Montag, 21. Mai 2018

News-Splitter (653)



Großbritannien - Im Interview mit einer estnischen Online-Zeitung hat James Blunt sein Interesse bekundet, Großbritannien beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Auf die Frage, wann er zur Eurovision fahren würde sagte der Sänger von Songs wie "You're beautiful" oder "OK", dass er auf einen Anruf von der BBC wartet. "Sie sollten mich anrufen, wenn sie bereit sind zu gewinnen.", sagte Blunt. Angeblich sollen auch andere Kollegen ihr Interesse ausgedrückt haben, das UK zu vertreten, darunter Robbie Williams oder der norwegische Produzent Jowst, der momentan passende Interpreten sucht.

Corinne bei ihrer Semifinal-
performance zu "Stones"
Schweiz - Die Zibbz haben eine englische Version des diesjährigen Song Contest-Beitrags aus Portugal aufgenommen. Darin singt Corinne Gfeller mit der Pianobegleitung ihres Bruders "O jardim", das im Original von Cláudia Pascoal am letzten Samstag im Finale von Lissabon den letzten Platz belegt hat. Zu dem Cover sei es gekommen, weil "manchmal richtige Kusnt bei großen Shows wie der Eurovision nicht genug Aufmerksamkeit bekommt. Deswegen haben wir eine englische Version von "O jardim" gemacht.", erklärten die Zibbz. Das Video zum Song kann man sich hier auf der offiziellen Facebook-Seite anhören. Die Zibbz selbst schieden mit "Stones" im Halbfinale aus.

Uganda - Die Formation Spoon Youth aus Uganda hat im März eine Choreographie zu Netta Barzilais Eurovisionssong "Toy" aufgenommen und online gestellt. Mittlerweile wurde das Video über 300.000 Mal angesehen. Die Gruppe, die aus einem Slum der Hauptstadt Kampala stammt, hat nun auch ihrem Vorbild zum Sieg beim Eurovision Song Contest gratuliert. Bei Facebook heißt es: "Sie hat gewonnen! Herzlichen Glückwunsch Netta Barzilai, wir wussten es schon lange." Im Gegenzug bedankte sich Netta via Twitter für den tänzerischen Tribut. Spoon Youth wird von der NGO "Little Light Uganda" unterstützt und versucht Perspektiven für die jungen Bewohner des Namuwongo-Slums zu schaffen.

Der höchste Neueinsteiger
der Woche: "Together"
Irland - Ryan O'Shaughnessy ist in dieser Woche mit seinem Song Contest-Beitrag "Together" der höchste Neueinsteiger in den irischen Singlecharts. Das Lied, das beim Song Contest-Finale von Lissabon den 16. Platz belegte, stieg in dieser Woche neu auf die #17 ein. Damit erreichte Ryan die beste Chartsplatzierung eines irischen Eurovisionsbeitrags seit "Only love survives" von Ryan Dolan, der 2013 für Irland an den Start ging. Als einziger weiterer Eurovisionstitel schaffte es "Fuego" von Eleni Foureira auf die #50 der offiziellen irischen Singlecharts. Alle übrigen Eurovisionsbeiträge vermisst man in den irischen Top 50.

Europa - Unser News-Splitter endet mit einem Video, das es in ähnlicher Form schon einmal im letzten Jahr gegeben hat und einige der Spokespersons des diesjährigen Eurovision Song Contests zeigt, bevor diese von den Moderatorinnen des Finales aufgerufen wurden. Zum Teil zeigen die Aufnahmen auch Ausschnitte aus dem Juryfinale vom Freitag. Zu sehen sind dabei u.a. Tako Gachechiladse aus Georgien, die weißrussische Navi Band, das müde Damen-Trio O'G3NE aus den Niederlanden, Alsou aus Russland, Onuka-Leadsängerin Natalia Zhyzhchenko aus der Ukraine und Nicky Byrne aus Irland. 

