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Mittwoch, 23. Juli 2025

Deutschland: Neues zum NDR-Eurovisionskrimi


Deutschland
- Die Verantwortung für den Eurovision Song Contest liegt ab 2026 nicht mehr länger beim Norddeutschen Rundfunk, dennoch geht der Wettbewerb für den Sender zumindest teilweise weiter. Wie DWDL.de bereits vor mehreren Wochen berichtete, plant der NDR gemeinsam mit dem niederländischen Sender BNNVARA sein Krimi-Format namens "Eurovision Murder Mystery". Die geplante sechsteilige Serie mit jeweils 52minütigen Folgen wird mit 90.000 Euro von Nordmedia unterstützt.

Inhaltlich, so wird weiter berichtet, spielt die Szenerie beim Eurovision Song Contest in Montreux in der Schweiz. Die deutsche Mitfavoritin Lea Lippmann wird tot im Genfer See aufgefunden. "Die suspendierte Polizistin Manuela Wagner, der exzentrische französische ESC-Teilnehmer Sable, der übereifrige Polizist Solas und der Eurovision-begeisterte Schweizer Ermittler Moser bilden ein unfreiwilliges Team, um den Fall zu lösen. Mit jedem Auftritt könnte ein weiteres Geheimnis enthüllt werden, mit jeder Performance rückt der Showdown näher.", heißt es.

Anfang Juni, nachdem der NDR seine Verantwortung für die Eurovision an den SWR übertragen hat, wurden erstmals konkrete Planungen zur Krimi-Serie bekannt. Unabhängig vom Crime Format herrscht rund um den Eurovision Song Contest aus deutscher Sicht jedoch Stille. Beim Katerfrühstück der NDR-Delegation in Basel wurde die Frage, ob das Team auch weiterhin den Wettbewerb begleiten wird, mit einem "Wir wissen es nicht" geantwortet. Der SWR hat bisher keinerlei Informationen zum Wettbewerb 2026 kundgetan.

Donnerstag, 29. Mai 2025

Österreich: Bühne frei für Ebreichsdorf


Österreich
- Wenn es nach den hehren Plänen des irischen Milliardär Luke Comer geht, wird das niederösterreichische Ebreichsdorf im kommenden Jahr zu einem neuen Millstreet Town. Wie mehrere Medien berichten, planen die Eigentümer der ehemaligen Pferderennbahn Magna Racino den Eurovision Song Contest 2026 auf dem Gelände stattfinden zu lassen. Man kalkuliert mit rund 20.000 Sitzplätzen und einem Pressezentrum für bis zu 1.5000 Journalisten. Ebenso sollen Flächen für ein Public Viewing bereit gehalten werden.

Ebreichsdorf, rund 25km vom Stadtzentrum Wiens entfernt, hat knapp 12.000 Einwohner aber Rang und Namen im Pferderennsport. Mit eben jenem Gelände möchte man anderen Bewerbern wie Wien, Graz, Innsbruck und St. Pölten Konkurrenz bieten. "Der Eurovision Song Contest ist die perfekte Gelegenheit, um die Vorzüge unseres Standorts zu präsentieren.", erklärte Comer City-Geschäftsführer Sigmund Kahlbacher. Das zwei Konzerte auf dem Gelände im vergangenen Jahr in einem Verkehrschaos endeten blieb hierbei unkommentiert.

Die ambitionierten Pläne, mit denen Ebreichsdorf bestenfalls Außenseiterchancen haben dürfte, den Eurovision Song Contest 2026 auszurichten, erinnern an den Wettbewerb im Jahr 1993, als der musikalische Zirkus in die irische Provinz zog und der Song Contest ins verschlafene Nest Millstreet zog. RTÉ und EBU hatten damals sämtliches Equipment mitsamt logistischer Herausforderungen in die 1.700 Seelen-Gemeinde geschleppt und den Wettbewerb in der Green Glens Arena, die ebenfalls als Reitzentrum konzipiert wurde, austrug.

Im Folgenden etablierte die Europäische Rundfunkunion feste Regeln über die Mindestanforderungen für die Austragungsorte des Song Contests, insbesondere da Millstreet nicht einmal annähernd die Kapazitäten für anreisende Delegationen, Journalisten und Zuschauer bot. Wie schon 1993 hat nun ein irischer Geschäftsmann die Idee, den Song Contest irgendwo im Nirgendwo auszutragen, aber wie schon ABBA 1974 zu singen pflegten: "The history book on the shelf is always repeating itself".

