Donnerstag, 26. April 2018

Road to Lisbon (41/43): Australien


Australien - Australia - l'Australie - Australia
Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Canberra (Luftlinie nach Lissabon: 18.054km)
Einwohner: 24,3 Mio.
Fläche: 7.692.024km²
Sprachen: Englisch

Trivia To Go: Jedes Jahr rückt die Australische Kontinentalplatte ein paar Zentimeter näher an Europa heran, was die Teilnahme an der Eurovision immer verständlicher macht. Derzeit befindet sich die Nation noch zwischen 10° und 43° Südlicher Breite, was ihr auch Anteil an den Tropen beschert. So sind die Wet Tropics of Queensland im Nordosten des Landes, hauptsächlich von tropischen Regenwäldern bewachsen und bieten eine ungeahnte Artenvielfalt. So existieren hier allein 54 verschiedene Papageienarten, noch heute sind Teile der Region kaum durchdringbar und ein Rückzugsort der indigenen Bevölkerung Australiens. Seit 1988 stehen die Wet Tropics genauso wie das, vor der Küste Brisbanes liegende, Great Barrier Korallenriff (seit 1981) auf der Liste des Weltnaturerbes..

Aus 63 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 2005 mit Guy Sebastian
Teilnahmen insgesamt: 3 (davon 2x Top Five)
Bestes Ergebnis: 2. Platz (2016 mit Dami Im)
Größer Punktelieferant:  Polen und  Schweden (60)
Im letzten Jahr: 9. Platz mit Isaiah Firebrace
Zuständiger Rundfunk: SBS

Die letzten drei Jahre: 
Die Eurovisionsgeschichte begann in den 70er Jahren, als der Sender SBS für im Exil lebende Europäer den Wettbewerb ausstrahlte. 2014 sang Jessica Mauboy im Interval von Kopenhagen, nicht ahnend, dass ihr Land 2015 anlässlich des 60. Geburtstags des Eurovision Song Contests sein Debüt in Wien geben würde. SBS nominierte den Idols-Gewinner Guy Sebastian, der mit "Tonight again" in die Top Five kam. Bei einer einmaligen Einladung blieb es nicht, 2006 startete Australien mit der koreanischen Sängerin Dami Im, die allerdings mit ihrem "Sound of silence" durch das Halbfinale musste. Dieses konnte sie gewinnen, ebenso wie das Juryvoting im Finale von Stockholm. Am Ende wurde sie hinter Jamala Zweite. 2017 lud das ukrainische Fernsehen Isaiah Firebrace, einen Aborigine mit "Don't come easy" nach Kiew ein. Insbesondere durch das Wohlwollen der Juroren konnte Australien sich abermals in den Top Ten platzieren.

Was uns in Lissabon erwartet:

Interpret: Jessica Mauboy
Titel: We got love
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Anthony Egizii, David Musumeci, Jessica Mauboy
Teilnahme im…: zweiten Semifinale am 10. Mai

Über den Künstler: Jessica Hilda Mauboy wurde am 4. August 1989 in Darwin im Northern Territory geboren und zählt zu den bekanntesten R&B- und Popsängerinnen ihres Landes. 2006 wurde sie Zweite bei Australian Idol und erhielt im Anschluss daran einen Plattenvertrag bei Sony Music. Nach ihrer Idols-Zeit übernahm sie 2007 den Part von Ricki-Lee Coulter in der Girlband Young Divas, die ausschließlich aus Idols-Teilnehmerinnen bestand. Ab 2008 widmete sie sich wieder ihrer Solokarriere und veröffentlichte seither drei Studioalben namens "Been waiting", "Get 'em girls" und "Beautiful". 2010 übernahm sie ihre erste Filmrolle und spielte in "Bran Nue Dae", dem Film-Remake des gleichnamigen Aborigines-Musicals mit. 2014 hatte sie das Privileg Australien beim Eurovision Song Contest zu bewerben und sang als Interval im Halbfinale den Titel "Sea of flags". Dort habe sie nach eigenen Angaben ihr Herz an die Eurovision verloren und sich ein Comeback gewünscht, was SBS ihr dieses Jahr einräumt.

