Samstag, 29. November 2025

Kasachstan: Frage der Teilnahme klärt sich im Januar


Kasachstan
- Das kasachische Ministerium für Kultur und Information hat darüber informiert, dass die Frage ob Kasachstan im nächsten Jahr ein Debüt beim Eurovision Song Contest geben wird, erst Anfang 2026 getroffen wird. Wie mehrere Medien berichteten, gab es im Juli Gespräche zwischen der Europäischen Rundfunkunion und dem assoziierten Mitglied Khabar über eine potentielle Teilnahme in Wien. Das kasachische Fernsehen benötigt ähnlich wie das australische Fernsehen eine direkte Einladung aufgrund des fehlenden Vollmitglied-Status.

Das Ministerium erklärte zugleich, dass die Teilnehme einen großen logistischen und finanziellen Aufwand erfordert und die anfallenden Kosten aktuell nicht im Budget des Senders Khabar erfasst sind. Aus eben jenem Grund sei Kasachstan auch nicht auf der Teilnehmerliste des Junior Eurovision Song Contests in Tiflis zu finden, an dem man in der Vergangenheit bereits teilgenommen hat. Man sei jedoch engagiert und werde weiterhin in diese Richtung arbeiten, um ein Debüt zu ermöglichen, heißt es aus Astana. 

Seit 2016 ist Khabar assoziiertes Mitglied der Europäischen Rundfunkunion und versuchte in der Vergangenheit häufiger ein Debüt im Wettbewerb zu ermöglichen. Bisher scheiterte dies an der Bereitschaft der EBU, Kasachstan als zweites assoziiertes Land zuzulassen. Bei Gesprächen zwischen EBU-Direktor Noel Curran und Khabar sei jedoch vereinbart worden, Ende des Jahres über eine Teilnahme zu sprechen, dies wurde nun offenbar in den Januar 2026 verlegt.

Heute: Pan-ArcticVision in Iqaluit


Kanada
- In der ARD wird heute das Adventsfest der 100.000 Lichter gezeigt und im kanadischen Iqaluit findet in der Cadet Hall der dritte Pan-ArcticVision Song Contest statt. Künstler rund um den nördlichen Polarkreis sind aufgerufen, in einem freundschaftlichen Wettbewerb ihre Kultur zu bewerben, insgesamt nehmen neun Acts an der Veranstaltung teil, bei der der "Most Arctic Song", der "Most Revolutionary Song" und der Beitrag, der das größte Gefühl von Gemeinschaft verkörpert prämiert werden. In diesem Jahr debütiert zudem die russische Teilrepublik Jakutien.

Die Teilnehmer der Pan-ActicVision 2025:
01. -Alaska - Quinn Christopherson
02. -Färöer - Dóttir
03. -Grönland - Kimmernaq Kjedsen & HH
04. -Island - Geðbrigði
05. -Jakutien - Saina
06. -Nordfinnland - Yungmiqu
07. -Nordnorwegen - Linus Johnsen
08. -Nordschweden - NTÏV
09. -Nunavut - Shauna Seeteenak
xx. -Yukon & Nordwest-Territorien

Einen Überblick über alle Interpreten gibt es hier. Moderiert wird die Show von Laakkuluk Williamson Bathory, die ihr indigenes Erbe ebenfalls künstlerisch zur Schau stellen wird. Der Pan-Arcticvision wird ab 21 Uhr (MEZ) beim kanadischen Sender Uvagut TV und via Youtube online übertragen. Anders als beim Eurovision Song Contest und seinen Ablegern geht es weniger um die beste Performance und den Sieg sondern vielmehr um ein gemeinsames Feiern indigener Kultur der arktischen Völker. Der erste Wettbewerb dieser Art fand 2023 statt.

Freitag, 28. November 2025

Eurovision: Spanien und Slowenien bekräftigen Standpunkt


Spanien
- RTVE-Generaldirektor José Pablo López hat sich heute öffentlich zu den jüngsten Entwicklungen beim Eurovision Song Contest geäußert und bekräftigt erneut, dass Spanien im kommenden Jahr nicht am Wettbewerb teilnehmen wird, sollte Israel weiterhin als Teilnehmer für Wien 2026 gelistet sein. "Die Position von RTVE bleibt unverändert. Wir vertreten seit Monaten dieselbe Position, nämlich dass die Präsenz Israels untragbar ist. Wir sprechen hier von einem Völkermord in Gaza und der Eurovision Song Contest ist ein Wettbewerb, Menschenrechte sind aber kein Wettbewerb."

Israel habe laut López gegen die Regeln verstoßen, sei in den letzten beiden Jahren allerdings nicht sanktioniert worden, jedes andere Land, das jene Praxis angewendet hätte, wäre sanktioniert worden, heißt es weiter. Die von der EBU umgesetzten Maßnahmen seien zwar ein Schritt nach vorn, reichen dem spanischen Fernsehen allerdings nicht aus. Es seien weitere Maßnahmen notwendig und eben diese Position werde RTVE auch bei der Generalversammlung am 4. und 5. Dezember vertreten. Folglich würde das spanische Fernsehen nach aktuellem Stand nicht an der Eurovision 2026 teilnehmen.

