evgenidse, der bereits beim Junior Eurovision-Vorentscheid "Ranina" abstimmen durfte und Dato Porchkhidse. Der Komponist und Sänger war bereits an den ersten beiden Staffeln von The Voice als Juror dabei und ging mit seinen Kandidaten siegreich aus den Shows hervor.

Serbien
- Das serbische Fernsehen RTS hat unterdessen seine Bewerbungsfrist für den nationalen Vorentscheid nach hinten verlängert. Ursprünglich sollte die Einreichphase übermorgen am 15. November enden. RTS bestätigte nun, dass man die Frist bis zum 1. Dezember verlängert habe. Für den Vorentscheid, der ein jeweils 50%iges Jury- und Zuschauervoting vorsieht, gelten im weitesten Sinne die EBU-Regularien. Zudem erbittet RTS lediglich Beiträge in einer der in der Republik Serbien anerkannten Sprachen, was neben Serbisch auch Kroatisch, Bosnisch, Slowakisch, Albanisch, Bulgarisch, Mazedonisch, Russinisch und Romanes inkludiert.

Freitag, 11. November 2022

Niederlande: Pierre Kartner alias Vader Abraham verstorben


Niederlande
- Pierre Kartner alias Vader Abraham verstarb am 8. November im Alter von 87 Jahren. Die Nachrichtenagentur ANP berief sich dabei auf einen Sprecher der Familie. Kartner wurde im April 1935 in Elst in der Provinz Gelderland geboren und spätestens 1977 auch in Deutschland durch das "Lied der Schlümpfe" bekannt. Zu seinen weiteren Hits gehörte auch der Klassiker "In 't kleine café aan de haven". Zuvor begann er eine Ausbildung als Konditor und ging anschließend zum Militär.

In den 70er Jahren veröffentlichte er als Angestellter bei einer Plattenfirma sein Album "Pierre: Ik wil nog even met je praten", das jedoch kein Erfolg wurde. Später zog er nach Breda, wo er für einen Karnevalssong den Titel "Vader Abraham had zeven zonen" aufnahm. Unter seinem Pseudonym gelang ihm schließlich der musikalische Erfolg, "In 't kleine café aan de haven" wurde zu seinem ersten Erfolg in den Niederlanden, der später u.a. als "Die kleine Kneipe" von Peter Alexander oder "The little cafe by the harbor" von Engelbert Humperdinck gecovert wurde.

1977 komponierte er "'t Smurfenlied", das Lied der Schlümpfe, mit dem er seinen größten Erfolg landete und u.a. sechsmal den ersten Platz in der ZDF-Hitparade belegte. Auch die LP "In Smurfenland" wurde zum Erfolg. Mit den Schlümpfen im Gepäck gab er Konzerte auf der ganzen Welt und schrieb später auch für andere Künstler, darunter "Heut Abend hab ich Kopfweh" für Ireen Sheer, Peter Orloff, Nana Mouskouri und Heino. Zudem schuf er das Titellied der zur Zeichentrickserie "Mumins". Mir in Erinnerung geblieben ist zudem ein Werbesong mit dem beeindruckenden Titel "Wenn die Slipeinlage nur gut sitzt". 

2010 wurde er vom niederländischen Fernsehen NOS ausgewählt, den Beitrag für den Eurovision Song Contest zu verfassen. In einem einem Vorentscheid sangen fünf Nachwuchstalente seinen Titel "Ik ben verliefd (Sha-la-lie)", bei dem es zum Gleichstand zwischen Loekz und der späteren Gewinnern Sieneke kam. Am Ende sollte Kartner entscheiden, wer nach Oslo fährt, entschied sich jedoch nur widerwillig dazu, eine Entscheidung zu treffen. In seiner Karriere erhielt er 128 Goldene Schallplatten als Komponist sowie 129 Goldene und Platin-Platten für die Schlümpfe. 

Pierre Kartner - Ik ben verliefd (Sha-la-lie) / Demoversion

Donnerstag, 10. November 2022

Rumänien: Einzelheiten zur Selecţia Naţională


Rumänien
- Heute hat das rumänische Fernsehen TVR Einzelheiten zu seinem geplanten Vorentscheid, der Selecţia Naţională 2023, vorgestellt und wie man bereits vor einigen Wochen angekündigt hat, soll der Vorentscheid ein Zeichen in Sachen Transparenz und Digitalisierung setzen. Zunächst einmal können sich interessierte Interpreten und Komponisten, sofern sie über 16 Jahre alt sind, per E-Mail an eurovision.romania@tvr.ro wenden und ihre Beiträge einreichen.

Am 14. November öffnet das Bewerbungsfenster und endet am 11. Dezember. Anschließend wählt eine maximal siebenköpfige Jury zwölf Kandidaten für die Selecţia Naţională aus. Die Finalisten sollen bis spätestens 17. Dezember ermittelt sein und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Als Termin für den Vorentscheid nannte TVR den 11. Februar 2023. Dort soll eine Kombination aus Online- und Televoting dazu führen, einen Act für Liverpool auszuwählen.

Eine Jury, die maßgeblich Einfluss auf das Ergebnis der Selecţia Naţională nehmen wird, soll es 2023 nicht geben. In der Vergangenheit hatte die Jury bis zu 5/6 Stimmgewicht, das Televoting wurde als einzelne Jurystimme gewertet und hatte somit kaum einen Effekt auf das Endergebnis. In diesem Jahr wurde Rumänien durch WRS und "Llámame" vertreten, der den 18. Platz im Finale von Turin belegte. Im Anschluss hielt sich TVR offen, weiterhin an der Eurovision teilzunehmen, nachdem das Juryvoting des Senders annulliert wurde.