Eurofire’s Kommentar:

Bewertung: 10 von 10 Punkten

Da ist sie, meine Nummer eins! Jessica Mauboy bringt alles mit, was es braucht um so eine richtig geile Eurovisionsstimmung zu erzeugen. "We got love" ist eine wenig subtile Antwort auf die Frage, wie gern Australien dauerhaft zum Eurovision Song Contest gehören möchte. Ich habe Windmaschinen, Paillettenkleider und ein großes Feuerwerk nach 2:30 Minuten im Kopf. Zugegeben, der Text kommt etwas flach, aber das ist vollkommen nebensächlich. Jessica hat das Potenzial und die Stimmgewalt, sich die Seele aus dem Leib zu singen, wenn es drauf ankommt. Ich hätte nie erwartet, dass Australien das typischste Song Contest-Lied des Jahrgangs beisteuert und sich noch darüber hinaus an meine Spitzenposition setzt. Ich drücke den Aussies fest die Daumen und werde für sie im Finale zum Mobiltelefon greifen, denn ich habe keinerlei Zweifel daran, dass das Lied am 12. Mai dabei sein wird und dort im Idealfall auch noch gewinnt.


Video:

Jessica Mauboy - We got love

Mittwoch, 25. April 2018

News-Splitter (640)



Deutschland - Wie das Buxtehuder Tageblatt berichtet, veranstaltet die Stadt ein Public Viewing zum Finale des Eurovision Song Contest. Die Heimatstadt von Michael Schulte am Rand des Alten Landes plant nach dem Saisonabschluss der BSV-Handballerinnen am 12. Mai ab 20:30 Uhr auf dem Parkplatz der Diskothek Freudenhaus/B4 Bowling im Industriegebiet in der Rudolf-Diesel-Straße statt. Zudem ist nach dem Eurovision Song Contest ein Konzert von Michael Schulte in Buxtehude geplant, ein Termin hierfür wird nach Angaben des Stadtmarketings derzeit noch ausgehandelt.

Auch in Lissabon zusammen
auf der Bühne: Ryan O'Shaugh-
nessy und Kevin O'Dwyer
Irland - Ryan O'Shaughnessy, der heute Abend gemeinsam mit Saara Aalto und Ari Ólafsson in London ein Konzert gibt, wird auf der Bühne in Lissabon von fünf Backings begleitet. Mit dabei sind drei Sängerinnen sowie zwei Tänzer. Einer von ihnen ist Kevin O'Dwyer, der an der Seite von Ryan auch schon im Musikvideo von "Together" auftauchte und mit ihm durch das abendliche Dublin tanzte. Irland, dem laut Wettquoten kaum Chancen eingeräumt werden, tritt im ersten Halbfinale am 8. Mai an.

Portugal - Das deutsche Elektronikunternehmen Sennheiser und sein portugiesischer Zulieferer übernehmen in diesem Jahr die Ausstattung der Song Contest-Teilnehmer mit Mikrofonen, In-Ears und anderem technischen Equipment. Wie das Unternehmen mitteilte, werden u.a. insgesamt kabellose 68 SKM 6000-Mikrofone zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen diverse Empfänger, Kopfhörer und andere Audiotechnik. Sennheiser, mit Sitz in Hannover, gehört seit 1945 zu den führenden Unternehmen bei innovativer Audiotechnik.

Und noch einmal Portugal: Inzwischen steht mit dem Ministerium auch die neue Location für den Euroclub in Lissabon fest. Der Club befindet sich am Praça do Comércio, unweit des Eurovision Village und öffnet zwischen dem 6. und 12. Mai täglich zwischen 23 Uhr und 4 Uhr morgens seine Pforten für akkreditierte Fans, Journalisten, Delegationen und deren Interpreten. Anderen Fans ist der Zutritt zu den Dancefloors nicht gestattet. Im Euroclub werden auch die Partys einiger Delegationen stattfinden, Einzelheiten sind bislang nicht bekannt.

Erste Moderationsproben in der Altice Arena, ab morgen finden die Stand In-Rehearsals statt
Hier läuft die gesamte Technik zusammen | Das Pressezelt des Eurovision Song Contests
Hier finden in den nächsten Tagen die PKs und die Meet & Greets statt

Road to Lisbon (40/43): Tschechien


Tschechien - Czechia - Tchéquie - Česko
Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Prag (Luftlinie nach Lissabon: 1.640km)
Einwohner: 10,6 Mio.
Fläche: 78.866km²
Sprachen: Tschechisch

Trivia To Go: Tschechien kann sich damit rühmen, das atheistischste Land Europas zu sein. 1620 unterlagen die böhmischen Stände den Katholiken, was diese zum Anlass nahmen, den Protestantismus zu verbieten. Die meisten Protestanten wanderten aus, die verbliebenen Bauern kehrten der Religion bald gänzlich den Rücken, der spätere Kommunismus tat sein übriges. Ungebrochen ist trotzdem die Vorfreude der Tschechen auf Weihnachten. Wer zu jener Zeit in Prag unterwegs war, kommt an den vielen Weihnachtsmärkten nicht vorbei. Vorbei ist allerdings die Zeit, in der das Land sich Tschechoslowakei nannte. Die weiß-blau-rote Flagge symbolisierte Böhmen, Mähren und die Slowakei. Nach der Loslösung letzterer im Jahr 1993 gab es viel Gezanke, da die Tschechen das Blau in ihrer Flagge behielten.

