Montag, 5. April 2021

Eurovision 2021: Afrojack und Glennis Grace als Interval


Niederlande
- ...und noch mehr Künstler wurden als Interval-Act für das große Finale des Eurovision Song Contests 2021 bestätigt. Der niederländische Sender RTL meldet, dass Afrojack, Glennis Grace und Wulf einen Beitrag namens "Music binds us" im Finale präsentieren werden. Dabei handelt es sich wohl um einen zweiteiligen Titel, der sowohl klassische Elemente als auch moderne Dancemusik zusammenbringt. Insbesondere Glennis Grace kennen Eurovisionsfans noch aus dem Jahre 2005.

Damals hat sie die Niederlande mit "My impossible dream" vertreten und das Finale zur Verwunderung vieler verpasst. Später ging sie nach Amerika und nahm dort unter anderem an "America's Got Talent" teil. Wulf alias Leuwe Albertsma ist ein ehemaliger "The Voice of Holland"-Teilnehmer, der in den Niederlanden inzwischen eine Reihe von Singles veröffentlicht hat und mit seiner Debütsingle die #4 der niederländischen Charts belegte. Afrojack ist ein international bekannter DJ, der mit Stars wie David Guetta, Snoop Dogg und Martin Garrix zusammengearbeitet hat.

Am Finale des Eurovision Song Contests nehmen am 22. Mai insgesamt 26 Nationen teil, jeweils zehn Nationen aus den Halbfinals, die Big Five und die Niederlande als gastgebende Nation. Die Flag Parade zu Beginn wird musikalisch durch den DJ Pieter Gabriel untermalt, zudem wurden ehemalige Song Contest-Sieger wie Getty Kaspers gemeinsam mit Teach-In, Sandra Kim und Helena Paparizou im Projekt "Rock the roof" als Interval-Act verpflichtet. Moderiert wird die Show von Chantal Janzen, Edsilia Rombley und Jan Smit.

Road to Rotterdam (07/39): Ukraine


Ukraine - Ukraine - 
Україна - Oekraïne

Hauptstadt: Kiew
Einwohner: 41,8 Mio.
Tritt beim ESC an seit...: 2003
Zuständiger Rundfunk: UA:PBC
Bestes Ergebnis: 1. Platz (2004, 2016)

Der Beitrag für den ESC 2020:
Interpret: Go_A
Song: Solovey (Соловей)
Gesungen auf: Ukrainisch
Feedback: Weißer Gesang war uns schon von Tulia aus Polen bekannt, die ukrainische Gruppe Go_A hätten 2020 aber noch eins draufgelegt. Mit "Solovey" ("Nachtigall") hätte Leadsängerin Kateryna Pavlenko sicherlich einige westliche Trommelfelle an den Rand der Explosion gebracht. Mir hat es sehr gefallen, insbesondere weil es eine harmonische Melodie war, die mit schriller Stille übertont wurde.

Der Beitrag für den ESC 2021:
Interpret: Go_A
Song: Shum (Шум)
Gesungen auf: Ukrainisch
Text & Musik: Taras Shevchenko, Kateryna Pavlenko, Ihor Didenchuk
Auswahlmodus: Go_A wurden intern vom ukrainischen Fernsehen UA:PBC für 2021 nominiert, nachdem sie im vergangenen Jahr den ukrainischen Vorentscheid "Vidbir" gewinnen konnten.
Tritt an im...: 1. Semifinale von Rotterdam am 18. Mai

Über den Interpreten:
 Go_A ist eine Gruppe, die sich 2012 formiert hat, nachdem die Idee für eine Electrofolk-Band schon ein Jahr zuvor von Taras Shevchenko kam. So fanden sich Sängerin Kateryna Pavlenko, Ihor Didenchuk, Ivan Hryhoriak und Taras zusammen und veröffentlichten noch im gleichen Jahr den Titel "Koliada". Der Bandname Go_A ist eine stilistische Metapher und bedeutet "Zurück zum Anfang". Im Laufe der Jahre wuchs ihre Popularität in der Ukraine, 2016 wurde das Debütalbum "Idy na zvuk" bei Moon Records veröffentlicht. 2017 erschien ein Weihnachtslied namens "Shchedryi vechir", drei Jahre später meldeten sie sich für Vidbir, den Vorentscheid für Rotterdam an.

