Montag, 26. September 2016

Tschechien: Vorbereitungen für 2017 beginnen



Tschechien - In einer offiziellen Presserklärung hat das tschechische Fernsehen ČT heute vermeldet, dass die Vorbereitungen für den Eurovision Song Contest 2017 in der Ukraine begonnen haben. Der Sender nimmt ab sofort per E-Mail Bewerbungen von Komponisten aus aller Welt entgegen. 

"Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir erneut die Gelegenheit haben, Tschechien bei der großen Unterhaltungsshow der Welt zu vertreten. Unsere Priorität hat es, die Qualität des Liedes und des Künstlers konstant zu steigern und natürlich auch die Präsentation im Wettbewerb selbst.", erklärte der tschechische Delegationsleiter Jan Bors. Eine Jury wird zunächst den Song auswählen, im Anschluss daran wird nach passenden Künstlern gesucht. 

Bewerbungen nimmt das tschechische Fernsehen bis Ende November per E-Mail an esc2017@cesketelevize.cz entgegen. Gesucht werde ein Titel, der die internationalen Trends und gleichzeitig beim Eurovision Song Contest widerspiegelt. Der kreative Kopf im tschechischen Team, Jan Potměšil, freute sich, dass ausländische Teams für die Auswahl zugelassen sind, da zahllose tschechische Interpreten mit ausländischen Komponisten zusammenarbeiten.

Türkei: Wahrscheinlich nein



Türkei - Kurz gesagt: Die Türkei wird auch im nächsten Jahr nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen, die Gründe sind hinlänglich bekannt, TRT fühlt sich durch das geltende Votum und die Big Five provoziert und schickt demnach auch im kommenden Jahr keinen Kandidaten zum Wettbewerb nach Kiew.

2012, als der Wettbewerb in Baku stattfand, gab es mit Can Bonomo zuletzt einen türkischen Vertreter. Seitdem stellt sich TRT quer und boykottiert ob des Regelwerks die Teilnahme am größten Musikwettbewerb der Welt. Wie groß der Zuspruch innerhalb der Bevölkerung der Türkei für diese Entscheidung ist, ist nicht bekannt.

Zu Zeiten ihrer Teilnahme war die Türkei eines der erfolgreichsten Länder im Wettbewerb, 2003 gewann Sertab Erener erstmals den Contest, 2004 fand in Istanbul erstmals ein Semifinale statt. 2011 in Düsseldorf schied die Türkei erstmals im selbigen aus. 2012 nahm die Türkei nur noch aus Solidarität zum Gastgeber, dem Bruderstaat Aserbaidschan teil.

Schweiz: Bewerben Sie sich jetzt!



Schweiz - In der Schweiz kann man sich seit heute Morgen um 8 Uhr online für den nationalen Vorentscheid bewerben. Mindestens ein Mitglied des Teams, sei es nun der Interpret bzw. ein Bandmitglied, der Komponist oder Texter muss einen Bezug zur Eidgenossenschaft aufweisen. Damit fallen komplett internationale Einsendungen aus dem Raster.

Wählten die einzelnen Rundfunkanstalten der Schweiz ihre Kandidaten für das Finale bisher unabhängig voneinander, werden sie in diesem Jahr gemeinsam die 20 Kandidaten aussortieren, die sich dem Livecheck durch eine unabhängige Jury stellen wird. Bewerbungen nimmt das Schweizer Fernsehen hier entgegen, die Regeln können hier eingesehen werden.

Unabhängig von der Senderegion erreichen sechs bis zehn Kandidaten das Finale des Schweizer Vorentscheids am 5. Februar. Der Schweizer Kandidat für Kiew wird dann im Anschluss zu 100% per Televoting ermittelt. Einsendeschluss ist der 24. Oktober, ebenfalls um 8 Uhr morgens. In den letzten beiden Jahren qualifizierte sich die Schweiz nicht für's Finale.

Samstag, 24. September 2016

Deutschland: Andreas Kümmert spricht in NDR-Talkshow



Deutschland - Gut 1,5 Jahre ist es her, dass Andreas Kümmert seine Teilnahme am Eurovision Song Contest nach dem gewonnenen Vorentscheid abgesagt hat. Nun hat er mit Barbara Schöneberger in der NDR-Talkshow über die damalige Entscheidung gesprochen: "Mir wurde bewusst, dass ich dieser Aufgabe nicht gewachsen war.", sagte er im Interview.