Mittwoch, 26. Februar 2025

Eurovision 2025: Maskottchen für Basel heißt Lumo


Schweiz
- Lumo heißt das Maskottchen des 69. Eurovision Song Contests in Basel. Aus 36 Entwürfen von Studenten hat sich das Schweizer Fernsehen für den Vorschlag von Lynn Brunner, Studentin der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel entschieden. "Lumo verkörpert die unaufhaltsame Kraft der Musik. Sein wildes, lockiges Haar lodert wie Flammen, tanzt wild zum Beat und spiegelt die elektrisierende Euphorie des Eurovision Song Contest wider.", heißt es in der offiziellen Erklärung.

Lumo
Mit seinen leuchtenden Farben veranschaulicht es die Hitze an Emotionen, glühende Begeisterung und wärmenden Trost, heißt es weiter. Somit wird Lumo das Aushängeschild und der "fröhliche Botschafter musikalischer Vielfalt und Zusammengehörigkeit". Lumo sei eine geschlechtsneutrale und universelle Figur, die für Einheit und Offenheit steht. Als Maskottchen werde es das Rahmenprogramm des Eurovision Song Contests begleiten und Anfang Mai den Geist der Eurovision in Basel verbreiten.

Bisher gab es in der Geschichte des Eurovision Song Contests zweimal den Versuch ein Maskottchen zu etablieren, anfangen im Jahr 1990 in Zagreb, als das jugoslawische Fernsehen JRT auf Eurocat setzte, eine pinke Comickatze, die in den Einspielerfilmen vor den Beiträgen auftauchte. Zwei Jahre später versuchte sich der schwedische Rundfunk SVT mit Eurobird an einem ähnlichen Konzept. Beide Maskottchen fanden jedoch nie besonderen Anklang, sodass später darauf verzichtet wurde ein Maskottchen für einen Jahrgang zu erfinden.

Montag, 13. Mai 2024

Eurovision 2024: EU-Kommission kritisiert Flaggenpolitik


Schweden 
- Die EU-Kommission in Brüssel prangert die Organisatoren des Eurovision Song Contests an, dass das Zeigen der Europaflagge beim Wettbewerb in Malmö verboten wurde. Vizepräsident Margaritis Schinas kritisiert laut The Independent die Veranstalter, dass offiziell nur Flaggen der 37 Teilnehmerländer sowie die Regenbogenflagge während der Liveshows erlaubt waren, wenngleich eine Reihe anderer Flaggen ebenfalls während der Übertragung zu sehen war, ich erinnere mich u.a. an ein Schild mit der Aufschrift "Liechtenstein - Join Eurovision" mit der dazugehörigen Flagge darauf.

Die strikte Flaggenpolitik der Europäischen Rundfunkunion wurde in diesem Jahr deutlich schärfer durchgesetzt als in der Vergangenheit, insbesondere vor dem Hintergrund der Situation in Israel und Gaza sollte die Palästinenserflagge nicht offen im Raum gezeigt werden. Dies wurde durch die EBU noch einmal bestätigt, ein formelles Verbot der Europaflagge habe es allerdings nicht gegeben. Gleichzeitig kündigte man an, sich mit dem Schweizer Fernsehen für die Ausgabe 2025 noch einmal grundlegend mit der Flaggenpolitik zu beschäftigen. 

2016 veröffentlichte die EBU ein Pamphlet, auf dem eben jene Richtlinien erörtert wurden. Damals wurde jene PDF-Datei veröffentlicht, die neben Größenbeschränkungen auch eine Reihe abtrünniger oder nicht von den Vereinten Nationen anerkannten Ländern zeigte, darunter die kosovarische Flagge, die der Volksrepublik Donezk, Palästinas oder auch des Islamischen Staates. Die Kritik aus der Europäischen Union zeigt aber auch einen gewissen Eigennutz: "Weniger als einen Monat vor der EU-Wahl spiele diese Aktion den Euroskeptikern und Feinden Europas in die Hände.", so Schinas.

Sonntag, 12. Mai 2024

Eurovision 2024: Niederlande bekamen 58 Jurypunkte


Niederlande
- Der Ausschluss der Niederlande vom Finale des Eurovision Song Contests 2024 hat überwiegend Frustration in der Bubble ausgelöst. Nach wie vor gibt es noch keine weiteren Informationen, was genau zwischen dem Interpreten Joost Klein und der Kamerafrau des Produktionsteams vorgefallen ist, sowohl die EBU als auch der niederländische Rundfunk AVROTROS haben ein Statement veröffentlicht und ihre Version der Geschichte dargelegt.