Meine Meinung zum Beitrag: Ursprünglich hat eine andere Version den Vorentscheid gewonnen, die für mich wesentlich stimmiger klang als die Version, die nun nach Rotterdam fahren wird. Text und Musik wurden, wie es beim NDR so schön heißt "verdichtet" und ich brauche wohl noch etwas, bis ich diese Fassung genauso sehr mag wie das Original. Für mittel- und westeuropäische Ohren mag dieses Lied ohnehin sehr speziell sein, für einige gar unerträglich. Ich finde es insgesamt aber okay, sodass die Ukraine mit Sicherheit nicht in Verlegenheit kommen wird, ihre 100%-Finalquote zu verlieren. 6/12.

Go_A - Shum

Sonntag, 4. April 2021

Eurofire wünscht frohe Ostern 2021!


Deutschland
- Es gab eine Zeit, da wurden zu Ostern typische Fragen gestellt wie "Wie färbe ich meine Eier bunt?" oder "Warum bringt ein Hase die Eier?", heute stellt man sich Fragen wie "Darf ich an Ostern meine Familie besuchen?" oder "Brauche ich einen Negativ-Test für's Kuchenessen?" Das ist schade, aber leider nicht zu ändern. Frust und Corona-Müdigkeit sind Alltag geworden, weil es kaum Perspektiven gibt oder gar ein Ende in Sicht ist, immerhin wird von uns niemand ans Kreuz genagelt, wie andere Figuren der Weltreligion dieser Tage. Ich maße mir aber gar nicht erst an, eine Grundsatzdiskussion ins Rollen zu bringen und über richtig und falsch diskutieren, sondern wollte einfach allen Lesern frohe Ostern wünschen.

Ich halte mich über Ostern ohnehin unter Verschluss, da ich mit einer ausklingenden Mandelentzündung und Husten, der nach einer Dampflok bei voller Fahrt klingt, zuhause liege, in Hamburg nach 21 Uhr nicht mehr vor die Tür darf und der traditionelle Käsekuchen-Verzehr im Familienkreis eh auf Eis liegt. Dafür bleibt immerhin viel Zeit für ausgiebige Schläfchen am Nachmittag und die Nachrichtenbeobachtung in der Eurovisionswelt, in der es hier primär geht. Es sind keine 50 Tage mehr, bis an einem hoffentlich lauwarmen Samstagabend im Mai die Eurovisionsfanfare ertönt und uns Chantal Janzen, Edsilia Rombley und Jan Smit aus Rotterdam begrüßen.

Der Eurovision Song Contest 2021 wird stattfinden und ich finde, dass ist die beste Nachricht seit Monaten über die wir uns hier wirklich freuen können. Es wird 2021 einen "The last finalist is..."-Moment im Halbfinale geben, bizarre Kostüme, hohe Noten, ja im Idealfall auch Feuerwerk und ausladende Tanzchoreographien, bis es am Ende heißt "The winner is...!" Freuen wir uns, dass trotz aller Einschränkungen und Richtlinien, die derzeit unser Leben maßgeblich bestimmen zumindest dieses Licht scheint und nicht wieder verboten oder abgesagt wurde. Die EBU und die niederländischen Behörden haben ein Konzept vorgelegt, dass in den nächsten Jahren hoffentlich keine Schule machen muss, aber sie haben es geschafft, dass wir am 18., 20. und 22. Mai in Einigkeit unseren liebgewonnenen Eurovision Song Contest schauen können. 

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern frohe Ostern! :)

Road to Rotterdam (06/39): Island


Island - Iceland - Ísland - 
IJsland

Hauptstadt: Reykjavik
Einwohner: 364.000
Tritt beim ESC an seit...: 1986
Zuständiger Rundfunk: RÚV
Bestes Ergebnis: 2. Platz (1999, 2009)

Der Beitrag für den ESC 2020:
Interpret: Daði Freyr & Gagnamagnið
Song: Think about things
Gesungen auf: Englisch
Feedback: Selbst Hollywood-Stars rührten im letzten Jahr die Werbetrommel für das kleine Island und das nicht nur, weil der Netflix-Film von Will Ferrell seine Premiere feierte, sondern auch weil Daði und seine Begleit-Combo einen frischen Titel im Rennen hatten, der neben Litauen zu den großen Favoriten des letzten Jahrgangs zählte. Auch das Musikvideo sorgte für Kurzweil, allein dadurch weil Island eine weitere skurrile Facette zum Song Contest brachte.