Die Last, die nach seiner Absage von ihm abfiel, sei nach dem Verlassen der Halle umso größer gewesen, über das Ausmaß der Diskussionen und Konsequenzen im Nachhinein habe er sich zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken gemacht, insgeheim habe er jedoch gehofft, den Vorentscheid nicht zu gewinnen. Am Tag drauf, musste er sogar einen Besuch bei seinen Eltern absagen, da dort bereits mehrere Ü-Wagen standen.

"Man kommt da nie so richtig raus. Der Druck und das sich nicht auf die Straße trauen hat so eine Woche gedauert. Es gab diese mediale Verfolgung. Es wurde sogar für mich eingekauft. Ich hatte das Gefühl, ich kann nicht vor die Tür gehen. Ich hatte Angst.", spricht er zudem über seine Ängst, für die er sich später in psychologische Behandlung gegeben hat. 

Freitag, 23. September 2016

Aserbaidschan: iTV lässt sich Kiew nicht entgehen


Aserbaidschan - Nachdem man in dieser Woche die bisherige Delegationsleiterin Tamilla Shirinova abgesägt hat, bestätigte der Sender ictimaiTV die Teilnahme Aserbaidschans beim 62. Eurovision Song Contest in der Ukraine. Trotz des ständigen Erreichens des Finales seit dem Debüt 2008 sind die Platzierungen seit 2014 deutlich schlechter geworden.

Aserbaidschan belegte im Jahr seines Debüts 2008 den achten Rang und in den Folgejahren sämtliche Platzierungen der Top Five, 2016 reichte es für "Miracle" von Səmra Rəhimli allerdings wieder nur für den 17. Rang. Mit welchem Modell Aserbaidschan seinen Kandidaten für Kiew wählen wird, ist momentan noch nicht aus Baku überliefert worden.

Allmählich füllt sich die Teilnehmerliste für den nächsten Eurovision Song Contest. Von den Teilnehmernationen des Vorjahres liegen lediglich aus Australien, Georgien, Moldawien, Russland, San Marino und Serbien noch keinerlei Rückmeldung vor. Zudem stellt sich die Frage, ob die Türkei oder Slowakei zum Song Contest zurückkehren wird oder die gemeldeten Nationen sich bis zum 10. Oktober zurückziehen.

Montenegro: RTCG steht auf provisorischer Liste



Montenegro - Vorläufig hat sich nun auch das montenegrinische Fernsehen RTCG für den 62. Eurovision Song Contest in Kiew angemeldet. Dies bestätigte der Sender offiziell gegenüber ESCtoday.com. Bis zum 10. Oktober kann der Sender sich ohne finanzielle Verpflichtungen einzugehen, wieder vom Wettbewerb anmelden.

RTCG hat keinerlei weitere Informationen zu seiner Teilnahme bzw. seinem Auswahlmechanismus für Kiew veröffentlicht, in den letzten Jahren wurde allerdings stets eine interne Auswahl vorgenommen, 2014 und 2015 gelang Montenegro mit Sergej Ćetković und Knez der Finaleinzug.

Beim Eurovision Song Contest in Stockholm schied die Band Highway jedoch mit "The real thing" als 13. im Semifinale aus. Montenegro nimmt seit 2007 am Eurovision Song Contest teil, zuvor schickte das Land unter jugoslawischer Flagge bzw. in Zusammenarbeit mit Serbien in den Jahren 2004 und 2005 einen Beitrag zum Wettbewerb.

Donnerstag, 22. September 2016

Rumänien: Papiere für Eurovision 2017 eingereicht



Rumänien - Vor dem Eurovision Song Contest 2016 wurde Rumänien de facto aus der EBU geworfen, weil es seine ausstehenden Verbindlichkeiten bei der Rundfunkunion seit 2007 nicht mehr bezahlt hat bzw. bezahlen konnte. Nach ersten Reformen und dem Einlenken der rumänischen Regierung hat man nun Pläne für die Eurovision 2017.

Generaldirektorin Irina Radu von TVR erklärte, man habe die Formalien für eine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2017 geklärt und seine offizielle Anmeldung bei der EBU eingereicht. Bis zum 10. Oktober kann sich TVR ohne Strafzahlung zurückziehen, man arbeite aber gemeinsam mit der EBU daran, den Sender neu auszurichten und zu revitalisieren.