Eurovision 2018: Spokespersons waiting

Sonntag, 20. Mai 2018

Kroatien: HRT wägt Auswahlmethoden für 2019 ab


Kroatien - Das kroatische Fernsehen HRT hat nach dem Ausscheiden von Franka Batelić im Semifinale von Lissabon die Absicht auch im kommenden Jahr wieder am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Zwar steht die offizielle Bestätigung noch aus, der Sender in Zagreb wird allerdings in den kommenden Wochen verschiedene Mechanismen in Betracht ziehen, um den Song Contest-Vertreter für 2019 zu ermitteln.

Franka wurde mit "Crazy"
17. im Halbfinale
Franka Batelić belegte im ersten Semifinale den 17. Platz mit "Crazy". Darüber, wie wie viel die Teilnahme den kroatischen Sender HRT gekostet hat, machte man keine Angaben, was den Verantwortlichen innerhalb des Senders mediale Kritik einbrachte. Unabhängig vom Ergebnis sei die Teilnahme an der Eurovision "essenziell wichtig" um Kroatien über die Grenzen hinaus zu repräsentieren, teilte der Sender mit.

Kroatien nimmt seit 2016 wieder am Eurovision Song Contest teil, nachdem man sich eine zweijährige Auszeit nahm um die Pleiten, die in den Jahren zuvor eingefahren wurden, zu analysieren und ein neues Konzept zu entwickeln. Seither verzichtet HRT auf den nationalen Vorentscheid Dora und schickte sowohl Nina Kraljić als auch Jacques Houdek und Franka Batelić nach internen Entscheidungen zum Song Contest. 

Mazedonien: Eye Cue gewinnen Barbara Dex-Award 2018


Mazedonien - Mazedonien hat zwar noch keine Siege beim Eurovision Song Contest auf dem Konto und auch die letzte Finalteilnahme liegt schon sechs Jahre zurück, dafür räumt das Land aber zum zweiten Mal nach 2005 den Barbara Dex-Award für das schrecklichste Outfit ab. Vollkommen zurecht erhält das Duo Eye Cue, insbesondere die Sängerin Marija Ivanovska den Negativpreis, mit großem Vorsprung wie die Initiatoren aus Belgien berichten.

Hinter der textilen Brustverlängerung von Marija Ivanovska landeten Jessica Mauboy mit ihrem violetten Glitzerkleid und Sennek mit ihrer schwarzen Gardine auf den übrigen Treppchenplätzen. Die Top Five werden durch das falsch geschnittene Jacket des montenegrinischen Sängers Vanja Radovanović und den Mini-Kimono von Israels Song Contest-Siegerin Netta Barzilai komplettiert. Insgesamt wurden mehrere tausend Stimmen abgegeben.

Eye Cue reihen sich damit in eine lange Liste von modischen Fehltritten ein. Der Barbara Dex-Award wird seit 1997 vergeben, Würdenträger sind u.a. Guildo Horn, t.A.T.u., Verka Serduchka und Trijntje Oosterhuis. 2005 ging der Preis, der nach der belgischen Song Contest-Teilnehmerin von 1993 benannt ist, erstmals nach Mazedonien. Damals holte Martin Vučić beim Song Contest in Kiew mit einer "Jacke von der Tankstelle" (Zitat Peter Urban) den 17. Platz mit "Make my day". Eye Cue schieden heuer im Halbfinale aus.

Eurovision: EBU wünscht die Kommentatoren vor Ort



Europa - Die Europäische Rundfunkunion hat die teilnehmenden Fernsehanstalten dazu aufgerufen, ihre Kommentatoren wieder verstärkt live zum Eurovision Song Contest zu schicken. Während es in Deutschland selbstverständlich ist, dass Peter Urban in der Kommentatorenkabine in der Halle sitzt, verzichten offenbar immer mehr Nationen darauf, ihre Kommentatoren aus Kostengründen zum Eurovision Song Contest zu schicken.