Slowenien
- Eine ähnliche Meinung vertritt auch das slowenische Fernsehen RTVSlo. Vorstandsdirektorin Natalija Gorščak erklärte ebenfalls, dass Slowenien aus oben genannten Gründen nicht am Eurovision Song Contest 2026 teilnehmen werde, sollte Israel weiterhin im Wettbewerb geduldet werden. Sollte sich bei der Generalversammlung hingegen herausstellen, dass Israel ausgeschlossen werde, werden sie "selbstverständlich am Festival teilnehmen", heißt es aus Ljubljana. Einen ähnlichen Kurs verfolgen zudem die Rundfunkanstalten aus Irland, den Niederlanden und Island. Anders als in Spanien, wo das Festival von Benidorm unabhängig von der letztlichen Entscheidung für den Song Contest stattfinden wird, hat RTVSlo bisher keine Auswahlpläne vorgestellt.

Mittwoch, 26. November 2025

Island: RÚV fordert Ausschluss Israels in Wien


Island
- Bei einer Vorstandssitzung des isländischen Fernsehens RÚV haben fünf der neun Ratsmitglieder die Europäische Rundfunkunion dazu aufgefordert, Israel vom Eurovision Song Contest 2026 auszuschließen. Generaldirektor Stefán Jón Hafstein bestätigte die Entscheidung und erklärte, dass dieses Thema bei der Generalversammlung der EBU am 4. und 5. Dezember ein Thema sein wird. Spätestens dann wird auch über die isländische Teilnahme verhandelt.

Bislang behält sich RÚV alle Optionen offen, ob man am Eurovision Song Contest in Wien teilnehmen werde oder nicht. "Das Thema wird in einer Sondersitzung des Vorstands nach der EBU-Tagung besprochen. In der heutigen Sitzung wurde dazu keine Stellungnahme abgegeben.", so Hafstein. Er erwartet zudem auch Widerspruch von anderen Rundfunkanstalten, wisse jedoch nicht, welche Sendeanstalten welchen Standpunkt vertreten. Das Vorgehen in Gaza wurde u.a. aus den Niederlanden, Slowenien, Irland und Spanien kritisiert.

Island gilt als eine der eurovisionsfreundlichsten Nationen im Wettbewerb, der Eurovision Song Contest erzielt dort regelmäßig Einschaltquoten von deutlich über 90%. In diesem Jahr wurde Island vom Duo Væb mit "Róa" vertreten, die im Finale von Basel den 25. Platz belegten. Es war der erste Finaleinzug des Landes seit 2022. Island wartet bis heute auf seinen ersten Sieg im Wettbewerb, die besten Platzierungen erreichten Selma im Jahr 1999 und Yohanna im Jahr 2009, jeweils den zweiten Platz.

News-Splitter (1144)


Albanien
- Vom 17. bis 20. Dezember trifft sich die albanische Musikszene zum Festivali i Këngës im Kongresspalast in Tirana. Insgesamt 28 Interpreten treten an, Egzon Pireci wird aus persönlichen Gründen jedoch nicht am Festival teilnehmen. Er wurde vom albanischen Fernsehen RTSH durch Lynx mit "Nuk kthehem pas" ersetzt, die in den Vorjahren bereits häufiger am Festival teilgenommen haben. Beim 64. Festivali i Këngës wird zu 50% per Jury sowie zu jeweils 25% per nationalem und internationalem Televoting entschieden, wer das Festival gewinnt und Albanien beim Eurovision Song Contest in Wien vertreten darf.

Österreich
- Die Allocation Draw, sprich die Auslosung der Halbfinalisten wird am Montag, den 12. Januar im Wiener Rathaus stattfinden. Die Europäische Rundfunkunion bestätigte, dass das offizielle Prozedere, das auch mit der Übergabe der Insignien des Wettbewerbs von Basel an Wien einhergeht, Mitte Januar stattfinden und vom ORF begleitet wird. Zuvor werden die Teilnehmerländer nach geopolitischen Kriterien zunächst in Lostöpfe sortiert, ähnlich wie dies nach Stärke der Mannschaften bei der Fußball-WM der Fall ist. Die genaue Startreihenfolge wird im März festgelegt, sobald alle Beiträge der Eurovision 2026 feststehen.

Slowenien
- Als Gegner der israelischen Teilnahme in Wien gilt das slowenische Fernsehen RTVSlo, das aus ethischen Gründen ausschließt, am Eurovision Song Contest teilzunehmen, sollte Israel weiterhin startberechtigt sein. Mehrere Medien berichten, dass der Sender in Ljubljana bereits fest davon ausgeht, im kommenden Jahr nicht dabei sein zu können, wenngleich eine offizielle Bestätigung hierfür noch aussteht. RTVSlo plane den Song Contest im nächsten Jahr offenbar nicht einmal auszustrahlen und sich stattdessen auf andere Großereignisse wie die Olympischen Winterspiele in Cortina d'Ampezzo zu konzentrieren.