Der zuletzt gewählte Sänger Ovidiu Anton durfte aufgrund der Sperre seitens der Europäischen Rundfunkunion nicht in Stockholm antreten, Rumänien wurde disqualifiziert, dem Sender wurden im Anschluss sämtliche Rechte der EBU verwehrt, u.a. auch der Nachrichten- und Programmaustausch. Ob die Teilnahme 2017 in trockenen Tüchern ist, steht aber ebenfalls noch aus.

Mittwoch, 21. September 2016

Ukraine: Erste Online-Bewerbungen veröffentlicht



Ukraine - Der Gastgeber des nächsten Eurovision Song Contests hat mit seinem nationalen Vorentscheidungsformat begonnen. Online wurden die ersten Kandidaten veröffentlicht, die nun um die Gunst der Userstimmen buhlen. In den nächsten Monaten werden alle Einsendungen online publiziert und können fortan auf Stimmenfang gehen.

Bis zum 15. Januar 2017 ist das Votingfenster geöffnet. In dieser Zeit kann pro IP-Adresse täglich eine Stimme vergeben werden. Wer die meisten Stimmen erhält zieht in die Halbfinals bzw. die nächste Runde ein. Bei einem Gleichstand wird derjenige zum Sieger auserkoren, der die Wertung zuerst erhalten hat. Wer möchte kann sich noch immer für den Vorentscheid anmelden.

Neben der Online-Auswahl starten am 6. November die Live-Auditions in sechs großen Städten, namentlich Saporoshije, Charkow, Odessa, Lviv, Dnipro und Kiew. Bis zum 15. Januar sollen dann alle Kandidaten vorgesungen haben, anschließend werden 20 bis 40 Kandidaten ausgesiebt, die sich den TV-Shows stellen dürfen. Das komplette Regelwerk des Vorentscheids findet man auf der Seite des ukranischen Privatsenders STB.

Österreich: ORF nominiert für 2017 intern



Österreich - Der ORF hat heute Nachmittag bestätigt, dass es keinen nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest in Kiew geben wird. Stattdessen wird der Sender wie schon 2014 bei Conchita Wurst auf eine interne Auswahl zurückgreifen. Nähere Einzelheiten sind bislang aus Wien nicht bekannt.

Nach Conchitas Sieg vertraten die, über einen nationalen Vorentscheid ermittelten Makemakes Österreich beim Eurovision Song Contest. Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs ging der Gastgeber punktelos aus dem Wettbewerb hervor, immerhin war es geteiltes Leid mit Ann-Sophie, die für Deutschland startete.

Auch in diesem Jahr wählte Österreich via "Wer singt für Österreich?" seinen Kandidaten für den Wettbewerb in Stockholm. Zoë belegte mit "Loin d'ici" den zwölften Platz im Finale. Wer Österreich beim kommenden Song Contest in Kiew vertreten wird und wann die Entscheidung bekannt gegeben wird, ist noch nicht bekannt.

Liechtenstein: Kein Debüt in Kiew zu erwarten


Liechtenstein - Auch im kommenden Jahr ist kein Debüt von Liechtenstein beim Eurovision Song Contest zu erwarten. Der Sender 1FL TV hat seine Teilnahme abermals verneint und dafür auch plausible Gründe im Interview dargelegt. Gegenüber ESCpedia.info spricht Direktor Peter Kölbel über die Absage.

"Die EBU würde 1FL TV akzeptieren, das ist nicht das Problem. Um Mitglied zu werden müsste eine Gebühr und eine jährliche Teilnahme-Fee gezahlt werden. Dafür könnte man am Song Contest und dem Programmaustausch teilhaben.", der Nachrichtenaustausch hätte allerdings keinen Wert, da der Sender ausschließlich über Liechtenstein selbst berichtet, so Kölbel.

Nur für den Song Contest seien die Gebühren demnach zu hoch und solange der Staat die Kosten nicht trägt, gäbe es für 1FL TV auch keine Chance, der Europäischen Rundfunkunion beizutreten. Die Kosten für eine einmalige Teilnahme an einem Musikwettbewerb wären nicht verhältnismäßig.

