Donnerstag, 30. März 2017

Previews: Road to Kyiv (13/43) - Litauen


Litauen - Lithuania - la Lituanie - Lietuva

Hauptstadt: Vilnius
Bisherige ESC-Austragungsorte: Litauen hat bisher nicht gewonnen
Einwohner: 2,9 Millionen
Fläche: 65.300km²

Unnützer Fakt: Zu Sowjetzeiten hat sich niemand darum gekümmert, heutzutage, in Zeiten in denen NATO und Russland gegenseitig mit den Säbeln rasseln, kommt dem kleinen schmalen Grenzstreifen zwischen Litauen und der Exklave Kaliningrad eine große Bedeutung zu. Offiziell handelt es sich um eine EU-Außengrenze, deren Übertreten demjenigen schwere Probleme mit den russischen Grenzbeamten einbringen kann. Touristen, auch auf der Halbinsel an der Kurischen Nehrung wird geraten, sich von den teilweise versandeten und überwucherten Grenzanlagen fernzuhalten.

Litauen beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 1994
Siege: keine
Letzte Plätze (Finale): 1994 mit Ovidijus Vyšniauskas
Letze Plätze (Semifinale): 2005 mit Laura & The Lovers
Sonstiges: Litauen startete als Pechvogel, 1994 gab es keinen einzigen Punkt, dadurch bedingt verzichtete LRT bis 1999 auf ein Comeback. Danach ging es ähnlich erfolglos weiter, später folgte regelmäßig das Aus im Semifinale. Erst seit 2011 konnte sich Litauen fangen, 2016 reichte es sogar mal wieder für eine Top-Ten-Platzierung.

Vorjahresbeitrag: Donny Montell mit "I've been waiting for this night"
Ergebnis: Platz 9 von 26 im Finale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Fusedmarc
Songtitel: Rain of revolution
Sprache: Englisch
Text & Musik: Viktorija Ivanovskaja, Denis Zujev, Michail Levin; T: Denis Zujev, Michail Levin
Auswahlmodus: Eurovizijos 2017, nationaler Vorentscheid, der sich auf insgesamt zehn Shows mit 51 Interpreten verteilte. In diversen Entscheidungen wurde per Jury- und Televoting abgestimmt, erst am 11. März wurde aus sieben Kandidaten die spätere Siegertruppe ermittelt.

Vita des Interpreten: Fusedmarc sind eine dreiköpfige Formation, die 2004 gegründet wurde und aus Sängerin Viktorija Ivanovskaya, Gitarrist Denisas zujevas und dem "Techniker" Stasys Žakas besteht. Bereits ein Jahr nach ihrer Gründung wurden sie in Litauen mit dem A.LT, dem Alternative Music Award ausgezeichnet. Wirkliche Aufmerksamkeit erzielten sie allerdings erst durch den nationalen Vorentscheid, bei dem sie u.a. Aistė Pilvelytė ausstachen.

Eurofire's Meinung: Für dieses Lied haben wir nun tatsächlich zehn Wochen sämtliche Rankingshows des litauischen Fernsehens LRT ertragen. Die Sängerin erinnert mich mit ihrem Dutt zwangsläufig an Klein Müh von den Mumins, das Lied besticht aber nur durch einen hohen Nervfaktor. Die Litauer wollten es allerdings so und müssen damit rechnen, dass Fusedmarc das Finale von Kiew nur vor dem heimischen Bildschirm sehen werden, mein Fall ist es nicht.

Mittwoch, 29. März 2017

Eurovision 2017: Über Enttäuschung und Konsequenzen



Ukraine - Der Eurovision Song Contest 2017 wird immer mehr zum Schmierentheater und erhält zunehmend einen faden Beigeschmack. Die verfahrene Situation zwischen der Ukraine und Russland lässt den musikalischen und völkerverbindenden Charakter der Veranstaltung rund 1,5 Monate vor der Show in den Hintergrund rücken. Heute äußerte sich selbst die Oberste der EBU, Generaldirektorin Ingrid Deltenre und bezeichnet das Verhalten der Ukraine als nicht tragbar.

EBU-Sprecher Dave Goodman erklärte zudem, dass wie üblich jeder Verstoß gegen die Regeln des Wettbewerbs im Nachhinein geahndet wird. Die Reference Group wird sich im Anschluss der Eurovision mit eventuellen Verstößen beschäftigen und ggf. Maßnahmen ergreifen und Konsequenzen daraus ziehen. Insbesondere Armenien und Aserbaidschan können ein Lied davon singen, zuletzt kam es im Semifinale von Stockholm zum Eklat, als Iveta Mukuchyan die Flagge von Berg-Karabach in die Kamera hielt.

Ingrid Deltenre erklärte weiter: "Ich bedauere zutiefst, dass die Eurovision für politische Handlungen missbraucht wird. Der Song Contest ist dafür da, Millionen von Menschen zu erfreuen und zusammenzubringen und darf nicht dafür benutzt werden, sie gegeneinander auszuspielen." Wie auch immer sich der Fall bis zum Finale am 13. Mai weiterentwickelt, die EBU dürfte in Zukunft aus diesen Ereignissen lernen und in Zukunft weitergehende Garantien von den teilnehmenden Rundfunkanstalten einfordern.

