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Freitag, 4. Juni 2021

News-Splitter (865)


Ukraine
- Go_A-Sängerin Kateryna Pavlenko wurde in dieser Woche mit dem "Woman of the Thrid Millenium"-Award ausgezeichnet. Ruslan Stefanchuk, Vizesprecher des Obersten Rates in der Ukraine, lobte den Einsatz der Sängerin und der Band Go_A beim Eurovision Song Contest, dass sie es geschafft haben, alt und jung gemeinsam vor dem Fernseher zusammenzubringen und "für die würdevolle Vertretung der Ukraine, für den Patriotismus und die Popularisierung der ukrainischen Kultur in der Welt". Mittlerweile gehört der ukrainische Beitrag "Shum" zu den größten viralen Erfolgen und stieg unterdessen in die globalen Billboard 200 Charts ein. Go_A belegten mit "Shum" in Rotterdam den fünften Platz im Finale.

Andorra
- Alle sechs bisherigen Vertreter Andorras beim Song Contest machen sich für eine Rückkehr des Landes stark. Auf Initiative von Susanne Georgi, die große Hoffnungen in den Dialog zwischen Regierung und dem Sender RTVA legt, haben sich auch die übrigen Interpreten geäußert, die zwischen 2004 und 2009 dabei waren. So heißt es u.a. von Gisela, die 2008 mit "Casanova" in Belgrad teilnahm: "Die Eurovision ist ein internationales Kultur-Event mit so vielen Künstlern, die etwas zu sagen haben. Für Andorra wäre diese Art der Werbung sehr wichtig." Auch von Marta Roure und Anonymous-Sänger Niki Francesca gibt es ähnlichen Zuspruch. Das andorranische Fernsehen RTVA hatte in einer ersten Stellungnahme am Sonntag nach dem Finale von Rotterdam erklärt, man plane weiterhin nicht teilzunehmen.

Schottland
- Die EBU hat die neuerlichen Teilnahmeabsichten schottischer Minister beim Eurovision Song Contest zurückgewiesen. Gegenüber der britischen Website Express.co.uk heißt es von einem Sprecher der Rundfunkunion: "Als Mitglied der European Broadcasting Union ist die BBC dafür verantwortlich, eine Bewerbung für den Eurovision Song Contest abzugeben, die das gesamte Vereinigte Königreich repräsentiert. Es gibt derzeit keinerlei Pläne dies zu ändern." Das UK wurde seit 1957 durch die BBC repräsentiert und es gibt in naher Zukunft keinerlei Absichten, die einzelnen Landesteile Wales, Schottland, England und Nordirland mit eigenen Beiträgen starten zu lassen. Der schottische Minister Alyn Smith setzt sich hingegen seit Jahren für einen eigenen schottischen Song Contest-Beitrag ein.

Dienstag, 25. Mai 2021

Schottland: Minister wirft BBC völliges Versagen vor


Schottland
- Wer denkt, dass wir Europameister im Motzen über den eigenen Song Contest-Beitrag sind, der hat sich noch nicht mit dem Vereinigten Königreich beschäftigt. Dort ist die Empörung über die Missachtung des britischen Beitrags noch größer, insbesondere weil man alles auf den Brexit und die politische Verfahrenheit des Landes schiebt. Dass es aber eher an der seichten Komposition und Nominierung durch die BBC liegt, wollen die wenigsten verstehen. Dafür wettert wieder einmal der schottische Abgeordnete Alyn Smith von der Scottish National Party (SNP) gegen die BBC, wie er es schon mehrfach in den letzten Jahren getan an.

Er wirft dem britischen Sender "utter humiliation", sprich völliges Versagen vor und fordert erneut darüber nachzudenken, Schottland als eigenes Land beim Eurovision Song Contest starten zu lassen. The Times druckte das Statement von Smith wie folgt ab: "Das UK hat die Eurovision seit 1997 mit "Love shine a light" von Katrina & The Waves nicht mehr gewonnen. Und, offen gestanden, dass hat es auch nicht verdient. Der diesjährige UK-Beitrag war keinesfalls schlecht performt, er war langweilig, fade und zum Vergessen im Vergleich zu allen anderen Acts, weshalb er den letzten Platz mit null Punkten belegt hat."