Albanien: RTSH bestätigt Eurovisionsteilnahme



Albanien - "Things change", aber nicht in Albanien. Der Sender RTSH wird seinen Eurovisionsteilnehmer wieder über das bewährte Festivali i Këngës wählen. Die Pläne für das Festival stehen schon länger, nunmehr hat der Sender in Tirana aber auch seine Teilnahme am Song Contest fix bestätigt.

Ein offizieller Aufruf um Kompositionen und Beiträge einzusenden ist durch RTSH bereits erfolgt, im Zeitfenster vom 10. bis 11. Oktober können interessierte Interpreten und Autoren sich für den Vorentscheid anmelden. Wann genau der Vorentscheid stattfinden wird, ließ der Sender noch offen, erfahrungsgemäß ist es aber rund um die Weihnachtszeit.

Albanien ist seit 2004 beim Eurovision Song Contest dabei und wählt seinen Kandidaten seitdem über das Festivali i Këngës. Das beste Ergebnis erreichte Rona Nishliu im Jahr 2012 in Baku mit "Suus" und dem fünften Platz. 2016 schied Albanien mit dem kaputt remasterten "Fairytale" von Eneda Tarifa im Semifinale aus.

Dienstag, 20. September 2016

Eurovision 2017: Näheres zu den Locations



Ukraine - ...und noch mal Ukraine. Die Vorbereitungen in Kiew gehen in die nächste Runde, der Sender NTU plant bereits die Vergabe von Euroclub, Eurocafé und den Willkommensempfang der Delegationen. Der Sender sowie auch die Stadt Kiew möchten sich im besten Licht präsentieren.

So soll die Zeremonie auf dem traditionellen Roten Teppich am 7. Mai, dem Sonntag vor dem ersten Semifinale im Bereich der St. Sophia-Kathedrale stattfinden. Im Anschluss daran, findet die offizielle Eröffnungsfeier statt. Dort werden die Delegationen von den Offiziellen der Stadt und der European Broadcasting Union begrüßt.

Der Euroclub soll im CEK Parkovy Exhibition Centre untergebracht werden, das ausreichende Kapazitäten für die akkreditierte Presse und die Delegationen hat. Der Euroclub wird während der zweiwöchigen heißen Phase geöffnet haben und insbesondere abends ein kulturelles Programm mit Gastauftritten der Interpreten bieten. Wo genau das öffentliche Eurovision Village aufgebaut wird, soll bis Februar entschieden werden.

Island: Söngvakeppnin 2017 am 11. März


Island - Für isländische Verhältnisse reichlich spät, präsentiert der Sender RÚV im nächsten Jahr seinen nationalen Vorentscheid. Das Finale des Söngvakeppnin findet somit erst am Samstag, den 11. März in Reykjavik statt, zuvor finden zwei Halbfinals statt.

RÚV präsentierte bislang nur die Termine der drei Liveshows, nicht jedoch das genaue Konzept und wie viele Beiträge in den einzelnen Shows starten. Erfahrungsgemäß werden jeweils sechs Beiträge pro Show vorgestellt von denen sich zwei bis drei plus Wildcard für das Finale qualifizieren.

Nähere Einzelheiten wird das isländische Fernsehen in Kürze geben. Die beiden Halbfinals, so ist bereits bekannt, finden am 25. Februar und 4. März statt, das Finale wie gesagt am 11. März und überschneidet sich damit mit dem schwedischen Melodifestivalen. Island verpasste 2015 und 2016 den Finaleinzug beim Eurovision Song Contest.

Ukraine: Regierung schießt knapp 16 Millionen zu


Ukraine - Ukrainische Medien, darunter der Ableger der BBC sowie die Lviv Gazeta berichten, dass die Regierung des Landes plant, dem Eurovision Song Contest doch eine Finanzspritze in Höhe von 455,7 Millionen Hrywna, also umgerechnet rund 15,7 Millionen Euro, zu gewähren.

Dies entspricht mehr als den doppelten Mitteln, die andere kulturelle Institutionen wie etwa die Instandhaltung von UNESCO-Stätten oder anderem kulturellen Erbe erhalten. Die Regierung wird darüber hinaus rund 200 Millionen Hrywna in die Stadt Kiew pumpen, um das International Exhibition Centre zu modernisieren.