Joost Klein wurde am Samstagmittag vom Finale ausgeschlossen, AVROTROS verzichtete anschließend darauf, seine Punktesprecherin Nikkie de Jager aus Hilversum zuzuschalten. Stattdessen vergab EBU-Supervisor Martin Österdahl die Höchstwertung der niederländischen Jury. Und dies führt uns dazu, einmal zu schauen, wie die Niederlande denn im Juryvoting des Finales abgeschnitten hätten, wäre der Auftritt vom zweiten Halbfinale als Bewertungsgrundlage zu Rate gezogen worden. 

Da auf Eurovision.tv die detaillierten Wertungen der Juroren veröffentlicht wurden und oftmals der Elftplatzierte im Voting einen Punkt erhalten hat, kann man anhand der fehlenden Top Ten-Platzierung der Jury herleiten, welche nationalen Jurys den niederländischen Titel "Europapa" bepunktet hätten. In der Summe hätten die Niederlande demnach im Juryvoting 58 Punkte im Song Contest-Finale erhalten. Am meisten Punkte hätte Joost von der italienischen und luxemburgischen Jury bekommen, nämlich jeweils zehn Zähler. Aus Dänemark und San Marino hätte es acht, aus Österreich sieben Punkte gegeben. 

Die serbische Jury hatte die Niederlande demnach auf dem sechsten Platz gelistet und hätte fünf Punkte vergeben. Hinzu kommen noch drei Punkte aus Lettland und jeweils einen Zähler von den Juroren aus Belgien, Malta, Moldawien und Polen. Bei der deutschen Jury lagen die Niederlande auf Platz 15. Auf das Gesamtranking bezogen hätte Joost im Juryvoting den zwölften Rang belegt. Wären sie dabei gewesen, hätten nicht einmal alle potentiellen 37 Höchstwertungen im Zuschauervoting (37x12 = 444 Punkte) nicht gereicht, um als Sieger vom Platz zu gehen.

Dienstag, 2. April 2024

Deutschland: Die Früchte kurioser Programmplanung


Deutschland
- Bei aller Liebe zum Eurovision Song Contest muss auch ich erkennen, dass man die Sendeplatzbelegung innerhalb der ARD-Rundfunkanstalten ikonisch zugrunde gerichtet hat. Das betrifft weniger das Finale des Eurovision Song Contests am 11. Mai im Ersten, das in Kooperation mit dem ORF und dem SRF eine gemeinschaftlich produzierte und ausgestrahlte Vorlauf-Show mit Barbara Schöneberger erhält, sondern vielmehr die Halbfinals. Die Lieblosigkeit der Programmplaner bekommt 2024 eine neue Dimension.

Deutlich zu spüren ist dies nicht nur durch die Reduzierung der ESC-Berichterstattung des NDR auf ein Minimum, den Wegfall des webbasierten Contents für Fans, etwa die Songchecks, sondern auch dadurch, dass man das zweite Halbfinale zunächst aufgrund einer "Panne" gar nicht in der Programmplanung auf Eurovision.de im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aufgeführt hat und erst später nachgetragen hat, dass dieses, wie auch das erste Halbfinale auf ONE zu sehen sein wird, wenngleich Deutschland nicht stimmberechtigt ist.

Das Medienmagazin DWDL.de berichtet nunmehr: "Zu einer seltsamen Gegenprogrammierung kommt es am Abend des zweiten Halbfinales: Noch während dieses bei ONE läuft, startet das HR Fernsehen am 9. Mai ab 21:45 Uhr eine Sonderprogrammierung für ESC-Nostalgiker und wiederholt den ganzen Abend über verschiedene deutsche Vorentscheide, beginnend mit "Ein Lied für Amsterdam" aus dem Jahr 1970. Danach folgen die Jahre 1973, 1975, 1976, 1972 und 1969." An allen genannten Vorentscheiden war der Hessische Rundfunk selbst in der Produktion und Ausrichtung beteiligt.

Montag, 8. Mai 2023

News-Splitter (981)


Europa
- Nach dem Abschluss der aller Einzelproben haben sich in den Wettquoten marginale Veränderungen ergeben. Schwedens Interpretin Loreen steht nach wie vor an der Spitze bei den Buchmachern, gefolgt von Käärijä aus Finnland. Die Französin La Zarra schiebt sich allerdings an der Ukraine vorbei auf den dritten Rang. Teya & Salena sind um einen Platz auf die neun abgerutscht, Lord of the Lost hingegen um zwei Plätze gestiegen und an Kroatien und Serbien vorbeigezogen und stehen nun auf der 15. Auf den Kellerplätzen konnte Malta von 35 auf 32 den größten Sprung nach vorn machen.