Dieses Versagen kreidet Smith der BBC an und hält es für die beste Lösung, dass die Nationen innerhalb des Vereinigten Königreichs eigene Beiträge entsenden. "Schottland würde es eine Gelegenheit bieten, der Welt unsere reiche Kultur und unser Talent zu zeigen.", so Smith, der natürlich nicht nur als Edelmann den Ruf Schottlands polieren möchte, sondern auch populistische Zwecke damit verfolgt, etwa die zunehmende Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Er betont, dass das Problem im Vereinigten Königreich sei, dass alle Wege in Bezug auf die Eurovision bei der BBC zusammenlaufen, die augenscheinlich nicht weiß, worum es im Wettbewerb geht.

"Auch ihr Auswahlsystem für den britischen Vertreter ist eine Schande, nachdem man das öffentliche Wertungselement zugunsten eines Vertrages mit einer Plattenfirma abgeschafft hat.", kritisiert er das BBC-Management. Schon 2008 und 2018 kritisierte er offen die BBC, wurde in London jedoch kurzerhand abgewimmelt. Hintergrund dieser neuerlichen Sezessionsbestrebungen aus Schottland ist der letzte Platz von James Newman beim Song Contest am Samstag in Rotterdam, der mit "Embers" sowohl im Tele- als auch im Juryvoting null Punkte kassierte. Seither wird im Vereinigten Königreich ein Schuldiger gesucht, bisher finden die Briten diesen jedoch zumeist außerhalb der eigenen Landesgrenzen.

Samstag, 23. Mai 2020

Beyond Eurovision (127): Schottland



Schottland - Vier Absätze über Schottland, seine Geschichte und seine Musik sind eigentlich viel zu kurz, wir versuchen es trotzdem. Alba, wie Schottland im Gälischen heißt, bildet den Nordteil Großbritanniens und trotze über die Jahrhunderte hinweg fremden Mächten. So errichteten schon die Römer den Hadrianswall im 2. Jahrhundert n.Chr., die Selbstständigkeit verlor Schottland im Jahr 1707 mit dem Act of Union und der Vereinigung mit England zum Königreich Großbritannien. Dieser Akt beruht primär auf dem damals fast unvermeidlichen Staatsbankrott. Zuletzt gab es mehrere Versuche die Unabhängigkeit wiederzuerlangen bzw. in der Europäischen Union zu verbleiben.

 Schnelle Fakten
Hauptstadt
Edinburgh
Sprachen
Englisch, Schottisch-Gälisch
Fläche
77.910km²
Währung
Britisches Pfund (£)
Einwohner
5,4 Mio.
Internet-TLD
.uk, .scot
Zeitzone
UTC
Wiki-Info

Kulturell hat Schottland viel zu bieten, nicht umsonst gibt es zahllose Rundreise-Angebote in den Highlands, bei denen die Klöster und Wehranlagen, die Lochs und die historischen Städte erkundet werden können. Zu den bekanntesten schottischen Landschaftsbildern zählt zweifelsohne Loch Ness aufgrund der bis heute nicht belegbaren Sagengestalt Nessie, einem Ungeheuer, dass dort schon diverse Male gesichtet wurde. Sehenswert sind auch die vorchristlichen Steinkreise, vergleichbar mit Stonehenge, Megalithen und andere Relike aus Bronze- und Eisenzeit. Darüber hinaus gibt es diverse Schlösser, Whisky-Destillerien und Kathedralen, die allesamt auf eine große Geschichte zurückblicken können.