Eine weitere Milliarde Hrywna soll in die Infrastruktur und generelle Aufwertung der Stadt fließen. Der Eurovision Song Contest findet im Mai 2017 auf Beschluss der Regierung und des federführenden Senders NTU in der Hauptstadt der Ukraine statt. Zuvor hatten sich u.a. noch Dnipro und Odessa bemüht, den Zuschlag zu erhalten.

Promo-Bilder vom International Exhibition Centre

Armenien: "Depi Evratesil" startet am 1. Oktober



Armenien - Der größte Vorentscheid in der Geschichte des Landes wird am 1. Oktober starten. Die Castingshow "Depi Evratesil" soll von Oktober bis Dezember im Hauptprogramm von ArmTV 1 zu sehen sein. Bereits jetzt laufen die Vorläufe, bei denen junge Talente auf ihre Gesangsqualitäten überprüft werden.

Das an "Idols" erinnernde Format wird von Delegationsleiterin Gohar Gasparian moderiert und verfügt über eine Jury aus ehemaligen Song Contest-Teilnehmern. Mit dabei sind Iveta Mukuchyan, die Armenien in Stockholm vertreten hat, Hayko (2007), Aram mp3 (2014), Inga und Anush Arshakyan (2009) sowie Essai Altounian (2015).

Der Sieger soll am Ende in einer gemeinsamen Entscheidung der Juroren und der Zuschauer per SMS-Voting fallen. Armenien nimmt seit 2006 am Eurovision Song Contest teil und belegte zweimal den vierten Platz. Lediglich 2012 in Baku war Armenien nicht dabei.

Schweden: Vorjahreszahl knapp überboten



Schweden - 2.478 ist die Zahl der eingesendeten Beiträge für den schwedischen Vorentscheid zum 62. Eurovision Song Contest, dem Melodifestivalen 2017. Bei SVT gingen damit knapp 30 Beiträge mehr ein, als noch im vergangenen Jahr. 2016 waren es noch 2.450. 2015 waren es "nur" 2.177 Beiträge.

Man habe mit dem Aufruf auch viele neue Komponisten erreicht, ließ Christer Björkman durchblicken. Nunmehr werden alle Beiträge gesichtet und auf ihre europaweite Tauglichkeit geprüft. Die Beiträge sowie die Künstler werden in zwei Präsentationen nach Semifinals gestaffelt, vorgestellt. Wie in jedem Jahr werden auch die schwedischen Boulevardblätter wieder Theorien aufstellen, wer dabei sein wird.

Schweden gilt mit zwei Siegen in den letzten fünf Jahren als eine der erfolgreichsten Nationen der letzten Dekade. Sowohl Loreen 2012 in Baku als auch Måns Zelmerlöw 2015 konnten den Wettbewerb für sich entscheiden. SVT war auch maßgeblich am neuen Wertungssystem der Eurovision beteiligt, dass das alte Konzept, das seit 1975 galt, abgelöst hat.

Montag, 19. September 2016

Niederlande: Luxusprobleme in Hilversum



Niederlande - Im Oktober werden die Niederlande ihre Entscheidung bekannt geben, wer das Land beim 62. Eurovision Song Contest in der Ukraine vertreten wird, dies meldet der Sender Omroep Brabant und beruft sich damit auf den Kommentator des Wettbewerbs, Daniel Dekker.

"Es gibt einen großen Unterschied zu den letzten Jahren, als wir froh sein konnten, einen Künstler gefunden zu haben. DIesmal haben wir den Luxs, dass wir aus verschiedenen, großartigen Künstlern auswählen können.", wird Dekker zitiert. Unter anderem ist das Mädelstrio O'G3NE im Gespräch.

Der niederländische Sender TROS hält aber weiterhin an seiner internen Auswahl fest. Hiermit fuhr man drei von vier Malen in den letzten Jahren richtig. Mit Anouk, den Common Linnets und Douwe Bob in Stockholm gelang den Niederlanden das FInale, die Common Linnets wurden sogar Zweite in Kopenhagen.

Mazedonien: MRT im kommenden Jahr wieder dabei


Mazedonien - Die Eurovisionskarte füllt sich langsam, heute bestätigte auch das mazedonische Fernsehen MRT, dass es wieder am Eurovision Song Contest teilnehmen wird. Mazedonien schied in Stockholm mit Kaliopi aus, der selben Künstlerin, die dem Land 2012 den bisher letzten Finaleinzug schenkte.