Dienstag, 25. November 2025

Litauen: Teilnehmer von Eurovizija.lt vorgestellt


Litauen
- Auch im kommenden Jahr trägt LRT wieder einen groß angelegten litauischen Vorentscheid aus, an dem insgesamt 40 Interpreten teilnehmen werden. Eurovizija.lt 2026, so der Titel der Show, soll ab dem 14. Januar starten und je nach Produktionsvorgaben zwischen fünf und sechs Vorrunden inkludieren, ehe am 27. Februar in der Twinsbet Arena in VIlnius der Sieger und Vertreter für den Eurovision Song Contest ermittelt wird. Heute hat LRT die Namen seiner potentiellen Vertreter vorgestellt.

Die Teilnehmer des litauischen Vorentscheids 2026:
01. - Agata Ray - Gravity lies
02. - Agnė Buškevičiūtė - Unbound
03. - Aika - Raga
04. - Aistė Pilvelytė - Tarp žvaigždžių tylos
05. - Akire - Šiluma
06. - Atikin - Deganti žemelė
07. - Aurimas Papečkys - Tu mano
08. - Black Biceps - Let me cook
09. - Dagna - Sau meluojam
10. - Elizabeth Olshey - Between
11. - Emi Acidic - U broke me
12. - Freya Alley - No kiss goodbye
13. - Grete - Parade
14. - Hansanova - Lumina
15. - Il Senso - Brave enough
16. - Jokūbas Jankauskas - Shine
17. - Jonas Vilimas - Unshakable
18. - Juozas Martin - Atmerk akis
19. - Justė Osh - Gaisras
20. - Ledi Ais - Mes siekiam žvaigždžių
21. - Lion Ceccah - Sólo quiero más
22. - Lokytė - Vilko akių
23. - Lolita Zero - Salve im meum mundum
24. - Matas Ligeika - Svetimi
25. - Melanija - The offering
26. - Mėnulio Fazė - Dabar ir čia
27. - More - Taip lengvai
28. - Noy - Stand up
29. - Nøra Blu - Hold my own
30. - Patricija Luščynska - Worth it
31. - Paulè - Sako
32. - Rug!le - Ikona Žemaitė
33. - Selene Ice - Nessuno
34. - SHWR - Contact
35. - Siga - Noriu jo
36. - The Ditties - Mambo
37. - Theyla LeRoy - Oblivion
38. - Thomas G - One night love
39. - Valdas Lacko - Pabandom
40. - Vilnius Voices - Grįšim

Unter den Teilnehmern des litauischen Vorentscheids für Wien findet man eine ganze Reihe ehemaliger Teilnehmer, die es allerdings noch nicht zum Eurovision Song Contest geschafft haben. Dazu zählen etwa Aistė Pilvelytė, die seit fast 20 Jahren versucht, Litauen beim Song Contest zu repräsentieren oder auch Lion Ceccah, die in diesem Jahr hinter Katarsis mit "Drobė" den zweiten Platz beim litauischen Vorentscheid belegten. Katarsis wurden in Basel mit "Tavo akys" 16. im Finale.

Montag, 24. November 2025

Ukraine: Suspilne stellt Longlist für 2026 vor


Ukraine
- Das ukrainische Fernsehen Suspilne hat die Longlist seines nationalen Vorentscheids Vidbir 2026 vorgestellt. Die Künstler wurden aus 392 Bewerbungen ausgewählt und werden in den nächsten Wochen auf neun Interpreten reduziert, die am TV-Vorentscheid teilnehmen werden, ein zehnter Act der bis dahin nicht qualifizierten Kandidaten wird per Online-Voting am Vorentscheid teilnehmen. Dort entscheiden Juroren und Zuschauer gemeinschaftlich, wer die Ukraine beim Song Contest in Wien vertreten wird.

Die Longlist des ukrainischen Vorentscheids 2026:
01. - Anstay
02. - Jery Heil
03. - Karyotype
04. - Khayat
05. - Laud
06. - Leléka
07. - Marta Adamchuk
08. - Molodi
09. - Mon Fia
10. - Monokate
11. - Mr. Vel
12. - OKS
13. - Shchuka Ryba
14. - The Elliens
15. - Valeriya Force

Unter den Interpreten finden sich diverse bekannte Gesichter, darunter Jerry Heil, die die Ukraine 2024 gemeinsam mit Alyona Alyona beim Song Contest in Malmö vertreten hat und mit "Teresa & Maria" den dritten Platz belegte. Monokate ist der Künstlername von Kateryna Pawlenko, der Frontsängerin von Go_A, die 2021 mit "Shum" Fünfte beim Song Contest 2021 in Rotterdam wurden. Molodi wurden beim diesjährigen Vidbir mit "My sea" Zweite, Khayat belegte mit "Honor" ebenfalls den geteilten zweiten Rang. Das ukrainische Fernsehen sucht Nachfolger der Gruppe Ziferblat, die in Basel den neunten Platz belegten.

Eurovision 2026: Registrierung für Tickets möglich


Europa
- Via Eurovision.com besteht seit heute die Möglichkeit sich für den Ticketverkauf des Eurovision Song Contests anzumelden. Die Seite ist seit heute online und ersetzt die bisherige Website Eurovision.tv, die in der kommenden Woche abgeschaltet wird. Die Europäische Rundfunkunion erklärte, die neue Website biete zahlreiche neue Funktionen, die auf der alten Website nicht umsetzbar waren. Dazu zählt u.a. eine Datenbank zur Song Contest-Geschichte und eine Sektion für den Junior Eurovision Song Contest.