Der schottische Stereotyp trägt Kilt, gehört einem der vielen Clans an, spielt Dudelsack und ist geizig. Und natürlich finden all diese kulturellen Eigenheiten bei traditionellen Veranstaltungen wie z.B. den Highland Games auch großen Anklang in der Bevölkerung, die Schotten sind stolz auf ihre vom Rest Britanniens unabhängige Kultur, sodass es vielerorts eigene Spiele gibt, zu denen u.a. das Baumstammwerfen gehört. Die schottischen Familien kann man anhand ihres Tartans, also dem Karomuster auf ihren Röcken, erkennen, diese Symbolik entstand vor allem im 18. Jahrhundert. Ferner bewahren sich die Schotten ihre gälische Sprache, sodass Straßenschilder zumeist zweisprachig sind.

Moderne Musik wird in Schottland u.a. im Barrowland Ballroom, einem Tanzclub in Glasgow gespielt. Der 1934 eröffnete Club fällt vor allem durch seine Leuchtreklame auf und zog schon Stars wie Oasis, R.E.M., U2, Metallica, Justin Timberlake, Britney Spears und Amy Macdonald an. Letztere widmete dem Club sogar einen eigenen Titel auf ihrem Album "This is the life". Sie wurde 1987 in Bishopbriggs einem Vorort von Glasgow geboren und gehört seit 2007 zu den erfolgreichsten Künstlerinnen Schottlands. Ihr Album "This is the life" erreichte auch in Deutschland die #3, später folgten mit "A curious thing" und "Life in a beautiful light" zwei Nummer-Eins-Alben in Deutschland. Zuletzt war die Glasgow Rangers-Anhängerin 2019 auf großer Europa-Tournee.

Amy Macdonald - Barrowland Ballroom

Sonntag, 4. Februar 2018

Schottland: Neuer Vorschlag zur Einbindung in Eurovision


Schottland - Alyn Smith, Parlamentsmitglied der Scottish National Party im Europäischen Parlament hat es "satt", wie geringschätzig die BBC mit dem Eurovision Song Contest umgeht und erläutert eine Methode, wie sich auch Schottland im Wettbewerb einbringen kann, ohne das man als unabhängige Nation auftreten müsse. Gegenüber des Sunday Herald erklärte Smith, dass er seinen Vorschlag bereits an die Europäische Rundfunkunion weitergeleitet habe und schlägt ein ähnliches Modell vor, wie es bereits in Belgien zum Einsatz kommt.

Dort sind jährlich wechselnd, der wallonische Sender RTBF und das flämische Fernsehen VRT mit der Entsendung eines Beitrags für den Eurovision Song Contest zuständig. Ähnlich könnte dies auch im Vereinigten Königreich laufen, die BBC könnte die Verantwortung an die regionalen Sendeanstalten BBC Scotland, UTV in Nordirland und S4C in Wales abgeben. "Das wäre ein Schaufenster für Schottland, um alle vier Jahre Präsenz zu zeigen.", so Smith. Es sei eine Möglichkeit um das Talent zu zeigen, dass die schottische Musikszene zu bieten habe.

Schottland bemühte sich, nicht nur zu Zeiten des Unabhängigkeitsreferendums im Jahr 2014, um die aktive Teilnahme am Eurovision Song Contest sondern unterbreitet regelmäßig Anklageschriften gegen die BBC und/oder fordert die Einbeziehung der vier Landesteile in die Auswahl. Ein BBC-Sprecher erklärte im gleichen Artikel heute allerdings auch schon: "Die BBC ist Mitglied der EBU und als solches sind wir es auch, die den Beitrag für den Eurovision Song Contest als United Kingdom einreichen." Neben der BBC sind allerdings auch S4C, itv und STV aus Schottland Mitglied der EBU.

Sonntag, 26. Juni 2016

Eurovision am Sonntag (46)



Europa - Wenn man sich die Achtelfinals bei der Fußball-EM einmal genau anschaut, fällt auf, dass fast nur noch Nationen übrig sind, die beim Eurovision Song Contest im Regelfall wenig zu melden haben. Polen kam gestern im Elfmeterschießen gegen die Schweiz ins Viertelfinale, Wales glücklich nur durch ein Eigentor der Nordiren und Portugal hat die Mitfavoriten aus Kroatien mit einer One-Man-Show rausgekegelt. Später geht's dann für Deutschland gegen die Slowakei. BahnCard-bedingt bin ich für die Slowaken, ein deutscher Sieg bringt mir persönlich leider nichts...