Genannt wurde in diesem Zusammenhang u.a. das wallonische Fernsehen RTBF, das seine Kommentatoren Maureen Louys und Jean-Louis Lahaye seit 2012 nicht mehr zum Eurovision Song Contest geschickt hat, während das flämische Fernsehen den Niederländisch sprechenden Kommentator Peter Van de Veire seit einigen Jahren wieder direkt zum Wettbewerb schickt. Insbesondere kleinere Nationen verzichten auf die Entsendung der Kommentatoren als Teil der nationalen Delegation, um die Übernachtungs- und Anreisekosten so gering wie möglich zu halten, so senden Lia Fiorio und Gigi Restivo aus einem Studio des sanmarinesischen Fernsehens.

Neben den Kosten für Kost und Logie vor Ort fallen für die Rundfunkanstalten auch Kosten für die Übertragung des Kommentars aus der Halle zum jeweiligen Sender in ihren Heimatländern an. Peter Urban hat seit seinem Einstieg als Kommentator lediglich den Wettbewerb von Moskau 2009 zuhause verfolgen müssen, was allerdings einer notwendigen Operation geschuldet war. Stattdessen reiste HR-Moderator Tim Frühling nach Moskau. Peter Urban ist der dienstälteste Kommentator beim Song Contest.

Samstag, 19. Mai 2018

News-Splitter (652)



Wurde im Semi 15.:
Julia Samoylova für Russland
Russland - Gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS sagte Julia Samoylova, dass sie bereits vor der Teilnahme im Semifinale von Lissabon den Gedanken hatte, sich vom Wettbewerb zurückzuziehen. "Ich habe darüber nachgedacht, die Eurovision zu verlassen, vor allem während der Vorbereitungen, die nicht so gelaufen sind, wie ich es mir vorgestellt habe. Vielleicht waren meine Vorstellungen zu vage." Julia dachte, dass sie dieser Aufgabe gerecht werden könne, schließlich sei es ihr Traum gewesen. Im Nachhinein sei sie aber froh, sich dieser Aufgabe gestellt zu haben. Russland schied mit "I won't break" als 15. im Semifinale von Lissabon aus.

Slowenien - Alenka Gotar, die slowenische Song Contest-Vertreterin von 2007, steigt in die Kommunalpolitik ein. Die Opernsängerin, die Slowenien erstmals nach der Einführung der Halbfinals wieder in die Endrunde der Eurovision brachte und mit "Cvet z juga" den 15. Platz belegte, tritt bei den Wahlen für den Wahlkreis Domžale, einer Stadt nördlich der Hauptstadt Ljubljana als Mitglied der Slovenska Demokratska Stranka, einer liberal-konservativen Partei an, die seit 1989 in der Opposition sitzt, an. Alenka ist nicht die erste Song Contest-Teilnehmerin, die es in die Politik verschlägt. Sie reiht sich in eine Liste mit Vicky Leandros, Dana aus Irland oder Ruslana ein.

Erster Erfolg für Tschechien:
Platz 6 im Finale
Tschechien - Der tschechische Delegationsleiter Jan Bors hat sich im Interview dafür ausgesprochen, dass Česká Televize seinen nationalen Vorentscheid "Eurovision Song CZ" beibehält. Einige tschechische Interpreten hätten bereits mit den Vorbereitungen für das kommende Jahr begonnen. In diesem Jahr setzte ČT erstmals seit der Rückkehr zum Song Contest wieder einen nationalen Vorentscheid ein, der zwar nur online ablief, mit Mikolas Josef jedoch einen erfolgreichen Interpreten hervorbrachte. "Lie to me" belegte im Finale von Lissabon den sechsten Platz. Trotz der Forderung, den Vorentscheid beizubehalten, erfolgte bislang noch keine Teilnahmebestätigung aus Prag.

USA - Wie schon in den letzten Jahren wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika wieder das Video "Adults reacts!" zum Eurovision Song Contest abgedreht. In diesem Jahr wurden die Teilnehmer der Challenge gebeten, die Top Ten des Finales von Lissabon richtig zu tippen. Der Song Contest wurde in diesem Jahr bereits zum dritten Mal auf Logo TV, einem homosexuellen Nischensender im US-Kabelfernsehen übertragen und erreichte damit etwa 74.000 Zuschauer, was einem Marktanteil von 0,02% entspricht. Das Video lohnt sich, in Bezug auf die einsetzende PED, anzuschauen.