Unabhängig von den Neuerungen im Online-Auftreten der Eurovision gibt es nunmehr die Möglichkeit sich vorab für den Ticketkauf des 70. Eurovision Song Contests zu registrieren. Bis zum 18. Dezember um 23:59 Uhr (MEZ) kann man sich registrieren, anschließend erhalten alle Konto-Inhaber eine E-Mail mit Details zum Ticketpartner oeticket.com. Pro Person sollen bis zu vier Tickets gleichzeitig erworben werden können. Der Ticketverkauf für den Eurovision Song Contest beginnt am 13. Januar um 13 Uhr (MEZ).

Wie schon in den letzten Jahren wird es neben den offiziellen Ticketrunden auch weitere Möglichkeiten geben, Tickets für die Live-Shows zu erwerben, sobald Aufbau- und Belegungspläne der Halle festgelegt sind. Auf Eurovision.com ist zudem ein FAQ zum Ticketkauf und erste Infos zu verbotenen Gegenständen beim Eurovision Song Contest abgebildet, sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch. Weitere Einzelheiten sollen in Kürze zur Verfügung stehen.

Sonntag, 23. November 2025

Ägypten: Arabische Welt als potentieller Markt


Ägypten
- Voxovation, die Produktionsgesellschaft, die die Rechte des Eurovision Song Contests hält und das Projekt bereits nach Kanada, Lateinamerika und Indien veräußert hat, plant einen weiteren Ableger, diesmal im arabischen Raum. Darin heißt es: "Stellen Sie sich die Leidenschaft des Arabien-Pokals, den Glamour des Cairo Film Festivals und das kulturelle Prestige der Expo Dubai vor, das alles vereint macht den Eurovision Song Contest aus." Wie kompliziert eine multinationale Veranstaltung ist, zeigen Beispiele aus Asien und Südamerika.

Offenbar sieht Voxovation die arabische Welt, die 22 Länder von Mauretanien über Nordafrika und die Arabische Halbinsel bis in den Oman umfasst, als potentiellen Markt für einen Song Contest-Ableger. Bereits 2007 gab es Gespräche zwischen der Europäischen Rundfunkunion und einem Medienunternehmen, im Januar 2008 wurden die Rechte an die Nibras Media Ltd. verkauft, die einen auf der Eurovision basierenden Wettbewerb organisieren sollte. Über das Planungsstadium kam der Wettbewerb nie hinaus.

Mit Ausnahme des 2022 einmalig durchgeführten American Song Contests sind alle Projekte auf anderen Märkten bislang gescheitert. Ein Wettbewerb im asiatisch-pazifischen Raum versucht man seit fast 20 Jahren auf die Beine zu stellen und auch die übrigen Visionen in Kanada, Mittel- und Südamerika oder Indien liefen schleppend, ehe sie ganz eingestampft wurden. Statt eines eigenen Wettbewerbs mit kanadischen Provinzen und Territorien gibt es aktuell Verhandlungen, den öffentlich-rechtlichen Sender CBC zur 70. Eurovision nach Wien einzuladen.

Samstag, 22. November 2025

Polen: TVP plant mit großem Vorentscheid für 2026


Polen
- Polnische Medien berichten, dass der Sender TVP seinen nationalen Vorentscheid im kommenden Jahr groß aufziehen möchte und dafür erstmals in der Geschichte eine größere Konzerthalle anmieten möchte. Berichten zufolge sollen mehrere tausend Menschen live bei der Vorentscheidung am 14. Februar 2026 dabei sein können. Auch plant TVP neben einer größeren Halle für den Vorentscheid ehemalige Song Contest-Teilnehmer aus dem Ausland einzuladen und diese als Pausenfüller auftreten zu lassen.

Noch bis Montag den 24. November haben polnische Interpreten Zeit sich für den nationalen Vorentscheid anzumelden, gesucht werden Interpreten mit polnischer Staatsbürgerschaft, die am 1. Mai 2026 mindestens 16 Jahre alt sind und einen Song in polnischer, kaschubischer, englischer, französischer oder italienischer Sprache einreichen, der maßgeblich ohne das Mitwirken von KI erstellt wurde. Hinzu kommt, dass sämtliche Requisiten von TVP abgenickt und innerhalb von 30 Sekunden auf- und abgebaut werden können.

Zwischen dem 27. November und dem 5. Dezember bewertet eine senderinterne Jury alle Beiträge nach einem festgelegten Punkteschema und wählt 20 Interpreten für die engere Auswahl aus, mindestens zehn davon werden bei den Live-Auditions Mitte Dezember in Warschau dabei sein. Anschließend werden zehn Acts für das TV-Finale am 14. Februar ausgewählt, TVP behält sich zudem vor, zwei Ersatzkandidaten und bis zu drei Wildcards nachzunominieren. Wo genau der Vorentscheid allerdings ausgetragen wird ist noch nicht bekannt.

Andorra: Contest kein ausschließlich finanzielles Problem


Andorra
- Zwischen 2004 und 2009 hat das andorranische Fernsehen RTVA am Eurovision Song Contest teilgenommen, ohne Erfolg. Sämtliche Beiträge des kleinen Landes, das in den Pyrenäen von Frankreich und Spanien eingekreist wird, schieden im Halbfinale aus, Andorra ist bis heute das einzige Land beim Eurovision Song Contest, das nie mit einem Beitrag im Finale platziert war. 2010 zog sich RTVA nicht nur aus Erfolglosigkeit sondern auch aus finanziellen Gründen zurück und wart bisher trotz Gerüchten nie wieder gesehen.