Programmtipp:
So., 26. Juni 2016 - 18:00 Uhr
Fußball-Europameisterschaft

 Deutschland vs. Slowakei 

live aus dem Stade Pierre Mauroy in Lille, Kommentar: Béla Réthy


Eurovisionär gesehen war diese Woche ein klein wenig interessanter als die Wochen zuvor. Insbesondere Luxemburg sorgte für Unterhaltung und das, obwohl es seit 1993 keinen Schritt mehr unternommen hat, zum Wettbewerb zurückzukehren. Unter den Nationen, die mehr als einmal teilgenommen haben (sprich Marokko) löst das Großherzogtum demnächst Monaco als Nation mit der größten Pause zwischen zwei Beiträgen ab. Monaco setzte zwischen 1979 und 2004 aus, eine 25jährige Durststrecke. 

1984 war Luxemburg zum
letzten Mal Gastgeber des ESC
Nun soll der Eurovision Song Contest in Luxemburg parlamentarisch aufgerollt werden. RTL erklärte bereits, dass man aus finanziellen Gründen definitiv keine Teilnahme möglich machen könne und somit auch 2017 in der Ukraine aussetzen wird. Zu groß ist die Angst, den Wettbewerb zu gewinnen. Dabei frage ich mich, warum Nationen mit einem geringeren BIP wie etwa Moldawien, Armenien oder San Marino keine Angst haben. Gleichzeitig kritisiert RTL, dass man als kleine Nation keine großen Chancen auf eine vordere Platzierung haben wird. Der derzeitige Modus würde die Zwergstaaten benachteiligen.

Die luxemburgischen Fans hingegen sind anders als der nationale Rundfunk sehr engagiert, veranstalten regelmäßig Song Contest-Galas und wirken aktiv an der Gestaltung einer Community in Luxemburg mit. Inmitten Europas verzichtet ein Land, das in der europäischen Politik trotz seiner Größe eine bedeutende Rolle führt, auf den Wettbewerb, der den europäischen Gedanken besser trägt, als politische Organisationen. Und politisch ist die Stimmung in Europa ohnehin momentan wenig tragbar, die jüngste Entscheidung der Briten spricht Bände.

Schottland wollte schon
häufiger mal zum ESC
Das "United Kingdom" ist mehr oder weniger "divorced", in Schottland möchte die Regierung bereits ein zweites Unabhängigkeitsreferendum erwirken und eigene Gespräche über einen Verbleib in der EU führen. Die erste Ministerin Nicola Sturgeon hat bereits die parlamentarische Grundlage gelegt. Auf den Eurovision Song Contest hat der Brexit keine Auswirkungen, die BBC ist für Großbritannien natürlich weiterhin teilnahmeberechtigt. Ob sich der politische Umbruch aber auf die Punkte niederschlägt, bleibt abzuwarten. So sonderlich erfolgreich waren die britischen Song Contest-Acts der letzten Jahre ohnehin nicht.

Sollte Schottland sich tatsächlich für die Unabhängigkeit entscheiden, was 2014 bereits abgelehnt wurde, hätte die Highlands-Nation mit STV sogar schon einen Mitgliedssender in der Europäischen Rundfunkunion. Ich persönlich könnte mir einen schottischen Beitrag durchaus vorstellen, von Amy McDonald hat man schließlich schon länger nichts mehr gehört, oder? Zudem hätte das arme Irland einen gälischen Bruder, der vielleicht ein paar zusätzliche Punkte mobilisieren könnte. Man muss ja auch berücksichtigen, dass die britischen Acts alle vier Landesteile repräsentieren, egal ob nun ein Waliser gewählt wird oder ein Engländer.