Norwegen: Samischer Sänger Mattis Hætta verstorben


Norwegen
- Und leider müssen wir noch einen Nachruf verfassen, denn der norwegische Sänger Mattis Hætta ist im Alter von 63 Jahren verstorben, wie seine Familie gegenüber dem norwegischen Sender NRK mitteilte. Mattis Hætta wurde 1980 europaweit bekannt, als er als erster Interpret beim Eurovision Song Contest den samischen Joik-Gesang anstimmte und gemeinsam mit Sverre Kjelsberg, der bereits 2016 verstarb, den Titel "Sámiid Ædnan" beim Finale in Den Haag vortrug. 

Beide belegten den 16. Platz in der Konkurrenz von 19 Nationen, dabei gab es sechs Punkte von der deutschen Jury. Hætta wurde am 15. März 1959 in Masi, einem Dorf in der Gemeinde Kautokeino in der Finnmark geboren und war engagierte sich zeitlebens für die Rechte der Samen in Norwegen. 1980 gewannen Kjelsberg und Hætta den norwegischen Melodi Grand Prix punktgleich mit Åge Aleksandersen & Sambandet mit "Bjørnen sover", durften aufgrund eines Stechens unter den Juroren aber nach Den Haag reisen.

Nach dem Eurovision Song Contest musizierte Hætta weiter, veröffentlichte 1981 die LP "Lala" und arbeitete als Lehrer am Alta Lærerhøgskole. Ebenfalls war er als Pantomime und Joik-Sänger im nordischen Raum aktiv. Er wirkte zudem an verschiedenen Theaterproduktionen am Beaivváš Sámi Našunálateáhter, dem Samischen Nationaltheater in Kautokeino mit und nahm am Sámi Grand Prix teil. 2013 hatte er einen Auftritt in der TV-Serie "Hjerterått". 

Sverre Kjelsberg & Mattis Hætta - Sámiid Ædnan

Mittwoch, 9. November 2022

News-Splitter (942)


Georgien
- Stephane Mgebrishvili wurde als erster Juror von The Voice Georgia bestätigt. Die Castingshow, die überall auf der Welt verstreut Ableger hat, dient 2023 der Suche eines Eurovisionskandidaten. Stephane ist kein Unbekannter und bereits seit den späten 90er Jahren musikalisch aktiv. Er war zudem bereits als Juror bei X Factor und "Show Voice" tätig. Eurovisionsfans dürfte er als männlicher Part der Formation Stephane & 3G bekannt sein, die 2009 mit "We don't wanna put in" für Georgien zum Song Contest fahren sollten, später jedoch disqualifiziert wurden, da sie ihren Songtext nicht ändern wollten.

Schweden
- Das schwedische Fernsehen SVT hat bestätigt, dass die Teilnahmegebühren des Eurovision Song Contest 2023 im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sind. Wie hoch der Aufschlag verglichen zu Turin 2022 ausfiel wurde jedoch nicht erwähnt. Aus finanziellen Gründen verzichten heuer Bulgarien, Montenegro und Nordmazedonien auf die Teilnahme in Liverpool. Neben gestiegenen Grundkosten und Energiepreisen dürfte auch der Ausschluss Russlands, als einer der größten Geldgeber, der nicht Teil der Big Five ist, die Gebühren in die Höhe getrieben haben.

Portugal
- RTP, das portugiesische Fernsehen, hat unterdessen die Namen der Komponisten veröffentlicht, die im kommenden Jahr Beiträge zum Festival da Canção entsenden. Unter den 20 Komponisten befinden sich fünf aus einer öffentlichen Ausschreibung, die übrigen wurden direkt von RTP angefragt. Unter den Komponisten ist u.a. auch Cláudia Pascoal zu finden, die ihr Land 2018 in Lissabon mit dem Titel "O jardim" vertreten hat und gemeinsam mit ihrer Komponistin Isaura den letzten Platz im Finale im eigenen Land einfuhr. Nähere Einzelheiten zum Festival da Canção sollen in den kommenden Wochen folgen. 

Deutschland: "Unser Lied für Liverpool" 2023


Deutschland
- Man wollte eigentlich am Konzept des Vorentscheids nach dem Desaster von Turin feilen, eine Meldung auf Eurovision.de lässt jedoch erahnen, dass prinzipiell alles beim Alten bleibt. Fortan können sich interessierte Künstler für "Unser Lied für Liverpool" bewerben. Wer einen potentiellen Eurovisionsbeitrag in der Schublade hat, kann sich fortan über die seiteninterne Bewerbungsplattform oder über TikTok bewerben. Anmeldeschluss für den deutschen Vorentscheid ist der 28. November.

Aus den Bewerbungen sucht "ein Team aus Fachleuten die Acts für den Vorentscheid aus", dazu gehören Experten aus der Musikbranche, eine internationale Jury sowie Delegationen der ARD-Popradios. Zudem behält sich der NDR vor, selbst nach Talenten für den Vorentscheid zu suchen. Wie viele Kandidaten im Anschluss am deutschen Vorentscheid teilnehmen werden oder wann genau dieser stattfinden wird, ist nach jetzigem Stand noch nicht festgelegt.

Fest steht mit Anfang März lediglich der grobe Zeitraum. Wie im letzten Jahr erfolgt die Abstimmung per Televoting während der Liveshow sowie im Vorfeld über ein Online-Voting, das auf den Websites der ARD-Popradios stattfinden wird. Zu den angeschlossenen Radiostationen gehören Antenne Brandenburg, Bayern 3, Bremen 4, hr3, MDR Jump, NDR 2, SR 1, SWR 3 und WDR 2. Auch dieses Online-Voting fließt in das Endergebnis sein. Der Sieger des Vorentscheid erhält das Startrecht im Finale des Eurovision Song Contests am 13. Mai.