2012 kursierte sogar die Meldung, RTVA würde aus finanziellen Gründen seine Mitgliedschaft in der Europäischen Rundfunkunion beenden müssen. Jene Meldungen haben sich nicht bewahrheitet, RTVA ist nach wie vor Teil der Union, beim Eurovision Song Contest sucht man das Land trotzdem vergeblich. Immer wieder ist Andorra eines der ersten Länder, das seine Teilnahme für das kommende Jahr absagt und auch mögliche Initiativen von ehemaligen Song Contest-Vertreterinnen oder dem katalanischen Sender TV3 führten bisher zu keinem Comeback.

Wie Eurovision Ireland nunmehr meldet, sind die Gründe für das Fernbleiben keinesfalls finanzieller Natur sondern dem Desinteresse der Regierung und der Verantwortlichen innerhalb des Senders geschuldet. Die erste Song Contest-Vertreterin des Landes, Marta Roure erklärte: "Mir wurde gesagt: „Marta, es tut uns leid, aber die Verantwortlichen sind nicht begeistert [von der Idee einer Wiederauflage]. Die andorranische Regierung hat derzeit andere Prioritäten, wie zum Beispiel den Fortbestand des Cirque du Soleil im Sommer."

Freitag, 21. November 2025

Eurovision 2026: Verhaltene Kommentare zu Änderungen


Europa
- Nachdem die Europäische Rundfunkunion eine Reihe von weiteren Maßnahmen für den nächsten Eurovision Song Contest vorgestellt hat, etwa die Rückkehr des Juryvotings im Halbfinale, die Reduzierung der Stimmzahlen auf zehn Votes pro Anschluss und die Verhinderung von systematischen Wertungsschemen, haben sich einige der mit Fragezeichen gekennzeichneten Rundfunkanstalten zu Wort gemeldet. So haben die beiden belgischen Rundfunkanstalten VRT und RTBF die Schritte der Europäischen Rundfunkunion ausdrücklich begrüßt.

"Wir freuen uns, dass die EBU die in den letzten Monaten von verschiedenen Sendern geäußerten Bedenken ernst nimmt.", heißt es vom flämischen Sender VRT. Für die belgische Song Contest-Teilnahme ist in diesem Jahr der wallonische Sender RTBF zuständig, von dem bisher kein weiteres Statement vorliegt. Das isländische Fernsehen RÚV publizierte einen Artikel mit den neuesten Änderungen, gab jedoch keinen weiteren Kommentar zu seiner möglichen Teilnahme in Wien 2026 ab.

Ein Sprecher des irischen Senders RTÉ erklärte: "Die Ereignisse im Nahen Osten entwickeln sich natürlich von Tag zu Tag. Wie die EBU bereits bestätigt hat, steht die Frage der Teilnahme am Eurovision Song Contest 2026 auf der Tagesordnung der ordentlichen Wintergeneralversammlung des EBU-Vorstands, die im Dezember stattfinden wird." Bis dahin unterstreicht RTÉ auch trotz der Änderungen den Standpunkt, nicht am Song Contest teilnehmen zu wollen, solange Israel auf der Teilnehmerliste zu finden ist. Neben Irland stehen auch die Teilnahme Sloweniens, der Niederlande und Spaniens auf der Kippe.

Breaking News: EBU präsentiert weitere Maßnahmen


Europa
- Die Europäische Rundfunkunion ist für ihr ambivalentes Verhalten bei Regeländerungen bekannt und auch der Song Contest 2026 wird davon nicht ausgenommen bleiben. Nachdem man den Dialog mit sämtlichen teilnehmenden Rundfunkanstalten gesucht hat, präsentierte die EBU heute Morgen ihr abgeändertes Regelwerk, die nach Angaben von Eurovision.tv "Transparenz, Verantwortlichkeit und Neutralität stärken". Eine dieser Maßnahme betrifft u.a. auch die Promotion der ausgewählten Beiträge für den Song Contest.

So wird es auch weiterhin von Künstlern, Rundfunkanstalten und Plattenfirmen Kampagnen zur professionellen und werbewirksamen Arbeit mit Fans geben, Kampagnen Dritter, einschließlich Regierungen und deren Behörden, sind folglich jedoch ausgeschlossen. Die EBU erklärte: "Wir möchten außerdem unmissverständlich klarstellen, dass nachgewiesene Versuche, die Ergebnisse unzulässig zu beeinflussen, nicht toleriert und konsequent verfolgt werden. Dies trägt dazu bei, dass der Eurovision Song Contest ein von Künstlern, ihrer Musik und ihren Fans geprägter Raum bleibt."