Aus 63 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 2007 mit Kabát
Teilnahmen insgesamt: 6 (davon 0x Top Five)
Bestes Ergebnis: 25. Platz mit Gabriela Gunčíková
Größer Punktelieferant:  Kroatien (28)
Im letzten Jahr: 13. Platz im Semifinale mit Martina Bárta
Zuständiger Rundfunk: ČT

Die letzten drei Jahre: 
Tschechiens bisherige Eurovisionsgeschichte ist eher von Pleiten, Pech und Pannen geprägt. Zwischen 2007 und 2009 sammelten die drei Acts insgesamt zehn Punkte, zwei letzte und einen vorletzten Platz. 2015 kehrte Tschechien überraschend zum Eurovision Song Contest zurück und zählten mit Marta Jandová und Václav Noid Bárta zu den sicher geglaubten Finalisten. Am Ende reichte es für "Hope never dies" leider nur für den 13. Platz im Halbfinale. Die erste Finalteilnahme gelang dafür im Jahr darauf Gabriela Gunčíková mit "I stand". Zwar wurde sie auch nur 25. im Finale mit keinem einzigen Punkt von den Zuschauern, das Minimalziel wurde jedoch erreicht. Letztes Jahr flog Martina Bárta dann wieder mit dem etwas drögen "My turn" als 13. im Semifinale raus. In diesem Jahr dürfte Tschechien hingegen erstmals beste Chancen auf eine vordere Platzierung haben.

Was uns in Lissabon erwartet:

Interpret: Mikolas Josef
Titel: Lie to me
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Mikolas Josef
Teilnahme im…: ersten Semifinale am 8. Mai

Über den Künstler: Mikolas Josef wurde am 4. Oktober 1995 in Prag geboren und spielt seit seinem fünften Lebensjahr Gitarre. Später studierte er an der London Academy of Music and Dramatic Art. Im Alter von 17 Jahren begann er als Model zu arbeiten und lief u.a. für Marken wie Diesel oder Prada. Er entsagte dem Modebusiness allerdings, da es sich um ein "unehrliches" Geschäft handelt. So begann er 2015 zunächst als Straßenmusiker europaweit zu touren, u.a. auch in Hamburg oder Zürich. Zu jener Zeit veröffentlichte er seine erste Single "Hands bloody". Der Durchbruch gelang ihm in Tschechien ein Jahr später, als er mit "Free" die #15 der tschechischen Charts belegte. 2017 wurde ihm das Lied "My turn" vorgeschlagen, mit dem er Tschechien beim Song Contest in Kiew vertreten sollte. Er lehnte ab, sodass er mit "Lie to me" in diesem Jahr, nach dem Sieg beim Vorentscheid Eurovision Song CZ, zum Zuge kommt.

Eurofire’s Kommentar:

Bewertung: 10 von 10 Punkten

Lange Zeit war der tschechische Beitrag auf der #1 in meinem Ranking, abschließend gibt es den zweiten Platz in meiner Tabelle. Schon beim ersten Hören Wochen vor dem Online-Vorentscheid war ich schockverliebt in den Song, der sich aufgrund der Markennennung von Prada und dem einen oder anderen "fuck" einer kosmetischen Textkorrektur unterziehen musste. Mikolas kann singen und sich passend dazu bewegen, wie er u.a. beim ukrainischen Vorentscheid unter Beweis stellte. Für 22 Jahre ist er musikalisch schon ganz weit vorne dabei und in Tschechien auch kein Unbekannter mehr. Ein großartiges Ergebnis für Tschechien wirft seine Schatten voraus, davon bin ich überzeugt. Der 26. Platz von Gabriela Gunčíková sollte locker überboten werden können. Bleibt nur zu klären, warum das Kamel im Video mitmacht und was in seinem Rucksack ist.


Video:

Mikolas Josef - Lie to me

Ein Wort zu...:
Slowakei - Letzte Teilnahme: 2012 mit Max Jason Mai
Zu Beginn des Jahrzehnts waren die Slowaken sehr engagiert und veranstalteten opulente Vorentscheide, die sich über mehrere Wochen streckten. 2011 und 2012 reichte es dann immerhin noch für interne Auswahlen. Nachdem allerdings alle vier Kandidaten in den Semifinals stecken blieben, investierte der Sender RTVS sein Budget lieber in gewinnbringendere Veranstaltungen. Inzwischen versucht der tschechische Delegationsleiter Jan Bors die Slowaken wieder zum Mitmachen zu animieren, in diesem Jahr waren seine Bemühungen noch vergeblich, Sendersprecherin Eríka Rasňáková sagte im September die slowakische Teilnahme für Lissabon ab. Sofern es den Tschechen gelingt, ein grandioses Ergebnis einzufahren, könnte das vielleicht auch wieder das Interesse der Senderchefs in Bratislava wecken.