Adults React to Eurovision Song Contest 2018

Andorra: RTVA sagt Song Contest-Teilnahme 2019 ab


Andorra - Immerhin hat es mit der Absage für den Eurovision Song Contest im nächsten Jahr länger gedauert als in der Vergangenheit. Eine Woche nach dem Finale von Lissabon sagte das andorranische Fernsehen RTVA seine Teilnahme für das kommende Jahr und für unabsehbare Zeit ab. Der kleine Sender kann eine solch große finanzielle Last nicht ohne staatliche Hilfe tragen.

Generaldirektor Xavier Mujal erklärte, wie auch schon in den letzten Jahren: "Wir werden nicht an der Eurovision 2019 oder einem anderen EBU-Event teilnehmen. Das liegt vor allem an den Teilnahmekosten und der Logistik, die für jeden Wettbewerb notwendig sind, die für ein kleines Unternehmen wie uns zu hoch sind." In den nächsten Jahren scheint eine Rückkehr Andorras daher extrem unwahrscheinlich.

Andorra ist das einzige Land, das bisher am Eurovision Song Contest teilgenommen hat, das bis heute keine Finalteilnahme verzeichnen konnte. Zwischen 2004 und 2009 waren andorranische Interpreten für die Semifinals gemeldet, nach dem Ausscheiden von Susanna Georgi in Moskau 2009 zog sich RTVA vom Song Contest zurück. Seither fehlt das Pyrenäenland auf den Teilnehmerlisten. Die beste Platzierung ist der zwölfte Platz im Semifinale von 2007. 

Deutschland: Bewerbungsfenster für 2019 geöffnet


Deutschland - Seit Mitternacht läuft die Bewerbungsphase für den deutschen Vorentscheid 2019. Der NDR veröffentlichte in einer Pressmitteilung die Details für den Auswahlprozess im nächsten Jahr und bietet interessierten Künstlern und Newcomern die Möglichkeit sich bereits jetzt für den Vorentscheid für Israel 2019 anzumelden, die Deadline wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Das Mindestalter für die Teilnahme beträgt 18 Jahre.

Man kann, muss sich aber nicht mit einem eigenen Song beim Vorentscheid anmelden, solange dieser den EBU-Regularien entspricht, also maximal drei Minuten lang ist, keinerlei Beleidigungen, politischen oder diskriminierenden Content beinhaltet oder gegen Urheberrechte verstößt. Die Sprachwahl ist völlig offen, die deutsche Staatsbürgerschaft muss der Bewerber ebenfalls nicht haben. Auch Gruppen sind zugelassen. Das offizielle Bewerbungsformular für 2019 gibt es hier auf Eurovision.de.

Wichtige FAQ beantwortet der NDR hier. Wer eine Demoversion hinzufügen möchte, aber nicht selbst singen möchte, kann dies per E-Mail an esc2019@ndr.de tun. Neben Eigenkompositionen wird es nach der Auswahl der Kandidaten laut ARD-Unterhaltungskoordinator wieder ein Songwriting-Camp geben, bei dem eigens für den Interpreten bestimmte Lieder komponiert werden. Nach diesem Modus wurde Michael Schulte in diesem Jahr ausgewählt und belegte mit "You let me walk alone" den vierten Platz in Lissabon.

Freitag, 18. Mai 2018

Eurovision: Touristenwebsite nennt vorläufige Termine



Europa - Eine Woche nach dem Finale des Eurovision Song Contests in Lissabon, schaue ich mir traditionell noch einmal die gesamte Show an, damit die Post Eurovision Depression, kurz PED, nicht allzu schnell einsetzt. Um noch mehr Atmosphäre an einem verregneten Hamburger Maitag zu schaffen, habe ich mich soeben an original Pastéis de Natas probiert, deren Puddingfüllung zwar momentan noch lavaartig heiß ist, das Finale morgen aber garantiert noch bereichern werden.