Eurovision 2017: Einzelheiten zum Willkommensempfang



Ukraine - Nähere Einzelheiten zum Empfang der Delegationen auf dem Roten Teppich und den Eröffnungsfeierlichkeiten in Kiew sind nach außen gedrungen. Für den 7. Mai, den Sonntag vor dem Eurovision Song Contest wird ein rekordverdächtiger 265m langer Teppich ausgerollt.

Beim Red Carpet Event können
die Delegationen sich in Haute-
Couture werfen
Der veranstaltende Sender NTU erklärte, das die "Red Carpet Ceremony" vor dem Marienpalast in unmittelbarer Nähe zum Dnjepr-Ufer stattfinden wird. Es werde einen gesonderten Pressebereich geben, zudem Tribünen für die akkreditierten Fans. Jede Delegation soll sich nach Veranstalterangaben rund 40 Minuten auf dem Teppich aufhalten und Interviews und Autogramme geben können.

Der Schaulauf auf Brokat soll rund 2,5 Stunden andauern, bevor es zum Parkovy Exhibition & Congress Centre zur offiziellen Eröffnungsfeier geht. Dort angekommen sollen die Teilnehmer auf dem Dach die Flaggen ihres Landes hissen. Zur musikalischen Begleitung reist das Folkorchester der Nationalen Musikakademie an. Beides wird am 7. Mai live auf Eurovision.tv gestreamt.

Ukraine: Generaldirektorin erwägt Konsequenzen



Ukraine - Jetzt hat sich auch EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre zum Fall Julia Samoylova geäußert und im Gegensatz zu ihren Vorrednern klare Worte gefunden: "Das Verhalten der Ukraine ist absolut nicht hinnehmbar." Sie selbst stehe mittlerweile in direkten Verhandlungen mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten, um eine zufriedenstellende Lösung zu finden.

EBU-Generaldirektorin
Ingrid Deltenre
Vergangene Woche wurde Julia Samoylova die Einreisegenehmigung für Kiew im Mai verweigert, nachdem bekannt wurde, dass sie 2015 über Russland auf die Krim gereist war. Dies wurde mit einer derzeit schon geltenden Einreisesperre geahndet. Verschiedene Vermittlungsvorschläge der EBU wurden bisher von allen Seiten abgelehnt. Sollte sich keine Lösung ergeben, droht die EBU offen mit möglichen Konsequenzen für die Ukraine.

Die Rede ist von einem temporären Ausschluss der Ukraine vom Eurovision Song Contest, ähnlich wie es dem Libanon 2005 erging, als er seine Teilnahme zurückzog, nachdem nicht gewährleistet werden konnte, dass Télé Liban den israelischen Song Contest-Beitrag ausstrahlt und sich der Sender nach der Abmeldefrist zurückzog. Der Sender wurde anschließend für drei Jahre gesperrt, Bestrebungen eines Debüts aus dem Libanon gab es seither nicht.

Neuseeland: Keine Übertragung aus Kiew in diesem Jahr



Neuseeland - Anders als in den vergangenen Jahren wird der Eurovision Song Contest 2017 nicht in Neuseeland ausgestrahlt. Nach drei Jahren hat sich der Sender UKTV, ein neuseeländischer Ableger der BBC, dazu entschieden, die Eurovision aus Kiew weder live noch zeitverzögert auszustrahlen.

"Leider wird UKTV die Eurovision dieses Jahr nicht übertragen. Das Programmteam versucht die richtige Balance zu finden, um die verschiedenen Geschmäcker der Zuschauer anzusprechen." Demnach falle die Eurovision in diesem Jahr neuen "premium drama titles" wie "Top of the Lake" oder "SS-GB" zum Opfer.

In Neuseeland ist eine Rückkehr zur Eurovision allerdings nicht unwahrscheinlich, zwischen 2009 und 2011 wurde die Show auf dem Sender Stratos zeitversetzt ausgestrahlt, danach gab es zunächst keine Übertragung des Wettbewerbs. Neuseeländische Fans sind somit in diesem Jahr wieder auf den Online-Stream von Eurovision.tv angewiesen.

Previews: Road to Kyiv (12/43) - Norwegen


Norwegen - Norway - la Norvège - Norge

Hauptstadt: Oslo
Bisherige ESC-Austragungsorte: Bergen, Oslo
Einwohner: 5,2 Millionen
Fläche: 385.199km²

Unnützer Fakt: Seit 1950 existiert auf der zu Norwegen gehörenden Inselgruppe Spitzbergen ein offizielles Gesetz, dass man zum Sterben auf das norwegische Festland gehen muss oder zumindest nach dem Ableben auf der Inselgruppe im Nordpolarmeer dorthin überführt wird. Der Grund hierfür ist einfach, zum einen gibt es ein Platzproblem, zum anderen werden im Permafrost begrabene Leichen früher oder später wieder an die Oberfläche befördert.