Der Anfang vom Ende: Hat
das UK bald ausgedient?
Prinzipiell wäre es doch auch denkbar, dass sich das Vereinigte Königreich eurovisionstechnisch aufspaltet. Die EBU spricht sich zwar gegen ein solches Szenario aus, beim Fußball oder anderen internationalen Veranstaltungen sind Wales, England, Schottland und Nordirland aber auch regelmäßig eigenständig vertreten. Speziell in Schottland gab es schon häufiger die Idee, mit einem eigenen Beitrag anzutreten, insbesondere die Scottish National Party verfolgt entsprechende Pläne. Schon 2009 hatte man Pläne hierfür. 

Auch das walisische Fernsehen S4C hatte bereits einmal Pläne einen eigenen Beitrag zum Junior Eurovision Song Contest zu schicken. 1969 wurde dort auch der Wettbewerb "Cân i Gymru" ("Ein Lied für Wales") eingeführt, ursprünglich um einen Song Contest-Beitrag zu ermitteln. Heute dient der Wettbewerb dafür, einen Vertreter für das Pan Celtic Festival zu finden, an dem sich Schottland, Irland, die Isle of Man, Cornwall und die Bretagne beteiligen. Beim beliebten "Spiel ohne Grenzen", einer eurovisionären Spieleshow nahm bis 1982 das Vereinigte Königreich als Einheit teil. Nach der Neuauflage nahm lediglich Wales bis 1994 teil. Bei der "großen" Eurovision hingegen hält man das Vereinigte Königreich weiterhin zusammen, wie auch bei den Olympischen Spielen. 

Für Nathan Carter wäre der
ESC eine Option
Die Zukunft wird zeigen, wohin der Weg des Landes gehen wird, solange die Schotten sich aber nicht klar gegen den Verbleib im UK ausgesprochen haben, wird auch nur ein Beitrag zum Eurovision Song Contest geschickt. Die EBU hat sich ja, insbesondere bei der Flaggenproblematik beim diesjährigen Song Contest sehr extrem gegen Separatismus ausgesprochen und in ihrer ersten Fassung u.a. die Flaggen des Baskenlandes verboten. Ich bin sehr gespannt, was auf der Insel passiert. Neuigkeiten gibt es dafür noch aus der benachbarten Republik Irland. Dort hat der 26jährige Nathan Carter, ein derzeit sehr populärer Countrysänger Interesse am Eurovision Song Contest bekundet. Seit 2007 hat er bereits acht Studioalben veröffentlicht. Gegenüber der Morning Show auf 2FM erklärte Carter: "Ich habe eine Menge Anfragen von Eurovisionsfans bekommen." 

Für ihn wäre der Song Contest offenbar tatsächlich eine Option. Irland taumelt seit Jahren auch eher in der unteren Tabellenhälfte, RTÉ muss sich etwas einfallen lassen, um den Status als erfolgreichstes Land beim Song Contest nicht an Schweden abzugeben. Die irische Mannschaft tritt übrigens um 15 Uhr gegen EM-Gastgeber Frankreich an. Die besten Fans haben sie schon einmal, vielleicht reicht es ja demnächst auch wieder für etwas mehr internationalen Prestige. Schönen Sonntag!

Freitag, 24. Juni 2016

Eurovision 2017: Nachtrag zum Gastgeber und Brexit



Ukraine - Noch eine Ergänzung an diesem "Black Friday" für Europa in Bezug auf das Auswahlverfahren der Gastgeberstadt des Eurovision Song Contests 2017. NTU hat den genauen Zeitstrahl veröffentlicht, von wann bis wann was genau passieren wird. Bis zum 8. Juli müssen zunächst einmal alle Bewerbungsunterlagen der Städte vollständig bei NTU eingegangen sein.
Der Sportpalast von Kiew,
eingepackt in grünen Stoff
als Gastgeber 2005
Danach wird das Organisationskommitee alle Bewerbungen sichten und vom 18. bis 22. Juli die Vertreter der jeweiligen Städte einladen und die Vorschläge für die Ausrichtung anhören. Zwischen dem 22. Juli und dem 1. August werden anschließend Vertreter der EBU zwei Städte besichtigen und sich vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten, etwa der Halle und der Infrastruktur machen. Anschließend folgt die Vergabe des Ausrichtungszuschlags.