Während sich nun die Welt über die Frage den Kopf zerbricht, ob es "Yanni" oder "Laurel" heißt, wirbt die Touristenwebsite des Staates Israel bereits mit den "preliminary dates" für den Eurovision Song Contest 2019. Angeblich, wobei weder von der Europäischen Rundfunkunion noch vom israelischen Fernsehen IPBC bestätigt, sollen die beiden Semifinals am 21. und 23. Mai, das Finale am 25. Mai in Jerusalem stattfinden. 20 Jahre nach dem letzten Wettbewerb in Jerusalem scheint es, als ob die Organisatoren die Pais Arena oder das benachbarte Teddy Stadium in Jerusalem bevorzugen. 

Auch Premierminister Benjamin Netanjahu ist sehr daran gelegen, den Wettbewerb in die Stadt zu holen, deren offizieller Status als Hauptstadt Israels von der UN und der Mehrheit ihrer Mitgliedsstaaten nicht anerkannt wird. Sofern es auf Jerusalem und entsprechende Termine hinausläuft, kann man sich hier erste Infos zur Anreise und Unternehmungsmöglichkeiten holen. In den kommenden Tagen werden wir das Thema in einem Discovery-Posting "Israel von A bis Z" vertiefen.

Abschließend haben wir noch die Top 100 der offiziellen deutschen Singlecharts unter die Lupe genommen, die heute Mittag frisch herausgekommen sind. Immerhin sechs Lieder des Jahrgangs haben es in Deutschland in die Hitliste geschafft. Michael Schulte steigt auf die #3 ein, Israels Siegerin Netta mit "Toy" auf die #19. Dahinter findet man noch Mikolas Josef aus Tschechien auf der #29, bevor ein großer Abstand zu "Fuego" auf der #81 folgt. Die Top 100 komplettieren "Higher ground" aus Dänemark auf der #88 und "Nobody but you" aus Österreich auf der #93.

News-Splitter (651)



Großbritannien - Der Störer, der während SuRies Performance von "Storm" auf die Bühne gestürmt ist und ihr das Mikrofon weggerissen hat, ist unter Auflagen nach einer Kautionszahlung wieder auf freiem Fuß. Die EBU erklärte, er sei bis einschließlich Montag in polizeilicher Gewahrsam gewesen. Die Ermittlungen laufen allerdings weiter. "Die EBU, RTP und die portugiesischen Behörden nehmen die Sicherheit sehr ernst und die Untersuchung des Vorfalls laufen noch.", erklärte die Europäische Rundfunkunion in einem aktualisierten Statement. Es war der dritte Störfall beim Eurovision Song Contest nach 2010 und 2017.

Moldawien - Nach ihrem zehnten Platz beim Finale von Lissabon wurden die DoReDos vom moldawischen Präsidenten Igor Dodon in Chișinău empfangen. Dodon gratulierte der Gruppe für ihren Erfolg beim Eurovision Song Contest und dankte ihnen, den moldawischen Zuschauern so viel Freude bereitet zu haben. Außerdem galt sein Dank seinem guten Freund und Produzenten Phillip Kirkorow, der allerdings inzwischen seine Tour durch Russland fortsetzt. Dodon erklärte, dass er die DoReDos auch weiterhin nach Kräften fördern werde. Im letzten Jahr empfing der moldawische Präsident bereits das SunStroke Project, die in Kiew den dritten Platz belegten.

Deutschland - Michael Schulte wurde heute von rund 2.000 Fans auf dem Rathausplatz in seiner Heimatstadt Buxtehude empfangen. "Wahnsinn, wie viele ihr seid. Ihr seht von hier oben ganz toll aus.", zeigte er sich auf dem Balkon des Rathauses gerührt und gab ein kleines Konzert, darunter natürlich auch sein Eurovisionstitel "You let me walk alone". Der Empfang sein für ihn eine große Ehre, Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt erklärte: "Michael Schulte und Buxtehude, das gehört jetzt irgendwie zusammen." Zudem trug er sich Goldene Buch der Stadt ein. Im Oktober beginnt seine Konzerttour, die Auftaktveranstaltung in Buxtehude ist bereits ausverkauft. 