Norwegen beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 1960
Siege: 1985, 1995 und 2009
Letzte Plätze (Finale): 1963 mit Anita Thallaug, 1969 mit Kirsti Sparboe, 1974 und 1976 mit Anne-Karine Strøm, 1978 mit Jahn Teigen, 1981 mit Finn Kalvik, 1990 mit Ketil Stokkan, 1997 mit Tor Endresen, 2001 mit Haldor Lægreid, 2004 mit Knut Anders Sørum und 2012 mit Tooji
Letze Plätze (Semifinale): keine
Sonstiges: Norwegens Eurovisionsbilanz liest sich wie eine Achterbahnfahrt. Drei Nullnummern und diverse letzte Plätze stehen dem bis dahin höchsten regulären Punktewert gegenüber, den Alexander Rybak 2009 einfuhr. Aber selbst Tabellenletzte werden in Norwegen nach ihrer Rückkehr vom Song Contest im Land wie Stars behandelt, nicht zu vergleichen mit Deutschland.

Vorjahresbeitrag: Agnete mit "Icebreaker"
Ergebnis: Platz 13 von 18 im Semifinale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Jowst feat. Aleksander Walmann
Songtitel: Grab the moment
Sprache: Englisch
Text & Musik: Joakim With Steen, Jonas McDonnell
Auswahlmodus: Melodi Grand Prix, nationaler Vorentscheid mit zehn Kandidaten am 11. März in Oslo. Abgestimmt wurde in Runde eins per internationaler Fachjury sowie Televoting, im goldenen Finale mit vier Interpreten entschieden rein die Zuschauer.

Vita des Interpreten: Joakim With Steen aka Jowst wurde am 26. Juni 1989 in Trondheim geboren und ist als DJ und Musikproduzent tätig. Er versteckt sich bei der Darbietung von "Grab the moment" hinter seinem Keyboard und einer Lasermaske. Das Duo wird komplettiert durch Aleksander Walmann Åsgården, der 1986 in Porsgrunn südlich von Oslo geboren wurde und 2012 an "The Voice" teilnahm und den zweiten Platz belegte.

Eurofire's Meinung: Ohne viel Schnickschnack, nur mit einer Lasermaske bewaffnet präsentiert sich Norwegern mit einem Song, der frisch aber vielleicht ein bisschen unscheinbar daherkommt. Auch beim nationalen Vorentscheid wurden internationale Zuseher teilweise ausgesperrt. Mit der richtigen Inszenierung, dürfte sich "Grab the moment" durchaus für das Finale qualifizieren. Ich nehme an, wenn man ihn ein paar Mal hört, steigt das Lied noch weiter. Meine Nummer eins in diesem Jahr, ich bin inzwischen richtig begeistert von dem Lied.


Dienstag, 28. März 2017

Frankreich: Liveübertragung im Kino



Frankreich - Das gab es hierzulande 2010 als Lena Meyer-Landrut für uns nach Oslo fuhr auch. In diesem Jahr wird der Eurovision Song Contest in Frankreich landesweit in den Kinos ausgestrahlt. Das französische Fernsehen, Warner Music France und die CGR Cinemas haben eine Partnerschaft ermöglicht, die die Übertragung des Finales am 13. Mai landesweit gewährleistet.

CGR betreibt 41 Kinos im ganzen Land und bietet das Eurovision-Package am 13. Mai für acht Euro pro Person an. Frankreich wird in diesem Jahr von der 28jährigen Alma vertreten, die in Kiew den Song "Requiem" auf Französisch und Englisch zum Besten geben wird. Der Eurovision Song Contest erlebt in Frankreich seit der Übernahme durch France 2 eine kleine Renaissance, insbesondere seit dem guten Abschneiden von Amir Haddad in Stockholm.

Frankreich ist direkt für das Finale des Eurovision Song Contests qualifiziert. Eine ähnliche Kooperation gab es in Deutschland 2010, als Lena mit großen Erwartungen zum Eurovision Song Contest nach Oslo fuhr. Damals gab es in mehreren Städten Public Viewings und auch die UCI-Kinos übertrugen das Finale live. Dass Frankreich allerdings als Sieger aus Kiew zurückkehrt ist eher unwahrscheinlich, in den Wettquoten rangiert "Requiem" momentan auf der 10.

Deutschland: Levina auf Promotiontour



Deutschland - Promotion im Ausland war für den NDR lange Jahre ein Fremdwort. Es gab kaum Auftritte von unseren Eurovisionskünstlern bei etwaigen Song Contest-Veranstaltungen im Ausland. In diesem Jahr soll mit Levina alles anders werden und so gibt es nunmehr die veröffentlichten Promotermine unserer Interpretin.

So ist sie derzeit in Georgien unterwegs und tritt dort u.a. im nationalen Rundfunk GPB sowie im Frühstücksfernsehen des Privatsenders Imedi TV aus. Am Sonntag, den 2. April ist sie Teil der London Eurovision Party im UK und am 5. April bei "Israel Calling" in Tel Aviv. Auch beim traditionellen "Eurovision in Concert" am 9. April in Amsterdam wird Levina auftreten.

Daneben sind noch Auftritte in Slowenien sowie am 19. April in der Show "100% Eurovision" im mazedonischen Fernsehen MKRTV. Levina nimmt direkt im Finale von Kiew am 13. Mai teil, ihre finale Eurovisionsfassung von "Perfect life" soll Mitte April veröffentlicht werden, ihr Debütalbum erscheint am 28. April.