Frankreich
- Wenn am 13. Mai die französischen Jurypunkte aufgerufen werden, wird Anggun aus Paris zugeschaltet. Die inzwischen 49jährige Sängerin vertrat Frankreich beim Eurovision Song Contest 2012 in Baku mit dem Titel "Echo (You & I)" und belegte damals den 22. Platz im Finale. Zudem wird sie auch die beiden Halbfinals für das französische Fernsehen an der Seite von André Manoukian kommentieren. Die Halbfinals werden in Frankreich von Culturebox, einem Online-Portal von France Télévisions ausgestrahlt, das in den Abend- und Nachtstunden von 20 bis 5 Uhr auf dem Programm von France 4 sendet.

Vereinigtes Königreich
- In Liverpool kommt man am Eurovision Song Contest nicht vorbei: Die Stimmen von Graham Norton, Julia Sanina und Rylan Clark sind ab sofort in den Zügen der Merseyrail, dem S-Bahn-ähnlichen Transportsystem von Liverpool vor den citynahen Stationen zu hören. Die drei sollen laut Bürgermeister Steve Rotheram über 100.000 Besucher über Anschlüsse und Routen zu den Stationen des Eurovision Song Contests informieren. Dabei grüßen sie die Fahrgäste auf Englisch, Französisch und Ukrainisch. Jede Ansage endet mit den Worten "Let the Eurovision Song Contest 2023 begin". 

Donnerstag, 19. Mai 2022

EBU: Eurovision veröffentlicht weiteres Voting-Statement


Europa
- Die Europäische Rundfunkunion hat in einem neuen Statement detailliertere Einzelheiten zu den Voting-Unstimmigkeiten im zweiten Halbfinale präsentiert. "Die Integrität der Abstimmung, sowohl durch die nationalen Jurys in jedem Land als auch durch die Zuschauer, die per Telefon oder SMS abstimmen, ist für den Erfolg der Show von entscheidender Bedeutung. Es ist die Pflicht der EBU gegenüber allen Beteiligten, (...), sicherzustellen, dass wir am Ende jeder der Live-Shows ein gültiges Ergebnis liefern können. Jeder Regelverstoß wird daher sehr ernst genommen.", kommentiert die EBU.

Saß fassungslos in
Bukarest und kam nicht
zum Einsatz: Spokes-
person Eda Marcus
Die EBU hat Unregelmäßigkeiten in den Jury-Abstimmungen von sechs Nationen, namentlich Aserbaidschan, Georgien, Polen, Rumänien und San Marino gefunden und diese nun auch veröffentlicht. Auf Eurovision.tv ist nun zu erkennen, wie die betroffenen Jurys abgestimmt haben und auch ohne geschultes Auge für den Eurovision Song Contest sind hier enorme Parallelen zu erkennen. Supervisor Martin Österdahl entschied daher, für die betroffenen Länder ein aggregiertes Voting einzusetzen. Diese Entscheidung wurde auch vom Vorsitzenden der Reference Group und dem stellvertretenden Generaldirektoren der EBU gebilligt.

Von den Länderjurys der sechs Nationen abgegebene Punkte:

 

 AZ

 GE

 ME

 PL

 RO

 SM

12

Polen

Aserbaidschan

Georgien

San Marino

San Marino

Rumänien

10

Georgien

Montenegro

Serbien

Aserbaidschan

Polen

Georgien

8

Rumänien

Rumänien

Aserbaidschan

Rumänien

Montenegro

Polen

7

Montenegro

San Marino

Rumänien

Montenegro

Aserbaidschan

Montenegro

6

San Marino

Polen

San Marino

Schweden

Georgien

Aserbaidschan

5

Finnland

Israel

Polen

Finnland

Australien

Serbien

4

Australien

Irland

Schweden

Georgien

Estland

Australien

3

Schweden

Estland

N.mazedonien

Estland

N.mazedonien

Schweden

2

Serbien

Finnland

Finnland

Serbien

Serbien

Israel

1

N.mazedonien

Australien

Estland

Australien

Irland

Estland


Die Europäische Rundfunkunion fährt fort, dass man sich im Austausch mit den betroffenen Rundfunkanstalten befindet und ihnen die Möglichkeit einräumt, das Stimmverhalten der Jurymitglieder weitergehend zu untersuchen. Allerdings bekräftigt die Senderunion abermals die Rechtmäßigkeit ihres Handeln und die Platzierungen der 40 Teilnehmerländer des diesjährigen Eurovision Song Contests in Turin. Zudem wurde auf Eurovision.tv erläutert, ab wann intern von Unregelmäßigkeiten spricht, etwa der extremen Abweichung von Stimmen im Vergleich zum Gesamtergebnis, sichtbare Abstimmungspräferenzen und eventuelle Nutznießer einer solchen Abstimmung.

