Samstag, 16. Mai 2015

Tag 6: Amber gibt die einsame Kämpferin


Malta - Malta bemüht sich seit Jahren mit einem fast schon perversen Ehrgeiz um die Ausrichtung des Eurovision Song Contests, man kann sie aber beruhigen, auch in diesem Jahr wird der Sieg nicht nach Valletta gehen. Amber, die sich in ein schwarzes Glitzerkleid geschnürt hat, singt vollkommen allein ihren Titel "Warrior", im Hintergrund blaue Schwaden und Tropfen, die wie von einem Bunsenbrenner ausgehend wirken und sich später in Feuer wandeln. 

Amber kann gut singen, die größte Bürde ist jedoch ihr Lied, das sie meiner Meinung nach ein bisschen unterfordert und das für mich weiterhin drei Minuten in eine ätherische Leere führt. Ich sehe Malta bei allem Respekt nicht im Finale und falls sie es doch schaffen sollten, würde ich die Gründe hinterfragen wollen. Die gesamte Darbietung wird am heimischen TV nicht so wahnsinnig gut rüberkommen und ich kann mir auch nicht vorstellen, warum das ein Liebling der Juroren werden sollte.

Gleich zu Beginn der Pressekonferenz bedankte sich Amber herzlichst beim Österreichischen Rundfunk für die einmalige Gelegenheit, an einem Fallschirmsprung teilzunehmen, alles für die Postkarte im dreißigsekündigen Umbauablauf. Sie hätte schon lange den Wunsch gehabt, einmal einen Sprung aus luftiger Höhe zu absolvieren. Zudem präsentierte Amber ihre Leidenschaft für den Jazz und sang einen kleinen Auszug aus dem Song "Summertime".

Da sie sich ja nicht zum ersten Mal für den Eurovision Song Contest bewarb, wurde sie nach ihrem Lieblingstitel aus den Vorentscheiden gefragt, ihre Antwort "Catch 22" aus dem Jahr 2011, es sei ein R'n'B-Jazztitel gewesen, der hervorragend zu ihr passte. Damals erlangte sie jedoch nur sieben Punkte und wurde im maltesischen Vorentscheid 13. von 16 Startern. "Warrior", so erklärte sie, passe jedoch noch besser zu ihr. Neben Mazedonien hatte die maltesische Delegation am meisten Vorbereitungszeit auf den Song Contest gehabt und man sei rundum zufrieden mit dem Ergebnis.

Heuer für Malta am Start: Amber Bondin
Auf der Pressekonferenz hat man sie dann zum Glück nicht allein gelassen
Moderiert wurde die PK von Kati Bellowitsch (rechts, im Vordergrund)


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