Montag, 21. Juni 2021

Frankreich: Reglement für Vorentscheid online


Frankreich
- Mit dem heutigen 21. Juni beginnt in Frankreich die Bewerbungsphase für den Vorentscheid "Eurovision France: C'est vous qui décidez", der erneut dazu dienen wird, den französischen Song Contest-Vertreter zu ermitteln, nachdem dieses Konzept mit Barbara Pravi schon im Vorjahr hervorragend aufging und Frankreich die erste Silbermedaille seit 30 Jahren beim Song Contest holte. Gleichzeitig wurde der 24. Oktober als Deadline festgesetzt.

Der französische Vorentscheid generierte in diesem Jahr eine Einschaltquote von über 2,37 Millionen Zuschauern, nachdem die zuvor getroffene interne Auswahl von Tom Leeb 2020 auf Kritik stieß. Bezüglich der Bewerbung beim französischen Fernsehen gelten für Interpreten und Beiträge die gängigen EBU-Regularien. Erwünscht sind Gruppen von maximal sechs Personen, die einen frischen Song mitbringen, der nicht vor dem 1. September diesen Jahres kommerziell veröffentlicht worden ist.

Das vollständige Regelwerk des französischen Vorentscheids kann hier eingesehen werden (auf Französisch). Frankreich ist eines der ersten Länder, das seine Pläne für das kommende Jahr genau definiert hat. Nach dem großartigen Abschneiden von Barbara Pravi mit "Voilà" dürfte das Engagement des Sender jedoch kaum überraschen. Frankreich ist als Teil der sogenannten Big Five automatisch für das Finale der Eurovision im Mai 2022 in Italien qualifiziert.

Samstag, 19. Juni 2021

Türkei: TRT signalisiert Gesprächsbereitschaft


Türkei
- Ähnlich ablehnend wie das slowakische Fernsehen war bisher der türkische Sender TRT. In einem Interview erklärte der Generaldirektor İbrahim Eren nun jedoch zumindest, dass sein Sender wieder die Gespräche mit den Organisatoren bei der Europäischen Rundfunkunion aufgenommen hat. In einer Anfrage sagte Eren: "Bezüglich der Eurovision hat TRT vor einer Weile eine Entscheidung getroffen. Solange sich am Wertungssystem nichts ändert, wird die Türkei nicht wieder teilnehmen." Die Direktion steht nach wie vor zu dieser Entscheidung, bestätigte jedoch Verhandlungen mit der EBU.

Eren erklärte darüber hinaus: "Ich finde, die diesjährige Eurovision war sehr erfolgreich. Nach vielen Jahren haben sie wieder eine gute Show abgeliefert. Unsere Kollegen haben erneut Gespräche mit dem neuen Executive Supervisor aufgenommen. Ich weiß nicht, was passieren wird." TRT zog sich 2012 vom Song Contest zurück, nachdem sich der Sender unzufrieden über das greifende Privileg der Big Five-Nationen und der Wiedereinführung des Jurysystems. Zeitweise hieß es vom TRT-Generaldirektor zudem: "Abnormale Menschen gewinnen den Wettbewerb und niemand unternimmt etwas dagegen."

Die Türkei ist seit 1975 Teil des Eurovision Song Contests und konnte ihn 2003 mit Sertab Erener einmal gewinnen. Im weiteren Verlauf profitierte die Türkei insbesondere durch eine große türkische Diaspora in ganz Europa beim Eurovision Song Contest und verfehlte lediglich 2011 in Düsseldorf den Finaleinzug mit der Gruppe Yüksek Sadakat. Nach der Teilnahme im befreundeten Aserbaidschan 2012 zog sich TRT mit wehenden Fahnen von der Eurovision zurück und bekundete seither kaum Interesse am Wettbewerb. Auch heute dürfte die Priorität der Eurovision in der Türkei recht gering sein.

Slowakei: RTVS plant 2022 keine Rückkehr in Italien


Slowakei
- Seit 2013 verzichtet das slowakische Fernsehen RTVS auf die Teilnahme am Eurovision Song Contest und entsprechend einer Anfrage der tschechischen Website eurocontest.cz wird dies auch 2021 so bleiben. Der Sender mit Sitz in Bratislava erklärte in einem Statement, dass man weder ein Debüt beim Junior Eurovision Song Contest in Paris noch eine Rückkehr zum Eurovision Song Contest 2022 beabsichtigt. Damit ist die Slowakei das erste Land, dass seine Teilnahme scheinbar definitiv verneint hat.

Die Slowakei nahm zwischen 1994 und 1998 sowie später an den Halbfinals von 2009 bis 2012 teil, die letzten vier Beiträge konnten sich jedoch nicht für die Endrunde qualifizieren. 1993 konnte sich die Gruppe Elán nicht über die osteuropäische Vorrunde hinaus qualifizieren. Das beste Ergebnis des Landes ist bis heute der 18. Platz von Marcel Palonder mit "Kým nás máš" im Jahr 1996. Nach dem letzten Platz von Max Jason Mai in Baku 2012 zog der Sender aufgrund des geringen Interesses innerhalb der slowakischen Zuschauer und aus finanziellen Gründen zurück.