Die Gastgeberstadt muss folgende Kriterien erfüllen, darunter eine Halle mit mindestens 7.000, im Idealfall mehr Sitzplätze aufweisen und ein Dach besitzen. Weiterhin muss ein Pressezentrum für rund 1.550 Journalisten zur Verfügung stehen, ebenso ein Ort, an dem der Willkommensempfang mit rund 3.000 Akteuren stattfinden kann. Zu guter letzt soll die Stadt über einen internationalen Flughafen und ein soziales Leben verfügen, mit allem was dazu gehört, Bars, Restaurants, Hotels, kulturellen Zentren, die auch die Ukraine wiederspiegeln sollen.

Großbritannien - Neben den Entwicklungen in der Ukraine, die so langsam in Fahrt kommen, werden wir natürlich auch weiterhin alle anderen Teilnehmerländer im Auge behalten, die Europameisterschaft als Zeitvertreib im Sommerloch verfolgen und natürlich auch über die neue politische Konstellation im Vereinigten Königreich berichten. Nach den ersten Kurzschlussreaktionen, etwa dem Rücktritt von Premier David Cameron und dem spanischen Vorschlag Gibraltar möglichst bald in spanische Kernland zu integrieren, zeigen sich vor allem die Schotten erbost. 

In Edinburgh wird derzeit diskutiert, ob bzw. wann man ein zweites Unabhängigkeitsreferendum durchführen kann, da man "landesweit" für den Verbleib in der EU war. Damit könnten langfristig auch wieder Eurovisionspläne geschmiedet werden, sollte Schottland sich eines Tages doch durchringen, das Vereinigte Königreich zu verlassen. Hardliner in Nordirland, das morgen im Fußball gegen die Kollegen aus Wales antreten müssen, fordern sogar schon eine Wiedereingliederung in die Republik Irland. Joe Woolford, diesjähriger britischer Song Contest-Vertreter, kommentierte das Ergebnis heute Morgen via Twitter mit "Oh dear". 

"This is going to be awesome",
warten wir mal ab, was die
Schotten in Zukunft so treiben
Blue-Mitglied Lee Ryan erklärte über selbiges Medium, dass er den Standpunkt vertrete, dass das UK zu Europa gehöre und dort auch bleiben sollte. Vor ein paar Stunden folgte der Nachtrag: "Ich bekäme einen irischen Pass. Danke Opa!Klingt alles so, als würde der einstige Dauerzweite vom Song Contest sich über kurz oder lang auflösen und nachdem man Europa politisch in den Hintern getreten hat, könnte ich es insbesondere den Schotten nicht verübeln. Erste Comics lassen schon darauf schließen, dass sich Schottland beim Eurovision Song Contest dem Nordic Club anschließen könnte. In diesem Sinne, good night Europe!

Ukraine: Bewerbungen für Ausrichtung ab heute möglich



Schottland und Nordirland
waren mehrheitlich für einen
Verbleib in der EU
Ukraine - "Lookin' back on the times we had, things were beautiful then, but how quick they've changed", ein aktuell gültiges Zitat aus "Go" von Scott Fitzgerald, der 1988 gegen Céline Dion das Nachsehen hatte. Ein fröhliches "Goodbye" an das Vereinigte Königreich. Wer sich die Verteilung der "Remain"-Stimmen anschaut, kann die Hoffnung hegen, dass Schottland sich vielleicht doch bald mit einem eigenen Beitrag beim Eurovision Song Contest präsentieren kann. Nach der heutigen Entscheidung sind sie herzlich willkommen. 