Der Beitrag für den ESC 2021:
Interpret: Daði Freyr & Gagnamagnið
Song: 10 years
Gesungen auf: Englisch
Text & Musik: Daði Freyr Pétursson
Auswahlmodus: Interne Auswahl von Daði Freyr und seiner Band durch RÚV, nachdem er zuvor angegeben hatte, dass er sich keinem Vorentscheid stellen werde, da er bei einem Startplatz beim Söngvakeppnin einen unfairen Vorteil im Wettbewerb hätte.
Tritt an im...: 2. Semifinale von Rotterdam am 20. Mai

Über den Interpreten:
 
Daði Freyr Pétursson wurde am 30. Juni 1992 in Reykjavik geboren, lebt aber bis zu seinem neunten Lebensjahr in Dänemark. Inzwischen lebt er aufgrund seines Musikstudiums in Berlin. Er gründete die Band RetRoBot, die 2013 das Album "Blackout" herausbrachte. 2017 stellte sich Daði mit seiner Band Gagnamagnið mit "Is it love?" erstmals dem isländischen Vorentscheid. Gagnamagnið besteht aus seiner Schwester Sigrún Birna, seiner Frau Árný Fjóla sowie seinen Freunden Hulda Kristín, Stefán Hannesson und Jóhann Sigurður. Während er 2017 noch Zweiter wurde, konnte er 2020 mit "Think about things" den Söngvakeppnin gewinnen. Der Song handelte von seinem Kind, der diesjährige Wettbewerbstitel ist seiner Frau gewidmet.

Meine Meinung zum Beitrag: Leider sind der Zauber und Wow-Effekt aus dem Vorjahr komplett verflogen. Während "Think about things" noch würzig, spritzig, genial war, verliert "10 years" deutlich an Boden und könnte es trotz der komödiantischen Tanzmoves schwer haben, sich für das Finale zu qualifizieren. Man muss Island zwar dafür loben, dass sie regelmäßig andere Musikstile zur Eurovision bringen, im Fall von Daði ist jedoch Vorsicht geboten, da das Lied schnell seine Halbwertszeit überschreitet. 6/12.

Daði Freyr & Gagnamagnið - 10 years

Samstag, 3. April 2021

Schweiz: Jurymitglieder für 2022 gesucht


Schweiz
- Was bei mir in dieser Woche etwas untergegangen ist... die Schweiz hat ihre Song Contest-Teilnahme für 2022 ausgesprochen, indem sie wieder nach Freiwilligen sucht, die sich damit beschäftigen, wer im nächsten Jahr für die Eidgenossenschaft antritt. Damit ist die Schweiz nach Deutschland bereits die zweite Nation, die an ihrem Vorauswahlverfahren festhält und die Verantwortung auf ein externes Gremium überträgt, in diesem Fall musikinteressierte Schweizer.

Schon in den letzten Jahren wurden Luca Hänni und Gjon's Tears mit Hilfe einer 100köpfigen Jury gefunden. Letzterem werden mit seinem Song "Tout l'univers" große Chancen in Rotterdam ausgemalt. Nun hat die Rundfunkunion aus SRF, RTS, RSI und RTR einen neuen Aufruf gestartet. "Als Teil der Jury entscheidest Du von der Vorauswahl der Kandidaten über die Bewertung potentieller Songs bis hin zur finalen Abstimmung mit, welchen Beitrag die Schweiz 2022 zum ESC schicken wird.", heißt es darin.

Das Bewerbungssystem erfolgt analog zum deutschen Jurycasting und wird ebenfalls von Simon + Kucher durchgeführt. Das Teilnahmeformular kann man sich hier aufrufen. Richtlinien und Einzelheiten für interessierte Kandidaten, die auf der Bühne des Eurovision Song Contests 2022 stehen wollen gibt es bisher allerdings noch nicht. Man kann jedoch davon ausgehen, dass sich am Prinzip der Jahre 2019 bis 2021 nichts geändert hat und der Interpret, der das Ticket für die Eurovision 2022 erhält, gemeinsam mit seinem Beitrag intern ausgewählt wird.