Türkei - Der Türkvizyon Song Contest kehrt zurück. Nach mehrjähriger Pause soll im Oktober diesen Jahres die vierte Ausgabe stattfinden. Produziert wird die Show erneut in der Türkei, Ausrichter der ist der türkische Musiksender TMB TV. Neben diversen Nationen, die bereits in der Vergangenheit dabei waren, darunter auch zahlreiche russische Republiken und Oblaste, geben u.a. Belgien, Lettland, Österreich, Schweden, Tadschikistan und die autonome chinesische Region Xinjiang ihr Debüt bei der Türkvizyon 2018. Aus Sicherheitsgründen wurde der Wettbewerb 2016 abgesagt, 2017 wurde er aufgrund von Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt.

Moldawiens Präsident Igor Dodon empfängt die DoReDos
Buxtehude empfängt Michael Schulte, rund 2.000 Fans waren dabei

Donnerstag, 17. Mai 2018

Island: Rückzugspetition zieht größere Kreise


Island - Mittlerweile wird auch innerhalb des isländischen Fernsehens RÚV über die Möglichkeit diskutiert, den Eurovision Song Contest 2019 in Israel sausen zu lassen. Die gestartete Petition, die eine Pause fordert, zählt inzwischen 22.000 Unterschriften. Offenbar wird es am kommenden Dienstag sowie im Juni bei RÚV Beratschlagungen geben.

Die initiierte Petition fordert das isländische Fernsehen RÚV auf, nicht am Eurovision Song Contest teilzunehmen, da dieser in Israel stattfindet. "Aufgrund der Menschenrchtsverletzungen der Israelis an den Palästinensern wäre es unethisch für uns, an so einer glamourösen Veranstaltung wie dem Eurovision Song Contest teilzunehmen, während in dessen Schatten Gewalt der Israelis an ihren Nachbarn stattfindet.", heißt es im Wortlaut.

Insbesondere die letzten Ereignisse in Gaza sind nicht mit ethischen Grundsätzen vereinbar. RÚV-Programmdirektor Skarphéðinn Guðmundsson sagte gegenüber isländischen Medien, es werde auch bezüglich dieser Thematik Diskussionen innerhalb des Senders geben. Island schied in diesem Jahr mit Ari Ólafsson und "Our choice" im Semifinale aus, zuletzt war Island 2014 im Finale vertreten.

News-Splitter (650)



Europa - Gegenüber dem norwegischen Sender NRK hat sich EBU-Supervisor Jon Ola Sand noch in der Samstagnacht zum zukünftigen Gastgeber Israel geäußert und sagt, dass die Finanzierung des Wettbewerbs in Israel ein Problem darstellen könnte, da IPBC erst ein Jahr Bestand hat. Darüber hinaus sagte er: "Gleichzeitig haben sie 1999 einen wunderbaren Song Contest in Jerusalem ausgerichtet.", Sand war damals als norwegischer Delegationsleiter in Jerusalem dabei. Erste Gespräche zwischen der EBU und IPBC finden heute statt.

Niederlande - Der niederländische Teilnehmer Waylon hat dem niederländischen Sender TROS für die neuerliche Chance gedankt, sein Land beim Eurovision Song Contest zu vertreten. "Als Kind habe ich schon von den Dingen geträumt, die ich heute tun kann und ich kann stolz auf das sein, was ich erreicht habe, obwohl es manchmal anders läuft." Mit seinem Ergebnis in Lissabon ist Waylon ebenfalls zufrieden, teilte jedoch auch gleichzeitig gegen Siegerin Netta aus, in dem er erklärte, es sei eine würdige Siegerin, wenn man die Eurovision als Zirkusveranstaltung sieht.