Einen eben solchen Fall gab es in diesem Jahr als bekannt wurde, dass eine PR-Agentur im Sinne der israelischen Regierung übermäßig viel Werbung für den entsprechenden Beitrag schaltete. Als weitere Neuerung wurde die Anzahl der Stimmen, die während der Liveshow abgegeben werden können von 20 auf zehn Wertungen reduziert. Auch wenn die EBU hier keinen großen Ausschlag auf die Ergebnisse sieht, so reagiert man auf die Forderungen von Zuschauern und einigen Rundfunkanstalten. So hatte sich u.a. der norwegische Sender NRK für eine Reduzierung ausgesprochen.

Der wichtigste Einschnitt kommt jedoch bei den Halbfinals des Wettbewerbs zum Tragen. Dort wurde vor zwei Jahren das Juryvoting aus den Shows verbannt und ein 100%iges Zuschauervoting eingeführt. Die EBU kündigte für 2026 die Wiedereinführung im 50/50-Verhältnis in allen Liveshows, einschließlich der Halbfinals an. "Wir möchten sicherstellen, dass Lieder mit künstlerischem Wert, starker musikalischer Grundlage und kreativem Anspruch neben solchen mit breiter Publikumsunterstützung die gleichen Chancen haben, das große Finale zu erreichen.", erklärt EBU-Direktor Martin Green in einem offenen Brief.

Hinzu kommt, dass die aktuell aus fünf Mitgliedern bestehende Jury auf sieben Mitglieder aufgestockt wird. Die Jury soll sich aus allen Altersschichten und der gesamten Bandbreite musikalischer Berufsfelder zusammensetzen. Mindestens zwei der fünf Juroren sollen zwischen 18 und 25 Jahren sein, alle unterzeichnen weiterhin eine Erklärung, in der sie sich verpflichten unparteiisch abzustimmen und ihre Meinung nicht öffentlich zu äußern. Hinzu kommt, dass die EBU mit ihrem Abstimmungspartner Maßnahmen einleiten wird, um mit fortschrittlichen Sicherheitssystemen betrügerische Muster und Korruption erkennen und verhindern werde.

"Ich hoffe sehr, dass dieses umfassende Maßnahmenpaket Künstlern, Sendern und Fans gleichermaßen Sicherheit bietet. Ich hoffe, dass es die Werte des Wettbewerbs respektiert und stärkt. Vor allem aber hoffe ich, dass es dem Wettbewerb ermöglicht, die mitunter schwierige Welt, in der wir leben, anzuerkennen, aber gleichzeitig Versuchen zu widerstehen, unsere Bühne in einen Ort geopolitischer Spaltung zu verwandeln.", so Martin Green abschließend. Die Regeländerungen und die weiterhin kursierende Ablehnung einiger Rundfunkanstalten bezüglich der israelischen Teilnahme sind Thema bei der nächsten Generalversammlung der EBU im Dezember.

Donnerstag, 20. November 2025

Norwegen: Melodi Grand Prix 2026 in Lillehammer


Norwegen
- Der norwegische Melodi Grand Prix findet am 28. Februar in der Håkons Hall in Lillehammer statt. Der Sender NRK bestätigte, dass Ende Februar zehn Interpreten um das Ticket für den Eurovision Song Contest antreten werden, erstmals in der Geschichte des norwegischen Vorentscheids in Lillehammer. Neun der zehn Kandidaten sind bereits bekannt, ein zehnter Act soll in einem Radioduell zwischen acht Interpreten bestimmt werden. Diese Auswahl findet am 26. Januar statt.

Delegationsleiter Mads Tørklep erklärte: "Ich glaube, das könnte der beste Melodi Grand Prix aller Zeiten sein, wenn ich das so sagen darf." Beim norwegischen Fernsehen gibt man sich optimistisch, dass unter den Bewerbern durchaus auch potentielle Song Contest-Sieger zu finden sind. Auch der musikalische Projektleiter Tarjei Strøm lobte die Bewerbungen: "Es gibt gute Musik, für jeden Geschmack und für die ganze Familie ist etwas dabei." Insgesamt wurde rund 1.500 Beiträge eingereicht.

NRK sucht am 28. Februar beim mittlerweile 64. Melodi Grand Prix den Nachfolger von Kyle Alessandro, der mit "Lighter" beim Eurovision Song Contest in Basel den 18. Platz belegte. Neben seinen Bemühungen um den eigenen Beitrag ist NRK sehr an einer Reform beim Eurovision Song Contest interessiert, etwa die Gewichtung der Zuschauerstimmen und das Maß der möglichen Anrufe. Der norwegische Rundfunk beteiligte sich aktiv an der Analyse der Europäischen Rundfunkunion.

Lettland: LTV stellt Supernova-Kandidaten vor


Lettland
- Heute Morgen hat das lettische Fernsehen LTV im Rahmen seiner TV-Show "Rīta Panorāmā" die 24 Kandidaten vorgestellt, die im nächsten Jahr bei der Supernova, dem nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest dabei sein werden. Unter den Interpreten finden sich u.a. Amanda Bašmakova, die als Teil der Gruppe Elpo mitwirkt und Lettland 2011 beim Junior Eurovision Song Contest vertreten hat. Robert Ox war zudem Teil von Citi Zēni, die 2022 für Lettland in Turin mit ihrem Salat-Lied dabei waren.