Darüber wollte ich per se aber gar nicht schreiben, sondern erzählen, dass ab heute das Bewerbungsfenster für die Ausrichtung des Eurovision Song Contests in der Ukraine startet. Das Organisationskommitee ruft ab heute interessierte Stadtverwaltungen auf, sich zu bewerben. Diverse Städte haben ihr Interesse bekundet, die realistischsten Chancen dürften Kiew und Lviv haben. Aber auch die Väter der Stadt Dnipro glauben, recht gute Karten zu haben.

Eine erste Gesprächsrunde zwischen dem Sender NTU und dem ukrainischen Ministerpräsidenten Volodmyr Groysman soll später live bei Youtube gestreamt werden. Neben den oben genannten Städten haben u.a. auch Odessa, Tscherkassy, Cherson, Vinnitsa und die Stadt Irpin am nördlichen Rand von Kiew ihr Interesse am Eurovision Song Contest bekundet.

Samstag, 30. November 2013

Großbritannien: Zukunftspläne aus Schottland


Schottland - Der erste Minister, Alex Salmond, strebt bereits seit längerem die Unabhängigkeit von Schottland an. Er und seine Partei sprechen sich für ein eindeutiges "Ja" zur Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich aus und könnten dieses rein theoretisch mit einem Votum im September 2014 herbeiführen. Prognosen sehen dies derzeit zwar noch nicht, aber man kann ja nie wissen.

Vorsichtshalber hat sich der Sender SBS bereits einmal mit den Fragen einer Eurovisionsteilnahme beschäftigt und nach Angaben der BBC auch die Absicht erklärt, starker Partner in der EBU zu werden und sich an entsprechenden Projekten zu beteiligen, was eine Teilnahme am Eurovision Song Contest einschließt.

Sollte Schottland tatsächlich im Jahr 2016 ein unabhängiges Land werden, so würde die SBS die Mitgliedschaft in der EBU suchen und könnte somit frühestens 2017 am Eurovision Song Contest teilnehmen. Der Sender BBC Scotland würde formell aufgelöst und durch einen staatlichen Rundfunk ersetzt werden.

Auch wenn dies alles noch Zukunftsmusik ist und die Umfrageergebnisse bislang für einen Verbleib im Staatenbund mit England, Wales und Nordirland stehen, so könnte das Bestreben einiger schottischer Politiker diesmal funktionieren, einen Beitrag zur Eurovision zu schicken.

Montag, 11. Februar 2008

Womit man einen Grand Prix-Fan schockt


Schottland - Mit Nachrichten wie dieser: Oikotimes zitierte heute Morgen eine schottische Nachrichtenseite, die damit angibt, man würde demnächst mit einem eigenen Kandidaten beim Eurovision Song Contest starten. Zitiert wird ein Politiker der Partei SNP (Scottish Nationalist Party) mit den Worten: "(...) there's no reason why we can't bring the idea of a song for Europe into our conversation on Scotland's future".

Jedoch sollte man nicht zwingend alles glauben, was so an Gerüchten im Internet auftaucht, da wurde auch schon das Gerücht gestreut, Juli würden mit einem Titel namens "Mein Hintern riecht nach Fischsuppe" beim deutschen Vorentscheid teilnehmen. Fakt ist inzwischen, dass Schottland derzeit keine Möglichkeit hat, einen eigenen Kandidaten zum Eurovision Song Contest zu schicken.

Es steht zwar jedem schottischen Sender frei der EBU beizutreten, sofern die Aufnahmekriterien erfüllt werden, jedoch ist einzig und allein die BBC berechtigt einen Kandidaten zum Song Contest zu schicken, zumal Schottland politisch gesehen ein Teil des Vereinigten Königreichs ist. Anders wäre die Situation, wenn Schottland ein unabhängiges Land wäre. Aus dem selben Grund gab es bislang auch keine Teilnahme der Färöer Inseln oder Gibraltars beim Eurovision Song Contest.

Halten wir fest, dass die Schotten weiterhin brav als Teil von Großbritannien beim Grand Prix vertreten sein werden. In internationalen Foren gibt es im Übrigen bereits wieder kilometerlange Diskussionen über dieses Thema. Da sind viele wieder aufgeschreckt worden ;)