Sonntag, 1. Mai 2022

Tag 2: Probenfotos von Albanien auf dem Index


Italien
- Provokative Gesten haben offenbar nichts in der Media-Abteilung der Eurovision zu suchen. Nach der gestrigen Probe von Ronela Hajati aus Albanien, die zugleich die erste Probe des Halbfinals war, wurden Bilder von der Choreographie zu "Sekret" auf Eurovision.tv hochgeladen und schon kurze Zeit später wieder vom Social Media-Team entfernt und entschärft wieder hochgeladen. Der Sturm im Wasserglas entstand durch vermeintlich anzügliche Moves, die mit einem "familiengerechten" Programm offenbar nicht vereinbar sind.

Die albanische Delegation dürfte über die Kritik von Seiten der Produzenten der Show nicht erfreut sein, ob Änderungen an der Choreographie vorgenommen bzw. angeordnet werden, ist nicht bekannt. Für Ronela Hajati dürfte dies jedoch eine gelungene PR-Aktion sein. Die Siegerin des albanischen Festivali i Këngës eröffnet am 10. Mai das erste Halbfinale von Turin. Ihre zweite Probe, die zumindest im Pressezentrum übertragen wird und wohl auch durch besseres Videomaterial auf dem offiziellen Youtube-Kanal der Eurovision zu sehen sein wird, ist für Mittwoch angesetzt.

Zudem möchte ich noch auf den, wie ich finde, wunderschönen Greenroom in diesem Jahr aufmerksam machen. Die Organisatoren haben sich nicht lumpen lassen und über 1.700 Grünpflanzen in den Aufenthaltsbereich der Delegationen gepflanzt um dem Namen "Greenroom" alle Ehre zu machen. Das gesamte Theme des diesjährigen Wettbewerbs steht im Zeichen der Natur. Neben den Grünpflanzen und der aktuell noch mit Fehlern behafteten Sonne auf der Bühne gibt es auch eine Wasserinstallation, die für beeindruckende visuelle Effekte sorgen soll.

Wenn das schon anzüglich ist, müsste man jeden Auftritt von Madonna auch unterbinden

Zwischen all diesen Hecken und Büschen werden die Interpreten in diesem Jahr sitzen

Dienstag, 5. April 2022

Eurovision 2022: Song Contest-Prosecco vorgestellt


Italien
- Tassen hoch, der Eurovision Song Contest bekommt seinen ersten eigenen Prosecco, damit die Liveshows im Mai besonders feierlich werden können. Auf Eurovision.tv vermelden die Organisatoren, dass man einen Hauch von "La dolce vita" aus Italien in die europäischen Supermärkte bringen möchte. Dafür hat man sich mit dem Weinproduzenten Invivo zusammengetan und bringt den "Invivo X Unity" als Prosecco und in einer Rosé-Variante auf den Markt, der ab April in vielen Ländern erhältlich sein soll.

In vino veritas:
Der Prosecco zum ESC
Der Eurovision-Prosecco soll etwa bei den skandinavischen Alkohol-Monopolgeschäften Systembolaget in Schweden, Vinmonopolet in Norwegen und Alko in Finnland erhältlich sein und auch online bestellbar sein, wodurch man den gesamten europäischen Markt abdecken könne. Ähnlich wie der von m&m-Werbung dominierte American Song Contest, wird der Unity-Prosecco omnipräsent während der Halbfinals und im Finale im Greenroom bei den Delegationen ausgeschenkt und während der zwei Wochen in Turin bei offiziellen Anlässen und Partys auftauchen.

Executive Supervisor Martin Österdahl zeigte sich ebenfalls begeistert: "Wir freuen uns gemeinsam mit Invivo den ersten offiziellen Prosecco des Eurovision Song Contest anzubieten und es könnte kein besserer Zeitpunkt sein, da wir das weltweit größte Live-Musik-Event in der Heimat des Prosecco, in Italien, veranstalten. Wir haben nie zuvor mehr "Unity" gebraucht und jetzt können sowohl unsere Fans in ganz Europa als auch die Kandidaten hinter der Bühne ein Glas erheben und einen der wichtigsten Werte des Eurovision Song Contest feiern." Gemeint ist die Einheit und nicht der Alkohol an sich.

Donnerstag, 31. März 2022

Eurovision 2022: Einzelheiten vom Head of Contest


Italien
- Twan van de Nieuwenhuijzen, Head of Contest der diesjährigen Eurovision hat in einem Interview mit dem niederländischen Radiosender NPO Radio 5 ausführlich darüber gesprochen, wie genau die Festlegung der Startreihenfolge entstanden ist und nach welchen Kriterien eine möglichst abwechslungsreiche Show auf die Beine gestellt werden kann. Das System, dass die Reihenfolge der Auftritte nicht mehr per Losentscheid definiert wird, greift seit der Eurovision 2013 in Malmö.