Die Teilnehmer der Supernova 2026:
01. - Agnesse - Oh my my
02. - Aivo Oskis - Walking out
03. - Antra Stafecka - Divejāda
04. - Atvara - Ēnā
05. - Blurie - Lovin' always gets me down
06. - Daba - Panic attack
07. - De Mantra - Let them
08. - Edvards Strazdiņš - I ain't got the guts
09. - Elpo - Blakus
10. - Emilija - All we ever had
11. - Honey Blue - Blue disco
12. - Ivo Grīsniņš Grīslis - Home
13. - Jānis Rugājs - Smoke
14. - Kautkaili - Te un tagad
15. - Krisy - Take it
16. - Kristīna Megija - Insanity
17. - Legzdina - Ribbon
18. - Miks Galvanovskis - Cruel angel
19. - Nolark - Different places
20. - Papīra lidmašīnas - You're my saviour
21. - Paula - Dejot vien
22. - Robert Ox - Ravin' at the Taj Mahal
23. - Tikasha Sakama - #010126 CODA
24. - Vēstnieks - Vai tas ir kāds brīnums?

Mit Künstlern wie Ivo Grīsniņš Grīslis oder Miks Galvanovskis wird das Teilnehmerfeld zudem noch um Interpreten ergänzt, die bereits Erfahrungen beim lettischen Vorentscheid sammeln konnten. Schnipselchen der Beiträge sind bereits als Zusammenfassung online verfügbar, in voller Länge werden die Beiträge am 4. Dezember präsentiert. Am 31. Januar und 7. Februar veranstaltet das lettische Fernsehen zwei Vorrunden der Supernova, das Finale mit zehn bzw. elf Interpreten findet am 14. Februar statt.

Mittwoch, 19. November 2025

Bulgarien: BNT kündigt nationalen Vorentscheid an


Bulgarien
- Der bulgarische Rundfunk BNT hat einen nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2026 angekündigt. Wie es aus Sofia heißt, wird das Comeback zum Wettbewerb mit einer nationalen Vorrunde eingeläutet, für die sich der Sender BNT das Produktionsunternehmen Prophon an Bord geholt hat. Eine entsprechende Vereinbarung wurde gestern unterzeichnet, Prophon soll Daten und Informationen zu den 40 beliebtesten bulgarischen Interpreten an BNT liefern. 

BNT arbeitet auf den 70. Song Contest hin und habe mit Prophon einen verlässlichen Partner an Bord geholt, so BNT-Vorstandsmitglied Anton Andonov: "Deshalb ist die Vereinbarung mit Prophon für uns äußerst wichtig, da sie uns ein klares Kriterium liefert, nach dem wir die besten und vielversprechendsten bulgarischen Künstler zur nationalen Vorentscheidung einladen können, anstatt uns auf persönliche Eindrücke, subjektive Auswahlkriterien usw. zu verlassen.", anhand dieser Kriterien werde BNT gezielt Interpreten einladen.

Wie genau der Vorentscheid im Detail aussehen werde ist noch nicht bekannt, BNT-Generaldirektor Emil Koshlukov erklärte allerdings, dass man den Vorentscheid und generell auch die Teilnahme am Eurovision Song Contest dazu nutzen werde, die bulgarische Kultur und lokale Talente zu fördern und zu präsentieren. Bulgarien kehrt nach dreijähriger Pause zum Song Contest zurück, zuletzt nahm das Intelligent Music Project 2022 mit "Intention" in Turin teil und belegte das schlechteste Ergebnis seit 2009.

Dienstag, 18. November 2025

Österreich: Mit Diplomatie zum Teilnehmerrekord?


Österreich
- Der ORF arbeitet trotz Sparmaßnahmen und politischer Krisen in Europa am 70. Eurovision Song Contest und strebt eine Rekordshow im nächsten Jahr in Wien an. Generaldirektor Roland Weißmann erklärte: "Wir werben für den 70. Song Contest mit möglichst vielen Mitgliedsländern. Und ich bin optimistisch, dass wir eine Rekordzahl an Teilnehmerländern haben werden." Dies würde mehr als 43 Teilnehmer bedeuten, dieser Wert wurde 2008 in Belgrad und 2011 in Düsseldorf erreicht.

Um diesen Rekord einzustellen werde "aktuell mit den Mitteln der Diplomatie hinter den Kulissen gearbeitet", heißt es vom ORF-Generaldirektor. Und die ist auch notwendig, hat doch ein halbes Dutzend Rundfunkanstalten seine Teilnahme in Frage gestellt, sollte es Israel weiterhin gestattet sein, am Song Contest teilzunehmen. Ihr Fernbleiben haben u.a. die Sender aus Irland, den Niederlanden, Slowenien und Spanien angekündigt, auch die Bestätigungen aus Belgien, Island und Finnland stehen noch aus. Mit welchem Kompromiss man jene Länder überzeugen möchte, bleibt abzuwarten.

Dafür hat die EBU drei Länder, namentlich Rumänien, Bulgarien und Moldawien wieder zurückholen können. Aus Armenien und Georgien, die in diesem Jahr in Basel dabei war, fehlt bisher noch eine Rückmeldung, die aber aller Voraussicht nach nur pro forma eingeholt werden muss. Selbst unter großzügiger Auslegung, dass alle Vorjahresteilnehmer dabei sein werden käme man nach aktueller Zählung nur auf 40 Nationen, einige Länder wie Andorra, Bosnien-Herzegowina oder die Slowakei haben ihre Teilnahme bereits abgesagt.