Wie genau der Vertreter der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien ermittelt werden soll, gab der Sender noch nicht preis, nähere Einzelheiten aus Skopje sollen in den kommenden Wochen folgen. Aus dem ehemaligen Jugoslawien stehen noch die Bestätigungen aus Serbien, Montenegro sowie die (finale) Absage Bosnien-Herzegowinas aus.

Mazedonien gab sein Debüt 1998 beim Eurovision Song Contest in Birmingham mit Vlado Janewski. Im Laufe der Jahre belegte Mazedonien primär mittelmäßige Platzierungen. Bis heute hat das Land nicht einmal die Top Ten im Finale erreicht, seit 2008 schaffte es Mazedonien nur 2012 mit Kaliopi ins Finale.

Sonntag, 18. September 2016

Eurovision am Sonntag (48)



Europa - Es ist wieder soweit, die dunkle Jahreszeit bricht bald an, die ersten Lebkuchen stehen seit Anfang September im Laden bereit, es sind keine 100 Tage mehr bis Weihnachten und für Eurovisionsfans bedeutet das wieder, dass in Kürze die ersten Teilnehmerlisten nationaler Vorentscheide online auftauchen. Die Eurovisionssaison 2017 steht bevor.

Dieses Bild ist schon wieder
über vier Monate alt
Wenn das mal kein Grund zur Freude ist. Seitdem Petra Mede und Måns Zelmerlöw in Stockholm abmoderiert haben und Jamala ihren Siegertitel noch einmal singen durfte, ist in der Glitzerwelt des Eurovision Song Contests nicht sonderlich viel passiert. Der "Skandal" um den politischen Inhalt des ukrainischen Siegertitels war schnell abgearbeitet, danach begann die obligatorische PED, etwas abgeschwächt von der Fußball-EM und den Olympischen Spielen.

Die Trümmerfrau des ESC:
Stefan Raab ist am Vorentscheid
2017 nicht beteiligt
Seit einer Woche ist nunmehr wieder zu beobachten, wie die Rundfunkanstalten Europas aus ihren Löchern kommen. Auch der NDR hat seine Pläne für das kommende Jahr bekannt gegeben und wird auf ein modifiziertes Erfolgsmodell zurückgreifen, welches Stefan Raab 2010 eingeführt hat. "Unser Star für Oslo" war damals eine nationale Aufgabe, in der die Grenzen zwischen öffentlich-rechtlichem und Privatfernsehen verschwammen. Am Ende stand ein Sieg für Deutschland beim Song Contest.

Das ist nun aber auch schon wieder sieben Jahre her. Seitdem ist der Song Contest über Baku und Kopenhagen nach Wien gewandert, hat in Stockholm Station gemacht und kehrt nächstes Jahr nach Kiew zurück. An den Sieg in der Telenor Arena von Oslo kann sich jeder erinnern. Nun möchte der NDR mit einem ähnlichen Konzept das schaffen, was Stefan Raab und Lena 2010 geschafft haben. Dabei ist Kiew ein vorbelastetes Pflaster.

Kiew, die Erste: 2005 lief
beim NDR einiges aus dem Ruder
2005 fand der Eurovision Song Contest schon einmal in Kiew statt. Im rostigen alten Sportpalast musste Gracia antreten, auch dieses Ergebnis ist uns noch bekannt, vier Pünktchen. Damals gab es den Wildcard-Skandal um "Run and hide" und Gracias Produzenten David Brandes, 2015 gab es das Kümmert-Gate und 2016 die Debatte, ob Xavier Naidoo ein ordentlicher Repräsentant für ein "besetztes Land" ist. Der deutsche Vorentscheid hat in den letzten Jahren ebenfalls ukrainische Züge angenommen. 

Drum möchte der NDR 2017 auf Nummer Sicher gehen und hat eine Castingshow anberaumt. Die erste Phase des Vorentscheids wird nicht live im Fernsehen zu sehen sein. Aus allen Bewerbern wird intern ausgesiebt, es gibt keine Halbfinals oder Vorrunden im Fernsehen, die Einschaltquoten solcher Vorrunden waren für die ARD auch zu Raabs Zeiten nicht umwerfend. Stattdessen werden fünf Kandidaten ausgewählt, die dann in einer einzigen Show auf den Eurovision Song Contest zugeschnittene Titel singen werden.