Dienstag, 24. April 2018

Eurovision 2018: Bald geht die Party wieder los



Portugal - Gonçalo Reis, Programmdirektor von RTP, zeigte sich heute beeindruckt angesichts der Demonstration diverser Effekte, über die die Bühne in der Altice Arena verfügt. Auch am zweiten Testtag bestach die Bühne in Lissabon durch ihre zahlreichen visuellen Zusatzeffekte, sodass wir uns auf eine großartig ausgeleuchtete Show freuen können, die auch ohne LEDs auskommen kann.

Ab morgen werden die einzelnen Beiträge der 43 Kandidaten mit Probanden durchgespielt und das Setting der Performances einstudiert. Ab Sonntag proben hier dann die richtigen Kandidaten, die inzwischen ihre Koffer für die Reise nach Portugal packen. Wie Delegationschef Christoph Pellander mitteilte, wird sich das deutsche Team ebenfalls Mitte nächster Woche auf den Weg in die portugiesische Hauptstadt machen, bis dahin hat Michael Schulte noch jeden Tag Presse- und Radiotermine.


Unterdessen machen vereinzelte Bekanntmachungen die Runde. So stellte u.a. Franka Batelić ihr Team vor. Sie wird auf der Bühne von zwei Backings namens Djordija Palić und Martina Ivanković begleitet. Gleichzeitig benannte das französische Fernsehen France 2 seine Spokesperson für das große Finale am 12. Mai. Zum dritten Mal darf die ehemalige Miss France, Élodie Gossuin, die Punkte der Juroren verlesen. Seit 2006 ist sie beim französischen Fernsehen angestellt. Das Finale wird in Frankreich von Stéphane Bern, Christophe Willem und Vorjahresteilnehmerin Alma kommentiert.



They always do that to San Marino...

Die Bühne in Lissabon kann schon mal Feuer spucken
Rauch, Nebel und Feuerwerk dürfen auch in diesem Jahr nicht fehlen

Eurovision 2018: Lasst die Handschellen zuhause



Portugal - Tipps, Tricks und eine Verbotsliste hat die Europäische Rundfunkunion für Besucher der Altice Arena in Lissabon veröffentlicht. Neben Anreiseplänen, etwa mit diversen Buslinien und der Metro zur nahe gelegenen Bahnstation Oriente und dem Hinweis, dass es in der näheren Umgebung keine Parkmöglichkeiten gibt, ist online nunmehr auch eine Liste verbotener Gegenstände aufgetaucht, die Zuschauer der Liveshows besser nicht mit sich führen sollten.

Im Wortlaut heißt es: "Um Wartezeiten am Eingang auf ein Minimum zu reduzieren, bitten wir euch folgende verbotene Gegenstände nicht mit in die Altice Arena zu bringen. Diese Gegenstände werden konfisziert und nicht zurückgegeben." Darunter fallen neben Alkohol, Drogen, Laptops, explosiven Stoffen, Waffen aller Art, Flüssigkeiten und Laserpointern auch spaßige Dinge wie Leitern, Golfbälle, Handschellen und Einkaufswagen. Auch Selfie Sticks, Powerbanks und Verlängerungskabel werden von den Veranstaltern nicht gern gesehen.

Außerdem sind jegliche Gegenstände verboten, die politische, religiöse, rassistische, xenophobe und anderweitig diskriminierende Botschaften enthalten. Anders als etwa 2016 in Stockholm gibt es in diesem Jahr allerdings keine Sperrliste für gewisse Flaggen. Damals wurden etwa Flaggen und Wimpel von nicht souveränen Staaten verboten. Darunter fielen auch Flaggen vom Baskenland, dem Kosovo oder Bergkarabach. Die Liste, die in einigen Nationen einen ordentlichen Shitstorm auslöste, wurde damals von der EBU abgeschwächt.

Soweit bekannt, dürfen die Flaggen der Europäischen Union und die Regenbogenflagge auch in diesem Jahr problemlos mitgeführt werden. Für mitgebrachte Flaggen, die zumindest von ihrer Symbolik her regelkonform sind, gelten weiterhin die üblichen Standards. So sind Flaggen ohne Stock mit den maximalen Maßen von 120x80cm erlaubt, am Stock von maximal 60x40cm. Der Stock selbst darf maximal 50cm lang sein und darf lediglich aus Plastik, nicht aus Metall oder Holz sein. Nähere Details erläutert die Europäische Rundfunkunion online.