Eurovision 2026: Gerüchte und Bestätigungen


Europa
- Diese Woche haben sich Neuigkeiten rund um den Eurovision Song Contest rar gemacht. Während in diversen Ländern die Bewerbungsfenster öffnen und schließen und man sich immer noch die Frage stellt, welche Länder mit oder ohne Israel am Eurovision Song Contest 2026 teilnehmen werden, machen lediglich verschiedene Gerüchte die Runde, welche allesamt noch nicht bestätigt wurden. Eines davon ist eine vermeintlich geplante Eurovision Tour im Juni und Juli nächsten Jahres.

Wie das maltesische Fernsehen etwa meldet, könnte die Europäische Rundfunkunion in Zusammenarbeit mit den nationalen Rundfunkanstalten eine "ESC Tour" mit zehn der Finalisten des nächsten Song Contests planen. Erste Anhaltspunkte für einen solchen Plan lieferte bereits der litauische Delegationsleiter Audrius Giržadas im August. Sollte eine solche Tour geplant werden, wäre es das erste Mal seit 2008, damals und im Jahr zuvor wurden die Song Contest-Sieger auf eine von der EBU organisierten "Winner's Tour" geschickt.

Ein weiteres unbestätigtes Gerücht ist, dass die Europäische Rundfunkunion angeblich plant das Mindestalter für die Teilnahme am Eurovision Song Contest von aktuell 16 Jahren auf 18 Jahre zu erhöhen. Mehrere Online-Plattformen meldeten, dass die EBU ab 2027 eine Erhöhung anstrebt. Ursprünglich war diese wohl bereits für 2026 angesetzt, da in einigen Ländern aber bereits die Auswahlverfahren begonnen hatten, wurde das Vorhaben verschoben. Bis 1990 gab es keinerlei Beschränkungen für das Alter, was es u.a. Sandra Kim ermöglichte als 13jährige für Belgien zu gewinnen.

Fakt ist allerdings, dass der ORF im nächsten Jahr mit seinen Postcards vor den Beiträgen beim Song Contest Tradition und Moderne verbinden möchte. ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz erklärte, dass man Österreich modern und vielfältig präsentieren wolle. Dafür habe Gebhardt Productions den Zuschlag erhalten, traditionelle Postkarten zum Leben zu erwecken. Damit schafft man zugleich eine Hommage an Emanuel Herrmann, einen Kärntner Ökonom, der 1868 die Postkarte erfand.

Ab dem 1. Dezember sucht der ORF zudem rund 800 Volunteers, die an zentralen Plätzen der Stadt Wien aushelfen, ob nun als Kurier- oder Flughafenshuttle, zur Betreuung im Eurovision Village oder in direktem Kontakt mit den Delegationen. Erfordert wird ein freies Zeitfenster vom 27. April bis 17. Mai 2026 sowie fundierte Deutsch- und Englischkenntnisse, Fremdsprachen sämtlicher Art sind optional. Potentielle Anmeldungen nimmt der ORF ab 1. Dezember hier entgegen, Voranmeldungen sind bereits jetzt möglich. Die Volunteers erhalten offizielle Kleidung, Verpflegung und eine Unfallversicherung.

Montag, 17. November 2025

Deutschland: Alice & Ellen Kessler verstorben


Deutschland
- Seit den 50er Jahren waren Alice und Ellen Kessler für ihre Gesangs- und Tanzeinlagen bekannt und wurden weltweit gefeiert. Nun sind sie nach Angaben mehrerer Medien offenbar gemeinsam in Grünwald südlich von München gestorben. Wie etwa der Spiegel meldet, starben beide im Alter von 89 Jahren, Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen nicht vor. Geboren im sächsischen Nerchau nutzten die beiden 1952 ein Besuchervisum zur Flucht aus der DDR.

Sie zogen zu ihrem Vater nach Düsseldorf, wo sie am Revuetheater erste Rollen erhielten. Dort wurden sie 1955 vom Direktor des Pariser Lido entdeckt, sie traten in Varieté-Shows auf der Champs-Élysées und im italienischen Fernsehen auf. 1959 nahmen sie mit "Heute Abend wollen wir tanzen geh'n" (ursprünglich "Heut' möcht' ich bummeln") aus der Feder von Helmut Zander und Astrid Voltmann für Deutschland am Eurovision Song Contest teil und belegten in Cannes den achten Platz. Bis in die 2000er Jahre blieben die Zwillinge in Funk und Fernsehen vertreten.

So waren sie 2007 noch einmal beim deutschen Vorentscheid für Helsinki zu sehen, als sie den goldenen Umschlag bei der Siegerbekanntgabe präsentierten. Seit 1986 wohnten die beiden im bayerischen Grünwald, über ihr Zusammenleben erklärte Alice Kessler: "Ellen ist der Motor, ich bin die Bremse". Zudem haben beide testamentarisch verfügt, gemeinsam in einer Urne beigesetzt zu werden. Mittlerweile bestätigte die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) dem Bayerischen Rundfunk, dass es sich um einen assistierten Suizid gehandelt hat.

Alice & Ellen Kessler - Heute Abend wollen wir tanzen geh'n