Eurovision 2017: Erste Schrauben werden festgezogen



Ukraine - In elf Tagen soll im International Exhibition Centre mit dem Aufbau der Bühne für den Eurovision Song Contest begonnen werden. Bereits jetzt finden die ersten Aufbauarbeiten, etwa die Konstruktion der Beleuchtungsbögen für die Bühne und die ersten Kabel, in der Veranstaltungshalle am Brovarskiy Prospekt statt. 

Die zweiteilige Bühne wird erstmals seit dem Eurovision Song Contest 2013 auch wieder über eine separate Inselbühne inmitten des Publikums verfügen. In späteren Jahrgängen gab es hierfür einen Catwalk, durch den die beiden Bühnenbereiche miteinander verbunden waren. Der Bühnenboden soll wieder über eine multimediale Oberfläche verfügen, im Hintergrund wird es LED-Wände geben.

Entworfen wurde das Bühnendesign von Florian Wieder, der bereits 2011, 2012 und 2015 für die Song Contest-Bühnenszenarien verantwortlich war und noch heute Lob für sein Design in Düsseldorf 2011 einheimst. Wieder Design erhielt den Zuschlag nach einer öffentlichen Ausschreibung, an der zwei ukrainische und zwei interationale Designfirmen teilnahmen.

Previews: Road to Kyiv (11/43) - Finnland


Finnland - Finland - la Finlande - Suomi

Hauptstadt: Helsinki
Bisherige ESC-Austragungsorte: Helsinki
Einwohner: 5,5 Millionen
Fläche: 338.432km²

Unnützer Fakt: Finnisch ist eine der komplexesten und für mitteleuropäische Ohren am schwersten zu verstehende Sprache Europas. Dafür haben sie aber auch ein paar großartige Worte, darunter den Begriff "Juoksentelisinkohan", ein Wort für den Satz "Ich überlege, ob ich sinnlos umherlaufen sollte". Die Finnen haben eine ziemlich isolierte Sprache, die maximal von einigen Schweden und Esten verstanden wird, im Regelfall sind die Worte aber nicht einmal dort deckungsgleich.

Finnland beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 1961
Siege: 2006
Letzte Plätze (Finale): 1963 mit Laila Halme, 1965 mit Viktor Klimenko, 1968 mit Kristina Hautala, 1980 mit Vesa-Matti Loiri, 1982 mit Kojo, 1990 mit Beat, 1992 mit Pave Maijanen, 1996 mit Jasmine und 2009 mit Waldo's People
Letze Plätze (Semifinale): 2015 mit Pertti Kurikan Nimipäivät
Sonstiges: Finnland war bis zum Sieg von Lordi 2006 in Athen das Land, das am längsten auf seinen Sieg warten musste. Über 40 Jahre gab es kaum Erfolgserlebnisse für die Finnen, das beste Ergebnis bis dato war der siebte Rang. Mittlerweile wartet Portugal am längsten auf seinen ersten Treffer.

Vorjahresbeitrag: Sandhja mit "Sing it away"
Ergebnis: Platz 15 von 18 im Semifinale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Norma John
Songtitel: Blackbird
Sprache: Englisch
Text & Musik: Lasse Piirainen, Leena Tirronen
Auswahlmodus: Uuden Musikiin Kilpailu, nationaler Vorentscheid, der mit zehn Kandidaten am 28. Januar in Espoo stattfand. Entschieden wurde zu 50% durch internationale Jurys sowie zu 50% per Tele- und Onlinevoting.

Vita des Interpreten: Das Duo Norma John gründete sich im Jahr 2008 und besteht aus der Sängerin Leena Tirronen und dem Klavierspieler Lasse Piirainen. Die Band bestand ursprünglich aus bis zu fünf Mitgliedern. Leena wurde durch ihren Auftritt und den dritten Platz beim finnischen "X Factor" 2010 bekannt, ihr Soloalbum erreichte jedoch nicht die Charts. Die Teilnahme an Uuden Musikiin Kilpailu war die erste Wettbewerbserfahrung die das Duo seit dem Ende von Leenas Solokarriere.

Eurofire's Meinung: Mein absolut letzter Platz in diesem Jahr! Selten habe ich eine so depressive und einschläfernde Melodie vernommen, schon gar nicht beim sonst so fröhlichen Eurovision Song Contest. Alles ist schwarz, dunkel, trist, man möchte sich am liebsten mit einer Packung Schlaftabletten in einem dunklen Zimmer einsperren oder mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Badewanne liegen. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie unsympathisch ich dieses finnische Paket finde, zudem tritt das Ganze noch in einem Jahr an, in dem ohnehin schon so viele langweilige Lieder dabei sind, also sorry Finnland, Platz 43.


Montag, 27. März 2017

Exklusiv: IMRI aus Israel im Interview!



Israel - Momentan sind wir im Interview-Flow, heute können wir schon den dritten Auszug aus unserer Fragebogen-Rubrik präsentieren. Es geht nach Israel, das nach zwei Finalqualifikationen in diesem Jahr mit IMRI an den Start gehen wird. Mit "I feel alive" tritt er am 11. Mai im zweiten Semifinale von Kiew an und hat sich vorab die Zeit genommen, sich unserem Fragebogen zu stellen.