Road to Lisbon (39/43): Irland


Irland - Ireland - l'Irlande - Éire
Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Dublin (Luftlinie nach Lissabon: 1.640km)
Einwohner: 4,8 Mio.
Fläche: 70.273km²
Sprachen: Irisch, Englisch

Trivia To Go: Der Mythos um Graf Dracula geht auf Vlad III., einen Fürsten in der Walachei zurück, der seine Feinde am liebsten durch gezieltes Pfählen hinrichten ließ. Der gleichnamige Roman "Dracula" hat jedoch einen irischen Vater. Der Schriftsteller Abraham "Bram" Stoker ist Autor der Geschichten um den blutdürstigen Vampir aus Transsylvanien. 1897 erschien die Geschichte, in Rumänien selbst war Stoker jedoch nie, als Vorlage gilt das Dublin Castle. Allgemein ist Irland Heimat vieler bekannter Schriftsteller wie Oscar Wilde oder Jonathan Swift. Eine Vielzahl an Originalwerken kann man heute in der Bilbiothek des renommierten Trinity Colleges in Dublin bestaunen.

Aus 63 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 1965 mit Butch Moore
Teilnahmen insgesamt: 51 (davon 18x Top Five)
Bestes Ergebnis: 1. Platz (1970 mit Dana, 1980 und 1987 mit Johnny Logan, 1992 mit Linda Martin, 1993 mit Niamh Kavanagh, 1994 mit Paul Harrington & Charlie McGettigan und 1996 mit Eimear Quinn)
Größer Punktelieferant:  Großbritannien (266)
Im letzten Jahr: 13. Platz im Semifinale mit Brendan Murray
Zuständiger Rundfunk: RTÉ

Die letzten drei Jahre: Irland steckt in der größten Eurovisionskrise aller Zeiten, nach dem Double mit den Jedward-Brüdern passierte nichts Gravierendes mehr auf der Grünen Insel. Zwar erreichte Ryan Dolan 2013 noch einmal das Finale, wurde dort aber Letzter. Seither scheitert die, mit sieben Siegen nach wie vor erfolgreichste, Nation der Eurovision im Semifinale. 2015 bleibt Molly Sterling mit ihrem "Playing with numbers" als Zwölfte stecken, 2016 ereilte Nicky Byrne, ehemals Sänger bei Westlife mit "Sunlight" gar als 15. das gleiche Schicksal. Minimal verbessern konnte sich Brendan Murray vergangenes Jahr mit seinem "Dying to try". Der mitgebrachte Ballon stürzte jedoch auch im Semifinale auf Position 13 ab.

Was uns in Lissabon erwartet:
Interpret: Ryan O'Shaughnessy
Titel: Together
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Mark Caplice, Laura Elizabeth Hughes, Ryan O'Shaughnessy
Teilnahme im…: ersten Semifinale am 8. Mai

Über den Künstler: Ryan O'Shaughnessy wurde am 27. September 1992 in Skerries nahe Dublin geboren und ist das jüngste von drei Geschwistern. Seine musikalische Karriere geriet erst 2012 richtig in die Gänge, als er sich mit "The power of love" für das Team von Brian Kennedy bei "The Voice of Ireland" entschied. Zwischen den Battles und den Liveshows nahm er zusätzlich an "Britain's Got Talent" teil. Zur gleichen Zeit erhielt er einen Plattenvertrag bei Universal Music. 2013, nahm er am Songwriting-Camp "The Hit" teil. 2015 gründete er das Label Bayview Records. Er wurde intern vom irischen Fernsehen RTÉ für den Eurovision Song Contest ausgewählt. Sein Onkel Gary O'Shaughnessy vertrat Irland beim Eurovision Song Contest 2001 in Kopenhagen. Er konnte mit "Without your love" allerdings nur den 21. Platz belegen, Irland war daraufhin nicht für das Finale von Tallinn qualifiziert.

Eurofire’s Kommentar:
Bewertung: 9 von 10 Punkten

Hier kommt noch ein Beitrag, zu dem ich meine Meinung grundsätzlich revidieren muss. Nach dem ersten Hören von "Together" sind mir fast die Füße eingeschlafen. Dann habe ich mir abends noch einmal die Zeit genommen und mir die Nummer ganz in Ruhe vorgenommen. Seitdem klettert Irland peu á peu im Ranking nach oben. Das niedliche Video, welches laut Aussage von Ryan O'Shaughnessy in Russland aufgrund von Homo-Propaganda gesperrt ist (Zitat: "It couldn't be more hilarious"), was nachweislich aber nicht der Fall ist, hält einen Anteil daran, dass mir "Together" mit seinen hoch gesungenen Refrain-Zeilen super gefällt. Und dennoch: Auch wenn Irland das Land der Balladen ist, für das Knaller-Semifinale am 8. Mai sehe ich schwarz, dafür sticht das Lied musikalisch nicht aus dem Gros hervor. Ryan wird seinem Onkel wohl platzierungstechnisch folgen...