Twan van de Nieuwenhuijzen
Van de Nieuwenhuijzen war schon 2021 in Rotterdam für die Startreihenfolge verantwortlich und wurde auch von der italienischen RAI darum gebeten, die Länder gemäß eines Katalogs von Gesichtspunkten zu sortieren. Hauptsächlich geht es hierbei darum, die Dramaturgie zu steigern und nicht alle Titel eines bestimmten Genres nacheinander starten zu lassen. Jedes Land solle die gleiche Aufmerksamkeitsspanne erhalten. Hierbei sei es z.B. auch unerlässlich auf die Farbgebung der Bühne zu achten, sodass z.B. nicht alle Beiträge mit rotem Bühnenbild nacheinander antreten.

Zudem müsse darauf geachtet werden, dass der vollständige Bühnenumbau von Land A auf Land B innerhalb von 35 Sekunden absolviert werde. Dies könne die Veranstalter je nach Komplexität der Auftritte vor gewisse Herausforderungen stellen. Als Beispiel sei der, doch recht simpel gehaltene Auftritt von Måneskin 2021 genannt, dessen komplette Darstellung auf 88 DIN A4-Seiten bis ins kleinste Detail ausgearbeitet wurde. In diesem Zusammenhang nannte er auch den finnischen Opener von The Rasmus aufgrund seiner Komplexität "ambitioniert".

Sonntag, 30. Mai 2021

Eurovision 2021: Tix gewinnt Barbara Dex-Award


Norwegen
- Der in Ketten gelegte Engel war dann doch zu viel in puncto modischer Entgleisungen. Heute endete das Voting für den Barbara Dex-Award, einen seit 1997 initiierten Preis für das schauderhafteste Kostüm im Teilnehmerfeld des Eurovision Song Contests. Und wie man inzwischen auf allen gängigen Eurovisionsseiten nachlesen kann, geht die diesjährige Trophäe an den norwegischen Sänger Tix alias Andreas Haukeland, der seinen Titel "Fallen angel" standesgemäß mit Stirnband, Sonnenbrille und großen Engelsflügeln darbot.

Mit 4.870 Stimmen abgegebenen Stimmen hat der Barbara Dex Award zudem einen Rekord geknackt. Noch nie wurden so viele gültige Stimmen für den Fan-Award gezählt, so die Website songfestival.be. Hinter Tix, der sich zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der rumänischen Sängerin Roxen lieferte, platzierte sich eben jene. Der dritte Platz ging an die kroatische Sängerin Albina, die Top Five komplettierten James Newman aus dem Vereinigten Königreich und Eden Alene aus Israel. Damit geht der Barbara Dex Award erstmals nach Norwegen.

Tix reiht sich in eine ruhmvolle Liste ein, auf der man u.a. Guildo Horn, t.A.T.u., Verka Serduchka, Gisela und Eye Cue aus Nordmazedonien findet. Im letzten Jahr ging der Award zum zweiten Mal nach Portugal. Wie es im Originalartikel heißt, wird nicht zwangsläufig das hässlichste Outfit sondern das auffälligste gesucht. Benannt ist der Preis nach Barbara Dex, die 1993 für Belgien teilnahm und dabei einen selbstgeschneiderten beigefarbenen Sack und quietschgelbe Schuhe dazu trug.

Tix - Fallen angel

Montag, 24. Mai 2021

Eurovision 2021: Barbara Dex-Voting eröffnet


Niederlande
- Das Voting für den Barbara Dex Award 2021 läuft. Auf der belgischen Song Contest-Website songfestival.be kann noch bis zum Wochenende für das schlimmste Kostüm der 39 Interpreten im diesjährigen Wettbewerb abgestimmt werden. Das Voting ist hier zu finden, zum Abstimmen wird ein Twitter-, Google-Plus- oder Facebook-Account oder ein Profil auf der Website selbst benötigt. Nachdem man seinen Favoriten gefunden hat, kann man auf dem entsprechenden Bild den "Daumen hoch" geben und auf "Stem" drücken.

Seit 1997 wird alljährlich der Barbara Dex-Award vergeben, der den Interpreten mit dem fürchterlichsten Kostüm auszeichnet. Bisherige Preisträger sind u.a. t.A.T.u. aus Russland, Verka Serduchka aus der Ukraine und in den letzten Jahren Slavko Kalezić aus Montenegro, Eye Cue aus Nordmazedonien und Conan Osíris aus Portugal. Sobald das Ergebnis vorliegt, werden wir natürlich darüber berichten. Zudem bin ich noch auf einen anderen Award gestoßen, der nach einer belgischen Song Contest-Kandidatin gestoßen, nämlich auf den Kate Ryan-Award.