Magst du dich unseren Lesern vorstellen?
Ich bin IMRI, 25 Jahre alt aus einer Kleinstadt vor den Toren von Tel Aviv. Ich singe, seitdem ich zwei Jahre alt bin und war Teil einer Schulband in der High School. Später habe ich bei einer Veranstaltungsfirma als Sänger gearbeitet, bis ich die Show "The Rising Star" gewonnen habe. Bei den letzten beiden Eurovision Song Contests war ich als Backgroundsänger für Nadav Guedj und Hovi Star dabei. Ich bin recht sportlich und liebe es zu snowboarden und zu surfen.

Wie fühlt es sich an, für Israel zum Eurovision Song Contest zu fahren?
Es ist eine große Ehre für mich, mein Land zu vertreten und ich freue mich schon sehr, wieder auf die Eurovisionsbühne zurückzukehren.

Du warst bereits als Backgroundsänger dabei. Was erwartest du nun von der Teilnahme als Hauptinterpret?
Ich gehe davon aus, dass es jetzt noch viel großartiger wird als nur als Backing Singer. Jetzt stehe ich im Scheinwerferlicht und ich werde mein Bestes probieren und werde Tag und Nacht dafür arbeiten, dass ich dann auch das Beste geben kann.

Was bedeutet die Eurovision für dich?
Für mich wird ein Traum wahr. Die Eurovision ist der größte Musikwettbewerb der Welt und vor so vielen Menschen singen zu dürfen ist für mich einfach nur aufregend.

Was war deine größte Eurovisionserfahrung bisher?
Als bekanntgegeben wurde, dass "Golden Boy" es ins Finale geschafft hat und wir das Publikum jubeln gehört haben. Das war so ein epischer Moment für die ganze Delegation.

Hast du dir schon ein paar der anderen Teilnehmer angehört?
Ich habe sie mir alle angehört und ich habe auch schon Favoriten, aber nicht nur einen. Wenn ich mir einen aussuchen müsste, würde ich den Schweizer Song wählen.

Worum geht es in deinem eigenen Lied?
In meinem Song geht es darum, an seinen Herausforderungen zu wachsen und seine eigenen Ziele zu erreichen. Es geht im Grunde auch um meine eigene Reise und wie ich nie aufgegeben habe, Dinge zu probieren.

Was können wir von dir in Kiew erwarten?
Ihr könnt euch bei meiner Performance darauf freuen, dass es eine richtige Party auf der Bühne geben wird. Es wird spaßig, das garantiere ich.

Und worauf freust du dich bei der Eurovision am meisten?
Ich freue mich sehr, erstmals auf der großen Bühne zu stehen, die große Halle zu sehen und die Größe des Ganzen zu spüren.

Was wirst du in der Nacht des Halbfinals machen, sollte Israel einer der zehn Qualifikanten sein?
Wow, ich habe überhaupt keine Idee. Kein bisschen. Ich weiß nur, dass ich dann ein ziemlich großes Grinsen im Gesicht haben werde.

Hast du ein paar Tipps, welche Orte man bei einer Reise in Israel unbedingt gesehen haben muss?
Na klar, Tel Aviv ist ein Muss, vor allem das Nachtleben und die tollen Strände. Außerdem muss man sich das Tote Meer und Eilat ansehen, beides sind ganz tolle Orte, die man gesehen haben muss. Und natürlich auch Jerusalem, dabei ist es völlig egal ob man religiös ist oder nicht, man spürt dort trotzdem, was für ein spezieller Ort es ist.

Hast du noch ein paar Worte, die du loswerden möchtest?
Ich freue mich wirklich sehr, Teil des großen Ganzen zu sein und möchte all meinen Fans und den Leuten danken, die mich unterstützen und ich hoffe, dass ich einige von ihnen in Kiew sehen werde. 

Weitere Infos über IMRI auf Facebook und Instagram.

IMRI - I feel alive

Eurovision 2017: EBU weiterhin für Russland am Ball



Europa - "Die EBU wird sicherstellen, dass Russland am Eurovision Song Contest teilnehmen kann.", sind die Worte von Reference Group-Vorstand Frank-Dieter Freiling gegenüber dem Tagesspiegel. "Wir haben der Ukraine klar zu verstehen gegeben, dass wir von ihnen erwarten, dass alle Kandidaten teilnehmen können."

Allerdings gab man auch an, bisher keine Eingangsbestätigung dieser Forderung von den ukrainischen Behörden erhalten zu haben. "Der Ministerpräsident könnte die Entscheidung des Nachrichtendienstes überstimmen.", heißt es weiter. Man respektiere die Gesetzeslage im Land, sollte Russland die Teilnahme dennnoch verwehrt bleiben, würde die EBU andere Lösungen suchen, um die Teilnahme zu ermöglichen.

Bislang sei von russischer Seite noch kein Zimmerarrangement in Kiew reserviert worden. "Russland muss klar machen, dass sie an einer Teilnahme, die wir versuchen möglich zu machen, interessiert sind.", so Freiling. Die allgemeinen Vorbereitungen für die Eurovision laufen derzeit auf Hochtouren, wenn auch nicht immer leicht, gab Freiling an. Der Eurovision Song Contest findet in den ersten beiden Maiwochen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt.