Umzug während des
Purim-Fests in Petah Tikva
Israel - Der Bürgermeister der israelischen Stadt Petah Tikva, östlich von Tel Aviv, steigt in den Bewerbungsprozess für die Ausrichtung des 64. Eurovision Song Contests ein. Itzik Braverman sagte: "Ich weiß, dass es gute Argumente für Jerusalem und Tel Aviv gibt. Ich glaube aber, dass es an der Zeit für Petah Tikva ist. Es ist mehr als eine verschlafene Stadt. Wir bieten Aktivitäten, Kultur, gute Ausgehmöglichkeiten, Erholung..." Inzwischen gibt es eine Facebook-Initiative der Stadt um die Absichten der Bewerbung zu unterstreichen.

Bulgarien - Die als Retortenband für den Eurovision Song Contest zusammengestellte bulgarische Formation Equinox wird auch nach dem Wettbewerb weiter zusammen Musik machen. Via Twitter teilte die Band mit, dass man auch nach Lissabon gemeinsam musikalische Projekte auf die Beine stellen wird. Equinox sind darüber hinaus der erste bulgarische Act, der bei Universal Music einen internationalen Plattenvertrag abgreift. Mit "Bones" belegten Equinox im Finale von Lissabon den 14. Platz.

Mittwoch, 16. Mai 2018

News-Splitter (649)



Irland - Den Boykottbewegungen, die momentan insbesondere im westlichen Europa Schule machen, hat sich auch der frühere irische Song Contest-Sieger Charlie McGettigan angeschlossen. Der Sieger von 1994 erklärte in einem Radiointerview, dass die Eurovision ein Zeichen setzen und der Song Contest nicht in Jerusalem stattfinden sollte. "Ich denke, die Eurovision muss eine Entscheidung treffen. Sollten sie es nicht tun, müssten wir diese Entscheidung treffen und nicht hinfahren." Auf Island wurde diesbezüglich bereits eine Petition gestartet, die bislang von knapp 20.000 Leuten gezeichnet wurde. 

Schweden - Zum Finale des Eurovision Song Contests 2018 wurde in Schweden die niedrigste Einschaltquote seit dem einmaligen Ausscheiden des Landes im Jahr 2010 erzielt. 2,58 Millionen Zuschauer sahen sich die Endrunde in Lissabon auf SVT 1 und SVT 24 an, was im Vergleich zum Vorjahr einen Verlust von 266.000 Zuschauern entspricht. Die beiden Semifinals erreichten jeweils 838.000 bzw. 1,5 Millionen Zuschauer. Benjamin Ingrosso wurde, insbesondere durch die massive Schützenhilfe der europäischen Juroren Siebter im Finale. Insgesamt erreichte Schweden 274 Punkte, lediglich 21 davon stammten aus dem Televoting. 

USA - In den Vereinigten Staaten von Amerika stieg die Einschaltquote für das Finale jedoch im Vergleich zum Vorjahr auf 74.000 Zuschauer. Das Finale von Kiew verfolgten im Vorjahr rund 64.000 Zuschauer. Der Sender Logo TV erreichte damit am Finaltag einen Marktanteil von 0,02% in den Vereinigten Staaten. Kommentiert wurde das Finale von den "Ru Paul's Drage Race"-Stars Ross Mathews und Shangela. Logo TV überträgt den Wettbewerb seit 2016, bedient aber vor allem eine Nische für ein homosexuelles Publikum. Die Europäische Rundfunkunion ist jedoch bemüht, den Wettbewerb auch in Übersee bekannter zu machen.

Weißrussland - Alekseev, der mit einem "Forever" am letzten Dienstag im Semifinale von Lissabon ausschied, wollte ursprünglich echte Rosenblätter bei seiner Performance fallen lassen. Der Sender BTRC bestätigte, dass die final gezeigte Darbietung nicht dem entsprochen hat, was sich der Sender eigentlich einfallen ließ. Da die Veranstalter des Eurovision Song Contests dies nicht erlaubt hätten, da nicht genügend Zeit gewesen wäre, um die Bühne für den nächsten Beitrag rechtzeitig freizumachen, hat man auf die Einspielung von CGI-Grafiken zurückgegriffen und die Rosenblätter virtuell einfliegen lassen. Geholfen hat es nicht, Alekseev wurde im Semifinale nur 16.