2009 und 2010 veranstaltete RTVS, damals noch als STV, ausschweifende Vorentscheide mit diversen Vorrunden und vielen etablierten Künstlern der slowakischen Musikszene. Insbesondere Kristina, die die Slowakei 2010 in Oslo vertrat, gehörte mit "Horehronie" zu den Favoriten, ehe sie im Halbfinale rausflog. Ihr Musikvideo zählt jedoch noch heute zu den meistgesehenen Videos des offiziellen Youtube-Kanals der Eurovision. 2011 vergaß das slowakische Fernsehen sich rechtzeitig von der Teilnehmerliste streichen zu lassen, 2012 folgte noch eine interne Auswahl.

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Ukraine
- Die nächste Nation, die ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest 2022 in Italien bestätigt hat, ist die Ukraine. Nach dem guten fünften Platz von Go_A in Rotterdam ist es nur die logische Konsequenz, dass man der Eurovision weiter einen Platz im Sendeprogramm bietet. Gegenüber ESCtoday.com bestätigte der Sender UA:PBC die Teilnahme im kommenden Jahr. Ob der nationale Vorentscheid Vidbir wieder zum Einsatz kommt oder man einen anderen Modus zur Künstlersuche ausrichtet, ist bisher jedoch noch nicht bekannt. Go_A wurden mit "Shum" in Rotterdam Vierte und erreichten im Anschluss einen viralen Erfolg.

Italien
- Insbesondere in Turin ist das Interesse groß, den Eurovision Song Contest 2022 zu veranstalten. Lokale Politiker unterstützen die Bewerbung der Stadt, die sich mit der Ausrichtung des Großevents einen touristischen und wirtschaftlichen Aufschwung versprechen. Tourismus-Stadtrat Alberto Sacco sagte dazu: "Turin verfügt über alle Notwendigkeiten, um die Veranstaltung erfolgreich durchzuführen, aber wir müssen auf den Aufruf der Organisatoren der RAI warten." Neben Turin haben diverse andere Städte Interesse am Bieterverfahren der RAI bekundet, u.a. die Hauptstadt Rom, Bologna, Florenz, Mailand, Pesaro, San Remo, Rimini und Verona.

Niederlande
- Der Song Contest von Rotterdam fand als sogenanntes Fieldlab Event statt, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie bei Großveranstaltungen wissenschaftlich analysieren soll. Wie die niederländische Nachrichtenseite nu.nl berichtet, wurden 48 der 29.785 Zuschauer im Rahmen der Testreihe positiv auf das COVID-19 getestet. Nicht in die Statistik fließen Infektionen bei den Volunteers, der technischen und logistischen Crew sowie den Delegationen. Sowohl in der polnischen als auch isländischen Delegation gab es positive Corona-Fälle, wodurch Daði & Gagnamagnið für Island nicht live auf der Bühne im Ahoy standen.

Samstag, 12. Juni 2021

News-Splitter (867)


Weißrussland
- Das weißrussische Fernsehen BTRC hat innerhalb der 14tägigen Frist keine Beschwerde bei der Europäischen Rundfunkunion eingereicht, wodurch die Mitgliedschaft des Senders mit Sitz in Minsk bis auf weiteres suspendiert wird. Aufgrund der von der EBU kritisierten Einschränkung der Unabhängigkeit des staatlichen Senders in Weißrussland, entzog die Rundfunkunion BTRC die Rechte am Nachrichten- und Informationsaustausch innerhalb des EBU-Netzwerks. Ebenfalls sind damit die Teilnahmen am Eurovision Song Contest und anderen Veranstaltungen der EBU ausgeschlossen. 2021 wurde Weißrusslands Beitrag aufgrund politischer Inhalte von der EBU disqualifiziert, auch der nachgebesserte Beitrag wurde abgelehnt.

Portugal
- In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen hat der portugiesische Song Contest-Sieger Salvador Sobral seine Entschuldigung für die Worte nach dem Finale von Kiew erneuert. Darin heißt es: "Noch nach der Preisverleihung in Kiew musste ich unbedingt loswerden, dass wir in einer Welt voller Fast-Food-Musik ohne Inhalt leben. Das haben viele Leute in den falschen Hals bekommen und mich für einen arroganten Schnösel gehalten. Später habe ich in einer Talkshow den Spruch rausgehauen, dass der ESC meine persönliche Prostitution war. Hätte ich nicht tun sollen. Ich wollte witzig sein und ein bisschen rebellisch rüberkommen." Sobral gewann die Eurovision 2017 mit der größten Punktezahl aller Zeiten vor Kristian Kostov aus Bulgarien.

Kasachstan
- Die Türkvizyon 2021 wird im kasachischen Türkistan stattfinden. Wie der für die Organisation zuständige türkische Musiksender TMB TV berichtet, wird der Wettbewerb erstmals seit seiner Einführung in Kasachstan ausgetragen. Ein konkretes Datum für die Türkvizyon wurde hingegen noch nicht genannt. Türkistan wurde im Mai zur Kulturhauptstadt der turksprachigen Welt bestimmt, die Geschichte der Siedlung reicht bis zu 4000 Jahre zurück. Ursprünglich hätte die Türkvizyon bereits 2017 in Astana, dem heutigen Nursultan, stattfinden sollen, damals wurde der Wettbewerb jedoch abgesagt. Bislang hat eine Reihe von Nationen und Regionen die Teilnahme in Türkistan bestätigt, etwa das Volk der Nogai, die russische Region Stawropol oder Rumänien.