Previews: Road to Kyiv (10/43) - Polen


Polen - Poland - la Pologne - Polska

Hauptstadt: Warschau
Bisherige ESC-Austragungsorte: keine
Einwohner: 38,6 Millionen
Fläche: 312.679km²

Unnützer Fakt: Mitten in Warschau steht der Kulturpalast, ein Bauwerk im Stil des klassischen Sozialismus, in dem u.a. Kinos, Theater und Museen sowie im 30. Stock eine Aussichtsplattform untergebracht sind. Das Gebäude war ein Geschenk von Josef Stalin an die Volksrepublik Polen, stand deshalb in der Kritik und sollte nach dem Zusammenbruch des Ostblocks abgerissen werden. Das Gebäude erhielt aufgrund seiner markanten Form den Beinamen Stalinstachel, steht aber noch heute.

Polen beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 1994
Siege: keine
Letzte Plätze (Finale): keine
Letze Plätze (Semifinale): 2011 mit Magdalena Tul
Sonstiges: Polen erreichte bei seinem Debüt 1994 in Dublin den zweiten Platz mit Edyta Górniak. Damals war es die höchste Platzierung, die ein Debütant beim Song Contest erreichte. Bis heute ist dieser zweite Platz in Stein gemeißelt und das beste Ergebnis, das Polen je erzielte.

Vorjahresbeitrag: Michał Szpak mit "Color of your life"
Ergebnis: Platz 8 von 26 im Finale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Kasia Moś
Songtitel: Flashlight
Sprache: Englisch
Text & Musik: Kasia Moś, Pete Baringger, Rickard Bonde Truumeel
Auswahlmodus: Krajowe Eliminacje, moderiert von Artur Orzech am 18. Februar in Warschau. Der Sieger wurde aus zehn Beiträgen per Jury- und Televoting ermittelt. Mit dabei war u.a. auch Martin Fitch, der 2010 als Marcin Mroziński bereits am Eurovision Song Contest teilnahm.

Vita des Interpreten: Katarzyna "Kasia" Moś wurde am 3. März 1987 in Ruda Śląska einer schlesischen Großstadt geboren. Ihr Vater ist Mitglied des Orchesters Aukso, sie studierte an der Chopin-Musikakademie in Bytom und startete eine klassische Musikkarriere. 2006 nahm sie mit "I wanna know" erstmals an Piosenka dla Europy, dem Vorentscheid für den Song Contest in Athen teil, wurde jedoch nur Zehnte. 2016 war sie mit "Addicted" ebenfalls beim Vorentscheid dabei, kam jedoch nicht unter die letzten Drei.

Eurofire's Meinung: Nun ja, ich bin nicht wirklich angetan von der Nummer. Es es ist so ein Lied, das man schon 732x gehört hat. Klar ist alles technisch einwandfrei und Kasia kann auch singen, trotzdem verliert sich das Lied irgendwo im Mittelfeld bei mir. Angesichts der Tatsache, das es dann auch noch im Semifinale mit den tendenziell starken Nationen antritt, dürfte es Polen es erstmals seit der Rückkehr zum Song Contest wieder schwer haben, ins Finale einzuziehen.

Sonntag, 26. März 2017

Exklusive: Timebelle aus der Schweiz im Interview!


Schweiz - Nachdem Svala aus Island uns bereits Rede und Antwort gestanden hat, haben wir auch der Gruppe Timebelle aus der Schweiz unseren Fragebogen übermittelt. Die Sängerin Miruna Manescu hat sich die Zeit genommen und uns in Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest 2017 unseren Bogen ausgefüllt. Die Schweiz tritt mit "Apollo" am 11. Mai im zweiten Semifinale von Kiew an und ihre Bandmitglieder sind bereits Feuer und Flamme für die Show.

Hey, wollt ihr uns kurz verraten wer ihr seid?
Hallo Leute! wir sind Miruna Manescu, Samuel Forster und Emanuel Daniel Andriescu von Timebelle.

Was bedeutet es für euch, für die Schweiz zum Eurovision Song Contest zu fahren?
Es wird eine einzigartige Erfahrung, die wir schon jetzt voll und ganz genießen. Wir sind extrem stolz darauf, dass wir ausgewählt wurden um die Schweiz beim Eurovision Song Contest 2017 zu vertreten und können es kaum abwarten, auf dieser Bühne zu stehen!

Warum habt ihr euch dazu entschieden, es noch einmal beim nationalen Vorentscheid in der Schweiz zu probieren?
Wir haben sehr viele Nachrichten von unseren Freunden und Fans bekommen, dass wir gar nicht anders konnten als noch einmal mitzumachen. Und außerdem denken wir, dass „Apollo“ es verdient hat von so vielen Menschen wie möglich gehört zu werden.

Was bedeutet die Eurovision für euch?
Es ist so ein großes Event. Es ist dieses One-Of-A-Kind-Event von dem wir seit unserer Kindheit geträumt haben. Man muss einfach dort gewesen sein um die einzigartige Vibration der Show zu spüren.