Video:

Ryan O'Shaughnessy - Together

Montag, 23. April 2018

News-Splitter (639)



Island - Ari Ólafsson hat heute in einem Video-Interview sein Team vorgestellt, dass ihn auf der Bühne in Lissabon begleiten wird. Neben Autorin Þórunn Erna Clausen, die im Background-Team auftreten wird, ist auch Vignir Snær Vigfússon mit dabei. Er nahm 2011 als Teil von Sjonni's Friends am Eurovision Song Contest in Düsseldorf teil. Insgesamt schöpft Island die maximale Anzahl von sechs Personen auf der Bühne während der Darbietung von "Our choice" aus. Ari krebst trotz Wahrnehmung sämtlicher Preview-Konzerte und zahlreichen Interviews auf dem vorletzten Platz der Wettquoten herum.

Polen - Und auch die polnische Delegation hat ihr Team vorgestellt. Neben DJ Gromee und dem schwedischen Sänger Lukas Meijer steigen vier Backings mit auf die Bühne der Altice Arena. Darunter sind u.a. Sara Chmiel, die Leadsängerin der polnischen Band Łzy, "The Voice of Poland"-Teilnehmerin Kasia Dereń und Mahan Moin, die 2014 mit dem Titel "Aleo" am Melodifestivalen teilgenommen hat, jedoch in ihrer Vorrunde als Siebte von acht Kandidaten rausflog. Komplettiert wird das polnische Team von Christian Rabb, der ähnlich wie Lukas Meijer Mitglied der Band No Sleep For Lucy ist. Polen tritt mit "Light me up" im zweiten Semifinale von Lissabon an.

USA - Zum dritten Mal in Folge wird das Finale des Eurovision Song Contests via Logo TV in den Vereinigten Staaten von Amerika übertragen. Kommentiert wurde der Wettbewerb bislang von Ross Mathews und Michelle Visage. In diesem Jahr von "RuPaul's Drag Race"-Teilnehmerin Shangela an der Seite von Mathews. Das Finale wird live um 15 Uhr (Eastern Time/New York) und 12 Uhr (Pacific Time/Los Angeles) übertragen. Logo TV kann von rund 50 Millionen Haushalten in Nordamerika empfangen werden.

Portugal - Der Empfang auf dem blauen Teppich findet in diesem Jahr am Sonntag, den 6. Mai statt und wird ab 18 Uhr (MESZ, 17 Uhr Ortszeit) live im portugiesischen Fernsehen auf RTP 1 und auf dem offiziellen Youtube-Kanal von Eurovision.tv übertragen. Einen Livestream werden wir zeitig nachreichen. Moderiert wird das Event von TV-Moderatorin Cláudia Semedo, Antena 3-Moderatorin Inês Lopes Gonçalves, Schauspieler und TV-Moderator Pedro Granger und Theaterdirektor Pedro Penim. Die Veranstaltung findet nach den Einzelproben des Wettbewerbs statt.

Und hier noch was Tiefgründiges vom Preview-Konzert in Madrid

Eurovision 2018: Licht- und Soundcheck gestartet



Portugal - Die Bühne ist einsatzbereit und funktionstüchtig, wie erste Amateuraufnahmen aus der Altice Arena in Lissabon zeigen. Dort veranstalten der gastgebende portugiesische Rundfunk RTP und die Europäische Rundfunkunion in Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma M&M Productions derzeit die ersten Sound- und Lichttests des Eurovision Song Contests. Auch Nebel- und Feuerwerks- und Pyroeffekte wurden erfolgreich getestet.

Erste Aufnahmen zeigen, dass die Bühne, falls gewollt, in ein Lichtermeer verwandelt werden kann. In diesem Jahr kommt die Bühne ohne LEDs aus, einige Delegationen haben allerdings fahrbare LED-Wände geordert, um ihre Performance zu unterstreichen. Namen, um welche Nationen es sich handelt, ließen die Organisatoren bisher nicht durchsickern. Noch bis Mittwoch finden in der Altice Arena die Soundchecks und Lichtproben statt, um einen reibungslosen Einsatz während der Liveshows zu gewährleisten. Ab Mittwoch ziehen dann die Dummies in die Halle ein.