Gefühlt Ewigkeiten her: Roman
Lob und Ornella de Santis bei
"Unser Star für Baku" (2012)
ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber hatte schon nach der Pleite von Jamie-Lee angekündigt, 2017 den Fokus auf die Songs zu legen. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass dies keine schlechte Idee ist. Sowohl Max Mutzke, als auch "Satellite" oder "Standing still" waren Beiträge, die nur für den Song Contest geschrieben wurden, Lena hätte 2010 auch lieber einen anderen Song gesungen, nämlich ihren eigenen. Aber die Wahl war gut, wäre es nach Lena gegangen, wäre "Love me" dabei herausgekommen. Ob es auch gewonnen hätte, man weiß es nicht...

Fakt ist jedenfalls, das die Schiene einige Jahre funktioniert hat. Ralph Siegel schreibt zwar auch gezielt für den Song Contest, bis auf eine Finalteilnahme mit Valentina Monetta konnte er jedoch in den letzten Jahren nichts erfolgreiches vorweisen. Nun ist die Frage, wie akribisch der NDR das Thema behandelt. Raab wusste damals genau, was zu tun ist, Raab ist diesmal aber nicht dabei. Auch wenn die Produktionsfirma des Vorentscheids seinen Namen trägt, er selbst wird nicht aktiv an der Produktion mitwirken. Und somit liegt es an anderen, Deutschland aus dem Punktekeller zu holen.

Wurde von den deutschen Acts
regelmäßig im Regen stehen
gelassen: Babsi auf der Reeperbahn
Verpackt wird das Ganze von Barbara Schöneberger, die Vorentscheide souverän moderieren kann, trotzdem im Mai immer wieder die Katastrophen von der Reeperbahn aus kommentieren muss. Gut ist immerhin, dass der NDR über die Landesgrenzen hinausblickt, etwas was in vielen Ländern gut funktioniert. Per App können die ausländischen Zuschauer abstimmen, welche Beiträge im Vorentscheid ihnen am meisten zusagen und das sind schließlich auch diejenigen, die im Mai abstimmen. Anders als in Schweden haben die Jurys kein aktives Stimmrecht, sondern geben nur ein Meinungsbild, aber der Ansatz ist schon einmal nicht verkehrt.

Demokratisch wird am 9. Februar abgestimmt, nur die Zuschauer tragen die Entscheidung, welcher Kandidat mit welchem Titel nach Kiew fährt. Die Jury, bestehend aus Florian Silbereisen, Tim Bendzko und Lena gibt ihren Senf dazu, hat aber kein Stimmrecht. Wie sagte Anke Engelke 2012: "It's good to have a choice", aber wie sich in den letzten Jahren auch gezeigt hat, muss das deutsche Publikum auch ein bisschen an die Hand genommen werden, um nicht den Titel zu finden, den sie selbst am besten finden, sondern den, der am geeignetsten ist, uns beim Eurovision Song Contest zu vertreten. 

Die "Experten" von früher
gastierten im Deutschen Schau-
spielhaus in Hamburg
Betrachtet man die Vorentscheide europaweit, dann fällt auf, dass Deutschland eines der Länder ist, das ständig versucht, sein Erfolgskonzept zu finden. Seitdem der Contest das letzte Mal in Kiew stattfand, wurde das nationale Finale mehrfach anders ausgerichtet. Thomas Hermanns meldete sich mit drei Acts aus dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, danach wurde intern gewählt, später gab es Castingshows aus dem Hause Raab, danach einen klassischen Vorentscheid, der zum Teil durch Jury- und Radiowertungen sowie mehrere K.o.-Runden so verkompliziert wurde, dass es keinen Spaß mehr machte zuzuschauen. Wildcards, wie etwa die des Clubkonzerts, wurden eingeführt und wieder abgeschafft.

Deutschland ist noch auf der Suche nach seinem "Melodifestivalen", dem Konzept, das sich auf Jahre etablieren kann, die Menschen im eigenen Land anspricht und gleichzeitig vernünftige Ergebnisse beim europäischen Finale liefert. Estland hat seinen Eesti Laul, Lettland hat die Supernova und Litauen seinen wochenlangen Marathon. In den jeweiligen Ländern sind die Shows der Renner, auf europäischer Ebene konnten sich die meisten Ergebnisse ebenfalls sehen lassen. Eine Castingshow wird auf Dauer auch nicht der richtige Weg sein, aber sie kann helfen, Deutschland zumindest einmal wieder in die vordere Tabellenhälfte zu bringen. Seit Baku hatte Deutschland bisher nicht mehr allzu viel zu lachen.