Habt ihr euch schon ein paar der anderen Songs angehört und Favoriten ausgemacht?
Wir haben uns alle anderen Lieder bereits angehört und finden sie wirklich sehr gut. Wir haben uns in Portugal, Schweden und Dänemark verliebt.

Worum geht’s in eurem Lied „Apollo“?
Apollo“ ist zwar eine sehr simple aber gleichzeitig auch eine tiefe Botschaft. Es geht darum, seinen Träumen zu folgen, egal was ist. Egal ob es um unseren Job, eine bestimmte Person oder einen Kindheitstraum geht, versuche einfach deinem Traum zu folgen und ihn zu verwirklichen.

Was können wir von euch in Kiew erwarten?
Eine ganz besondere Performance, viel Gefühl, Schlichtheit und natürlich ganz viel gute Musik!

Und worauf freut ihr euch in Kiew am meisten?
Es ist ganz normal, dass wir uns am meisten auf die große Show in Kiew freuen. Aber wir sind auch sehr gespannt auf all die Veranstaltungen vor Kiew, die Konzerte die wir bis dahin geben und den Moment, wenn wir all die anderen Künstler und vor allem unsere Fans treffen werden. Dass wir in so viele schöne Länder reisen können und uns auf neue Kulturen einlassen können und noch einmal, dass wir unsere Fans sehen können, dass ist das, was uns glücklich macht.

Ihr kommt alle aus verschiedenen Ländern. Wie habt ihr euch kennengelernt?
Wir haben uns alle in der Schweiz kennengelernt. Emanuel und Samuel haben gemeinsam in Bern studiert und kennen sich bereits seit fast zehn Jahren. Ich [Miruna] habe sie vor drei Jahren kennengelernt, als wir uns dazu entschlossen haben, zum ersten Mal zur Eurovision zu fahren. Wir fühlten uns so miteinander verbunden, dass wir seitdem eine Band geblieben sind.

Was würdet ihr uns empfehlen, wenn wir unseren Urlaub in der Schweiz verbinden würden?
Wir empfehlen euch insbesondere im Sommer zu kommen und dann in der Aare zu schwimmen, dem Fluss, der durch Bern fließt. Es ist absolut fantastisch dort und vor allem, es ist kostenlos!

Wollt ihr noch etwas hinzufügen?

Wir möchten euch allen für eure Unterstützung und die lieben Nachrichten danken. Jedes Mal, wenn wir eine neue bekommen, bestärkt uns das mehr in unserem Vorhaben, etwas Tolles mit unserer Musik auf die Beine zu stellen. Vielen Dank dafür!

Timebelle - Apollo

Exklusiv: Svala im Interview


Island - Es war 2011 vor dem Eurovision Song Contest in Düsseldorf als Magdalena Tul mein letztes Interview-Opfer wurde. Nach sechs Jahren wollte ich einfach ausprobieren ob ich es noch kann und habe eine Art Fragebogen an alle die diesjährigen Eurovisionsteilnehmer verteilt. Die erste, die uns diesen beantwortet hat, ist die isländische Sängerin Svala, die in diesem Jahr mit "Paper" am ersten Semifinale von Kiew am 9. Mai teilnimmt.

Hey Svala, stell' dich doch unseren Lesern kurz vor.
Ich heiße Svala Karitas Björgvinsdóttir und bin eine isländische Sängerin und Songwriterin. Ich wurde bereits in die isländische Musikindustrie hereingeboren, denn mein Vater Bo Halldorsson ist einer der erfolgreichsten Künstler in Island. Ich habe angefangen Musik aufzunehmen als ich sieben Jahre alt war. Ich habe zahllose Singles veröffentlicht und in meiner Karriere in diversen Bands mitgewirkt. 

Meinen ersten Nummer-Eins-Erfolg hatte ich als ich elf Jahre alt war und den zweiten mit 16. Als ich 20 Jahre alt war habe ich bei der EMI in Amerika einen Plattenvertrag unterschrieben, einen der größten Plattendeals, den je ein Isländer in Amerika erhalten hat. Meine erste Single, an der ich mitgeschrieben habe kam 2001 heraus und war in Amerika so erfolgreich, dass sie die Top 30 Billboard Charts erreichte. Ich habe zwei Soloalben und drei Alben mit meiner Band Steed Lord veröffentlicht.Steed Lord haben wir 2006 gegründet und wir waren weltweit erfolgreich. 

Ich bin weltweit aufgetreten, habe eine Kleiderkollektion für H&M entworfen, in einer Menge amerikanischer TV-Sendungen gesungen, Werbung und einige Filme gedreht. 2009 bin ich nach Los Angeles gezogen und lebe dort nun seit acht Jahren mit meinem Ehemann, der auch Songwriter, Produzent und Director ist. Ich habe meine eigene Modekollektion namens KALI und verkaufe diese online. Letztes Jahr habe ich meine neue Band Blissful gegründet und unsere erste Single "Elevate" schnitt bei Spotify ganz gut ab. Außerdem war ich zwei Staffeln lang Jurorin bei "The Voice" in Island. Ach ja, und ich liebe Katzen.