Volunteers werden dann die Rollen der Interpreten übernehmen und auf der Bühne die Trockenübungen für die Delegationen übernehmen und in den vorab erstellten Beleuchtungsszenarien die Beiträge performen. 2011 übernahm auch Anke Engelke diese Funktion und stellte Stefan Raab als Maler an die ukrainische Sandtafel. Am Sonntag proben dann die "echten" Interpreten erstmals.

News-Splitter (638)



Estland - Freunde von "La forza" können aufatmen. Der estnische Delegationsleiter Mart Normet bestätigte heute, dass die Finanzierung für die Projektoren während der Darbietung von Elina Netšajeva gewährleistet ist. Die Leihgebühren der drei Projektoren, die das lange Kleid von Elina in eine Kinoleinwand verwandeln, sind durch eine mehrstündige Spendenaktion zusammengekommen. "Die Eurovision kann ein hartes Spiel sein, wenn du eine kleine Nation mit großen Ideen bist. Wir freuen uns sehr, dass wir eine Lösung finden konnten.", heißt es aus Tallinn.

Schweden - Benjamin Ingrosso hat gestern Abend den vierten und letzten Songcheck des NDR gewonnen. Alle Songchecks betrachtet, liegt Netta Barzilai mit einer Durchschnittswertung von 11,0 Punkten vor Tschechien und Frankreich. Der schwedische Rundfunk hat unterdessen bekannt gegeben, dass der Eurovision Song Contest nicht nur im Hauptprogramm von SVT zu sehen sein wird, sondern auch im Radio übertragen wird. Carolina Norén übernimmt den Kommentar für Sveriges Radio P4. Der Radiosender veranstaltet alljährlich auch den Nachwuchswettbewerb, durch den sich der Sieger per Wildcard für das Melodifestivalen qualifiziert.

Österreich - Am Mittwoch, den 25. April findet in Wien die offizielle Farewell Party des ORF für den diesjährigen Song Contest-Vertreter Cesár Sampson statt. Karten für das Event, das von Kommentator Andi Knoll moderiert wird und bei dem Cesár seinen Song "Nobody but you" nochmals zum Besten geben wird, kann man direkt beim ORF erwerben. Im Interview mit dem Kurier erklärte Cesár, der Teil des internationalen Komponistenprojekts Symphonix International ist und der für die bulgarischen Beiträge der letzten beiden Jahre verantwortlich war: "Auch mit 17 Jahren Erfahrung ist es eine Herausforderung, dass zusätzlich 200 Millionen Menschen zu Hause zusehen."

Russland - Auch in Russland laufen die Vorbereitungen für Julia Samoylovas Auftritt in Lissabon. Wie russische Medien die Sängerin zitieren, wird insbesondere ihr Kleid während der Darbietung von "I won't break" eine zentrale Rolle spielen und "Teil der Szenerie" werden. Wir erinnern uns an das Musikvideo, in dem Julia zum Schluss aus einem Berg herausragte. Begleitet wird Julia von zwei israelischen Backingsängerinnen, Netta Nimrodi und Arie Brushtein, die auch an der Produktion des Songs beteiligt waren. Julia Samoylova tritt im zweiten Halbfinale von Lissabon mit Startposition fünf an.

Road to Lisbon (38/43): Frankreich


Frankreich - France - France - France
Faktencheck zur Lage der Nation:
Hauptstadt: Paris (Luftlinie nach Lissabon: 1.454km)
Einwohner: 67,0 Mio.
Fläche: 643.801km²
Sprachen: Französisch

Trivia To Go: Über 12.000km von Paris entfernt liegen die Terres australes et antarctiques françaises, zu Deutsch die Französischen Süd- und Antarktisgebiete, ein Übersee-Territorium, das aus mehreren im Indischen Ozean verstreuten Inseln und dem Adélieland in der Antarktis besteht. Die Region, die mit .tf auch über eine eigene Domain verfügt, wird von Réunion aus verwaltet. Die einzigen Bewohner, neben ein paar Pinguinen, sind Forscher in Port-aux-Français, einer Forschungsstation auf den Kerguelen. Die fjordartig eingeschnittene Insel ist für den dort endemisch wachsenden Kerguelenkohl, eine echte Vitaminbombe bekannt. Versuche auf der windreichen Inselgruppe Schafe anzusiedeln schlugen fehl. Die nächsten Nachbarn sind die Crozetinseln sowie die australischen Heard & McDonald Islands.