Aushängeschild für 2017:
Lena Meyer-Landrut
Und so hoffen wir, dass Raabs groß gewordener Nachwuchs in Form von Lena Meyer-Landrut ihre nationale Aufgabe ernst nimmt und gemeinsam mit dem Produktionsteam und den übrigen Juroren eine vernünftige Auslese trifft. Damit beim deutschen Vorentscheid fünf oder zumindest ein Kandidat auftritt, der das Lena-Prädikat "Die Menschen werden dich lieben" verkörpert. Immer wenn es seit Ende der 90er hakte und die deutsche Grand Prix-Bilanz am Boden war, hat Stefan Raab es gerichtet, nun ist es an der Zeit, dass der NDR mit eigenem Antrieb aus dem Loch kommt, denn vorne mitspielen macht mehr Spaß als immer nur zu spekulieren, bei welcher Punktevergabe Polen an uns vorbeizieht und wir endgültig auf dem letzten Rang stehen.

Samstag, 17. September 2016

News-Splitter (524)



Spanien - Beim Eurovision-Workshop in Berlin hat der spanische Delegationsleiter Federico Llano offiziell die Anmeldung seines Landes für den 62. Eurovision Song Contest in der Ukraine an Supervisor Jon Ola Sand übergeben. Spanien ist als Big Five-Mitglied direkt im Finale dabei, wie der Beitrag gefunden wird, ließ TVE bisher allerdings offen. Gerüchten zufolge soll ein mehrteiliges Showformat zur Ermittlung des spanischen Beitrags dienen, bestätigt ist dies jedoch noch nicht. Spanien probierte in den vergangenen zehn Jahren diverse Vorentscheidungsmodelle aus und nutzte als eines der ersten Länder u.a. ein Onlinevoting zur Suche von Vorentscheidungsteilnehmern.

Der Flori und seine Kollegen
aus den Benelux-Ländern
Niederlande - Der niederländische Sänger Jan Smit hat gegenüber dem AD Magazin erklärt, dass der NDR die Gruppe Klubbb3 angefragt hatte, Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 zu vertreten. Zu der 2015 gegründeten Schlagerformation gehören neben dem niederländischen Sänger auch noch der Belgier Christoff, der mehrmals beim lokalen Vorentscheid dabei war, sowie Florian Silbereisen, der sich für 2017 auf die Suche nach unserem neuen Castingstar macht. Jan Smit schloss eine Teilnahme für sein Heimatland nicht aus, sofern der richtige Titel vorliegen würde.

Frankreich - Das französische Fernsehen wird seinen Interpreten für den Eurovision Song Contest 2017 wieder intern auswählen. Nachdem man in der Vergangenheit mit nationalen Vorentscheiden ziemlich deutlich auf die Nase gefallen ist, wird der Beitrag erneut hinter verschlossenen Türen gesucht. Bewerben kann sich hingegen jeder, Anmeldungen von Komponisten und Künstlern nimmt France 2 noch bis zum 30. November entgegen. Der französische Interpret tritt in die großen Fußstapfen von Amir Haddad, der in Stockholm den sechsten Platz erreichte.

Deutschland - Früher gab es mal einen Grand Prix der Volksmusik im ZDF, ein Großteil der Line Up findet morgen Mittag ab 11:50 Uhr im vorletzten ZDF-Fernsehgarten der Saison eine Heimstätte. Andrea Kiewel moderiert passend zum Oktoberfest getreu dem Motto "O'zapft is" einen zünftigen Fernsehgarten mit Antonia aus Tirol, voXXclub, den Jungen Zillertalern, Stefanie Hertel und Hansi Hinterseer. Mit dabei ist auch die Gruppe Münchner Zwietracht, die 2001 gemeinsam mit Rudolph Mooshammer beim deutschen Vorentscheid antraten und, ähnlich wie Zlatko und Co. gegen Michelle den Kürzeren zogen.

Programmtipp:
So., 18. September 2016 - 11:50 Uhr
ZDF-Fernsehgarten
Moderation: Andrea Kiewel
Gäste: u.a. Münchner Zwietracht, Antonia aus Tirol, Troglauer Buam