Dort kann man offenbar auch schon seit 2018 vergeben wird und zwar an den Kandidaten, der nach Ansicht der Abstimmenden auf jeden Fall einen Finaleinzug verdient hätte. Hier können bis zu drei Kandidaten ausgewählt werden, die den Sprung in das Finale am Samstag hätten schaffen sollen. Auch hier ging Conan Osíris mit "Telemoveis" im letzten Jahr als Sieger hervor, im Jahr der Einführung hätte nach Ansicht der User Lukas Meijer mit Gromee für Polen im Finale dabei sein sollen. Auch hier sind wir gespannt auf den Ausgang des Votings.

Dienstag, 18. August 2020

Eurovision: Die gelebte Entwicklung von Fernsehtechnik



Europa - Die corona- und sommerlochbedingte Nachrichtenarmut möchte ich an dieser Stelle einmal nutzen, um der Europäischen Rundfunkunion für 65 Jahre bester Unterhaltung zu Danken. Insbesondere dem 1981 verstorbenen Schweizer Marcel Bezençon ist es zu verdanken, dass wir noch heute Lieder über "Cheesecake", "Cleopatra" und "Black smoke" sehen und hören können. Der langjährige Generaldirektor des Schweizer Fernsehens gilt gemeinhin als Erfinder des Eurovision Song Contests.

Das Gesicht des ESC der
frühesten Stunde:
Marcel Bezençon 
1954 wurde er zum Vorsitzenden der Europäischen Rundfunkunion und war damit auch für die internationale Verbreitung des Mediums Fernsehen verantwortlich, das nach und nach größeren Zuspruch erlangte. Der Eurovision Song Contest, eine europäische Version des San Remo-Festivals, sollte dafür sorgen, vom Krieg gebeutelte Nationen zusammen zu bringen und gleichzeitig die neuesten Errungenschaften aus Funk und Fernsehen an den Mann zu bringen. In den Anfängen war dies logischerweise nur schwer möglich.

Kaum jemand besaß zu dieser Zeit ein Fernsehgerät, die für den Normalverdiener unerschwinglich waren. So liegt die Zahl der TV-Geräte in der BRD im Jahr 1955 bei gerade einmal 100.000 Stück. Wichtigstes Massenmedium war zu jener Zeit das Radio. Die Zahl stieg sprunghaft an, 1961 gab es weltweit bereits über 100 Millionen Fernsehteilnehmer. Der Eurovision Song Contest passte sich immer wieder den technischen Neuerungen an, so fand der erste Wettbewerb in Farbe 1968 statt, in Farbe sehen konnten ihn allerdings die wenigsten, da hierfür die Aufrüstung bzw. der Neukauf eines TV-Gerätes notwendig war. Das Farbfernsehen hat überlebt, anfänglich große Gerätehersteller wie Nordmende oder Telefunken nicht.

Passend zu den schrillen 70er-
Klamotten wurde der ESC ab
1968 in Farbe übertragen
In der BRD wurde der Startschuss für das Farbfernsehen im sogenannten PAL-System (Phase Alternating Line) 1967 während der 25. Deutschen Funk-Ausstellung in Berlin durch Kanzler Willy Brandt gegeben, der allerdings von einem übereifrigen Techniker ausgebremst wurde, der bereits vor dem Knopfdruck auf Farbe umschaltete. Neben PAL setzte sich vor allem in Osteuropa und in Frankreich das SECAM-Verfahren zur farbigen Übertragung im analogen Fernsehen durch, ergänzend gibt es in Nord- und Mittelamerika, Japan und den Philippinen noch das NTSC-System. Wie auch immer, den Song Contest gab es fortan in Farbe.

Das Aufkommen von Satellitenfernsehen machte es im Laufe des Jahre auch möglich, den Song Contest in die entlegensten Gebiete zu übertragen. So waren in den 70er Jahren neben den westeuropäischen Teilnehmerstaaten auch viele Nationen im Nahen Osten, im ehemaligen Ostblock und gar in Amerika und Australien in der Lage, Cliff Richard, Olivia Newton-John und Cindy & Bert zu sehen. Das es allerdings auch hier zu technischen Problemen führte zeigt das Beispiel Island, das aufgrund einer fehlenden soliden Verbindung erst in den 80er Jahren am Eurovision Song Contest teilnehmen konnte, nachdem mehrere Seekabel verlegt wurden.