Wie fühlt sich das an, für Island zum Eurovision Song Contest zu fahren?
Ich bin mit meiner Musik so viel in der Welt herumgereist, ich war überall und habe meine Musik vorgestellt. Aber ich war noch nie in der Ukraine und bin sehr gespannt auf dieses neue Land. Es wird garantiert lustig und ich freue mich sehr darauf.

Wie bist du in den nationalen Vorentscheid in Island hereingerutscht?
Es war die Idee meines Mannes, sagte, wir sollten es mit "Paper" versuchen. Wir haben den Song zusammen mit Lester Mendez und Lily Elise in L.A. geschrieben. Die letzten zwei Jahre haben wir gemeinsam im Studio an neuer Musik für Blissful gearbeitet und dabei kam auch "Paper" heraus. Wir wussten gleich, dass der Song episch und groß ist. Und mein Mann Einar dachte, es wäre toll, ihn beim isländischen Vorentscheid einzureichen. Ich habe ein paar Tage darüber nachgedacht, mich dann aber doch dafür entschieden, weil die Message so wichtig ist und ich dachte, hm, es könnte gut abschneiden. Ich freue mich, so viel Rückmeldung auf meinen Song zu bekommen. Das hat eine richtige Eigendynamik entwickelt.

Was bedeutet die Eurovision für dich?
Es ist eine tolle Gelegenheit, einem so viel größeren Publikum seine Musik und seine Stimme näherzubringen. So viele Menschen schauen die Eurovision und es ist eine große Sache, so eine große Plattform geboten zu bekommen. Es ist auch eine fantastische Gelegenheit, weltweit so viele Menschen mit Musik und in unterschiedlichen Stimmen zu vereinen. Es ist wirklich schön.

Was war deine wichtigste Erfahrung mit der Eurovision bisher?
Als ich auf Island mit so überraschend vielen Stimmen gewonnen habe. Ich habe so eine tolle Erfahrung damit gemacht, zu spüren, dass mein Song und ich so viel Unterstützung erhalten. Ich bin für diese Erfahrung so dankbar!

Hattest du schon die Möglichkeit, dir ein paar der anderen Lieder anzuhören?
Ja, ein paar habe ich mir schon angehört. Ich liebe Finnland und ihr Lied, Serbien ist auch ganz cool und Mazedonien. Das Lied aus Armenien ist auch ganz schön.

Worum geht es in deinem eigenen Lied?
In meinem Lied geht es um ein eigenes Erlebnis. Es geht darum um verschiedene Abschnitte in deinem Leben. Ich war ständig in den isländischen Medien und deswegen hatte trug ich in meinem Leben immer eine große Angst mit mir herum, seitdem ich ein Teenager war. Musik war immer so etwas wie ein Seelenheil für mich und mein sicherer Platz. Ich wollte zu Papier bringen, durch was für Zeiten und Schwierigkeiten ich in meinem Leben gegangen bin. Wir hadern alle mit irgendwelchen Dingen, niemand hat ein perfektes Leben. 

Das verbindet uns als Menschen. "Paper" ist eine Metapher für Gefühle, als ich mit Lily den Text schrieb, wollte ich die Bezug auf meine Probleme nehmen. Meine Ängste machen mich schwach und verletzlich wie ein Stück Papier. Du kannst so viel mit Papier machen, es schneiden, verbrennen, zerreißen und es wieder zusammenkleben, es lochen, zerknüllen und so weiter. Aber du kannst damit auch schöne Dinge machen, darauf malen, Gedichte und Geschichten schreiben, wunderschöne Briefe für geliebte Menschen schreiben und so weiter.

Die Intention hinter meinem Lied ist "Sei offen und ehrlich und lass' dich nicht von deinen Problemen unterkriegen". Wenn wir uns öffnen und miteinander reden müssen wir unsere Ängste nicht mit uns allein ausmachen. Darum geht es in "Paper".

Was können wir von dir auf der Bühne in Kiew erwarten?
Eine wunderschöne Show. Eine makellose stimmliche Leistung und eine sehr ausdrucksstarke und ehrlich gemeinte Bühnenshow.

Worauf freust du dich bei der Eurovision am meisten?
Vor all diesen Menschen auf dieser großen Bühne auftreten zu können. Ich liebe es, auf der Bühne zu sein und ich liebe es live aus vollem Herzen zu singen. Das gibt mir den ultimativen Kick Menschen mit meiner Stimme und meiner Musik zu berühren.

Dein Vater war auch schon bei der Eurovision. Hat er dir ein paar Ratschläge gegeben?
Ja, er nahm 1995 mit "Núna" teil. Er erklärte mir, ich soll die ganze Reise einfach nur genießen und Spaß dabei haben. Ich gebe mein Bestes und hoffe freue mich auf all diejenigen, die ich dort treffen werde.

Was würdest du machen, wenn Island einer der zehn glücklichen Finalisten wäre?
Ich würde vor Freude total laut schreien und springen und danach meinen Mann küssen und umarmen.

Möchtest du uns noch etwas mit auf den Weg geben?
Vielen Dank, dass ihr mein Interview gelesen habt. Ich wünsche euch eine schöne Zeit, Liebe und Licht für jeden von euch. Wenn ihr mich auf meiner Eurovisionsreise begleiten möchtet, könnt ihr das auf Snapchat oder Instagram unter "svalakali" tun.

Svala - Paper