Aus 63 Jahren Eurovision Song Contest:
Debüt: 1956 mit Mathé Altéry und Dany Dauberson
Teilnahmen insgesamt: 60 (davon 25x Top Five)
Bestes Ergebnis: 1. Platz (1958 mit André Claveau, 1960 mit Jacqueline Boyer, 1962 mit Isabelle Aubret, 1969 mit Frida Boccara und 1977 mit Marie Myriam)
Größer Punktelieferant:  Schweiz (181)
Im letzten Jahr: 12. Platz mit Alma
Zuständiger Rundfunk: France 2

Die letzten drei Jahre: 
Seitdem France 2 die Eurovision übernommen hat geht es für die Big Five-Nation stetig wieder aufwärts, waren die 2000er doch eher von Pleiten gezeichnet. 2015 schickte Frankreich die intern gewählte Lisa Angell mit "N'oubliez pas" nach Wien. Ihre Ballade, untermalt von marschierenden Trommlern durch eine Trümmerlandschaft belegte in Wien den 25. Platz. 2016 wurde das flotte "J'ai cherché" von Amir Haddad ausgewählt, der sowohl bei den Juroren als auch im Televoting hervorragend ankam und Frankreich erstmals seit Patricia Kaas wieder in die Top Ten brachte. In Kiew 2017 wurde Alma Zwölfte mit ihrem "Requiem", das sich vor allem dadurch auszeichnete, als dass der Eiffelturm in sämtlichen Ansichten und Rundflügen auf die LED-Wand projeziert wurde und eine Art Leuchtturm darstellte.

Was uns in Lissabon erwartet:

Interpret: Madame Monsieur
Titel: Mercy
Gesungen auf: Französisch
Text & Musik: Émilie Satt, Jean-Karl Lucas
Teilnahme im…: Finale am 12. Mai

Über den Künstler: Madame Monsieur ist ein Duo, das aus der Sängerin Émilie Satt und dem Komponisten Jean-Karl Lucas besteht und 2013 gegründet wurde. Beide lernten sich bereits 2008 kennen und sind mittlerweile auch verheiratet. 2015 schrieben die beiden für den französischen Rapper Youssoupha den Song "Smile", der einen landesweiten Chartserfolg landete. 2016 erschien schließlich ihr eigenes Debütalbum "Tandem". Ihren gängigen Musikstil beschreiben sie selbst als Avant-Pop. Beide schreiben noch heute gemeinsam für andere Interpreten, "Mercy" war ihr erster Versuch sich mit einer aktuellen Problematik bei einem internationalen Wettbewerb zu bewerben. Der Song stieg nach dem französischen Vorentscheid "Destination Eurovision" bis auf die #3 der französischen Charts der Syndicat National de l'Édition Phonographique. Madame Monsieur wurden als erste Interpreten für das Finale der Eurovision am 12. Mai ausgewählt.

Eurofire’s Kommentar:

Bewertung: 9 von 10 Punkten

Was war ich anfangs sauer, dass Frankreich den Michael Jackson-Nachkömmling Lisandro Cuxi nicht ausgewählt hat. Der Zorn verflog aber relativ fix, nachdem ich mir "Mercy" ein paar Mal angehört habe und inzwischen nimmt Frankreich die #3 in meinem Ranking ein. Nicht nur, dass ich die Sprache neuerdings für mich entdeckt habe, auch die Harmonie im Lied gefällt mir ausgesprochen gut. Frankreich greift mit den afrikanischen Boatpeople natürlich ein brisantes und aktuelles Thema auf, das vor allem im Video zu "Mercy" deutlich zur Geltung kommt. Auch in Frankreich hat sich offenbar herumgesprochen, dass der Eurovision Song Contest eine gute Präsentationsfläche für Musik ist und so kann man der Grande Nation nur auf die Schulter klopfen für ihren diesjährigen Beitrag und den nationalen Vorentscheid. Weiter so, Frankreich!


Video:

Madame Monsieur - Mercy

Ein Wort zu...:
Monaco - Letzte Teilnahme: 2006 mit Séverine Ferrer
2004 setzte der heutige Fürst Albert alle Hebel in Bewegung, sein Fürstentum am Mittelmeer international wieder in den Fokus zu rücken. Neben dem jährlichen Formel Eins-Grand Prix und dem Zirkusfestival sollte auch die Teilnahme an der Eurovision wieder drin sein. Dreimal nahm Monaco daraufhin am Semifinale teil, zwischen 2004 und 2006 konnten Märyon, Lise Darly und Séverine Ferrer nur 46 Punkte sammeln. Dem Sender TMC wurden daraufhin die finanziellen Mittel vom Investor, dem französischen Privatsender TF1, für die Teilnahme gestrichen, Delegationsleiter Phil Bosco erklärte immer wieder, es sei für eines der reichsten Länder der Erde mit einem so kleinen Fernsehsender nicht machbar, weiterhin teilzunehmen. Gerüchte um eine Verpflichtung vom monegassischen Newcomer Josh Stanley 2015 wurden bald darauf dementiert, seither hüllen sich TMC und die Fürstenfamilie in Monte Carlo in Schweigen.