Relikte meiner Kindheit:
VHS-Kassetten, seit 2016
werden keine Recorder mehr
produziert
Der Eurovision Song Contest spiegelt nicht nur die politische Geschichte Europas der letzten 65 Jahre wieder, etwa den Disput um die Insel Zypern, die Jugoslawien-Kriege oder die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine, sondern auch den technischen Fortschritt. Vielen Zuschauern wurde mit Einführung von VHS-Systemen auch die Aufnahme der Show ermöglicht, nachdem man in Genf erkannt hat, dass man mit Merchandising ebenfalls Geld machen kann, gab es den Song Contest auch auf MC-Kassette, später auf CD und DVD. Ebenfalls erkennt man die Zukunftsgewandheit der Show an den Kamerasystemen.

Gab es in den frühen Jahren der Show eine Standbildkamera, die fest montiert im Saal stand und Interpreten jegliche Choreographie untersagte, weil sie andernfalls aus dem Bild fallen würden, ging der Trend in Zukunft zu mehreren Kameras bis hin zu den heutigen Spidercams, die an Drähten in der Halle quasi jeden beliebigen Punkt der Lokalität erreichen. Von den Mikrofonen gar nicht erst zu reden, musste eine Milly Scott 1966 noch aufpassen, bei ihrem Tänzchen zu "Fernando en Filippo" nicht über die Kabelage zu stolpern, kam zunächst das kabellose und später das Headset-Mikrofon, das Künstlern erlaubt wild mit den Armen zu gestikulieren und dennoch singen zu können.

ESC 1993: Eines der ersten
digitalen Scoreboards. Man
achte auf das Wählscheiben-
telefon oben links
Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und wird immer Teil des Eurovision Song Contests bleiben, auch auf verschiedenen Ebenen. Nicht nur das Voting wird geändert, auch die Präsentation. Gab es früher noch Bühnentechniker, die die Punkte manuell schieben mussten, kam in den 90er Jahren das digitale Scoreboard, seit 2003 sortieren sich die Länder automatisch nach ihrem Punktestand. Und die Wertungsabfolge selbst wurde im Laufe der Jahre auch zunehmend vereinfacht. Gab es bis in die 90er allein Juroren, die über Wohl und Weh der Kandidaten entschieden, führte die EBU ab 1997 das TED-System, später Televoting (über die bekannten 0137-Nummern) ein.

Der Dino unter den Abstim-
mungsmechanismen: die
Medienpostkarte. Die Rück-
seite ähnelte einem Lottoschein
Als Rückfallebene behielt man sich professionelle Jurys, die beim technischen Versagen der Leitungen die Länderpunkte ausmachten. Inzwischen greift, primär um geopolitischer Wettbewerbsverzerrung vorzubeugen, eine 50/50-Regelung aus Jury- und Televoting. Die Abstimmung per SMS und Eurovision App kamen als weitere technische Fortschritte hinzu. In die Zeiten, in denen wie bei einigen Vorentscheiden per Medien-Postkarte abgestimmt werden konnte, kann man sich heute kaum noch hineinversetzen. Da sich die Technik immer schneller weiterentwickelt, dürfen wir gespannt sein, welche Neuerungen der Eurovision Song Contest uns noch beschert.

Wunder der LED-Technik:
Lisa Angell nimmt uns mit
durch das zerstörte Europa
Der Song Contest ist somit nicht nur eine fröhliche oder politische Abendveranstung sondern seit jeher auch ein Spiegel des technischen Fortschritts in der Medienlandschaft. Vom fast ausschließlichen Radio-Event im kleinen Kreise in Nachkriegs-Europa zu einem millionenfach geschauten Wettbewerb, der online bis nach Rarotonga gestreamt werden kann. Natürlich hat dies in den letzten Jahren auch enorme Kostensteigerungen für die betroffenen Rundfunkanstalten bedeutet, jeder Spezialeffekt vor und hinter der Kamera kostet die Delegation Geld. LED-Wände verschlucken mehr Geld als ein einziger Hauptscheinwerfer (ABBA-Sprech: "Super Trouper"), der Ästhetik der Show hat es aber nicht geschadet.

Sang man früher vor einer Pappwand mit Motiven aus den Niederlanden, kann man heute die gesamte Bühne nutzen um Geschichten zu visualisieren, etwa Lisa Angell, die bei "N'oubliez pas" eine Armee Soldaten durch eine zerstörte Kleinstadt marschieren ließ oder Elina Netšajeva, die das gesamte Farbspektrum der HD-Technik auf ihrem Zeltkleid projezieren ließ. Dies alles haben wir auf die ein oder andere Weise den Geistern der 50er Jahre zu verdanken, die sich der Idee der Eurovision annahmen und über Generationen hinweg Menschen aus ganz Europa an einem lauen Mai-Abend zusammenbringen. Und 2021 soll diese Reise nach erstmaligem krankheitsbedingten Ausfall weitergehen, ich freue mich!